Roland Dürre
Sonntag, der 12. April 2015

Schule. Bildung. Zukunft.

Bernice Zieba hat in Facebook auf der Seite Alphabet – der Film Reklame für ihr Buch „Kinder brauchen keine Schule“ gemacht und darauf hingewiesen, dass man dieses Buch ab sofort bestellen könne. Im Buch geht es um „Homeschooling und Unschooling“. Ich kenne das Buch (noch) nicht – und kann es so auch nicht bewerten. Den Film Alphabet dagegen kenne ich gut und empfehle ihn sehr.

Auf Facebook führte dieser Eintrag zu einer eifrigen Diskussion zwischen Gegnern und Befürwortern der Schulpflicht. Die Diskussion hat mich angemacht, besonders weil meine Erfahrungen mit Schule sowohl als Schüler wie als mehrfacher SchülerInnen-Vater alles andere als erfreulich waren. Und mir deshalb Bewegungen wie Sudbury – endlich frei zumindest als schöne Utopie doch ziemlich sympathisch sind.

Deshalb konnte ich nicht umhin, auch meine Meinung zur Situation von Bildung und Schule in einem Kommentar zu schreiben. In diesem habe ich sinngemäß folgende Thesen formuliert:

KinderSchuleDie Schulen in der ganzen Welt lehren nicht und leiten nicht an. Sie fördern nicht das Hinterfragen und Nachdenken sondern vermitteln Wissen unwissend. Wissens-Bulimie wird so zur Regel.

Formen von Autonomie der Schüler werden als störend empfunden genauso wie kritische Positionierungen. Aufklärung ist in der Schule unerwünscht und zum Unwort verkommen. Denn das überwiegende und oft ausschließliche pädagogische Ziel der Ausbildungssysteme scheint es, die Menschen so zu formen, dass sie im Zielsystem möglichst reibungslos funktionieren. Die Lehrer scheinen förmlich den Auftrag zu haben, den Schülern ihre Kreativität auszutreiben und sie anpassbar zu machen. So werden System treue Konsumenten produziert, dies sich ohne zu murren brav in die nicht Menschen gerechte Leistungsgesellschaft einfügen.

Die zeitgenössischen Schulen und Bildungssysteme in der ganzen Welt können eines besonders gut: Indoktrinieren! Nur der Grad der Indoktrination ist noch unterschiedlich zwischen den Schulen und den Kulturen

Indoktrination ist jedoch der Feind eines Lebens in Freiheit und Würde. So wird kein vernünftiger Wandel gelingen. Nicht mal den „sozialen Konsenz“ werden wir so finden können, der Voraussetzung ist für eine konstruktive, menschliche und aufgeklärte Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.

Als Beispiel: Vielleicht würde ein redlicher Diskurs uns dabei helfen – das geht aber nicht, wenn wir das dazu notwendige Handwerkszeug nicht gelernt haben!

Es scheint klar, dass das Sicherstellen einer vernünftigen Bildung für die nachfolgenden Generationen eine der zentralen Aufgabe jeder (und auch unserer) Gesellschaft ist. Wahrscheinlich sollte das die höchste Priorität haben. Tatsächlich erleben wir jedoch ein riesiges Versagen unseres Bildungssystems. Die Defizite in den Schulen werden immer größer, für viele Gruppen der Gesellschaft  verschlechtert sich die Situation kontinuierlich.

Trotzdem stehe ich persönlich „Homeschooling und Unschooling“ eher skeptisch gegenüber und würde sie nur als Notwehr oder „ultima ratio“ in besondern Fällen als sinnvoll ansehen.

Soweit mein Kommentar. Aber noch eine Anmerkung sei mir gestattet: Ich bin froh, dass es noch Lehrer gibt, die sich gegen diese wohl weltweit stattfindende Entwicklung sträuben und sich den drückenden systemischen Zwängen widersetzen. Einige davon kenne und schätze ich. Aber leider habe ich den Eindruck, dass sie immer mehr auf verlorenen Posten stehen und auch immer weniger werden.

RMD

P.S.
Im übrigen ist mir nicht klar, warum wir immer diese hässlichen amerikanischen Begriffe benutzen müssen wie „Homeschooling oder Unschooling“?

Roland Dürre
Mittwoch, der 24. Dezember 2014

brand eins im Januar (2015)

Betrachten wir heute mal die Werbung, die keiner mehr braucht!

