Roland Dürre
Mittwoch, der 20. März 2019

Das digitale Auto der Zukunft (extrapoliert)

So leben wir 1975 – Hobby Titelblatt November 1955

Die Extrapolation ist ein Verfahren zur Ausdehnung von Aussagen über ihre eigentlichen Gültigkeitsbereiche. Meistens setzt die Extrapolation eine Interpolation voraus.

Schon in der Mathematik ist das nicht einfach. Jetzt versuche ich mich mit einer sanften Zukunftsprognose. Die unser zukünftiges Leben mit Mobilität betrifft. Nicht mit Hilfe von Mathematik sondern nur durch logisch-zynisches Denken.

Dazu stelle mir vor, wie die digitalen Landfahrzeuge, auch selbstfahrende Kraftfahrzeuge genannt, in Zukunft ausschauen könnten?

Wie immer beginne ich mit Wikipedia. Da finden wir aktuell folgenden Beschreibung:

 


Als selbstfahrendes Kraftfahrzeug (manchmal auch autonomes Landfahrzeug) bezeichnet man ein Auto oder anderes Kraftfahrzeug, das ohne Einfluss eines menschlichen Fahrers fahren, steuern und einparken kann (Hochautomatisiertes Fahren bzw. Autonomes Fahren).


 

Ja, wenn es so einfach wäre. Ursprünglich habe mir vorgestellt, dass – wenn ich mir ein selbstfahrendes Auto bestelle – mich dann ein Fahrzeug abholen kommt, das eher einem Auto-Scooter ähnelt. So wie wir es als Kinder auf dem Volksfest gefahren sind. Und ich hopse rein, das Auto bringt mich an mein Ziel und fertig.

Dann habe ich aber fleißig Zeitung gelesen (wie den Teil Mobilität in der Wochenendausgabe der SZ) und gelernt, dass so ein Auto viel mehr können muss.

  • Es ist voll digital. Ich kann also alles machen wie daheim im WLAN.
    Das macht besonders dann Freude, wenn wir – das Auto und ich – im Stau stehen. Dann kann ich meine ganze Arbeit vom Auto aus machen – wie in meinem Home Office – und muss eigentlich gar nicht mehr zur Arbeit fahren.
  • Wahrscheinlich soll das Auto auch fliegen können.
    Das muss es ja allein schon wegen den vielen Staus. Und weil ich ja den direkten Weg nehmen will. Ohne den Zickzack der Straßen ausgeliefert zu sein. Flugtaxis sind ja zurzeit sehr in Mode.
  • Auf längeren Strecken will man sich im Auto dann auch ausschlafen können. Wenn die Fahrt z.B. über Nacht von München nach Hamburg geht. Eigentlich möchte ich von München nach Westerland fahren. Nur komme ich im Schlaf so kaum nach Sylt. Denn da gibt es den Hindenburg-Damm mit der ollen Eisenbahn. Wieder ein Hindernis für das Zukunftsauto. Was natürlich für das fliegende Auto kein Problem wäre, das würde ja einfach drüberfliegen.
    Das Problem fängt damit an, dass ich dann für mich (und meine Begleitung) einen Sitz brauche, der so in etwa der Business Class oder Firstclass im Flieger entspricht. Das heißt, es darf kein City-Scooter sein, sondern eher so eine Art Wohnmobil. Wenn ich aber so ein Auto habe, dann brauche ich ja gar kein Hotel mehr. Der dann notwendige Parkplatz muss dann ja auch gar nicht beim Ziel sein. Da bringt mich das Auto ja dann am nächsten morgen hin. Und fliegt dann weg – und kommt wieder, wenn ich zurück nach München will. Die Digitalisierung soll das alles möglich machen

 

Kommt ein Auto geflogen … Hobby Titelblatt August 1956

Ich brauche also so eine Art Drohne um einen VW-Bus herum. Dieses neue Wunderfahrzeug soll ja auch gar nicht mehr mein Eigentum sein.

Wir haben ja „shared economy“. So kann ich mir – ob es der Stadt-Scooter oder das Wohnmobil ist – das Fahrzeug einfach per Klick ordern. Das kommt dann, ordentlich geputzt und für die Fahrt vorbereitet. Ganz gleich, ob es zum Café um die Ecke oder in die Ferne geht. Und ich steige ein und ab gehts.

Was für eine schöne neue Welt!

Die wird aber eher etwas für die ganz Reichen sein. Also für die, die früher Adelige und Bischöfe waren. Die früher eben die Kutschen und Pferde hatten. Und auch die Kutscher. Die beim einfachen Volk nicht so beliebt waren. Weil sie in den engen Gassen der Städte das Recht der „feien Fahrt“ mit der Peitsche durchsetzen.

Die „normalen Menschen werden in Zukunft mit „people mover“ (das was man früher ÖPNV bezeichnet hat) von zentralen Punkten zu zentralen Punkten verfrachtet. Und müssen dann den Rest zu Fuß gehen oder diese Wege mit elektrischen Rollern, Skateboards und was es noch für Mobilitäts-Spielzeuge geben wird zurücklegen. Sofern das Bundesverkehrsminister da eine vernünftige Regelung findet. So sieht es ja derzeit  nicht aus.

Und treffe dann einen jungen SW-Ingenieur. Der ist zu BMW gegangen, weil die Programmierung eines selbstfahrenden Landfahrzeuges angeblich eine der wenigen wirklichen Herausforderungen ist, die es für einen Informatiker heute noch gibt. Und der glaubt genauso wie viele Analysten und Entscheider an das selbst fahrende Auto.

Ich habe Zweifel an der schönen neuen Welt der Zukunft. Aus ganz banalen Gründen. So glaube ich, dass wir in einem Zeitalter von Klima-Veränderung, Verarmung, Zerfall der Infrastrukturen und sozialer Probleme ganz andere Sorgen haben werden. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Menschen, die in prekären Situationen leben, das so toll finden werden, wenn die Reichen von Luxus-Sänften durch die Gegend geschaukelt werden.

Angeblich soll hat ja eine Universität im Gebiet der ehemaligen DDR schon autonom fahrende Fahrräder konstruiert haben. Auf der Basis von Dreirädern (weil das autonom fahrende Zweirad wohl zu schwierig ist).

Und lobe mir die gute alte individuelle Mobilität auf zwei Rädern. Gerne auch mit dem e-Bike (womit wir dann wieder bei Motorisierter individuelle Mobilität MIV wären). Aber vernünftig motorisiert mit wirklicher Freude am Fahren.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 5. März 2019

Auf den Faschings-Dienstag folgt der Aschermittwoch.

 

Eigentum, Gewalt, Gerechtigkeit, Sicherheit und Verzicht …

 

Ob man rennt, radelt, Schi oder Auto fährt. Wenn man jemanden über den Haufen rennt oder fährt, dann ist das ausgeübte Gewalt. Tempo ist Gewalt.

 

Steinmaske aus der vorkera­mischen Jung­steinzeit um 7000 v. Chr., eine der ältesten Masken der Welt (Musée Bible et Terre Sainte, Paris)

Heute ist Faschingsdienstag. Man darf Masken tragen. Sich verkleiden. Narrenfreiheit heißt, das man in eine andere Rolle schlüpfen darf. Und nicht alle Gesetze einhalten und sich bedingungslos an die Moral halten muss.

Das tut gut. Seit Wochen werden Gesetze gemacht, die mir willkürlich erscheinen und die ich nicht nachvollziehen kann. Weil die „große Koalition“ vom Streit- in den Arbeitsmodus gewechselt ist. Da die Gesetze meist nicht viel taugen, war mir der Streitmodus lieber.

Nach dem Entzug der Deutschen Staatsbürgerschaft für IS-Kämpfer kommt EU-weit ein Angriff aufs Internet. Es wird aber auch über die große Freiheit der Deutschen Autofahrer, das Tempolimit, diskutiert. Ein schwedischer (?) Hersteller riegelt seine Autos freiwillig bei 180 km/h ab. Irgendwie für Deutschland unvorstellbar. Und ich verstehe eh nicht, warum Autos die schneller als 130 km/h fahren überhaupt noch auf die Straßen dürfen.

Denn ich persönlich bin gegen Schnelligkeit. Im Leben wie beim Autofahren. So würde ich mich wohler fühlen, wenn die Autos in der Stadt 30 km/h als Regelgeschwindigkeit hätten und auf den Landstraßen maximal 70 km/h wie auf den Autobahnen 120 km/h gefahren würden.

