Roland Dürre
Freitag, der 17. Mai 2013

Referentin bei Craftsmanship: Kristin Block im IF-Forum

Elmar Jürgens und Bernhard Findeiss als Referenten bei unserem Workshop CRAFTSMANSHIP am 13. Juni 2013 ab 13:00 bei uns in Unterhaching habe ich schon vorgestellt.

Heute stelle ich Kristin Block vor. Sie wird in ihrem Vortrag gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Judit Lell

Die Eckpfeiler einer Wissens(teilungs)kultur

benennen, die notwendig sind, um von CRAFTSMANSHIP nicht nur zu reden sondern es auch erfolgreich zu leben.

Hier ein kurzer Ausblick auf diesen Vortrag:

Für Unternehmen ist es heutzutage überlebenswichtig, die interne Versorgung mit Wissen sicher zu stellen. Denn es handelt sich um   d e n   Treibstoff, der die tägliche Arbeit im Unternehmen am Laufen und dieses im Wettbewerb hält.

Doch der Unternehmensalltag ist oft weit entfernt vom Ideal eines offenen, von allen Mitarbeitern (gern) praktizierten Wissensaustauschs. Phänomene wie „Wissen-ist-Macht“-Denke, Blockaden im freien Wissensfluss und isolierte Wissensinseln verbrauchen nicht nur viel Energie, sondern reduzieren auch die Handlungs- und Innovationskraft von Organisationen erheblich. Ganz zu schweigen von sozialen Auswirkungen wie Demoralisierung der Menschen und das Entstehen von Frust mit der Folge der inneren Kündigung von Wissensarbeitern, die ihren dringend benötigten Werkstoff nicht in ausreichendem Maße oder/und der benötigten Form zur Verfügung gestellt bekommen.

Viele Führungskräfte haben diese Gefahr und die Notwendigkeit zu Handeln mittlerweile erkannt – wissen jedoch nicht, wie und wo angreifen, um hier nachhaltige Veränderungen herbeizuführen. Der Vortrag „Die Eckpfeiler einer Wissen(teilungs)kultur“ liefert auf unterhaltsame und anschauliche Art und Weise Antworten und neue Denkanstöße und natürlich auch ausreichend Raum für die Diskussion der Thesen. Es werden fünf Aktionsfelder vorgestellt, die dynamisch miteinander verbunden, ein Mobile aus möglichen Ansatzpunkten aufspannen. 
Dieses Wissen, gepaart mit einer großen Portion an Veränderungswillen, konsequentem Handeln und Geduld, ist für Führungskräfte das Handwerkzeug für den Aufbau einer gelebten Wissenskultur in ihrer Organisationseinheit.

Über die Referentin Kristin Block

Kristin Block ist Gesellschafterin des Beratungsunternehmens wissenswerk, das Unternehmen bei Herausforderungen rund um die Themen Wissens(ver)teilung, Wissenssicherung und Wissensvermehrung unterstützt. Gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin hat die Kommunikationsexpertin den Begriff «Neuro-Wissensmanagement» geprägt: die äußerst erfolgversprechende Verknüpfung von neusten Erkenntnissen aus der Gehirnforschung mit menschen-zentrierten Wissensmanagement-Methoden. Als Trainerin und Rednerin gibt sie ihr umfangreiches Fach- und Erfahrungswissen nun mit großem Erfolg auch außerhalb von Beratungsprojekten weiter

RMD

P.S.
Ich empfehle die Lektüre des Blogs von wissenswerk, in dem Sie viele interessante Gedanken und Anregungen von Judith Lell und Kristin Block zu unserem Thema finden!

Roland Dürre
Mittwoch, der 8. Mai 2013

Workshop bei der InterFace AG: CRAFTSMANSHIP!

Ankündigung & Agenda

Begleitet durch Wolf Nkole Helzle (Social Media Art Künstler) geht es im vierten fachlichen IF-Forum um
ERFAHRUNG, KÖNNEN, KULTUR, QUALITÄT und WISSEN.

Links im Bild sehen wir Wolf Nkole Helzle, einen bekannten Social Media-Künstler aus Badenwürttemberg. Wolf wird unser diesjähriges fachliches IF-Forum begleiten!

Zur Erinnerung:
2010 haben wir mit dem fachlichen IF-Forum begonnen und untersucht, wie “agile Entwicklung” uns nutzen kann. In den beiden folgenden Jahren haben wir über “neue Führung” (2011) und “Projekt Coaching” (2012) diskutiert.

Die bisherigen drei IF-Foren waren für unsere Gäste und uns ganz besondere Ereignisse. So soll es auch diesmal wieder sein. Dieses Jahr geht es um das Handwerk des “Wissensarbeiters”.

Wir starten am 13. Juni 2013 ab 13:00 in unseren Workshop “Craftsmanship”. Die Veranstaltung findet in unseren Räumen in Unterhaching statt und geht diesmal schon am Nachmittag los. Die Vorträge beginnen dann um 14:00.

