Roland Dürre
Dienstag, der 24. März 2015

Auto und Autobahn – über alles.

AutobahnkleeblattHeute morgen in der SZ lese ich in der Kategorie „Landkreis“, dass bei einem Autobahn-Einzelprojekt in meiner Nähe, dessen Notwendigkeit ich auch nicht so recht verstehe, die Kosten von geplanten 25 Millionen um 19 Millionen steigen werden und das Projekt jetzt 44,3 € Millionen kosten wird.

Wahrscheinlich werden es in der Retrospektive dann noch mehr.

Ich zitiere aus der SZ, Landkreis München, 24.03.2015, aus einem Artikel mit der Überschrift:

Kostenexplosion an der A 99

Die Verlegung der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning an der Autobahn A 99 von der Bundesstraße B 471 zur Kreisstraße M3 wird deutlich teurer als bisher kalkuliert. Das gab Landrat Christoph Göbel (CSU) in der Sitzung des Kreistags am Montagnachmittag im Pullacher Bürgerhaus bekannt. Die Autobahndirektion Südbayern hatte das Landratsamt demnach vergangene Woche darüber informiert, dass die Baumaßnahmen ein Gesamtvolumen von 44,3 Millionen Euro haben werden. Ursprünglich war man von Kosten in Höhe von mehr als 25 Millionen Euro ausgegangen, bei Baubeginn im Sommer 2013 war bereits von 29 Millionen Euro die Rede gewesen. Die neue Anschlussstelle an der Kreuzung der Autobahn A 99 und der Kreisstraße M 3 wird als Vollkleeblatt gebaut und die bisherige Einmündung der M 3 in die Bundesstraße B 471 zu einem Kreisverkehr mit Überführung für den durchgehenden Verkehr umgestaltet.

Besonders beeindruckt mich ein zweites Zitat in dem Artikel. Der Landrat Göbel sagt dazu laut diesem Artikel einfach mal so:

 „Dazu kommt eine allgemeine Kostensteigerung um 15 Prozent“.

Das kann ich mir gut vorstellen. Nur ich höre immer, dass wir zu wenig Inflation haben.

RMD

P.S.
Das Bild „AK-Detail“ ist von Wikoli aus der deutschsprachige Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Roland Dürre
Freitag, der 2. Januar 2015

Die Frust-Splitter des Neuen Jahres

Jetzt sind wir im neuen Jahr. Ich bin frei und habe viele Pläne. Und freue mich. Nur Radio hören darf ich gar nicht mehr. Denn dann kommt der Frust. Hier ein paar emotionale Gedanken zu den Nachrichten von Silvester und dieser Tage. So vieles verstehe ich gar nicht mehr.

Die Silvester-Böllerei hat uns in Deutschland mindestens vier Menschenleben gekostet. Sie wurden Opfer der Pyrotechnik. Wie viel Menschenleben die Silvester-Völlerei gekostet hatten wissen wir nicht. Auch der Gesamtschaden der Silvester-Nacht muss dieses Jahr besonders hoch gewesen sein. Damit meine ich nicht die vielen Feuerwehrkörper, die sinnlos und mutwillig zerstört worden sind sondern die Folgeschäden.

Aber wir verschießen Raketen, machen Feuerwerk und haben Angst vor Terrorismus und einer „Ent-Europäisierung“. Und dem Islam. „Pegida“ spielt die zentrale Rolle in den Nachrichten. Bei unserer Kanzlerin wie auch bei den Arbeitgeberverbänden. Die wollen kein Pegida. Aber nur weil es schlecht für die Wirtschaft ist.

Ich mag auch kein Pegida. Aber vor allem, weil es einfach unmenschlich, dumm und fundamentalistisch ist.

Die Politiker sagen jedoch: Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen. Weil sie immer auf Stimmenjagd sind. Und Angst haben, dass ihre Mehrheiten immer zweifelhafter werden. Und dies zweifellos zu Recht.

Die Sorgen der vielen Menschen, die die Wachstumsideologie und den Widersinn unserer Wirtschaftssystem nicht begreifen wollen und können, nimmt „die Politik“ nicht ernst. Weil Wachstum alternativlos ist.

So wie auch die Sorgen der Menschen, die den totalen Lauschangriff auf uns durch inländische und ausländische Organisationen kritisieren. Und wehe, man macht sich Sorgen wegen TTIP oder wünscht sich eine neue Gesellschaftsordnung.

Solche Menschen muss man „nicht ernst nehmen“ sondern überzeugen! heute noch durch Reklame (genannt Aufklärung) der zuständigen Ministerien. Wie bin ich froh, dass wir noch keine staatliche Umerziehung haben.