Ich bin aber generell gegen Verbote. Wie löse ich das Dilemma und rechtfertige die Limitierung der Fahrzeug-Geschwindigkeiten? Über das Thema Gewalt! Denn die Ausübung von Gewalt ist ja mittlerweile ein Monopol des Staates. So auch das Besitzen von Waffen (die vielen Ausnahmen auch bei uns vergesse ich jetzt mal). Das heißt, dass Menschen auf das Ausüben von Gewalt bewusst verzichtet haben und dies nur noch dem Staat in klar geregelten Situationen erlaubt ist.

Jetzt ist das Überfahren eines Fußgängers oder Radfahrers wie das Rammen eines anderen Autos zweifelsfrei ein Akt der Gewalt. Und genau darauf haben die Menschen in zivilisierten Staaten verzichtet. Ist doch ganz einfach mit dem Tempolimit bzw. mit Beschränkungen für die Objekte des den MIV (Motorisierter Individual Verkehr) zu dem auch elektrische Fahrzeuge wie e-Bikes gehören.

Was bewegt die Menschen bei uns noch? Ich finde da vor allem Eigentum, Gerechtigkeit, Sicherheit und Verzicht.

Eigentum.
Macht es Sinn, dass juristische Personen die gleichen Eigentums Rechte haben wie private? Dass Gedanken – die ja frei sein sollten – zum privaten Eigentum werden? Oder sogar die Daten als privates Eigentum betrachtet werden?
Was ist mit den Gütern der Allmende? Was ist Teil der Allmende und wie wird damit umgegangen? Was ist mit der Eigengehörigkeit von Menschen. Oder kommt jetzt wieder eine neue Form von Fremdgehörigkeit?

Gerechtigkeit.
Arithmetisch geht nicht, scheint zumindest seit Aristoteles so zu sein. Aber was ist angemessen? Soll die Gesellschaft soziale „credits“ vergeben, um das zu regeln? Oder enteignen?

Sicherheit.
Was ist Sicherheit. Vielleicht nur Schutz vor Gewalt? Dann würde sich der Kreis schließen. Wir wollen nicht, dass gegen uns Gewalt ausgeübt wird. Als Fussgänger möchte ich von keinem Fahrradfahrer oder Auto nieder gemacht werden. Undsoweiter.

Verzicht.
Jeder weiß, dass wir um den Planeten zu retten nicht nur viele Gewohnheiten ändern sondern auch Verzicht üben müssen. Und was machen wir? Wir fliegen mehr, fahren immer größere SUVs und verzehren immer größere Fleisch-Portionen.

Neben Eigentum, Gerechtigkeit, Gewalt, Sicherheit, Macht und Verzicht gibt es unendlich viele weitere Themen, die irgendwie zusammenhängen. Und die eine Komplexität bilden, die wir nur beherschen können, wenn wir für wir wieder einen gesellschaftlichen Konsens schaffen.

Morgen ist wieder Aschermittwoch. Dann ist Schluß mit lustig. Vor den politischen Versammlungen mit ihren Rednern graut mir schon. Da wird dann wieder gebellt und gekeift. Von Männern (CSU) wie Frauen (Grüne, SPD). Weil es um die „Lufthoheit über den Stammtischen“ geht. Und eben nicht um das Finden von sozialem Konsens.

Es ist wirklich traurig – also Maske runter und Asche aufs Haupt.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 9. April 2018

Doppelagenten

 

Doppelagent Dnalor in Warnemünde

Ironie und Realität

Als leidenschaftlicher Leser von John le Carré (Verräter wie wir) und Herbert Rosendorfer (Das Messingherz) kenne ich mich mit Geheimdiensten und deren Praktiken natürlich bestens aus.

Zurzeit gibt es ja wieder einen genialen „use case“, den ich heute kompetent besprechen und fachlich analysieren will. Lapirks oder so ähnlich.

Die beiden erwähnten Bücher sind übrigens zwei absolut geniale und lesenswerte Werke, vielleicht empfehle ich das Messingherz noch einen Hauch mehr. Aber jetzt zum Thema – es geht heute um den „Doppelagentenmord“!


Gehen wir davon aus, Sie sind ein Geheimdienstler eines noch EU-Landes und wollen einen Doppelagenten beseitigen, der Ihnen stinkt.

Ein Doppelagent hat zwei „Arbeitgeber“ über Jahre gegeneinander ausgespielt. Von beiden wurde er gut bezahlt. Keiner der beiden kann sich jemals ganz sicher sein, wem seine Gunst wirklich gehört hat. Vielleicht beiden? Dies gilt auch für den Arbeitgeber, der ihn am Schluss als (lästige?) Laus im Pelz sitzen hat und ihm die Rente finanziert.

So ist Doppelagent schon so eine von Art Königsklasse der Geheimdienstliga, übertroffen wahrscheinlich nur von dem sehr seltenen 3- oder 4-fach Agenten. Andererseits – ein Doppelagent dürfte doch immer zuerst mal ein Agent der eigenen Sache sein …

Die Arbeitgeber eines Doppelagenten sind in einer blöden Situation. Denn immer bleibt ihnen der Verdacht, dass in „Wirklichkeit“ sie die Beschissenen waren. Aber „Wirklichkeit“ ist bei Geheimdiensten eh unwichtig, geht es da doch viel mehr um „Unwirklichkeit“!

Wenn Sie jemand umbringen, dann geben Sie natürlich nicht  gerne zu, dass Sie es waren. Auch nicht bei einem Doppelagenten. Bei diesem bietet es sich jedoch förmlich an, den Verdacht auf den zweiten Arbeitgeber zu richten.

Dazu gibt es für den Doppelagentenmord zwei Möglichkeiten, die einfache oder die doppelte Indirektion. Die intelligentere aber auch aufwändigere Variante ist zweifelsfrei die doppelte Indirektion. In Kurzform geht diese so:

Sie richten den Verdacht – zum Schein – ein wenig auf sich selber. Und beweisen ganz ruhig, dass Sie es gar nicht selber gewesen sein können. Sondern es der andere Arbeitgeber des Ermordeten (eigentlich Hingerichteten?) gewesen sein muss.

Natürlich lassen Sie in keiner der beiden Variante den Doppelagenten durch Ihre eigenen Agenten umbringen. Das erledigt in der Regel ein befreundeter Geheimdienst. Gemeinsam mit diesem legen Sie (unbedingt leicht widerlegbare) Spuren aus, die auf ihre eigenen Organisation deuten und (möglichst unwiderlegbare), die zeigen, dass es der Andere war.

Mit gut vorbereiteten Indizien zeigen Sie, dass Sie es ja gar nicht gewesen sein können! Aber der Andere die Schuld auf Sie schieben will! Ungeheuerlich! Und schon ergibt sich der einfache Schluss, dass es nur der Andere gewesen sein kann. Der ist ja sowieso ein Böser, was leicht zu beweisen ist, denn Sie sind ja der Gute.

Diese Variante (sich selbst zum Schein in Verdacht bringen und dann herausfinden, dass es der andere war) kann durchaus klappen, besonders wenn sie virtuos und geduldig gespielt wird. Und der andere kann dann ganz schön bescheuert am Schluss dastehen.

Allerdings ist sie eher etwas für intelligente Menschen. Und bei Lapirks haben diese Methode wenn dann höchstens die Russen angewendet.

Wenn die Engländer die Täter waren, dann haben sie – wie Geheim-Dienstler in der Regel – die Variante der einfachen Indirektion verwendet. Zwar klappt diese wegen ihrer Plumpheit meistens nicht. Aber das spielt keine Rolle, denn bei Geheimdiensten klappt eh meistens nichts. Nur die Folgen ihrer Aktionen sind oft schlimm.

Die (natürlich nicht in den anspruchsvollen Romanen von le Carré) häufig angewendete Methode der einfachen Indirektion geht so:

Sie (als Geheimdienst) bitten einen (jetzt wirklich nur so zum Beispiel) guten Kumpel aus dem ehemaligen Warschauer Pakt um Unterstützung. Der könnte z.B. einem heute verbündeten Geheimdienst aus dem ehemaligen Ostblock angehören. Also einer, der die Seiten gewechselt hat und von früher Know-How und Materalien aus dem Umfeld des zweiten Arbeitgebers des zu beseitigendem Doppelagenten hat. Dieser beseitigt für ein kleines Entgegenkommen Ihrerseits mit „quasi-russischen“ Methoden den Doppelagenten. Er macht das gerne, denn er mag die Russen ja nicht (mehr) und wischt ihnen gerne eins aus.

Dass er dabei pfuscht und der Doppelagent überlebt ist durchaus normal und nicht schlimm. Wahrscheinlich geht es ja eh um etwas ganz anderes. Das ist dann höheres Geheimdienst-ABC.

