Roland Dürre
Samstag, der 2. November 2019

POLITIK.

So sehen mich Christian und Daniel (©
Visual-Braindump) – zumindest 2016 auf dem letzten PM_Camp in Dornbirn.

In meinem Artikel Wachstum habe ich mich beklagt, dass „die Politik“ so wenig macht, um den Planeten als unsere Lebensgrundlage zu bewahren. Und das „wir“ jetzt alles machen sollen.

Das ärgert mich. Denn ich verliere die Lust, mich für den Klimaschutz einzuschränken, wenn ich faktisch nur relativ wenig beitragen kann, aber die Solidarität derjenigen vermisse, die mit einfachen Maßnahmen viel mehr bewirken könnten als ich und die ja auch den gesellschaftlichen Auftrag dazu hätten.

Zu diesem Artikel habe ich in einem anderen Forum folgenden Kommentar bekommen:


Nun, ich frag´ mal nach:

WER ist „die Politik“?

WER ist „wir“?


Das hat mich getroffen! Denn versuche ich immer, pauschale Formulierungen zu vermeiden und die Dinge möglichst präzise beim Namen zu nennen.

Und dann schwafle ich von Allgemeinplätzen wie Politik und wir. Ärgerlich! Deshalb hier ein kritischer Versuch zu erklären, was ich unter „Politik“ und „uns“ verstehe.


WER ist „die Politik“?

Politik bezeichnet eine feudale Kaste, die man wohl in allen Staaten antrifft. Deren Mitglieder nennt man Politiker. Bis auf ein paar reiche populistische Ausnahmen, leben Politiker in der Regel von der Allgemeinheit.

Sie haben die Oligarchie der Parteien (Jaspers) als Herrschaftssystem kreiert und manifestiert. Ihre Herrschaft rechtfertigen sie, weil sie durch Wahlen demokratisch legitimatiert wären. Wobei Wahlen in der Regel die gewinnen, die sich die besten (und teuersten Berater) leisten können.

De fakto sind sie aber gar nicht an der Macht, sondern setzen nur die Interessen von Wirtschaft und Kapital um, die ihnen von den Lobbyisten detailliert vorgegeben werden (und den Politikern auch den Wahlkampf finanzieren).

WER ist „wir“?

Wir sind Gemeinsamkeit der Menschen, die einem oder mehreren sozialen Systemen konkret  angehören, die von der Politik administriert werden.


Ich glaube, dass erklärt die Misere. Meine These, dass gutes Marketing nicht nur Umsatz bringt sondern auch Wahlen gewinnt, war ja wohl bei der Brexit-Abstimmung richtig.

RMD

Klaus Hnilica
Montag, der 24. Juni 2019

Mit Tina Turner zu einer demokratischen Alltagsphilosophie

Sowohl Tina Turner  als auch den amerikanischen Neo-Pragmatiker Richard Rorty und sein 1989 herausgebrachtes Werk „Kontingenz, Ironie, Solidarität“ /1 /, finde ich höchst erfrischend: nicht nur bei ihr – siehe weiter unten – sondern auch bei ihm geht es wirklich um die Dinge und Erkenntnisse des alltäglichen Lebens und nicht jedes Mal um die letzte Wahrheit nach der wir in Deutschland so gerne lechzen.

Entscheidend ist für Richard Rorty die Erkenntnis, dass Wahrheit nicht gefunden sondern gemacht wird!

Ein Gedanke übrigens, der vor etwa 200 Jahren in Europa aufkam, aber besonders im pragmatischen Denken der Amerikaner Fuß fassen konnte und sich nicht zuletzt aktuell – in einer zunehmend digitalisierten Welt mit all ihren „Fake News“, rasend schnell ausbreitet – ja vermutlich kaum mehr unter Kontrolle zu bringen ist.

Aber für Richard Rorty ist die Einsicht, Wahrheit sei gemacht, ein Befreiungsschlag!“

Er sieht nämlich mit einem Male die Möglichkeit dem jeweiligen historischen Stand des öffentlichen Bewusstseins einen Wahrheitswert zuzuschreiben – beziehungsweise wenigstens eine Indizwirkung!

Aus seiner Sicht trat nämlich im Laufe der Geschichte der Philosophie und der Demokratie an die Stelle der metaphysischen Konstrukte, die die Wahrheit in den Dingen sieht, plötzlich die Möglichkeit sich selbst und die Gesellschaft zum Positiven zu verändern.

Klar, dass dann nicht mehr die Figur des aufgeklärten, vernünftigen Bürgers das Ideal darstellt, sondern vielmehr die spielerische und ernsthafte Figur der „Ironikerin“, die Rorty die „liberale Ironikerin“ tauft und die die Kontingenz („Kontingent ist etwas, was weder notwendig noch unmöglich ist; was also so, wie es ist sein kann, aber auch anders möglich ist.“. Siehe Niklas Luhmann) als Notwendigkeit erkennt, da sie von der Einsicht durchdrungen ist, dass sowohl ihre Überzeugungen, als ihr alltägliches Vokabular sowie die Gesellschaft in der sie lebt, auch anders sein könnte.

Und sie empfindet das nicht als Mangel!

Im Gegenteil, sie nutzt die daraus resultierenden neuen Möglichkeiten und spricht mit fremdem Vokabular, um neue Erzählungen über sich und die Welt auszuprobieren und die Welt neu kennen zu lernen.

Die Ironikerin lässt alles in Schwebe, sehnt sich nicht nach Widerspruchsfreiheit sondern offener Synthese.

Die Ironikerin weiß was das Leben ausmacht und Kontingenzen politisch ermöglichen: nämlich

der Staat garantiert seinen Bürgern Freiheit und die Gesellschaft übt Solidarität mit den Verletzten und Eingeschränkten unter ihren Mitgliedern“!

Dieses Wissen macht die Ironikerin zu einer Liberalen!

Der Liberalismus gepaart mit ironischer Welteinstellung ergibt somit eine geeignete Haltung, um den heutigen Sehnsüchten nach festen Identitäten demokratisch zu begegnen.

Doch trotz dieser Ergänzung von Ironie und Solidarität muss bei einer radikal – demokratischen Perspektive erkannt werden, dass zwar die Ironikerin die Kontingenzen des Lebens bejaht, dass aber Solidarität die Fähigkeit erfordert nationale und religiöse Unterschiede bei Menschen als vernachlässigbar zu sehen, im Vergleich zur Ähnlichkeit von Schmerz und Demütigung.

Von der Vernunftsethik der Aufklärung unterscheidet sich Rortys solidarischer Ansatz durch den Verzicht auf allgemeine Prinzipien.

Er empfiehlt eine Wende zur Erzählung, damit Literatur und Öffentlichkeit die Möglichkeit bekommen zu mehr Sensibilität gegenüber menschlichem Leid beizutragen – und Solidarität hervorzubringen.

Allerdings muss in diesem Zusammenhang schon gefragt werden,

was als Schmerz zu bewerten ist und ob diese Bewertung nicht selbst kontingent ist und von den jeweiligen sozialen Vorstellungen abhängt?

Und ob solidarische Praktiken nicht erst in ihrem Vollzug schrittweise Vorstellungen liefern, was als überwindbares Leid gilt?

Denn was bei einem europäischen Diskurs im Jahr 2019 als Schmerz bezeichnet wird, ist mit Sicherheit nicht ohne weiteres verallgemeinerbar.

