Roland DürreSamstag, der 17. November 2012
Rückblick – Wilfried Bommert im IF-Forum
Am letzten Dienstag war Wilfried Bommert vom WDR bei uns in Unterhaching zu Gast. Wildfried Bommert ist ein namhafter Experte für “Welternährung”. Zu diesem Thema hat er auch einige Bücher veröffentlicht. Zurzeit gründet er mit Partnern das “Institut für Welternährung” in Berlin.
Der letzte Vortrag unserer Reihe “Nach(haltig) überleben” im IF-Forum des Jahres 2012 war wieder ein weiterer Höhepunkt. Herr Bommert hat seinen Vortrag bewusst sehr kurz und bündig gehalten. Das haben wir so geplant, denn wir wollten ja quasi als zusätzlichen Wert des Tages ein attraktives Video für Youtube produzieren.
Das dürfte uns gelungen sein. Jeder Satz von Herrn Bommert hat gesessen. Verbindlich, ohne unnötige Emotionalität und fragwürdige Wertung, hat er ganz sachlich Fakten berichtet und einfache, sehr nachvollziehbare Schlüsse gezogen.
So hatten wir im Anschluss an den Vortrag eine lange Diskussion. Sehr konstruktiv und leidenschaftlich. Und waren uns einig: Die Botschaften des Herrn Bommert sind wichtig. Er hat ganz schlicht und sachlich demonstriert, an welch dünnem Faden die Ernährung der Welt hängt. Und wie leicht das kippen kann und wohl auch wird.
Herr Bommert hat uns aber auch Wege aufgezeigt, wie man die Dinge ändern kann. Und dass man sich durchaus für die Zeit nach dem Kollabieren unserer dummen und langfristig schädlichen Art von Wirtschaft vorbereiten kann. So kam es trotz vieler sehr nachdenklich machender Fakten und Bewertungen zu einem schönen und optimistischen Abschluss.
Bei Wienern und Leberkäs (natürlich vom Metzger Schlammerl aus Ottobrunn) wurde so noch kräftig in vielen kleinen Runden weiter diskutiert. Und spätestens beim Glühwein mit köstlichen Lebkuchen – auch aus der Region vom Bäcker Götz in Taufkirchen – war die Stimmung getragen vom Mut zum Aufbruch und die Freude über den lehrreichen und nahrhaften Abend bei allen groß.
Ich freue mich schon auf das Video vom Vortrag, das Friedrich Lehn aufgenommen hat. Sobald es fertiggestellt ist, werden wir es auf unsern diversen Kanälen in Youtube zum Anschauen bereit stellen.
RMD
Hier noch ein paar Bilder als Erinnerung und zum Appetit machen aufs Video.
Wilfried Bommert im Gespräch mit Familie Gerlach. Thomas Gerlach ist Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk und hat den Kontakt zu Herrn Bommert hergestellt.
Die Hinführung zum Vortrag, gleich geht es los …
Alle Photos sind wie so oft von unserem Rolo Zollner.
Roland DürreSonntag, der 26. August 2012
Wandel
Ab und zu lese ich hier im Urlaub im wilden Süden Griechenlands (Peloponnes, Mani) ein wenig die “Informations-Seiten” im Internet. ARD, SZ, Spiegel und ähnliches.
Und bemerke da auffallend häufig ein Gefühl der Ratlosigkeit in den Nachrichten. Zum Beispiel bei der Mobilität. Ich lese:
Sogar der vom VCD prämierte sparsamste PKW mit Verbrennungsmotor produziere viel zu viel Gramm an Kohlendioxid. Elektroautos wären nicht in Sicht. Die Benzinpreise würden steigen …
Und dann kommt die Angst dazu:
Was wird mit dem Rückgrat der deutschen Industrie – der Automobilia?
Zwar erscheinen die Sorgen berechtigt. Aber auch hier gibt es Lösungen. Und wir sollten uns mehr mit den Lösungen auseinandersetzen. Auch in den “Nachrichten”. Wäre schön, wenn die Medien weniger Angst und Ratlosigkeit verbreiten sondern sich um die Zukunft kümmern würden.