Sie melden dann sofort Ihren politischen „Vorgesetzten“, dass die Russen etwas für sie Typisches und sehr Böses angestellt haben. Der Begriff „Vorgesetzten“ ist natürlich Blödsinn, denn als Geheimdienst machen Sie ja eh was sie wollen, von wegen parlamentarischer Kontrolle und so …

Ein Motiv findet sich im Falle eines Doppelagenten immer leicht – in diesem Fall sollen die Mörder damit eine Warnung an andere Doppelagenten bezweckt haben. Klingt zwar ein wenig konstruiert, aber was ist bei Geheimdiensten nicht konstruiert?

Ihre Regierung glaubt das gerne, denn die will sich ja nach vielen Flops profilieren und Stärke demonstrieren. Und will auch gar nicht wissen, wer es wirklich wahr. Denn es könnten ja auch Sie (der eigene Geheimdienst gewesen) sein, denn wie gesagt, welche Regierung traut schon ihrem Geheimdienst? Und so eine unerfreuliche Wahrheit will man ja wirklich nicht wissen.

So ist es für die Regierung am Besten, in die Offensive zu gehen und die andere Seite zu beschuldigen. Je massiver und entschlossener, desto besser, damit auch keiner ins Zweifeln kommt.

Natürlich müssen Sie alle Zeugen beseitigen, in unserem Fall eine verstörte Katze. Da der Geheimdienst ja ein Herz für Katzen hat, wird diese ganz schnell aus „humanen“ Gründen getötet. Und natürlich muss der übliche Prozess ausgelöst werden wie alle Akten vernichten und alle Daten löschen.

Belege kann man auch nicht vorlegen, man darf ja nicht die Quellen (andere Doppelagenten) gefährden. Sonst werden die auch noch ermordet. Ein selten dümmliches Argument übrigens, dass jedoch alle Möglichkeiten eröffnet.


Soweit die Satire

Es könnte aber auch ganz anders gewesen sein. Gerade bei Doppelagenten. Vielleicht hat ein Dritter beide reingelegt, die Briten wie die Russen. Das könnte irgendeine Mafia oder die Amis gewesen sein. Oder ein Einzeltäter? Einfach nur aus Rache. Oder was auch immer? Wir wissen Nichts! Viele Varianten sind denkbar und die „Wahrheit“ dürfte nie herauskommen. Nur eins scheint sicher, die „offizielle“ vom britischen Geheimdienst dargestellte Variante ist sehr unwahrscheinlich.

Und ich stelle mir wieder mal die Frage, was die Geheimdienste eigentlich bringen. Und ob diese per se unkontrollierbaren polizeilich-militärischen Einheiten, die jenseits des Rechtsstaates operieren dürfen, nicht ziemlich gefährlich für Rechtsstaaten wie demokratisch legitimierte Regierungen sind?

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 30. Dezember 2017

unAMTLICHE TERRORWARNUNG!

München, 30. Dezember 2018, 12:00 – Quelle IF-Blog

Eilt:
Unamtliche Terrorwarnung der Alarmstufe 4 an die Bevölkerung vor allem in den Ballungszentren der BRD. 

Ein Milliarden-Geschäft!

Vorsicht:
Eine große kollektive Masse, bestehend aus nicht unbedingt religiösen jedoch als fanatisch zu bezeichnenden Menschen wird morgen zum Opfer des Konsumterrors. In ziemlich genau 36 Stunden wird es einen Feinstaub-Anschlag der Kategorie 1 auf die Umwelt (nicht nur) in Deutschland geben.

Ziel des kollektiven Terrors wird die Atemluft vor allem in den Großstädten sein. Unter diesen Kleinterroristen befinden sich – nicht ganz überraschend – viele Autofahrer, die ihr unheilvolles Wirken übers Jahr hinweg mit einem Paukenschlag vollenden. Bis zur letzten Patrone werden sie sich durch die Nacht böllern.

Diese Umwelt-Katastrophe hält an bis in die Morgenstunden des 1. Januars. Sie wird ausgelöst durch das massenhafte Abfeuern von Feuerwerkskörpern. Erst am 1. Januar in der Früh kann wieder Entwarnung gegeben werden. Der Haupt-Angriff auf unsere Gesundheit um Mitternacht wird zirka eine Stunde dauern. Vereinzelte weitere Explosionen und Emissionen sind in den folgenden Stunden und Tagen weiter möglich.

Besonders an ältere, gebrechliche und kranke Menschen wie auch an Kinder ergeht die dringende Anweisung, in der Nacht vom 31. 12. 2017 auf den 1. Januar 2018 ihre Wohnungen nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten. Jede körperliche Bewegung an der frischen Luft wie zu Fuß gehen oder Radfahren ist strikt zu vermeiden.

Aufgrund von kollateralen Ereignissen zu dieser Eruption ergeht diese Anweisung auch an alle Frauen (siehe ergänzende Sexismus-Warnung weiter unten).

Der entstehende Lärm ist ein Kollateralschaden des terroristischen Anschlages, er ist aber eher zu vernachlässigen. Zwar erinnert er an Krieg und Bombardierung und könnte so traumatisierte Menschen gefährden. Wesentlich wird dadurch aber nur die Tierwelt geschädigt.

Körperliche und psychische Verletzungen wie wie materielle Schäden an Gegenständen und Immobilen werden sich glücklicherweise in Grenzen halten, da die Raketen keinen  militärischen „pay-load“ enthalten und die verwendeten Sprengsätze – wir hoffen alle ohne Ausnahme – entschärft sein werden (in Fachkreisen als „kastrierte Sprengkörper“ bezeichnet).

Gewarnt werden muss aber weiter massiv vor dem erhöhtem Alkoholkonsum der beteiligten Wohlstands-Terroristen. So ist es wahrscheinlich, dass es in „anonymen Situationen“ zu zahlreichen sexistischen Übergriffen (von Anmache, körperliche Annäherung bis hin zu Vergewaltigungen) kommen wird.

Deswegen sollten besonders Frauen Plätze meiden, an denen es zu Massenaufläufen kommt. Vor allem sind dies Bahnhöfe wie Plätze an sonstigen Verkehrsknotenpunkten.

Wenn eine Frau an zur kritischen Zeit wirklich das Haus verlassen muss, dann sollte sie dies nur mit Ganz-Körper-Vermummung (Vollverhüllung) und in Begleitung von mehreren starken Männern tun.

Alle, die sich dieser unamtlichen Warnung widersetzen, sind für etwaige Folgen selber verantwortlich und dürfen sich nicht auf ein „Ich hab’s nicht gewusst“ herausreden!

RMD

P.S.
Dieser Artikel ist nur zum Teil lustig gemeint. Denn das mit dem Feinstaub an Silvester ist überhaupt nicht lustig. Interessant ist auch, dass das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz „amtlich“ davor warnt, dass explodierende Feuerwerkskörper zu Verletzungen führen können.
Von der essentiellen und massiven Erzeugung von Feinstaub durch das Wahnsinns-Feuerwerk hört man von dieser Seite aber nichts. Aber immerhin vom entsprechenden Bundesministerium. Die Kirche hatte mal einen Slogan, der hieß „Brot statt Böller“. Der ist aber wohl auch aus der Mode gekommen?

Hans Bonfigt
Freitag, der 22. September 2017

Krampfhennenreport #1: VerbraucherschützerInnen

Da fragt der geschätzte Chris Wood nach, sinngemäß, „Mit welcher Motivation schreiben Sie im iF-Blog?“.

Nun ja, vor längerer Zeit habe ich hier ein Zitat von Rupert Lay gelesen, „wir leben in der Zeit des unverantworteten Geschwätzes“. Das ist deswegen so relevant und in seinen Auswirkungen schlimm, weil Internet-Medien das „unverantwortete Geschwätz“ annähernd mit Lichtgeschwindigkeit verbreiten.

Schlimmer noch: Weil ein Schwätzer vom anderen abschreibt und gleichzeitig eigenen Unsinn ergänzt, potenziert sich der Schwachsinn.

In lockerer Folge möchte ich einige Beispiele für inkompetenten Dünnschiß aufzeigen, der eine ursprüngliche gute Absicht übel pervertiert und gleichzeitig Verwirrung stiftet, damit Betrug und Mißwirtschaft schön im Nebel bleiben.

Gleichzeitig behandle ich nur Themen, von denen ich etwas verstehe, sprich: Mit denen ich mich seit mindestens 20 Jahren beruflich befasse.

Beginnen wir mit dem Verbraucherschutz.

