Werner LorbeerDonnerstag, der 7. Januar 2010
Desert Tec #006 – København
Das Ergebnis von Kopenhagen ist ein Desaster, die USA ein ökologischer Schurkenstaat und die Industrienationen sind die Achse des Bösen, meint Christoph Lütgert. Die Politik hat kläglich versagt. Doch nicht nur die: Beim Klimaschutz versagen auch wir täglich. Unsere Nachfahren werden uns verfluchen.
So zu lesen auf Tagesschau.de, Kommentar in den NDR Tagesthemen.
Er hat wohl Recht, weil Cassandra immer Recht bekommt – irgendwann und irgendwie. Ich möchte eine etwas andere Position vorschlagen.
Werner LorbeerSonntag, der 20. Dezember 2009
Desert Tec #003 – Paradies jetzt
“Kopenhagen ist gescheitert.” Mit großer Anstrengung sollte unter dem Schirm des Slogans “2 Grad, non plus” eine globale Vereinbarung von industriepolitisch größten Ausmaßen beschlossen werden. Das Ende des Kohle- und Öl- und Erdgas-Zeitalters, ebenso revolutionär wie das Ende der Dampfmaschine. Der Treibsatz dazu ist die Angst vor der Eigendynamik des Planeten, der mit seinen Selbstregulatorien den Lebensraum des Ausufernden homo sapiens – “sapiens” -, zu beschneiden droht.
Auf der Basis historischer Erfahrungen erscheint es nicht sehr klug, die Lösung auf der Ebene der Pakte zu suchen. Pacta sunt servanda! Und wenn nicht? Langlebiger haben sich die technologischen Änderungen erwiesen – die Zeit der Windmühlen dauerte immerhin 3000 Jahre, in denen viele Reiche kamen und gingen. Mit der Folgerung: Es ist vielversprechender, neue CO2 neutrale Zivilisationstechniken zu konstruieren und ins Werk zu setzen als über Zertifikate zu verhandeln.
Roland DürreMontag, der 16. November 2009
Der Krieg ist der Vater aller Dinge!
Vor kurzem habe ich im Artikel “Nanotechnologie und Ethik” ein paar ethische Fragen bzw. Bedingungen skizziert, die man vor der Förderung oder beim Einstieg in völlig neue Technologien diskutieren sollte. Ich war der Meinung, dass die Ergebnisse einer solchen Diskussion sehr hilfreich sein könnten, um die entstehende neue Technologien verantwortet einführen zu können.
Ob eine neue Technologie langfristig mehr Schaden als Nutzen bringt, wird im Regel in so einem frühen Stadium nicht entscheidbar sein. So muss man neue Technologien starten und voranbringen. Eine frühe ethische Diskussion ist aber trotzdem notwendig, denn sie könnte die Einführung mit vernünftigen Regeln vorbereiten und vielleicht sogar helfen, Kollateralschäden zu vermeiden.
So dachte ich. Jetzt bin ich aber an die Volksweisheit erinnert worden, dass
“Der Krieg der Vater aller Dinge ist”!
Roland DürreFreitag, der 9. Oktober 2009
Große Zahlen? Große Angst? Große Irrationalität?
Oder auch: Das Jahr des Darwin geht langsam zu Ende!
In 2009 konnte ich mich ein wenig mit Evolution beschäftigen. Dabei habe ich große Zahlen gehört und gelesen.
Das geht dann ungefähr so.
- Vor zwei Milliarden Jahren hat die Erde Voraussetzung für Leben entwickelt.
- Vor 1,8 Milliarden Jahren gab es erstes Leben.
- Die Entwicklung von “unbelebt” nach “belebt” hat also nur 200 Millionen Jahre gedauert.
- Menschen gibt es vielleicht seit 200.000 Jahren. Ist eine Definitionsfrage.
- Sprache, Schrift, ein bisschen Kultur und Technologie gab es vielleicht vor 20.000 Jahren. Ist auch eine Definitionsfrage.
- Ich lebe vielleicht 80 Jahre.
Zwei Milliarden, 200 Millionen, 200.000 und 20.000 Jahre sind für mich Ewigkeiten. Ist für mich virtuell. Nicht anfassbar, nicht schmeckbar, nicht fühlbar.
Roland DürreMittwoch, der 22. Juli 2009
Absurditäten – Sparlampen – sparsame Elektromotoren – Lange oder kurze Jeans?
In der EU darf man bald keine Glühbirnen mehr kaufen, nur noch Energiesparlampen (und Halogenlicht). Und bald darf man per Gesetz nur noch sparsame Elektromotoren verwenden.
Dahinter steckt der Gedanke, dass man so per Gesetz Energie sparen könne.
