Roland Dürre
Donnerstag, der 1. August 2019

Die Teekanne und der Frieden.

Das folgende Video hat der Schweizer Rundfunk (SRF Kultur) produziert. Ich könnte es mir gut als Lehrstoff für den Ethik-Unterricht in Bayerischen Schulen vorstellen, fürchte aber, dass es dort eher nicht eingesetzt werden darf. Es sei denn, unser neuer Ministerpräsident Markus Söder spricht auch hier ein diktatorisches Machtwort.

Mein persönliches Problem ist, dass ich mich wie die Hauptfigur im Video (dort als „Teeist“ bezeichnet) fühle. Nur dass ich nicht an die Teekanne glaube, die auf einer besonderen Umlaufbahn zwischen Mars und Erde um die Sonne kreist.

Habe ich doch einen viel ausgefalleren Glauben und bin somit ein noch größerer Außenseiter. So bin ich davon überzeugt, dass es auf der ganzen Welt (in Deutschland, Europa und global) FRIEDEN geben könnte und wir weltweit auf die Produkte der Rüstungsindustrie verzichten könnten.

Mir ist klar, dass das schon ein sehr extremer Glaube ist und ich froh sein muss, wenn ich deswegen nicht im Irrenhaus lande. Aber es gibt Hoffnung!

So soll Elon Musk ein Tesla-Cabrio ins Weltall geschossen haben, das jetzt dort schon länger seine Kreise zieht. Das hat zwar den Nachteil, dass man als Weltraum-Spaziergänger sogar im Weltall von einem Auto „überfahren“ (oder heißt das dort „überflogen“?) werden kann.

Es könnte aber sein, dass der Elon meinen Artikel liest und sich das obige Video anschaut. Und weil er ein guter Mensch ist, Mitleid mit dem Protagonisten im Video bekommt und eine Teekanne in die beschriebene Umlaufbahn entsendet. Für den Fall, dass die Umlaufbahn schwierig zu halten ist, schafft er es bestimmt, einen nachhaltig mit Solarstrom betriebenen Antrieb für die Teekanne zu bauen. Wer sonst, wenn nicht er?

Dann hätte der „Teeist“ im Video mit einem mal Recht! Vielleicht könnte diese Teekanne im All in Verbindung mit meinem Artikel und dem Video könnte sogar ein wenig für FRIEDEN werben. Und irgendwann mal wird dann auch meine Vision Realität.

So richtig glaube ich aber nicht daran. Eher halte ich es für möglich, dass AUDI einen SUV ins Weltraum entsendet, wollen die doch jetzt bei den elektrischen Automobilen dem TESLA so richtig das Fürchten lernen. Und ein AUDI ist ja wirklich zum fürchten.

RMD

P.S.
Unter dem Tag filosix findet man noch mehr immer sehr fordernde aber auch unterhaltsame und vor allem kurze Videos zu Themen der Philosophie.

 

Roland Dürre
Samstag, der 20. Juli 2019

Nachtgedanken

 

„Denk ich an Europa in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht“

 

Unser neues Logo ist zumindest ansprechender als das Schwarz-Rot-Gold!?

Hier noch eine kleine Textarbeit, die vielleicht auch rätselhaft und enttäuscht klingt.

Aber die Dinge sind halt so wie sie sind, deshalb versuche ich meine Nachtgedanken ganz fröhlich zu formulieren.

Und hoffe, dass alles nicht so heiß gegessen wie gekocht wird.

Vorher verbeuge ich mich bei Heinrich Heine und zitiere Wikipedia:


Nachtgedanken ist das vierundzwanzigste und abschließende Gedicht aus Heinrich Heines 1844 erschienenem Zyklus Zeitgedichte. Der berühmte Eingangsvers

„Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um den Schlaf gebracht“

ist zu einem geflügelten Wort geworden.


Vor kurzem hatte ich  einen blöden Nachtgedanken. Es ging ums „alt werden“. So ganz jung bin ich ja nicht mir. So kam mir ein Gedanke ins Hirn, der mich nachdenklich machte:

Mein Alter hat auch einen Vorteil: Es wird immer unwahrscheinlicher, dass ich in meinem Leben in einem Krieg dienen muss.