Wir würden uns freuen, wenn wir unsere Gäste schon ab 13:00 begrüßen dürfen, denn da machen wir ganz handwerklich und interaktiv mit Wolf Nkole Helzle einen Ausflug in die Kunst.

AGENDA

ab 13:00 Unsere Gäste kommen …
Eintreffen / Welcome
Wolf Helzle fotografiert!

14:00 Roland Dürre / Wolfgang Menauer (beide InterFace AG)
Begrüßung / Hinführung
Was ist Craftsmanship?

14:30 Judith Lell & Kristin Block (wissenswerk):
Die Eckpfeiler einer Wissens(teilungs)kultur
Das Handwerk des Führen

Pause

15:15 Bernhard Findeiss (InterFace AG):
“Ein Tag im Leben eines Software Craftsman”
Software-Entwicklung ist Handwerk

15:45 Dr. Elmar Juergens (CQSE GmbH)
Wissenstransfer durch leichtgewichtige Reviews
Erfahrungen aus 6 Jahren Einsatz in einem heterogenen Team

Pause

16:30 Bernd Fiedler (Datac):
Master and Apprentice
Ohne Erfahrung kein Handwerk

17:00 Reinhard Büttner (SWM)
Wissen – geben und nehmen – warum viel verloren geht!

Wissen teilen als Handwerk

Pause

17:45 Alle
“Fishbowl”
Teilen, geben und nehmen – und gewinnen?

18:30 Happy Hour
“Craftsmanship” by Wolf Helzle
Kunst & Genuss

REFERENTEN

Alle Referenten sind mir persönlich gut bekannt. Ich schätze ihre Kompetenz und weiß, dass sie über die besondere Gabe verfügen, ihr Wissen charmant und spannend weiterzugeben. Als Referenten sind dabei:

Judith Lell und Kristin Block haben zusammen das wissenswerk gegründet.

Bernhard Findeiss ist Mitarbeiter der InterFace AG. Unter anderem engagiert er sich für Open Source und bei Socrates.

Dr. Elmar Juergens ist Gründer und Gesellschafter der CQSE GmbH.

Bernd Fiedler ist in der Geschäftsführung von Datac. Außerdem hält er Vorlesungen und ist der pragmatische Vordenker von Wissensmanagement.

Reinhard Büttner ist seit 1998 Geschäftsführer Personal und Soziales und Arbeitsdirektor des SWM-Konzerns der Landeshauptstadt München. Er wirkt als Kaufmann, Organisator, Veränderungsmanager und Coach. “Nebenher” ist er Geschäftsführer in Regensburg und München bei der Gewerkschaft ÖTV, dort auch der Koordinator des Aufbau Ost und Landesbezirksvorsitzender Thüringen.

Danke Schön!

Schon an dieser Stelle möchte ich mich bei unseren Referenten ganz herzlich für ihre Zusage bedanken. Und weiß, dass dank ihnen auch unser viertes IF-Forum ein ganz besonderer Nachmittag werden wird!

Und wir freuen uns auf unsere Gäste! Die Anmeldung auch zu diesem fachlichen IF-Forum geht wie immer per E-Mail.


Roland Dürre
Sonntag, der 5. Mai 2013

brand eins im Mai

Pünktlich zum Ersten des Wonnemonats war das brand eins des Mai bei mir. Aber erst am Samstag auf der Rückfahrt vom PM-Camp 2013 (Tag nicht nur in Twitter #pmcamp13str) im EC 391 komme ich dazu, mich ein wenig intensiver mit diesem zu befassen. Denn das Leben eines PM ist hart.

:-) PM übrigens ist für mich nach dem in Stuttgart erlebten jetzt die Abkürzung für “People Manager”. Denn das ist die bessere Bezeichnung für den Job, den man bis vor kurzen noch Projekt Manager oder Projektleiter genannt hat.

Und so würdevoll wie meine Gedanken so erscheint mir auch dieses brand eins. Es kommt ganz in Gold daher. Mit einer ellipsenartiger Strichgrafik in bunten Farben. Auf dem ersten Eindruck hätte ich es fast für ein Magazin der “Haute Couture” gehalten. Oder zumindest für eine Magazin, das den gehobenen Life Style der High Society vermittelt.

Aber keine Angst, die Titelzeile ist schon wieder “geil”:
Greif zu!
Mit dem Untertitel:
Warum TEILEN und TAUSCHEN die Wirtschaft voranbringen.

Das ist natürlich Wasser auf meine Mühlen. Wieder mal genau meine Themen! Und es kommt noch besser: Frau Fischer überschreibt ihr Editorial mit der schlichten Schlagzeile
Eine neue Dimension!
Wobei das Ausrufezeichen jetzt von mir ist.

Und im Editorial gibt sie sogar zu,
“dass ihr das ganze Gerede über die Sharing Economy ziemlich auf die Nerven ging …”
Und schreibt weiter:
“Die Sharing Economy mag ein Modethema sein – aber dahinter steht eine Entwicklung von gewaltiger Dimension”.

