Hans Bonfigt
Montag, der 10. Juli 2017

Digitale Dekadenz und degenerative Demenz

Überraschend muß ich zum Kunden.  In der schönen neuen Mobilwelt kein Problem:  Die Bahnfahrkarte kann ich mit dem Browser meines Mobiltelephons bestellen.

Seit heute nicht mehr.  „Ihr Browser wird nicht mehr unterstützt“, nee, schon klar, ist ja auch schon zwei Jahre alt.   „Sie können aber mit unserer APP die Bestellung tätigen“.   Wenn ich das Wort „APP“ bloß höre, brodelt mir die Magensäure.   Was ist das für ein Schwachsinn ?   Warum muß ich für Allerweltsaufgaben anfällige Spezialprogramme haben, wo es ein Internet-Browser genau so tut ?  Das Schlimmste:  Die meisten „App“s bekommt man nur für das verschwiemelte „Android“ oder das Insignium des technischen Analphabeten, das „Iphone“.  Nun bin ich weder Masochist noch schwul und so kommt ein solcher Mist einfach nicht für mich infrage.   Aber ich probiere dennoch einmal, mit meinem (QNX-) Blackberry die „App“ zu installieren.

Also öffne ich den Blackberry-Paketmanager.   Und finde die „App“.  Alles easy, nicht wahr ?   Schnell auf „Installieren“ gedrückt und schon …

… poppt ein Fenster auf:   „Diese Anwendung muß über den ‚Amazon Store‘ installiert werden“.  Ich will aber kein „Amazon Kunde“ werden !  Immerhin meine Frau hat ein Kundenkonto dort, und so eine fliegende Geschlechtumwandlung ist heutzutage ja hip.   Um überhaupt auf den Amazon-Shop zugreifen zu können, muß ich erstmal 500 MB (kein Witz!) Updates installieren.

Danach kann es endlich losgehen:   Amazon möchte Zugriff auf:

  • Bilder, Musik und Dokumente meines Telephons,
  • meinen Standort,
  • meine Kamera,
  • mein Telephon
  • das Mikrophon

naja, wer das bestätigt, dem sollte das aktive Wahlrecht auf Lebenszeit entzogen werden.

Also:  Es geht nicht, im Zug darf ich, „weil die digitalen Möglichkeiten ja so vielfältig sind“, 12 Euro Zuschlag zahlen.

Später lese ich:   Die „Bahn-App“ kann zwar Fahrscheine buchen und anzeigen, aber nicht mehr für ein hoffnungslos veraltetes Gerät wie meines.

Während dumme Schwätzer immer über „Digitale Barrierefreiheit“ diskutieren, bauen unsere servilen, proaktiven IT-Psychopathen jeden Tag immer mehr Barrieren auf.

 

Als ich beim Kunden ankomme, ist dieser ziemlich sauer:

„Da, sehen Sie!  Meine Leute können praktisch nicht mit dem Internetbrowser arbeiten!“.   Und tatsächlich:  Wenn man mit dem Scrollrad eine Seite schiebt, egal welche, dann dauert ein einzelner Zeilensprung etwa drei Sekunden.  Einmal schwungvoll am Rad gedreht und man kann in Ruhe einen Kaffee trinken gehen.

Was war passiert ?   Ein Sicherheitsupdate installierte auch die neue Superversion des „firefox“ – Browsers.   Und wenn die gerade einmal 16jährigen Pickelgesichter ihre Phantasieen ausgelebt haben, bleibt kein Auge trocken:  Manchmal kann man nicht mehr drucken, weil das Standard-Unix-Druckprotokoll nicht mehr unterstützt wird, manchmal nerven neumodische Sicherheitsfenster, die Eingaben unmöglich machen.  Aber jetzt haben die Spinner den Vogel abgeschossen:   In ihrer grenzenlosen Selbstüberschätzung haben sie auch das Font Rendering übernommen.   Sie basteln also die Seite zusammen und geben sie als monolithische Graphik aus.

Dumm nur:  Eine der wirklichen Stärken des UNIX – Betriebssystems liegt darin, daß Programmausführung und -visualisierung auf komplett unterschiedlichen Maschinen laufen können.   Und das ist gut so, denn es ermöglicht zentrale Programmausführung und zentrale Programmpflege.  Intelligente Unternehmen statten nicht jeden Arbeitsplatz mit einem komletten Rechner aus, für den Lizenzen anfallen, für den Sicherheitsupdates gefahren werden müssen etc. pp..  Gut, die Stadt München will jetzt genau in diese Sackgasse, aber ich sprach ja auch von intelligenten Unternehmen.

Also:  Meine Kunden haben in der Regel genau einen Internetbrowser, welcher auf einem Server im Serverraum läuft.   Bedient wird in den Büros über kleine Terminals.   Der Clou dabei:  Die Hauptarbeit der graphischen Aufbereitung erfolgt anhand einer vom Server geschickten „Aufgabenliste“ auf den Arbeitsplatzrechnern.  Das entlastet den Server ungemein, selbst ein schwachbrüstiger INTEL-Server kann leicht 500 Mitarbeiter bedienen.  Gleichzeitig wird der Datentransfer dramatisch begrenzt, die Anweisung, „Mach den Schirm hellblau und schreibe ‚Reiters neue Perspektive‘ drauf“, bedarf etwa 150 Bytes.  Eine direkte Ausgabe auf dem Bildschirm verquast sinnlos 6.220.800 Bytes, die ebenso sinnlos über das Netzwerk geschickt werden müssen.  Solange das Netzwerk lokal ist, kann man vielleicht damit leben – aber wehe, man sitzt „in der Cloud“, der vielgepriesenen.

Die juvenilen Pickelgesichter haben zwar den multikulturellen Regenbogen in der fauligen Matschbirne, aber je müheloser sie mit ihren Daddel-Gadgets weltweit Kontakt aufnehmen können, desto schneller schrumpft ihr geistiger Tellerrand.  Es paßt nur noch eine Pizza drauf, denn sie backen nur kleine Brötchen.  Zu denken brauchen auch nicht mehr, denn das tut ja „Sascha Lobo“ für sie.   Und weil sie nur ihr mit „Stickern“ verklebtes Notebook sehen, das ihre Welt ist, machen sie ganz en passant einen der größten Vorteile, die UNIX zu bieten hat, kaputt.  Auch deswegen, weil sie UNIX oder Linux nie wirklich verstanden haben.

 

Im Wittgensteinschen Sinne begrenzt die Sprache den kognitiven Horizont des Menschen, bei der Linux – Daddelcommunity hat der prollige PC die Bedeutung der Sprache eingenommen.   Graphik-Frickler wie die „Firefox“-Truppe muß man ja nicht ernst nehmen, kommen wir zu den richtig gefährlichen Revisionisten:

Lennart Poettering: Der größte juvenile Welt-verbesserer seit „Kremlflieger“ Matthias Rust

Hier kann man nicht mehr von Schadenspotential reden, denn der Schaden ist bereits angerichtet.   Schon als Kleinkind war Lennart begeistert, was für ein schöner, monolithisch zusammengekleisterter Kotzbrocken „Windows“ ist und „engagierte“ sich in der „Gnome-Community“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Linux zu einem unbrauchbaren, überladenen Havaristen zu transformieren, auf daß dem Benutzer die gleiche „Desktop-Experience“ widerfahre wie unter „Windows“.