Dieser Gedanke war mir sehr unangenehm. Denn er läßt einen Krieg wieder als reale Option zu. Das schien für uns ja irgendwie vorbei zu sein. Aber ist dem nicht wirklich so?
Mir erscheint Krieg so als das allerschlimmste, was ich mir vorstellen kann. Und da jetzt auch die Frauen zu Soldatinnen werden, hoffe ich, dass zumindest die Greise sich nicht an den kriegerischen Handlungen beteiligen müssen, also heißt nur als Kollateralschäden vernichtet werden

Schauen wir uns die aktuelle politische Situation an:

Vor kurzem wurde die Deutsche Verteidigungsmininsterin Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt. Obwohl die Bürger der EU kurz vorher zwischen ganz anderen Kandidaten abgestimmt hatten. Die den Herrschenden in den nationalen Staaten Europas aber offensichtlich nicht gepasst haben.

Die neue EU-Kommissionspräsidentin wird auch als die wichtigste Frau Europas und als „Kanzlerin Europas“ bezeichnet. Sie hat sich als „glühende Europäerin“ geoutet, was ich nüchtern als „europäische Nationalistin“ bezeichnen würde. Und Nationalisten mag ich nicht, auch keine Europäischen oder anderer Kontinente.

„Vive l’Europe!“ finde ich genauso schlimm wie „Vive l’Afrique!“ – und ich mag keinen interkontinentalen Nationalismus wie Europa gegen Asien oder Afrika. Wir brauchen Frieden und müssen unseren Planeten retten – oder gemeinsam neue Planeten suchen. Dabei stehe ich persönlich der zweiten Variante sehr skeptisch gegenüber – aber mir gefällt es immer noch besser, unsere knappen Ressourcen in die Raumfahrt zu stecken als in Kriege oder durch Aufrüstung zum Zwecke der Kriegsvermeidung zu verpulvern.

Wahrscheinlich wurde von der Leyen auch von den Nationalisten Europas gewählt, die ja als Feinde Europas gelten. Zumindest behaupten die das. Es ist schon eigenartig: Die Rechten soll man nicht wählen, weil sie so nationalistisch sind. Aber man kann sich sehr wohl von ihnen wählen lassen.

Nur das weiß man gar nicht. Vielleicht lügen die Rechten – das wird ihnen eh gerne unterstellt und sie haben von der Leyen gar nicht gewählt. Denn die Wahl erfolgte im Geheimen. Was ich auch nicht verstehe. Als Bürger und Demokrat will ich doch wissen, wen der von mir gewählte Abgeordnete gewählt hat. Das würde ich gerne irgendwo abgesichert nach schauen können. Spätestens zur nächsten Europa-Wahl.

Auch als Europa-Abgeordneter würde ich gerne offiziell einsehen können, wer meine Stimme bekommen hat. Ob sie nicht bei jemanden gelandet ist, für den ich gar nicht gestimmt hatte?

Geheime Wahlen haben den Nachteil, dass sie leichter zu manipulieren sind als transparente. Im Vorfeld der Wahl wurde massiv betont, welcher Schaden Europa (der EU) entstehen würde, wenn die Kandidatin nicht gewählt werden würde! So ist doch nur zu leicht denkbar, dass ein ein ethisch denkender Mensch nach verantwortungsvoller Güterabwägung sich für Europa geopfert hat und für die gute Sache ein paar Stimmen verschoben hat. Ähnlich wie die Versuch, den Tyrannen zu morden, der sich ja gerade jährt und feierlich zelebriert wird. Eine „Wahlkorrektur“ als ein Akt besonderer Zivilcourage, um einen Kontinent zu retten – das würde doch auch als Heldentat durchgehen.