Die Diskussion über den Mindestlohn und diesen an sich finde ich auch so bürokratischen Quatsch. Nicht weil ich dagegen wäre. Nein, ich bin absolut dafür, dass menschliche Arbeit fair bezahlt wird. Möglichst weltweit und auch bei uns. Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein.

Nur – der Mindestlohn wird uns das aber genau nicht bringen, sondern vor allem mehr Bürokratie, Verordnungen, Kontrollen, Bußgelder … Und noch mehr Ungerechtigkeit.

Zudem hat der Mindestlohn einen entscheidenden Konstruktionsfehler. Wie bei vielen ähnlichen dieser Gesetze wurde einfach die Inflation vergessen. Und schon in wenigen Jahren werden wir über den Mindestlohn lachen, weil er so niedrig ist. Oder soll er ab jetzt jährlich und nach welchen Kriterien erhöht werden? Mir ist nichts bekannt.

Die Inflation findet statt, das merke ich laufend, ob beim Bäcker oder auf dem Markt beim Gemüse kaufen, im Schwimmbad, in der S-Bahn und Eisenbahn, in der Post beim Brief frankieren, in den Lokalen usw. Da hilft es auch nichts, wenn der Diesel wahrscheinlich eh nur vorübergehender Weise mal eine Zeitlang verblüffend billig erscheint. Und man das Geld in großen Mengen zum Niedrig-Zins bekommt.

Auch die Verrückten in Brüssel frustrieren mich: Eine Billion EURO (in Zahlen 1.000.000.000.000 €) wollen die jetzt für Wachstum und gegen die zu niedrige Inflation bereitstellen.

Von was soll ich noch schreiben?

Dass die Krankenkassen in 2015 ihre Rücklagen im Wettkampf um die Mitglieder verblasen und dann mit trickreichen Tarifkonstruktionen ab 2016 ihr Zusatzeinkommen generieren dürfen – und sollen? Und dann alles noch intransparenter und komplizierter werden wird? Mit noch mehr „Werbung für die Gesundheit“?

Vom nach weihnachtlichen Populismus der CSU? Oder der Hilflosigkeit des Papstes, der in seinem Managementsystem fünfzehn Krankheiten entdeckt hat, jedoch nicht weiß, wie er diese Krankheiten heilen soll? Oder von dem Wahnsinn in der Ukraine und mit der Nato? Über die Forderung nach verlängerter Datenspeicherung (wegen der Cyber-Kriminalität) der Bayerischen Staatsregierung (um die Aufklärungsquote zu erhöhen)?

Nööö, irgendwie macht sogar das Schimpfen keinen Spaß mehr!

RMD

P.S.
Habe gerade in den Nachrichten auch eine menschliche Nachricht gehört:
Der Uli (Hoeneß) ist ab heute Freigänger. Ich freue mich für ihn.

Roland Dürre
Mittwoch, der 18. Juni 2014

Durch Verbrennen von Öl gewinnen wir Zeit um Öl zu verbrennen.

Eigentlich nur zum Nachdenken. Aber wir sind schon ein komisches Völkchen.

Wir trachten nach Wohlstand und Freizeit. Dafür opfern wir viel Wichtiges unseres Lebens. Unsere Zeit, unsere Gesundheit, unsere Familie, unser soziales Leben. Wir wollen beim großen Spiel erfolgreich dabei sein, also akzeptieren wir ein Maß von Blindleistung, das in unser immer komplexer werdenden Gesellschaft und Wirtschaft fast schon geometrisch steigt. Um sind bereit, uns maximalem Stress auszusetzen.

So schaffen wir – auch durch den gnadenlosen Einsatz von Technologie – ein nie da gewesenes personales Niveau von Reichtum. Allerdings mit einer immer stärker werdenden Polarisierung zwischen den Menschen und Welten.

Uns geht es aber nicht so gut, weil wir so fleißig und genial sind. Wir sind so reich, weil wir mit unser Technologie gnadenlos Öl und Kohle verbrennen. Und weil wir in einer globalisierten Welt ganz wo anders ganz billig (und oft ziemlich rücksichtslos) produzieren lassen.

Wir sind so erfolgreich, dass wir dauernd etwas tun müssen. So wird unsere Zeit immer knapper. Und was machen wir in unserer verbleibenden Freizeit? Wir reisen hinaus in die globale Welt. Oder schlagen die Zeit mit unseren Luxusmaschinen tot. Und bemühen uns, dabei immer möglichst viel Öl zu verbrennen.

Vereinfacht gesagt:

Wir verbrennen fossile Energien um Zeit für das Verbrennen von fossilen Energien zu gewinnen.