Was macht man am Heilig Abend? Man wartet auf die Bescherung. Und liest brand eins. Und natürlich im Heft des neuen Jahres, auch wenn das Dezember Heft von 2014 noch nicht ganz ausgelesen ist. Das hat den Titel „Lass Krachen“ und hat mir nicht nur wegen des Schwerpunkts „Genuss“ viel Freude gemacht.

Um es gleich zu sagen: Das neue brand eins mit dem Titel DU und dem Schwerpunkt Selbstbestimmung hat mir sehr geholfen, die Zeit zur Bescherung zu überbrücken und so einen wertvollen Heilig Abend Nachmittag beschert. Es ist eine ganz tolle Nummer, vom redaktionellen Teil bin ich wieder mal so richtig begeistert.

brandeins 01 15

Brand eins ist wohl zu gut geworden. Und das haben auch andere gemerkt. Das mag für brand eins geschäftlich von Vorteil sein, hat aber seine Nachteile.

Zuerst ist es die Menge an Werbung, die mich überrascht. Und wenn etwas gut ist, dann schleicht sich schnell mal die Werbung rein. So wie beim Bayerischen Rundfunk im zweiten Programm (Bayern2). Immer mehr Minuten werde ich dort mit Reklame belästigt. Und überlege mir schon, diesen Sender nicht mehr anzuhören sondern mich nur noch von podcasts zu „ernähren“.

Der Bayerische Rundfunk ist doch öffentlich rechtlich finanziert. Er sollte doch zumindest bei seinen qualitativ hochwertigen Hörfunk-Programmen ohne Werbung auskommen. Da zahle ich gerne meine GEZ-Gebühren dafür.

Bei brand eins dürften es wohl andere Voraussetzungen sein als beim Bayerischen Rundfunk. Da lebt die Redaktion von der Werbung. Finde ich zwar schade, kann ich aber nicht ändern. Also schüttele ich zuerst die Beilagen aus dem Heft heraus. Seitdem ich die SZ nur noch digital lese, bin ich da nicht mehr so geübt. Es dauert, aber dann habe ich es geschafft.

Auf dem Boden liegen jetzt die Österreicher, die mich zum Schifahren holen wollen (ich weiß, wie gut Austria Tourismus bei „incoming operations“ ist). Daneben liegen die Sachsen. Die behaupten, dass die Zukunft aus Sachsen käme, was natürlich Blödsinn ist. Der „The Economist“ liegt auch da und will mich haben wie auch ein Wohlfühlfond namens ÖKOVISION, in den ich investieren soll, dies aber nicht will und nicht werde.

Es gibt aber auch Werbung, die beim Rausschütteln partout nicht raus will, weil sie eingeheftet ist. Diese heimtückische Methode wendet LEXWARE an, eine Software, die garantiert keiner braucht.

Aber auch im Heft ist mittlerweile Werbung ohne Ende drin. Uns es überrascht mich auch die von mir als massiv empfundene „Dümmlichkeit“ der Inhalte der Werbebotschaften. Geht es noch dümmer? Aber auch die Fragwürdigkeit der angepriesenen Produkte ist mehrheitlich beeindruckend.

Vorne auf zwei Seiten und auf der Rückseite sind zwei Luxusuhren-Labels vertreten, PATEK PHILLIPE und IWC Schaffhausen. Von vorne geht es weiter mit der Bethmann Bank (ABN AMRO), dann will mir RIMOWA seine schönen Koffer verkaufen. Microsoft will mich gar vom Garagentüftler zum Konzernchef machen (make it happen). Gleich danach schaut mich ein finsterer Typ von der CONSORSBANK.de an, der ein COMING OUT plant (IN JEDEM VON UNS STECKT EIN KLEINER BANKER. ZEIT FÜRS …). Occhio will mich mit perfect light versorgen, ich soll einen blauen FORD FOCUS mit Einpark-Assistent kaufen und Musik „wireless“ mit harman/kardon hören.

Kurz vor dem Schwerpunkt des Hefts soll ich dann auf vier Seiten Porsche fahren. Porsche will übrigens bei mir eine Spannung erzeugen, weil das seine Hauptaufgabe wäre (???). Gleich nach dem Porsche kommt vitra. (mit dem Punkt) und will mir einen „Soft Pad Chair EA 208“ verkaufen. Einmal umgeblättert wird es noch schlimmer, da wollen zwei Bundesministerien (Arbeit und Soziales, Wirtschaft und Energie gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit) bei uns einen Fachkräfte-Check machen. Sachen gibts!