Frau von der Leyen hat sich dann auch gleich in ihrer Antrittsrede bei den Menschen bedankt, die für sie gestimmt haben. Mit „Nobody is perfect“ hat sie die Verstöße gegen Menschenrechte und vertragliche Vereinbarungen von EU-Mitgliedsstaaten verniedlicht. Ist doch alles nicht so schlimm. Und hat sich auch dafür eingesetzt, Fehlverhalten auf keinen Fall zu ahnden, zumindest nicht mit den vereinbarten finanziellen Strafen. So eine Art Generalamnestie zum Amtsantritt. Spricht doch für ein gesundes Selbstverständnis.

Ich finde ja auch, dass kein Land in der EU perfekt ist. Deutschland erst recht nicht. Allein, wenn ich mir anschaue, wie wir mit EU-Regelungen umspringen. Und mit anderen EU-Staaten umspringen. Oder für mich ganz schlimm: Wieviel Waffen wir herstellen und in der Welt verteilen. Ist doch auch so eine Art Verbrechen gegen Menschlichkeit.

Und die neue Kanzlerin Europas vesteht auch unseren starken Verbündeten Frankreich und will deshalb das Projekt der Europäischen Armee voran bringen. Ich bin ja ein wenig älter als Frau von der Leyen und war als junger Mensch in den 60iger Jahren viel in Frankreich. Und habe erlebt, wie schwer es für die Franzosen ihren Status als kolonialer Verlierer zu verkraften. So habe ich auch Mitgefühl entwickelt mit der „Grande Nation„, die ihre Rolle als ehemalige Weltmacht total verloren hatte.

Die neue Regierung will Frankreich wieder zur Weltmacht machen und sich weiter an Atomwaffen und Flugzeugträgern erfreuen. Dass muss man doch verstehen! Da dies alleine wohl nicht mehr geht, versucht sie es halt gemeinsam mit dem ehemaligen Erbfeind Deutschland als neuen Verbündeten – und sicherheitshalber unter der Fahne der europäischen Nation.

Und, dass die Menschen in Frankreich selbst gar nicht mehr die Grande Nation sein wollen, muss man auch nicht so ernst nehmen. Und dass die jungen Deutschen auch keine Lust mehr auf Miltitär haben, muss man auch nicht so ernst nehmen. Vor kurzem habe ich bei einer Veranstaltung der Bundeswehr, dass Uniformen leider nicht mehr so beliebt wären, weil die zivile Gesellschaft so „gewalt-aversal“ geworden wäre. Und ich dachte immer, dass es unser gemeinsames gesellschaftliches Ziel unserer Zivilisation ist, die Gewalt zu reduzieren? Siehe Gewaltmonopol etc.

Jetzt könnte man sich fragen, wen die neue Europäische Armee bekämpfen will und soll? Ich hoffe doch, dass es nicht mehr die Russen sind. Gleichwohl, die Barbara fand Sibirien auf unserer Reise mit dem Zug nach Peking sehr schön. Dort soll es auch viele Bodenschätze geben – und vielleicht schaffen ja AM und EM gemeinsam das, woran Napoleon und Hitler alleine gescheitert sind.

Vielleicht muss sich Europa mit seiner neuen Armee dann auch gegen den kranken Mann am Bosporus oder die bösen Islamisten mit einer mächtigen Armee verteidigen? Und die Migrantenwellen abwehren, die aus Afrika auf uns zu rollen werden?

Denn gegen Klimakatastrophe und Vermüllung und Zerstörung unseres Planeten wird man so eine Armee schwerlich einsetzen können. Im Gegenteil, Armeen werden diese Prozesse beschleunigen und verstärken.

Wenn ich jetzt noch hinzufüge, dass ich an einem dieser schwarzen Tage der jüngeren Vergangenheit abends nichts Böses denkend schlafen gegangen bin. Und wie ich morgens aufwache, erfahre ich, dass wir eine neue Verteidigungsministerin in Deutschland haben.

 

Das wäre mein neues Logo für Europa. Kommt dann auf die Panzer und Bomber.

Das ist die Frau AKK, die noch vor wenigen Wochen laut darüber schwadroniert hat, dass man auch über Tabus wie die rasche Wiedereinsetzung der ja nur ausgesetzten Wehrpflicht nach denken müsse – diesmal wohl in der gerechten Variante für alle Geschlechter.

