Hans Bonfigt
Donnerstag, der 31. Dezember 2015

Bertrand Russell und das Internet 5.0

Ein spleeniger Amerikaner besucht ein kleines deutsches Dorf, sucht den dortigen Barbier auf und verspricht diesem 100.000 Dollar, wenn er alle Bewohner des Dorfes rasiere, mit Ausnahme natürlich derer, die dies selbst tun.
Mit Freuden fängt er an und als er gerade mit der Hälfte seiner Kunden durch ist, geht ihm ein Licht auf: Wie sollte er es eigentlich mit sich selber halten ?

Um es gnadenlos abzukürzen:  Die Definition „Barbier := Jemand, der Menschen rasiert, die dies nicht selbst tun“ ist eine trickreiche Definition der Leeren Menge.  Die lustige Geschichte erwies sich in Wahrheit als der Tod der seinerzeit existenten Mengenlehre.  Das Russell’sche Paradigma machte einen Erfinder recht bekannt.

Sehr gerne zitieren Roland als „Superintendent“ dieses „Magazins“, aber auch andere Autoren den nachfolgenden, ebenfalls Bertrand Russell zugeschriebenen Satz:

„Jeder Zuwachs an Technik bedingt, wenn damit ein Zuwachs des menschlichen Glücks verbunden sein soll, einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit“

Mit Aphorismen und Zitaten ist es wie mit Bibelsprüchen, die man aus einem beliebigen Kontext des „theologischen Selbstbedienungsladens“ ziehen kann. Nun hat Roland mein letztes Zitat dieses Aphorismus‘ wieder aufgegriffen und, Vorsicht, übelster Sozial- und sonstiger „Rassismus“, ich möchte einmal konkretisieren, warum jener meines Erachtens so wichtig ist.

Mein alter Herr war in den 70er Jahren in der Rolle eines Wirtschaftsprüfers für ein Entwicklungshilfeprojekt in Afrika tätig, wovon er seinem etwa zwölfjährigem Sohn berichtete. In Erinnerung geblieben ist mir die Schilderung, daß zehn hochmoderne Reisebusse von Büssing angeschafft und ausgeliefert worden waren, um Menschen täglich in die nächsten größeren Städte zur Arbeit zu bringen und zurück. Das ehrgeizige Projekt war gescheitert aufgrund „mangelnder Akzeptanz der Einheimischen“. Auch mein Vater hatte es mit Russell, insbesondere mit dessen Satz, „Wenn sich Experten einig sind, ist größte Vorsicht geboten“ und suchte die eigens ausgebildeten Busfahrer auf. Die führten aus, daß die Busse schon sehr schön seien, aber immer „kaputt“ gingen.

Und da forschte er einmal nach: Bei Bus 1 war die Batterie leer, bei Bus 2 lag eine Bagatelle mit der Druckluftbremse vor, Bus 3 war zwar vollgetankt, aber wohl zwischendurch leergefahren worden, so daß die Kraftstoffleitung hätte entlüftet werden müssen, Bus 4 hatte einen defekten Kühlwasserthermostaten und die Busse 5 bis 10 „litten“ an ähnlichen Kleinigkeiten. Während seiner Lehrzeit hatte mein Vater oft LKWs gefahren und so war es eine Sache von wenigen Minuten, bis er den ersten Schraubenschlüssel in der Hand hatte und die Busse einen nach dem anderen wieder in Betrieb nahm. Dennoch konnte mein Vater keine Erfolgsgeschichte mit nach Hause bringen: Zwei Tage fuhren die Busse wieder, aber dann kehrte wieder „Normalität“ ein in Form von Bagatellausfällen, mit denen das lokale Team völlig überfordert war.

„Die moderne Technik ist dort hinten einfach noch nicht angekommen, Du kannst denen nicht erklären, was Elektrizität ist. Und es war blödsinnig, die modernsten verfügbaren Busse zu nehmen. Es hätten viel einfachere, robustere Modelle sein müssen. Ohne hydrodynamische Getriebe, ohne Servolenkung. So wird das nie etwas“.

Mein alter Herr wird wohl recht gehabt haben.

Mittlerweile gibt es Heinrich Büssings Nutzfahrzeugfabrik nicht mehr, aber in jedem „Smartphone“ steckt mehr Komplexität als in allen zehn Bussen zusammen! Und spätestens ab sechs braucht man eines, es heißt ja schließlich „Eifon 6“. Wenn es ein „Eifon 5“ ist, darf man sicher sein, daß das arme Kind in der Schule „gemobbt“ wird.

Wenn uns früher als Kindern das Fahrrad kaputt ging, dann reparierten wir es. Ein „Eifon“ muß bei der geringsten Macke in die Spezialwerkstatt, wo es in aller Regel gegen ein neues Modell ausgetauscht wird. Was hätten wir früher jemandem den Vogel gezeigt, der uns gesagt hätte, „wenn Euer Scheinwerferbirnchen durchgebrannt ist, dann braucht Ihr ein neues Fahrrad!“ — bei einem Eifon kann man nicht einmal mehr den Akku wechseln. Also: Ich bleibe dabei: Wer sich so ein Ding als erwachsener Mensch kauft, hat nicht mehr alle Latten am Zaun.

Natürlich haben wir früher den Polizeifunk abgehört, indem wir unsere Radiogeräte, welche schon für den internationalen Markt ausgelegt waren, ein wenig umjustierten. Wir nannten die Geräte auch nicht „Radio“, sondern „Superhet“, weil wir wußten, daß der drinsitzende Tuner nach dem Überlagerungsprinzip arbeitete, weil eine feste Zwischenfrequenz mit besserer Selektivität herausgefiltert werden konnte.