Angesichts dessen stellt sich schon die grundsätzliche Frage, ob Rortys Denken eher ein Beitrag zur Lösung oder als Symptom der politischen Lage zu betrachten ist?

Oder ist Rortys Ansatz nicht eher eine Abrüstung der Philosophie – ganz im Sinne von Tina Turners Popsong „We Don‘t Need Another Hero“ aus dem Jahr 1985 – was heißt, dass wir keine Gegenhelden mehr brauchen an Stelle der alten Metaphysik, sondern einen pragmatischen Bezug zur Lösung der alltäglichen Probleme einer Gesellschaft?

Was wiederum impliziert, dass der typische Charakter der Menschen in liberalen Demokratien tatsächlich langweilig, berechnend, kleinlich und unheroisch ist.

Nach Rorty ist das eben der Preis der politischen Freiheit!

Und anders als Max Weber fällt Rorty darüber in keinen Kulturpessimismus, sondern sagt auf saloppe amerikanische weise „Was soll‘s?“ und empfiehlt Erhabenheit und Heldentum als Vokabeln nur mehr im Privatbereich zu verwenden aber nicht in der Öffentlichkeit, denn:solche Sehnsüchte fügen dem liberalen Gemeinwesen Schaden zu !

Überhaupt scheint Rortys Frage nach dem Vokabular, dass in der Öffentlichkeit gesprochen werden sollte, anregend zu sein in der Gegenwart.

Denn Rortys Anliegen religiöse Sprechweisen und andere Identitätsargumente im öffentlichen Diskurs wegzulassen, weil sie als ‚Conversations Stopper‘ dienten, brachte ihm erbitterte Gegner auf der linken und rechten Seite des Spektrums ein – und auch bei den Religionsgemeinschaften!

Denn wer diese Gruppen ausschließt läuft in Gefahr seinen solidarischen und liberalen Anspruch zu verlieren.

Andererseits muss man sich natürlich auch fragen, worin denn das Gemeinsame in einer Gesellschaft besteht, die sich weltanschaulich polarisiert?

Und wie findet sie eine gemeinsame Sprache die unbedingt erforderlich scheint für den Zusammenhalt?

Der Verzicht auf Letztbegründungsfiguren scheint aus heutiger Sicht weniger als eine philosophische Wende, denn als politisches Problem verstanden zu werden.

Am Ende könnte dies ganz im Sinne einer Philosophie sein, die den „Vorrang einer Demokratie vor der Philosophie“ behauptet, ihr Vokabular nicht stur zu übernehmen, sondern ihr Vokabular kreativ auf die politische Gegenwart anzuwenden – und wenn nötig auch zu korrigieren!

K H

PS: /1 / Oliver Weber in der FAZ über ein Seminar zu Richard Rortys „Kontingenz,Ironie,Solidarität“

Hans Bonfigt
Sonntag, der 26. Mai 2019

Kathas Europa — und meins: Des Teufels Alternative

Auf nüchternen Magen nicht zu empfehlen:

„Ich lasse mir von alten weißen Männern mein Europa nicht kaputtmachen“

Soweit „Katharina Schulze“ von der Partei für betreutes Denken:

Mittelalter ist auch vorbei – und ich halt’s mit Arya

 

Weiß und vor allem alt, wie ich nun einmal bin, erinnere ich mich am „Europawahltag“ an das Europa, welches ich im zarten Alter von „Katha“ erleben durfte:

Aus der Kneipe nach London

Etwa 1990, leicht bis mittelschwer angetüddelt, hörten ein Freund und ich in einer Kneipe von einer da Vinci – Ausstellung in London, die sich nicht auf dessen Bilder, sondern auf seine Konstruktionen und Maschinen fokussierte – mit funktionierenden Nachbauten.  Der Alkohol fegte sämtliche ökonomische Vernunft hinweg und so saßen wir am nächsten Tag im Auto Richtung Düsseldorfer Flughafen.   Vorbereitet hatten wir:  Nichts, außer Flugbuchungen.  Eine nette junge Frau nahm den Autoschlüssel vor dem Eingang entgegen, händigte uns einen Coupon aus und wir konnten einchecken.  Ein Super-Service, heute studieren die jungen Frauen alle Politikwissenschaften oder Esoterik und sind sich zu fein für Dienstleistungen.  Zudem täte gerade heute ein bißchen Einparkpraxis macher Frau gut und wäre unterm Strich auch nützlicher als das alberne Politgeseiere.

Kontrollen ?  Zoll ?  Fehlanzeige !   Zwanzig Minuten vor Abflug waren wir am Schalter, keine fünf Minuten später saßen wir in einem funktionell eingericheten Raum mit gemütlichen Sesseln, wo Kaffee, Tee und kleine Appetithappen warteten.  FAZ, Zeit, Sueddeutsche (noch ohne Heribert Prantl) und Handelsblatt lagen aus, für die Damen auch noch „Gala“ und „Bunte“.  Und weil wir in einer Gesellschaft mit 25% Raucheranteil leben, konnte man sich auch eine würzige „Player’s Navy Cut“ aus Irland anstecken.  Mit 1,4 mg Nikotin und 21 mg Kondensat, selbstverständlich ohne Filter.  Nichts „kastriertes“ wie die heutigen EU-Schwuchtelfluppen.  Einfach nur ein starkes Geschmackserlebnis:

Überhaupt, wir hatte tolle Rauchwaren !  Da nenne ich kulturelle Vielfalt !   Für die ganz Harten gab es die „KARO“ aus der gottseidank noch bestehenden „DDR“, lecker waren die Gitanes aus Frankreich.  Liberté, toujours.   Und keine EU – regulierten „Erziehungsbilder“ drauf.  Auch die Bundesrepublik brauchte sich mit „Roth-Händle“ und „Reval“ nicht zu verstecken.  Unnötig zu sagen:  Wer wollte, konnte auch im Flugzeug rauchen.

Klar, seinerzeit mußten wir Geld wechseln.   NA UND ?  Müssen wir heute auch.  Da ist der Brite halt schrullig, es war klar, daß er sich nie von seinem Pfund und, weitaus schlimmer, von seinen verschrobenen Maßeinheiten trennen würde.   So abgrundtief albern und überflüssig die „ComEUcon“ (Danke, Roland) auch ist:  Ein vernünftiges, konsistentes Einheitensystem ist kein Luxus, sondern notwendig.   Vollkommen klar, daß die „EU“ hier auf ganzer Linie versagt hat.   Und mir tun die armen Limeys leid:  Bei uns kann man einfach herleiten:  1 Volt = 1 Kg x m² / (A x s³).   Nun haben die Briten mit uns eigentlich nur die Sekunde und das Coulomb gemein   (1A = 1 C/s)  .   Wenn sie jetzt ihre Inches und Pfunde in die Gleichung einsetzen, dann bekommen sie eine ganz andere Spannung für 1 V.   Die Umrechnungsorgien sind grauenhaft und fehleranfällig.   Bekomme ich ein engliches oder amerikanisches Datenblatt, dann rechne ich erst einmal den ganzen Horror um:

2,85 PSI „Pound Force per square Inch“ = 2,85 x 0,45359 kg x 9,80665 m/s² / (0,0254 m)²  —  gruselig. Und das war ein banales Beispiel.  Nehmen Sie Temperaturen dazu …

Andererseits:  Wenn die Briten das so wollen, dann wollen die das so.   Mit welcher unverschämten Großmäuligkeit gerade die „Grünen“, nachgerade in einer unerträglichen „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ – Manier, am Plebiszit der Briten herummeckern !