Und dann bitte ich meine Freunde doch zu verstehen, warum ich auf so schlechte Nachtgedanken komme. Und dass ich der Meinung bin, dass die Richtung zurzeit aber auch so gar nicht stimmt.

Aber ich weiß ja, dass eh alles anders kommt als man denkt und bleibe so ganz ruhig und gelassen. Und mache gute Miene zum bösen Spiel.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 26. Mai 2019

Weltschmerz am Sonntag!

Heute ist Europa-Wahl. Wie ich finde, ein trauriger Tag, an dem sich geziemt über unser Versagen nach zu denken.

Katastrophal gespielt und doch noch gewonnen – passiert auch beim Schach nur selten. In der Realtität fast nie.

Es scheint die Krankheit unserer Zeit zu sein, dass wir alle permanent im Stress sind und so auch den Dingen, die uns wichtig sind, nicht die Zeit geben die wir diesen gerne geben würden.

Daran ist mein „Projekt FRIEDEN“ gescheitert und mit sanfter und aktiver Molbilität AKTMOBCMP komme ich auch nicht so recht weiter.

In meiner Wahrnehmung geht es mir und vielen meiner Freunde da noch besser als vielen anderen Menschen. Oft sind es nur „termintechnische“ Gründe, die uns hindern. Aber uns gelingt es oft schon ganz gut, unsere Prioritäten immer bewusster zu setzen.

Bei „meinen Projekten“ bin ich nicht mehr der Treiber, der ich vielleicht früher mal war. Ich nenne das Altersweisheit.

So verschwinde ich am 31. Mai für mehr als drei Wochen nach Russland und China. So wird es im Juni hier im IF-Blog nicht viel von mir zu hören geben.

Nach meiner Rückkunft werde ich Ende Juni / Anfang Juli versuchen, noch mal „voll Gas für AktMobCmp zu geben“. Ich würde gerne noch mehr Menschen für das Thema zu begeistern.

Wobei ich mir oft denke, dass das Projekt FRIEDEN wichtiger ist als die „aktive Mobilität im Alltag“. Wobei das Zweite eh ein Unterthema vom ersten ist. Denn sanfte Mobilität ist ja auch Teil von FRIEDEN, gleich ob wir an den Krieg auf den Straßen oder gegen die Natur denken. Und wenn es keine Autos mehr gibt, wird es darum gehen, die Radfahrer zu befrieden 🙂 (und dann die Fußgänger 🙂 🙂 ).

Ansonsten betrüben mich gerade heute die Ereignisse in der aktuellen Welt. Besonders weil sie die Folge des Versagens meiner Generation sind. In der Oberstufe im Gymnasium vor mehr als 50 Jahren war uns all das schon klar. Wir diskutierten damals genau das, von dem wir heute reden und in dem wir uns heute bestätigt sehen. Uns war klar, was die Folge sein würde. Trotz mancher netter Versuche sind wir wie selbstverständlich den menschlichen Tugenden (?) „Besitzstandwahrung“ und „reich werden ohne Mühe“ gefolgt. Und haben so die heutige Katastrophe herbeigeführt.

Gerade in Deutschland hätten wir alle Möglichkeiten gehabt, nach dem zweiten Weltkrieg eine bessere Welt zu schaffen. Damit meine ich ein soziales Konstrukt für eine nachhaltige Gesellschaft zu schaffen, ohne Rüstung und Militär und in gemeinser Verantwortung für das Leben. Aufbauend auf einer vernünftigen Grundbildung für alle.

Wahrscheinlich hätten wir eine Chance gehabt, in Mut und mit Freude ein wunderschönes Europa der Regionen zu bauen und die Nationalstaaten zu ersetzen.

Das Gegenteil haben wir gemacht. Gerade Deutschland hat Europa gefleddert und es so zerstört. Als Metapher fällt mir der Braunkohle-Bergbau ein. Der europäische Kapitalismus – angetrieben vom Euro – hat wie der Großbagger im Tagebau das Land vernichtet.