Dabei ich bin ich erst auf Seite 40 von 162. Mir schwant Übles, aber ich gebe noch nicht auf und mache weiter mit der Suche nach Werbung.

Und ich soll schon wieder Bürostühle kaufen. Von interstuhl. Und der Stuhl heißt SILVER und ist der STUHL UNTER DEN STÜHLEN. Nach einer kleinen Erholungspause kommt die DKMS und will „KURZ LEBEN RETTEN“. Die meinen, ich sollte dringend mit meiner Firma etwas gegen Blutkrebs unternehmen. Dann kommt zwei mal Werbung für eine brand eins – Veranstaltung (gemeinsam mit TAGESSPIEGEL, die Lobby für Kinder und dm) und für eine brand eins – Publikation.

Und schon erwischt mich der Airport Düsseldorf mit „Düsseldorf Airport Advertising“, ganz gnädig als erster nur auf einer drittel Seite quer (alle Anzeigen davor waren ganz- bzw. mehrseitig). Im Folgenden finde ich noch vergleichsweise bescheidenen vertikale Drittel-Seite-Anzeigen mit PSYCHOLOGIE HEUTE und dem „branding institute – wien“.

Jetzt werde ich nicht mehr fündig, eine ganze Reihe von Seiten sind werbe-frei und bestehen nur aus Text und Fotos. Damit ist aber Schluss auf Seite 87 – das Handelsblatt will mir einen Digitalpass verkaufen (wieder ganzseitig). Wenige Seiten weiter soll ich H.O.M.E lesen, weil sie im modernen Leben zu Hause wären (wieder ganzseitig). Angelangt auf Seite 92 grüßt mich der Spiegel (ganzseitig) mit „Geschichte“ und „DIE BIBEL“ (DEM MÄCHTIGSTEM BUCH DER WELT). Und alles kann ich natürlich auch immer als APP haben. Und nur eine Seite später – wieder ganzseitig – beglückt mich SAT.1 mit „NUR DIE LIEBE ZÄHLT“. Auch das wie so oft bisher in ganz großen Buchstaben.

Endlich angekommen auf Seite 98/99 finde ich die fiese Lexware-Werbung, die eingeheftet ist und überlege mir, ob ich sie raus machen soll. Aber raus machen könnte das schöne Heft ja beschädigen, also mache ich weiter.

So komme ich zu Kleinanzeigen und Eigenwerbung. Und tatsächlich, bis 109 ist dann wieder werbefreie Zone, erst auf Seite 110 ermahnt mich die von mir tatsächliche geschätzte „Neue Züricher Zeitung“, dass es auch eine Schweizer Perspektive gibt. Nach nur einem Umblättern überfällt mich domus, „die IKONE unter den ARCHITEKTURZEITSCHRIFTEN nun auf Deutsch mit lokalen Beiträgen“. Wow!

Auf Seite 117 soll ich zum „Star der Festbeleuchtung werden“ (messe Frankfurt) und ein wenig später Stern lesen (ganzseitig). Das will ich aber nicht. Auf der Rückseite kommt auch ganzseitig ramp daher mit AUTO.KULTUR.MAGAZIN. und fragt mich, ob ich „LUST AUF AUTOKULTUR“ hätte. Auto und Kultur – das ist ja schon ein Widerspruch in sich.

Ich gebe die Durchsicht des Hefts nach Werbung immer noch nicht auf und werde für meine Hartnäckigkeit hart bestraft: Auf der nächsten Seite inseriert die Welt mit den (unsäglichen) Sprüchen „Die Welt gehört denen, die auch im Netz gegen den Strom schwimmen“ und „UND DIE WELT GEHÖRT DENEN, DIE NEU DENKEN“. Geht es noch schlimmer?

Ja – denn schon kommt ONSCREEN mit „Langeweile war gestern. Heute ist ONSCREEN.“ Aua – das tut weh! Und es kommt noch schlimmer. Denn auf Seite 138 wirbt (PRO?) 7 mit „SCHLAG DEN RAAB“ und schreit mir „WE LOVE TO ENTERTAIN YOU“ entgegen. Da gehe ich endgültig KO und schalte meinen „Werbung ignorieren – Filter“ ein.

Jetzt überlege ich mir, ob ich nicht auch bei brand eins auf die digitale Ausgabe umstellen soll. Die tolle Arbeit der Redaktion bezahle ich ja gerne. Aber soviel Dummheit auf Hochglanzpapier tut mir richtig körperlich weh, nicht nur wegen der gigantischen Verschwendung. Wirklich schade, dass die Zeitungen eine so unsinnige Indirektion brauchen, um die Menschen, die für sie arbeiten, ernähren zu können.