Am grünen Wesen soll die Welt genesen ...

Am grünen Wesen soll die Welt genesen ?

Was ist das für eine unerträgliche Borniertheit, etwas mehr als die Hälfte einer Nation zu ausgemachten Idioten zu deklarieren, weil diese die Nase von „Europa“ gestrichen voll hat !   „Kulturelle Vielfalt“ ja, aber nur dann, wenn sie in die kleinen grünen Spatzenhirne paßt.   Daß Großbritannien seit ein paar Jahrhunderten länger in einer funktionierenden Demokratie lebt, ganz im Gegensatz zu Deutschland, interessiert da nicht.   Es interessiert auch nicht, daß es einzig und allein den Briten zu verdanken ist, daß wir heute nicht in einer furchtbaren Diktatur leben müssen, die selbst Merkels und Junkers schräge Visionen vom vollverwalteten Eurobürger in den Schatten stellen würde.  Anstatt Dankbarkeit oder zumindest Anerkennung:   Tumbes Gelalle.

Zurück zum Trip nach England:   Völlig kontroll- und streßfrei haben wir ihn genossen, wir wurden freundschaftlich und mit Respekt behandelt, wir hatten eine schöne Zeit, der Linksverkehr war schwierig, aber die Bevölkerung ‚distinguished‘, technisch interessiert und mit einer Art Ironie gesegnet, die uns Deutschen wohl für immer verschlossen bleibt (wie oft ich allein das Wort ‚probably‘ gehört habe).  Die Ausstellung an sich zeichnete sich auch dadurch aus, daß sie nicht von hängemöpsigen Jungmuttis mit Kinderwagen im Schlepptau besucht wurde – natürlich bestückt mit mindestens einer kreischenden Leibesfrucht.  Neulich waren meine Frau und ich in einer Caspar David Friedrich – Ausstellung  — wir sind nach kurzer Zeit wieder gegangen, überall kreischte es.  In der britischen Ausstellung ging es auch nicht gerade leise zu, es waren viele junge Leute da, aber die nahmen Anteil an den Exponaten.  Das machte Spaß und Freude.

 

Im Ostblock

Prag ist wunderschön, es strahlt eine gewisse Würde aus.  Das gilt auch für die Bewohner.   Die Tschechen lassen sich nicht unterkriegen.   Das allein ist nichts besonderes, aber gleichzeitig sind die Tschechen offen für fremde Dinge, die ihre eigene Kultur bereichern.   Gut, Moslems gehören jetzt gerade nicht dazu, aber das kann ich gut verstehen.

VOR der „Europäisierung“ gab es einen großen Vorteil:   Der offizielle Umtauschsatz DM / Kronen war 1:5 , inoffiziell jedoch 1:20 .   Ein Glas erstklassig gezapftes köstliches Budweiser schlug mit umgerechnet 40 Pfennig zu Buche.  Man konnte sehr günstig in ausgezeichneten Hotels wohnen, auch nachts über den Wenzelsplatz laufen und die wunderschöne, nicht überlaufene Stadt genießen.   Die jungen Frauen dort studierten auch keine Kahanologie oder Diplom-Integrationsfachwirt*IN, sondern zum Beispiel Cello am Konservatorium.  Ach ja, man konnte sich ohne lange Vorbestellung einfach in ein Dvorák – Konzert setzen.  Denn Kultur ist alltäglich.  In Prag zumindest.   Im alten Prag.   Meine Empfehlung:   Op. 53.  Und es muß nicht immer „ASM“ sein.  Wunderschön interpretieren es Gabriela Demetrová und Libor Pešek .  Der „Amazon“ – Link bewirbt eine originale ’sozialistische‘ Supraphon – Aufnahme aus den 80ern, mit viel Glück konnte ich sie seinerzeit sowohl als Platte als auch später als CD erwerben.

Heute, im neuen Prag:

 

Ha, ha, ha, ist das lustig und feinsinnig.

Und genau so überlaufen ist es jetzt.  Überlaufen von genau den Doldis, die auf so einen Blödsinn voll abfahren — wie garantiert auch das Katha.

 

Bei uns zuhause ist doch auch Europa, oder ?

Ja, und ich fasse einmal kurz zusammen:

  • Die Mehrwertsteuer ist von 14 auf 19 % gestiegen.  Sie trifft einzig und allein den „kleinen Mann“, insbesondere den Rentner, dessen Bezüge selbstverständlich nicht analog erhöht wurden.  Ein wirklich offenes Europa hätte im Sinne des Verbots der Doppelbesteuerung und der Transparenz die Mehrwertsteuer längst gekippt.
  • Eine unsinnige EU-initiierte „Verordnung“ jagt die nächste.  Zeiterfassung für alle, Energiespar-Giftlampendekret, der europäische Duschkopf, die europäische Abschaffung des Fernmeldegeheimnisses …   Heinrich Himmler hätte seine helle Freude gehabt.
  • Das Renteneintrittsalter in der BRD ist das höchste.   Mit der Heraufsetzung hat der Gesetzgeber den Rentenanspruch des Einzelnen fast halbiert.
  • Die Rente an sich beträgt bei und etwa 50% vom Arbeitslohn (bereinigt um Zusatzkosten:  40%), in der EU durchschnittlich 60%.   Wir dürfen länger arbeiten und gleichen das mit geringeren Bezügen aus.  Dafür aber zahlen wir länger ein !
  • Wir haben in der EU mit die höchsten Abzüge für die Krankenversicherung, müssen aber am meisten privat zuzahlen:  Brille, Zahnersatz und Prothesen werden auf einmal zum Luxus.
  • Die Asylpolitik schadet allen, wirklich allen Beteiligten.  Und zwar nachhaltig, über Generationen hinweg.  „Multikulti ist gescheitert“, das propagierte schon Helmut Schmidt.  Merkels Migrationspolitik tötet.
  • Die Target2 – Salden „zugunsten“ der deutschen Bundesbank haben unterdessen einen astronomischen Stand erreicht.

  • Jedes private Unternehmen, jede Bank müßte den obigen Saldo als „Ramschpapiere“ abschreiben, bloß unsere Bundesregierung tut so, als würden die Italiener oder die Spanier in der nächsten Woche alles ausgleichen.   Die Wirklichkeit ist ernüchternd:  Deutschland ist wirtschaftlich im Arsch.  Der Michel weiß es nur noch nicht, hat zu lange auf „Mutti“ gehört und ihre schönen Schlafliedchen.  Kein Mitleid, er hat sich diese „Mutti“ selbst ausgesucht.
  • Überall in Deutschland wuchern Zensur, Überwachung und Repression.  Es ist ein Klima der Hetze und Denunziation entstanden, das fatal an die Zeit kurz vor 1933 erinnert.   Hochschulprofessoren werden wegen neutraler, harmloser privater Meinungsäußerungen an den ‚virtuellen‘ Pranger gestellt.  Ein Land, in dem ich nicht „gut und gern leben“ kann.  Frau Merkel und Frau Kahane schon.

 

Tja, und nun, heute, soll ich wählen gehen.

Und soll ich Ihnen etwas sagen:   „Normalerweise“, also unreflektiert, hätte ich heute entweder Sonneborns

gewählt.  Oder die Piraten.

Aber warum keine Alternative zur Protestwahl ?   Versuchen wir es doch einmal mit dem „Wahl-o-Mat“en …

Und wissen Sie ‚was ?