Das Internet war unsere zweite große Chance. Auch das machen wir gerade kaputt.

Verantwortlich für diesen Niedergang war natürlich auch unser gesellschaftliches und politisches System und wesentlich die Oligarchie unserer bürgerlichen Parteien. Diese kriegen  jetzt  zu recht ihr Fett abkriegen. Aber sogar deren fällige Abgang ist nicht sicher.

Faktisch waren wir es aber alle gemeinsam, die die Welt kaputt gemacht haben. Die Gier hat uns dazu gebracht, so sind wir gerne den Lügnern und Heuchlern gefolgt.

Perfekte Manipulation pro Auto:
Titelblätter Hobby  1957 – 1965 (das Magazin für deutsche Jung-Ingenieure).

Eine weitere Metapher für das, was in den letzten 50 Jahren völlig falsch gelaufen ist, ist das Auto, ist es doch ein Symbol für „vorwärts Kommen ohne Anstrengung“ und für eine völlig falsch verstandene Freiheit. Das Auto war für die meisten von uns das goldene Lamm, um das wir getanzt sind.

So haben wir eine „Kirche der Vernunft“ implementiert, die Konsumismus als Religion und Wachstum als handlungsleitendes Prinzip hat. Das hat alten Aberglauben durch Neuen ersetzt. Nur der Feudalismus ist geblieben. Und die Zerstörung der Welt wird mit einer Art von „Feudalismus für Alle“ betrieben und gerechtfertigt.

Langsam begreifen wir, dass wir jetzt die Quittung bekommen. Die einen ignorieren as, die anderen flüchten sich ins Land der Träume und begeistern sich für #newwork“, #agile und „demokratisches Unternehmen“. Gemeinsam schauen wir aber alle – gelähmt wie das Kaninchen vor der Schlange der mehrdimensionalen Zerstörung des Planeten tatenlos zu.

Nicht nur die rasante Zunahme des Kohlendioxid und die dadurch bewirkte Klimaveränderung zerstören ihn – obwohl das eigentlich schon hinreichend sein dürfte. Und wir wissen, was zu tun wäre, tun es aber nicht. Der Mut zur notwendigen „großen Transformation“ haben wir nicht

Aber ich möchte Euren Sonntag nicht mit meinen finsteren Gedanken verderben und wünsche Euch alles Liebe, Gute und Schöne! Viel Sonne, Mut und Freude! Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Danke für Eure Freundschaft!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 23. Januar 2019

Emphatie, Respekt, Wertschätzung, Zuneigung … Liebe!?

Geschafft?! Der schönste Pass, den ich jemals gefahren bin.

Ich lese (denke und schreibe) viel zu Führungsthemen. Und meine, dass wir schon weit gekommen sind. Und stelle – selbst überrascht – fest:

Von der Leibeigenschaft zu dem heutigen Anspruch an #newwork ist es ein phantastisch weiter Weg gewesen. Den haben wir in nur wenig mehr als 100 Jahren geschafft. Das ist herausragend, auch wenn der Weg sehr blutig war!

Das ist ein gutes Beispiel, dass eine Utopie zur Wirklichkeit werden kann.

All das, von dem wir träumen und das in den bekannten tollen Blogs zu #newwork steht, beschränkt sich aber nicht auf Führung. Nein, es hat eine allgemeine Gültigkeit für unseren gesamten Umgang mit anderen Menschen.

Ganz gleich ob wir uns in einer Beziehung, einer Familie oder in einem irgendwie sonst gearteteten sozialen System wieder finden, das für einen gewissen Zeitraum Menschen vereint. Es ist unser Leben!

Damit will ich sagen, dass die Philosophie, die als Basis fürs Leben gelten sollte genau dieselbe ist, die man Führungsphilosophie nennt! Es gibt da keinen Unterschied. Ob in der Familie wie im Unternehmen – es sind immer Menschen, mit denen ich es zu tun habe.

So sind wir uns mittlerweile einig, dass wichtige Leitlinien fürs Leben Empathie, Freude, Respekt, Wertschätzung, Zuneigung, Mut, Zuversicht und Liebe sind. Und eben nicht Kälte, Frust, Arroganz, Ver- und Missachtung,  Abneigung, Angst, Bedenken und Hass.