Und verlieren dabei uns selber. Ist doch absurd!

RMD

Jetzt bin ich drei Tage von der Schweiz kommend durch Deutschland geradelt. Und habe bei einem Freund und in zwei Hotels übernachtet. Beim Wolf in Rorschach, dann in Oberstaufen und Füssen in so ganz normalen Touristen-Hotels.

Und jeden Abend im Hotel angekommen musste ich beim Check-In ein Formular ausfüllen. Name, Vorname, Geburtsdatum, Heimadresse, Geburtsdatum und Vorname meiner Frau.

Bei meinem Freund musste ich dies jedoch nicht. Warum da eigentlich nicht? Immerhin habe ich in Rorschach übernachtet. Muss man beim „Privat Übernachten“ nichts ausfüllen? Und kann mir einer sagen, warum eigentlich nicht? Sondern nur im Hotel? Meine Gefährlichkeit ändert sich doch nicht, wenn ich im Hotel übernachte.

Da fällt mir ein, dass ich meine Übernachtungs-Gäste – und ich habe öfters welche – auch kein Formular ausfüllen lasse. Und melden tue ich sie auch nicht. Müsste ich das vielleicht als gesetzestreuer Bürger?

Da ich viel unterwegs bin, muss ich viele solche Formulare ausfüllen. Eine unnötige Arbeit. Dachte immer die Daten sind in meinem Personalausweis. Und auf vielen meiner Plastik-Karten in so kleinen Chips. Also könnte man sie doch auslesen. Dann müsste ich zumindest nicht mehr mit dem Kugelschreiber immer wieder lästig Papier beschmutzen. Mein Geburtsalter und meine Adresse kenne ich doch schon, üben muss ich es doch auch nicht mehr.

Wobei mir das alles eh schon als sinnlos erscheint. Es weiß doch eh ein jeder, wann ich wo ich war und bin. So ist das Ausfüllen doch so eine Art bürokratische Schikane.

Besonders absurd finde ich das Ausfüllen natürlich, wenn ich mein Smartphone am Morgen anschaue. Das begrüßt mich dann jeden Morgen und sagt mir genau wo ich bin, wie das Wetter draußen ist und viel mehr dazu. Und es gibt noch viel mehr Anwendungen, die immer genau wissen, wo ich wann bin.

Trotzdem werde ich wahrscheinlich immer weiter das Anmeldeformular aus füllen müssen. Völlig sinnlos. Wie so vieles in unserer Welt.

🙂 Wobei das jetzt auch nichts ist, was mich so richtig ärgert. Es ist einfach nur blödsinnig.

Also was soll’s. Füll ich halt weiter Formulare aus …

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 21. Juli 2013

Sind wir noch zu retten … ?

Oder gehen wir im Irrsinn unter …?

Aus aktuellem Anlass ist mir wieder ein Theaterstück eingefallen, das Norbert Weinberger und ich am Ende des letzten Jahrtausend auf einem Flug nach Indien skizziert und anschließend ausgearbeitet haben. Wir sind damals über Zürich von München kommend mit Swiss Air nach Neu-Dehli geflogen, um dort unser Tochterunternehmen „AMPERSAND ltd“ zu besuchen. Die Business Klasse war ziemlich leer und gleich mehrere charmante Damen aus der Schweiz kümmerten sich so richtig nett um uns.

Champagner gab es zum Abwinken und der Norbert und ich meinten, dass es Sinn machen würde, die Zeit zu nutzen, um den Schwachsinn des Spätkapitalismus in einem kurzen Sketch zu beschreiben.

Entstanden ist in dieser Nacht ein kurzes Theaterstück mit einfachen Bildern und Botschaften, erzählt von unserer Märchenerzählerin (Muschka):

Zwei Freiberufler und Freunde (Norbert und ich) sind in der Klemme. Deshalb trinken sie auf einer zugigen Parkbank ein Bier. Einem zufällig vorbei kommenden Studenten der BWL (Markus) erzählen sie ihr Dilemma und gründen mit diesem eine Firma. Sie freuen sich schnell über das erste gute Jahresergebnis, aber ihr Wirtschaftsprüfer (Christian) holt sie schnell auf den Boden runter. Er empfiehlt ihnen einen ihm persönlich bekannten Business Angel (Hans). Der löst gleich alle Probleme und bringt sie mit goldenen Flügeln (am Rücken) an die Börse. Die Assistentin des Vorstands (Claudia) gefällt das auch und serviert den Champagner. Jetzt heißt es wachsen, also „hire & buy“. Plötzlich ist die Euphorie raus und das Unglück nimmt seinen Lauf. Aus Mr. Buy wird Mr. Sell (Alfred). Und  am Schluss finden sich die beiden Freunde wieder auf ihrer Parkbank beim Bier.

