Roland Dürre
Donnerstag, der 11. März 2010

Neuperlach

Am Dienstag, den 9. März fand im Siemensgelände in Neuperlach die Wahl des Siemensbetriebsrates statt. In den noch von Siemens genutzten Gebäuden im Gelände konnte man aus den Lautsprechern auf Deutsch und Englisch die eindringliche Aufforderung hören, unbedingt an der Wahl teilzunehmen. So laut, dass man sich im Meeting nicht mehr unterhalten konnte.

Obwohl ich in meinem Leben viel Zeit hinter diesen Mauern verbracht habe, war es das erste Mal, dass ich die Anlage bewusst gehört habe. Lautsprecherdurchsagen in Gebäuden berühren mich immer ein wenig, ist irgendwie eine Mischung von Schule, Bundeswehr und Orwell.

Hintern den Zäunen in Neuperlach kursieren immer zahlreiche Gerüchte. Da ich dort immer noch viele Menschen kenne, werde ich bei meinen Besuchen immer frisch mit Informationen aufmunitioniert.

Am Dienstag hat mich ein Gerücht einer besonderen Qualität erreicht. Just an diesem Tag soll beurkundet worden sein, dass die Siemens AG das Gelände Neuperlach an einen “real estate investor” verkauft.

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Roland Dürre
Mittwoch, der 23. Dezember 2009

Hommage an Gudrun!

gudrun_falknerAlle Jahre wieder zu Weihnachten werden Erinnerungen wach. Und oft hat man das Glück, alte Freunde wieder zu sehen.

Da gibt es dann ganz besonders nette Treffen. Längst vergangene Zeiten werden wach, Erinnerungen ausgetauscht und fast vergessene Weggefährten wieder lebendig.

Ein besonderes Treffen habe ich immer mit Frau Dr. Gudrun Falkner. Gudrun und ich haben uns in einer der ersten Informatikübungen vor 38 Jahren an der TUM kennen gelernt. Bis heute gelang uns nicht, die uns damals erklärte zweiwertige Logik zu verstehen.

Es waren gute Jahre. Eines Tages ging die Gudrun über den großen Teich nach Amerika. Zurück in Deutschland machte sie an der TUM ihren Doktor, wurde so zu Dr. Gudrun B. Falkner und arbeitete anschließend viele Jahre bei der InterFace. Ihr Schwerpunktthema war Neuland: Die Entwicklung von technischen Dokumentationen für IT-Systeme.

Dann ereilte sie der Ruf der Wissenschaft. Heute lehrt sie an der Hochschule in Stralsund, wo sie auch als Gleichstellungsbeauftragte wirkt. Das Bild ist von ihrer dortigen Website.

Und einmal im Jahr treffen wir uns in der Weihnachtzeit zum Abendessen beim Thailänder in Neubiberg. Und quasseln über Gott und die Welt, über die Vergangenheit und die Zukunft.

Es war ein schöner Abend!

RMD

cc++In 1988 war ich auf meiner ersten Uniforum, der zentralen und internationalen Unix-Tagung in den USA. Hier zur Info ein zeitgenössischer Bericht aus der Computerwoche über die Uniforum 1988.

Die Veranstaltung fand in Dallas statt. Es war auch mein erster Besuch in den USA. Gemeinsam mit Jacob Rosendorfer, Rainer Schaaf und Wolf Geldmacher (alle von InterFace) waren wir dort. Wir waren schwer beeindruckt: die riesige Halle mit drei Großleinwänden parallel, Unmengen von Besuchern, selbst organisierte “Birds of the feather”-Veranstaltungen und Parties im 2-Stunden-Rhythmus.

Ein wichtiges Thema auf dieser Messe war C++. Einer der Helden der Messe war Bjarne Stroustrup (hier seine Homepage). Die zweite Auflage “The C++ Programming Language” (Addison-Wesley, first edition 1985) war gerade erschienen und wurde von der Palette weg verkauft. Wir haben ein paar der ganz frischen Bände mit nach Deutschland gebracht.