Die wird vom Wandel geprägt sein. Denn der Wandel, den wir brauchen, der wird stattfinden und findet schon statt. Dieser Wandel wird und muss in unserem kollektiven und individuellem Bewusstsein vor sich gehen. Wir müssen umdenken. Und wir werden umdenken, weil wir es müssen. Als Teil der Evolution, getragen durch die Vernetzung unserer Welt übers Internet.
Und es fängt an. Schon jetzt versuchen immer mehr Menschen, Arbeiten und Leben besser zusammen zu kriegen. Nutzen vermehrt die öffentlichen Verkehrsmittel und das Fahrrad. Und wahrscheinlich bald den Elektroskooter. Es muss und wird gelingen, ein wenig “Decroissance” in die Mobilität und unser gesamtes Leben zu bringen.
In vielen Bereichen fällt die Hierarchie und wird sukzessive durch Netzwerke ersetzt. Unternehmerische Initiativen treten an Stelle von systemischer Umsetzung. Strikte Koppelung wird durch lose ersetzt, zentrale Steuerung durch Selbststeuerung abgelöst. Dies wird gerade in den komplexen sozialen Systemen notwendig sein und auch passieren. Dies auch als Hinweis, wie man unsere “aktuellen Probleme” wie EU und EURO lösen könnte.
Immer mehr Menschen beginnen ihre Lebensgewohnheiten ändern. Entziehen sich der Marketing-Maschinerie. Reduzieren ihren Konsum. Verzichten auf Statussymbole. Ernähren sich gesünder. Gewinnen ihre Lebensfreude aus dem, was ihnen wichtig ist. Ziehen das Sein dem Schein vor. Werden kritischer und autonomer und lassen sich nicht mehr von Religionen und Verbänden die Meinung aufdrücken.
Für den Wandel brauchen wir keine staatlichen Programme. Die können uns nicht helfen, denn es muss aus uns heraus passieren. Auf Subventionen und Verordnungen verzichten wir am besten, die werden uns garantiert nicht voranbringen. Die Weiterentwicklung unseres Bewusstsein und unserer Werte muss aufbauend auf einem herrschaftsfreien und fairen Diskurs geschehen. Und der hat schon begonnen.
Parallel dazu müssen wir nur noch handeln. Dezentrales Tun ist angesagt. Gemeinsam und jeder für sich muss einfach nur das tun, was richtig ist und sein lassen, was falsch ist. So einfach ist es.
RMD
Werner LorbeerFreitag, der 29. Juni 2012
Zinsgejammer und historische Fakten
“8% Zins überfordert die Staaten im südlichen Europa.” “Scheitert der Euro, dann scheitert Europa”. Ach du lieber Junker!
Die historische Wahrheit liegt so nah. Erstens waren die Ratings der südlichen Länder (und auch noch anderer) sicher falsch. Die Agenturen haben ihre Leser in falscher Sicherheit gewiegt, dafür sind sie zu tadeln. Aber sicher nicht dafür, dass sie sich jetzt der Wahrheit nähern.
Und nun zum Markt: Er will jetzt, wo ihm die Augenbinde abgenommen wurde, das Risiko entlohnt haben. Klar und das ist auch der einzige Weg, die politischen Klassen von ihren Wunschphantasien zu befreien: Ich glaube nicht an die von Deutschland gewünschte Selbstverpflichtung zur Mäßigung. Aber bei der mäßigenden Wirkung der Zinsen wäre ich mir sicher.
Daraus folgt natürlich, Herr JunkerHollandeMontiundCo, keine Zinshilfen. Aber, meine Herren und Damen, Sie dürfen gerne ihr ganzes sicher nicht unbeträchtliches Vermögen in südliche Staatsanleihen stecken.
Man wäre schon gerne Mäuschen: Welche Staatsanleihen kaufen Roth und Steinbrück? Wirklich aus Sympathie nur die griechischen, portugiesischen und spanischen? Und dann, wenn das Ganze Bergwerk kracht, tanzen wir gemeinsam mit Anthony Quinn den Sirtaki. “Sei nicht traurig Boss, das Leben ist zu kurz”.
Für die Wahrheit, was für Staaten verkraftbar ist und was sie in der Vergangenheit schon verkraftet haben, eine Graphik für die 10-jährigen Anleihen von Markt-Daten.de.