Soweit die Handlung dieser sehr sentimentalen Satire auf die New Economy von Norbert Weinberger und Roland Dürre als Theaterstück. Uraufgeführt wurde es von den Geschäftsführern und Vorständen der im IT-Treff kooperierenden mittelständischen IT-Unternehmen. Das war am 29. Juni 1999 vor gur 550 Zuschauern, die sich damals im Schlachthof zu München fast tot gelacht haben. Das ist dann bald 15 Jahre her, an der Aktualität des Stückes hat sich aber nichts geändert.

Hier der Text zum Lesen oder Nachspielen.
IT-Treff Satire (1903)

Es gibt auch ein Video vom Stück, das leider nur von äußerst schlechter Qualität ist. Ich würde mich freuen, wenn eine Bühne (Laien oder Profis) unser Stück aufführen würde und wir so ein neues Video erstellen könnten. So ein Projekt würde ich tatkräftig kräftig unterstützen und lobe 1.000 € für dies erste Bühne aus, die das Stück in einem schönen Rahmen spielt. Da es kurz und einfach zu inszenieren ist, könnte es auch nur als „Vorstück“ dienen. So wie eine Vor-Band. Wäre doch mal etwas anderes!

RMD

Edwin Ederle
Donnerstag, der 18. Oktober 2012

Sicherheit im Amtsgericht

Nachdem vor einiger Zeit in einem Gericht in Dachau ein Staatsanwalt erschossen wurde, hat man ja beschlossen, sämtliche bayerische Gerichte mit Zugangskontrollen auszustatten.

Vorgestern durfte ich zum ersten Mal erleben, was das bedeutet. Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie professionell unsere Steuergelder eingesetzt werden.

Alle Zugänge zu den Gebäuden sind verschlossen – bis auf einen, der mit einer Schleuse wie am Flughafen ausgestattet ist. Ich mußte Jacke, Unterlagen etc. in einem Korb durch ein Röntgengerät fahren. Man bat mich, auch meine Armbanduhr abzunehmen, da „das Gerät sehr empfindlich“ sei. Trotzdem gab es bei mir einen Alarm und ein Wachtmeister kontrollierte mich. Auslöser waren die Nieten meiner Jeans.

Der Weg ins andere Gebäude war weit und verschlungen und nach dem Termin wollte ich mich auf den Rückweg machen als mich meine Bekannte auf ein „Ausgang“-Schild aufmerksam machte. Ich meinte, dass der sicher verschlossen sei, doch wir probierten es. Hier wurde anscheinend intensiv nachgedacht, wie man hohen Sicherheitsstandard gewährleisten kann: An der Tür war ein kleines Schild mit 2 Aufforderungen: Tür wieder fest zuziehen! und Keinen Unbefugten Zutritt gewähren!

Im Internet habe ich gerade gelesen, dass für Umbauten in diesem Zusammenhang 15 Millionen Euro zu Verfügung standen. Wäre nicht ein Schild am Haupteingang „Bitte keine Waffen ins Gebäude bringen!“ viel günstiger gewesen?

E2E

Mähnicke & Six
Samstag, der 15. September 2012

Der tägliche Wahnsinn: Biodioten

Wenn zum Glauben an die gute Sache Blödheit kommt, kommt man sogar ins Fernsehen.

Mehr Täglicher Wahnsinn?

Mähnicke & Six
Donnerstag, der 23. August 2012

Der tägliche Wahnsinn: Opfergetue TV

Victimismo ist eine Wortschöpfung aus dem Spanischen.

Heißt soviel wie Opfergetue.

Sehr oft im Süden Europas zu beobachten.

Kaum im Norden.

Vor allem aber immer wieder in den Fernsehnachrichten.

Mehr Täglicher Wahnsinn?

Mähnicke & Six
Samstag, der 11. August 2012

Der tägliche Wahnsinn: Stirb schnell

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Mehr Täglicher Wahnsinn?

Mähnicke & Six
Donnerstag, der 7. Juni 2012

Der tägliche Wahnsinn: Geldraser

Geld ist mit 5,5 km pro Tag unterwegs.

Das Geld,
das wir im Beutel haben, wohlgemerkt.

Damit haben wir kein Problem.

Aber mit dem virtuellen Geld, das in Milliarden und in Millisekunden um die Welt rauscht.

Die Lösung …
… ist einfach:

Genau!

Eine Geldgeschwindigkeitsbeschränkung von 5,5 km/t!

Mehr Täglicher Wahnsinn?