Und jetzt geht es ab zur Bescherung.

RMD

P.S.
Ich bitte brand eins und sein Team um Verzeihung, dass ich die Werbung in seinem Magazin so kritisch betrachte. Aber in die anderen zum Beispiel Wirtschafts-Magazine mag ich schon wegen des dort zu findenden „Journalismus“ schon gar nicht mehr rein schauen.

Roland Dürre
Montag, der 3. November 2014

brandeins im November (und Oktober)

Für brand eins mache ich gerne Reklame. Schaue ich doch ab und zu auch in die sonstigen Wirtschaftsmagazine wie das Manager Magazin oder die Wirtschaftswoche. Und bin immer wieder entsetzt wie viel Belangloses da drin steht.

😉 Die große Sensation ist dann der Transfer eines Vorstandes von einer Bank zu einer anderen Bank. Nur spielt dieses „Highlight“ wirklich keine Rolle im Leben des Unternehmers. Und die interessanten Dinge wie zum Beispiel wer dabei der Headhunter war und wie viel dieser an dem Deal verdient hat, stehen dann doch nicht drin …

brand eins ist dazu eine wirklich gute, wahrscheinlich die einzige Alternative. Und es sind nicht nur die Schwerpunkte, die für einen jeden Unternehmer und Manager immer wichtig sind, sondern insgesamt die Geisteshaltung im Sinne von „Zukunft“, „Innovativ“ und „gesundem Menschenverstand“, die die meisten Artikeln so richtig ausstrahlen.

Vertrauen
mit dem Slogan Alles unter Kontrolle!

brandeinsOktober2014

Scheitern
nach dem Motto Versuch macht klug oder Wird schon schiefgehen!

brandeinsNovember2014

Vertrauen ist für jedes Unternehmen von zentraler Bedeutung und mit dem Scheitern muss man leben können.

Ich mache – nicht nur – zu Weihnachten immer gerne Geschenke. Aber was her schenken, hat doch jeder schon alles, was er braucht. Und irgendwelchen neuen Sperrmüll will ich nicht her schenken.

🙂 Insofern freue ich mich schon auf die Weihnachtsausgabe. Die werde ich wieder eifrig als Geschenk einsetzen. Bei mir wichtigen Menschen, die brand eins noch nicht kennen.

Die kriegen dann etwas sehr Schönes, das gar nicht teuer ist aber in der Regel von dem Beschenkten dann sehr geschätzt wird.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 14. September 2014

brand eins im August und im September

Im August habe ich zuviel gearbeitet – leider ganz fremdgesteuert und dann einen langen und schönen Urlaub gemacht. Das brand eins war dabei – aber es hatte da keinen so großen Stellenwert, denn Genießen, Schwimmen, Radeln, Schlemmen – eben Lieben und Leben waren wichtiger.

Zurzeit habe ich immer noch viel zu viel Arbeit und will auch noch ein wenig Urlaub im September machen. Das brand eins des Septembers muss man aber lesen – trotz aller Last und Belastung, die man so hat. Wie immer habe ich es auch schon an ein paar Menschen ausgeliehen, um deren öffentliche Fahrten zu verschönen. Und auch die waren begeistert.

Zum Heft: Es ist eine Ausgabe mit Herz. Auf dem weißen brand eins des Septembers prangt ein großer Schriftzug.

Darf ich noch ein Stündchen, Chef?

Darunter steht dann: Wie wir lernen, die Arbeit zu lieben und als Schwerpunkt in rot und mit Herz:

Arbeit♥

Es ist mir ja fast peinlich, brand eins zu loben. Und deshalb gestehe ich hier auch, das mich das August-Heft nicht so vom Sockel gerissen hat. Aber das Septemberheft hat wieder all die Tugenden, die ich bei brand eins so mag – und bei allen anderen Hochglanz- und sonstigen Publikationen zum und um das Thema Wirtschaft nicht nur vermisse.

Die wichtigen und richtigen Themen zum Thema (Zusammen-)Arbeit werden getroffen und mancher Widersinn wird aufgezeigt. Immer wieder ich finde ketzerische bis revolutionäre Gedanken, die durchaus „etablierte Meinungen“ und bürgerlich-moralisches Selbstverständnis „Man macht das so“ deutlich in Frage stellen.