Viele Staaten sind schon mit höheren Zinsen zurecht gekommen. z.B. die BRD bei der Finanzierung der Wiedervereinigung. Ich erinnere mich noch gut an die Häme vom Finanzplatz London, die sich über die hohen Zinsen freuten – wollte da einer die Wiedervereinigung mitfinanzieren? Nein, ganz Finanz-London freute sich über den hohen Zins aus Deutschland.
Aber jetzt für die Lebensfreude dieses Sommers, für all die Junkers, Roths, Steinbrücks, Trittins und all die guten Menschen! Das Ende der Investition, das Ende des Films, Anthony Quinn und der düpierte Finanzier, das ist ultimativ, das ist alternativlos, das ist das wahre Leben ohne Alter, ohne Zivilisation, das ist nur das Jetzt ohne Morgen … unendlich schön und selbstvergessen.
http://www.youtube.com/watch?v=x6cW779sBF8
wl
Roland DürreMontag, der 4. Juni 2012
Utb Planwagen #4 – Zurück in München
Denk’ ich an EU-Land in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen.
Und meine heißen Tränen fließen.
(Heine Heinrich – Nachtgedanken – Quelle)
Jetzt bin ich nach einer Woche in Südböhmen wieder zurück in München. Böhmen in Tschechien habe ich eine Woche intensiv erlebt. Es war das erste Mal, dass ich in diesem Land war. Obwohl es so nah ist, war es für mich irgendwie ganz weit weg.
Und wie ich dann nach Hause komme, mache ich mir Gedanken über Europa. Über ein zentralistisches Europa oder über ein Europa der Regionen. Über ein Regierungsschichtensystem oder über ein selbst verwaltetes und kooperatives Europa der Regionen. Über ein Europa der Kulturen oder der bürokratischen Systeme. Über ein Europa der unendlichen Gesetze oder ein Europa der Subsidiarität.
Und dann fällt mir auf, dass wir zurzeit an einem Europa herum basteln, das so nicht funktionieren kann.
Wir haben die Grenzen und die Zölle abgeschafft. Es gibt keine Kontrollen mehr und einen freien Güteraustausch. Nur haben wir vielleicht ein wenig zu wenig nachgedacht. Und haben vergessen, dass es da Unterschiede gibt. Nicht nur kulturelle – auch wirtschaftliche.
Und dass man halt in vielen Ländern nur einen Bruchteil verdient wie in anderen. Und dass unsere kapitalistische Wirtschaftsordnung alles ausnutzt, was irgendwie nur hilft den Profit zu maximieren
Nachzudenken haben wir dieses auch konsequent vergessen, wie wir dann den EURO eingeführt haben. Da galt nur eines: Freie Bahn für die Wirtschaft und ihre mächtigen Player – die Banken und Konzerne.
Und kaum war es Nacht geworden, da sah man die Folgen schon …
Natürlich bin ich maximal froh. dass wir es in Europa doch so halbwegs geschafft haben, uns zu versöhnen. Zuerst mit dem Erbfeind, sprich Frankreich und seinen Franzosen. Ich habe es noch erlebt, wie ich Mitte der 60iger als Austauschschüler in Frankreich unfreiwillig und unabsichtlich die Freundschaft meiner Gastfamilie zu einer anderen Familie zerstörte. Ursache war nur meine Anwesenheit. Einfach weil ich da war, und die mit meiner Austauschfamlie befreundete Familie überhaupt nicht verstehen konnte, wie ein patriotischer Franzose mit den “sales boches” (dreckigen Deutschen) einen Jugendaustausch machen kann.
Und ein paar Jahrzehnte später haben wir uns auch mehr oder weniger mit den Polen und Tschechen ausgesöhnt. Auch das war eine Riesentat. Auch mit den Serben beginnt es zu funktionieren, wie ich bei meiner Radfahrt ans Schwarze Meer erlebt habe.
Das war und ist gut. Heute geht das eher wieder rückwärts. Weil wir uns – zumindest aus der Sicht anderer Völker – mal wieder so “richtig deutsch” aufführen.
Und dann fällt mir ein, was ich vermisse:
Wir haben kein gesellschaftliches Konzept für dieses unseres Europa. Wir verausgaben uns im Verteidigen einer aussichtslosen Währung. Wir überregeln uns mit Gesetzen. Wir schwanken zwischen Großmachtsucht und Weltlobbyismus.