Dabei wirkte sich aber eines störend aus:  Die völlige Trennung von Hardware, Kernel, Bibliotheken und Programmen.   Und klein-Lennart hatte eine Idee, wie er das würde ändern können — indem er das System an der Wurzel befallen würde, durch Redefinition der Mutter aller UNIX-Prozesse, nämlich des Prozesses 1.  Der startet und überwacht alle folgenden Prozesse.

Nun ist es mir weitgehend egal, was Jungprogrammierer in die Tastatur erbrechen und ich habe die Angelegenheit ignoriert.  Bis eines schönen Tages nach Stromausfall ein Kundenserver nicht mehr hochkam.  Das /usr – Dateisystem war korrumpiert und wollte repariert werden.  „In einer Viertelstunde sitzt Du wieder im Zug“, denke ich mir noch, starte den Server in den ‚rescue mode‘, will den check anwerfen  —  und muß feststellen, daß das /usr – Dateisystem bereits in Verwendung ist !!.   What-the-fuck ?

Da rufe ich doch gleich einmal den Marc Haber an und erfahre:  Ja, weil uns der Lennart so viele schöne neue Funktionen beschert hat, kommt er mit der minimalen ‚root‘ – Umgebung nicht mehr aus.  Und deswegen muß er das komplette /usr anhängen.  Er will aber auch alsbald /var assimilieren“.

Tja, und bald haben wir dann, wie unter „Windows“, einen großen Pott.  Zu retten wäre das von Poettering befallene System wohl nicht, wenn es nicht so chice Werkzeuge wie http://grml.org/ gäbe.  In diesem Falle war die Reparatur noch einfach, aber es gibt, auch in der täglichen Praxis, durchaus Fälle, in denen ‚rustikale‘ externe Methoden nicht mehr funktionieren.

Aber es kommt noch knüppeldick:  Klein-Lennart möchte nämlich auch noch den Boot-Loader integrieren, und da hat er auch schon das passende Produkt gefunden:  den Bootloader „GUMMIBOOT“.  „Gummiboot“.  Wie lustig, etwas für die ganz, ganz 13337en unter uns, die die Doppeldeutigkeit „Boot“ und „boot“ erkennen.  Das ist Heidegger, wenn nicht sogar Baudrillard oder Michel Foucault !

Denn „der Bootloader muß mit dem Betriebssystem kommunizieren“, ah ja.   Vielleicht liest Lennart irgenwann einmal nach, wieso ein Bootloader eigentlich „bootstrap loader“ heißt und was es damit auf sich hat.

Nicht verzagen, wir sind noch lange nicht fertig:   Auch der Linux-Kernel muß Teil werden von Lennarts kleiner Welt.   Nur zu blöd, daß die Kernel-Entwickler den kleinen Pupser völlig unverständlicherweise so ganz und gar nicht ausstehen können.  Aber denen hat er es jetzt gegeben:  Er bezeichnete die Entwickler-Ecke als „sick place“ und Linus Thorvalds dachte schon laut über eine Code-Sperre nach.  Der Kelch eines von Poettering verseuchten Linux-Kernels ist wohl vorerst an uns vorbeigegangen.

Nun dachte ich mir, „deinstalliere doch einfach diesen ’systemd‘ und Du hast Deine Ruhe“.   Aber weit gefehlt, das klappt nicht mehr.   Denn klein-Lennart stellt auch neue Standardschnittstellen für die Anwendungssoftware bereit, beispielsweise die Protokollierungs-Schnittstelle und diverse Abstraktionslayer.  Die Maintainer diverser Distributionen haben jede Menge Anwendungsprogramme entsprechend angepaßt.  Und so wird der verschöngeistigte, pubertäre Mist urplötzlich unverzichtbar.

Eine „Innovation“, so notwendig und so bescheuert wie die Rechtschreibreform.

 

Das Übel dabei ist:

Es wird nichts besser, sondern immer komplexer, aufgeplusterter und aufgedunsener.

Aber das allerschlimmste:

Alle machen kritiklos mit.

 

 

-hb

Roland Dürre
Mittwoch, der 5. Juli 2017

Von Waffen und Autos

Am 13. Juli treffen wir uns wieder im Rahmen von „AktMobCmp“ und träumen von friedlicher und aktiver Mobilität. Aus diesem Anlass eine Polemik gegen Autos und Waffen, die allerdings gar keine Polemik ist. Wenn es nicht so traurig wäre dann wär’s schon wieder lustig.

VORSICHT – Mit Autos kenne ich mich gut aus! „Mein Porsche (von Distler) und ich!“

Jedes Jahr ergießen sich weitere Millionen Autos über den Planeten. Die meisten gehen zum „Kunden“, also auf einen Parkplatz unter einer Laterne oder sie müssen in eine Garage. Viele kommen aber gleich auf eine Halde. Zigtausendfach stehen sie dann in irgendwelchen Wüsten sauber aufgereiht herum (siehe Beispiele in Youtube). Zighundertfach finden wir Autos in unserer kleinen Welt auf den Halden kleiner und großer „Gebrauchtwagenhändler“, die es dutzendfach an allen größeren und kleineren Ausfallstraßen unserer kleineren wie größeren Städte gibt.

Aber auch die „zugelassenen“ Autos werden nur gelegentlich benutzt und stehen meistens herum, oft sehr dumm im Wege des nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmers. Sie benötigen Unmengen von betonierten Flächen und rauben den Menschen den Platz zum Leben. Das finde ich gar nicht gut. Nur, wenn diese Autos alle dauernd fahren würden, dann wär’s eine unvorstellbare Katastrophe. Das Leben würde unsäglich werden. Also ist es besser, dass sie herumstehen.


Es macht einfach keinen Sinn, dass die Welt von einer Milliarde von „Kraftfahrzeugen“ zu geparkt und überrollt wird und es wahrscheinlich so viel Autositze wie Menschen gibt.


Das muss sich ändern – denn das hält der Planet nicht aus. Nur, Geld regiert die Welt – und mit Autos kann man so richtig Geld machen. Denn Autos sind halt so gut fürs Ego des Konsumentenmenschen unserer „modernen und entwickelten Gesellschaft“. Dafür zahlt man gerne.

VORSICHT – Mit Waffen kenne ich mich auch aus – ob Pistole und Gewehr, Maschinenpistole und -gewehr, Panzerfaust usw. 

Bei den Waffen ist es ähnlich. Auch da wird jedes Jahr eine schier unvorstellbare Menge produziert. Ich weiß wirklich nicht, ob die Welt in der Summe mehr Geld für Autos oder für Waffen ausgibt. Beides dürften unvorstellbare Summen sein. Wahrscheinlich ist Autos bauen immer noch besser als Waffen herstellen.

Auch Waffen sind zuerst mal Statussymbole, wohl noch schlimmere als Autos. Was die Pistole und das Gewehr manchem kleinen Mann ist, das ist die Interkontinental-Rakete dem Mächtigen. Und alle rüsten auf. Der kleine Mann sogar in Bayern, weil das Land so unsicher wird. Die Polizei, weil der kleine Mann immer gewalttätiger wird. Und die Nato und ihre Feinde, weil die Weltlage immer gefährlicher wird.