Und das ganz authentisch und weit weg von dem üblichen (und mehr als ausgelutschten) Ratsch & Tratsch. Das ist schon wohltuend.

Ende November bin ich auf dem EnjoyWorkCamp in Stuttgart. Und schlage mal der Franziska (Veranstalterin) vor, allen Teilnehmern das Brand eins des September als vorbereitenden „Reader“ zu senden.

Darf ich noch ein Stündchen, Chef – brand eins onlinestartseite_header

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 10. August 2014

Feel it! – Dr. Andreas Zeuch

Feel_it_buch_iconDr. Andreas Zeuch kannte ich nur aus dem Internet (Twitter @zeuch …). Persönlich habe ich Andreas in Berlin auf dem dortigen PM-Camp kennen gelernt. Er hat dort am zweiten Tag (22. Juni 2014) einen starken „Impuls-Vortrag“ gehalten.

Anschließend haben wir miteinander viel Zeit verbracht, so dass ich gleich ein paar Sessions verpasst habe. Aber so ist das, ein PM-Camp ist nun mal – wie das Leben – eine Sammlung von verpassten Gelegenheiten. Und trotzdem genauso so schön!

Andreas Zeuch ist nicht nur Unternehmer und Berater, gut bekannt mit Gebhard Borck sondern auch Autor mehrerer Bücher. Sein Buch „Feel it“ mit dem Untertitel „So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen …“ habe ich dann gleich vom PM-Camp mitgenommen (und vom Andreas eine wunderschöne Widmung bekommen).

Mittlerweile habe ich fleißig darin gelesen – und vieles gelernt.

🙂 Viele meiner intuitiven Vermutungen (zum Beispiel dass im BWL-Standardwerk WÖHE doch viel Blödsinn drin steht) kann ich jetzt plötzlich auch rational begründen.

Und ich meine jetzt noch besser zu verstehen, in welche Fallen Unternehmensgründer und Start-Ups mehrheitlich tappen. Warum so viele Gründer nach einer gewissen Zeit mit leeren Händen dastehen, obwohl sie so viel Zeit, Geld und Idealismus investiert haben. Bestenfalls sind sie dann „erfolgreich gescheitert“, in dem sie zwar Erfahrung gesammelt aber sehr teuer dafür bezahlt haben.

Das Buch hat mir auch gezeigt, dass der von mir empfohlene und ein wenig alternative Weg für start-ups doch gar nicht so schlecht ist. Nicht zu letzt aufgrund der wunderschönen Lektüre werde ich in dem vor mir liegenden Urlaub (Rückzug für zwei Wochen auf den südlichsten Camping-Platz auf dem Peloponnes kurz vor Mani) für IF-Blog eine Reihe von Artikeln zum Thema „Start-up“ schreiben. Das Konzept steht schon …

Und zum Buch „Feel it“ vom Andreas:
Bitte vertraut mir und lest es einfach!
Könnte sein, dass es Eure Welt verändert!

Danke!

RMD

P.S.
Bei Amazon kann man das Buch gleich bestellen.

P.S.1
Auf IF-AGORA.de wird von Dr. Andreas Zeuch „der Vortrag zum Buch Feel It“ angeboten.
🙂 Am besten kaufen Sie beides – Vortrag und Buch!

Roland Dürre
Sonntag, der 20. Juli 2014

brand eins im Juli

Zuerst mal vorweg: Ich liebe brand eins. Und freue mich über jedes Heft und schreibe deshalb auch so gerne die Rezensionen für IF-Blog. Jetzt habe ich aber gemerkt, dass meine „brand eins Artikel“ zu einem Indikator meines persönlichen Zustandes geworden sind.

🙁 Je später diese Rezension erscheint – desto mehr Stress bei mir und je früher der Artikel erscheint, desto besser ist meine private Lebens-Situation.

Zum Wirtschafts-Magazin: Die Juli-Ausgabe – die ja schon im Juni bei mir war – ist Spitze! Für mich ist dieses Heft eines der besten aller brand eins, die ich bisher gelesen habe.

brand eins Juli 2014

Das Thema wird diesmal in einem längeren Satz formuliert:

Was wäre, wenn wir die Welt neu denken?