Europa macht sich nur noch Sorgen, wie es den Ansprüchen der Wirtschaft gerecht werden kann. Wie man Wettbewerbsverzerrungen aufhebt. Aber nicht, wie die Zukunft der Menschen und Kulturen aussehen soll.
Wir haben kein Konzept, wie wir unser Europa entwickeln wollen. Soll es ein Europa werden, das weiter von Autos überrollt wird? Oder in dem wir auf eine neue und kooperative Mobilität setzen? Wollen wir als Europa bei der Energie weiter auf die Kernkraft setzen. Ohne auch nur einen Dunst haben, wie die Entsorgung gelöst werden kann. Nehmen wir den Klimaschutz Ernst? Oder ist das für uns nur ein wenig Alibigerede und -beschließe?
Wünschen wir ein Europa des maßlosen Überflusses – oder ein Europa mit reduzierter Verschwendung? Ein Europa, das für das Überleben des Planeten und Menschenrechte steht? Oder ein Europa, das seinen Wohlstand weiter aus der Ausbeutung dritter und der Natur bezieht?
Ist das “wirtschaftliche Wachstum” wirklich das Maß aller Dinge? Oder soll für ein neues Europa nicht vielmehr gelten, dass “weniger mehr ist”? Dass die Qualität von guter Arbeit wieder ordentlich entlohnt wird? Und nicht Status und Position den Verdienst ausmacht? Dass die Menschen vielleicht wieder weniger arbeiten müssen und nicht den größten Teil ihrer Zeit dafür aufbringen müssen, dass sie sich Dinge kaufen können, die sie letzten Endes nicht nur eben nicht glücklich sondern sogar krank machen?
Natürlich gehört die Zukunft in einem aufgeklärtem Europa genauso den Frauen wie den Männern. Sind aber die Kinderkrippen dann wirklich die Lösung, in denen die Mütter ihre Kinder sechs Monate nach der Geburt abgeben müssen, weil unser auf Verschwendung aufgebautes ökonomisches System ihre Arbeitskraft braucht? Gäbe es da nicht andere Modelle, die für das richtige Maß an “Lebensbalance” sorgen können?
Soll es ein Europa fetter Besitzstandwahrer oder ein Europa der Veränderung werden? Ein Europa der Familien? Ein Europa, das versucht den Planeten zu bewahren oder ein Europa, das in seinem vermeintlichen Reichtum exzessiv die letzte Weltparty auf einem zerstörten Planeten feiert?
Solche und viele andere Fragen dieser Art gehen mir durch den Kopf.
Ja, ich wünsche mir ein dezentrales, aufgeklärtes Europa zusammen wirkender aber autonomer und eigenverantwortlicher Regionen. Ein starkes Europa. Ein Europa aber ohne den Anspruch eines Großmachtstatus. Ein Europa, das eben nicht Weltpolizist spielt.
Ich meine nicht, dass man über diese Dinge unbedingt abstimmen muss. Aber diskutieren muss man sie. Weil ich glaube, dass die Demokratie mehr von der Debatte und Diskussion der Werte lebt als von Abstimmungen. Und dass man sich die Dinge in den Ländern erst mal anschauen sollte, bevor man so viel kluge Sprüche und dumme Gesetze macht. Und das Anschauen sollte ganz von unten erfolgen – nicht nur aus der Perspektive des Staatsgastes vom Balkon der Elfenbeinturm-Politik.
Genau das fällt mir nach solchen Reisen in die nahe und doch so ferne Nachbarschaft auf. Und genau dann würde ich mir wünschen, dass die Politik Europas sich als Interessenvertreter der Menschen in ihren konkreten Lebenssituationen versteht und sich vom dem Reichtum und der Vielfalt der Kulturen Europas leiten lässt.
RMD
Roland DürreFreitag, der 1. Juni 2012
Utb Planwagen #3 – Südböhmen
Dieses Südböhmen ist schon ein verflixtes Land. Zuerst mal ist da die Schönheit zu erwähnen: Sanfte Hügel, eine romantische Landschaft mit vielen Wälder und kleinen Ortschaften verbunden durch Straßen, die noch so vernünftig schmal sind wie die meiner Kindheit.