Waffen wie Autos sind aber nicht nur gut fürs Ego. Auch mit Waffen kann man so richtig Profit machen. Glücklicherweise werden Waffen – im Gegensatz oder ähnlich wie bei Autos (?) – überwiegend auf Vorrat produziert. Das macht geschäftlich auf Dauer keinen Sinn, denn irgendwann mal müssen sie auch eingesetzt werden. Dafür braucht man Kriege. Und immer wenn irgendwo mit großem Aufwand Frieden geschaffen wird, macht man halt woanders einen kleinen Krieg. Das ist auch gar nicht so aufwändig. Und man darf das Feuer des Krieges nie ausgehen lassen, sonst könnte schnell Schluss mit dem Geschäft sein! Und das darf nicht sein!

Glücklicherweise (für uns) finden die Kriege der Regel immer in einem Teil der Welt statt, der weit weg von uns ist. Denn wir finden den Krieg ganz schlimm. Bei uns in Europa hat man den Krieg zum Tabu erklärt. Zwar verdienen wir gutes Geld damit – aber die Ergebnisse wollen wir es bei uns nicht haben. Das macht aber nichts, sind wir doch eine Export-Nation. Und so exportieren wir halt auch Krieg.

Zuhause bei uns aber rasten wir schon bei ein wenig Terror (= Krieg) aus. Das geht doch gar nicht! Haben wir doch schon genug Opfer als Folge der Kriege, die wir permanent auf den Autobahnen und Straßen der Republik führen. Das schafft schon genug Leid und Entsetzen. Also brauchen wir bei uns keine Kriege und machen diese immer möglichst weit weg von unseren Grenzen. Und bekämpfen dort auch besonders gerne den Terror. Weil der ja sonst zu uns kommt. Vielleicht kommt er aber gerade dann zu uns, wenn wir ihn in seiner Heimat bekämpfen?


Aber wehe, die Waffen, die wir bauen, werden alle eingesetzt. Überall, auch bei uns. Dann passiert das, was man Weltkrieg nennt. Und es wäre Schluss mit lustig und Klappe zu. Für uns alle.


Die Autos spielen schon „Weltkrieg“. Sie morden weltweit im Jahr deutlich mehr als eine Million Menschen (Berichtet werden 1,25 Millionen Toten im Jahr und ein zweistellig Mehrfaches an ernsthaft Verletzten. Allein in Deutschland wurden 396 666 Verkehrs­teilnehmer im Jahr 2016  verletzt).

Das dürfte mehr sein als es zurzeit alle Waffen zusammen im Jahr schaffen – selbst wenn wir die „normalen“ zivilen Waffenopfer (wie in den Straßen und Häusern der USA), die von terroristischen Anschläge verursachten und die in „gerechten Kriegen“ für oder gegen irgendwelche „Hirnverbranntheiten“ geopferten Opfer summieren. Es ist einfach alles ein Wahnsinn, an dem wir alle gemeinsam tapfer mitwirken.


Absurditäten gibt es sowohl bei Waffen wie bei Autos! Und wenn es nicht so schlimm wäre könnte man darüber lachen.


So gibt es eine ganz moderne Kanone auf einem ganz modernen Schiff. Wir dürfen raten, welchem „Nicht-Schurken-Staat“ beides gehört. Die Kanone darf aber gar nicht benutzt werden, weil jeder Schuss läppische 800.000 US-Dollar kostet. Und dann ist es besonders peinlich, wenn das dazugehörige Schiff im Panama-Kanal stecken bleibt. Das war die Zumwalt (2016).

Aber irgendwann muss die Kanone der Zumwalt doch mal eingesetzt werden. Ich kenne mich mit der Marine nicht so aus (ich war ja bei der Luftwaffe), aber vielleicht lohnt sich ein so teurer Schuss ja um später mal einen chinesischen Flugzeugträger abzuschießen. Die sollen ja ganz emsig eine ganze Reihe davon bauen. Da muss dann aber der erste Schuss sitzen …

Auch die MOAB hieß übrigens ursprünglich nicht „mother of all bombs“ – so einen zynischen Namen würde das Pentagon doch keiner Bombe geben – sondern „Massive Ordnance Air Blast“. Auch dieses Gerät musste halt auch irgendwann mal abgeworfen werden. Und weil man es nicht besser wusste, hat man es halt über Pakistan gemacht. Weil sich so ein armes Land ja nicht wehren kann und dies ja eh von den Taliban befreit werden muss.

So hat man – angeblich – mit der MOAB einen großen unterirdischen militärischen Komplex der Taliban zerstört. Und weil man die „Zivil-Bevölkerung“ bei diesem Abwurf optimal geschützt hat, wusste man schon kurz nach dem Abwurf ganz genau die Anzahl der getöteten Taliban-Bösewichte. Ach wie herrlich absurd.

Bei den Autos sehe ich die Absurditäten jeden Tag auf den Strassen Münchens. Die heißen dann unter anderem SUVs und haben gelegentlich mehr Pferdestärken als Lkws und Busse. Und blasen mir ihre Abgase ins Gesicht und in die Lunge, so wie früher der Raucher am Nachbartisch beim Pizza-Essen im Italienischen Restaurant.


Ein Freund hat gefordert, dass man die Abgase zuerst durch das Innere des Autos leiten solle bevor man sie nach außen entlässt. Eine Forderung die ich als Fußgänger oder Radler in der Rosenheimer Straße in München nur unterstützen kann.


Beim Auto gibt es eine neue Entwicklung. Denn auch die nicht sonderlich gebildeten Terroristen haben erkannt, wie gut sie Autos zur Ausübung ihres Gewerbes einsetzen können. Das Auto als die BOAB (best of all bombs). Weil es so einfach zu benutzen ist. Und die „Terroristen“ nutzen es immer häufiger. Warum soll man sich die Mühe machen, eine Bombe zu bauen, wenn man eh sterben will? Dann setzt man sich doch besser ans Steuer eines Kfz und gibt Vollgas. Freie Fahrt für freie Bürger.

Und die Kommunen beginnen, ihre Plätze und Fußgängerzonen mit Pollern zu schützen. Man sollte in Unternehmen investieren, die Poller bauen.

Ich schließe meinen Artikel und zitiere aktuelle Zahlen für Deutschland aus der Straßenkriegsberichtserstattung des statistischen Bundesamtes.


WIESBADEN – 239 Menschen kamen im April 2017 bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren das acht Verkehrstote oder 3,2 % weniger als im April 2016. Die Zahl der Verletzten ging um 12,0 % auf circa 28 300 gegenüber dem Vorjahresmonat zurück.

Von Januar bis April 2017 wurden 867 Verkehrstote gezählt, das waren nahezu genauso viele wie im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2016 (865 Getötete). Rund 105 600 Menschen wurden in den ersten vier Monaten 2017 auf Deutschlands Straßen verletzt, ein Rückgang um 2,9 % gegenüber Januar bis April 2016. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle ist gesunken. In den ersten vier Monaten 2017 erfasste die Polizei 790 400 Straßenverkehrsunfälle, 1,4 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Darunter waren 81 300 Unfälle mit Personen­schaden (– 2,7 %) und 709 000 Unfälle mit ausschließlich Sachschaden (– 1,2 %).

Im April 2017 kamen 239 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben (-3,2% / -8 Tote z VJ), 28300 wurden verletzt.