Ja, wir hatten eine Beziehung zu den Geräten und wuchsen mit ihnen. Es war ein Freudentag, als unsere Familie ein größeres „SABA Lindau“ – Radiogerät bekam, das man sich nicht „mal eben so“ kaufen konnte, sondern für das mein Vater lange und hart gearbeitet hatte. Dieses Gerät repräsentierte schon „Spitzentechnologie“ in Form eines „Integrierten Schaltkreises“, nämlich einer Röhre des Typs EABC80:

„Das gute alte Dampfradio“ war schon komplizierter als man sich gemeinhin vorstellen konnte, aber das Prinzip kannte jeder. Das Radiogerät hat seinen Dienst mehr als 30 Jahre zur besten Zufriedenheit erledigt. Ein Eifon hält maximal zwei Jahre.

Mit dem „Dampfradio“ aber gab es bereits in der Kommunikationstechnik die tollsten Möglichkeiten, die später dazu beitrugen, einen Kanal mehrfach zu nutzen, beispielsweise die Einseitenbandmodulation.

Wenn wir von moderner Internetkommunikation reden, dann ist diese das Ergebnis einer fieberhaften, internationalen und koordinierten Suche nach der „Mehrfachnutzung“ von Leitungen. Diese ist keineswegs selbstverständlich! Wenn wir vor 30 Jahren von Hamburg nach München telephonierten, dann war eine physikalische Drahtverbindung, sogar vierfach, über die gesamte Strecke durchgeschaltet und diente exklusiv den beiden Gesprächspartnern. Nun stelle man sich den Aufwand vor, man müßte jeden Internetcomputer mit jedem verbinden!

Also ersann man nicht nur unterschiedlichste Modulationsverfahren, welche typischerweise nicht nur die Amplitude, sondern zusätzlich auch die Phasenlage des Trägers beeinflußten und damit deutlich effektiver wurden, sondern man teilte Kanäle in Zeitschlitze auf („TDMA“) oder versuchte einen Kanal durch ‚chaotisches‘ Trial-and-Error‘ mehrfach zu nutzen („CSMA/CD“). Einen gigantischen Durchbruch unterdessen erzielte die Einführung einer „paketorientierten“ Übertragung, deren weitaus bekannteste Variante schon vor einem Vierteljahrhundert „IP“ hieß, und dreimal dürfen Sie raten, liebe Leser, wofür das „I“ steht.  Mit „IP“ war es erstmals möglich, von jedem Endgerät jeden Dienst eines jeden Systems zu nutzen.

Wer heute von einer „innovativen CLOUD-Lösung“ spricht, ist ein dummer Schwätzer, der die Grundlagen des Phänomens „Internet“ nachhaltig nicht verstanden hat. Denn der innovative, proaktive Dummschwätzer verfügt zwar über Spitzentechnik in seiner Hemdtasche, aber sein Verstand ist nicht annähernd mitgewachsen. Denn sonst wüßte er, daß unzählige Unternehmen und Institutionen seit Jahrzehnten „Cloud-Technologie“ wie selbstverständlich nutzen.

Wie weit Unverständnis und fast schon perfide zu nennende Borniertheit gehen, zeigt in kaum zu übertreffender Dreistigkeit „Telekom“ – Chef Höttges, welcher von Google, Amazon und anderen „Volumenanbietern“ eine „Mautgebühr“ verlangt, mit der im Wortsinn perversen Begündung, „Die benutzen unsere Leitungen und wir bekommen dafür keinen Pfennig“. Als ob Google von sich aus etwas schicken würde, was der zahlende, und zwar an die „Telekom“ zahlende, Endkunde nicht abrufen würde! Und ja, der Kunde ruft auch die Werbung ab, die Google nicht „mitschickt“, sondern die der Browser des „Telekom“-Kunden dynamisch nachlädt.

Die komplette Gurkentruppe „Telekom“ ist ein erschreckender Beweis dafür, was passiert, wenn Russels Satz konsequent nicht beachtet wird.

 

Der „Zuwachs an Weisheit“ darf aber keineswegs reduziert werden auf „Zuwachs an technischem Verständnis“.

Speziell in der DDR gab es richtige „Röhrenkünstler“, die theoretisch und praktisch allerbestens ausgebildet waren, sei es „offiziell“ oder in privater Arbeit. Was der typische „Zoni“ aber nie kennengelernt hatte, war Demokratie.

Nach der unglückseligen „Wiedervereinigung“ bekam der Zoni, qua 1:1 – Umtausch, alles gratis: Bananen, Cola, Farbfernseher und Beate Uhse. „Westautos“ vor allen Dingen. Eine eingereiste DDR-Familie, der ich einen prima Farbfernseher geschenkt hatte, beschwerte sich bei Bekannten über mich, „Er hat uns ein Gerät gegeben, mit dem wir nicht einmal RTL gucken können“. Genau diese Familie „engagiert“ sich mittlerweile in der „NPD“, das Oberhaupt befindet sich seit Jahren, wer hätte das gedacht, „in einer beruflichen Umorientierungsphase“.

Kann man es verübeln? Es wurde ein tolles Schlaraffenland versprochen, „blühende Landschaften“, Wohlstand für alle und Friede, Freude, Eierkuchen. Stattdessen sollte man auch hier arbeiten müssen? Nett zu Kunden sein? Und diesen verdammten „Briketts“ und „Fidschis“, die man schon zu DDR-Zeiten schon so gehaßt hatte, gesellten sich jetzt auch noch Asylanten zur Seite? Das konnte nicht sein – und so kam es, daß die ersten Flüchtlingsunterkünfte brannten. Als ich im Fernsehen etwa 1990 die Hoyerswerda-Bilder sah, habe ich geheult.