Und wir haben die Firma “Glockenschlag” entdeckt.

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Ende 1979 habe ich innerhalb Siemens gewechselt. Von UB D DF 131 ging ich nach UB D VS. Die erste Abkürzung stand für das Labor für Datenfernverarbeitung, das Kürzel VS in der zweiten Abkürzung für Vertrieb Sonderprojekte.

Dort spielte die “IT-Musik”: Projekte wie START (die erste Vernetzung von DB, Reisebüros und Lufthansa), ITS (das integrierte Transportsystem der Deutschen Bundesbahn), SNATCH (SNA-Transdata Coupling of Hosts) oder auch Dispol (ein völlig neues Computernetz für die Bayerische Polizei) waren revolutionär mit bis dahin unvorstellbarer neuer Funktionalität.

Der Wechsel war für mich sehr vorteilhaft, da ich tariflich von bei 6.2 stehend nach 7.2 befördert wurde. Das war damals eigentlich bei Siemens unmöglich, aber bei den Sonderprojekten ging manches, was im normalen Siemens-Leben unmöglich war.

Mein Einsatz war in SNATCH geplant. Transdata kannte ich, aber von der Konkurrenz von IBM (SNA) hatte ich nur rudimentäre Kenntnisse hatte. Auch das wollte ich durch meinen Wechsel ändern.

Aufgrund großer Schwierigkeiten im Projekt Dispol wurde dort dringend ein TRANSDATA-Spezialist gebraucht. So wechselte ich unter Murren ins Projet Dispol, habe das später aber nie bereut.

Was macht man, wenn man neu in eine Abteilung von IT-Spitzenkräften kommt? Man zeigt sein Können, um gleich mal fachlich respektiert zu werden.

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Roland Dürre
Samstag, der 30. Mai 2009

Twitter und die Lochkarte

Ein paar Jahre lang habe ich viel mit Lochkarten gearbeitet. Lochkarten waren damals etwas total Innovatives. Keine blöden Lochstreifen mehr. Und die Flexibiliät. Bei Lochkarten konnte man etwas einfügen (Bei Lochstreifen völlig unmöglich).

lochkarteDie abgebildete Lochkarte (übrigens aus Wikipedia) enthält 40 Zeichen. Unsere Lochkarten waren moderner und hatten 80 Zeichen (Spalten in unseren “Sheets”, auch Programmierformulare genannt, die wir mit Bleistift ausfüllten und dann als gestanzten Lochkartenstapel zurück bekamen. Das war noch eine Art zu Programmieren!).

Die Spalte 72 mußte man markieren, wenn auf der nächsten Karte die Fortsetzung war. Ab Spalte 73 waren die Zeichenfelder der Nummerierung vorbehalten. Die Spalte 71 war für etwas besonderes reserviert (kann für ein Kommentarzeichen oder so etwas ähnliches gewesen sein – ich weiß es nicht mehr).

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Robert Kulzer
Freitag, der 15. Mai 2009

VCFE Impressionen (Vintage Computer Festival Europe)

Vorm 1. – 3. Mai hat in München das VCFE (Vintage Comuter Festival Europe) stattgefunden. Habe auch in einem Post darauf hingewiesen.

Unten ein paar Schnappschüsse, die Roland Dürre gemacht hat. Solche wunderschöne Gerätschaften wurden dort gezeigt, die meisten absolut lauffähig.

Der Herr auf dem letzten Foto ist Wolfgang Stief, bestens bekannt von der GUUG.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 29. April 2009

Vintage Computer Festival Europe in München (1. – 3. Mai 2009)

cv_6457Es ist wieder soweit! Ab Morgen gleich für drei Tage findet vom 1. bis zum 3. Mai in München wieder das jährliche Computer Vintage Festival Europe statt.

Veranstaltungsort ist wie immer die Mehrzweckhalle des ESV München Ost, Baumkirchner Straße 57 in 81673 München. Öffnungszeiten sind Freitag und Samstag von 9:45 bis 18:30, am Sonntag von 10:15 bis 16:30 Uhr.