Da freue ich mich. Ist das nicht phantastisch? Und es wird noch besser – im Schlusssatz ihres Editorials nennt sie sogar die Vorhersagen zur Jahrtausendwende von Jeremy Rifkin “eine hoffnungsvolle Utopie“. Und rennt dabei bei mir wieder offene Türen ein.

Und so begebe ich mich auf eine “kleine Forschungsreise” ins Innere des Heftes. Und stelle fest, dass es um ganz schön viele Branchen und in verschiedene Kontinente geht. Mit vielen bunten und abwechslungsreichen Artikeln.

Was mir besonders gut gefallen hat?

Da war “auf der Suche nach selbst” (zu Siemens aufSeite 22), “Das Eigentum wird virtuell” (kleine Geschichte der IT, Seite 92), “Die Bank in der Hand” (Die Zukunft ohne Bank, Seite 96) und manches mehr. Und besonders der ganze Schwerpunkt – für mich große Klasse!

Mehr verrate ich nicht – sondern empfehle auch mit dem brand eins des Mai auf Reise zu gehen.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 13. April 2013

Das Ende des Managements

Warum sprechen wir immer nur von “Managen” und “Managern” und nicht von Unterstützern oder Gestaltern?!

Warum glauben wir, dass ein Projekt ein Anfang und ein Ende hat?!

Wer kam auf die Idee, dass Ziele statisch sind?!

Das sind so die Fragen, die ich auf einem der nächsten PM-Camps stellen und diskutieren möchte, die im Mai und Juni in Stuttgart, Wien und Bad Homburg stattfinden.

Immer wieder reden und denken wir in Projekten. In den Unternehmen wie im Leben. Und sehen, wie die Projekte scheitern. Eins nach dem Anderen. Immer mehr. Es gibt kaum mehr ein Projekt, dass in “time & budget” das gewünschte Ergebnis liefert. Und selbst wenn mal durch Zufall das gewünschte Ergebnis erreicht zu sein scheint, löst dieses das ursprüngliche Problem nicht.

Noch schlimmer:

Viele Unternehmen stecken ihre gesamte geplante Dynamik in eine Menge von einzelnen Projekten. Für die sie sich nach komischen Kriterien entscheiden. Oft setzen sich die lautesten Protagonisten durch. Die konkurrieren dann oft gegeneinander und machen gelegentlich sich und ihre Projekte eventuell sogar noch gegenseitig schlecht.

Die meisten dieser Projekte scheitern dann. Oft vorhersagbar und mit wesentlichem Schaden. Und das Schlimmste – jeder weiß, dass es so nicht funktioniert. Aber das wird ignoriert. Zwar wird der Druck auf die Beteiligten erhöht, aber letztendlich werden die Scherben unter den Teppich gekehrt. Denn man schadet sich ja auch selber, wenn man zu gibt, dass das eigene Projekt gescheitert ist.

Und oft erscheint es wie ein Wunder, dass diese Unternehmen trotz ihrer vielen gescheiterten Projekte ganz gut weiter leben.

Was lernen wir daraus? Projekte spielen keine Rolle mehr. Sie haben keine Relevanz für die evolutionäre/innovative Entwicklung von Unternehmen. Vielmehr werden Unternehmen von einer Eigendynamik getrieben. Die kann gut oder schlecht sein, ist aber über Projekte kaum mehr beeinflussbar.

Die Unternehmen gehen ihren Weg, mal nach oben, mal nach unten, aber meistens nicht beeinflusst oder beeindruckt von den verkündeten Projekten und der Armada der Manager(typen). Diese tun zwar so, als ob sie am Steuerrad sitzen würden, aber unter dem Strich sind sie ohne Einfluss auf die Entwicklung ihrer Unternehmen.

Die Zukunft von Institutionen und Unternehmen wird nicht durch Projekte gestaltet. Das Überleben oder der Untergang des Unternehmens wird durch andere, oft rational nicht nachvollziehbare und vielleicht manchmal magisch wirkende Kräfte bewirkt. Denn das “Mechanistische Denken” funktioniert nicht mehr. Es gelingt immer weniger, aus Fakten etwas ableiten, dann zu planen und determiniert umsetzen. So wie wir es früher im Management gelernt haben: Informationen besorgen, bewerten und dann entscheiden. Das scheint oder ist wohl auch vorbei.

Wahrscheinlich hat es nie funktioniert. Wir haben es uns nur eingebildet. Eine Welt, scheinbar ohne Wachstumsgrenzen, hat uns diese Illusion ermöglicht.

Wir leben im Zeitalter von co-operation, co-working, co-creation, co-laboration und co-mmunication. Wir reden von und leben in Teams und Communities. Wir sprechen von Menschen und sozialen Systemen. Und die funktionieren halt nicht mit klassischer Projektdenke. Das ist aber nicht bedrohlich sondern eine Chance! Wie sollen wir sonst aus der überkomplizierten Verfahrenheit, die uns individuell wie kollektiv verwirrt, wieder ins Einfache zu finden?

Das Elend fängt schon bei den Begriffen an. Warum reden wir immer vom “Projekt Manager”? Vom Qualitätsmanager, Wissensmanager und gar Zukunftsmanager? Warum gehen wir immer von “ein Projekt leiten” und ähnlichen Begriffen aus?