Ich drücke jetzt auf „Veröffentlichen“ und dann gehe ich los und wähle genau diese Arschlöcher.

Des Teufels Alternative …

Gruß, Ihr

-hb

 

Roland Dürre
Samstag, der 16. März 2019

MACHT in sozialen Systemen

Im letzten Artikel habe ich über die drei Begriffe FREIHEIT, LIEBE und MACHT nachgedacht.

Als ich noch mächtig war 😉

Quasi als Fortsetzung zu diesen Überlegungen beschäftigt mich heute die Frage:

Wie ist das mit den Unternehmen und allgemein der Gesellschaft und der MACHT?

Die MACHT spielt auch im Kontext mit Bewegungen wie  #newwork, „demokratisches Unternehmen“ und intrinsify.me eine wesentliche Rolle. MACHT bestimmt nicht nur in Unternehmen, sondern auch das politische System, das unsere soziales Zusammenleben als Staaten organisieren will.

MACHT gehörte immer wie selbstverständlich den Männern. Bei uns immer noch den alten weißen Männer. Frauen waren und sind es wohl immer noch außen vor, es sei denn sie gebärden sich wie Männer. Und die Kinder werden klein gemacht, wenn sie sich zu Wort melden – weil sie sich um ihre Zukunft sorgen.

Die MACHT ist relevant in Kirchen, Vereinen, Familien und Beziehungen, also sozialen Systemen aller Art. Da sieht es auch nicht anders aus. Es geht immer darum, wer an der MACHT ist und wer nicht.Wer die MACHT hat, dem geht es besser.

Gestern

Seit der Antike gibt es in unserem Kulturkreis eine herrschende Schicht, die die Macht hat. Im Mittelalter hatten wir Feudalismus und Prekariat. Schon in Griechenland gab es Bürger und Sklaven. Bei uns im Mittelalter gab es Herren (Grundbesitzer, Adel, Kirchenfürsten), ein paar freie Bürger und Leibeigene (die Leibeigenschaft ist eine auch eine Art von Sklaverei). Die Leibeigenschaft war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Ländern Europas auf dem Land – sprich dort wo die wichtigen Lebensmittel hergestellt wurden – ganz normal. Stadtluft mach frei – so fing die Eigengehörigkeit in den Städten an. Und dann kam die Revolution und die Aufklärung mit ihren nationalen Kriegen.

Wie ging es weiter?

Heute

Heute gibt es eine Mittelschicht. Noch? Die hängt zwischen den ganz Reichen und den Armen. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Mittelschicht scheint zu verschwinden.

Morgen

Da vermute ich, dass es dann wenige und sehr Reiche geben wird. Die ganz große Mehrweit wird Teil des Prekariat. Wir schlagen nach:

 


Pre·ka·ri·at
/prekaˈri̯aːt,Prekariát/
Substantiv, Neutrum [das] Politik • Soziologie

Bevölkerungsteil, der, besonders aufgrund von anhaltender Arbeitslosigkeit und fehlender sozialer Absicherung, in Armut lebt oder von Armut bedroht ist und nur geringe Aufstiegschancen hat.


 

Das Fremdwort Prekariat kann man sich über prekär gut merken. Die Angehörigen des Prekariats werden in „prekären“ Lebensverhältnissen leben. Auch da schauen wir wieder nach, was heißt prekär?

 

pre·kär
Adjektiv
bildungssprachlich

  1. so beschaffen, dass es schwierig ist, richtige Maßnahmen, Entscheidungen zu treffen, dass man nicht weiß, wie man aus einer schwierigen Lage herauskommen kann
  2. eine prekäre [wirtschaftliche, finanzielle] Situation“

 

Die Prekären werden ziemlich rechtlos sein, beherrscht von einer Oligarchie aus Parteien und Verbänden. Als Folge von Klimakatastrophe, Zerfall der Infrastruktur und ähnlichem werden die Menschen im Prekariat die ganz große Mehrheit sein. Gelenkt wird sie durch die Religion des Konsumismus. So könnte eine neue Sklaverei entstehen, die aber nicht mehr auf Fremdgehörigkeit fusst, sondern sie wird durch Überwachung und Manipulation in Abhängigkeit gehalten. Diese große Mehrheit dürfte von einer kleinen Schicht eines pseudo-demokratischem Feudalismus beherrscht werden.

Ein kurzes Jahrhundert haben wir geglaubt, dass die Demokratie die „Bürger“ zum „Souverän“, also den Mächtigen gemacht hat. Wir stellen jetzt überrascht (?) fest. dass dies eine Illusion war.

Wir können jetzt nur hoffen, dass es auch in Zukunft noch für Brot und Spiele reichen wird.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 13. Oktober 2018

Bundestagswahl, Landtagswahl, Bezirkswahl – die Unterschiede.

Jetzt darf ich schon seit fast 50 Jahren wählen. Und habe das Wahlrecht in meiner Erinnerung auch immer wahrgenommen. Weil mir mein Überich stets befohlen hat, zur Wahl zu gehen – auch wenn ich keine Lust hatte.

Und erst vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass die Wahlverfahren (und so auch die Regeln) bei Bundestagswahl, Landtagswahl und der Bezirkswahl doch ziemlich unterschiedlich sind.

Zuerst war ich entsetzt über meine mangelnde politische Bildung. Dann habe ich Freunde gefragt, die ich für kluge Demokraten halte – und festgestellt, dass sie das auch nicht wußten. Im Wahlkampf und aus den Botschaften mancher Wahlplakate habe ich erkannt, dass sogar die Parteien und ihre Kandidaten zumindest zum Teil die Unterschiede des bei Bund, Land und Bezirkstag gültigen Wahlsystems nicht kennen.

Das hat mich getröstet, aber auch bewegt, dass ich hier zwei wesentliche Unterschiede kurz beschreibe:

  • Im Gegensatz zum Bundestagswahlrecht werden bei der Landtagswahl in Bayern für die Sitzverteilung nach Verhältniswahl auch die Erststimmen berücksichtigt (Siehe Bayerisches Landtagswahlsystem und Bundestagswahlrecht)!
  • Bei der Bezirkstagswahl für die Regierungsbezirke Bayerens wird auf eine Fünf-Prozent-Klausel wie im bayerischen Kommunalwahlrecht üblich verzichtet. Für die Landtagswahl dagegen gibt es eine Sperrklausel (Bis 1973 galt in Bayern eine Zehn-Prozent-Hürde auf Ebene der Wahlkreise, also der Regierungsbezirke. Seit 1973 ist in Art. 14 der Verfassung eine landesweite Fünf-Prozent-Hürde verankert. Da es im bayerischen Wahlsystem keine der Grundmandatsklausel des Bundestagswahlrechts vergleichbare Regelung gibt, bedeutet dies auch, dass siegreiche Stimmkreisbewerber dadurch eventuell kein Mandat erhalten).

Was bedeutet das?

Zum einen, dass der Wähler in Bayern bei seiner Vergabe von Erststimme nicht den Überlegungen folgen sollte, die ihm von Bundestagswahlen her vertraut sind. Dann bewirkt er unter Umständen etwas, das er gar nicht will.

Zum anderen, dass bei der Bezirkstagswahl man auch „kleine Parteien“ wählen kann, ohne dass die vergebenen Stimmen im Bereich „der Sonstigen“ entwertet werden wie bei der Landtagswahl.

