Hans Bonfigt
Samstag, der 8. Juni 2019

Once again, with feeling ?

An und für sich ist der Verlag Heinz Heise ein sympathisches Haus mit kompetenten Autoren.

Früher war mir das Haus sympathischer, als es noch „elrad“ verlegte, eine wirklich tolle Elektronikzeitschrift, die den Spagat schaffte, sowohl für (im postitiven Sinne als ‚Liebhaber‘ gemeint) Amateure als auch für professionelle Entwickler etwas zu bieten.  Abgerundet wurde dies durch wiederkehrende Grundlagenthemen, beispielsweise über das CD – System.

Dabei verstand sich Heise gerne auch als Kritiker der Industrie und war wohl auch der Todesstoß für manche „High End“ – Audio – Neppbude.

Mittlerweile hat man sich der „normativen Kraft des Faktischen“ gebeugt.   Trotzdem staunt man nicht schlecht, wenn man liest:

Trojaner-Befall: Emotet bei Heise :

Was war passiert ?

Eine Mitarbeiterin hatte auf einen „Link“ geklickt, der verdächtig aussah wie eine Geschäftsmail.  Sie hatte das offenbar grob fahrlässig mit „Microsoft Outlook“ getan.  Tatsächlich sprangen sogar zwei „Virenscanner“ an, aber die IT-Administration machte den nächsten grob fahrlässigen Fehler:  Sie vertraute auf die vielfach beworbene „Reinigungskraft“ der „Antivirensoftware“.  In der Folge passierte das, was seriöse IT-Sicherheitsexperten seit Jahren ebenso gebetsmühlenartig wie vergeblich predigen :

  • „Antivirensoftware“ ist so zuverlässig wie Homöopathie.
  • Es hilft auch nicht, Mitarbeiterinnen zu schulen.

Man muß das auch nicht mehr begründen.   Da kann ich ja gleich mit eine/r Grün*IN diskutieren.

Wohl, weil Felix von Leitner diese Meldung als langweilig empfindet, legt er sich m.E. diesmal nicht so ins Zeug wie sonst:

  • Ein Browser, bei dem man nicht auf alle Links draufklicken darf, weil einem sonst das System von Ransomware übernommen wird, ist nicht akzeptabel.
  • Eine Arbeitsumgebung, bei dem man keine Dokumente öffnen darf, die einem zugeschickt werden, ist nicht akzeptabel.

So ist es.   Aber man sollte die Konsequenz daraus laut aussprechen dürfen:   Keine unübersichtliche Software – Monokultur verwenden, nur weil die Nutzer „Komfort“ genießen wollen.   Auf gar, gar keinen Fall „Microsoft Office“.

Aber es kommt ja deutlich schlimmer:

Wer nicht ernsthaft die Möglichkeit in Betracht zieht, daß eine Komponente eines Systems kompromittiert wird und diesem Umstand im Rahmen eines soliden IT-Konzeptes Rechnung trägt, den kann man nur als erbärmlichen Idioten bezeichnen.  Oder als BSI-Jünger, was freilich auf das gleiche hinausläuft (das „BSI“ erklärte quasi ex cathedra den Betrieb von „Windows“ für sicher, versagte aber schon beim simplen „Bundestags-Hack“).   Jeder billige Kleinkompressor hat ein Betriebs- und ein Sicherheitsventil.   Jede Dampflok, und sei sie noch so alt, hat Sicherheitsventile, Schmelzpfropfen, Schaugläser und, verpflichtend, zwei unabhängige Kesseleinspritzpumpen.  Vor hundert Jahren war den Ingenieuren klar:  „Fehler werden passieren, deswegen müssen wir Mittel bereitstellen und Maßnahmen erdenken, um auf den Fall eines Falles vorbereitet zu sein“.   Lokomotiven ohne diese und viele andere Sicherheitsvorrichtungen dürfen schlicht und ergreifend nicht aufs Gleis.   Und im Gegensatz zum albernen „BSI“ verfügt das „EBA“, das Eisenbahn-Bundesamt, über hochkompetente Fachleute.

Wenn ein Unternehmen sich eine komplexe Umgebung gebaut hat, die es nicht mehr beherrschen kann und die erwiesenermaßen im Fehlerfall unkrontrollierbar ist, dann ist es unwiderruflich an der Zeit, daß diese Umgebung radikal erneuert werden muß.

Aber sehen wir uns doch einmal an, wie es beim Verlag Heinz Heise weitgerging:

Zumindest ein Teil dieser Infektionen erfolgte über Credentials eines Domänen-Administrators. Über diese richtete Emotet auf dem Zielrechner einen neuen Dienst ein. Wie Emotet an diese Credentials kam, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Log-Dateien dokumentieren zwar übermäßig viele fehlgeschlagene Anmeldeversuche durch eine Brute-Force-Attacke auf das Passwort. Angesichts dessen Stärke erscheint es jedoch wahrscheinlicher, dass Emotet die Domain-Admin-Credentials etwa aus dem RAM eines infizierten Systems abgezogen hat.

[…]

Die Admins haben sich entschieden, ein komplett neues Netz mit neu aufgesetzten Rechnern und einem neuen Active Directory hochzuziehen. Dabei werden auch gleich neue, verschärfte Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt, die eine vergleichbare Eskalation zukünftig unterbinden oder doch deutlich erschweren sollen.

Heißt übersetzt:   „Völlig überraschend haben wir festgestellt, daß die Gruppe von Trickdieben und Päderasten, die im Rahmen des offenen Strafvollzugs im Kindergarten arbeiteten, dort Gelder veruntreut und Kinder unsittlich berührt haben !   Aber unser Team hat alles im Griff und wendet drastische Maßnahmen an:   Die Gruppe betreut jetzt einen anderen Kindergarten, und mit speziellen Sicherheitsmaßnahmen, noch härter als die alten, werden die Mitarbeiterinnen geschult, die gesammelten Gelder für die Ausflugskasse jetzt nicht mehr in einer Kaffeetasse, sondern im Schrank aufzubewahren.

 

Wie heißt es so schön ?

Kluge Menschen können Fehler vorhersehen,

normale Menschen lernen aus den Fehlern anderer,

aber die ganz großen Idioten lernen nicht einmal aus den eigenen Fehlern.

 

-hb

Roland Dürre
Sonntag, der 26. Mai 2019

Zeitenwende: Das Ende der digitalen Welt?

Am 16. Mai 2019 war ich von der Regionalgruppe von GChACM und GI eingeladen zu einem Vortrag zum Thema „post-digital“ in München im Hotel Eden-Wolff, ganz nahe beim Hauptbahnhof. Es ging um die Frage, ob und wie das Ende der digitalen Welt möglich sein könnte.

Ich versuche bewusst keine „vertrieblichen Vorträge“ mehr zu halten, mit denen ich irgendjemand von irgendetwas überzeugen will. Deswegen nutze ich auch keine manipulativen und die Zuschauer wie den Referenten einengenden Folien mehr.

Als Vergleich für meine Vortragsart nehme ich gerne die Malerei: Früher war es die Kunst, möglichst gegenständlich zu malen und naturgetreu abzubilden. Dann kamen neue Ausdrucksformen, die sich Impressionismus oder Expressionismus nannten und die zur „abstrakten Kunst“ führten. So ähnlich ist es mit meinen Vorträgen. Ich versuche Farbtupfer dynamisch zu servieren, die inspirieren und zum Nachdenken anregen sollen. Allerdings wird das nicht immer von allen Zuhörern verstanden.

Die Frage: „Wem gehört das Internet“ ist so ein Farbtupfer. Weil für mich das Internet etwas ganz besonderes ist und war. Auch das Internet ist eine Infrastruktur, die man mit Anlagen der Eisenbahn oder den Straßen für den MIV (Motorisierte Indiviual-Verkehr) und LKWs vergleichen kann.

Heute müssen wir akzeptieren, dass es das Internet nicht mehr gibt, das wir gemocht und geschätzt haben. Und dass es jetzt erst richtig los geht, mit Steuerung und Einflussnahme aufs Netz. Die Gangster stehen Schlange, die das Internet „shanghaien“ wollen.

Den Vortrag haben wir – Florian Sesser und ich spontan zu zweit gehalten. Und haben uns gesagt: Hi – wir machen eine Chautauqua :-). Das Wort spricht man so aus.

Als Form der Lehrrede kombiniert die Chautauqua unterhaltende wie auch bildende Elemente in einer miteinander verschränkten Form, die auch die ästhetischen Ansprüche des Leserkreises abdecken und zur Teilnahme motivieren sollte.

Eröffnung:

Vorstellung – Ich sehe mich als auch als “digital evangelist”, so wie die “technologischen Evangelisten von Sun – dieses Jahr feiere ich offiziell “50 Jahre digitales Jubiläum” – und bin ein wenig stolz, dass ich mich als Pionier der 3. Generation bezeichnen darf.

Vorträge, die ich an selber Stelle gehalten habe:
Unternehmer-Sketche (vor um die 20 Jahre, mit Norbert Weinberger und Alois Wolferstetter) und

Ethik und Informatik (vor 11 Jahren)
Heute war genau das das Schwerpunkt-Thema im aktuellem Informatik-Spektrum (Mitglieder-Zeitung der Gesellschaft für Informatik). Das habe ich gelesen – ich hätte Lust zu dem dort Geschriebenen mal kritisch Stellung zu nehmen.

Ich war übrigens mal im Präsidium GChACM – gemeinsam mit Wolf-Rüdiger Gawron. Er lässt sich entschuldigen, weil er in Spanien urlaubt. Höhepunkt in meiner Amtszeit war für mich die lokale Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum der großen ACM (1998) mit Besuch von Charles “Chuck” House in München, der hier von der großen Veranstaltung in USA berichtet hat (1998). Großer Dank dafür geht an den damaligen GChACM-Präsidenten Wolf-Rüdiger Gawron, der dieser Veranstaltung mit Unterstützung der BMW AG organisiert hat (Siemens wollte nicht) einen herausragenden Rahmen gegeben hat!

1997 in USA habe ich es nicht geschafft, bei diesem Jubiläumsfest des ACM dabei zu sein. Bei unserer Veranstaltung in München bei BMW habe ich das von Chuck signierte Buch mit allen Vorträgen von “beyond computing” geschenkt bekommen und konnte das Ereignis nachlesen.

Wie leben wir in 1975 – Hobby Titelblatt im November 1955

Das Buch „beyond computing“ wollte ich zum Vortrag mit bringen, aber leider habe ich es nicht mehr gefunden. Wichtig war, dass bei der Jubiläumsveranstaltung auch (mindestens) drei renommierte Science Fiction Autoren (neben vielen ganz Großen der SW-Entwicklung) dabei waren und über die Zukunft von IT und Software gesprochen haben.