„Die einzige Kamera, die ‚was taucht“, mit diesem Slogan bewarb Minolta einst eine wasserfeste Hobbykamera. Der Verbraucherschützer wollte den armen Konsumenten vor dem bösen Hersteller schützen und klagte: „Beim flüchtigen Lesen hat der Verbraucher den Eindruck, daß alle anderen Kameras nichts taugen würden“. Nee, schon klar. Eine Spaß-Knipse für 49,90 taugt als einzige etwas, die Leica M6 ist Sondermüll. Da muß unbedingt ein Gerichtsverfahren publikumswirksam ausgefochten werden. Das Gericht erkannte nicht, durch welchen Kakao es da gezogen wurde und gab den Krampfhennen auch noch recht.

Auf der anderen Seite ärgere ich mich im Supermarkt immer wieder darüber, daß bei Batterien nie eine Kapazität draufsteht. Bei Zucker, Bier, Haferflocken oder auch bei Akkus: Der Inhalt in Gramm, Liter oder Ampèrestunden steht drauf. Bloß nicht bei Batterieen. Wie soll ich da eine Preis / Leistungsabschätzung treffen? Den Verbraucherschutz interessiert das einen feuchten Kehricht, dafür werden Lobbyisten schon gesorgt haben.

Wie Krampfhennen vom Verbraucherschutz lächerliche Randprobleme aufblasen und damit von den wirklich üblen Umständen ablenken, sehen wir besonders gut am Beispiel von Lina Ehrig:

Hier werden Sie gerettet!

Und sie bringt auch gleich die ganz großen Skandale mit, denn, „Das deutsche Erfolgsrezept zum einfachen Wechsel von Telefon- und Internetanbietern hängt am seidenen Faden„, au weia! Die schlimme Folge:  „EU erschwert Telefonanbieterwechsel – für immer Telekom?“ …

Sehen wir uns doch einmal die skandalösen Verschlechterungen an:

Beim Wechsel eines Telephonanbieters muß dieser nicht innerhalb eines Tages, sondern am nächsten Werktag vollzogen sein. Unsere Telekom braucht für den „Wechsel“ von ISDN zu VoIP auch schon mal 14 Tage. Beim geschäftlich alleinig genutzten Anschluß einer Hamburger Werbeagentur, wohlgemerkt. Eine ähnliche Katastrophe hatten wir kürzlich bei einer Hausverwaltungsgesellschaft, die auch tagelang unerreichbar war.

Für die Privatperson, die ja grundsätzlich kein Mobiltelephon hat, ist das eine Katastrophe! Und die lieben Kleinen können eventuell einen oder zwei Tage keinen „Bushido-Rap“ „streamen“! Ein unersetzlicher Verlust für die kindliche Entwicklung!

„Die Vertragslaufzeit beginnt von neuem“. Die Dame hat Jura studiert, wohlgemerkt. Wieso, zum Teufel, sollte bei einem neuen Vertrag die Vertragslaufzeit nicht neu beginnen? Was glaubt Frau Juristin eigentlich, wie hoch teilweise die Kosten sind für die Anlage beispielsweise eines neuen Kabelanschlusses? Irgendwie muß ein Provider doch seine Investition absichern.

Das war’s auch schon, was die Juristin auf der Erbse bemängelt und die Conclusio kann sich sehen lassen: „Jetzt nimmt [die Bundesregierung] die Aushöhlung der Verbraucherrechte und Absenkung des Schutzniveaus billigend in Kauf„.

Bereits die Formulierung entlarvt das unterirdische Gaga-Niveau: Man kann etwas billigen, dann ist man damit einverstanden und zufrieden. Man kann etwas in Kauf nehmen, dann ist man nicht damit einverstanden und schon gar nicht zufrieden, sondern toleriert es, um in einer anderen Sache einen Nutzen zu erlangen. Man kann aber ganz sicherlich nicht etwas „billigend in Kauf nehmen“, das ist eine contradictio in adiecto. Naja, iustitia non calculat und Fermat ist lange tot.

Kommen wir zur Wahrheit

Es verschlechtert sich nichts durch einen neuen EU-Kodex, denn unsere Bundesregierung hat in Zusammenarbeit mit der Telekom das Pessimum bereits erreicht.

Denn weil die Telekom wettbewerbswidrig jeden privat genutzten Internetzugang mit einem Telephonieangebot bündelt, kann sich kein Verbraucher wirklich frei für einen alternativen Anbieter entscheiden. Täte er das, beispielsweise für einen seriösen, kompetenten Provider wie QSC oder Sipgate, dann läge die zwangsweise „gebündelte“ Telephonie brach, es müßte also doppelt gezahlt werden. Gleichzeitig sitzt die Telekom auf der Rufnummer wie die Glucke auf dem Ei, in der Regel muß man sich die Rufnummer „freiklagen“. Das tut aber kaum jemand. „Gebündelte“ Angebote sind aber selbst dann wettbewerbswidrig, wenn ein Hersteller ein Zusatzprodukt verschenkt, siehe beispielsweise die EU-Auseinandersetzungen um die kostenlose Beigabe des „Internet Explorers“ zu „Microsoft Windows“.

Hier hat der Verbraucherschutz auf der ganzen Linie erbärmlich versagt! Er muß sich vorwerfen lassen, entweder brunzdumm zu sein oder aber umfassend von Lobbyisten geschmiert.

Die Bundesregierung hat, während die Bundeskanzlerin die Bevölkerung dreist belog, dafür gesorgt, daß die Netzneutralität auf der letzten Meile gekippt wurde. Wenn man sich als Anbieter bestimmten Telekom-Angeboten anschließt, belastet die Telekom beim Datentransfer auf Mobilgeräte das gebuchte Volumenbudget nicht. Damit werden diese Anbieter unangemessen bevorzugt und die „kleinen“ haben wieder keine Chance. Die Holländer haben das vorausgesehen und solche gefährlichen Blockaden gesetzlich verhindert — nur, leider:  Aufgrund der neuen EU-Richtlinie, die unter der Ägide „Oettinger“ auf Wunsch der „Kanzlerin“ entstand, müssen die Niederlande dieses urdemokratische Gesetz, welches ein wichtiger Garant für Informationsfreiheit ist, zurücknehmen.  Dank der, wie sagt Roland immer, „ComEUcon“.

Mit der Nebelkerze „Vectoring“ hat die Bundesnetzagentur übrigens die Konservierung der teilweise 100 Jahre alten sog. „Hauptkabel“ zementiert und damit die Netzanbindung „in der Fläche“ um Jahrzehnte zurückgeworfen. Soviel zum unsäglich albernen Schlagwort „Digitalisierung“.

Fassen wir zusammen: Vielfach überbezahlte Juristinnen der „Verbraucherschutzberatung“ spüren einen lebensgefährlichen Kratzer am Knie auf und übersehen dabei den Krebstumor und die Lungenentzündung. Und keinem fällt auf, daß man besser keine Juristen als Arzt beschäftigen sollte.

(hb)

Hans Bonfigt
Montag, der 11. September 2017

Autobahn 2.0: Der neugrüne Rassismus – Hully Gully

Franz-Josef Strauß war nicht zimperlich in seiner Wortwahl, insbesondere wenn es um charmante, prägnante Charakterisierungen seiner Kolleginnen und Kollegen ging.  Hildchen Hamm-Brücher erinnerte sich vor längerer Zeit, wie stolz sie einmal gewesen sei, als der bayerische Metro-Goldwyn-Mayer – Löwe sie als „Kampfhenne“ bezeichnet habe.  Nur leider:  Von Kampf war keine Rede, Strauß prägte für sie die Kategorie der politischen Krampfhenne.

Als junger Mensch habe ich darüber gelacht, spätestens nachdem sich Frau Hamm-Brücher der unsäglich unmoralischen und undemokratischen „Wende“ der FDP mit allen persönlichen Konsequenzen widersetzte, nahm ich sie genau so ernst wie Marion Gräfin Dönhoff oder Ingeborg Bachmann.  Ich lese gern weibliche Autorinnen, wenn sie ihre Sprache so gut beherrschen wie Vera Lengsfeld.  Oder wenn sie sich einigermaßen treu bleiben wie Jutta Ditfurth.