Mittlerweile bin ich überzeugt, dass diese Lebens- wie Führungsphilosophie nicht nur für den Umgang mit Menschen gelten darf. Nein, wir müssen auch sozialen System gegenüber mit Empathie, Respekt, Wertschätzung begegnen und uns in diesen in Mut und Liebe bewegen. Und dies gilt genauso für unseren Umgang mit unserer Umwelt und der ganzen Natur mit all Ihren Lebewesen!

Wenn ich nachhaltig lieben will, dann muss ich genauso fähig sein, mich selber zu lieben wie ich in der Lage bin, ALLES zu lieben. Dazu gehören alle anderen Menschen, die Natur und die ganze Welt.

Sonst bleibt es bei „Verliebtheit“. Auch ein schönes Gefühl, dass sich aber auch schnell verflüchtigt!

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 29. Dezember 2018

so oder so?!

Wir haben die Wahl. Weitermachen oder Weiterleben?

Ein Fundstück aus dem Internet:

Dazu gab es zwei Meinungen:

A)
Wenn sich dieses Mem durchsetzt, kann man Deutschland in einer Woche zuschließen.
Die Begründung scheint evident. Weil unser System dann sehr schnell nicht mehr funktionieren wird.

B)
Wenn sich dieses Mem durchsetzt, haben Eure Kinder und deren Kinder auch eine Chance, von der Erde weiterhin genährt zu werden.

? Mit der Begründung: Als wenn der Konsumwahn zu irgendetwas anderem führt als „weg von uns selbst“? Wir sind Natur!

Wir haben die Wahl!

Sie scheint einfacher als sie ist.

Warum eigentlich?

Ich werde dann an Sylvester, wenn die Raketen fliegen, darüber nachdenken. Fürs neue Jahr.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 24. Dezember 2018

Frohe Weihnacht (2018)

Die meisten von uns kennen die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens.

In dieser Geschichte geht es darum, dass Weihnacht den alten Geizkragen Scrooge von seiner Hartherzigkeit heilt. Was für ein schöner Weihnachtsgeist! Und wer von uns hatte nicht schon mindesten einmal beim Hören oder Erleben dieser Geschichte Tränen in den Augen.

So wäre mein Wunsch, dass Weihnachten die Leiden der alten „weißen Männer und Frauen“ heilen möge. Ob sie jetzt Seehofer oder Trump heißen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen für 2019 Frieden und Weisheit!

Für heute Abend aber zuerst Mal eine frohe Weihnacht! Und am 31. Dezember einen guten Rutsch! Und immer alles Liebe, Gute und Schöne für Euch alle!

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 24. Mai 2018

Warum die DSGVO absolut in die falsche Richtung geht.

Roland als Insel-Philosoph mit (sauberer) Wäsche in Sifnos (Kykladen, Griechenland).

Eine philosophische Betrachtung.

Weil die #DSGVO morgen (am 25. Mai 2018) wirksam wird. Wie ich meine, kein guter Tag.

Meine These:

Wir denken zu viel an Eigentum und zu wenig in Allmende.

Wir streben ausschließlich nach Besitz.

Obwohl gemeinsames soziales Leben, Erleben und Überleben auf der Agenda stehen müsste.

Hier ein paar Begründungen:

  • 62 Superreiche besitzen so viel wie die halbe Welt.
  • Wieso ist es selbstverständlich, dass Menschen („natürliche Personen“) beliebig Grund und Boden in Besitz nehmen (kaufen) und als Eigentum haben und vererben können?
  • Wieso darf jeder ein Auto besitzen (das selbstredend beträchtlichen Schaden am Gemeinwohl verursacht)? Oder eine Yacht? Oder ein Schloß? Oder Ländereien? Oder eine Insel im Meer?
  • Wieso können große soziale Systeme mit einem ökonomischen Ziel (Unternehmen genannt) komplett einem (oder wenigen) Menschen oder wiederum anderen Unternehmen „gehören“? Dies vernetzt bis zur totalen Intransparenz?>

Diese und ähnliche Fragen kann ich beliebig fortsetzen. Irgend etwas ist faul mit dem Recht an Eigentum. Wir brauchen eine neue Geisteshaltung zu EIGENTUM!