Ein großer Fehler war die klassische Annahme, dass jedes Projekt ein Beginn und ein Ende hat. So hat man den Begriff Projekt sogar definiert! Und auch behauptet, dass ein Projekt ein wohl definiertes Ziel hätte! Und eine detaillierte Planung mit exakten Meilensteine möglich wäre. Nur: Der Wandel ist eben kein Fußball-Spiel, dass 90 Minuten dauert und dann abgepfiffen wird. Und starre Ziele zerbrechen im Wandel.

Die Dynamik und die Unvorsehbarkeit von Zukunft wurde früher geleugnet oder zumindest unterschätzt oder gerne verdrängt. Eingebettet in ein mechanistisches Weltbild. Menschen wurden als Ressourcen gesehen, die in tayloristischer Arbeitsteiligkeit perfekt funktionieren müssen. In einer vorhersagbaren Zukunft konnten Störfaktoren vermeintlich ausgeschlossen oder zumindest realistisch abgeschätzt werden!

Das ist vorbei. So  funktioniert es nicht mehr. Bei den großen Projekten wird das offensichtlich. Aber auch die meisten mittleren und kleinere Projekten laufen aus dem Plan. Sie werden nie fertig und eines Tages dann meistens stillschweigend begraben.

In der Tradition des Taylorismus gibt es eine komische Spezialisierung. Ausgezeichnete Personen werden Projektleiter.  Die sollen garantieren, dass die Projekte in “time&budget” ihr Ziel erreichen. De facto wird ihre Aufgabe aber immer mehr, das Scheitern des Projektes zu kaschieren, zu rechtfertigen oder zu erklären.

Dabei haben Sie gar keine Chance. Denn dieser Ansatz eines “äußeren Skelettes” für die lebendige Entwicklung ist falsch. Im Gegenteil – wir brauchen wieder ein “inneres Skelett. Jeder im Team muss auch ein wenig Projektleiter sein! So wie jeder Qualität verstehen, leben und realisieren muss.

So muss jeder das Gesamt und die eigene Aufgabe als Teil dessen verantworten. Denn alle im Team müssen an einem Strang ziehen und ein gemeinsame Ziel haben. Dieses darf aber nicht statisch sein, sondern muss dynamisch entwickelt werden und darf, ja muss sich so auch verändern. Unser Schaffen muss diesem Stern asymptotisch folgen.

Es ist übrigens der Normalfall, dass ein Ziel ein “moving target” ist. Und wir es nie erreichen können, weil es selbst sich auch permanent wandeln und verändern muss. Deshalb müssen wir immer nicht nur nach vorne, sondern auch nach links und rechts schauen. Unser Wissen teilen und unseren Menschenverstand walten lassen.

Kooperation kann nicht geleitet oder “gemanaged” werden sondern muss gelebt werden. Und die vielen Projekt-Manager und -Leiter sollten sich nicht länger aufs “Leiten”, “Planen”, “Steuern”, “Kontrollieren”, “Managen” usw. beschränken sondern in den Projekten einen fachlichen Beitrag übernehmen und so an der Aufgabe direkt teilhaben. Dann hätten wir keine PMs (Projekt Manager) mehr sondern PUs (Projekt Unterstützer). Und in diese PU-Veranwortung sollten sich dann alle “coworker” hinein begeben.

Mit einer solchen  Änderung der Begrifflichkeit würde sich hoffentlich auch das (Selbst-)Verständnis mancher Projekt Manager wandeln.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 10. April 2013

Autofahrer – die Raucher von morgen?

Wenn ich in eine Kneipe geh, kann ich es ab und zu immer noch nicht glauben. Es stinkt nicht mehr nach Rauch. Zumindest in Bayern. Eigentlich unvorstellbar wie das mal war.

Dann gehe ich raus auf die Straße und es qualmt, stinkt und lärmt. Aber nicht die Raucher sind’s – sondern die Autofahrer. Wenn ich die Idylle des aufgelassenen Flughafen Neubibergs verlasse und auf die Rosenheimer Landstraße komme, ist es wie ein Kulturschock. Ich verlasse eine leise Welt mit frischer Luft und versinke in Lärm und Gestank.

Weiter im Süden fällt es mir schwer, die Straße zu überqueren. Ganz gleich ob mit oder ohne Fußgängerampel muss ich ganz schön lange warten, bis der Strom abreißt und ich auf die andere Seite kann. Und selbst wenn ich an der Fußgängerampel Grün habe, muss ich warten bis der letzte noch bei Rot durch ist.

Muss das wirklich so sein? Brauchen wir als “Krönung der Schöpfung” diese lärmenden und stinkenden Fahrzeuge, die ein mehrfaches von uns selbst wiegen? Die uns Zeit und Bewegung stehlen und uns faul machen? Ausgelegt für Geschwindigkeiten und eine Art der Fortbewegung, die absolut keinen Sinn macht.