Immerhin schreiben sie, dass die Zahlen gesunken sind. Das obwohl die akkumulierte Vier-Monats-Zahl der Toten gestiegen ist! Aber was sind schon zwei Verkehrstote mehr? Der Trend zeigt übrigens, dass die Zahlen der Verkehrstoten in Deutschland wieder steigen. Und ich höre in Deutschland keinen Ruf nach VISION ZERO wie in Schweden. Es ist eine Schande!

RMD

Hans Bonfigt
Montag, der 22. Mai 2017

Wut essen Seele auf…

Lieber Roland,

bin gerade auf Heimfahrt von der Uni Bremen, eine sehr schöne, rein technische Veranstaltung mit netten Austauschstudenten aus Cádiz – die Jungs hätten Ihnen gut gefallen.

Nun will ich gerade, positiv beinflußt und beschwingt, einen netten Nachruf auf einen wirklichen Universalgelehrten schreiben, von dem ich seit meinem 16. Lebensjahr eigentlich alles lese, was ich in die Hände bekomme: Prof. Dr. Joachim Kaiser. Einmal aus der Sicht eines Rezipienten.

 

Aber ich mache den Fehler und öffne den „Spiegel online“:

„Ursula von der Leyen läßt Bild von Kurt von Hammerstein-Equord an der BW-Uni abhängen“
Diese Dumpfbratze ist so peinlich, daß es weh tut.

„Niederländisches Gesetz zur Netzneutralität verstößt gegen EU-Recht“
Danke, Herr Ex-Digitalkommissar Oettinger. Und allen Schwaben die Krätze an den Hals!‎

„Alle Münchner sind in der Verantwortung, neue Moscheen zu schaffen“
Ja, spinnen denn die? Gerade in München gibt es eindeutig zu viele Gotteshäuser – die man sich hinsichtlich Brandschutz und neuen EU-Bauvorschriften einmal ganz genau angucken sollte!

„Jan Böhmermann liest Briefe von Dennis Yüksel“
Kann jemand diesen widerlichen Jammerlappen nicht in den Kofferraum stecken und zu seinem Kumpel in die Türkei bringen? Erdogan freut sich schon.‎

 

Also jetzt ‚mal im Ernst:
Jede einzelne Schlagzeile, ibs. die mit Kurt von Hammerstein, hätte gereicht, mir den Tag zu vermiesen — aber vier solche Klopper?

 

Also ehrlich, der Typ in „Falling Down“ wird mir immer sympathischer.

-hb

DSC_1659oder:
Wie sich der Herr mit Chauffeur das selbstfahrende Auto vorstellt.

ADFC – das ist der Lobby-Club für uns Radler. Viele Radfahrer empfinden diesen Club als ein wenig altbacken und sehen ihn als Gegenentwurf zum ADAC. Deshalb machen sie lieber bei freien Graswurzelbewegungen wie „Critical Mass“ und ähnlichen mit. Trotzdem bin ich gerne Mitglied des ADFC und unterstütze den Verein in seiner Lobbyarbeit wenn irgendwie möglich. Und empfehle die Mitgliedschaft auch sehr.

Der ADFC macht auch sehr gute Veranstaltungen. Eine davon ist das Mittagsgespräch in München. Da habe ich schon viele interessante Beiträge erlebt von Menschen wie Herrn Ude (als Bürgermeister), Herrn Ramsauer (als Bundesverkehrsminister), Toni Hofreiter (als Experte der Grünen für Mobilität) aber auch von in der Öffentlichkeit weniger bekannten Menschen wie z.B. dem Vorstand der DB-Regio. Dies immer mit interessanten und wichtigen Diskussionen.

Gestern war wieder ADFC-Mittagsgespräch in München. Als Redner war Peter Driessen geladen, der Haupt-Geschäftsführer der IHK München und Oberbayern. Für Leute, die diese Abkürzung nicht kennen: IHK steht für Industrie- und Handelskammer. Das ist eine Organisation, in der man als Unternehmen zwangsweise Mitglied sein muss und genauso zwangsweise „Kohle“ abdrücken muss.

Als Unternehmer weiß man nicht für was – bekommt dafür aber alle paar Wochen eine inhaltlich schwaches und uninteressantes Hochglanz-Magazin, das in der Regel sofort beim Altpapier landet. Die IHK ist in der Öffentlichkeit auch bekannt, da ihre „IHKs vor Ort“ oft ziemlich viele Geschäftsführende haben (in Chemnitz und Dresden z.B. 10, in Erfurt gar 11, in Hannover, Koblenz , Saarbrücken und Würzburg sogar 16), die meistens ganz ordentliche Gehälter beziehen, weil sie ja für so viele Unternehmen verantwortlich (?) sind (Zahlen siehe Offizielle Liste der IHK zur Einkünfte der GF-Teams ohne weitere Vorteile wie Geschäftsauto mit Fahrer etc.).

Und Peter D. hat uns an einem (wie er sagte unfreiwillig) selbst erlebten Beispiel die zukünftige Integration der verschiedenen Verkehrssysteme erklärt und dabei auch seine Vision zum „Fahrerlosen Auto“ preis gegeben:

„Auf der Donnersberger Brücke sei er mit seinem Chauffeur auf dem Wege zu einem Vortrag im Stau gestanden. Und da es keine Chance mehr gab, mit dem PKW pünktlich am Ziel zu sein, hat er fluchs das Auto verlassen und ist mit der S-Bahn weiter gefahren. Und wäre so auch pünktlich angekommen. Was ja ohne Chauffeur gar nicht gegangen wäre, denn er hätte das Auto ja nicht einfach auf der Donnersberger Brücke stehen lassen können“.

Dieses Beispiel hat er dann mit seiner Vision zum selbst fahrenden Auto ergänzt:

„So könne man doch in solchen Situationen mit dem Öffentlichen Nahverkehr ans Ziel fahren und das fahrerlose Auto würde im Stau hinterherzuckeln und dann seinen Eigentümer wieder abholen.“

Das klang ziemlich ernst. Vielleicht war es auch lustig gemeint. Nur ist so ein Bild von mobiler Zukunft alles anders als lustig. Besonders wenn es von einem wichtigen Repräsentanten eines Wirtschaftsverbandes kommt, der zumindest sich selbst für unheimlich wichtig hält.

RMD

Hans Bonfigt
Sonntag, der 21. August 2016

Ende mit Schrecken

Der Roland, zurecht, sagt ja immer, hier im Blog müsse das Positive überwiegen. Und er hat recht. Deswegen fange ich jetzt einmal mit etwas Positivem an.

Denn es gibt junge Leute, die sich eigenständig etwas erarbeiten, das nicht der Erzielung von Einkünften dient, sondern der Erforschung des Wesens der Dinge. Nehmen wir einmal den Herrn Warkus. Der, im Rahmen seines Philosophiestudiums in Marburg, hat die Arbeiten von C.S. Peirce, den „Digitalfritzen“ unter uns bekannt vom ‚Peirce-Operator‘, fortgeschrieben. Er spricht nicht mit mir, uns trennt ein Marianengraben an Gegensätzen, den man dahingehend abstrahieren kann, daß er Gerechtigkeit als hohes Gut erachtet, ich dagegen Ungerechtigkeit als notwendiges Übel.