Zur Erinnerung

Morgen ist sowohl Landtagswahl und Bezirkstagswahl. Und daran denken: für beide gelten am selben Tag und im selben Wahlbüro unterschiedliche Regeln.

Dazu ein paar Informationen:

Die Bezirkswahl 2013 ergaben in keinem der insgesamt sieben Bezirke eine absolute Mehrheit für die CSU. In den Bezirkstagen sitzen nicht nur  Abgeordnete der bekannten Parteien CSU (89), SPD (38) , FDP (6), FW (21), Grüne (18) sondern auch von den Linken (5), der BP (6), der ÖDP (6), den Franken (2) und auch den Piraten (4). Die Zahlen sind das Ergebnis der Wahl von 2013, entnommen habe ich sie aus Wikipedia.

Ich verstehe nicht, warum die Parteien, die absehbar keine Chance haben, in Bayern die 5 % – Hürde zum Landtag zu meistern, ihrer Wahl-Klientel nicht mitteilen, dass es diese Hürde bei der Bezirkswahl nicht gibt. Ich vermute, dass so mancher Wähler in diesem Falle eine kleine Partei wählen würde.

Mein Vorschlag wäre, das Wahlrecht zu vereinheitlichen – und dabei gleich zu reformieren. Um es dem Bürger damit ein wenig einfacher zu machen.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 5. Oktober 2018

Ist die Demokratie in Gefahr?

 

Heute mein Beitrag zur bayerischen Landtagswahl in gut einer Woche.

 

Zwischen Ruinen (Südgeorgien – Walfang).

Demokratie in Gefahr?
Immer öfters höre ich diese Frage.
Und meine Antwort ist
JA – aber schon länger!

Der demokratische Gedanke beinhaltet, dass die Menschen, die in einem Staat leben (und die dieses soziale System sind), ihre Abgeordneten wählen, die dann im Parlament einen gesellschaftlichen Konsens finden und diesen durch eine kluge Gesetzgebung realisieren sollen. Das funktioniert so aber schon lange nicht mehr.

Mein Freund Detlev Six schreibt:

Die liberale Demokratie ist das empfindlichste Wesen der Welt. Pflegt das Baby!

So meine ich auch, dass die Demokratie eine zarte Pflanze ist, die gut gepflegt werden will. Das wird sie aber nicht. Vielmehr wird sie seit Jahrzehnten von verschiedenen Schädlingen bedroht und geschädigt.

Folgende Ursachen für den Niedergang der Demokratie in Bayern und vielen anderen Ländern habe ich identifiziert:

  • Eine allgemeine Bildungsschwäche.
    Schule und Hochschulen „produzieren“ immer mehr an die Bedürfnisse des Systems angepasste Konsumenten und Arbeitskräfte, aber keine autonomen Menschen mit einem sittlich verantwortet übernommenen Werte-Bewusstsein.
  • Die Oligarchie der Parteien.
    Die Parteien arbeiten nicht mehr am „sozialen Konsens“. Es geht ihnen nicht um die Menschen, sondern um den Erhalt der Macht. Für diesen braucht man Wählerstimmen. Die will man um jeden Preis.
  • Interessenverbände und Lobbyismus.
    Die Bürger nehmen wahr, dass die Regierung, das Parlament und die Parteien von fremden Mächten dominiert werden, die ihre eigenen Interessen über die der Menschen stellen.
  • Marketing macht Wahlen lächerlich.
    Die Art, wie Wahlkampf geführt wird, irritiert die Menschen und entwertet die Wahl. Man sieht das jetzt wieder in Bayern. Welch plumper Unsinn steht auf den Wahlplakaten, die entlang der Straßen so intensiv verbreitet sind? Auch die „Wahl-Programme“ der Parteien überzeugen nicht. Man gewinnt den Eindruck, dass die Partei die Wahl gewinnen wird, die das meiste Geld in Marketing investieren und am besten Menschen manipulieren kann.
  • Die Selektion der Spitzenkandidaten und der Filz in den Parteien.
    So kommen immer wieder Parteibonzen zu Spitzen-Ämtern in Regierungen und Ministerien, für die sie nie demokratisch gewählt worden sind.
  • Gefühl der Ohnmacht.
    Weite Kreise in der Bevölkerung stellen fest, dass sie ohnmächtig sind (vermeintlich oder tatsächlich?).

Die „Demokratie in Gefahr“-Frage wird aber gestellt aufgrund der Erfolge von Populisten in Europa und der gefühlten und wohl auch realen Bedrohung von rechten Bewegungen und nationalistischen Tendenzen auch in Deutschland.

Ich meine aber, dass diese Probleme nur die Folge der von mir aufgelisteten und weiteren Ursachen ähnlicher Art sind. Das heißt für mich, dass wir uns die Misere selber eingebrockt haben. Durch demokratisches Versagen. Sowohl aktiv wie passiv.

Und wie so oft sind die, die über die Missstände besonders laut klagen, selbst die Verursacher des Missstandes. Wir müssen uns wohl oder übel an die eigene Nase fassen.

Und wie soll ich jetzt wählen?

Ich weiß es noch nicht. Die Grünen mag ich nicht, weil sie gemeinsam mit der SPD Einsätze der Bundeswehr im Ausland salonfähig gemacht haben. CSU und SPD erscheinen mir nicht wählbar. Bei der CSU liegt das nicht nur an den aktuellen Protagonisten, die SPD hat überhaupt nichts von #newwork verstanden, obwohl das ihr Thema sein könnte (müsste?). Die FDP, die mit ihrer plumpen „Bildungsoffensive“ ihre Klienten-Politik übertüncht, sind von „liberal“ Lichtjahre entfernt, so sind sie auch nicht meines. Die Linken haben zwar viele nach meiner Meinung richtiges im Programm aber auch viel Abenteuerliches, beim Thema „Arbeit“ sind sie mindestens genauso daneben wie die SPD. Die AFD ist so gar nicht meine Welt. Dann bleibt eigentlich nur die ÖDP, die mir sehr redlich erscheint oder „Die Partei“, die zumindest kein Spaß-Programm hat wie die seriösen Parteien. Ja, und die Piraten mag ich auch nicht mehr, seitdem sie versucht haben ein allgemeines politisches Programm zu schreiben (siehe IF-Blog vor 5 Jahren).

Aber das wichtigste:
Vielen von uns geht es wahnsinnig gut. Lasst uns das Leben genießen und einen Teil unserer Kraft für die Pflege (und Genesung) unseres Pflänzchens „liberale Demokratie“ einsetzen! Und das beginnt wahrscheinlich damit, zur Wahl zu gehen.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 8. April 2018

Ein (mein) demokratisches Manifest.

„Neue alte Erkenntnisse“

Thesen zum Nachdenken nach einer Diskussion mal wieder mit Leuten, die – nicht nur – eine Ahnung von Datensicherheit haben.

Datensicherheit geht im normalen Leben nicht
(und schon gar nicht mit IT)
Antivirus- und sonstige Sicherheits-Software ist der „Wolf im Schafspelz“
(wirkt wie Schlangen-Öl und öffnet die Tore erst so richtig).
Das Geschäft mit der Angst schadet allen
und beherrscht den Widersinn und Unverstand in der
öffentlichen politischen & gesellschaftlichen Diskussion
(Das ganze habe ich aufgeschrieben, weil ich froh bin, jeden Tag dazu zu lernen und das Gelernte gerne teilen mag).