Beim Übersetzen von “Beyond computing” ins Deutsche sollte man immer aufpassen! Habe ich doch gerade von Professor Oliver Kretzschmar (Uni Stuttgart) gelernt, dass “künstliche Intelligenz” in Deutschland anders verstanden wird als “artificial intelligence”, einfach weil “intelligence” im Englischen eine andere Bedeutung hat als “Intelligenz” im Deutschen. Und dies ein Grund für so manches Missverständnis wäre.

Folgende Bücher/Hefte zum Anschauen habe ich mitgebracht.

  • Lexikon der Datenverarbeitung von Siemens in der 7. (und letzten Ausgabe) von 1978. Die erste Ausgabe war übrigens von 1969! Die war so schnell weg, dass es im selben Jahr noch eine zweite und verbesserte gab.
  • 30 Hobby-Hefte von 1955 – 1967 (nach dem Prinzip des Zufalls ausgewählt).
    Absolut faszinierend, Technik, Ingenieursdenke und -wissen werden volkstümlich erklärt. Lauter tolle Hefte, zwei aus heutiger Sicht besonders erwähnenswert:

    • Ausgabe November 1955. Dort finden wir eine präzise Vorhersage, wie wir in 1975 leben werden.
    • Ausgabe August 1956: “Kommt ein Auto geflogen” … aus aktuellem (Was ist wohl der Anlass, dass ich da an Flugtaxis denken??? 😉
  • Und noch ein paar Science Fiction (Issac Asimov im Heyne-Verlag) wie z.B. „ich der Robot“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ich,_der_Robot – veröffentlicht auf englisch in meinem Geburtsjahr!)

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie in der Zukunft liegen (Karl Valentin).

Kommt ein Auto geflogen … Hobby August 1956

Bitte beachten, sogar in den tollen Hobby-Heften geht überwiegend um Autos. Das zeigt auch, wie wir auf den MIV (Mobilen Individual Verkehr) seit einem Jahrhundert geprägt worden sind. Digital kommt wenig vor – wenn dann Morse-Code und ähnliches. Irgendwo habe ich auch mal einen kurzen Beitrag über Verschlüsselung gefunden.

Was habe ich damals gelesen? Nach meinem Wechsel ins Gymnasium (1960) war Karl May out. Und Bravo fand ich auch nicht so aufregend. So wurden SF-Romane (nben Existenzialisten wie Alber Camus) zu meiner Lieblingslesestoff. Die Taschenbuch Edition von Heyne war damals herausragend.

Vielleicht habe mich die SF-Romane zur IT gebracht.  Und da hatte Asimov schon zwanzig Jahre vorher “Ich der Robot …” geschrieben, und in die Gesetze der Robotik beschrieben, die langsam “reality” werden könnte.

Florian Sesser – Junger Unternehmer, der für eine bessere Welt kämpft.

Und den Florian Sesser habe ich auch mitgebracht. Er hat mir das Buch geschenkt, in dem ich die Chautauqua entdeckt habe. Robert Pirsig – Zen and the art of Motorcycle Maintenance (Nachruf NPR)

Dann hat sich der Florian in seiner bescheidenen aber sehr frechen Art vorgestellt. Hier erzähle ich von ihm,

Florian Sesser, Jahrgang 1983, ist ein kreativer Kopf. Er liebt es, simple und elegante Lösungen für schwierige Probleme in der Informatik zu finden. Er programmiert seit seit er acht Jahre alt ist. 2014 war er einer der Gründer des Unternehmens accu:rate, das durch Computersimulation Großveranstaltungen und öffentliche Gebäude sicherer macht.

🙂 Wir wollen die Chautauqua gemeinsam jammen, ich bin (überwiegend) der Vocalist und der Florian spielt die Instrumente. Unsere Lernrede gliedern wir in zwei Blöcke mit je zirka 30 Minuten. Mit “biologischer Pause”. Weil es sonst zu anstrengend werden könnte.

BLOCK 1„Postdigital“

BLOCK 2 “Digital und Gesellschaft”

Wenn es anders läuft – z.B. aufgrund hoher Zuhörer-Beteiligung, dann ändern wir das. Wir können dann z.B. den zweiten Block heute streichen und falls Ihr das wünscht (und Wolfgang einverstanden ist) diesen ein anderes Mal auch hier fortsetzen.

Jetzt zum Inhalt des Vortrages. Ich erspare mir, das Gesagte hier auszuformulieren sondern kopiere die Struktur des Vortrages in Stichworten. Sozusagen als Stoffsammlung in 2 Blöcken. So könnt Ihr Eurer Phantasie freien Lauf lassen!

Gliederung BLOCK 1:

  1. Postdigital
    1. Begriff (Assoziation)
      1. Postfaktisch 🙂
      2. Zeitalter des unverantworteten Geschwätzes (R. Lay)
    2. Digitalisierung: buzzword, also auch „post digital“. Nachschlagen im Internet bringt Ergebnisse.
      1. Definition von “Digitalisierung” (geht für mich mit der Verschriftung von Sprache los). Heute meint man mit dem Begriff so etwas wie Automatisierung basierend auf Algorithmen. Ein buzzword.
      2. In Wikipedia (ziemlich neuer Artikel)
        https://de.wikipedia.org/wiki/Postdigital
      3. Accenture (Berater: Bullshit)
        https://www.accenture.com/us-en/blogs/blogs-paul-daugherty-digital-transformation
    3. Digital ist nicht reversibel? Irreversibel?
  2. Was könnte die “Digitalisierung” zerstören? Frage – Versuch, Antworten zu finden.
    1. Einstieg mit Wikipedia
      1. Wikipedia ist toll (open source, total ehrenamtlich unabhängig, keine Werbung …)
      2. Abfrage ans Auditorium: Wer nutzt, (be-) zahlt, schreibt, administriert …
    2. Infrastruktur des Wissens (2001 gegründet)
      1. Alterssituation und Gender ???
      2. Die Welt alter weißer Männer (Frauen sind die Ausnahme)
      3. Was wäre, wenn Wikipedia zerfällt?
        https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikipedistik/Soziologie
    3. Wikipedia ist das beste Beispiel, dass “Innovation kreative Zerstörung” ist.
    4. Wikipedia hat alle Lexika und Enzyklopädien zerstört.
      1. Wie geht es weiter mit der Infrastruktur des Wissens, wenn die Ehrenamtlichen nicht mehr wollen?
      2. Wer bekommt dann Wikipedia?
        (BRD, UNO oder Privatisierung …)
    5. Folgen für Verlage waren schlimm
      1. Verlust von profitablen Geschäftsmodellen und Unternehmen
      2. Im Gegensatz zum Internet vergessen Konzerne.
      3. Rache (Urheberrecht)
        (befreit, weil gemeinnützig).
      4. Wie man Gemeinnützigkeit NGOs entzieht, wird von Politik und Lobbies gerade geübt
  3. Weitere Beispiele von Gefährdung
    1. Überregulierung und Einflussnahme
      1. Facebook/Google-Beispiel “Impfgegner werden ausgegrenzt”
      2. Upload-Filter
      3. Kommerzielle Veränderung (Vorfahrt für zahlende Nachrichten)
    2. Moorsches Gesetz (1965)
      https://de.wikipedia.org/wiki/Mooresches_Gesetz  Es geht zu Ende! Die Zukunft braucht aber vielleicht weiter exponentielles Wachstum (KI, BIG Data, Blockchain …)

      1. IT hatte die Kraft des Quadratischen
        (Getreidekörner auf dem Schachbrett)
      2. Dreifaltigkeit der Informatik gelangt an Grenzen. Schluss mit exponentiellem Wachstum.
        1. Speicher  – Wir befinden uns im Nanobereich.
        2. Kommunikation – Auf Glasfaser senden wir mit Lichtgeschwindigkeit.
        3. Rechenwerk – Sind Quantenrechner wirklich die Lösung?
    3. Aus Ingenieuren werden Priester
      1. Asimov (Trantor-Trilogie)
      2. Manche Programmiere heute erinnern mich schon an so etwas. Ab und zu habe ich das Gefühle „denn sie wissen nicht, was sie tun“.
      3. Digitalismus – eine Religion. Schmunzeln oder Ernst nehmen?
        Way Of The Future Church ?
    4. Die Infrastruktur zerfällt! Dann könnte schnell Schluss sein mit “weltweiter” Kommunikation.

In diesem Zusammenhang mcht es Sinn, dumme Frage zu stellen. Hier zwei davon:

  1. Wem gehört das Internet – so ganz physisch?
  2. Wie funktioniert es eigentlich?

Ich habe die Fragen gestellt! Das Ergebnis war exemplarisch für die heutige Welt – Inkompetenz aller Orten. Sogar die digitalen Top-Berater der Regierung können solche eigentlich einfache Fragen nicht beantworten!

Bei anderen (alten) Infrastruktur ist das einfacher. Zum Beispiel Straßen-Infrastruktur: Da weiß man, bei jeder Straße wem sie gehört. Und ist in der Regel für die Straße auch verantwortlich.