Mittlerweile haben unsere „Brüder und Schwestern“ größtenteils einen luxuriösen Internetanschluß mit einem Durchsatz zwischen 6.000 und 25.000 MBit/s. Und unsere Bundesregierung möchte noch weit mehr. Da darf ich doch ‚mal fragen, unter Zugrundelegung der Prämisse, „Jeder Zuwachs an Technik bedingt, wenn damit ein Zuwachs des menschlichen Glücks verbunden sein soll, einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit“, worin besteht denn verdammt nochmal der Zuwachs an menschlichem Glück, wenn der demokratiefeindliche Pöbel über „Facebook“ die allerübelste Hetze auskippt ?

Technik, Wissen um Technik und Wissen um die mit der Nutzung von Technik einhergehenden Verantwortung müssen miteinander wachsen. Am Beispiel der unsäglichen „Bundeskanzlerin“ können wir sehen: Die Demokratie ist einfach noch nicht in der ehemaligen DDR und unter deren Bürgern angekommen. Wie sonst könnte sich beispielsweise Merkel entblöden, im Falle „Bin Laden“ der amerikanischen Regierung „für die gelungene Aktion“, i.e. den Mord eines mutmaßlichen Attentäters ohne Gerichtsverhandlung, zu gratulieren? Im Namen der Bundesregierung?

Wenn „Facebook“-Abschaum aus den „neuen Bundesländern“ das Bild eines ertrunkenen Kleinkindes mit „Wir Feiern!“ kommentiert, dann ist das eklig, aber weder verwunderlich noch strafbar – es wird ja keiner gezwungen, sich einzuschreiben in diese Asozialensuhle. Wenn Merkel öffentlich Gewaltverbrechen billigt, dann ist das knallhart strafbar.

Zusammenfassend: Weder kann ein großer Teil der DDR-Bevölkerung mit dem Internet umgehen — noch ist die „Kanzlerin“ in der Lage, ein Mobiltelephon verantwortungsvoll zu nutzen.

Leider viel zu früh verstarb der von mir hochgeschätzte Fuldaer Erzbischof Johannes Dyba. Viele sahen in Walter Mixa einen Nachfolger, was Dyba nicht annähernd gerecht wird:  Es ist nicht so, daß jener Protz und Prunk gehaßt hätte – er hatte ihn einfach nicht nötig, denn er glich durch scharfen Intellekt, charismatische Persönlichkeit, Integrität und brillante, geradezu lustvolle Rhetorik aus.  Aus dem Spiegel, der „Pressestelle des Teufels“, zitiere ich ihn einmal:

„Der Werteverfall hat seinen Preis: Früher dauerte ein Flug nach London mit einer Propellermaschine zwei Stunden. Heute dauert die Reise mit all den Sicherheitsmaßnahmen, trotz Düsenjet, eine halbe Stunde länger. Warum? Weil das moralische Tabu gefallen ist, daß Flugzeuge nicht entführt werden dürfen. Unser ganzes System geht in die Brüche, weil ganz selbstverständliche Tugenden, die aus dem Glauben und aus der christlichen Nächstenliebe erwuchsen, aufgegeben wurden.“

Als Agnostiker möchte ich anmerken, daß diese „selbstverständlichen Tugenden“ vor allem ein Axiom unserer ehemals freiheitlichen Demokratie sind, siehe Artikel 2 Grundgesetz.

Man kann zu Silvio Berlusconi unterschiedlicher Auffassung sein, aber ganz sicher wird ihm keiner unterstellen, jener könnte Dinge nicht konzis und pointiert auf den Punkt bringen: Ob es seinerzeit die paßgenaue Charakterisierung des unsäglich peinlichen Martin Schulz war, ob es um eine kurze, charmante Bezeichnung für die „Bundeskanzlerin“ ging oder um die „Errungenschaften“ der Islamisten:  Berlusconi traf den Punkt. Ich war mit meiner Frau vor einigen Jahren auf der Durchreise in Bologna, als ich den „Cavalliere“ im Hotelfoyer auf einem RAI – Kanal vom Leder ziehen hörte (bitte keine Korrektheit erwarten, schon gar keine politische – mein Italienisch ist arg eingerostet – also: sinngemäß):

„Was hätte denn der Islam jemals geleistet, was die Menschheit vorangebracht hätte? Kennen Sie irgendeine Erfindung, irgendein Produkt, das unser Leben bereichern würde? Ganz im Gegenteil, Islamisten benutzen Technik und Wissenschaft, um andere zu schädigen, um Leben zu vernichten und Staaten zu erpressen. Zudem können Sie die ganze Rückständigkeit der islamischen Staaten daran erkennen, wie erniedrigend Frauen dort behandelt werden“.

Das mag zwar jetzt bei Claudia Roth, Renate Künast und anderen Schönheiten keinen Anklang finden, aber vielleicht gerade deswegen möchte ich diese sinngemäß wiedergegebene Äußerung ergänzen: Die einzige Innovation, die Islamisten dem Internet „geschenkt“ haben, ist das Enthauptungsvideo.