Dennoch nehme ich mir die Freiheit, jemanden zu bewundern, der „über die Veränderung in Zeichen“ promoviert wurde. Er stellt das bisherige Paradigma von Veränderung, „eine Eigenschaft ist entfallen oder hinzugekommen“ infrage und kombiniert die Sichtweise von Peirce mit semiotischen Ansätzen: Wahrnehmungen werden von der Realität quasi gespiegelt, zum Beispiel die Farbe an einer Wand. Gleichzeitig werden aber auch Wahrnehmungstäuschungen ‚mitgespiegelt‘, zum Beispiel durch den Farbton der Beleuchtung. Das resultierende Ergebnis wird von uns sogleich perzipiert, quasi einem Bewertungsalgorithmus unterzogen. Interessant wäre es jetzt, zu postulieren, daß Veränderungen (nur) dann existieren, wenn sich die Perzeption ändert. Ganz herunterbanalisiert: „Das Wesen der Dinge ist ihr Schein“.

Das soll natürlich keine Zusammenfassung einer Arbeit sein, für die ein außergewöhnlich intelligenter Mann bestimmt zwei Jahre gebraucht hat. Der Ansatz ist interessant und die Begründung ebenfalls. Der praktische Nutzen dieser Arbeit unterdessen ist – ähm – mäßig.

Der Witz ist bekannt:
Schimpft der Dekan mit dem Leiter seines physikalischen Instituts: „Ja SPINNEN denn Sie? Schon wieder eine Viertelmillion Nachtragshaushalt für den neuen Strömungssimulator??? Wie gehen Sie denn mit dem Geld um? Sehen Sie sich einmal die mathematische Fakultät an: Die brauchen nur Bleistift, Papier und Papierkorb. Und die Philosophen erst: Die brauchen nur Bleistift und Papier!“.

Es wäre ganz schlimm, wenn es nicht Menschen wie den Herrn Warkus gäbe. Aber es gibt eine Menge Dampfplauderer und Möchtegerns, die in allen möglichen „Geisteswissenschaften“ promoviert werden. Da ist ja erstmal nix gegen zu sagen, aber dummerweise wollen die nach der Uni auch Geld verdienen. Möglicherweise sogar mehr als ein „einfacher“ Maurer.

Dann landen sie irgendwo in Unternehmen. Und treffen plötzlich Entscheidungen. Das Dumme ist nur, sie sehen die Welt als ihr kleines Modell, und es braucht auch nicht gegebenenfalls angepaßt werden, denn es muß richtig sein, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Und so werden Entscheidungen nicht semiotisch sondern semi-idiotisch getroffen. Bis zum bitteren Ende.

Eine Groß- und Deutschbank betreibt nicht nur ein eigenes Rechenzentrum. Einer der beiden Server, welche einen Großteil von Deutschlands SEPA-Lastschriften abwickeln, steht „full serviced“ in einem externen Rechenzentrum. So, wie vermögende Leute die Ponys für die Töchter „im Vollberitt“ auf einem Pferdehof vollversorgen lassen, so wird dort der Server mit Daten, Strom und einer Wartungsmannschaft versorgt.

Und weil so viele gebildete Akademiker beteiligt sind, die noch nie so einen Rechner gesehen haben, gibt es definierte Schnittstellen und „SLA“s in hierarchischer Form:

Vertragspartner der Bank ist eine indische Firma. Die hat die Wartung des IBM-Rechners bei Hewlett-Packard in Auftrag gegeben. Hewlett-Packard hat zwar weder Ersatzteile noch Know-How, aber die Inder haben ja ein „SLA“, was kann das schon schiefgehen. Hewlett-Packard vergibt die Wartung weiter, an eine hessische Proletentruppe, die nicht einmal eine Klospülung würde reparieren können. Aber sie können ein „SLA“ schreiben.

Und nun passiert es:
Der seltene Fall tritt ein und der IBM-Mainframe fällt aus. Übrigens wegen einer Bagatelle. Über die „SLA-Kette“ gelangt die Proletentruppe zum Server und muß nun die Anweisungen aus Hinterindien ausführen, mit HP als „Relaisstation“. Der einzige, der Ahnung hat, kommt nicht zur Analyse, geschweige denn zur Entscheidung: Das arme Schwein muß alle 15 Minuten „Reports“ schreiben, und zwar an mehrere Stellen. Wenn er mit einer Welle Reports fertig ist, kann er gleich die nächste beginnen.

In Panik ruft der Chef der Proletentruppe einen IBM-Partner an, jener versucht verzweifelt einen AIX-Experten zu bekommen.

Als allerletzte Option (ich bin nicht bankkompatibel) werden wir involviert, denn schon nach dem dritten Tag kommt einer der Inder auf die Idee, daß es doch ganz schön wäre, wenn jemand dabei wäre, der so ein Ding vielleicht einmal einschalten kann (zugegebenermaßen nicht trivial bei IBM). Während der folgenden vier Tage werden, auf Anweisung aus Indien, die lustigsten Dinge getan, unter anderem wird eine baugleiche Maschine im Nachbarrack aufgebaut. Unser Job: Warten.

Jede mögliche einfache Lösung wurde „von oben“ verhindert.

Jeder noch so abstruse Ansatz wurde stattdessen verfolgt, Geld spielte auf einmal keine Rolle.

Bereitwillig angebotenes Fachwissen von Seiten des Endkunden wurde ignoriert oder zurückgewiesen.

Und so endete ein Einsatz in einer peinlichen Katastrophe:

Jemand bei der Bank, ohne akademische Bildung, aber mit dickem Scheckbuch, rief bei IBM an.  Und weil der Scheck hoch war, ließ sich IBM nicht lange lumpen. Per Anordnung: KONTAKTSPERRE für uns mit dem IBM-Mitarbeiter. Naja, beim Frühstück in der Cafeteria haben wir uns dann doch kurz unterhalten: Ein banaler Ausfall eines VRM im primären CEC, das hätte jeder leicht sehen können, dem erlaubt worden wäre, das Ding aufzuschrauben und nachzugucken. Das passende Ersatzteil kam dann drei Stunden später.

Zwei Tage wurden unterdessen benötigt, das von der Proletentruppe auf Anweisung aus Indien verursachte Schlachtfeld zu beseitigen.

Und nun frage ich mich, was wohl passiert wäre, wenn es den Hauptserver erwischt hätte anstatt wie in unserem Fall den Backup-Server. Höchstwahrscheinlich wären noch mehr Parteien involviert worden, die noch mehr Bullshit verzapft hätten. Und Deutschland wäre zwei Wochen ohne Zahlungsverkehr geblieben.

Irgendein konservativer (eher reaktionärer) Kunde meinte einmal zu mir, „wenn fremde Leute mit fremdem Geld fachfremde Sachen tun, dann kannst Du dein Unternehmen beerdigen“.

Wohl wahr!

-hb

Roland Dürre
Samstag, der 20. Februar 2016

Grundgesetz, Artikel 14, Absatz 2

Angenommen am 23. Mai 1949 - vorher hatte man andere Sorgen.

Angenommen am 23. Mai 1949 – vorher hatte man andere Sorgen.

In meinem Artikel „Texte zur Weltfinanzkrise“ und weiteren Artikeln hier im Blog habe ich schon ein paar mal von der mutigen und fast lustvollen Bayerischen Verfassung geschwärmt.

Die Bayerische Verfassung wird aber vom Grundgesetz überlagert. Zwar ist Bayern der Bundesrepublik nie beigetreten – aber sicher hat der Freistaat die letzten Jahrzehnte durch konkludentes Handeln sein Einverständnis bekundet, ein Teil der BRD zu sein.
Ja, die bayerische Verfassung ist meine Lieblingsverfassung – ich mag sie. Das Grundgesetz habe ich jetzt auch noch mal gelesen und empfehle das jedem zu lesen.