WIR BRAUCHEN

  • Großen Mut an Stelle von Kleinem Geist
  • Dissidenten und Deserteure und keine der Obrigkeit folgenden System-Agenten
  • Menschen, die Eigenverantwortlichkeit leben und keine Befehlsempfänger, die sich darauf beschränken, Vorgaben umzusetzen.
  • Verrat an Stelle von Geheimhaltung
  • Keine Daten-Schützer sondern Geheimnis-Verräter
    (die wir Deutschen „whistle blower“ nennen).
  • Keine Geheim-Dienst-Leister sondern Transparenz-Garantie-Geber.
  • Kein DSGVO sondern Verpflichtung zur Transparenz.
  • Keine Datenschutzbeauftragten sondern Offenlegungsmenschen
  • Die Liste wäre noch fortzusetzen.

Allfällige Anmerkungen:

FRAGE: Welche stolze Nation hat wohl am meisten Deserteure und Dissidenten hingerichtet? Ich weiß es nicht, aber Deutschland war da bestimmt gut dabei.

MERKE: Nicht der Verrat ist schlimm sondern die Geheimhaltung. Denn ohne Geheimhaltung gibt es keinen Verrat – Geheimhaltung macht diesen erst möglich.

DENK DRAN: Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit (und werden beides verlieren).

NOGO: Das Aufstellen von Behauptungen und die Verweigerung von Belegen dafür mit dem Hinweis auf „Schutz de Quellen“. Das ist doch absolut absurd, auch weil es einen grenzenlosen Vertrauensvorschuss einfordert, den niemand verdient hat.

MISSTRAUEN: Vorsicht vor Abkürzungen. Die großen Einführer von Abkürzungen waren in Deutschland die Nazis (NSDAP). Allein das ist schon ein Grund gegen Begriffe wie DSGVO zu sein. Denn fast immer verbirgt sich klägliches hinter den strammen Großbuchstaben.

NOCH EINE FRAGE: 
Warum akzeptieren wir die Mittelmäßigkeit? (Rupert Lay)?
und vor allem:
Wie wirklich ist die Wirklichkeit? (Watzlawick).

Letzteres vor allem, weil so viele Leute heutzutage meinen, dass sie im Besitz der Wahrheit währen und vielleicht deshalb so unverantwortlich herum schwätzen.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 6. Oktober 2017

Katalonien

Mein Traum von EUROPA

La senyera – Die Flagge Kataloniens.

Zurzeit wird „Katalonien“ heiß diskutiert. Dann gebe ich halt auch meine „five cent“ dazu.

Ich würde mich über eine Trennung Kataloniens von Spanien freuen. Das würde auch Europa nicht schaden. Eher im Gegenteil.

Aus dem EURO käme Katalonien auch nicht heraus. So müsste man sie auch in der EU bleiben lassen und das eventuelle Veto Spaniens bei einem Beitrittsgesuch Kataloniens ignorieren. Weil sie ja eh schon Mitglied waren und es kein Neueintritt mehr ist.

Wegen mir kann dann ja Rest-Spanien die von Franco etablierte Monarchie weiterführen und den Austritt aus der EU beantragen. Empfehlen würde ich es ihnen aber nicht. Sie sollen bloß nicht wieder Franco-Denkmäler aufstellen und bitte die Finger vom Faschismus lassen.

Vielleicht bräuchten wir dann halt noch ein paar Sterne mehr – wie am (im) Himmel?

Aber mir geht es nicht um Katalonien. Mir geht es um eine Vision für Europa, die wahrscheinlich eine Reihe der aktuellen Probleme ein wenig lindern würde.

Man bräuchte ein EUROPA, das ein enger Verbund seiner Regionen (also regionalen Staaten bzw Länder) ist. Diese sollten von halbwegs vergleichbarer Größe sein und so ein wenig mehr auf Augenhöhe zusammen arbeiten können. Meine Annahme:
Je kleiner die Staaten, je größer die Anzahl und je enger der Verbund, desto besser!

Freilich müssten fürs Gelingen ein paar nicht einfache Bedingungen erfüllt werden:

  1. Der Verbund der Regionen Europas muss den Menschen dienen – und nicht den Geschäftemachern, Konzernen und Spekulanten.
    Das ist für mich eine zentrale Bedingung. Daraus folgt, dass um jeden Preis freie Märkte, die gedankenlose Abschaffung von Grenzen nicht die Priorität haben. Grenzenloses Wachstum, maximaler Konsum für alle und beliebiger Reichtum dürfen nicht oberste Ziele der der neuen „Wertegemeinschaft Europa“ sein genauso wie eine falsch verstandene Freiheit ohne Pflichten kein Wert ist.
  2. Europa darf nicht zum Selbstzweck werden.
    Europa darf nicht als Ziel haben, eine Supermacht zu werden und international eine führende Rolle zu haben, vielleicht sogar eine Art „neuer Weltpolizist“ zu sein. Weil es dieses zum einen nicht braucht und ein Europa, welches sich nachhaltig entwickelt, auch ohne Atomwaffen und Flugzeugträger sowieso eine weltweite wichtige Rolle mit großem Einfluss haben wird.
  3. Solidarität darf nicht durch Subventionen gelöst werden.
    Solidarität zwischen Regionen und Menschen kann nicht mit dem Scheckheft gelöst werden, besonders nicht „nur mit dem Scheckheft“. Ein gutes Beispiel sind hier die Subventionen der Landwirtschaft in der alten EU, die genau das zerstört haben, was sie (vielleicht) erhalten wollten.
  4. Die Nationalstaaten müssen weg.
    Das gilt für alle, besonders natürlich für die Großen wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien … (und auch Großbritannien, das ja „faktisch“ noch dabei ist). Weil man das ganze nationale Gedröhne und Gestöhne nicht mehr braucht – und es z.B. dem Fußball überlassen könnte.

Punkt 1. und 4. sind mir die wichtigsten

Zu 1.)
Was ist so schlimm, wenn ein Land seine lokalen Märkte und auch Eigenheiten sinnvoll schützt? Was ist so schlimm, wenn Kontrollen gemacht werden, wenn die Kriminalität zu nimmt? Ich meine, dass es ab einer gewissen Größe leider ohne so eine Art von Grenzkontrolle nicht gehen wird. Und dann mag ich die doch lieber systematisch und geordnet organisiert haben als willkürlich wie heute.
Für Lobbyismus und die aktuelle vorhandene Oligarchie von Interessengruppen, die sich Parteien nennen, darf in einem lebendigen und verantwortungsvoll funktionierendem Europa der Regionen endgültig kein Platz mehr sein.
Das mag unvorstellbar klingen, weil dazu die Demokratie erneuert werden und wahrscheinlich auch direkter werden muss. Wir haben ein Recht auf Utopien!
Weil wir das Recht (und die Pflicht) haben, die Kulturen Europas in ihrer Unterschiedlichkeit zu bewahren und die Vielfalt Europas zu erhalten.
Das muss in einem Europa der Regionen explizit erwünscht sein, gemeinsam besprochen und mit geeigneten Maßnahmen unterstützt werden. Sonst wird das nie etwas mit Eruopa.
Und dies zum Wohle aller – nur nicht der Spekulanten und von super-reichen Einzelpersonen oder super-mächtigen Systeme aller Art, besonders wenn sie sich „entpersonalisiert“ und verselbstständigt haben.