Alle Informationen finden Sie hier!

Ich freue mich schon darauf und werde auf jeden Fall vorbeischauen. Bin gespannt, was ich da für Systeme aus meiner IT-Urzeit wieder entdecken werde.

Das Bild ist eine Kostprobe von Rolo Zollners Computer Vintage Photo Galerie, die wir in Bälde in IF-Blog eröffnen werden!

RMD

siemens_munchen_perlachSiemens ist eine große Firma mit einer beeindruckenden Geschichte. Da gibt es auch eine tolle Seite in Wikipedia. Das Bild hier links ist auch aus Wikipedia, dort unter einer GNU-Lizenz verfügbar.

In einer großen Firma gibt es immer Gerüchte, die sich stabil über viele Jahre halten. Da geht es dann um strategische Partnerschaften oder neue technologische Basen. Ein gutes Beispiel war Unix. Schon kurz nach der Geburt von Unix Ende der 60iger Jahre munkelte man im Unternehmensbereich D, dass es strategische Absicht wäre, mit Unix alle Betriebssysteme, ob BS 1000 oder BS 2000, Kommunikations- oder Prozessrechner, abzulösen. Das Gerücht wurde immer stärker und Anfang der 80iger Jahre ging es dann mit Sinix los.

BS2000 gibt es zwar immer noch (sogar als profitables) Geschäft, aber Unix läuft heute in vielen Rechnern, Systemen und Geräten, und wenn Windows nicht gekommen wäre …

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lexikon-der-dvUnsere Abteilung bei Siemens (UB D DF ST131, so um 1978) zog mal wieder um. Wir mussten unsere Idylle in der Ortenburgstr. aufgeben und wurden auf die andere Seite vom Stammgelände Hofmannstrasse jenseits der S-Bahn verlegt (in Richtung Wolfratshausener Str.). Die Enttäuschung war groß. Die Kopp-Straße kannte ich schon, weil ich da zwei Jahre als Werkstudent verbracht hatte. Kopp-Straße, das hieß Stacheldraht und Baracken.

Es war noch die Zeit der “drei Schichten”, 7:10 – 15:45, 7:30 – 16:05, 7:50 – 16:30, eine Maßnahme um den Verkehr zu entflechten. Die Mittagspause war genau auf 35 Minuten bemessen.

Stechuhren gab es keine. Wenn man kam, trug man sich im Sekretariat des Chefs in eine Anwesenheitsliste ein. Für jeden Monat gab es ein Blatt DIN A4, da standen die Mitarbeiter links von oben nach unten alphabetisch gelistet, rechts kamen die Spalten für die Werktage. Wir mussten unser Kürzel in die Kreuzung von Tageszeile und Namensspalte eintragen, jeden Tag kam eines dazu und so wurde die Zeile im Laufe des Monats voll. Wenn man krank war, trug die Sekretärin ein “K” ein, bei Urlaub ein “U”.

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In dieser Reihe Beitrag berichte ich von Rednern, die mich in ihren Vorträgen sehr beeindruckt haben. Diesmal erzähle ich von meiner Begegnung mit Augustinus Heinrich Graf Henckel von Donnersmarck.

Augustinus Henckel von Donnersmarck ist mir unvergessen. Das erste Mal habe ich ihn auf einer Kundenveranstaltung von ICL (International Computer Limited) getroffen. ICL ist – im Gegensatz zu Augustinus Heinrich Graf Henckel von Donnersmarck – zumindest im deutschen Wikipedia sehr kümmerlich beschrieben. Die Veranstaltung fand in Wiesbaden im hessischen Hof als Danke Schön für Kunden und Partner statt.  Ich war eingeladen, weil wir (InterFace und ICL) eine sehr erfreuliche und erfolgreiche Kooperation hatten. ICL war damals in England recht erfolgreich, in Deutschland eher ein feiner Nischendarsteller. Das ganze muss schon über 10 Jahre her sein.
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