  1. Gliederung BLOCK 2:
    1. Mit der Kulturzwiebel als Modell kann man Gesellschaft und Kultur beschreiben. Siehe auch http://if-blog.de/rd/die-kulturzwiebel-oder-auf-heldensuche/). Zur „Zwiebel“ gehören auch Produkte, Sprichworte und Witze, Aussehen, all das und viel mehr ist Teil von Kultur.
    2. Welche Rolle spielen die Menschen in sozialen Systemen?
    3. Wie sehen extremen Ränder von sozialen Systemen aus (Familie, Unternehmen, Staaten …)? Dazu definiere ich zwei Pole:
      1. HORG (Abkürzung von @Büronymus für hierarchische Systeme) versus AUTOnom 
      2. Hierarchie (Organigramm-Baum von oben nach unten) versus Netzwerk (vernetzte Teams, die zusammenarbeiten)
      3. Gruppen-basiert (Modell der Reichswehr – Siemens) versus Team-basiert (Micro-Organisation mit Selbstorganisation)
      4. Geheimhaltung versus Transparenz
      5. Bürokratie versus Subsidiarität
      6. Taylorismus (die detaillierte Vorgabe der Arbeitsmethode „one best way“, exakte Fixierung des Leistungsortes und des Leistungszeitpunktes, extrem detaillierte und zerlegte Arbeitsaufgaben, Einwegkommunikation mit festgelegten und engen Inhalten, detaillierte Zielvorgaben für den Einzelnen mit nicht erkennbarem Zusammenhang zum Unternehmensziel sowie Qualitäts-Kontrolle) versus Involviertheit (als Summe von Einbezogensein, Eingebundensein, Aufgabenintegration …).
      7. Prozesse (Henry Ford – Die Kaste der Ingenieure als Vorläufer der Kaste des Management) versus Selbstorganisation
        und erweitert:
      8. Feudalismus versus Selbstbestimmung
      9. Fremdgehörigkeit (Sklaverei) versus Eigengehörigkeit.
        Vielleicht gehören auch dazu
      10. Ratio versus Gefühl
        und
      11. Gewalt versus Gewaltlosigkeit
  1. Bewertung
    1. Das ist Teil des “Betriebssystems”, welches soziale Systeme organisiert.
    2. Rein BLAUE oder ROTE Unternehmen gibt es nicht. Ich weiß auch nicht, was “besser” ist und vermute mal, die Mischung machts. Für mich selber sympathisiere ich aber mit BLAU.
      1. Mafia und Kriegswirtschaft des 3. Reichs im 2. Weltkrieg waren BLAU
      2. Buurtzorg ist ein, vielleicht das Beispiel für ROT.
        (https://www.buurtzorg.com/)
      3. Sklaverei und Leibeigenschaft wurde nur abgeschafft weil unwirtschaftlich und nicht effizient.
      4. Durchsetzen wird sich das effizientere System.
    3. Digitalisierung kann BLAU und ROT unterstützen (Prozesse wie Wissensaustausch / gewaltfreie und offene Kommunikation)
      1. Beispiele BLAU:
        1. Zwangsjacke MS/SAP bei Unternehmen oder
        2. DB: Implementierung des Fahrpreis-Systems (unsinnig aber kaum änderbar)
      2. Beispiele ROT:
        1. Anwendungen zum Wissen teilen.
        2. „Open Source“ …
  2. Die “Agilen” nutzen VUCA (Akronym für die englischen Begriffe volatilityVolatilität, uncertainty – Unbeständigkeit/Unsicherheit complexityKomplexität und ambiguityMehrdeutigkeit) als Begründung für die Notwendigkeit von ROT, weil BLAU nach ihrer Annahme den Anforderungen der Komplexität der heutigen Welt nicht genügen kann. Weil wir neue Qualitäten generieren müssen:
    1. Resilienz
    2. Antifragilität
    3. Meine Meinung ist, dass Schwarz-Weiß-Denken immer unteroptimal ist und die Zukunft auch hier hybrid sein wird.
    4. Meine Sorge: Vielleicht kann man die Probleme der Menschheit nur mit BLAU lösen?
  3. Jetzt treffen wir für ein Gedankenexperiment folgende Annahme:
    Die sozialen Systeme werden von digitaler Organisation beherrscht. Was passiert, wenn künstliche Intelligenz dazu kommt?

    1. Was ist künstliche Intelligenz? Vorschläge:
      1. Selbstlernendes System.
      2. KI ist “die Welt jenseits von Algorithmen“?
      3. Betrachten wir dazu Spiele wie Schach und Go!?
      4. Besteht KI aus banalen Anwendungen wie ALEXA? Eher nicht.
      5. Die schon erwähnten Spitzen-Berater der Politik glaubten zum Teil, dass der englisch sprechende chinesische Nachrichtensprecher-Roboter, ein androides System ist!?

Sehenswertes zu KI (AI)!

Und denkt mal an TAY, der Microsoft soviel Ärger gemacht hat (und den die digitalen Top-Berater oft auch nicht kennen!):

    1. Tay als ein Beispiel für KI-Experimente: https://de.wikipedia.org/wiki/Tay_(Bot)
      1. Was bedeutet das, wenn Künstliche Intelligenz in digitalen sozialen Systemen mitspielt?
      2. Hat Microsoft bei KI schon aufgegeben (Nebenfrage)?
        1. Einstellung Cortana
        2. Wie will Bayern oder Deutschland im Thema KI stark werden, wenn das sogar Microsoft sich nicht mehr zutraut?
        3. Wir schwätzen von Bayern FIRST.
        4. Meine Erfahrung aus Vorträgen bestärkt mich da nicht:
          Ich kenn Leute, die am laut über KI reden (und Leute beraten, die in der Poltik dauernd darüber reden), kannten TAY und den Chinesischen Nachrichtensprecher ROBOT nicht.
        5. China kommt ins Spiel. (Spätestens) seit selbstlernende Systeme die chinesischen GO-Meister vernichtend geschlagen haben, kam der chinesische Aufbruch in die KI. Mit großer Macht und unvorstellbaren Summen an Geld und Forschern.
    1. Was bedeutet die Einbindung von KI in dominierende digitale Steuerungssysteme ethisch (Tay hat gezeigt, dass das übel enden kann)?
      1. Literatur-Hinweis dem Publikum (Prof Bayer): Leben 3.0 – Menschsein im Zeitalter Künstlicher Intelligenz
      2. Asimov (Gesetze der Robotik 1950)
      3. Deutsche Ethik-Konferenz zu künstlicher Intelligenz (Dobrindt 2018), eine Wahlkampf-Aktion, die dokumentieren sollte, wie  vorausschauend und verantwortungsbewusst die Bundesregierung für ihre Bürger in die Zukunft vordenkt denkt.
        Aber

        1. Beschränkung auf autonomes Fahren
          (das Auto steht im Mittelpunkt)
        2. Gedankenexperimente in der Ethik werden zur Spieltheorie. Diese ist seit 1945 als Hilfswissenschaft der Ethik. Am besten wird das bei #filosofix https://www.youtube.com/watch?v=MhOJp1DcabM vom SRF erklärt.
          (Auch hier gibt es Ärger mit Urheberrecht: Auf der Ursprungsseite vom SRF – Schweizer Rundfunk waren Videos für Deutschland gesperrt, die ich dann in Youtube trotzdem sehen konnte. Ärgerlich, so wie das GEZ-Problem (ich kann viele Inhalte im Stream von ARD und CO außerhalb Deutschland auch in Europa nicht sehen, aber schon wenn ich über einen Proxy gehe. Was für ein ärgerlicher Quatsch).
        3. Ethisches #filosofix-Zeug führt nach meiner Meinung zu nichts. Da kann man prächtig rumschwafeln, aber es kommt halt nichts raus. Für mich ist das geistige Onanie.
        4. So war das Niveau auf der Ethik-Konferenz vom Herrn Dobrindt. Es ging nicht um KI allgemein sondern nur um selbstfahrende Autos in Konflikt-Situationen. Anstelle eine Ethik-Architektur in Systemen der KI/AI zu fordern oder überlegen ging es um viele Fallbeispiele wie z. B das 2-Radfahrer-Problem:
          1 Radfahrer mit Helm, 1 Radfahrer ohne Helm. Einer von beiden muss der Situation folgend vom selbstfahrenden Auto überfahren werden. Welchen nimmt das autonome Auto?
          Die Lösung war, dass das Auto den mit Helm nimmt, weil der mehr Überlebenschancen hat. Nette Idee, bringt aber nichts.
        1. Zum Abschluß unserer chautauqua betrachten wir die von Vergabe “social credits in China”.
          1.  Siehe dazu Gerechtigkeitsthorien oder Ausgleichende Gerechtigkeit. Zumindest die Chinesen glauben daran, so Gerechtigkeit generieren zu können. Gutes soziales Verhalten wird belohnt, falsches bestraft. Wie es eine angemessene Gerechtigkeit ein fordert. Das geht nur mit totaler digitaler Überwachung.
          2. Mobilität
            Überqueren der roten Ampel gibt Minuspunkte auch für Fußgänger, Schwarzfahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und falsches Parken … ebenso
          3. Aussagen in Multimedia
          4. Regelverstöße aller Art und Meinungsverstöße
          5. …?
        2. Ist das möglich? JA!
          1. Notwendige Voraussetzung:
            Das geht nur mit IT (social media, Video-Überwachung, big data), die eine totale Transparenz der Bürger schafft und so ermöglicht, das soziale Verhalten jedes einzelnen zu messen und “gerecht” rückzumelden.
          2. Nur: Wer bestimmt, was gerecht ist? Wer programmiert oder “customized” das System? Wer gibt die Regeln vor. Wie entsteht der Konsens dazu?
          3. Meine Sorge: China kommt zu uns.
            Die IT-Produkte kommen aus China. Sie werden das Denken beeinflußen. Der Trend, dass in BRD und EU Freiheit eingeschränkt und Überwachung eingeführt wird, ist bei uns auch schon angekommen.
          4. So haben wir noch eine Variante, wie wir das post-digitalen Zeitalter kommen könnte:
            Die Menschen stümen und vernichten alles, was digital ist. Um sich zu befreien. Ein „digitaler Bildersturm“ fegt alles digitale weg!
          5. Ergänzender Gedanke zu KI/AI:
            Aktuell sind die Sensoren das technologische Thema.

            1. Beispiel aus China: Baby-Überwachung (kleine Box am Kinderwagen meldet, wenn und wie voll die Windel ist).
            2. Beim Angeln gibt uns der „Beißalarm“ Bescheid, wenn ein Fisch angebissen hat und informiert uns über die Eigenschaften des Fangs.
            3. Autonomes Fahren
              Viel diskutiert. Haben wir keine anderen Probleme?
            4. „digitale Fabrik“
              Immer mehr, vielfältiger und billiger produzieren …

Florian mal ganz anders.

Eine neue Definition von KI könnte sein, dass es bei KI nicht mehr um Mensch-Maschine-  sondern um Welt-Maschine-Kommunikation gehen.

Mein Leben als Informatiker war ein Arbeiten wesentlich an der Mensch-Maschine-Schnittstelle (Benutzer- oder Bediener-Oberflächen).

Heute wird an der Welt-Maschine-Schnittstelle gearbeitet.

Das könnte vielleicht auch eine vernünftige Definition für KI sein;

“KI ist, wenn die Software oder das System direkt mit der Welt zusammenarbeiten”.

Und nicht mehr mit dem Menschen.

Oder:

„KI ist, wenn das System nicht mehr determiniert arbeitet (wie neuronale Netze das heute schon tun?)?“

Und wir nicht mehr wissen, was es tun wird.

Zwei WARNUNGEN:

Perfekte Manipulation pro Auto:
Hobby 1957 – 1965

» Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit. «

» Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. «

Benjamin Franklin (1706-1790)

» Jeder Zuwachs an Technik bedingt, wenn damit ein Zuwachs und nicht eine Schmälerung des menschlichen Glücks verbunden sein soll, einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit. «

Bertrand Russell

Das war es dann.

RMD

 

Ich möchte Euch ganz herzlich zu folgender Veranstaltung einladen!

 

„Mein Leben nach Digitalisierung und InterFace“.