Zu 4.)
Wie schön wäre ein Europa bestehend aus überschaubaren Regionen. Dafür gibt es vor allem rationale Gründe. Kleine und selbstorganisierte Systeme funktionieren einfach besser als große, die auch noch von außen geregelt und verwaltet werden.
Flache Hierarchien machen eine sinnvolle Form von Subsidiarität leichter.
Politisch gäbe es dann „im oberen Bereich“ nur noch zwei anstelle der heute drei Ebenen.
Die EU ist in diesem Modell die oberste Ebene und die internationale Präsenz aller Regionen. Sie wird gesteuert vom Rat der Regionen, die ihre Dinge selber regeln dürfen. Die national infizierten und gerechtfertigten Zwischenebenen wie Berlin, Paris, Rom … – oder eben Madrid – würden ersatzlos wegfallen.
Dann bräuchte man auch kein Vetorecht von Einzelstaaten mehr (gleich ob die ein paar 100.000 oder 80 Millionen Menschen vertreten. Dieses würde ersetzt durch eine qualifizierte Mehrheit im Rat der Regionen.
Wenn mal eine Region umkippt oder völlig ausflippt, was immer wieder passieren wird, wäre das eher zu heilen wie heute. Man denke nur, wie unmöglich das ist, einen Staat wie Polen zu beeinflussen. In einem System auf Augenhöhe würde Solidarität auch besser und  direkter erfolgen können, als dies mit der EU-Gießkanne möglich ist.
Die EU müsste also aus „Ländern“ bestehen, von denen keines größer ist als zum Beispiel Bayern sein darf. Wahrscheinlich ist aber sogar Bayern sogar zu groß für eine EU-Region? Auch da böte sich eine sinnvolle Zerlegung und so mindestens eine gute Lösung an.

Wir müssen also die Nationalstaaten zerlegen. Bei der BRD Deutschland wäre es einfach, wir haben ja schon eine relativ vernünftige Länderstruktur. Die könnte man einfach übernehmen (und gerne auch noch verbessern, wie im letzten Absatz beschrieben). Klein-Länder wie Bremen oder Hamburg würde ich belassen. Wenn derzeit ein Estland ein EU-Land sein kann, warum sollen dann in Zukunft nicht die beiden stolzen deutschen Hansestädte nicht eine Region sein dürfen – wie dann auch Estland sein würde?

Wenn wir EUROPA heilen wollen, dann dürfen und müssen wir sehr wohl solche Utopien haben und anstreben! Sonst wird das nie etwas! Und dann kommt tatsächlich der Katzenjammer!

RMD

P.S.
Noch ein positiver Gedanke zur so schädlichen gemeinsamen Währung:
Ich meine ja, dass es die beste Lösung wäre, wenn es nach „Reifegrad/Zustand“ der Regionen es für diese verschiedene Währungen gäbe (ich nenne sie mal EURO1, EURO2 und EUROn). Aber das ist ein sehr kompliziertes Thema, das ich an dieser Stelle nicht diskutieren möchte.

Aber ein positiver Gedanke zu nur einem EURO möchte ich formulieren. Es könnte sein, dass ein EURO für alle Regionen – trotz vieler Nachteile auch einen großen Vorteil haben könnte: Ein EURO für alle wäre so etwas wie der eisernen Ring, der die Regionen zusammen hält. Und so einen Austritt unmöglich macht und hilft die immer wieder kommenden regionalen Krisen zu überstehen. Dazu wäre wieder eine Utopie notwendig – nämlich eine andere Währungspolitik der EZB als jetzt unter „Super-Mario“ Draghi.

Roland Dürre
Montag, der 2. Oktober 2017

FRAGEN (NICHT NUR) FÜR UNTERNEHMER.

Als nicht mehr ganz taufrischer aber noch junger Unternehmer im Büro in Unterhaching (1993 ?).

Am 7. Juni habe ich hier viele eher menschliche und allgemeine Fragen gestellt.

Und diese am 1. Oktober durch ein paar Thesen ergänzt, was denn „Mensch sein“ ausmacht.

Der aktuelle gesellschaftliche Konsens, wenn es denn noch einen gibt, wird mir immer unverständlicher.

Heute hier ein paar Fragen, die unsere „soziale Markt-Wirtschaft“ betreffen. Soweit es diese bei uns überhaupt noch erwünscht ist – denn schon länger existiert sie nur noch sehr eingeschränkt.

Die Wirtschaft ist für die Menschen da. Und nicht die Menschen für die Wirtschaft. Das gleiche muss auch für Unternehmen gelten. Diese sind auch für die Menschen da – und nicht die Menschen für die Unternehmen.

Die Definition:
Unternehmen sind soziale Systeme mit einem ökonomischen Zweck.

Der Zweck eines Unternehmens ist die Herstellung von Produkten und/oder das Generieren von Dienstleistung. Sie entwickeln Strukturen und organisieren sich. Unternehmen haben ihre Ordnung, die auch für die Menschen und nicht gegen die Menschen sein sollte.

Die Regel:
Gemeinwohl geht vor Maximierung des Profits!
In einer sozialen Markt-Wirtschaft müssen Unternehmen gemeinsam eine Gemeinwohl-Ökonomie realisieren. Einfluss über Lobbyismus zum eigenen Vorteil geht genauso nicht wie Externalität (die Externalisierung von Kosten). Das Prinzip „Gewinne werden privatisiert, die Verluste sozialisiert“ darf nicht gelten!

Und es stellen sich wieder Fragen:

  • Warum dürfen Unternehmen Dinge anbieten, die keiner braucht? Und die Nachfrage danach künstlich herstellen?
  • Warum haben Unternehmen aus Branchen wie Rüstung oder Genussmittel (Tabak) die mit Abstand besten Margen?
  • Warum agieren Konzerne so oft kriminell?
  • Warum werden kriminelle Unternehmen auch noch subventioniert und gesellschaftlich akzeptiert?
  • Wie kann es sein, dass bei Unternehmen der „Gesundheitsbranche“ (Medizin, Pharmazie …) der Shareholder Value wichtiger ist als der Auftrag, Menschen gesund zu machen?
  • Warum haben sich so viele Unternehmen (soziale Systeme mit ökonomischen Zweck) entpersonalisiert und systemisch verselbstständigt?
  • Warum gibt es immer noch “disziplinarische” Vorgesetzte?
  • Warum ist die Zeit nach wie vor das Maß für Arbeit.
  • Warum stehen sogar bei High-Tech-Unternehmen “Stechuhren”?
  • Warum sind Einkommen nicht transparent?
  • Wieso braucht es „Human Resource Departments“?
  • Warum verdienen Top-Manager oft das Zigfache ihrer Mitarbeitern?
  • Für was braucht man Vertrieb, wenn man gute Produkte hat?
  • Welche Aufgaben hat denn das Marketing außer zum Konsum zu manipulieren?
  • Was sind das für Unternehmen, die mit Lobbyismus die Regeln zu ihren Gunsten verändern und so beliebig Schaden am Gemeinwohl verursachen?
  • Warum ist die (unreflektierte) „Sorge um die Arbeitsplätze“ der Freibrief für den Erhalt sinnloser wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Strukturen und Umweltzerstörung?
  • Warum gehen „Veränderung und Wandel“ genau dann schon gar nicht, wenn das wirtschaftliche Interessen bedroht?
  • Warum werden bei solchen Dingen immer die wirtschaftlichen Risiken bedroht, die Chancen aber einfach ignoriert und weg diskutiert?
  • Warum hat das Interesse der Shareholder immer Priorität vor den Bedürfnissen der anderen Stakeholder (Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten …)?
  • Warum glauben so viele Menschen, dass Privatisierung das Allheilmittel für alle Probleme ist?
  • Warum werden kommunale und/oder staatliche Unternehmen immer noch als Unternehmen zweiter Klasse belächelt, obwohl doch zum Beispiele viele Stadtwerke zeigen, dass sie ihr Geschäft sehr gut beherrschen.
  • Was bringen „ethische“ Feigenblätter wie „CSR“ (Corporate Social Responsibilty) oder „BGM“ (Betriebsgesundheits-Management) für die Praxis?
  • Warum versteht man nicht, dass Unternehmen als soziale Systeme eher biologischen Lebewesen ähnlich und keine Maschinen sind, bei denen durch Drehen an den richtigen Schrauben Umsatz und Gewinn beliebig gesteuert und gemehrt werden kann?
  • Warum ist der Verbraucher zwar in der Theorie die „geschützte heilige Kuh“ nur in der Praxis das immer mehr „missachtete und gejagte Konsum-Vieh“?
  • Wie kann es sein, dass der Shareholder Value immer noch das Maß aller Dinge ist?
  • Warum geht es immer ausschließlich um Wachstum und Größe?
  • Und viele Fragen mehr …