Leider sind mittlerweile starke, intelligente Frauen mit eigenen, interessanten Ansichten in der Minderheit.  Im gleichgeschalteten Blätterwald besetzen die Krampfhennen die Meinungskolumnen.  Wenn sie nicht jeden Monat ein paar tausend Zeilen ‚raushauen, müssen sie zum Amt und mit Hartz IV „aufstocken“.  Und man darf sich natürlich auch nicht bei den Kollegen blamieren und schert daher nicht aus der selbsternannten „Allianz der Anständigen“ aus.  Etwas Vernünftiges haben die Krapfhennen nicht gelernt und disqualifizieren sich damit für jeden nützlichen Beruf  –  zur Kranführerin, Raumpflegerin oder zur Hure wären sie sich zu fein.   Gottseidank gibt es ja Trump, die „AfD“ und den scheinbar überall sprießenden „Rassismus“ !  Da kann man sich in tausenden Zeilen dran abarbeiten, es traut sich ja doch keiner, das Gesülze kritisch zu hinterfragen …

Und hier jetzt, zur allgemeinen Erbauung, der bisherige Höhepunkt des begriffsinflatorischen Krampfhennen – Schwachsinns:

Rocky Balbea“ denkt nämlich nicht nur „über das Klischee des triebgesteuerten Mannes im Film“ oder „über Männerfreundschaften und der Angst vor Homosexualität“ nach (das sind schließlich Themen, worüber frau richtig fundiert berichten kann), nein, „Rocky Balbea“ bemerkt den systemimmanenten Alltagsrassismus in unserer alltäglichen Technik.  Kinofilme beispielsweise werden so abgestimmt, daß sie „Weiße“ optimal abbilden und Neger schon fast zwangsweise unterbelichten.   Schlimmer noch:  Die Graukarten, von manchen Filmherstellern verteilt, entsprechen mit 18% Sättigung etwa der Pigmentierung „weißer“ Gesichtshaut.  Und, nicht zu vergessen:  „18“, wenn man die Zahlen als Orgnungszahlen auffaßt und alphabetisch substituiert, ergibt „AH“, also ganz klar Adolf Hitler !  Jede Graukarte ist also ein negerfeindliches Führerporträt !

Womit wir wieder bei Bertrand Russell wären:  Die Verfeinerung von Belichtungsautomatiken bewirkt nur dann etwas, wenn auch der Verstand des Photographen befördert wird.  Ein intelligenter Photograph wird zunächst einmal messen, ob der Belichtungsspielraum seines Films mit seinem Motiv zurechtkommt.  Wenn jedoch eine grüne Bewußtseinstante einfach einen schwarzbefrackten Neger neben der viktorianisch-weißen Braut im ebenso weißen Hochzeitskleid „knipst“, dann ist in der Regel die Braut zu hell und der Bräutigam zu dunkel.   Weil der Film (oder auch der Kamerasensor) einen wesentlich geringeren Belichtungsumfang (nicht:  Belichtungsspielraum) hat als das menschliche Auge.  Und auch dann, wenn der Photograph über ein Profimodell mit einem Belichtungsumfang von 16 Blenden hat:  Irgendwo wird er sein Bild veröffentlichen wollen – und Photopapier hat, wie etwa auch ein Farbumkehrfilm, einen Belichtungsumfang von gerade einmal fünf Blenden.

Der Rest ist banal – wenn man kein*e unterbelichte*r Grüne*r ist und weiß, was eine Blende ist.  Und vielleicht ein bißchen Prozentrechnung beherrscht:

Blende 1,0 –> 100% Lichteifall,  1,4 –> 50%,  2,0 –> 25%,  2,8 –>12,5%,  4,0 –> 6,25%,  5,6 –> 3,125%

Das waren jetzt 5 Blenden Differenz.  Wählen wir die genaue Mitte von 2 1/2 Blenden, auf daß sich der gleiche Abstand zu „absolut dunkel“ bis „maximal hell“ ergibt, dann ergäbe das einen Faktor von 2^2,5 .   100 % geteilt durch 2 hoch 2,5 sind, richtig gerundet, 18 %.   Heil Hitler !

Ich frage mich nur, was erwarten diese selbsternannten Rassismusjäger eigentlich ?   Wenn ein Neger schwarz ist (schon der Begriff ist abgeleitet aus dem lateinischen ’niger‘, was nix anderes als ’schwarz‘ resp. ‚dunkel‘ bedeutet), wie soll er denn dann auf einem Kinofilm erscheinen ?   Hellgrau ?  Kann man ja machen, mit einer „Dunkelgraukarte“ von vielleicht 40% Sättigung.  Bloß ist dann der komplette Rest überbelichtet, sodaß man, wegen des Gradientenverlaufs, viele wichtige Details gar nicht mehr sieht.   Moment ‚mal:   Vielleicht ist das die Lösung:  Möglichst wenig sehen, nur das „reflektieren“, was die zugedröhnte Wohlstandsbirne an gequirlter Scheiße selber hervorgebracht hat.  Kein Wunder, daß die Krampfhennen irgendwann nur noch „braun“ sehen.

Gefährlich wird es dann, wenn ‚reguläre‘ Tageszeitungen wie „Die Welt“, „Der Tagesspiegel“ und andere jeden Schwachsinn willig aufgreifen und unreflektiert und gebetsmühlenartig wiederholen.

Entsorgen ?  Aber gerne doch !

Also, ich wäre ja sehr für ein Krampfhennen – Entsorgungsprogramm.   „Entsorgen“ in dem Sinne, daß wir uns keine Sorgen mehr machen müssen, daß die Verdauungsrückstände der Schwarmintelligenz irgendwelche Schäden anrichten.  Indem beispielsweise Frau Özoguz beim Aldi Regale einräumt anstatt völlig verpeilte „Leitlinien“ zu formulieren.  Ich frage mich, wieviele anständige Arbeiter nötig sind, um mit ihrer Hände Arbeit beispielsweise eine Frau Özoguz am kacken zu halten.

Gesine Schwan, Margot Käßmann und Katja Göring-Eckhardt nicht vergessen bei der Entsorgung.   Vielleicht in eine Art „Dschungelcamp“.  Da müssen sie dann arbeiten, an der Fleischtheke, als Maurer*in am Bau (einen kleinen Vorgeschmack eröffnet dieses Video) oder als Krankenschwester.

Und die schlimmste aller Strafen mitschicken:  Heiko Maas!

Andererseits:  Das verstieße dann wohl gegen die Genfer Konvention.

(hb)

p.s.:
Viel besser bringt es Hadmut Danisch auf den Punkt,
http://www.danisch.de/blog/2017/08/31/unterbelichtet-wenn-journalisten-sogar-fuer-fotografie-zu-daemlich-sind/
und  —  Gipfel der Ironie:  Auch hier holen Kommentatoren „ihren“ Adolf aus der Kiste.

Hans Bonfigt
Montag, der 10. Juli 2017

Digitale Dekadenz und degenerative Demenz

Überraschend muß ich zum Kunden.  In der schönen neuen Mobilwelt kein Problem:  Die Bahnfahrkarte kann ich mit dem Browser meines Mobiltelephons bestellen.

Seit heute nicht mehr.  „Ihr Browser wird nicht mehr unterstützt“, nee, schon klar, ist ja auch schon zwei Jahre alt.   „Sie können aber mit unserer APP die Bestellung tätigen“.   Wenn ich das Wort „APP“ bloß höre, brodelt mir die Magensäure.   Was ist das für ein Schwachsinn ?   Warum muß ich für Allerweltsaufgaben anfällige Spezialprogramme haben, wo es ein Internet-Browser genau so tut ?  Das Schlimmste:  Die meisten „App“s bekommt man nur für das verschwiemelte „Android“ oder das Insignium des technischen Analphabeten, das „Iphone“.  Nun bin ich weder Masochist noch schwul und so kommt ein solcher Mist einfach nicht für mich infrage.   Aber ich probiere dennoch einmal, mit meinem (QNX-) Blackberry die „App“ zu installieren.

Also öffne ich den Blackberry-Paketmanager.   Und finde die „App“.  Alles easy, nicht wahr ?   Schnell auf „Installieren“ gedrückt und schon …

… poppt ein Fenster auf:   „Diese Anwendung muß über den ‚Amazon Store‘ installiert werden“.  Ich will aber kein „Amazon Kunde“ werden !  Immerhin meine Frau hat ein Kundenkonto dort, und so eine fliegende Geschlechtumwandlung ist heutzutage ja hip.   Um überhaupt auf den Amazon-Shop zugreifen zu können, muß ich erstmal 500 MB (kein Witz!) Updates installieren.

Danach kann es endlich losgehen:   Amazon möchte Zugriff auf:

  • Bilder, Musik und Dokumente meines Telephons,
  • meinen Standort,
  • meine Kamera,
  • mein Telephon
  • das Mikrophon

naja, wer das bestätigt, dem sollte das aktive Wahlrecht auf Lebenszeit entzogen werden.

Also:  Es geht nicht, im Zug darf ich, „weil die digitalen Möglichkeiten ja so vielfältig sind“, 12 Euro Zuschlag zahlen.