Und jetzt eröffnet der Kongress des „Chaos Computer Clubs“ mit einer „Keynote“, in der „mehr Internet für Flüchtlinge“ gefordert wird.  Und wieder unter Zugrundelegung des Russel’schen Satzes frage ich mich, ob das nicht das genaue Gegenteil des Beabsichtigten bewirkt: Denn bisher haben viele „Flüchtlinge“ Technik nicht gerade so gebraucht, daß damit „ein Zuwachs menschlichen Glücks“ erreicht worden wäre:

  • die eigenen Schicksalsgenossen werden mit Fahrplanauskünften aus den „Windows“-basierten DB-Automaten, welche einer echten Fahrkarte täuschend ähnlich sehen, um ihr Geld betrogen
  • Züge werden mit der Notbremse angehalten, mehrfach pro Fahrt, wodurch Mitreisende und nachfolgende Züge in Gefahr gebracht werden
  • Unter Vorlage falscher oder gefälschter Dokumente werden Verträge mit Internetprovidern geschlossen, erhebliche Schäden enstehen
  • Der Münchner Marienplatz wird blockiert aus Protest gegen eine etwas einsamere Unterkunft, unendliche 900 Meter von der nächsten Siedlung entfernt und kein Internet!!!
  • Beim „Kampf“ um eine freie Steckdose schlägt man sich mit Eisenstangen, die aus demolierten Betten „gewonnen“ wurden, die Köpfe ein

Die Liste ließe sich ziemlich lang und fies fortsetzen, aber ich möchte hier keine „Hetzseite“ gegen Asylanten einrichten.

Aber ich finde es auch hier notwendig, aus Russell zu lernen: Wir müsssen die Menschen, die hierhin kommen, zunächst einmal mit dem Notwendigsten versorgen, Essen, medizinischer Versorgung, gewaltfreier Unterkunft, Teilnahme, Zitat Sina Trinkwalder, „Teilnahme am gesellschaftlichen Leben durch Arbeit“. Das kann nicht in Ballungszentren wie in Berlin oder in Hamburg klappen, sondern beispielsweise auf dem Land – wo auch Landwirtschft betrieben wird.

Einen Internetanschluß oder ein „Smartphone“ braucht man dazu erst einmal nicht.

 

Wir müssen, sowohl geistig als auch vom technischen Verständnis her, genau so schnell wachsen wie unsere Technologien.

Nicht mehr, aber verdammt nochmal auch nicht weniger.

hb

Seit vielen Jahren bin ich mit Schachgroßmeister Gerald Hertneck befreundet. Gerald ist deutlich jünger als ich, Ende der 70iger Jahren habe ich mit dem damals noch sehr jungen Gerald und seinem Freund Robert Zysk viel „geblitzt“. Das war im SK Obermenzing. Ich und meine Schachfreunde waren schon „erwachsen“ und wir hatten viel Spaß mit den jungen und lustigen Burschen.

Gerald hat später als schon sehr erfolgreiches Schachspieler gemeinsam mit weiteren Mitstreitern die Münchner Schachstiftung gegründet.

Aufgrund der aktuell laufenden Schach-WM hat er uns eine E-Mail gesendet:

Liebe Schachfreunde,

GeraldHertneckder Count-Down für das Schach-Ereignis des Jahres läuft! Am Samstag den 8. November startet in Sotschi das WM-Duell zwischen Titelverteidiger Magnus Carlsen und dem indischen Herausforderer Vishy Anand! Die offizielle Turnierseite findet sich hier (http://www.sochi2014.fide.com/).

Vor einem Jahr in Chennai siegte Carlsen deutlich und ohne Niederlage mit 6,5:3,5. Magnus Carlsen ist zwar nach wie vor die Nummer 1 der Welt und geht daher als Favorit in das Duell. Doch bei seinen letzten beiden Turnieren, der Schacholympiade in Tromsö und dem GM-Turnier in St. Louis musste sich Carlsen jeweils mit dem zweiten Platz begnügen. Vishy Anand überraschte im März viele Experten mit seinem souveränen Sieg beim Kandidatenturnier, und noch im September gewann er in Bilbao das Grand Slam-Finale.

Meines Erachtens liegt der psychologische Vorteil auf Seiten des langjährigen Weltmeisters Anand, da er diesmal als Herausforderer ins Rennen geht, der wenig zu verlieren hat, während Carlsen im schlimmsten Fall den WM-Titel abgeben muss, was auch zur Verringerung seines Marktwerts führen würde.

Auch bin ich der Meinung, dass Anand eröffnungstheoretisch besser vorbereitet in den Kampf gehen wird, und aus der Niederlage vom letzten Jahr gelernt hat – insbesondere wird er wohl versuchen, dynamischer zu spielen, und sich nicht so oft in die Lieblingsdomäne von Carlsen drängen lassen. Ich rede hier von leicht besseren Endspielen, die Carlsen mit großer Geduld und enormer Ausdauer zum Sieg führen kann.

Kurzum, aus meiner Sicht sind die Chancen in diesem spannenden Match völlig ausgeglichen, auch wenn der Unterschied der ELO-Zahl eine deutliche Sprache spricht, nämlich 2792 bei Anand zu 2863 ELO bei Carlsen. Dies entspricht einer statistischen Gewinnerwartung von etwa 60 zu 40 Prozent. Aber gerade in einem Match über 12 Partien spielen auch die Psychologie sowie die Wettkampfdynamik eine nicht unerhebliche Rolle!

Nun stellt sich natürlich noch die Frage, wie man den Partien des WM-Kampfes am besten folgen kann. Heuer hat sich die Süddeutsche Zeitung entschieden, erstmals in Kooperation mit der Münchener Schachakademie eine Online Berichterstattung zu bieten. Unter diesem Link (http://www.sueddeutsche.de/thema/Schach-WM) wird Ihnen nach jeder Partie ein bis zu 10-minütiges Video mit Großmeister Stefan Kindermann geboten, in dem er die Höhepunkte der Partie bespricht und anschaulich illustriert. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich die Zeit nehmen, diesen Berichten zu folgen.