Ich habe gelernt, dass man wirklich “autofrei” leben kann und dies nicht zum eigenen Nachteil. Es ist eigentlich wie immer im Leben – man muss es nur wollen und tun. Autonom werden und sich von Fremdsteuerung befreien, die uns sagt, was wir tun und kaufen müssen und uns so in eine Richtung dressiert, in die wir gar nicht wollen.

Und könnte es nicht sein, dass eine ruhige Welt mit den normalen Geräuschen des Lebens genauso eine Art von Allmende ist wie saubere Luft? Dass wir nicht weiter unseren Boden für die mobile Verschwendung zu zementieren dürfen? Und dass es nicht an uns ist, aus Gedankenlosigkeit und vermeintlicher Bequemlichkeit unsere Umwelt zu ruinieren? Und im Gefühl der Omnipotenz am Steuer unsere Lebensgrundlage zu zerstören und andere Menschen zu beeinträchtigen?

Und dann denke ich mir: Vielleicht ist der Tag gar nicht mehr so weit, an dem ein Autofahrer ungefähr so wertgeschätzt wird, wie der Raucher, der uns beim Italiener seinen Qualm über unsere Spaghetti bläst …

RMD

Roland Dürre
Montag, der 8. April 2013

brand eins im April

Diesmal fand mein brand eins des April erst im April den Weg zu mir. Da hatte es sich schon ein paar Tage vorher per E-Mail angekündigt. Ich war also richtig neugierig.

“Sie wünschen?” Steht auf dem Titelblatt – und der Schwerpunkt gilt
“Der Zukunft des Handels”.

Dazu fällt mir sofort der alte Spruch ein:
Und ist der Handel noch so klein,
so bringt er mehr als Arbeit ein!

Diese Weisheit habe ich von meinem alten Schafkopf-Freund Alois Wolferstetter, einem listigen und klugen Bänker. Als Sohn und Enkel eines Bäckers hatte er Bäcker gelernt. Wegen einer Mehl-Allergie musste er das Fach wechseln und ging zur Sparkasse. So wurde er ein Bankdirektor vom alten Schrot und Korn.

Er kannte die Abgründe des Bankgeschäfts recht gut, so habe ich von ihm viel gelernt. Auch diese Aussage:
Das Geld ist nie weg, es hat nur ein anderer!

Die beiden Wolferstetter’schen Weisheiten werden auch in Zukunft gelten! Wenngleich sich nach meiner Meinung im Handel alles verändern wird. Damit meine ich, dass die mittlerweile klassischen Formen wie Kaufhaus, Discounter, Supermarktkette oder ähnliches mit ihren Konzepten wie ihrer Kultur ziemlich am Ende sind.

Gleichzeitig wird es aber auch nichts richtig Neues geben. Der Appell an das menschliche “Haben möchten” wird halt anders generiert werden, so dass letztendlich dann alles wieder beim alten bleibt.

Geschäftlich werden wir im Handel andere Businessmodelle bekommen. Das Internet wird eine wichtige Rolle spielen, aber ob da der wirklich “margenträchtige” Teil des Handels stattfinden wird, bezweifle ich. Nur wie der “neue Handel” aussehen wird, wage ich bisher noch nicht so recht zu erahnen. Wohl mit viel Emotionen und Erlebnisfreude.

Aber vielleicht wissen die von brand eins ja mehr? Also, nichts wie rein ins Heft.

Im Editorial von Frau Fischer finde ich schon die ersten Hinweise zur Veränderung: Der Kunde ist mündiger und mächtiger geworden. Die Arbeitnehmer zahlen oft die Zeche. Und letzten Endes entscheidet der Kunde …

Was ist dem noch hinzuzufügen? Eigentlich nur ein paar Verweise auf Artikel, die mir gefallen haben:

Köstlich: Der Prolog  zum Schwerpunkt Handel auf Seite 29
(Quelle: Das Leben des Brian)
Philosophisch: “Alte Bekannte” ab Seite 50.
Sympathisch: “Billigland ist abgebrannt” ab Seite 64
Interessant: “Handel in Zahlenauf Seite 79
Absurd:
“Äpfel und Birnen” ab Seite 81
Spannend:
“Zerrüttete Beziehungen” ab Seite 98

… und vieles mehr.

Es lohnt sich wieder!

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 16. März 2013

Der Zahnarztbrief

Nur eine kleine Anekdote.

Vor zwei Wochen war ich auf einer Tagung in Sylt. Da ist mir ein Zahn kaputt gegangen; ein großes Stück von diesem ist mir am Freitag beim Mittagessen weggebrochen. Es war den ganzen Nachmittag ein blödes Gefühl, den scharfen Zahn im Mund zu haben. Aber ich hatte Glück im Unglück, ein Zahnarzt in unmittelbarer Nähe meines Hotels hatte gerade Notdienst und ich bekam gleich um 17:30 noch vor der Abendveranstaltung einen Termin.

Es war ein sehr netter und wie mir schien recht kompetenter Zahnarzt. Er hat den Zahn begutachtet und ihn mit einem sehr schönen Provisorium versorgt. Und mir einen Brief in einem Umschlag an meinen Hauszahnarzt mitgegeben. Den sollte ich bald besuchen, um das Provisorium durch eine haltbare Krone zu ersetzen.