Heute wird in den zivilisierten Ländern eine „Tugend“ gelebt – die  sich „Besitzstandwahrung“ nennt.

Unser Grundrecht Nummer Eins: Das Wahren von Besitzstand!

Dass Menschen, die laut Gesetz „natürliche Personen“ sind, über ein Eigentumsrecht verfügen wollen und auch sollen, das verstehe ich – und wünsche ich mir für mich persönlich ja auch.

Aber das muss doch sinnvoll begrenzt sein, wenn die Welt funktionieren soll. Nur so werden wir in Frieden, ohne Krieg und Unterdrückung, mit Menschenwürde für alle, in gegenseitigem Respekt und in Liebe leben können!

Und jetzt institutionalisieren wir neben dem Eigentum an Dingen, Ideen und Gedanken auch noch ein „Eigentum an unseren Daten“. Also: Spinnen wir oder sind wir noch bei Trost? Wir wissen nicht einmal, was immer das sein mag (unsere Daten), aber wird sind mal wieder mal motiviert, weil wir Angst haben. So manifestieren wir unseren Eigentums- und Besitz-Wahn weiter. Dabei sollten wir versuchen, ihn Schritt für Schritt zu therapieren.

Und es stellen sich weitere Fragen:
Warum haben „natürliche und juristische Personen“ die selben Eigentums-Rechte?

„Juristische Personen“ wie Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, limited company usw. – im französischen übrigens treffend als „société anonyme“ bezeichnet – haben mehr oder weniger die selben Rechte an Eigentum wie die „natürlichen Personen“. Das habe ich noch nie verstanden.

Stirbt eine „natürlichen Person“ kommt als Problem das „Vererben“ dazu. Es verstärkt die Polarisierung von „arm und reich“. Dieses zu lösen, gelingt unserer Gesellschaft nicht, obwohl ich hier schon eine Reihe guter Vorschläge gehört habe (den wesentlichen Teil des Erbes an „ALLE“ verteilen oder für die Finanzierung eines BGEs zu verwenden).

„Juristische Personen“ können ein langes Leben haben und ihr Eigentum beliebig mehren. Erschwerend kommt dazu, dass Eigentum sich in der Regel von selbst vermehrt. Ihr Eigentum macht sie immer mächtiger und ihre Macht immer reicher. Sie sterben keines natürlichen Todes, können allerdings Insolvenz gehen (if not to big to fail ?). Was passiert bei Insolvenz? Auch im modernisierten Insolvenz-Recht steht der Gläubigerschutz  (Schutz des Eigentums der Gläubiger) immer noch vor dem Erhalt des Unternehmens. Was gerade kleinen Unternehmen oft zum Verhängnis wird und den großen dann nutzt.

Welche Arten von Eigentum gibt es denn überhaupt?

Zuerst mal haben wir ein Eigentum an Dingen. Das ist nach meiner Meinung nur dann in Ordnung, wenn die Dinge nicht aus dem (Be-)Reich der Allmende sind und die konkrete Eigentumssituation das Gemeinwohl nicht schädigt.

Schwieriger wird es schon beim geistigem Eigentum und beim Eigentum an Rechten.

Wieso können die genauso so vererbt werden wie dingliches Eigentum?

Und vor allem:

Kann es wirklich sein, dass jemand, der in einer glücklichen Situation (das richtige Team, die richtige Umgebung, die richtige Inspiration, die richtige Kommunikation, das richtige Talent, die richtige Idee, die glückliche Umsetzung) ein Patent erfunden und erarbeitet hat, dann Jahrzehnte über ein Einkommen verfügt, das es ermöglicht sich jedes Jahr eine oder mehrere Immobilien in Munich City zu kaufen? Das er an seine Erben weitergibt?Macht es Sinn, dass die arme Bestseller-Autorin nach ein paar Jahren zur Milliardärin wird?