Gerald Hertneck

Hier noch ein paar Informationen und die Kontaktdaten der Münchner Schachstiftung:

Mit dem innovativem Trainingskonzept „Schach nach Königsplan“ vermittelt die Münchner Schach Stiftung Kindern und Jugendlichen wertvolle Fähigkeiten für ihre weitere Entwicklung.

Neben der Konzentrationsfähigkeit und der Entwicklung effektiver Denkstrukturen stehen Motivation und Vertrauen in die eigenen geistigen Fähigkeiten im Zentrum des Förderprogramms.

Die positiven Auswirkungen des Schachtrainings auf mathematische Fähigkeiten, Lese-und Rechtschreibkompetenz sowie die emotional-soziale Entwicklung von Schulkindern sind in zahlreichen wissenschaftlichen Studien klar belegt.

Ich selbst habe das auch erlebt. Wie ich mit zirka 12 Jahren begonnen habe, im Verein Schach zu spielen, sind meine „Schulischen Leistungen“ im Gymnasium schlagartig nach oben gegangen. Und ich bin fest überzeugt, dass ich in meiner ganzen beruflichen Zeit der Beschäftigung mit dem Schachsport viel zu verdanken habe.

An der Stiftung bewundere ich besonders, dass sie in der Tat vielen Kindern, die in einer unterprivilegierten Lebenssituation schon als für die Gesellschaft verloren schienen wieder ins soziale Leben zurückgebracht und erfolgreich gemacht hat.

Kontaktdaten:
Münchener Schachstiftung
Zweibrückenstraße 8
80331 München
fon (0 89) 95 89 43 30
fax (0 89) 95 89 43 32
info@mucschach.de
www.mucschach.de

Liebe Familie, liebe Freunde,

ich werde ein Berufsausbildungszentrum nach dem dualen System für benachteiligte Jungendliche eröffnen. Wir beginnen  mit den Fachrichtungen Koch/Köchin und Restaurantfachkraft.

34 Jahre habe ich in Deutschland gekocht, von München bis Berlin, von der Bahnhofsgaststätte bis zum 5-Sterne Hotel, für einfache Gäste  und für VIPs. Ich hatte immer genug zu tun, nie war ich arbeitslos, nicht nur weil ich fleißig bin, sondern weil es im Gastronomiebereich immer genügend Arbeit gibt.

Ausbildung ist die zentrale Chance

Es war auch für mich sehr  schwierig, bis zum Meister zu kommen, aus vielen Gründen, finanzielle Probleme, Zeitbedarf für Familie und Kinder, die andere Sprache und die Zulassungsbedingungen als Ausländer.

Warum  war ich nie arbeitslos ? Weil Gastronomie nie ausgestorben ist. Warum bin ich  Meister geworden? Weil  die Weiterbildungsmöglichkeiten in Deutschland Jugendlichen eine Chance geben.

Duales Ausbildungssystem nach deutschem Vorbild

Deswegen werde ich alles, was ich in Deutschland gut finde, auch hier in Vietnam  für die Jugendlichen anzubieten versuchen.

Da das duale Ausbildungssystem in Vietnam neu und fremd ist, ist es für mich nicht leicht Ausbildungsplätze zu schaffen. Ich arbeite zur Zeit viel, um dieses  Ziel zu verwirklichen

Finanzwesen: Ich bekomme Unterstützung aus Deutschland für den Bau und Einrichtung der Schule. Aber die Schule zu betreiben ist schwierig, weil die meisten der Lehrlinge aus bitterarmen Familie stammen. Die Lehrlinge bekommen auch  von den Ausbildungsbetrieben Lohn, der ist aber minimal und viele Eltern können nicht einmal 1 Euro/taglich für ihre Kinder ausgeben.

Kinder aus armen Familien – ein Teufelskreis

Die Lehrlinge kommen von weit her in die Stadt, meistens kommen sie vom Land, dort herrscht noch die Familientradition: 3 Generationen unter einem Dach, viele Kinder und wenig Reis. Viele Kinder werden die Schule abbrechen und in die Stadt gehen, wie nach Saigon um Jobs zu finden. Sie werden ihr ganzes Leben lang als Hilfskraft arbeiten, im Slumgebiet leben und wieder viele Kinder bekommen, die wahrscheinlich wieder, wie ihre Eltern, lebenslang als Hilfskräfte arbeiten werden

Die Jugendlichen habe die Chance aus  diesem Teufelskreis auszubrechen – mit einer  abgeschlossenen Ausbildung.

Diese Chance wollen wir den Jungendlichen geben.

Nehmt mich als Beispiel. Ich stamme aus einer katholischen Familie mit 9 Geschwistern, bitter arm, als Kind lebte ich im Don Bosco Weisenheim, dort hatte Ich die Chance Abitur zu machen und in Deutschland  die Chance Meister zu werden.

Ich habe es geschafft  weil  viele Wohltäter mir die Chance gaben, deswegen  glaube ich ganz fest, dass die Jugendlichen in Vietnam  es auch schaffen.

Bitte unterstützt auch Ihr mein Projekt

Geben wir ihnen  die Chance, es zu zeigen und führen wir sie auf einen Weg, mit Liebe und Geduld werden sie schaffen!

Gebt mir die Chance und Ich gebe diese Chance  an die Bedürftigen weiter. Dafür bin ich nach Vietnam zurückgegangen, um Vietnam mit aufzubauen und christliche Überzeugung  durch mein Tun zu verkünden.

Weitere Informationen über das neue Projekt findet Ihr auf dieser Website: anremaisen.com

Best regards / Mit freundlichen Grüssen / xin kính chào

Francis Văn Hội

Hier die konkreten Spendeninformationen für alle, die dabei mithelfen wollen:

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Der Verwendungszweck ist wichtig, damit die Spende weitergereicht wird. Wenn er zusätzlich die vollständige Anschrift des Spenders enthält, wird automatisch eine Spendenquittung zugesandt.