Am 6. Mai bin ich geladener Redner auf der monatlichen Veranstaltung der Regional Gruppe München der GI und des GChACM im Hotel Eden-Wolff.

Hier der Link zur Veranstaltung. Der Vortrag wird um 19:30 starten, vorher gibt es Zeit für Gespräche sowie Speisen und Getränke.

Es ist das dritte Mal, dass ich dort auftrette. Einmal hatten wir einen wunderbaren Sketch zu den Erlebnissen von Unternenhmensgründern mit und bei Banken. Gemeinsam mit meinem Unternehmerfreund Norbert Weinberger und meinem geschätzten Banker Alois Wolferstetter haben wir da „wahre Geschichten aus dem Unternehmerleben“ gespielt. Das hat damals (vor zirka 15 Jahren) richtig Spaß gemacht, alle haben gelacht.

Mein letzter Vortrag im Hotel Eden-Wolff bei Gesellschaft für Informartik und German Chapter of the ACM hat am 6. April 2009 stattgefunden, das ist jetzt mehr als 10 Jahre her. Damals war das Thema ernster
Das Leben, das Wissen, die Informatik und die Ethik.
In IF-Blog findet man eine kurze Zusammenfassung des Inhalts.

Jetzt freue ich mich, dass im letzten Informatik-Spektrum – dem fachlichen Organ der GI – das Schwerpunkt-Thema „Informatik und Ethik“ war. Nur 10 Jahre später.

Wenn ich mich richtig erinnere, hat dieser Vortrag den Zuhörern wie auch mir viel Freude gemacht. So soll es auch diesmal wieder sein.

So ist der Vortrag angekündigt:


Zeitenwende: Das Ende der digitalen Welt?
Gedanken zur post-digitalen Gesellschaft

Zusammenfassung:
Der Vortrag rund um Digitalisierung wird inspirieren, Impulse geben und zum Nachdenken anregen:

Was ist das, Digitalisierung und digitale Transformation? Was nutzt uns das? Wem gehört das Internet? Welchen Einfluss hat Digitalisierung auf unser Leben? Was passiert, wenn das digitale Zeitalter zu Ende geht? Was bedeutet Digitalisierung für unser Arbeitsleben und unsere Gesellschaft? Was sind KI (Künstliche Intelligenz) und AI (artificial intelligence)? Wo steht Bayern (Deutschland, Europa)?  Wer regiert die Welt in Zukunft?

Sprecher:
Roland M. Dürre (Ex-Programmierer, IT-Unternehmer, Blogger, Business Angel)

Geboren: 20. Juni 1950 (verheiratet, Vater und Großvater)


Ich werde versuchen, den Vortrag wieder sehr offen und interaktiv zu gestalten. Vielleicht gelingt es und gemeinsam, die eine oder andere der oben gestellten Fragen gemeinsam zu beantworten. Ansonsten wird wie immer mein Ziel sein, zu Inspirieren, Impulse zu geben und zum Nachdenken anzuregen. Und natürlich auch ein ganz klein wenig zu provozieren.

Es wäre schön, wenn ich viele von Euch wiedersehen würde. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig. Wenn der Saal voll werden sollte, hat das Hotel genug Stühle in Reserve.

Ich freue mich sehr über jeden, der gerade auch von Euch kommt.

RMD

P.S.
der Vortrag wird als Chautauqua gehalten.

:-). Florian Sesser, ein junger IT-Unternehmer aus München wird mich dabei am Rechner unterstützen. Wir freuen uns beide schon sehr auf Montag Abend!

Roland Dürre
Montag, der 11. März 2019

Wem gehört das Internet … ?

I wonder if he knows the answer?
Römische Kopie eines griechischen Platonporträts, das wohl von Silanion stammt und nach dem Tod Platons in der Akademie aufgestellt wurde, Glyptothek München.

Ich behaupte ja, dass man erst nach Lösungen suchen soll, wenn man die „richtigen“ Fragen gestellt hat. Mich beschäftigt zurzeit, nicht nur in meinen Vorträgen, wie es mit der Digitalisierung weiter gehen wird.

Ich fürchte, dass das Internet auf verschiedenen Ebenen gefährdet ist. Also überlege ich mir zentrale Fragen.

Eine ganz wichtige Frage dazu ist:

Wem gehört das Internet?

Das meine ich genauso, wie ich es schreibe. Mein Smart-Phone wie meine Rechner, die ja auch Teil des Internets sind, gehören mir. Aber wem gehören die ganzen Leitungen und Rechenzentren, die es für das NETZ braucht? Und wer hat die Definitions-Hoheit? Wer beschließt eine Umstellung der Protokolle, wenn dies aufgrund von Nutzer-Veränderung notwendig sein sollte? Wer regelt die Sicherheit? Wer hat die Verantwortung, wenn die Infrastruktur kaputt ist?

Die Frage habe ich jetzt auch schon ein paar Mal gestellt. Weil ich die Antwort nicht weiß. Ich habe sie sehr klugen Menschen gestellt, die normaler Weise alles über Digitalisierung und verwandte Themen wissen. Aber auch die konnten sie mir nicht beantworten.

Aber vielleicht wissen das meine Leser?

Dann beantwortet bitte auch gleich weitere Fragen, wie zum Beispiel:

Wem gehört Wikipedia?

Unsere riesige Lexika-Infrustruktur. Die einzigartig unabhängig und frei ist. Auch frei von Werbung. Die keinem Konzern und keiner Partei gehört. Von Ehrenamtlichen gestaltet und von Spenden finanziert wird. Ein wunderbares Beispiel für „Open Source“. Etwas, auf das die Internet-Community stolz sein könnte.

Was machen wir, wenn es nicht mehr genug Wikipedianer bereit sind, diese immer wachsende Infrastruktur weiter zu pflegen? Wenn die Technologie veraltet und das System verfällt. Wer bekommt oder übernimmt das Wikipedia-Imperium, wenn es zusammenbricht?

Oder habt Ihr da noch mehr so spannende Fragen? Wie z.B. was mir machen, Youtube und ähnliche Dienste abgeschaltet werden?

Freue mich über Antworten und Fragen.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 10. März 2019

Facebook: Impfgegner erhalten weniger Sichtbarkeit.

Unter obriger Überschrift lese ich bei Heise.de folgenden ersten Satz:


Dem Kampf gegen die wachsende Zahl von Impfgegnern schließt sich nun auch Facebook an. Das US-Portal kündigt erste Maßnahmen an.


Weiter lese ich:


Immer mehr Widerstand

Mit dem Schritt folgt Facebook Pinterest und Google, die in ähnlicher Weise damit begonnen haben, Impfgegnern die Sichtbarkeit auf ihren Plattformen zu beschneiden. Pinterest zeigt bei Suchen nach den englischen Begriffen „vaccination“ (Impfung) oder „vaccine“ (Impfstoff) keine Treffer mehr an, Youtube hat jüngst angekündigt, Videokanälen von Impfgegnern weltweit den Geldhahn abdrehen zu wollen. Facebook will nun auf Basis von Informationen der Weltgesundheitsorganisation und der US-amerikanischen Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention gegen Impftäuschungen („vaccine hoaxes“) vorgehen.


Diese Meldung passt gut in die Zeit, in der wir in Europa „Up-Load-Filter“ einführen wollen. Facebook, Google und Pinterest maßen sich an, zu wissen, was für die Welt besser ist. Und entscheiden, wer seine Menung vertreten darf und wer nicht.

Nicht die Kerze hat mich vor Kinderlähmung geschützt, sondern die Schluckimpfung.

Beim Stichwort „Impfen“ fällt mir sofort Kinderlähmung ein. Ich habe in meiner Kindheit diese grausame Krankheit bei Kindern erlebt. Und natürlich war für mich die Impfung gegen Kinderlähmung ein großer Segen, denn mir war klar, dass so sehr viele Menschen vor den schrecklichen Folgen der Krankheit geschützt wurden. So war für mich die Impfung gegen Kinderlähmung ein großartiger Erfolg – auch der beteiligten Pharma-Konzerne.

Das nächst Schreckliche, was ich in meinen jungen Jahren in meiner Umgebung in Punkte Erkrankung erlebt habe, waren die „Contergan-Kinder“. Am Anfang war das auch eine schreckliche Krankheit, wir wußten ja nicht, dass die Missbildungen von einem sehr fragwürdigen Medikament verursacht worden sind.

So kam bei mir früh ein Misstrauen gegen die Pharmazie-Konzerne und ihre Produkte auf. Hat diese doch mit Contergan bewiesen, dass sie beim Geschäftemachen nicht immer so genau auf den Nutzen schaut. Meine Sorge ist, dass diese Industrie auch mit Impfen gerne ihr Geld verdient, auch wenn Impfen nicht nur nutzt. Obwohl ich also alles andere als ein „Impfgegner“ bin, habe ich schon so meine Zweifel, ob jede Impfung sinnvoll ist. Denke ich an Grippe, fällt mir sofort Tamiflu ein, das ja vor allem die Bilanz der Schweizer Pharmakonzern Roche gesund gemacht hat.

Immer im Herbst stelle ich mir die Frage, ob ich mich zur Grippe-Impfung anmelden soll. Bin ich doch als bald Siebzigjähriger besonders gefährdet. Ich gehe dann aber nicht zum Impfen, weil ich gelesen habe, dass die Immun-Systeme älterer Menschen ein gutes Immun-Gedächtnis haben.

So gibt es Impfungen, die ich für zwingend notwendig und sehr sinnvoll halte (Hepatitis, Kinderlähmung, Gelbfieber und ähnliches) und andere, die ich eher für schädlich halte. Und da wir ja auch aufgrund der DVSGO (Datenschutz) keine vernünftige auf Bigdata basierende Medizin haben, ist das für mich auch schwer zu entscheiden.

Aber ich bin froh, wenn solche Themen kritisch diskutiert werden – und finde es eine Katastrophe, wenn sich da die Mächtigen einschalten. Am liebsten würde ich im Angesicht der upload-Filter ausrufen:

Wehrt den Anfängen!

Irgendetwas ist faul im Internet, wenn mächtige Konzerne die Meinungsbildung beeinflussen wollen und können. Und das zum Ziel der Gesetzbildung wird.

RMD

Hans Bonfigt
Montag, der 7. Januar 2019

Crisis ? What Crisis ?

Es ist noch nicht lange her, etwa um die Zeit der Eröffnung der letzten CeBIT, da forderten Spitzenpolitiker, namentlich Sickmar Gabriel und Angela Merkel, Menschen also, denen besonders im Osten gehuldigt wird:

Das mit der Statik überdenken wir aber nochmal …

 

Beide hier angesprochenen Sympathieträger hatten eine klare Botschaft, „Wir brauchen keine Datensparsamkeit, sondern Datenreichtum,  denn Daten sind der zukünftige Rohstoff“.