So habe ich es auch gemacht. Gleich nach meiner Rückkunft habe ich mir von meinem Zahnarzt einen Termin geben lassen. Den Brief dafür habe ich mir extra gut sichtbar bereit gelegt. Nur an dem Tag, an dem ich Mittags den Termin beim Zahnarzt habe, fahre ich in der Früh ins Büro wegen einer Reihe Termine – und natürlich vergesse ich den Zahnarzt-Brief zu Hause.

Jetzt wollte ich aber vom Büro gleich zum Arzt weiter fahren. Und die Zeit war knapp, daheim vorbeifahren unmöglich. Also war guter Rat teuer. Es war ja jemand daheim. Wie bekomme ich den Brief mit dem wenigsten Aufwand zu mir oder zum Zahnarzt? War alles sehr kompliziert. Da war ich schon ein wenig verzweifelt und habe mich richtig geärgert, den Brief doch wieder vergessen zu haben.

Bis mir dann nach doch einigem Grübeln eine geniale Idee eingefallen ist:

So ein Brief ist doch auch nur “Content”!

Also zu Hause anrufen und die daheim gebliebenen zu bitten, den Umschlag zu öffnen, den Brief einzuscannen und dann dem Zahnarzt per E-Mail zusenden.

Und da kam auch schon der nächste Gedanke: Warum es so kompliziert zumachen mit Einscannen und Schicken – es gibt doch auch noch so etwas wie Fax.

So wurde es dann auch gemacht.

RMD

P.S.
Das Bild ist aus dem Wikipedia-Artikel zu Sylt. Erstellt wurde von AndreasPraefcke.

Roland Dürre
Mittwoch, der 13. März 2013

Hotspot & WLAN und die Zukunft

Ich bin oft unterwegs und treffe viele Menschen. Dabei fliege ich kaum mehr durch die Luft, kommuniziere aber um so lieber kabellos via “air” mit der Welt. Gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln und Räumen, bei Universitäten oder Unternehmen, in Kaffees und Restaurant, Institutionen oder Verbänden und wo auch immer.

Wie meine Reisen und Treffen dem “Vernetzen” dienen, so möchte ich unterwegs mit dem Rest der Welt vernetzt sein. So ist es immer wieder sehr praktisch, wenn ich ein WLAN finde, in das ich rein darf. Da ich ein aufwändiger Netznutzer zu sein scheine, bin ich mit UTMS & CO nicht zufrieden. Mit LTE (Long Term Evolution) habe ich selber noch keine Erfahrungen, da ich kein LTE-fähiges Gerät habe.

Habe aber Leuten mit LTE-fähigen Geräten über die Schulter geguckt. Das Tempo war wirklich sehr eindrucksvoll. Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass das LTE wieder mal eine kleine Revolution bringen wird – und es dann mit der mobilen Welt noch mehr ab gehen könnte als heute schon.

Vielleicht gibt es bald ja nur noch LTE und die vielen WLAN-Netze werden überall abgebaut. Wäre auch wieder ein Fortschritt hin zu “weniger Verschwendung” durch diese ausufernd zahlreichen parallelen WLANs an vielen Orten.

So weit sind wir aber noch nicht. Die Nutzung von LTE würde für mich bedeuten, dass ich mir schon wieder neue Technologie kaufen müsste. Damit will ich noch ein wenig warten. Unterwegs nutze ich verschiedene Geräte (Smartphone, Pad, Notebookes mit Stick). Die können alle kein LTE und bin mit trotzdem mit all diesen ganz zufrieden. Da ich aber nicht schon wieder alles neu kaufen will, warte ich auf eine wirklich neue Generation von Hardware – die dann selbstverständlich LTE können wird.

Deshalb bin ich oft auf der Suche nach freien WLANs. Und WLANs gibt es ja auch fast überall. Allerdings sind sie für mich nicht erreichbar. Oft habe ich eine zweistellige Anzahl von Netzen mit voller Stärke in der Anzeige, aber alle sind passwort geschützt. Nur wenn ich als Gast in modernen Unternehmen, Institutionen, Hotels oder sonstigen Lokationen bin, habe ich in der Regel kein Problem. Denn gerade “gute” Firmen mit einer vernünftigen und modernen (Unternehmens-)Kultur verfügen auch über ein WLAN, über welches sie ihren Gästen einen einfachen Zugang ins Internet bieten. Quasi als Teil ihrer Gastfreundschaft.

Auch die Telekom und alte Unternehmen wie zum Beispiel die Bahn in ihren Lounges und in manchen Zügen auf leider nur wenigen Strecken machen das mit ihren Internet-Angebot ganz gut. Es gibt aber auch immer noch zahlreiche Institutionen und Unternehmen, bei denen es immer schwierig bis unmöglich ist, ins WLAN zu kommen. Dies sind oft größere und ein wenig komplizierte Unternehmen. Da wundere ich immer und hoffe, dass doch bald flächendeckend LTE kommen möge.