Später lese ich:   Die „Bahn-App“ kann zwar Fahrscheine buchen und anzeigen, aber nicht mehr für ein hoffnungslos veraltetes Gerät wie meines.

Während dumme Schwätzer immer über „Digitale Barrierefreiheit“ diskutieren, bauen unsere servilen, proaktiven IT-Psychopathen jeden Tag immer mehr Barrieren auf.

 

Als ich beim Kunden ankomme, ist dieser ziemlich sauer:

„Da, sehen Sie!  Meine Leute können praktisch nicht mit dem Internetbrowser arbeiten!“.   Und tatsächlich:  Wenn man mit dem Scrollrad eine Seite schiebt, egal welche, dann dauert ein einzelner Zeilensprung etwa drei Sekunden.  Einmal schwungvoll am Rad gedreht und man kann in Ruhe einen Kaffee trinken gehen.

Was war passiert ?   Ein Sicherheitsupdate installierte auch die neue Superversion des „firefox“ – Browsers.   Und wenn die gerade einmal 16jährigen Pickelgesichter ihre Phantasieen ausgelebt haben, bleibt kein Auge trocken:  Manchmal kann man nicht mehr drucken, weil das Standard-Unix-Druckprotokoll nicht mehr unterstützt wird, manchmal nerven neumodische Sicherheitsfenster, die Eingaben unmöglich machen.  Aber jetzt haben die Spinner den Vogel abgeschossen:   In ihrer grenzenlosen Selbstüberschätzung haben sie auch das Font Rendering übernommen.   Sie basteln also die Seite zusammen und geben sie als monolithische Graphik aus.

Dumm nur:  Eine der wirklichen Stärken des UNIX – Betriebssystems liegt darin, daß Programmausführung und -visualisierung auf komplett unterschiedlichen Maschinen laufen können.   Und das ist gut so, denn es ermöglicht zentrale Programmausführung und zentrale Programmpflege.  Intelligente Unternehmen statten nicht jeden Arbeitsplatz mit einem komletten Rechner aus, für den Lizenzen anfallen, für den Sicherheitsupdates gefahren werden müssen etc. pp..  Gut, die Stadt München will jetzt genau in diese Sackgasse, aber ich sprach ja auch von intelligenten Unternehmen.

Also:  Meine Kunden haben in der Regel genau einen Internetbrowser, welcher auf einem Server im Serverraum läuft.   Bedient wird in den Büros über kleine Terminals.   Der Clou dabei:  Die Hauptarbeit der graphischen Aufbereitung erfolgt anhand einer vom Server geschickten „Aufgabenliste“ auf den Arbeitsplatzrechnern.  Das entlastet den Server ungemein, selbst ein schwachbrüstiger INTEL-Server kann leicht 500 Mitarbeiter bedienen.  Gleichzeitig wird der Datentransfer dramatisch begrenzt, die Anweisung, „Mach den Schirm hellblau und schreibe ‚Reiters neue Perspektive‘ drauf“, bedarf etwa 150 Bytes.  Eine direkte Ausgabe auf dem Bildschirm verquast sinnlos 6.220.800 Bytes, die ebenso sinnlos über das Netzwerk geschickt werden müssen.  Solange das Netzwerk lokal ist, kann man vielleicht damit leben – aber wehe, man sitzt „in der Cloud“, der vielgepriesenen.

Die juvenilen Pickelgesichter haben zwar den multikulturellen Regenbogen in der fauligen Matschbirne, aber je müheloser sie mit ihren Daddel-Gadgets weltweit Kontakt aufnehmen können, desto schneller schrumpft ihr geistiger Tellerrand.  Es paßt nur noch eine Pizza drauf, denn sie backen nur kleine Brötchen.  Zu denken brauchen auch nicht mehr, denn das tut ja „Sascha Lobo“ für sie.   Und weil sie nur ihr mit „Stickern“ verklebtes Notebook sehen, das ihre Welt ist, machen sie ganz en passant einen der größten Vorteile, die UNIX zu bieten hat, kaputt.  Auch deswegen, weil sie UNIX oder Linux nie wirklich verstanden haben.

 

Im Wittgensteinschen Sinne begrenzt die Sprache den kognitiven Horizont des Menschen, bei der Linux – Daddelcommunity hat der prollige PC die Bedeutung der Sprache eingenommen.   Graphik-Frickler wie die „Firefox“-Truppe muß man ja nicht ernst nehmen, kommen wir zu den richtig gefährlichen Revisionisten:

Lennart Poettering: Der größte juvenile Welt-verbesserer seit „Kremlflieger“ Matthias Rust

Hier kann man nicht mehr von Schadenspotential reden, denn der Schaden ist bereits angerichtet.   Schon als Kleinkind war Lennart begeistert, was für ein schöner, monolithisch zusammengekleisterter Kotzbrocken „Windows“ ist und „engagierte“ sich in der „Gnome-Community“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Linux zu einem unbrauchbaren, überladenen Havaristen zu transformieren, auf daß dem Benutzer die gleiche „Desktop-Experience“ widerfahre wie unter „Windows“.

Dabei wirkte sich aber eines störend aus:  Die völlige Trennung von Hardware, Kernel, Bibliotheken und Programmen.   Und klein-Lennart hatte eine Idee, wie er das würde ändern können — indem er das System an der Wurzel befallen würde, durch Redefinition der Mutter aller UNIX-Prozesse, nämlich des Prozesses 1.  Der startet und überwacht alle folgenden Prozesse.

Nun ist es mir weitgehend egal, was Jungprogrammierer in die Tastatur erbrechen und ich habe die Angelegenheit ignoriert.  Bis eines schönen Tages nach Stromausfall ein Kundenserver nicht mehr hochkam.  Das /usr – Dateisystem war korrumpiert und wollte repariert werden.  „In einer Viertelstunde sitzt Du wieder im Zug“, denke ich mir noch, starte den Server in den ‚rescue mode‘, will den check anwerfen  —  und muß feststellen, daß das /usr – Dateisystem bereits in Verwendung ist !!.   What-the-fuck ?

Da rufe ich doch gleich einmal den Marc Haber an und erfahre:  Ja, weil uns der Lennart so viele schöne neue Funktionen beschert hat, kommt er mit der minimalen ‚root‘ – Umgebung nicht mehr aus.  Und deswegen muß er das komplette /usr anhängen.  Er will aber auch alsbald /var assimilieren“.

Tja, und bald haben wir dann, wie unter „Windows“, einen großen Pott.  Zu retten wäre das von Poettering befallene System wohl nicht, wenn es nicht so chice Werkzeuge wie http://grml.org/ gäbe.  In diesem Falle war die Reparatur noch einfach, aber es gibt, auch in der täglichen Praxis, durchaus Fälle, in denen ‚rustikale‘ externe Methoden nicht mehr funktionieren.

Aber es kommt noch knüppeldick:  Klein-Lennart möchte nämlich auch noch den Boot-Loader integrieren, und da hat er auch schon das passende Produkt gefunden:  den Bootloader „GUMMIBOOT“.  „Gummiboot“.  Wie lustig, etwas für die ganz, ganz 13337en unter uns, die die Doppeldeutigkeit „Boot“ und „boot“ erkennen.  Das ist Heidegger, wenn nicht sogar Baudrillard oder Michel Foucault !

Denn „der Bootloader muß mit dem Betriebssystem kommunizieren“, ah ja.   Vielleicht liest Lennart irgenwann einmal nach, wieso ein Bootloader eigentlich „bootstrap loader“ heißt und was es damit auf sich hat.

Nicht verzagen, wir sind noch lange nicht fertig:   Auch der Linux-Kernel muß Teil werden von Lennarts kleiner Welt.   Nur zu blöd, daß die Kernel-Entwickler den kleinen Pupser völlig unverständlicherweise so ganz und gar nicht ausstehen können.  Aber denen hat er es jetzt gegeben:  Er bezeichnete die Entwickler-Ecke als „sick place“ und Linus Thorvalds dachte schon laut über eine Code-Sperre nach.  Der Kelch eines von Poettering verseuchten Linux-Kernels ist wohl vorerst an uns vorbeigegangen.

Nun dachte ich mir, „deinstalliere doch einfach diesen ’systemd‘ und Du hast Deine Ruhe“.   Aber weit gefehlt, das klappt nicht mehr.   Denn klein-Lennart stellt auch neue Standardschnittstellen für die Anwendungssoftware bereit, beispielsweise die Protokollierungs-Schnittstelle und diverse Abstraktionslayer.  Die Maintainer diverser Distributionen haben jede Menge Anwendungsprogramme entsprechend angepaßt.  Und so wird der verschöngeistigte, pubertäre Mist urplötzlich unverzichtbar.