Nun, mit dem neuen „Cyber-Hack“ wurde geliefert wie bestellt !

Aber das scheint ja dann auch wieder nicht das zu sein, was gewünscht war.  Man spricht hochtrabend vom „Verrat an der Demokratie“.   Genau – das sage ich seit Jahren, Merkel und Gabriel sind Verräter der Demokratie.  Nichts Neues also.

Aber auch das ist wohl nicht gemeint.  Offenbar hatte die selbsternannte „Politische Klasse“ nicht die eigenen Daten im Sinn, als es um den „Datenreichtum“ ging, sondern die Daten des „Packs“.

Nun ist das gemeine Volk völlig beratungsresistent, hat überall „Payback-Karten“, „Kundenkarten“, macht jedes Preisausschreiben mit und meldet sich in beliebigen „sozialen Netzwerken“ an, insbesondere auf „Facebook“ oder „Twitter“.  Allein ein Blick in die Visage dieses „Zuckerbergs“ sollte eigentlich einen kultivierten Mitteleuropäer dazu bewegen, diese fiese Proletenschwemme zu meiden wie der Teufel das Weihwasser.   „If the service is free, YOU’re the product being sold“, das ist wohl das mindeste, was heute ein Haupt- oder Gesamtschüler, zumal in Bayern, internalisieren sollte.  Ein Gymnasiast sollte darüber hinaus wissen, daß amerikanische Unternehmen qua Gesetz faktisch gezwungen sind, gegen den bei uns gesetzlich vorgeschriebenen Datenschutz zu verstoßen.  Aber weit gefehlt:   Auch meine ehemalige Lehranstalt prostituiert sich „auf Facebook“.

Das gemeine Volk denkt natürlich nicht daran, sichere Paßwörter zu benutzen.  Und schon gar nicht mehrere.  Es reicht also die Kompromittierung eines einzigen Kundenportals, und schwupp sind alle Konten auf einem rumänischen Server.   In absolut krimineller Manier kauft die Bundesrepublick Deutschland zudem illegale Werkzeuge, die „dem Pack“ selbstverständlich strafbewehrt verboten sind.  Dumm nur:  Kein anständiger „echter“ Hacker gäbe sich für die Mitarbeit beim „BSI“ oder beim „Cyber-Abwehrzentrum“ her.  Auch der „BND“ bekommt keine Leute.   Das hat seine Gründe.  Es wäre für mich sozialer Selbstmord, für dieses korrupte System zu arbeiten – nicht einmal meine Frau würde mich noch anschauen wollen.   In aller Regel vegetieren innerhalb der „Dienste“ charakterschwache Verlierer, denen wirkliche Fachkenntnis fehlt.  Und in der Hand dieses „Personals“ verkehrt sich Sicherheit ins Gegenteil.

Aber bleiben wir beim dummen Volk:   Der Umgang mit den eigenen Daten ist derart fahrlässig, daß man Kevin Müller oder Chantal Meier nicht mehr als „Opfer“ sehen muß, sondern als Täter oder zumindest „Begünstiger“.

Mit „Facebook“, „Twitter“ und „Payback“ bekommen Kevin und Schantalle genau das, was sie verdienen.  Mögen sie daran verrecken.

 

Erkläre Chimäre

Aber diesmal hat es ja eine ganz andere Species getroffen, die eingangs erwähnte „Politische Klasse“.

Was sind das für Menschen?  Nun, vielleicht erinnert sich der eine oder andere an die  San Franzisko – Reise einer fraktionsübergreifenden Bundestagsdelegation.  Es ging um das amerikanische Gesundheitswesen.  Organisiert wurde dies von einem Mitarbeiter der deutschen Botschaft.   Nun, der schrieb einen geharnischten Brief nach Berlin, denn die Damen und Herren waren allesamt vom Stamme Nimm.  Dreist forderten sie, den Kalender nicht mit zu vielen sachbezogenen Themen zu überfrachten, man wolle sich auf eigene Faust informieren, insbesondere über die Schuhindustrie.  Eine der Teilnehmerinnen ist von Beruf Schuhfabrikantentochter.    Den eigentlichen Termin sagte man kurzerhand ab, weil ein Mitglied der amerikanischen Gastgeber überraschend ausfiel.  Es sei schon sehr wichtig, ließ man die amerikanischen Kollegen wissen, daß man sich „auf Augenhöhe auszutauschen“ gewohnt sei.  Peinlich nur:  Die blasierte Mischpoke befand sich bereits in Freizeitkleidung, bevor sie vom Ausfall der Amerikanerin erfuhr.  Aber schlimmer noch:  Wie müssen sich die amerikanischen Gastgeber gefühlt haben ?   Geht es bornierter, geht es undankbarer, geht es widerlicher ?   Um es vorwegzunehmen:   JA, ES GEHT.  Eine der „Damen“ litt unter einer verletzungsbedingten Gehbehinderung und verlangte am Flughafen forsch nach einem Rollstuhl.  Nun entsprach das auf die Schnelle besorgte Modell nicht den Ansprüchen der Dame und die Delegation forderte „einen Neger an, um den Rollstuhl zu schieben“.  Ja, es sei nicht ausgeschlossen, so ein Delegationsmitglied, daß er in der Hitze des Gefechts diesen Begriff gebraucht habe.  Nun ist gegen den Begriff „Neger“ nun einmal nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil, es ist der einzige verwendbare.  „Farbiger“ zielt ja wohl eher auf Punker ab, nicht alle Neger sind „Schwarze“ und „Afrodeutscher“ paßt auch eher selten.  Wenn aber jemand einen „Neger“ anfordert für, aus der Perspektive eines bornierten Möchtegernpolitikers gesehen, „niedere Arbeiten“, dann steckt da eine verräterische, dafür aber umso widerlichere Botschaft dahinter:  „Für niedrige Arbeit ist der Neger vorbestimmt“.   Nun werden Sie fragen:  „Sitzt diese widerliche Mißgeburt immer noch im Bundestag?“.   Aber ja, selbstverständlich.   Aber das beste kommt jetzt:  Die Rollstuhlfahrerin (oder eben Nichtfahrerin) ist jetzt, ganz aktuell, „Die Beauftragte der Bundesregierung für Integration“.    Wer möchte, kann noch mehr Details über diese „Dienstreise“ lesen, aber Vorsicht:  Macht schlechte Laune.

Mit solchen Ersatzmenschen wie hier beschrieben hat man es im Bundestag zuhauf zu tun.  Und wenn sie sich schon in Gastländern so benehmen, daß jedem halbwegs kultiviertem Menschen der Atem stockt, wie sollte man sich dann deren Umgang mit eigenen Mitarbeitern vorstellen ?   Ja, lieber Leser, Sie ahnen es bereits:  Unterirdisch.   Unter IT-Administratoren „kennt man sich“, es gibt da zum Beispiel ein jährliches Treffen auf Schloß Ebersberg, wo man sich in lockerer Atmosphäre austauscht.  Und man bekommt da so einiges zu hören.   Beispielsweise wird IT-Mitarbeitern dreist mit sofortiger Kündigung gedroht, wenn nicht sofort das gewohnte, dreistellige Paßwort für die Frau Abgeordnete wieder eingestellt wird.  Es müssen selbstverständlich auch alle Dinge installiert werden, die sich eigentlich nicht auf den Bundestagssystemen befinden dürfen.  Während die Abgeordneten so technikaffin sind wie ein rosa Pudel, haben sie aber eines begriffen:  Sie lassen sich ein Programm installieren, welches die lokalen Proxyserver des Bundestages umgeht, um so ohne Überwachung Pornographie zu konsumieren oder aber Kanäle zu den Organisationen aufzubauen, von denen sie geschmiert werden.  Wenn Administratoren diesen Nulpen zu erklären versuchen, daß sie damit das gesamte Netz der Bundestagsverwaltung gefährden, gibt es wieder Drohungen und Beschwerden gegen den Mitarbeiter.  Daß ab und zu einmal Politiker-Notebooks als Pfand im Puff landen, ist ja aus der Tagespresse bekannt.

Nun müssen wir festhalten:   Was gibt es Unnützeres als eine Horde gekauftes Stimmvieh, das sich unter gröbster Verletzung unseres Grundgesetzes der Fraktionsdisziplin unterwirft ?  Diese Menschen tun nichts Sinnvolles.  Ergo bräuchten sie auch keinen „Computer“.   Und genau DAS wäre eine effiziente, RADIKALE Lösung eines eklatanten Sicherheitsproblems.  Allen ein „IPad“ zur Bespaßung, das reicht.

Ach, das haben sie schon ?   Na, umso besser !  Dann wäre das ja geklärt:   Genau so, wie man Alkoholikern sinnvollerweise die Fahrerlaubnis entzieht, nehme man den Abgeordneten einfach das restliche elektronische Spielzeug weg.  Man wirft ja auch keine geladene Maschinenpistole in den Schimpansenkäfig.

 

Ein niedliches Frauchen

Es bedarf aber noch anderer Maßnahmen.   Das obige Bild zeigt „Digital – Staatsministerin“ Dorothee Bär.   Bevor ich jetzt wieder lästere:   Ich finde die Dame recht knuffig, mit einem warmen, herzlichen Gemüt, bestimmt ist sie auch fleißig, kann kochen und ist eine gute Mutter.  Und diese leichte Ansatz zur Pummeligkeit steht ihr.  Ich wollte gar keine Frau mit klassischen Model-Maßen haben.   Also, wenn ich mir das Frauchen so angucke, dann komme ich in Versuchung nachzudenken, ob ich vor zwanzig Jahren bei der Frauenauswahl nicht einen gewaltigen Fehler gemacht habe.

Aber diese bayerische Maid, die garantiert wieder so etwas Nutzbringendes gelernt hat wie die Kollegin Sylvana Koch-Mehrin, mit einer wichtigen Aufgabe zu betrauen ?  Wo sie sich, es ist noch keine zwei Wochen her, explizit dafür ausgesprochen hat, bei der „Elektronischen Gesundheitskarte“ den Datenschutz auszuhöhlen ? Was kann da schon schiefgehen ?  Am Arm trägt sie eine „Apple“ – Uhr, das läßt auch auf ein „Apple“ – Mobiltelephon schließen.   Also sind Madames Daten, und natürlich auch die ihrer Kinder, garantiert sicher in der „Apple – Cloud“.  Hätte man da nicht jemanden nehmen können, der sich damit auskennt ?

 

Warum nicht Sie ?