Und der Schwerpunkt, ganz in Rot heißt Alternativen!“

Und auf dem Rückenband des Heftes – ganz verschämt neben dem Preis (8,50 € / sfr 12) – stehen noch vier Worte, die im Heft durchaus neu und in Alternativen gedacht werden:
Güterverkehr, Wirtschaftsmodelle, Demokratie und Ernährung.
Diese Liste könnte man freilich trefflich  erweitern, denke ich nur an den Begriff (Aus-)Bildung! 

Jetzt will ich bei einem so gelungenen wichtigen Heft gar nicht Kritik üben. Sondern die Redaktion um Frau Fischer vielleicht zu noch mehr Mut ermutigen. Die Forderung nach Neudenken ist wichtig und gut, und das Heft regt wunderbar zum Nachdenken an. Aber wahrscheinlich ist Nachdenken zu wenig – denn mir scheint, dass wir auf vielen Ebenen einen Turnaround brauchen. Und das klingt natürlich nicht so schön wie Nachdenken sondern eher nach Veränderung, die weh tut. Eine gute Zukunft zu bauen wird aber immer auch schmerzen, denn Innovation bedeutet auch immer Zerstörung, wenn auch hoffentlich eine kreative.

Und doch noch ein ganz kleiner Schmerz: Die Beilagen. Mir tut es immer weh – Heft schütteln und weg damit mit dem vielen edlen Hochglanz. Diesmal ist da der Abo-Auflage Inhalt ein dickes Heft oben auf dabei gewesen, das natürlich nach Öffnen der Versand-Folie gleich ungelesen zum Altpapier wandert. Das Heft ist vom „Bundesverband der Pharamzeutischen Industrie (BPI)“. Und Lobbyismus mag ich gar nicht.

Jetzt bin ich aber selber ein Unternehmer, der (leider) in seinem Leben viel zu oft vermeintlichen oder vielleicht auch gelegentlich begründeten Sachzwängen erlegen ist. Und als Kaufmann weiß ich auch, dass Geld in der Regel nicht stinkt.

Insofern ertrage ich auch die Beilagen geduldig, auch wenn der Idealist in mir meint, dass es diese nicht bräuchte und so das Paket, das ich zum Altpapier schleppe, noch ein wenig schwerer wird.

RMD

P.S.
Zum Inhalt schreibe ich nichts – selbst lesen lohnt wirklich. Aber ich bin wirklich im Stress (ganz schlecht), habe keine Zeit und hoffe, dass ich in Bälde auch wieder mehr für IF-Blog produzieren kann. Die Ideen liegen auf der Rampe – und ich habe keine Zeit sie zu vollenden.

Roland Dürre
Samstag, der 5. Juli 2014

Dein Preis, mein Preis!

Was bin ich wert?

deinpreis_aufmacher

Gebhard Borck kenne ich schon lange. Eine Reihe meiner Freunde aus dem Umfeld von pm-camp haben mich auf ihn und seine Vorträge hingewiesen.

Und natürlich hat mir sein „Affenmärchen“ besonders gut gefallen. Auf dem wunderbaren PM-Camp in diesem Frühsommer in Stuttgart durfte ich Gebhard persönlich kennen lernen – dort hat er für uns (#pmcamp) einen wunderbaren Impulsvortrag gehalten. Einfach Klasse!

Sein neues Buch „Dein Preis“ ist am 1. Juli offiziell erschienen. In diesem geht es um etwas ganz konkret Nützliches, nämlich wie man den eigenen Wert ermitteln kann und diesen dann innovative in Wertverträgen fixieren kann.

Und Gebhard gelingt es, diesen Weg in einem Buch so fesselnd zu beschreiben, dass es dem Leser bei keiner Zeile lang langweilig wird. Denn auch die üblichen Entlohnungsverträge über Abhängigkeit und/oder gekoppelt an die Messung von Arbeitszeit sind doch alles andere als zeitgemäß. Und Gebhard zeigt tatsächlich eine Alternative auf – den Wertvertrag (nicht Werkvertrag!).

Mich hat das überzeugt. Und ich habe fest vor nach meinem Ausscheiden aus dem InterFace-Vorstand zum 31. Dezember 2014 – wenn ich dann vielleicht doch noch die eine oder andere Beratung machen darf – diese über einen Wertvertrag zu kontrakten.

🙂 Denn ich weiß jetzt meinen Preis – dank Gebhard. Vielen Dank!

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 20. Juni 2014

Wunder muss man selber machen

Oder:

Es geht auch anders!

Buch

Jahrelang bin ich ihr in Twitter gefolgt – Sina Trinkwalder alias @manomama. Und war immer positiv beeindruckt. Nicht nur weil sie aus Augsburg – meiner Geburtsstadt – kommt.