Wenn ich als Gast ins WLAN gehe, freue ich mich, wenn das Passwort noch vom letzten Besuch gültig ist. Dann bin ich sofort im Netz. Ich finde es als Gast auch gut, wenn in den Räumen des Gastgebers das WLAN-Passwort für uns Gäste gut sichtbar ausgehängt wird.

Genauso recht ist es mir, wenn das WLAN kein Passwort hat und ich in einer Startmaske ein Häkchen machen muss, mit dem ich kund tue, dass ich mich an die Geschäftsbedingungen halten werde. Was ich beides sehr gerne mache – das Häkchen und mich “an die Bedingungen halten”. Eigentlich finde ich letzteres die vernünftigste Variante, auch weil offene Netze helfen, die gigantische Form der Verschwendung durch die vielen parallelen WLANs überall auf der Welt zu reduzieren. Die Zeit wäre doch eigentlich auch hier reif für “shared economics”.

Deshalb bedanke ich mich bei solchen guten Gastgeber an dieser Stelle ganz explizit.

Aber jetzt wechsle ich mal die Rolle und bin nicht mehr Gast sondern werde zum Gastgeber.

Zu Hause habe ich mich den Ängsten meiner Familienmitglieder gebeugt und unser WLAN verschlüsselt. Zwar sind so ziemlich alle Wahrscheinlichkeiten bei realen Risikoszenarien für unsere körperliche Unversehrtheit und unsere Güter zig-fach höher als für das Risiko, dass uns ein Angreifer über ein offenes WLAN schädigt.

Weil aber alles möglich ist und man sich vor allem schützen will, haben wir uns auch dem öffentlichen Überich gebeugt und ein Passwort vor unser WLAN gesetzt. Das ist aber gleich geblieben, seit dem wir dieses WLAN aufgebaut haben. Und der “moderne Teil” unserer vielen Gäste freut sich auch darüber. Zwar haben sie unser Passwort längst vergessen. Ihr Geräte aber haben es sich gemerkt, so sind sie gleich wieder bei mir im Netz und fühlen sich dann hoffentlich wie zu Hause.

Im Unternehmen scheint das schwieriger zu sein. Da haben wir den expliziten Vorsatz, dass wir uns gesetzestreu verhalten. Und nehmen die Themen Sicherheit und Datenschutz genauso ernst, wie manch anderes, das der Gesetzgeber so erfunden hat. Auch wenn er uns das Leben nicht immer unbedingt leichter macht.

Also  stellen wir bei der InterFace AG sowohl im Headquarter in Unterhaching wie auch in unseren Geschäftsstellen unseren Gästen ein eigenes offenes WLAN mit dem Namen IF-OPEN zur Verfügung. Das ist zwar auch passwortgeschützt. Für unsere Gäste haben wir ein “werbewirksames” Passwort gewählt. Es macht auf das große “F” in “InterFace” aufmerksam und weist darauf hin, dass es uns schon bald 30 Jahre gibt.

Das Passwort geben wir unseren Gästen, damit sie sich auch bei uns wie zu Hause fühlen. In den zentralen Gemeinschaftsräumen wie Seminarzone oder Besprechungszimmer hängen wir es aus. Unser IF-Open wird auch von mir und manchen Mitarbeitern gerne genutzt, da es direkt und proxyfrei ins Internet führt.

Vor kurzem wurde die Frage aufgeworfen: Sollen wir das Passwort unseres Gästenetzes ändern? Und wenn, wie häufig sollen wir es ändern?

Nach meinem Geschmack würde einmal in 50 Jahren genügen. (Zwinkern)

Ich versuche, das mal zu begründen: Ein stabiles, verlässliches und vor allem leicht zu merkendes Passwort für ein als offen gedachtes und auch so bezeichnetes aber trotzdem Passwort-geschütztes WLAN ist ein Segen. Wenn man dieses häufig ändert, dann macht man vielen Leuten eine vielleicht nur geringe aber doch immer wiederkehrende Mühe. Nur weil es (wahrscheinlich auch nur theoretisch) jemanden in oder in der Nähe des Gebäudes geben könnte, der bei uns den Internetzugang “klaut” und auch noch “missbraucht”.

Wie realistisch eine solche Angst ist, weiß ich nicht. Ich schätze sie aber eher gering ein, wenn ich daran denke, was für “reale” Risiken wir haben könnten (Einbruch, Diebstahl).

:-) Aber in ein paar Jahren haben wir ja flächendeckend LTE. Dann braucht man keine WLANs mehr und all diese Überlegungen sind hinfällig.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 1. März 2013

Unternehmertagebuch #88 – Das Genie

Vor kurzem habe ich einen namhaften Künstler getroffen, mit dem ich im nächsten Jahr ein wesentliches Projekt machen möchte. Er ist so alt wie ich und nach meiner Einschätzung zweifelsfrei ein Genie.

Wir haben uns sehr gut verstanden. So konnte ich die Bewunderung für sein “Genie” nicht verhehlen. Und da hat er mir etwas gesagt:

Das Genie braucht immer einen Ort und eine Zeit.