Markus Seidt
Dienstag, der 18. Dezember 2012

Notizen aus Vietnam #16 – Weihnachtsbrief

Liebe Freunde,

das ist der Fall von Frau Thào Thi Dung (23) im  Dorf 11, Quang Hoa, Dak G’long, Provinz Dak Nong. Sie wurde 2009 von ihren Eltern in einem Käfig neben dem Haus gesperrt. Alle Aktivitäten des täglichen Lebens, wie Essen, Schlafen, persönliche Hygiene, muss sie in diesem Käfig verrichten. Ihre Eltern, Herr Thào Seo Cáo und  Frau Mai Thj Chu sagten uns, dass sich vor 3 Jahren unterschiedliche Erscheinungsformen ihrer Krankheit zeigten. Sie provozierte, begann wild zu schimpfen und schlug schließlich jeden in der Familie und alle, die sich ihr näherten. Die Eltern hielten ihre Tochter für verrückt und sperrten sie in einem Käfig, um den Kontakt mit Menschen zu vermeiden.

Herr Le Viet Sinh, der Vorsitzende des Gemeinde Volkskomitees von Quang Hoa sagt dazu: “3 Jahre sind eine lange Zeit, eigentlich sollte sie schon Hilfe bekommen. Ich werde einen Brief an meinen Vorgesetzten schreiben und schaue ob ich etwas für die Frau tun kann und darf.“ Ja, der Vorsitzende des Gemeinde Volkskomitees hat Recht, 3 Jahre sind eine lange Zeit, für Familie Thào Seo Cáo unerträglich lange. Eigentlich sollte die katholische Kirche in diesen 3 Jahren für die Frau  etwas getan haben, es scheint dass die karitativen Organisationen der Kirche in Vietnam nicht richtig funktionieren.

Schöner Schein

Es ist kurz vor Weihnachten, die Vorbereitungen der Weihnachtfeiern in Vietnam laufen auf Hochtouren. Egal ob Christen oder Kommunisten, die Straßen leuchten, die Shops sind voll mit Plastik-Weihnachtbäumen, alle Einkaufszentren erstrahlen in bunten Lichtern, wie Rio de Janeiro im Karneval. Auch die katholischen Kirchengebäude sind mit übertriebenen Beleuchtungen und riesigen Krippen dekoriert. Milliarden von VND werden dafür ausgegeben. Die Stimmung ist prächtig, keine Spur von besinnlichem Weihnachten, es sind rein weltliche Feierlichkeiten. Und die Nichtchristen scheinen vor allem eines zu verstehen: dass die katholische Kirche reich ist.

Schattendasein im Abseits

Als ich das alles sah, dachte ich viel an meine behinderten Kindern in Thai Binh und im Mekong Delta. Menschen mit Behinderungen, die abseits des Lebens in Vietnam stehen. Sie brauchen nicht nur Hilfe und Spenden, sondern ein Lächeln am Arbeitsplatz, die Barmherzigkeit der Nachbarn, einen Besuch vom Pfarrer im Dorf. Viele Menschen hier glauben, Menschen mit Behinderungen sollen zu Hause bleiben, sie hätten in der Gesellschaft nichts verloren, sie verursachen Kosten und stören. Nur selten bekommen sie Liebe und Verständnis von ihren Eltern, Familienmitgliedern und Nachbarn – meist dann, wenn sie noch ein wenig nützlich sein sollen. Dann sind sie die kostenlosen Hausdiener für die Familie. Sie sind unerwünscht, viele von ihnen existieren offiziell nicht, sie wurden nicht registriert, sie wurden als Kinder des Teufels betrachtet, als Tiere mit menschlichem Wesen. Sie sind aber sehr begehrte Ausstellungsstücke um Spenden zu holen.

Die Kirche könnte helfen, will sie auch?

Die Kirche in Vietnam behauptet immer, dass die Regierung für behinderte Menschen zu wenig tut. Das stimmt auch so, aber was hat die Kirche für diese Menschen getan? Auch viel zu wenig, obwohl die Kirche mehr tun kann und muss. Die Kirche in Vietnam gibt Unsummen für Kirchengebäude aus. Der Dorfpfarrer lebt gut und bequem im Pfarrhaus und tut wenig. Ich bin nicht dagegen, wenn die Priester gut leben, wenn die Kirchengebäude wunderschön sind, aber das ist nicht der Kern der Kirche.

Vietnam hat mehr als 5,5 Million Menschen mit Behinderungen und 10 Million Katholiken, die 5,5 Million Menschen mit Behinderungen wären eine guten Zielgruppe für die Kirche um das Evangelium durch gute Taten zu verkünden. Für  ein armes Land sind 5,5 Million Menschen mit Behinderungen eine große Soziale Belastung. Die Regierung will vielleicht etwas für sie tun aber kann nicht. Die Kirche kann etwas dafür tun, will aber nicht. Ich sage nicht, dass die Kirchen sich nicht in diese Richtung bewegen aber sie bewegen sich zu wenig, zu langsam, ohne richtige Organisation, ohne richtige Ziele. Die Kirche muss mehr für Menschen mit Behinderung tun und sie kann auch das tun, wenn sie nur will.