Auch unser Anreise- und Abreiseort Jindřichův Hradec mit seinen cirka 21.000 Einwohnern ist ein bunter Ort. Wir entdecken beeindruckende Gebäude, viel Wasser und eine Fußgängerzone mit quirligem Leben.
Auch unser Planwagen mit Namen Obelix versetzt mich ins Staunen. Er soll ungefähr eine Tonne wiegen. Dafür hat er eine kleine Küche an Bord, vier Betten und manches mehr sinnvolles Zubehör. Und der große Planwagen ist trotzdem deutlich leichter als ein ganz normales Mittelklasseauto. Allerdings bringt die Sita, unser Zugpferd, dann noch mal fast 800 Kilo auf die Waage.
Die Reichweite unseres Gespanns beträgt so um die 30 km pro Tag. Mit einem Pferdewechsel dann vielleicht das doppelte. Da wird sich so manches Elektrofahrzeug freuen, denn es kommt ja viel weiter.
“Unter der Haube” steckt ja auch nur die Sita, unser Zugpferd. Also eine Pferdestärke, die aber manches den modernen Pferdestärke voraus hat.
So haben wir in diesem Planwagen eine wundervolle Woche in dem mir vorher so fremden und völlig unbekanntem Südböhmen genossen. Eigentlich ein Armutszeugnis, wenn man bedenkt, wie nah es an Bayern ist.
Es waren wunderbare Tage. Wir haben nur freundliche Menschen getroffen. Das Essen war immer gut. Viel frische Luft konnten wir genießen. Die mal kühleren und mal lauen Nächten haben wir im Planwagen gut überstanden und hatten insgesamt viel Spaß.
Als Währung hatten wir die tschechische Krone. Es tut gut, im Urlaub mal wieder anderes Geld zu sehen und Freude, die Preise umrechnen zu müssen. Nach der Umrechnung waren wir oft verblüfft und manchmal betroffen, wie billig die Dinge des täglichen Bedarfs sind. Nur der Diesel und das Benzin sind ein wenig teurer als bei uns. Für die Einheimischen allerdings kostet der Liter Sprit in Relation zu den sonstigen Preisen ein Vermögen. Da überrascht es mich doch, wer auch hier so alles meint, er müsse unbedingt Auto fahren.
Die Krone gewinnt gegen den EURO wohl laufend an Wert. Das muss ja auch so sein, wenn wir bedenken, wie billig für uns in Böhmen nicht nur das Bier in der Kneipe sondern das ganze Leben ist.
Heute Nachmittag geht es dann zurück. Um 14:43 fährt unser Zug nach Pilsen in Jindřichův Hradec ab. Da wir noch ein wenig Reiseproviant besorgen wollen, müssen wir eine Stunde vorher losradlen.
In Pilsen steigen wir um. Der Alex “Albert Einstein” soll uns nach München bringen. Gegen Mitternacht sollen und wollen wir zu Hause in Ottobrunn sein.
Zumindest ist das der Plan. Denn wir wissen schon, dass dies nicht klappen wird. Die Gudrun, die gestern diese Strecke schon gefahren ist, hat uns von einer deutlichen Verspätung berichtet. Zweimal gab es “Schienenersatzverkehr”. Auf der Hinfahrt hatten wir ja auch schon eine Umleitung, die uns dann letzten Endes die Fahrzeit um zwei Stunden verlängert hat.
So ist das mit der Infrastruktur im Herzen Europas bestellt. Und wir machen uns ab Montag dann wieder Sorgen um die EU und Griechenland? Ist doch einfach pervers.
Macht aber nichts. Wir werden auf jeden Fall irgendwie in München ankommen. Und wenn der Zug viel zu spät ist und der Anschluss gar nicht klappt, dann suchen wir uns halt notfalls ein Hotel in Pilsen. Und genießen noch einen Tag das schöne Böhmen.
Nein, das alles stört uns nicht. Vielmehr war es so schön, dass wir beschlossen haben, bei unserer nächste Radtour im Juli Tschechien zu durchfahren und Böhmen dabei garantiert nicht links liegen zu lassen.
Und im August besuchen wir dann Griechenland – und freuen uns wieder an dem Spaß, dass Griechenland und der EURO halt so gar nicht zusammen passen.
RMD