Vor kurzem hat mir ein Freund dann ihr Buch geliehen. Und ich war begeistert. Und es gibt eine ganze Reihe von guten Gründen dafür.

Einmal wegen den vielen Gemeinsamkeiten, die ich entdeckt habe. Ob es allgemeine Lebens-Einstellungen sind oder um die richtige Schule für Kinder geht, alles kam mir sehr vertraut vor.

Zum anderen, weil in diesem Buch viele Punkte stehen, die einfach so sind, wie sie beschrieben sind. Ob es um Banken oder Politik geht, (fast) alle Erfahrungen, die die Autorin im Buch festgehalten hat, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Auch tut gut, dass mit vielen Ausreden, Verweisen auf Sachzwängen und kollektiven Konstrukten, warum dies oder jenes so sein müsse und es leider anders nicht ginge radikal aufgeräumt wird.

Das schönste am Buch ist die Ehrlichkeit. Alle Erfahrungen habe ich als Leser absolut als authentisch und absolut glaubwürdig wahrgenommen.

Und es kommt noch besser: Das Buch ist spannend wie ein Krimi – und verursacht ab und zu sogar richtig Gänsehaut. Und das ist für so ein radikales „Wirtschaftsbuch“ wirklich etwas besonderes.

Kurz – ein Buch, das mich richtig begeistert hat und von dem ich mir wünsche, dass es möglichst viele Menschen lesen.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 2. Juni 2014

brand eins im Juni

Im brand eins geht es im Juni um „Das Maß aller Dinge“!

Ich denke mir, dass das doch nur der schnöde Mammon sein kann. Und richtig, auf dem Titellbatt findet sich ein arg zerknitterter 10-EURO-Schein und der Schwerpunkt ist das liebe „Geld“.
brandeinsJUNI2014

Im Heft kommen viele zu Wort, die etwas zum Thema Geld zu sagen haben. Zum Teil weil sie darüber forschen, weil sie es schon immer gehabt oder es sich erarbeitet haben. Oder auch weil sie es vergeben oder einsammeln.

Es geht um „alternatives Geld“ und „gebunkertes“. Natürlich geht es auch um die Boni der Banker, um die Superreichen und die ganz Armen. Um Polarisierung und Umverteilung. Um Einkommensmodelle und soziale Verträglichkeit. Um Rendite und Tipps. Um jemand, der die Börse lieben lernte, um den ganz normalen Wahnsinn im Fußball und Geldgeschichten aus der ganzen Welt.

Ich finde, dass dieses brand eins es ein wunderbares ist, ganz anders als die anderen „Wirtschaftsmagazine“. Das kann ich aktuell besonders gut beurteilen, weil ich im Mai und Juni das Manager Magazin gelesen habe.

Zu dem kam ich so:

Auch in meinem Briefkasten befindet sich viel Spam. Meistens Werbung, die eigentlich nur ärgerlich ist. So auch ein Brief, dem eine völlig sinnlose „Manager-Magazin-Plastikkarte“ im Stil einer Kreditkarte beilag. In einem sehr persönlichen Anschreiben wurde ich als erfahrener Manager (Harrharr!) um die Teilnahme an einer trivialen Umfrage gebeten. Zusätzlich wurde mir ein sehr billiges Probeabonnement bestehend aus zwei Ausgaben des Manager Magazins frei Haus angeboten.

Als Prämie für meine Bestellung wurde mir ein schon lange benötigtes und nicht so billiges Fahrradschloss versprochen. Das habe ich genutzt, weil ich mir eh genau das abgebildete Schloss kaufen wollte und irgendwie nie dazu kam. Und auch, weil mich solche Anmache frei Haus ärgert und ich dann gerne – nicht vorsätzlich aber billig in Kauf nehmend – den Anbieter solcher Werbetricks schädige. Und nehme dann auch die Last der Kündigung der Fortsetzung des Abonnements nach Erhalt der Prämie auf mich. Dafür habe ich ja eine Wiedervorlage.

🙂 Und konnte als Kollateralnutzen zu meinem neuen Fahrradschluss dann mal wieder lesen, was in solchen angeblich für jeden Manager ganz wichtigen Magazinen drinsteht. Das ist dann eine ganz andere (nicht nur journalistische) Welt als mein brand eins. Eher so „Die Bunte“ für „Manager“ und solche, die es sein wollen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 29. April 2014

brand eins im Mai

Auf der Rückfahrt vom wunderbaren PM-Camp in Zürich im Bummel-EC mit den beiden stinkenden Diesellokomotiven nach München hatte ich viel Zeit.