Eine „Innovation“, so notwendig und so bescheuert wie die Rechtschreibreform.

 

Das Übel dabei ist:

Es wird nichts besser, sondern immer komplexer, aufgeplusterter und aufgedunsener.

Aber das allerschlimmste:

Alle machen kritiklos mit.

 

 

-hb

Roland Dürre
Mittwoch, der 5. Juli 2017

Von Waffen und Autos

Am 13. Juli treffen wir uns wieder im Rahmen von „AktMobCmp“ und träumen von friedlicher und aktiver Mobilität. Aus diesem Anlass eine Polemik gegen Autos und Waffen, die allerdings gar keine Polemik ist. Wenn es nicht so traurig wäre dann wär’s schon wieder lustig.

VORSICHT – Mit Autos kenne ich mich gut aus! „Mein Porsche (von Distler) und ich!“

Jedes Jahr ergießen sich weitere Millionen Autos über den Planeten. Die meisten gehen zum „Kunden“, also auf einen Parkplatz unter einer Laterne oder sie müssen in eine Garage. Viele kommen aber gleich auf eine Halde. Zigtausendfach stehen sie dann in irgendwelchen Wüsten sauber aufgereiht herum (siehe Beispiele in Youtube). Zighundertfach finden wir Autos in unserer kleinen Welt auf den Halden kleiner und großer „Gebrauchtwagenhändler“, die es dutzendfach an allen größeren und kleineren Ausfallstraßen unserer kleineren wie größeren Städte gibt.

Aber auch die „zugelassenen“ Autos werden nur gelegentlich benutzt und stehen meistens herum, oft sehr dumm im Wege des nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmers. Sie benötigen Unmengen von betonierten Flächen und rauben den Menschen den Platz zum Leben. Das finde ich gar nicht gut. Nur, wenn diese Autos alle dauernd fahren würden, dann wär’s eine unvorstellbare Katastrophe. Das Leben würde unsäglich werden. Also ist es besser, dass sie herumstehen.


Es macht einfach keinen Sinn, dass die Welt von einer Milliarde von „Kraftfahrzeugen“ zu geparkt und überrollt wird und es wahrscheinlich so viel Autositze wie Menschen gibt.


Das muss sich ändern – denn das hält der Planet nicht aus. Nur, Geld regiert die Welt – und mit Autos kann man so richtig Geld machen. Denn Autos sind halt so gut fürs Ego des Konsumentenmenschen unserer „modernen und entwickelten Gesellschaft“. Dafür zahlt man gerne.

VORSICHT – Mit Waffen kenne ich mich auch aus – ob Pistole und Gewehr, Maschinenpistole und -gewehr, Panzerfaust usw. 

Bei den Waffen ist es ähnlich. Auch da wird jedes Jahr eine schier unvorstellbare Menge produziert. Ich weiß wirklich nicht, ob die Welt in der Summe mehr Geld für Autos oder für Waffen ausgibt. Beides dürften unvorstellbare Summen sein. Wahrscheinlich ist Autos bauen immer noch besser als Waffen herstellen.

Auch Waffen sind zuerst mal Statussymbole, wohl noch schlimmere als Autos. Was die Pistole und das Gewehr manchem kleinen Mann ist, das ist die Interkontinental-Rakete dem Mächtigen. Und alle rüsten auf. Der kleine Mann sogar in Bayern, weil das Land so unsicher wird. Die Polizei, weil der kleine Mann immer gewalttätiger wird. Und die Nato und ihre Feinde, weil die Weltlage immer gefährlicher wird.

Waffen wie Autos sind aber nicht nur gut fürs Ego. Auch mit Waffen kann man so richtig Profit machen. Glücklicherweise werden Waffen – im Gegensatz oder ähnlich wie bei Autos (?) – überwiegend auf Vorrat produziert. Das macht geschäftlich auf Dauer keinen Sinn, denn irgendwann mal müssen sie auch eingesetzt werden. Dafür braucht man Kriege. Und immer wenn irgendwo mit großem Aufwand Frieden geschaffen wird, macht man halt woanders einen kleinen Krieg. Das ist auch gar nicht so aufwändig. Und man darf das Feuer des Krieges nie ausgehen lassen, sonst könnte schnell Schluss mit dem Geschäft sein! Und das darf nicht sein!

Glücklicherweise (für uns) finden die Kriege der Regel immer in einem Teil der Welt statt, der weit weg von uns ist. Denn wir finden den Krieg ganz schlimm. Bei uns in Europa hat man den Krieg zum Tabu erklärt. Zwar verdienen wir gutes Geld damit – aber die Ergebnisse wollen wir es bei uns nicht haben. Das macht aber nichts, sind wir doch eine Export-Nation. Und so exportieren wir halt auch Krieg.

Zuhause bei uns aber rasten wir schon bei ein wenig Terror (= Krieg) aus. Das geht doch gar nicht! Haben wir doch schon genug Opfer als Folge der Kriege, die wir permanent auf den Autobahnen und Straßen der Republik führen. Das schafft schon genug Leid und Entsetzen. Also brauchen wir bei uns keine Kriege und machen diese immer möglichst weit weg von unseren Grenzen. Und bekämpfen dort auch besonders gerne den Terror. Weil der ja sonst zu uns kommt. Vielleicht kommt er aber gerade dann zu uns, wenn wir ihn in seiner Heimat bekämpfen?


Aber wehe, die Waffen, die wir bauen, werden alle eingesetzt. Überall, auch bei uns. Dann passiert das, was man Weltkrieg nennt. Und es wäre Schluss mit lustig und Klappe zu. Für uns alle.


Die Autos spielen schon „Weltkrieg“. Sie morden weltweit im Jahr deutlich mehr als eine Million Menschen (Berichtet werden 1,25 Millionen Toten im Jahr und ein zweistellig Mehrfaches an ernsthaft Verletzten. Allein in Deutschland wurden 396 666 Verkehrs­teilnehmer im Jahr 2016  verletzt).

Das dürfte mehr sein als es zurzeit alle Waffen zusammen im Jahr schaffen – selbst wenn wir die „normalen“ zivilen Waffenopfer (wie in den Straßen und Häusern der USA), die von terroristischen Anschläge verursachten und die in „gerechten Kriegen“ für oder gegen irgendwelche „Hirnverbranntheiten“ geopferten Opfer summieren. Es ist einfach alles ein Wahnsinn, an dem wir alle gemeinsam tapfer mitwirken.


Absurditäten gibt es sowohl bei Waffen wie bei Autos! Und wenn es nicht so schlimm wäre könnte man darüber lachen.


So gibt es eine ganz moderne Kanone auf einem ganz modernen Schiff. Wir dürfen raten, welchem „Nicht-Schurken-Staat“ beides gehört. Die Kanone darf aber gar nicht benutzt werden, weil jeder Schuss läppische 800.000 US-Dollar kostet. Und dann ist es besonders peinlich, wenn das dazugehörige Schiff im Panama-Kanal stecken bleibt. Das war die Zumwalt (2016).

Aber irgendwann muss die Kanone der Zumwalt doch mal eingesetzt werden. Ich kenne mich mit der Marine nicht so aus (ich war ja bei der Luftwaffe), aber vielleicht lohnt sich ein so teurer Schuss ja um später mal einen chinesischen Flugzeugträger abzuschießen. Die sollen ja ganz emsig eine ganze Reihe davon bauen. Da muss dann aber der erste Schuss sitzen …

Auch die MOAB hieß übrigens ursprünglich nicht „mother of all bombs“ – so einen zynischen Namen würde das Pentagon doch keiner Bombe geben – sondern „Massive Ordnance Air Blast“. Auch dieses Gerät musste halt auch irgendwann mal abgeworfen werden. Und weil man es nicht besser wusste, hat man es halt über Pakistan gemacht. Weil sich so ein armes Land ja nicht wehren kann und dies ja eh von den Taliban befreit werden muss.

So hat man – angeblich – mit der MOAB einen großen unterirdischen militärischen Komplex der Taliban zerstört. Und weil man die „Zivil-Bevölkerung“ bei diesem Abwurf optimal geschützt hat, wusste man schon kurz nach dem Abwurf ganz genau die Anzahl der getöteten Taliban-Bösewichte. Ach wie herrlich absurd.

Bei den Autos sehe ich die Absurditäten jeden Tag auf den Strassen Münchens. Die heißen dann unter anderem SUVs und haben gelegentlich mehr Pferdestärken als Lkws und Busse. Und blasen mir ihre Abgase ins Gesicht und in die Lunge, so wie früher der Raucher am Nachbartisch beim Pizza-Essen im Italienischen Restaurant.