Das ist Constanze Kurz, ist auch nett anzuschauen, benutzt aber zusätzlich ihr Gehirn und zeigt Haltung.  Das will ich der Frau Bär ja gar nicht absprechen, aber die Frau Kurz verfügt über eine fundierte fachliche Ausbildung zum Thema und hat auch hochinteressante Dinge im fachlichen Kontext publiziert.  Desweiteren engagiert sie sich im CCC.

Das wäre einmal eine starke Wahl für eine fachlich kompetente Staatsministerin gewesen.

 

Crisis ?   What Crisis ?

Und so wird sich nichts ändern.  Alle zusammen benutzen weiterhin schön Microsoft und vor allen Dingen „Outlook“, das Haupteinfallstor für Trojaner aller Art.  Obwohl jeder weiß:  Virenscanner helfen nicht !   Das einzige, was hilft (meine Frau hängt seit 1996 breitbandig mit „Windows“ im Internet ab und hatte noch nie einen „Virus“), ist die eigene Intelligenz und Medienkompetenz.  Und die fehlt ganz pauschal bei fast allen Politikern.  „Microsoft Windows“ ist aber ein exzellentes Werkzeug, um den Wirkungskreis von Dummheit dramatisch zu vergrößern.

Und ohne jetzt Roß und, äh, Reiter zu nennen:  Das ist dann wohl auch der Grund dafür, daß ein besonderer Unsympathieträger einer großen deutschen Stadt die Wiedereinführung von „Windows“ betreibt.

-hb

 

Roland Dürre
Sonntag, der 23. Dezember 2018

TWITTER.

Der Artikel von Hans Bonfigt zu meinen Gedanken über alte weiße Männer enthält so eine Art von „Hasstirade“ gegen die Grünen wie auf den „Kurznachrichten-Dienst“ Twitter.

😉 Ich weiß gar nicht, was Twitter mit „alten weißen Männern“ zu tun hat? Dass der aktuelle US-Präsident dort sehr aktiv ist und ein CSU-Innenminister da jetzt wohl auch mitmachen lässt? Beides ist ja eher eine Ausnahme bei den „alten weißen Männern“.

So will ich Twitter ein wenig rehabilitieren. Vielleicht werde ich auch  späteren in einem Artikel zu der Gefahr einer faschistischen Öko-Diktatur ausgelöst durch grüne Bewegungen und Parteien Stellung nehmen.

Für Hans ist Twitter ein rotes Tuch. Damit kann ich gut leben, meine ich doch, den Hans gut zu kennen. Was übrigens auch schon wieder ein absurder Satz ist, denn wie kann man sich anmaßen, einen anderen Menschen „gut zu kennen“. Kennt man sich doch in der Regel selbst nicht.

Ich habe die Vermutung, dass Hans bei Twitter gar nicht dabei ist und den „Dienst“ so gar nicht kennt. Zumindest habe ich keine Kennung von ihm in Twitter gefunden.

Zurück zum „Kurz-Nachrichten-Dienst“, laut Hans Bonfigt „der Klowand des Internet“.

Und ich versuch das jetzt mal ganz sachlich zu beschreiben:
In Twitter sieht man nur die eigene „timeline“, also dass was von den Menschen ins Netz gestellt wurde, denen man folgt. D.h. das was man in Twitter sieht ist abhängig von dem, was man sich selber aussucht.

Gelegentlich verfolge ich auch Menschen, die Unsinn oder gar Hass verbreiten. Einfach weil ich neugierig bin. Das mache ich aber meistens nur kurz, weil es mich sehr schnell nervt.

So könnte man sagen, dass ich in einer Twitterblase von überwiegend Gleichgesinnten lebe – also mich einschränke auf Menschen, die über ein Wertsystem und Gedanken verfügen, die gut mit mir kompatibel sind. Aber ist das nicht überwiegend im ganzen Leben so? Wie es doch heißt: Gleich und gleich gesellt sich gerne. Wir suchen doch alle gerne „Gleichgesinnte“. Auch am Stammtisch.

Die Menschen, denen ich gerne in Twitter folge,nehme ich als sehr konstruktiv und kritisch wahr. Und von ihnen bekomme ich eine große Menge von Hinweisen auf klasse Artikel und Blog-Beiträge. Wenn ich das von Assistenten oder Referenten in gleicher Qualität machen lassen würde, bräuchte ich ganz schön viel und qualifiziertes Personal.

Screenshot meiner Twitter-Kennung am Vormittag des 23. Dezember 2019.

In meiner Timeline sind Medien, internationale Presse, Verlage, Politiker, die Polizei, Unternehmen wie auch die Bahn und viele Menschen, die wie ich das Internet als Mitmach-Netz betrachten. Da gab es dochmal die Definition von WEB 2.0, dass aus Teilnehmern Teilgeber werden. Ein Wandel, der ja auch im „echten“ Leben stattfindet – siehe die Entwicklung von klassischen Konferenen hin zu Barcamps.

Vor allem folge ich Menschen, die es so machen wie ich: Wenn sie etwas überzeugt oder ihnen gefällt, dann teilen sie dies mit ihrer „Timeline“. So bekomme ich unendlich viele Hinweies und Tipps: Auf gute Artikel oder Blogbeiträge, interessante Statistiken und Fakten. Und ich komme mir vor wie ein Ministerpräsident oder Politiker, dessen Assistenten auswählen, was es für ihn interessantes in der Welt so gibt.

Bei vielen Kongressen sind Twitter-Partner von mir dabei und teilen (twittern) die herausragenden Aussagen der Vorträge unter einem Hashtag. Dann verlasse ich meine „timeline“ und wechsel sozusagen in einen thematischen Modus. So konnte ich zum Beispiel auch in der Karibik im November/Dezember den IT-Gipfeln in München ausgezeichnet verfolgen. So auch den CDU-Parteitag. Und viele Menschen waren da „live“ dabei (vor Ort oder dem Fernseher) und berichteten eifrig. Das war sehr spannend und effizienter als die Zeit vor dem Fernseher zu verbringen (was in der Karibik auch nur schwerlich möglich ist).

Wenn ich die Qualität der Beiträge lese, dann stelle ich fest, dass da schon ziemlich viel gute Leute mitmachen. So würde ich sagen, dass gerade bei Twitter eher die Elite und nicht der Abschaum unterwegs ist.

Und noch einen Vorteil habe ich von Twitter, den ich sehr wert schätze. Immer wenn mir etwas als wichtig erscheint, dann „retweete“ ich (das heisst ich übernehme den Tweet in meine „timeline“) oder antworte darauf. All das wird protokolliert. Wenn ich mich also erinnere, dass da doch zu einem Thema ein spannender Artikel dabei war, muss ich nur ein wenig in meinem Tweet-Protokoll zurück gehen und schon finde ich das Dokument wieder.

Und nebenher kann man mit Twitter Aufmerksamkeit auf Veröffentlichungen lenken. Auf fremde wie seine eigenen. Immer wenn ich einen IF-Blog-Artikel in Twitter erwähne, habe ich gleich ein paar Leser mehr.

Das alles finde ich große Klasse. Und jeder der mir das nicht glaubt, der muss mir nur folgen. Und kann mir dann rückmelden, ob ich interessantes „tweete“ und „retweete“, oder ob das Ganze doch ein wenig Sinn macht. Gerne gebe ich auch eine Liste von „Twitter“-Accounts als“follow-Empfehlungen“ weiter, von denen ich begeistert bin.

Und Twitter hat noch einen zweiten großen Nutzen. Zum Beispiel gehört Twitter zu Barcamps und erlaubt das Geschehen auf einem Barcamp auch aus der Ferne mitzuerleben, auch wenn man selber pyhsisch gar nicht teilnehmen kann.

Ganz allgemein gehe ich übrigens in meine „timeline“ nur sporadisch. Wenn ich z.B. auf Reisen bin oder ein wenig Musse habe. So ist das, was ich mitkriege auch vom Zufall abhängig. Auch das ist sehr spannend.

Euer

Roland Dürre
Sonntag, der 16. Dezember 2018

Warum ist Deutschland bei der Digitalisierung so weit hinten?

Vor kurzem bin ich nach einem Vortrag gefragt worden, was denn die zentrale Ursache für unsere (die deutsche) Schwäche bei der Digitalisierung wäre? Wo wir doch schon immer das Land der Ingenieure gewesen wären?


Da schau ich gar nicht glücklich aus der Uniform. Hätte lieber mit Rechnern gespielt.

Da musste ich erst Mal nachdenken. Denn immerhin gab es eine Zeit, da waren deutsche Unternehmen wie Siemens technologisch auch in der IT an der Weltspitze.

Ich versuche, die IT-Szene ganzheitlich über die Zeit zu betrachten. Dabei fällt mir auf, dass Innovationen schon seit längerem nur noch selten aus den Technologie-Labors der Mega-Konzerne oder Großforschungs-Einrichtungen kommen.

Vielmehr wird Innovation von Bewegungen geschaffen, die meistens von jungen Menschen mit Leidenschaft getragen werden. Das gilt besonders für Informatik, also die IT und damit verwandte Technologien.

Ich selber habe bei Siemens in der zweiten Hälfte der siebziger und später in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts an dem mitgewirkt, was ich Industrie-Informatik nenne. Da wurden – absolut ingenieurs-mässig – teure und schwere Großrechner mit ebensolcher Peripherie entwickelt.

Zeitlich parallel dazu kamen einfache Rechner „für zu Hause“ auf die Märkte. Als Beispiele nenne ich den Atari (1979) oder den  Commodore (1982). Die „Kinder“ in den USA (und auch bei uns) haben mit diesen und ähnlichen Rechnern „gespielt“.

Wir „Industrie-Informatiker“ haben uns die Heimrechner auch angeschaut.  Für uns waren das aber nur Spielzeuge, die wir nicht ernst genommen haben. Wir haben nicht erkannt, welches faszinierende Potential diese Systeme eröffneten.

Mich persönlich zum Beispiel hat die mangelnde technische Perfektion dieser Systeme irritiert. Da wurde z.B. als Bildschirm (bei uns hieß der Datensichtgerät) ein flackernder Billig-Fernseher eingesetzt. Die Speicherung erfolgte mit Hilfe von Kassettenrekordern auf unzuverlässigen Tonkassetten. Und auch die Eingabetastaturen waren alles andere als Vertrauen erweckend. Und last not least entsprachen die Programmiersprachen auch nicht dem Stand der Kunst.

Später habe ich es bereut, dass ich dieser neuen Technologie zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. So wurde ich von der PC-Welle und später vom Erfolg vom technisch so schwachen Windows mit seiner graphischen Oberfläche und vor allem Spielen wie Solitär überrascht.