Und finde es so richtig schwach. Hier nur drei willkürliche Beispiele, die mich gar nicht so begeistern und beginne mit dem Artikel 8.

Art 8

(1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.

(2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden.

Kommentar: Da ist etwas unverletzlich. Aber natürlich darf man es beschränken. Man muss nur ein Gesetz machen.

Art 10

(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.

(2) Beschränkungen dürfen nur auf Grund eines Gesetzes angeordnet werden. Dient die Beschränkung dem Schutze der freiheitlichen demokratischen Grundordnung oder des Bestandes oder der Sicherung des Bundes oder eines Landes, so kann das Gesetz bestimmen, daß sie dem Betroffenen nicht mitgeteilt wird und daß an die Stelle des Rechtsweges die Nachprüfung durch von der Volksvertretung bestellte Organe und Hilfsorgane tritt.

Kommentar: Da ist etwas unverletzlich. Aber natürlich darf man es beschränken. Man muss nur ein Gesetz machen.

Art. 14

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Kommentar: Da wird etwas gewährleistet. Aber – man muss nur Gesetz machen, dann darf man alles einschränken. Oder auch enteignen.
Aber noch schlimmer ist (2). Kann man es noch unverbindlicher formulieren, dass ein Eigentümer nicht nur Rechte sondern auch Pflichten hat? Und lascher forden, dass etwas zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll.

So geht es im Text in einem fort. Ob Art 13 (Die Wohnung ist unverletzlich), Art 16 (Politisch Verfolgte genießen Asylrecht) oder Art 17a (Gesetze über Wehrdienst und Ersatzdienst), immer ist alles erlaubt und wird dann auch gleich wieder eingeschränkt.

Besonders weh hat mir dieser Artikel getan:

Art 20

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Kommentar: Sind das nicht nur schöne Worte, die ihren Wert verloren haben? Von wem geht denn heute die Macht aus? Von den Menschen (dem Volke) bestimmt nicht. Sondern von einer Oligarchie der Parteien und Institutionen, die eine unheilvolle Allianz mit den wirklich mächtigen Interessensverbänden und Lobbyisten des Kapitals und der Spekulanten bilden. Mit ihrem Bündnis stärken sie gegenseitig ihre Macht. Und weil es ohne die Menschen nicht geht, sondern diese eher zu stören drohen, werden sie für ihre Zwecke manipuliert und indoktriniert.
Witzig auch, dass wir in (4) das Recht zum Widerstand haben, sogar der bewaffnete quasi als ultima ration wird den Worten folgend nicht ausgeschlossen …

Nach meinem Wissen ist die Rechtslage eindeutig. Deutschland hätte sich schon vor Jahren eine neue Verfassung hätte geben müssen. Ums Recht scheinen sich aber die Mächtigen auch nicht zu scheren. So ist keine deutsche Verfassung in Sicht.

Und ich weiß nicht, ob ich darüber traurig sein oder mich freuen soll. Zwar ist unser Grundgesetz unteroptimal. Und natürlich bräuchten wir in der heutigen Zeit eine ganz starke, mutige und freudvolle Verfassung – mit einem großen gesellschaftlichen Konsens für Zukunft, Frieden, Menschlichkeit und Bildung.

Nur – mit Sicherheit würde auch die neue Verfassung nur von den Lobbyisten geschrieben werden. TTIP lässt grüßen. Demokraten hätten keine Chance.

So lasst uns lieber die Reste unseres Grundgesetz gegen weitere Angriffe verteidigen. Ganz gleich, wo diese herkommen. Eine turbo-kapitalistische und neoliberale Verfassung, geschrieben von Parteienfilz & Deutschland AG und verkauft über Populismus, wäre sicher ein großer Unglück.

RMD

P.S.
Das Abbild der Fahne ist gemeinfrei, zum Link nach Wikipedia.

Roland Dürre
Samstag, der 26. Dezember 2015

Botschaften und Metaphern / Weihnacht 2.0

Für Liebe und Friede.

Für das Ehren und Achten der gesamten Schöpfung.

Gestern hat der Willy Michl für uns im Lustspielhaus seine Weihnachtsbotschaft gespielt und gesungen. Mit der ihm angeborenen Leidenschaft hat er plädiert für
„Respect, honour and love!“
Und „den immer-währenden Frieden“ gefordert. Das hat mir wie jedes Jahr gefallen. So war das Konzert am Abend des ersten Weihnachtsfeiertag vielleicht sogar mein persönliches Weihnachts-Highlight.

Willy Michl im Lustspielhaus zu München (2011 - fotografiert von Rolo Zollner)

Willy Michl im Lustspielhaus zu München (2011 – fotografiert von Rolo Zollner)

Vor kurzem habe ich in einer communitiy diskutiert, wie man eine freie Bewegung am besten weiter entwickeln kann, ohne dass sie in Gefahr gerät, zur systemischen Institution zu werden. Einer der Gesprächspartner hat gemeint, man müsse dem Motto folgen:
„Lead, follow or get out of the way!“
Das erinnert mich zu sehr an das Denken in der Army, so mag ich es nicht.

Allerdings fällt mir da die Aufschrift in großen Lettern am Heck des riesigen Weltraum-Kreuzers in Mel Brooks Spaceballs ein
„We brake for nobody!“
Auch das klingt nach einer klaren Ansage, die sogar gar nicht die meine ist! I don’t like this.

Da ist mir sehr viel lieber
„Love it, change it or leave it!“
Das halte ich für ein gutes Motto, es gefällt mir allein schon wegen meiner Sympathie für den und meinem Respekt vor dem Deserteur.

Vor einem Jahr waren wir in einem größeren Meeting in der Klemme. Heiko (Bartlog – ein Freund) ist dann, um die Blockade auszulösen, aufgestanden und hat die drei T’s an die Tafel gemalt:
Trust – Transparenz – Team
Darum geht es. Wobei mir das Wort „Vertrauen“ an Stelle von Trust besser gefallen hätte. Aber dann wäre es ja aus dem TTT ein VTT geworden und der ganze schöne Stabreim futsch gewesen 🙂

Was mir gegen den Strich geht, aber immer weiter gelebt wird ist
„Morden – Rauben – Brandschatzen!“
Das ist in der Reihenfolge sinnvoll – erst die Menschen umbringen, dann sie ausrauben und ihre Häuser abbrennen. Aber das sollte langsam der Vergangenheit angehören.

Genauso grauenhaft ist auch
„Töten – Foltern – Vergewaltigen!“
Das wird sogar heute wieder häufig angewendet – natürlich im Kampf für die gute Sache. Dafür kann man doch nicht sein! Ich verstehe gar nicht, wie man da nicht zum totalen Pazifist werden kann! Denn es ist eine Binsenweisheit, dass jeder, der gegen irgend etwas kämpft, letztendlich scheitern wird. So ehre, respektiere und liebe ich Pazifisten. So wie der Willy seinen Bruder Konstantin (Wecker) im Konzert geehrt hat.