Ein Freund hat gefordert, dass man die Abgase zuerst durch das Innere des Autos leiten solle bevor man sie nach außen entlässt. Eine Forderung die ich als Fußgänger oder Radler in der Rosenheimer Straße in München nur unterstützen kann.


Beim Auto gibt es eine neue Entwicklung. Denn auch die nicht sonderlich gebildeten Terroristen haben erkannt, wie gut sie Autos zur Ausübung ihres Gewerbes einsetzen können. Das Auto als die BOAB (best of all bombs). Weil es so einfach zu benutzen ist. Und die „Terroristen“ nutzen es immer häufiger. Warum soll man sich die Mühe machen, eine Bombe zu bauen, wenn man eh sterben will? Dann setzt man sich doch besser ans Steuer eines Kfz und gibt Vollgas. Freie Fahrt für freie Bürger.

Und die Kommunen beginnen, ihre Plätze und Fußgängerzonen mit Pollern zu schützen. Man sollte in Unternehmen investieren, die Poller bauen.

Ich schließe meinen Artikel und zitiere aktuelle Zahlen für Deutschland aus der Straßenkriegsberichtserstattung des statistischen Bundesamtes.


WIESBADEN – 239 Menschen kamen im April 2017 bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren das acht Verkehrstote oder 3,2 % weniger als im April 2016. Die Zahl der Verletzten ging um 12,0 % auf circa 28 300 gegenüber dem Vorjahresmonat zurück.

Von Januar bis April 2017 wurden 867 Verkehrstote gezählt, das waren nahezu genauso viele wie im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2016 (865 Getötete). Rund 105 600 Menschen wurden in den ersten vier Monaten 2017 auf Deutschlands Straßen verletzt, ein Rückgang um 2,9 % gegenüber Januar bis April 2016. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle ist gesunken. In den ersten vier Monaten 2017 erfasste die Polizei 790 400 Straßenverkehrsunfälle, 1,4 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Darunter waren 81 300 Unfälle mit Personen­schaden (– 2,7 %) und 709 000 Unfälle mit ausschließlich Sachschaden (– 1,2 %).

Im April 2017 kamen 239 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben (-3,2% / -8 Tote z VJ), 28300 wurden verletzt.


Immerhin schreiben sie, dass die Zahlen gesunken sind. Das obwohl die akkumulierte Vier-Monats-Zahl der Toten gestiegen ist! Aber was sind schon zwei Verkehrstote mehr? Der Trend zeigt übrigens, dass die Zahlen der Verkehrstoten in Deutschland wieder steigen. Und ich höre in Deutschland keinen Ruf nach VISION ZERO wie in Schweden. Es ist eine Schande!

RMD

Hans Bonfigt
Montag, der 22. Mai 2017

Wut essen Seele auf…

Lieber Roland,

bin gerade auf Heimfahrt von der Uni Bremen, eine sehr schöne, rein technische Veranstaltung mit netten Austauschstudenten aus Cádiz – die Jungs hätten Ihnen gut gefallen.

Nun will ich gerade, positiv beinflußt und beschwingt, einen netten Nachruf auf einen wirklichen Universalgelehrten schreiben, von dem ich seit meinem 16. Lebensjahr eigentlich alles lese, was ich in die Hände bekomme: Prof. Dr. Joachim Kaiser. Einmal aus der Sicht eines Rezipienten.

 

Aber ich mache den Fehler und öffne den „Spiegel online“:

„Ursula von der Leyen läßt Bild von Kurt von Hammerstein-Equord an der BW-Uni abhängen“
Diese Dumpfbratze ist so peinlich, daß es weh tut.

„Niederländisches Gesetz zur Netzneutralität verstößt gegen EU-Recht“
Danke, Herr Ex-Digitalkommissar Oettinger. Und allen Schwaben die Krätze an den Hals!‎

„Alle Münchner sind in der Verantwortung, neue Moscheen zu schaffen“
Ja, spinnen denn die? Gerade in München gibt es eindeutig zu viele Gotteshäuser – die man sich hinsichtlich Brandschutz und neuen EU-Bauvorschriften einmal ganz genau angucken sollte!

„Jan Böhmermann liest Briefe von Dennis Yüksel“
Kann jemand diesen widerlichen Jammerlappen nicht in den Kofferraum stecken und zu seinem Kumpel in die Türkei bringen? Erdogan freut sich schon.‎

 

Also jetzt ‚mal im Ernst:
Jede einzelne Schlagzeile, ibs. die mit Kurt von Hammerstein, hätte gereicht, mir den Tag zu vermiesen — aber vier solche Klopper?

 

Also ehrlich, der Typ in „Falling Down“ wird mir immer sympathischer.

-hb

DSC_1659oder:
Wie sich der Herr mit Chauffeur das selbstfahrende Auto vorstellt.

ADFC – das ist der Lobby-Club für uns Radler. Viele Radfahrer empfinden diesen Club als ein wenig altbacken und sehen ihn als Gegenentwurf zum ADAC. Deshalb machen sie lieber bei freien Graswurzelbewegungen wie „Critical Mass“ und ähnlichen mit. Trotzdem bin ich gerne Mitglied des ADFC und unterstütze den Verein in seiner Lobbyarbeit wenn irgendwie möglich. Und empfehle die Mitgliedschaft auch sehr.

Der ADFC macht auch sehr gute Veranstaltungen. Eine davon ist das Mittagsgespräch in München. Da habe ich schon viele interessante Beiträge erlebt von Menschen wie Herrn Ude (als Bürgermeister), Herrn Ramsauer (als Bundesverkehrsminister), Toni Hofreiter (als Experte der Grünen für Mobilität) aber auch von in der Öffentlichkeit weniger bekannten Menschen wie z.B. dem Vorstand der DB-Regio. Dies immer mit interessanten und wichtigen Diskussionen.

Gestern war wieder ADFC-Mittagsgespräch in München. Als Redner war Peter Driessen geladen, der Haupt-Geschäftsführer der IHK München und Oberbayern. Für Leute, die diese Abkürzung nicht kennen: IHK steht für Industrie- und Handelskammer. Das ist eine Organisation, in der man als Unternehmen zwangsweise Mitglied sein muss und genauso zwangsweise „Kohle“ abdrücken muss.

Als Unternehmer weiß man nicht für was – bekommt dafür aber alle paar Wochen eine inhaltlich schwaches und uninteressantes Hochglanz-Magazin, das in der Regel sofort beim Altpapier landet. Die IHK ist in der Öffentlichkeit auch bekannt, da ihre „IHKs vor Ort“ oft ziemlich viele Geschäftsführende haben (in Chemnitz und Dresden z.B. 10, in Erfurt gar 11, in Hannover, Koblenz , Saarbrücken und Würzburg sogar 16), die meistens ganz ordentliche Gehälter beziehen, weil sie ja für so viele Unternehmen verantwortlich (?) sind (Zahlen siehe Offizielle Liste der IHK zur Einkünfte der GF-Teams ohne weitere Vorteile wie Geschäftsauto mit Fahrer etc.).

Und Peter D. hat uns an einem (wie er sagte unfreiwillig) selbst erlebten Beispiel die zukünftige Integration der verschiedenen Verkehrssysteme erklärt und dabei auch seine Vision zum „Fahrerlosen Auto“ preis gegeben:

„Auf der Donnersberger Brücke sei er mit seinem Chauffeur auf dem Wege zu einem Vortrag im Stau gestanden. Und da es keine Chance mehr gab, mit dem PKW pünktlich am Ziel zu sein, hat er fluchs das Auto verlassen und ist mit der S-Bahn weiter gefahren. Und wäre so auch pünktlich angekommen. Was ja ohne Chauffeur gar nicht gegangen wäre, denn er hätte das Auto ja nicht einfach auf der Donnersberger Brücke stehen lassen können“.

Dieses Beispiel hat er dann mit seiner Vision zum selbst fahrenden Auto ergänzt:

„So könne man doch in solchen Situationen mit dem Öffentlichen Nahverkehr ans Ziel fahren und das fahrerlose Auto würde im Stau hinterherzuckeln und dann seinen Eigentümer wieder abholen.“

Das klang ziemlich ernst. Vielleicht war es auch lustig gemeint. Nur ist so ein Bild von mobiler Zukunft alles anders als lustig. Besonders wenn es von einem wichtigen Repräsentanten eines Wirtschaftsverbandes kommt, der zumindest sich selbst für unheimlich wichtig hält.

RMD