Die graphische Oberfläche kannte ich schon von Geräten wie dem Xerox Star, der von Siemens als „Büro Computer“ vertrieben wurde. Das war zwar ein professionelles Gerät, aber sein Nutzen-/Kosten-Verhältnis unterirdisch schlecht. So haben ihn auch nur ganz wenige Unternehmen eingesetzt, mir ist in Deutschland eigentlich nur die Lufthansa bekannt, die sich diesen teuren Luxus leistete. So habe ich auch diese Technologie nicht ernst genommen.

Die jungen Leute kannten oft nur die Welt der neuen Computer  – und sie haben diese vorwärts gebracht. Das hat in den USA stattgefunden – und was da passiert ist, kann man gut nach lesen. Z.B. in der Biographie über Steve Jobs – einem absolut lesenswerten Buch.


Zurück zur Eingangsfrage:

Was ist die zentrale Ursache, dass Deutschland bei IT so abgehängt wurde?

Ich glaube nicht, dass es eine zentrale Ursache für die deutsche digitale Schwäche gibt. Da gibt es sicher mehrere.


Aber eine – vielleicht ein wenig rethorische – Antwort habe ich:

Ich meine, dass eine wesentliche Ursache die Wehrpflicht gewesen sein könnte.

Wir hatten in dem für die Entwicklung von IT kritischen Zeitraum 500.000 junge Männer unter Waffen. Das war ein wesentlicher Teil der männlichen Bevölkerung – im besten Alter. Die „Bundeswehr“ bestand überwiegend aus Wehrpflichtigen, die für 18 und später 15 Monate aus dem „normalen Leben“ entfernt waren. Das waren überwiegend junge Menschen

Auch heute finden sich in den MINT-Berufen (MINT für Mathematik, Ingenieurswissenschaft, Naturwissenschaft, Technik) überwiegend die Männer. Das war damals noch ausgeprägter. Und die Wehrpflicht betraf nur die jungen Männer und behinderte so ihre Entwicklung.

IT war – und ist – eine Hochleistungs-Disziplin. Man muss sich über Jahrzehnte mit Leidenschaft damit beschäftigen und dabei eine gnadenlos schnelle Entwicklung aushalten und verstehen. Eine Schaffenspause von über einem Jahr wirft gewaltig zurück. Das ist etwa so, wie wenn ein Spitzen-Jugend-Fussballer für 18 Monate mit dem Fußballspielen pausieren muss. Mein Verdacht ist groß, dass das im Normalfall das Ende seiner Fußballer-Karriere bedeuten würde.

Für die Richtigkeit meiner These gibt es eine Reihe guter Gründe.

Meine eigene Erfahrung

Ich begann im Herbst 1969  an der TUM Mathematik und „Informatik“ im 1. Semester zu studieren. Am 1. April 1970 wurde ich eingezogen und habe bis zum 30. September 1971 als Wehrpflichtiger „gedient“. In diesen 18 Monaten habe ich „Saufen“ und „Chillen“ gelernt. Positives Lernergebnis war eigentlich nur, wie man solche perverse Systemen überlebt.

Dann bin ich im Herbst 1971 wieder an der TUM gestartet, wieder im ersten Semester. So blieb ich im „Chill-Modus“. Diesen habe ich mir erst wieder im vierten Semester (Frühjahr 1973) abgewöhnt, weil da das Vordiplom vor der Tür stand und ich so ein wenig unsanft aufgeweckt wurde. Da hatte ich Stress und habemein „berufsbegleitendes Studium“ (mehr bei Siemens als an der TUM mit schnellem Lernen aus Büchern) wieder recht intensiv aufgenommen. Und sogar das Vordiplom auf Anhieb geschafft.

Nach meinem Hauptdiplom hatte ich noch ein paar „Lehrjahre“ bei Siemens und Softlab. Gegründet habe ich so erst 1984, da war ich schon deutlich über dreissig. Ohne Bundeswehr wäre das wahrscheinlich schon ein paar Jahre früher passiert …

Erfahrungen bei InterFace

In den frühen Jahren der InterFace AG hatten wir viele Studenten an Bord. Sogar junge Gymnasiasten waren dabei. Sie waren  fasziniert von der neuen Technologie und wollten da auch mal professionell rein schnuppern. Oft kamen sie auf Empfehlung (z.B. als Kinder von Kunden) zu uns.

Die Jungen waren gut und wurden schnell zu wichtigen Mitarbeitern. Wenn es aufs Abitur zu ging, kam das große Zittern. Mussten sie zur Bundeswehr? Das wäre für uns ein großer Ausfall gewesen.

Oft haben wir mitgeholfen, dass sie nicht „eingezogen“ werden konnten und bei uns das Studium begleitend weiter arbeiten konnten. Ohne diese jungen Talente hätten wir unser Produkt CLOU & HIT und viele dazu gehörende Innovationen nicht geschafft.

Die amerikanischen Gründer

Wenn wir die Helden des Silicon Valley betrachten wie Bill Gates, Steve Jobs und weitere, dann wurde da keiner von Wehrpflicht oder ähnlichen Zwangsdiensten behindert. Viel mehr haben sie ihr Studium abgebrochen, um sich komplett auf ihr Unternehmen und die neue Technologie konzentrieren zu können.

Deutsche Gründer

Hasso Plattner und Dietmar Hopp  (beide SAP) dürften ihren veröffentlichten Lebensläufen folgend wohl auch nicht bei der Bundeswehr gewesen sein. Von einem sehr kreativen Gründer wie Peter Schnupp, dem Mitbegründer von Softlab (1934 geboren – also befreit vom Wehrdienst) weiß ich das aufgrund unserer persönlicher Freundschaft.

Start-Up-Szene …

Seit mehr als 10 Jahren bin ich Mitglied in der Jury von BayStartup, dem wohl in Bayern führenden Unternehmen für Themen wie Businessplan Wettbewerb, Finanzierung, Business Angels …

Je nach Verfügbarkeit bewerte ich im Jahr dann um die 100 Geschäftspläne. So lerne ich viel über die aktuellen technischen Trends und vor allem zahlreiche  junge Menschen kennen, die Firmen gründen wollen. Und stelle fest, dass es kein neues Thema gibt, dass seine Besonderheit nicht wesentlich mit der dazu entwickelten Software erklärt.

So trifft es sich gut, dass bei allen Startups immer Software-Leute dabei sind. Die berichten mir stolz, dass sie schon seit ihrem 10. Lebensjahr programmieren würden und dann mit 12 oder 14 Jahren auf „vernünftige“ Computersprachen und moderne Technologie umgesattelt hätten. Eine 15 oder gar 18 Monate währende Zwangspause würde für sie einen großen Rückschritt wenn nicht das „Aus“ bedeuten.

Soweit ein paar Argumente, die meine Theorie vielleicht ein wenig belegen.


Jetzt hoffe ich,dass Ihr mich gut genug kennt, dass ich so eine originelle Theorie nicht zur Wahrheit erkläre.

Ich bin aber überzeugt, dass mit der Wiederbewaffnung der BRD nach dem 2. Weltkrieg und dem damit verbundenen Wiederaufbau der Rüstungsindustrie zumindest eine einzigartige Chance für ein großartiges friedliches Deutschland zerstört wurde. Und dass Wehrpflicht und Militarisierung in Deutschland einen immensen volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden bewirkt haben.

„Schuld“ an dieser Entwicklung waren damals wie heute die Vorurteilswelt und der Zynismus alter weißer Männer wie Adenauer. Von Angst getrieben hat dieser schon seit 1950 mit kriminell-subversiven Methoden im Geheimen auf die Wiederaufrüstung hingearbeitet.

Die Wikipedia-Artikel zur Bundeswehr und zur Wehrpflicht sind sehr lesenswert und helfen sehr gut, die Frage „Wie war das eigentlich?“ zu beantworten.

Jetzt bin ich aber erst Mal froh, dass die Wehrpflicht ausgesetzt wurde und hoffe, dass dieser Zwangsdienst nie mehr wieder eingesetzt wird.

RMD

P.S.
Geschichte der Bilder
Am 1. April 1970 (nach einem Semester des Studiums der Mathematik und Informatik an der TUM) bin ich eingezogen worden. Aus dem Roland Dürre wurde der „Flieger Dürre“. Das war leider kein schlechter Aprilscherz. Nach einer Nacht in Lagerlechfeld (dort gab es eine gemischte Grundausbildung für Abiturienten mit einem technischen Ausbildungsanteil von 6 Wochen) und ein paar Nächten in Landsberg kam ich nach Ulm. Wegen Renitenz.

In Ulm wurde ich in ein Ausbildungs-Bataillon gesteckt, das aus dem  „Rekruten-Ausschuss“ der Luftwaffe ordentliche Wachsoldaten machen sollte. Weil ich in meiner Kompanie der einzige Rekrut mit Abitur war, wurde ich als Ausbilder behalten und habe dann fünf Quartale im Stamm der Ausbilder verbracht. Ich hatte jedes Quartal eine Gruppe zu führen und übernahm nebenher weitere Aufgaben wie Kompanie-Unterricht zu halten. So habe ich zum Beispiel Rekruten ohne Schulabschluss erklärt, wie die Demokratie und Grundgesetz der BRD funktionieren und was Begriffe wie Legislative, Judikative und Exekutive bedeuten. Oder die Menschen an der Waffe (G3, P1, wie das Maschinengewehr hieß weiß ich nicht mehr …) geschult.

Aus dieser Zeit eine Anekdote:
Während der Grundausbildungszeit (die ersten drei Monate) war den Rekruten Ausgang nur  in Uniform gestattet. Das galt auch für Heimfahrten am Wochenende. Immerhin durften die nach ein paar Wochen Kasernierung fast jedes zweite Wochenende heimfahren, allerdings musste auch dieser „Ausgang“ in Uniform erfolgen. Die meisten waren gar nicht  begeistert, sich in Uniform in der Öffentlichkeit bewegen und dann in der Heimat so aufzutauchen zu müssen. Auch wenn das unseren Eltern gefallen hat und wir in Uniform ein begehrtes Foto-Motiv waren. So sind auch die beiden Bilder im Artikel entstanden.

Manche der Rekruten waren besonders schlau. Am Ulmer Hauptbahnhof gingen sie in Uniform auf die Toilette – und kamen dann in Zivil heraus. Sie wussten nur nicht, dass die Bundeswehr da Aufpasser (auch in Zivil !) positioniert hatte. Die haben dann die umgezogenen (ungezogenen) Jungsoldaten gleich wieder eingesammelt und in die Kaserne gebracht. Der Wochenend Ausgang war damit weg und fürs Wochenende eins drauf gab es dann auch gleich noch eine Ausgangssperre.