Und ich meine, dass das ganz wichtig ist. Und dass diese Aussage nicht nur für “Genies” sondern genauso für alle von uns und unser Wirken gilt.

Wie viele “Vertriebler” kenne ich, die so richtig erfolgreich waren. In einem bestimmten Segment und bei gewissen Kunden waren sie die Abschlusskönige schlecht hin. Haben unvorstellbare Umsätze eingefahren und gigantische Summen an Provisionen verdient. Dann haben sie gewechselt oder mussten es – und plötzlich war er weg, der Erfolg.

Das gleiche habe ich auch bei Managern und Unternehmern nur zu oft erlebt. Kometenhaft war der Aufstieg. Groß wurden sie gefeiert. Dann aber kam eine Veränderung, und weg war der Erfolg. Und nur wenige sind wiedergekommen.

Über Erfolg darf und soll man sich freuen. Aber auf seine “Leistung” darf man sich nicht zu viel einbilden. Denn damit es im Leben klappt, gehört immer ein wenig Glück und der richtige Zeitpunkt dazu. Ohne das richtige Umfeld geht aber gar nichts. Und das sind halt letzten Endes andere Menschen. Denn alleine ist man meistens gar nichts …

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

Roland Dürre
Samstag, der 23. Februar 2013

Privatheit 3 – die Cloud

Immer wieder wird in der IuK-Branche (Informations- und Kommunikationstechnologie) eine “neue Sau durchs Dorf getrieben”. Das ist seit einiger Zeit die Cloud. Und obwohl keiner mehr von ihr hören will, macht sie vielen immer noch so richtig Angst. Und natürlich geht es dabei wie so oft um den Schutz und die Sicherheit unserer Daten.

Der offizielle Ratschlag der Fachleute und Datenschützer ist, sich immer eine “inländische” Cloud zu suchen. Mit “inländisch” ist in diesem Fall allerdings nicht unbedingt eine “deutsche Cloud” gemeint, sondern eine “Europäische”. Ich persönlich halte das nicht für so wichtig.

Wenn ich mich selber nicht zu wichtig nehme, dann ist es doch völlig gleichgültig, wo meine Daten liegen und wer sie sieht. Und wahrscheinlich entsteht auch kein großer Schaden, wenn sie weg sind. Und so ganz weg sein können sie ja eh nicht mehr.

In einer idealen und transparente Welt wäre es ja sowieso unwichtig, “Daten zu schützen”. Jetzt ist die Welt aber immer noch nicht so ganz so ideal. Und kritische Geister müssen sich immer wieder vor der Obrigkeit fürchten. Mit Obrigkeit meine ich auch staatliche Systeme, die es vielleicht mit den Menschenrechten nicht so ernst nehmen. Geheime Staatsorganisationen, die Gesinnung überwachen und Menschen systematisch ausspionieren. Die sich als Schutz oder Dienst bezeichnen oder sich Abkürzungen gegeben haben, die meistens aus drei Buchstaben bestehen.

Wenn man sich von diesen schützen will, dann sollte man die Daten ganz weit von der Obrigkeit halten. Und die Daten dann auch in eine Cloud stecken, die ganz weit weg ist. Das könnte nur eine äußerst “ausländische” Cloud sein. Die wird aber auch nichts helfen. Weil genannte Organisationen gestützt von ihren Regierungen immer Wege finden, die Daten aus ihren Schutzgefängnissen herauszuholen. Oder die Obrigkeit ganz einfach globale Kriminelle für diesen Zweck nutzt. Man denke nur an die “Steuer-CDs” der in Finanzdingen doch ehemals so ausländischen Schweiz.

Nein – wie immer und wahrscheinlich mehr denn je gilt: Unrecht Gut gedeiht nicht gut. Lieber weniger Vorteile nutzen, transparent bleiben und keine Geheimnisse zu lassen. Und wenn es Geheimnisse gibt, die der eigenen Person schaden können, die auf keinen Fall aufschreiben. Nicht auf Papier und nicht elektronisch.

Und so sollten wir uns nicht so sehr um persönlichen Datenschutz, Datensicherheit und die Cloud sorgen. Vielmehr müssen wir uns mit Zivilcourage, konstruktivem Ungehorsam und Verantwortung gegen alle Bestrebungen wehren, die unseren Rechtsstaat und unsere Grundrechte beschädigen können.

Und ein Verhalten praktizieren und einfordern, das die Welt wieder auf einen im biologischen Sinne nachhaltigen Kurs bringt. Und uns dann weiter um viele gesellschaftliche Defizite und Missstände Gedanken machen und uns darum kümmern. Und dazu brauchen wir das Internet – inklusive der Cloud. Das ist nämlich das Nervensystem unseres Planeten mit seiner globalen Welt geworden, und ohne dieses werden wir die komplexen Herausforderungen nicht lösen können.

Das alles dürfte für unsere Zukunft und die unserer Kinder sehr viel wichtiger sein als die Sorge um die Daten …

RMD