GRÜNSIX
Donnerstag, der 11. März 2010

Sondersendung: Radiophilosophie #068 – ERWARTUNGSERWARTUNG.

Jeder erwartet von jedem,
dass er von jedem erwartet,
dass er dieselbe Meinung
zum sexuellen Missbrauch habe.
Keiner erwartet von keinem,
dass er den sexuellen Missbrauch
nicht aufs schärfste verurteile.
Wer diese Erwartung missachtet,
kann nicht länger erwarten,
dass andere seine Erwartung
noch erwarten wollen.
So werden wir alle zu
Wartern und Wächtern,
die darüber wachen,
dass die schlimmsten Erwartungen
auch wirklich erwartet werden dürfen.

KJG/SIX

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Roland Dürre
Sonntag, der 7. März 2010

Freie Inhalte, geistiges Eigentum, Urheberschutz & Dilettanten

Ich bin immer froh, wen ich freie Inhalte finde. Ohne freie Inhalte wäre z.B. der Aufwand einen Blog zu illustrieren gigantisch hoch!

Ich weiß, dass bei “free content” zahlreiche Menschen Bedenken haben. Wer schützt das Einkommen von Autoren und Fotografen? Vieles ist zu bedenken. Der Diebstahl geistigen Eigentums soll nicht unterstützt, zugelassen oder auch nur toleriert werden.

Dass es für den professionellen Fotografen nicht leichter wird, wenn er Konkurrenz durch Amateure bekommt, muss man akzeptieren. Wie oft hat der technologische und gesellschaftliche Wandel Berufe verschwinden lassen oder die Berufsgruppe drastisch reduziert?

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Oder:

Hilfe, es regnet nicht mehr!

Phoenix

Phoenix

Jetzt radele ich schon viele Jahre regelmäßig von Ottobrunn nach Unterhaching und zurück. Und wenn alles klappt, dann kommen noch 3 oder 4 Jahre dazu. Und die letzten 10 Jahre war mein Regenmantel ein treuer Begleiter. Als zwanghafter Mensch habe ich ihn immer dabei, ich will einfach nicht nass werden.

Da fällt mir etwas komisches auf: Ich brauche meinen Regenmantel nur noch ganz selten. Wochenlang fristet er sein Dasein in der roten Satteltasche (Ortlieb) und darf nicht raus. Deshalb habe ich mich heute gefragt:

Wann hast Du denn Deinen Regenmantel das letzte mal benutzt?

Die Antwort war:

“Das ist schon sehr lange her!”

Jetzt sehe ich verschiedene Erklärungen für dieses Phänomen:

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Marc Borner
Donnerstag, der 4. März 2010

Volks-Wahnsinn

Volks-Computer, Volks-DSL, Volks-Fahrrad, Volks-Joghurt, Volks-Kamera, Volks-Laufschuh, Volks-Navi, Volks-Notebook, Volks-Seat, Volks-Waschmaschine, Volks-Winterreifen, Volks-Zahnbürste etc. etc. etc.

Volks-Wahnsinn

Anscheinend alles was „das Volk“ begehrt.

Sind Ihnen auch schon einmal beim Einkaufen Volks-Produkte begegnet? Haben Sie vielleicht gar über deren besondere Qualität und außergewöhnlichen Eigenschaften gelesen?

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GRÜNSIX
Mittwoch, der 3. März 2010

Radiophilosophie #067 – TIERMORAL.

Erst kommt das Fressen.
Dann die Moral.
Sagt Bert Brecht.
Moral gibt es also nur,
wenn wir satt sind.
Und was passiert,
wenn wir hungrig sind?
Nach Marktanteilen zum Beispiel?
Schlägt dann das Tier im Menschen durch?
Das kein gut und böse kennt.
Sieht ganz so aus.
Und unser Bewusstsein?
Ein Irrweg der Evolution.

KJG/SIX

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Detlev Six
Dienstag, der 2. März 2010

Effizienz und Moral.

Siemens schmiert. Telekom hört ab. Käßmann fährt Phaeton.
Sie tun die Dinge richtig. Sie verhalten sich effizient.