Der „Dienst am Bahnhof“ war überwiegend nicht beliebt. Wahrscheinlich war das ein wenig ähnlich, wie wenn man im Kriegszustand an einem Erschießungskommando teilnehmen musste. Ich konnte mich die restlichen 15 Monate als Ausbilder dann davon drücken.

Beim ersten Ausgang im elterlichen Wohnzimmer.

P.S.1
Impuls zum Artikel
Die Idee für diesen Artikel kam mir anlässlich der aktuellen Diskussion um den Paragrafen 219b und die damit verbundenen Versuche, die Reform des Paragrafen 218 (die den Tatbestand einer immer noch verbotenen Abtreibung unter gewissen Voraussetzungen unter Straffreiheit stellt) in Frage zu stellen. Da habe ich von rechter Seite aus der „bürgerlichen Mitte“ eine Aussage gehört, die sinngemäß ausdrückte, dass „wir ohne Abtreibungen keine ausländischen Gastarbeiter gebraucht hätten“. Diese „Theorie“ hat mich entsetzt und inspiriert, mal zu behaupten, dass „wir ohne Wehrpflicht keinen digitalen Rückstand in Deutschland hätten“.

Roland Dürre
Montag, der 24. September 2018

Disruptive Technologien & Zukunftsangst

Angst vor IT?

Haben Sie Angst vor sich beschleunigender Veränderung und wachsender Komplexität? Und Sehnsucht nach Buzzwords wie agil, resilient, antifragil?

Beides war mir fremd. Den Wandel empfand ich nicht so aufregend und die vielen Buzzwords habe ich als normales Ergebnis der Zunahme von unverantwortetem Geschwätz in unserer Zeit gesehen.

Weil ich meinte, dass wir auch heute nichts anderes erleben, als den ganz normalen technologischen Fortschritt. Der natürlich schon immer Welt und Gesellschaft rasant und massiv verändert hat. Man denke nur an die Zeit von 1918 bis 1938! 20 Jahre, in den es so richtig abging.

Und auch auf die damalige Zeit kann man treffend die Überlegung von Bertrand Russell anwenden:


» Jeder Zuwachs an Technik bedingt, wenn damit ein Zuwachs und nicht eine Schmälerung des menschlichen Glücks verbunden sein soll, einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit. «


Denn das hat wohl auch damals nicht funktioniert.

Mindestens drei technologische Dimensionen sind herausragend und besonders aufregend.

  • Nicht mehr Mensch-Maschine sondern Welt-Maschine (Sensoren).
  • Totale Vernetzung der Maschinen (IoT).
  • Lernende System auf der Basis (künstliche Intelligenz).

Das könnte einiges an Veränderung toppen! Denn die Maschinen werden exponentiell intelligenter, weltweit vernetzt und brauchen den Menschen als Mittler zur Welt nicht mehr.

Zusammen dürfte das unsere Welt und Gesellschaft vielleicht genauso heftig (oder noch heftiger) verändern wie es der Siegeszug der „individuellem Mobilität basierend auf Verbrennungsmotoren“ getan hat. Und wenn ich daran denke, dann bin auch ich kurz davor, Angst zu bekommen. Weil der „Siegeszug des Autos wirklich heftige Folgen hatte und das Glück der Menschen wohl wesentlich geschmälert hat.

Da bleibt mir nur die Hoffnung, dass die Menschen genauso schnell weiser werden wird wie siche der „technische Fortschritt“ beschleunigt.

RMD

Klaus Hnilica
Dienstag, der 19. Juni 2018

Integrationsvorteile durch fortschreitende Digitalisierung

Die Frage, wie weit sich Vampire integrieren lassen, ist brandaktuell seit eine neue britische Studie feststellt, dass die fortschreitende Digitalisierung auch in dieser Hinsicht massive Vorteile bietet und vollkommen neue Perspektiven eröffnet!

Und nicht die alten Köpfe und Zöpfe waren es, die diese Revolution eingeleitet haben, sondern wieder einmal ist es die oft gescholtene Jugend, die entscheidende Schritte in diese neue ‚blutjunge Zukunft’ tut: Sie ist es, die nicht nur über Digitalisierung quasselt, wie jeder zweitklassige Provinzpolitiker heutzutage, sondern diese Digitalisierung auch tatsächlich lebt!

Ja sie – die ‚Generation Smartphones’ – gibt im 21. Jahrhundert völlig überraschend und ungeplant den Vampiren ein winziges Zipfelchen ihrer Freiheit zurück, in dem sie sie wieder frei zubeißen lässt!

Denn – ehrlich – was ist geeigneter für den unmittelbaren, zwanglosen Zubiss eines Vampirs, als das entblößte vorgestreckte Hälschen einer fünfzehnjährigen Smartphone-Nutzerin, die gebannt auf ihren Bildschirm starrt – und das ununterbrochen – auf der Straße, im Zug, auf dem Fahrrad, der Toilette und bei den Hausaufgaben?

Nix – aber auch gar nix ist geeigneter!

Und diese Eignung für den schnellen Zubiss gilt natürlich nicht nur für die genannte Fünfzehnjährige, sondern für sämtliche Smartphone-Nutzerinnen und -nutzer, egal welchen Alters und welcher Hautfarbe: alle diese Personen verharren bei ihrer Tätigkeit in der exakt gleichen Position, mit der exakt identischen ‚Bissaufforderung ihres Halses’ vor ihrem Gerät, so dass die oben erwähnte britische Studie sogar die Vermutung äußert, dass der oder die Erfinder des Smartphones unbedingt ‚Vampirhintergrund’ haben mussten oder müssen: Dies umso mehr als alle Smartphoneanwender und -anwenderinnen dermaßen auf ihre Geräte fixiert sind, dass sie nicht nur den schnellen Biss in ihren Hals nicht merken, sondern auch den nachfolgenden Saugakt nicht wahrnehmen!

Ja sie gehen derart in ihrer Smartphonewelt auf, dass sie für keine weitere Wahrnehmung mehr zugänglich sind: erst wenn ungeschickter Weise Blut auf ihre Bildschirme tropft, kreischen sie oftmals auf und werden aggressiv, weil sie selbst mit ihren eigenen Wischbewegungen und eigenem Blut ihre Bildschirme versauen!

Nicht zuletzt deshalb gibt es schon seit Jahren Initiativen führender Vampire in Wirtschaft und Politik, in denen energisch an Firmen wie Apple, Samsung und Nokia appelliert wird – endlich den ‚Blut abweisenden Bildschirm’ auf den Markt zu bringen! Der letztlich unabdingbar ist, wenn diese einmalige Chance der Vampirintegration in die Gesellschaft nicht leichtfertig vertan werden soll: und zwar die Integration aller Vampire! Auch der Ungeschickten – die beim Zubeißen schon mal daneben ‚tröppeln’!

Auf dem Sektor Datenschutz muss natürlich auch massiv nachgebessert werden: Immer wieder passiert es nämlich, dass Smartphonenutzer Vampire bei ihrer Blutmahlzeit photographieren und dies den Gebissenen blitzschnell auf ihre Smartphones spielen!

Erst ab da merken die Gebissenen vielfach, dass sie Blut abgeben und glauben es auch, da sie es ja auf ihren Smartphones sehen – und führen dann schon mal die eine oder andere unangebrachte Abwehrbewegung aus, die erst recht zu unnötigen Blutverlusten führen kann.

Es müssen also schnellstens entsprechende Gesetzesinitiativen mit einhergehendem ‚Filmverbot bei Blutmahlzeiten gestartet werden, und dies nicht in nationalen Alleingängen sondern sowohl auf EU–Ebene als auch bei der UNO, was allerdings keine allzu großen Probleme aufwerfen dürfte, wenn alle Beteiligten das gleiche Blut meinen und davon ihre Münder nicht zu voll nehmen.

Viel schwieriger dürfte ein anderes Problem zu lösen sein.

Nämlich – der Biss in den ‚faltigen Hals eines älteren Menschen’, den auch manche Vampire schätzen, wie die oben zitierte britische Studie bestätigt.

Glücklicherweise gibt es für diese wenigen ‚Feinschmecker’ heutzutage ausreichend ältere Smartphonenutzer – wenngleich deren Verbissenheit und Ausdauer bei weitem nicht an die forsche Jugend herankommt, was den schnellen Zubiss nicht gerade erleichtert!

Aber letztlich ist das nicht das zentrale Problem – bei diesem Problem! Das zentrale Problem ist viel mehr, dass selbst, wenn der Biss am ‚letscherten Faltenhals’ gelingt, das dabei abgesaugte Blut ähnlich schmeckt, wie eine Weinschorle aus einem Achtel Riesling aufgespritzt mit einem Liter Sodawasser!

Nämlich nach nix. Ja weniger als nix!

Was daher kommt, dass heutzutage praktisch in alle älteren Menschen von vereinter Ärzteschaft und Krankenkassen jede Menge teuere Blutverdünner versenkt werden: Dies sicher zum Vorteil der Pharmaindustrie und der blutverdünnten alten Menschen – aber für Vampire ist das der reinste Horror!

Und das nicht nur vom Geschmacklichen her, sondern insbesondere bezüglich des Mengenbedarfs: Denn Vampire werden dadurch nicht nur gezwungen, Unmengen an Blut in sich aufzunehmen, sondern gleichzeitig auch zu unzähligen Toilettengängen, um ihr Wasser abzuschlagen, was nicht selten zu punktuellen Blockaden öffentlicher Toiletten führt! Sehr zum Leidwesen von Menschen mit Blasenschwäche!

So dass letztlich nach all dem Gesagten schon noch viel zu tun bleibt, bis auch für Vampire ähnlich paradiesische Zustände in Deutschland gelten, wie nach Aussage der Kanzlerin für den Rest der Bevölkerung!

Doch wenn die noch zu lösenden Probleme von der Politik endlich vorurteilslos und zeitnah angegangen werden und die Gesellschaft ruhig Blut bewahrt, sollten sich die in der britischen Studie aufgezeigten Integrationsvorteile durch die zunehmende Digitalisierung trotzdem rasch realisieren lassen – insbesondere dann, wenn dafür Sorge getragen wird, dass Blut immer dicker bleibt als Weinschorle weil sonst ältere Herrschaften zwangsläufig nach jedem Vampirbiss unvertretbar lange Blutspuren hinter sich herziehen, die ihrerseits wieder massive Probleme beim Datenschutz aufwerfen, was politisch sicher von niemandem gewollt wird; dies umso mehr, als Vampire sich nach nichts mehr sehnen, als endlich in aller Ruhe ihre tägliche Blutmahlzeit verrichten zu können – und sonst nix!

K.H.