So wäre ich gegen die Wiederbewaffnung der BRD und den Wieder-Aufbau der Rüstungsindustrie gewesen, wäre ich damals nicht zu klein gewesen. Heute verehre ich seit vielen Jahren John Lennon und bin für
„Give peace a chance!“
und
„All you need is love!“

Das „Denglisch“ stört mich übrigens nicht. Sind doch ins Bayerische schon vor weit über 100 Jahren soviel schöne Begriffe aus dem Französischen eingewandert,als Folge einer „kleinen Globalisierung“. Und die Vermischung der Sprachen ist halt eine der besseren Folgen der „großen Globalisierung“. Und warum soll ich auch für „Reinheit der Sprache“ sein? Rechnen und bald Lesen und Schreiben sind ja auf dem Rückzug. Warum sollen dann die überformalen und komplizierten Sprachen sich nicht auch verändern?

Ich habe jetzt noch zwei Feiertage Zeit, mir zu überlegen, was ich mit diesem Artikel sagen wollte. Heute denke ich, dass er ein brand-neuer und doch uralter Appell für Achtsamkeit, Anerkennung, Augenhöhe, Gemeinsamkeit, Offenheit, Respekt, Transparenz, Vernunft, Vertrauen und Wertschätzung ist. Auf dieser Ebene möchte ich mit allen Menschen kommunizieren. Und kundtun, dass Liebe und Frieden wie das Ehren und Achten der gesamten Schöpfung mir am wichtigsten sind.

Meine Zeit im letzten Jahr habe ich am liebsten mit Menschen verbracht, die ähnlich denken. Das war wunderschön, so will ich es in 2016 auch halten!

Euch möchte ich einen genialen Wunsch weitergeben, den mein Freund Aebby (Eberhard Huber) mir und Freunden gesandt hat und über den ich mich sehr gefreut habe:

„Möget Ihr viele Begegnungen mit Menschen haben, die Hoffnung statt Angst und Ärger verbreiten!“

Denn ich liebe Euch!
Das zu schreiben kann ich mir leisten, folge ich doch einfach meinem neuen Lieblingssatz:
„Einen Scheiß muss ich!“
(Mit Dank an Nadja und Stefan!)

RMD
(inspiriert vom Weihnachtskonzert des „Sound of Thunder“ am 25. Dezember 2015 im Lustspielhaus zu Schwabing, der wie ich im 66. Winter steht und den ich schon seit mehr als 40 Jahren ehre und achte.)

P.S.
Das Bild ist von meinem Bruder Rolo Zollner, der nun sein Wigwam in Burghausen aufgeschlagen hat. Das Bild steht unter Common Licence, Ihr dürft es also nutzen, wenn Ihr die Quelle und den Rolo als Fotograf angebt.

Hans Bonfigt
Montag, der 2. November 2015

Drei glorreiche Halunken (I)

halunken

Mißerfolg ist planbar.

In loser Folge möchte ich drei ausgemachte Fußfesseln der deutschen Wirtschaft vorstellen, Kraken, die seit Inkrafttreten des Grundgesetzes nicht nur eine ganze Volkswirtschaft mit ihren Tentakeln befallen, sondern auch die Mehrzahl der Bürger dieses Landes in Geiselhaft genommen haben.

Und wenn man damit anfängt, beginnt man am besten mit der Institution, die Generationen von Hackern mit diesem Signet persifliert haben:

One of the 1000's of high resolution textures available from Mayang's Free Textures - see http://www.mayang.com/textures/ This texture may not be sold without permission from the authors.

Schon als kleiner Junge, in den frühen siebziger Jahren, konnte ich die Bundespost nicht verstehen: Zuhause hatten wir eine „richtige“ Telephonanlage mit sechs Nebenstellen. Jede konnte die öffentliche Vermittlungsstelle erreichen, mit Ausnahme der beiden Apparate, die sich in den Kinderzimmern befanden.

Mein eigentlich sehr liberaler Vater begründete das wie folgt: „Die Bundespost berechnet für jede amtsberechtigte Nebenstelle zehn Mark im Monat“. Nun war ein „eigenes“ Telephon unerhört prestigeträchtig und ich drängte darauf, daß es doch wenigstens möglich sein müsse, an uns Kinder externe Gespräche zu verbinden.

„Nun, dann wären eure Apparate ‚halbamtsberechtigt'“, erläuterte mein Vater, „und das kostet zwar nicht zehn, so aber doch immer noch fünf Mark im Monat“.  Das hat mich insofern schockiert, weil die Leistung der Post, nämlich die Bereitstellung eines analogen Telephonanschlusses am W-Amt, unabhängig war von der Anzahl der Nebenstellen.

Not macht unterdessen erfinderisch, jede SIEMENS-Telephonanlage verfügte inliegend über genaue Schaltungsbeschreibungen und meine kriminelle Karriere begann im Alter von 12 Jahren, indem ich die Anlage entsprechend meinen Wünschen manipulierte. Und, wie bei jeder ordentlichen ‚Backdoor‘, ist nicht die eigentliche Funktionalität entscheidend, sondern die Tarnung:

Das ‚Feature‘ Amtsberechtigung konnte man bedarfshalber abschalten.

Schwieriger war es schon mit unserem ersten Modem, 1976, welches mein Vater beruflich brauchte, um mit der DATEV zu kommunizieren. Das kostete schlappe 400 Mark — Miete im Monat. Das entsprach etwa einer Monatsmiete für eine Dreizimmerwohnung.

Als ich mit einem Partner dann zusammen unser erstes Büro einrichtete, lernten wir weitere interessante Schikanen kennen: Die „Bereitstellung“ des Gebührenimpulses kostete extra, obwohl amtsseitig extra ein Filter gesetzt werden mußte, um den Impuls zu blockieren.

Wir sollten zahlen für den Wegfall einer Komponente. Aber es ging weiter: Jede Telephonsteckdose (und davon hatten wir überreichlich) sollte jetzt kostenpflichtig sein!

Anrufbeantworter? Kostenpflichtig!

Rufnummerngeber?  Kostenpflichtig!

Nebenstellenanlage? Kostenpflichtiger Wartungsvertrag mußte nachgewiesen werden!

Unsere Telephonanlage kostete Anfang der 80er richtig viel Geld, wir haben, als kleines „Startup“, etwa 5.000 Mark berappen müssen. Die Telephonkosten waren der schiere Horror, insbesondere natürlich die Datenfernverarbeitung (damals noch mit serieller Schnittstelle, ohne IP). Interessanterweise kosteten Telephonate von den USA nach Deutschland nur einen Bruchteil dessen, was uns die Post für die Gegenrichtung abpreßte.

Mit dem Monopolangebot „Telephonie“ konnte die Bundespost Unternehmen aller Größenordnungen ausnehmen wie Weihnachtsgänse – und man konnte nichts dagegen tun.

„Wir brauchen bloß einmal tief einzuatmen, und der Markt ist leergefegt“, so ließ der (später wegen „wettbewerbswidriger Absprachen“ rechtskräftig verurteilte) Siemens-Vorstand Dieter von Sanden in Bezug auf seinen Wettbewerb verlauten. Und keiner wagte aufzumucken. Die Achse zwischen Postminister Kurt Dummle und Dieter von Sanden hielt ähnlich gut wie die zwischen Gerhard Schröder und Hartmut Mehdorn — und in beiden Fällen wurden auf der einen Seite Milliarden sinnlos verpulvert, während auf der anderen Seite eine ganze Republik lahmgelegt wurde.