Einig im Nichtstun

Die Kirchen sollen nicht reich an Gebäuden sein sondern reich an Liebe, besonders für Menschen mit Behinderungen. Das Evangelium soll nicht nur durch Predigten sondern durch Taten verkündet werden. Die kommunistischen Beamten in Vietnam sind zufrieden mit dem jetzigen Leben der Priester, sie werden alles dafür tun, das Leben der Priester, Nonnen und Diakonen noch bequemer zu machen, damit sie ihre Berufung vernachlässigen. Sie sollen so bequem wie möglich leben, sie sollen keine Ideen entwickeln, wie die Situation für Menschen mit Behinderung verbessert werden kann. Das ist nicht gut für die Gesellschaft, aber die Beamten können so ruhig schlafen. Solange die Kirche schwach ist, ist die Regierung stark.

Es ist Zeit, dass die Kirche in Vietnam die christliche Mission ernst nimmt und den Dialog mit der Regierung beginnt, um eine wirkliche Zusammenarbeit zu realisieren. Mit Liebe, Glauben und ein wenig Mut, den Kurs zu ändern.

Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien, allen Ihren Freunden und Bekannten eine frohe Weihnachten und für das Jahr 2013 Frieden und Gesundheit.

Ihr Francis Van Hoi

MS (Bearbeitung)

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Detlev Six
Montag, der 17. Dezember 2012

Weihnachtswunsch der Drogenbarone an die Politiker.

Bitte, liebe Politiker, haltet am Drogenverbot fest.
Wir leben davon.
Womit sonst sollten wir eine halbe Billion Dollar verdienen?
Das Drogenverbot ist unser Geschäftsmodell.
Gut, es gibt ein paar Nebenwirkungen.
Die Todesquote im mexikanischen Drogenkrieg ist 24-mal höher als im Afghanistan-Krieg.
Nicht schön.
Oder die in Guatemala sogar 240-mal höher.
Auch nicht schön.
Es gibt in mehr Ländern Tote im Drogenkrieg als im 2.Weltkrieg.
So nicht von uns geplant.
Aber dafür schaffen wir Arbeitsplätze.
In den Banken, die unsere Milliarden waschen.
Allein 10.000 Jobs bei der DEA.
Der amerikanischen Drogenbehörde.
Täglich hunderte neue Jobs bei der CCA.
Dem Gefängnis-Konzern.
Ja, wir machen sogar eure Städte sicherer.
Nur wegen uns sind doch 108.000 von 660.000 Einwohnern
von Baltimore gleichzeitig im Gefängnis gesessen.
Nie waren ihre Straßen für Baltimorer liebenswerter.
Bitte liebe Politiker,
wenn ihr über unseren bescheidenen Wunsch nachdenkt,
bedenkt auch unsere kleinen Zuwendungen, die bei euch landen.

Mein Weihnachtswunsch:

Bitte, liebe IF-Blog-Leser, hört nicht auf die Drogenbarone.
Tut etwas gegen das Drogenverbot.
Der Drogenkrieg ist nicht zu gewinnen.
Drogen kann man nicht erschießen.
Und Drogenkrieger und Drogenbarone wachsen
nach wie der Mohn auf den Opiumfeldern.
Beendet den Drogenkrieg!
Beendet das Geschäft mit den Drogen!
Unterschreibt die Petition zur Aufhebung des Drogenverbots!

Hier die Website von „Breaking the Taboo

SIX

Thai Binh, 31. Mai 2012 – Das Training Center (Don Bosco Shelter) für behinderte Kinder in Thai Binh ist fertig. 30 Kinder leben schon im Haus. Sie lernen, arbeiten und verbringen ihre freie Zeit miteinander. Die Nachbarn haben die Kinder freundlich akzeptiert und schenken ihnen regelmäßig Lebensmittel.

Das Training Center wurde zum großen Teil von Hilfswerk Deutscher Zahnärzte finanziert. Dr. Klaus Winter und seine Frau Helga Winter waren in Thai Binh um das Haus abzunehmen und den Schlüssel symbolisch an Bishop Peter zu übergeben. Ab August wird das Training Center von den Salesianern Don Bosco Vietnam betreut.

Neues Projekt:
Hostel für behinderte Kinder und Straßenkinder in Südvietnam

Meine Arbeit für das Training Center ist damit beendet und ich beginne mit einem neuem Projekt: ein Hostel für behinderte Kinder und Strassenkinder in Südvietnam. In bin jetzt 3 Jahre in Vietnam. Mehrmals wollte ich Vietnam verlassen und wieder nach München. Ich brauchte 3 Jahre, um mich in das Leben in Vietnam einzuleben, nach vielen Terminen bei der Behörde und zahlreichen Interviews bekomme ich jetzt eine Aufenthaltsgenehmigung für 3 Jahre.

Zwischenbilanz nach nunmehr 3 Jahren in Vietnam

In den vergangenen 3 Jahren habe ich mich um behinderte Kinder in Nordvietnam gekümmert, ich war Berater für Caritas Saigon und wirkte in verschiedene kirchlichen Organisationen, buddhistischen Einrichtungen und auch staatlichen Einrichtungen mit, um Erfahrungen zu sammeln. Ich bin jetzt irgendwie für Vietnam reifer geworden und kann selbständig arbeiten.

Ich bin gewohnt wie ein Deutscher zu arbeiten, zu denken und zu reden. Diese 3 Dinge bringen mich in viele peinliche Situationen: ich darf in Vietnam nicht direkt Nein sagen, nicht schnell entscheiden, nicht selbständig denken und Entscheidungen treffen, bei der Kirche genauso wie in der Regierung. Ich kann mich anpassen, aber wie ein Deutscher zu arbeiten, das werde ich weiter machen. Weil es gut ist, auch wenn viele sagen dass ich hochnäsig oder arrogant bin – egal.

60. Geburtstag

Morgen feiere ich mit meinen behinderte Kindern im Training Center meinen 60. Geburtstag, Es gibt gegrillten Schweinebauch mit Reisnudeln und vielen Kräutern. Die Kinder freuen sich auf eine gute Mahlzeit, weil wir sonst für Euro 0,30 täglich zurecht kommen müssen.