Das bringt mich auf folgende Idee:
Für die Herstellung einer Jeans braucht man angeblich 8000 Liter Wasser (SZ). Das ist viel, wahrscheinlich zu viel.
Ich gehe mal davon aus, dass man für die Produktion einer kurzen Jeans weniger als ein Drittel der Menge an Stoff und damit an Wasser braucht als für eine lange Jeans (Wenn ich an die ganz kurzen Jeans meiner großen Liebe denke, wäre die Ersparnis sicher noch größer. Die waren nur halb so lang wie die auf dem Foto!).
Deshalb lasst uns ein Gesetz machen: Man darf im Sommer nur noch kurze Jeans tragen! Damit würde man mindestens 5400 Liter Wasser pro Jeans sparen!
Ich will mit diesem Beispiel nur zeigen, wie absurd unsere Bemühungen sind. Wir kratzen an Symptomen und weigern uns, an die Wurzel der Ursachen zu gehen. Nicht einmal diese zu akzeptieren sind wir bereit.
Da bleibt mir die Sprache weg, deshalb höre ich auf (allerdings nur mit diesem Artikel)!
RMD
Roland DürreSonntag, der 12. Juli 2009
Nachhaltigkeit – zuerst mal ganz allgemein.
Habe gerade einen interessanten Podcast von Bayern 2 – Ethik als Erfolgsfaktor – Führungsethik in Zeiten der Rezession vom 12.07.2009 gehört (Die Sendung war heute morgen um 8:30). Da kamen viele interessante Aussagen und Bewertungen, unter anderem auch diese:
“Nicht mit Katastrophen zu rechnen ist weder ökonomisch sinnvoll noch ethisch vertretbar”
Das leuchtet mir ein, der Satz gefällt mir. Und er ergänzt sich mit nachhaltigem Handeln. Und Nachhaltigkeit ist mir als Wert sehr wichtig. Nachhaltigkeit ist aber ein vieldeutiger und schwieriger Begriff.
Wenn man an Nachhaltigkeit denkt, dann fallen einem auch Dinge ein wie das emsige Dranbleiben, der konsequente und starke Einsatz für etwas oder das nicht locker lassen in seinen Bemühungen. Man denkt bei diesem Begriff nicht unbedingt gleichsam automatisch an den ganz rationalen und vernünftigen Willen, die vorhandenen Ressourcen zu bewahren und weiter zu entwickeln und sie eben nicht auf “Nimmer Wiedersehen” aufzubrauchen. mehr »
Roland DürreMontag, der 25. Mai 2009
Kurzbericht Darwin II an der TUM – Interessante Vorträge zu Evolution und Innovation an der TUM im Juni!
Evolution – von der unbelebten zur belebten Natur!
An der Technischen Universität München gibt es immer wieder interessante Vorträge, die ich gerne besuche. Heute habe ich den zweiten Vortrag der Darwin-Reihe besucht:
Evolution – von der unbelebten zur belebten Natur
Prof. Dr. Anton Lerf, Walther-Meißner-Institut, Garching
Der Vortrag war für mich eine echte Herausforderung. Es ging sehr viel um Chemie, für mich eher ein Buch mit sieben Siegeln. Immerhin habe ich gelernt, dass bei der Erforschung der Evolution noch nicht entdeckt wurde, wie aus der unbelebten Welt die belebte Welt entstanden ist. Gleichwohl habe ich den Eindruck gewonnen, dass bereits eine Reihe von sinnvoller Forschungs- und Erklärungsansätze auf dem Weg sind.
In der abschließenden Diskussion wurde es richtig spannend.
Chris WoodMontag, der 18. Mai 2009
Chris Wood über Darwin
Republished, now in German. Thanks Evelyn!
Lamarck
Bezüglich Roland’s Artikel zu Darwin muss ich betonen wie glücklich ich darüber bin, dass Darwin im Blog zu Ehren kommt. Allerdings wird man Charles Darwin nicht gerecht, wenn man ihn “neben Lamarck” stellt. Schon vor Lamarck schwirrten etliche Evolutionstheorien herum, insbesondere auch vom Großvater von Charles, Erasmus. Mit Sicherheit wurden diese Theorien in der Lunar Society diskutiert. Es war allgemein bekannt, dass Tiere sich von Generation zu Generation ein wenig verändern. Insbesondere der Englische Landadel hatte großes Interesse daran, Hunde und Pferde, die für die Fuchsjagden gebraucht wurden, zu züchten. Frühe Geologen, insbesondere William Smith erkanten, dass die Erde viel älter ist, als in der Bibel angenommen wird und dass es zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Tierarten gab.