Denn der erste Megaflop des Telekom-Vorgängers war keineswegs ISDN, sondern das „elektronische Wählsystem“ EWS.

Die Geschäftsführung von SIEMENS machte sich lustig über die „Digitalitis“ der amerikanischen Firmen und setzte darauf, die mechanischen Vermittlungsgestelle zwar zu ersetzen, die Analogübertragung über typischerweise zwei Doppeladern pro Verbindung zu erhalten. Hier hatten bereits Nachrichtentechniker im Hause SIEMENS nachdrücklich gewarnt, denn das bisherige „Analognetz“ hatte eine häßliche Eigenschaft, die es für die auch damals immer wichtiger werdende Datenübertragung völlig unbrauchbar machte: Pupinspulen.

Die nämlich sorgten dafür, daß die Ausbreitungsgeschwindigkeit der niederfrequenten Töne in Abhängigkeit von der Frequenz unterschiedlich war. Es mußte klar sein, daß mit Einführung dieses Systems die technologische Entwicklung in einem stark expandierenden Markt, der „Datenfernverarbeitung“, für Jahrzehnte zu Grabe getragen werden würde.  Aber wen interessierte das schon? Ganz sicherlich nicht den Postminister, der seine Aufgabe darin sah, seine qua Monopol geknebelten „Kunden“ maximal zur Ader zu lassen.

Da braucht man einen starken Komplizen.  SIEMENS und Telephonie, das waren Synonyma. Daß SEL ein marktreifes Alternativsystem im Angebot hatte, durfte da nicht interessieren. Also ließ Kurt Dummle SIEMENS machen und verkaufte schon mal einen großen Teil der Gebäude, in welchen die platzraubenden Ortsvermittlungsstellen untergebracht waren.

Nun wissen wir aus erster Hand von Roland, wie SIEMENS „Projektmanagement“ betrieb. Ich wette, es ist heute nicht anders as früher. Nämlich nach einem tollen Plan, wie ihn sich kein moderner „Solution Designer“ besser ausdenken hätte können:

Und danach sollte man innovative Software und Produkte entwickeln - ist doch irgendwie lächerlich.

Wenn man sich die Mühe macht, sich das Diagramm genau anzuschauen, dann erkennt man durchaus die Systematik, wie man sie sich in manchen Projekten wünscht. Nur: Dummerweise bleibt der wichtigste Aspekt außen vor.

Denn wenn die Grundidee ein Irrtum ist und man schon beim Prototyp konzeptionell nachbessern muß (es gab alsbald EWS/O und EWS/F), dann kann, auch bei penibelster Einhaltung aller Stufen und Phasen, nur Bullshit dabei herauskommen.  Ja, und so war es dann auch.

Ohne, daß irgendjemand es bemerkt hätte, verpulverten SIEMENS und das Postministerium zweistellige Milliardenbeträge. Denn stoppen konnte man die dysfunktionale Fehlgeburt natürlich nicht. Wo kämen wir denn da hin? SIEMENS und alle anderen „Amtbaufirmen“ wurden mit einer unerwarteten Konjunkturspritze verwöhnt, denn nun mußten, koste es was es wolle, bestehende Altinstallationen gegen die deutlich kompakteren, wenn auch freilich nach dem gleichen, jahrzehntealten elektromechanischen Prinzip arbeitenden EMD-Wähler getauscht werden.

Einen größeren Flop hatte es in der deutschen Technikgeschichte nie gegeben. Aber man hielt in bewährter Manier den Ball flach, man wollte schließlich keine Rufschädigung der deutschen Industrie riskieren — und vor allem: Man hatte ja den vielleicht nicht willigen, aber dafür um so willenloseren deutschen Michel, den man weit über die Schmerzgrenze hinaus nach Belieben zur Ader lassen konnte.

hb

P.S.
In der nächsten Folge:
Robert T. Online, ISDN und DSL:  Die  Degeneration entläßt ihre Kinder

Roland Dürre
Montag, der 5. Oktober 2015

Ein Treffen für unsere Zukunft.

Ist das nicht toll?

So schön können es nur die Kollegen von Visual Braindump
Christian Botta und Daniel Reinold
auf den „graphischen“ Punkt bringen, unser

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Wir versprechen:

AktMobCmp wird ein wunderbares Barcamp an einem ziemlich konkurrenzlosen Termin werden! Wir werden zwei besondere Tage in einem schönen Kreis am 4./5. Januar 2016 in Unterhaching erleben.

Die „Aktive Mobilität im Alltag“ ist die dritte Säule der Mobilität neben dem individuell motorisierten und dem öffentlichen Verkehr. Leider wird sie in Gesellschaft und Politik oft nur als Restverkehr verstanden.

Das tut uns weh und das müssen wir ändern. Denn wir müssen unsere Mobilität in den Griff kriegen, um unsere Zukunft zu bewahren!

Einen ganz großen Dank an Christian und Daniel für ihr großartige Unterstützung!

RMD
(Im Namen des Teams vom AktMobCmp)

P.S.
Hier zwei Links zu Artikel in IF-Blog zu AktMob und AktMobCmp. Und weil das Thema so wichtig ist, bitte ich um eifriges Teilen und Retweeten!

Roland Dürre
Dienstag, der 24. März 2015

Auto und Autobahn – über alles.

AutobahnkleeblattHeute morgen in der SZ lese ich in der Kategorie „Landkreis“, dass bei einem Autobahn-Einzelprojekt in meiner Nähe, dessen Notwendigkeit ich auch nicht so recht verstehe, die Kosten von geplanten 25 Millionen um 19 Millionen steigen werden und das Projekt jetzt 44,3 € Millionen kosten wird.

Wahrscheinlich werden es in der Retrospektive dann noch mehr.

Ich zitiere aus der SZ, Landkreis München, 24.03.2015, aus einem Artikel mit der Überschrift:

Kostenexplosion an der A 99

Die Verlegung der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning an der Autobahn A 99 von der Bundesstraße B 471 zur Kreisstraße M3 wird deutlich teurer als bisher kalkuliert. Das gab Landrat Christoph Göbel (CSU) in der Sitzung des Kreistags am Montagnachmittag im Pullacher Bürgerhaus bekannt. Die Autobahndirektion Südbayern hatte das Landratsamt demnach vergangene Woche darüber informiert, dass die Baumaßnahmen ein Gesamtvolumen von 44,3 Millionen Euro haben werden. Ursprünglich war man von Kosten in Höhe von mehr als 25 Millionen Euro ausgegangen, bei Baubeginn im Sommer 2013 war bereits von 29 Millionen Euro die Rede gewesen. Die neue Anschlussstelle an der Kreuzung der Autobahn A 99 und der Kreisstraße M 3 wird als Vollkleeblatt gebaut und die bisherige Einmündung der M 3 in die Bundesstraße B 471 zu einem Kreisverkehr mit Überführung für den durchgehenden Verkehr umgestaltet.

Besonders beeindruckt mich ein zweites Zitat in dem Artikel. Der Landrat Göbel sagt dazu laut diesem Artikel einfach mal so:

 „Dazu kommt eine allgemeine Kostensteigerung um 15 Prozent“.

Das kann ich mir gut vorstellen. Nur ich höre immer, dass wir zu wenig Inflation haben.

RMD

P.S.
Das Bild „AK-Detail“ ist von Wikoli aus der deutschsprachige Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.