5.500 € für einen Spielplatz, ein Haus und einen Kühlraum

Don Bosco Bonn hat mir im Februar Euro 5.500,00 überwiesen, das war das Weihnachtsgeld 2012. Ich habe mit dem Geld einen Spielplatz für Straßenkinder und behinderte Kinder im Rach Gia /Mekong Delta finanziert, ein Haus für eine arme Familie mit einem behinderten Vater und einen Kühlraum mit 20 Kubikmetern für Mädchen einer ethnischen Minderheit in Da lat gebaut, damit sie ihre Gemüse und Kräuter aufbewahren können bis die Großhändler kommen. Dadurch verbessert sich die Lagerhaltung, das Gemüse geht nicht mehr kaputt, die Mädchen können den ganzen Tag arbeiten und müssen nicht mehr zu früh aufstehen.

Ich danke ihnen sehr herzlich und sende Ihnen die dankbaren Grüße der Kinder,

Van Hoi Francis
HUMANITARIAN MISSION
FOR AGENT- ORANGE – CHILDREN
0084-903-961288

(MS -Bearbeitung)

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Roland Dürre
Sonntag, der 25. Dezember 2011

Video von Nathan Kurz

Am 24. Dezember habe ich von den Aktivitäten von Nathan Kurz in Afrika berichtet.

In diesem Video gibt Nathan seine Eindrücke und Erlebnisse wieder:

Vielen Dank, Nathan!

RMD

Liebe Freunde,

mein Jahresbericht ist etwas verspätet, es gab für mich zu viel zu tun, es war für mich ein hartes Jahr.

1/ Die Bauarbeiten des Don Bosco Shelter haben 4 Monate länger gedauert wegen Überschwemmungen und mehreren kleinen Taifunen.  Endlich ist die Schule fertig gebaut, die Kinder sind  gekommen. Wir haben Plätze für 50 Kinder aber ich fürchte dass Bishop Peter bis 100 Kinder aufnehmen wird. Es gibt viele Freunde – und Neider: Die Schule ist zu schön, wie ein Hotel, langsam ist die Schule auch ein Treffpunkt für andere Jugendliche. mehr »

Roland Dürre
Donnerstag, der 24. November 2011

Ein Goldener C64 für einen guten Zweck

Das war ein schönes Fest im Café des Müller’schen Volksbades in der Rosenheimerstr. 1 in München.

Unsere Freunde und Partner Dr. Annegret Haffa und Dr. Horst Höfflin feierten dort den 25. Geburtstag ihrer Agentur Dr. Haffa & Partner GmbH!

Das Volksbad war ein würdiger Rahmen für diese schöne Feier. Wir haben uns kräftig zu geprostet und gegenseitig weitere 25 erfolgreiche Jahre gewünscht!

Horst ist leidenschaftlicher Unternehmer. Neben seiner fachlichen Kompetenz im Bereich Kommunikation kennt er sich aufgrund seiner Herkunft auch mit erlesenen Weinen besonders gut aus.

Zusätzlich sammelt er schöne, alte Dinge. Besonders seine Motorrad-Oldtimer sind ein Augenschmaus.

Aus Anlass des Jubiläums trennt er sich von einem lieb gewonnenen und wertvollen Stück seiner Sammlung. Das verfügt allerdings über keinen Verbrennungsmotor, war aber auch ein langjähriger Wegbegleiter.

Es ist ein Commodore 64. Computer von diesem Typ waren vor 25 Jahren ein wichtiges Produktionsmittel in seiner Agentur.

Jetzt geht es um ein ganz besonderes Exemplar aus der ‚Golden Edition‘, die 1986 anlässlich der Herstellung des einmillionsten C64 aufgelegt wurde. Die ‚Golden Edition‘ war auf 200 Stück begrenzt.

Das Exemplar von Horst hat die Serien-Nummer 1000126.

Die Auktion beginnt am Freitag, den 25. November 2011 (Morgen!) um 17:02:52 und endet 10 Tage später am 5. Dezember um 17:02:52. Pünktlich zum Start der Aktion reiche ich den Link auf die Aktionsseite nach.

Und nun das Beste:

Der Erlös geht zu 100% an Reporter ohne Grenzen!

Also Mitsteigern!

Die Versteigerung brachte
€ 3.676,77!!!
Ein Tusch auf den Spender!

RMD

P.S.
In diesem festlichen Rahmen fand das schöne Fest statt! Noch ist der Raum leer, aber im Laufe des Abends wurde er richtig voll.

Die drei Bilder sind von Ingo Weber.

Roland Dürre
Freitag, der 14. Oktober 2011

Kinder

Die größten Emotionen und tiefsten Erinnerungen haben mir meine Kinder geschenkt.

Oft muss ich an die vielen schönen Erlebnisse mit jedem einzelnem denken. Elternschaft habe ich aber auch als eine „Schule der Erfahrung“ erlebt. Und konnte das von und mit den Kindern Gelernte in meinem Leben erfolgreich anwenden. Dafür bedanke ich mich bei ihnen und meiner Frau.

Berufliche Erfolge waren auch nicht schlecht und ganz nett. Habe mich da auch oft sehr gefreut. Aber ihr größter Wert, dass ich so die materiellen Voraussetzungen hatte, mir mehr als die ein bis zwei Standard-Kinder leisten zu können.

Aber vor allem braucht macht man eine Frau, die da mitmacht. Um im Berater-Slogan zu bleiben: Eine gute Partnerschaft kann durch Kinder zu einer großen Partnerschaft zu werden.
🙂 From good to great!

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