Und das neue brand eins vom Mai war auch dabei. Also: 1 + 1 macht 2 – ich habe das Heft diesmal noch im Monat vor seinem Erscheinen im Zug und in einem Zug ausgelesen.

brand eins mai 2014

Der Titel ist „Wie war ich?“, es geht um die Schnittstelle zum Kunden. Also: Kunden wollen mehr und der Schwerpunkt heißt demgemäß: Im Interesse des Kunden.

Im aktuellen brand eins habe ich eine Reihe guter Artikel gefunden. Es ist diesmal kein „revolutionäres“ sondern eher nachdenkliches Heft. Ich habe es auch als den Versuch empfunden, Formen des Handels Mut zu machen. Auch solchen, die wahrscheinlich gar keine Chancen mehr haben.

So enthält es viele interessante Fallbeispiele und Geschichten zur Beziehung zwischen Unternehmen und Handel und deren Kunden. Und ich denke mir beim Lesen:

Schade, dass eine Reihe guter Ideen sich überlebt haben (Globetrotter).

Schade, dass vieles der Transformation im Handel wohl doch nur daraus zu bestehen scheint, den Kunden zu beschummeln.

Schade, dass viele sich an Theorien aufrichten, die zwar klug klingen aber langfristig nichts helfen werden.

Schade, dass manches nach ein wenig „Kundenbetrug“ klingt. Man verkauft in neuer Verpackung, ein anderer „Spirit“ soll vermittelt werden, aber unterm Strich bleibt alles beim alten.

Schade, dass viel zu oft auf der Verpackung nicht steht, was drin ist.

Schade, dass versucht wird, Erwartungen zu wecken, die sicher nicht nachhaltig sind.

Mit solchen Gedanken habe ich die Artikel gelesen. Und bin dann ganz assoziativ auf eine Reihe von Überlegungen gekommen:

Was hilft es mir, wenn mir das freundliche Schild an der defekten Rolltreppe sagt, dass der Betreiber sich bemühen will, den Schaden schnell möglichst zu beheben, ich aber weiß, dass die ehrliche Aussage heißen müsste:
„Die Störung ist gemeldet und der Prozess läuft nach seinen Regeln ab. Der Zeitpunkt der Behebung ist abhängig von vielen Faktoren, der Zeitpunkt der Behebung so nicht vorhersagbar“.

Was hilft es mir, wenn ich einen Defekt an einem Markenprodukt habe. Im zentralen „Store“ des „Labels“ mir aber nur geholfen wird, in dem man mich auf die Web-Adresse verwiesen werde.

Was hilft es mir, wenn ich meine Techno-Schuhe zum Radeln im Fach-Shop kaufen will und bereit bin, dafür mehr zu zahlen. Meine Frage wie man den Bereich für die Klickies am besten freilegen kann aber vom Verkäufer nicht zufriedenstellend beantwortet werden und ich aber weiß, dass ich die Schuhe im Internet zum halben Preis kriege.

Was hilft es mir, wenn ich im Geschäft nicht mit Paypal oder anderen modernen Zahlungsmitteln zahlen kann, dafür die Lieferung frei Haus aber erst ab einem gewissen Betrag möglich ist und dann auch noch länger dauert, als wenn ich es gleich bei Amazon kaufe?

Ich habe aber auch noch andere Sorgen:

Und wie schaffe ich es als Kunde, wenn ich keine Plastikverpackung mehr kaufen will?

Wie schaffe ich es, die gewünschte Qualität bei Nahrungsmitteln zu bekommen, wenn diese nicht mehr im Angebot ist?

Wo bekomme ich den einfachen Service z.B. für mein Fahrrad zu Fuß erreichbarer Nähe?

So könnte ich mir vorstellen, dass es in Zukunft nur noch zwei Formen des Handels geben wird:

Den übers Netz und den ganz regionalen auf Vertrauensbasis.

Und ich könnte mir gut vorstellen, dass ich dann das meiste Geld bei den lokalen Händlern und Dienstleistern ausgeben werde.

Aber wie schon oft geschrieben:

Zukunft ist nicht vorsagbar und dieses brand eins ist mal wieder eine wunderbare Basis, um ganz trefflich Zukunft diskutieren zu können.

RMD