Über das, was Gerechtigkeit und Moral bedeuten,
darüber besteht kaum Unklarheit. Nicht für Manager.
Sie wissen in der Regel sehr genau, was sie im Rahmen
unserer demokratischen Grundordnung zu tun haben.

Das Problem für sie ist vielmehr, wie sie moralisch
handeln können, ohne sich als die Dummen vorzukommen.

In einer durch und durch auf Effizienz getrimmten Welt,
in der moralisch Handelnde häufig das Nachsehen haben,
fällt es zunehmend schwerer, moralisch zu sein.

Effizient („die Dinge richtig tun“) verhält sich Siemens,
weil dieses riesengroße, alte Unternehmen ohne Bestechung
nicht mehr genug Marktchancen hat.

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Markus Seidt
Donnerstag, der 25. Februar 2010

Notizen aus Vietnam #6 – Bauen Sie ein Haus mit uns

haus-heuteDas kleine Haus in der Provinz Nam Dinh hat 50 qm, es war eine Autowerkstatt. Bischof Peter hat das Haus für  7  behinderte Mädchen gekauft und renoviert – es war eine Notlösung  für die Mädchen.

Anfangs haben die Kinder nichts verdient, weil keines von ihnen eine Ausbildung hat. Ihre Familien können für sie nicht sorgen, mit ihren körperlichen Behinderungen sind sie praktisch nicht fähig zu arbeiten und niemand will sie haben. Ihr Anblick erschreckt viele Menschen.

Das kleine Haus ist kaputt im Sinn des Wortes. Die Pläne für den Neubbau sind fertig. Etwa die Hälfte der Gesamtkosten von etwa 40.000 € steht schon bereit. Bitte helfen Sie uns dabei, die Restsumme aufzubringen.

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Frau Käßmann ist zurückgetreten.
Sofort setzt ein großes Lamento ein:
Die arme Frau.
Bei einem Mann wär das nicht passiert.

Sie hat sich und unserer Sache keinen Dienst erwiesen (Alice Schwarzer).

Was ist Fakt?
Die Frau hat ein Alkohol-Problem, dem sie sich stellt.
Sie hat einen Fehler gemacht, für dessen Folgen sie einsteht.
Völlig richtig.

Vor lauter Moral-Hypertrophie ist es nicht mehr möglich,
FEHLER Fehler zu nennen.

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Klaus-Jürgen Grün
Freitag, der 19. Februar 2010

Eilmeldungen

Am 18. Februar 2010 werden am späten Vormittag in Deutschland alle Nachrichtensender unterbrochen durch die “Eilmeldung”: “Amokläufer tötet Lehrer an einer Schule in Ludwigshafen”. Warum ist dies eine Eilmeldung?

Wodurch wird diese Meldung wichtig? Was wollen die Medien durch diese Meldung erreichen?

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GRÜNSIX
Donnerstag, der 18. Februar 2010

Sondersendung: Radiophilosophie #066 – MORDSGESCHICHTE.

Seit gestern stehen zwei Jugendliche vor Gericht,
die einen 22-jährigen halb tot geprügelt haben,
weil der so blöd geglotzt hat.
In Alabama erschießt eine Hochschuldozentin
3 Kollegen und verletzt 3 schwer,
weil sie nicht verbeamtet wird.
In Abu Ghureib foltern amerikanische Soldaten nicht nur,
sondern ergötzen sich dabei an
sadistischen und perversen Methoden.
Warum machen die das?
Sind die alle bekloppt?
Zwangsläufig.
Denn das Denken und die Vernunft sitzen im kleineren,
neueren Teil vom Kopf.
Im großen, älteren sind die Aggressionen.
An unserer westlichen Zivilisation arbeiten wir erst seit 3000 Jahren.
Aber uns Menschen gibt es schon 697000 Jahre länger.
Wir sollten uns also nicht wundern,
dass so viel passiert.
Wir sollten uns wundern,
dass so wenig passiert.

KJG/SIX

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