Eigentlich ist es klar, wie es sein sollte. Umso schlimmer, dass dies jeder weiß und es keinen interessiert. Vielleicht weil Geld die einzige Metrik ist, die etwas gilt und an die alle glauben.

Das oberste Grundrecht in der alternden BRD (Bundesrepublik Deutschland) ist nicht mehr die „Würde des Menschen“ sondern die „Wahrung des Besitzstandes“.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 17. März 2017

Wir kurieren an den Symptomen und ignorieren die Ursachen.

Es lebe der Populismus!

Oder
Reden statt Handeln?

Der große Diktator Charly.

Jetzt habe ich die ersten (Wahlkampf-)Auftritte von Martin Schulz erlebt. Auch aus der Ferne habe ich den Eindruck gewonnen, dass hier wieder ein weiterer und zugegeben talentierter Versuch stattfindet, das allgemeine Unwohl-Befinden vieler Menschen als Resonanzkörper für die eigenen Ziele zu nutzen und dazu ein paar Verbesserungen bei Details zu fordern, die aber insgesamt nur ein Kurieren an den Symptomen bedeuten.

Ich habe in diesen Ansprachen das wahr genommen, was man wohl gemeinhin mit Populismus bezeichnet und das wohl das letzte verbleibende Erfolgsprinzip der aktuellen Politiker-Generation ist. Auf die Idee, die Ursachen zu erforschen um dann im Rahmen eines gesellschaftlichen Konsens durch politische Gestaltung Veränderungen einzuleiten, kommt wohl keiner mehr.

So ist mit Martin Schulz in Europa der nächste Populist im Anrollen. Diesmal für die eine „Volkspartei“. Wieder herrscht das Motto in den von mir gehörten Reden vor:

Wir geilen uns an den Symptomen auf und schimpfen sympathisch auf die Missstände, aber an die Ursachen trauen wir uns nicht heran.

Weil das  ja system-kritisch wäre und nach Veränderung schreien würde. Und das geht doch nicht. Besonders nicht bei der SPD. Denn das haben sich die Genossen, sich seit Jahren selber verboten. Weil sie ja wieder an die Macht wollen. Und auch in Regierungsbeteiligung haben sie alles „system-kritische“ vermieden, wo es nur ging. Weil ja „heilige“ Sachzwänge und systemische Notwendigkeiten der Veränderung im Wege sind.

Die Umweltkatastrophe und Zerstörung des Planeten (Plastik, Klima …) oder die gesellschaftliche Polarisierung der Menschheit mir ihren Folgen wie Flucht wegen Lebensraumvernichtung und mehr davon hat sie genauso kalt gelassen und wurde so lieber beim Regieren einfach außen vor gelassen. Weil es nur gestört hätte.

„Sozialdemokratie First“ ist rhetorisch leicht zu kommunizieren. Nur sie zu machen und an die Ursachen ran zu gehen, das ist ein wenig anspruchsvoller. Man will ja nicht (sehr) unbequem sein und niemanden auch mal weh tun. Nicht mal in den Wahlkampfreden erwähnt man sie, denn schlechte Nachrichten sind unpopulär. Besonders wenn man sie nicht mehr ignorieren kann.

Obwohl auch Realität ein tolles Thema sogar für Populisten sein könnte. Unten habe ich ein Video als Beispiel angehängt. Nur wer über Realität spricht, der darf „keine Angst vor der eigenen Courage“ haben. Die Realität muss man aushalten können. Und sich nicht davor fürchten, dass ihre Erwähnung Wählerstimmen kosten könnte. Man braucht also Mut. Und zurzeit scheint Feigheit höher im Kurs zu stehen. Die Angst findet im Kopf statt und sie regiert die Welt auf wahnsinnige Art und Weise.

So versuche ich hier einmal mehr die Ursachen für die Polarisierung unserer Gesellschaft in immer weniger Reiche und viele Arme zu beschreiben. Also genau da wo man als Sozialdemokrat mal ansetzen müsste.

Die Ursachen für Polarisierung sind:

  • die freie Spekulation mit allem, ob Währungen, Unternehmen, Nahrungsmittel, Rohstoffe, Grund & Boden, copyright, Rechte aller Art …
  • ein Eigentumsrecht, das exorbitant und exzessiv individuelles „geistiges Eigentum“ schützt,
  • ein allgemeines Verständnis von Eigentum, dem das „Eigentum verpflichtet“ völlig abhanden gekommen zu scheint,
  • die gesellschaftliche Legitimierung von illegitimer Einflussnahme von Interessengruppen auf Gemeinwohl-Interessen (genannt Lobbyismus als Tatbestand von Vorteilserschleichung).
  • Propaganda inklusive der Verführung und Manipulation auf allen Ebenen auch des Unterbewusstsein als normale Methode des Wirtschaften (genannt Marketing) Verführung, mit dem Ziel das der Betroffene gegen seinen Willen und seine Vernunft handelt.

Obwohl wir es besser wissen, meinen wir immer noch, dass

  • Wachstum vor Gesundheit,
  • Taylorismus vor Ganzheitlichkeit,
  • Shareholder Value vor Gemeinwohl-Ökonomie gehen.

Wann lernen wir endlich, dass

  • die Interessen  der Stakeholder (Kunden, Mitarbeiter …) vor den Interessen der Shareholder gehen und dass in einer
  • Gesellschaft mit Zukunft soziale Gemeinsamkeit und nicht mehr private Besitzstandwahrung das oberstes Ziel von Individuen und Kollektiven sein darf?

Warum reden also Politiker nie über die Ursachen sondern hauen immer nur populistisch auf die Pauke? Und schreiben immer nur ein Herum-Doktern an Details und Symptomen ins Programm? Und warum sind damit auch noch erfolgreich?

🙂 Hier ein Beispiel für „POPULISMUS“, der mir gut gefällt. Wenn Harald Lesch auch nur zum Teil recht hat (und das könnte ich mir sehr gut vorstellen), dann dürften meine oben erwähnten „gesellschaftlichen Besorgnisse“ bald gar keine Rolle mehr spielen, weil es dann nur noch ums Überleben gehen wird.

Ja – genau diese Rede würde ich gerne mal von einem Politiker hören …

RMD