Die überhöhten Einkommen und „Werte“ von Fußball-Stars werden oft angeprangert. Auch sie sind nur möglich aufgrund von „Urheber-Rechten“, die massen-medial ausgenutzt werden.

Die irrationalen Vorstandsgehälter begründen sich wohl auch nur auf die mediale Überhöhung der Bosse. Das viele Geld jedoch, dass sie erhalten, wird durch die kollektive Klasse des Unternehmens erarbeitet, also den Menschen, die den Namen des Konzerns vergolden.

Die Leistung eines Künstlers soll natürlich vernünftig entlohnt werden. Und wenn ein großer Künstler arm lebt und stirbt und posthum seine Werke wertvoll werden, ist das natürlich dumm gelaufen.

Aber beruht nicht jedes Werk auf der sozialen Teilhabe vieler Menschen und wird es nicht aus vielen Quellen gespeist. Lebt der Künstler nicht immer von Vorbildern und erlebten Mustern anderer Menschen, die es so mit geschaffen haben? Gilt dies nicht auch für den erfolgreichen Patentinhaber?

Und noch eine Frage:

Wie kann es sein, dass „natürliche“ und „juristische“ Personen die selben Rechte an Eigentum haben?

Ein wesentlicher „Strickfehler“ unserer gesellschaftlichen Ideologie scheint mir zu sein, dass das Recht an geistigem Eigentum im selben Maß „juristischen Personen“ zugebilligt wird wie „natürlichen“? Sollte die Musik eines Bob Marley oder der Beatles nicht den Menschen dieser Welt gehören und nicht Konzernen, die diese Rechte „erworben haben“ und maximal ausbeuten.

Gilt dies nicht auch für die Theaterstücke von Bert Brecht? Sind die Verjährungs-Zeiten der Walt-Disney-Gesetze, (die so heißen, weil sie auf Betreiben des gleichnamigen Konzerns mehrfach verlängert wurden), nicht viel zu lang?

Und jetzt gibt es auch noch ein Eigentum an den Daten? Wie pervers ist denn das?

Ich bin der Meinung, dass wir
Keinen Datenschutz brauchen sondern eine Pflicht zur Transparenz!

Ich würde mir wünschen, dass „juristische Personen“ alle ihre Daten veröffentlichen müssen. Diese sollten absolut transparent sein!

Und die Instanzen, die Geheimhaltung brauchen, um uns zu unterdrücken und zu manipulieren, sollten wir abschaffen. So sollte der „whistelblower“ ausgezeichnet und der Geheimniskrämer zu Rechenschaft gezogen werden (wie in meiner Denke auch der Deserteur der Held ist aber nicht der „loyale Soldat, der für die „gute Sache“ bereit ist zu töten)!

Wenn ich die Menschen frage, warum sie für Datenschutz sind, höre ich überwiegend drei Arten von Begründungen:

  • Die Menschen fürchten die staatliche Überwachung und Kontrolle
  • Sie haben Angst vor noch schlimmerer Manipulation durch Marketing zum Beispiel der großen Konzerne.
  • Sie fürchten gesellschaftliche Diffamierung und soziale Ausgrenzung.

Überwachung und Kontrolle finden eh statt, weil für Geheimdienste und Verfassungsschutz die DSGVO nicht gilt (auch nicht gelten kann). Durch die aktuelle Beschneidung der Grundrechte wird dies auch zugunsten anderer Institutionen immer weiter ausgehebelt.

Die Manipulation findet im Marketing jetzt schon statt. Wäre es da nicht sinnvoller die grenzenlose Zügellosigkeit im Marketing radikal einzuschränken als ein für diesen Zweck mehr oder weniger wirkungsloses Datenschutzgesetz zu machen?

Und wäre es nicht besser, die großen Konzerne, die mittlerweile ja Basis-Bedürfnisse befriedigen zu zerlegen und als dezentrale Unternehmen nach den Regeln der Gemeinwohl-Ökonomie neu aufzusetzen. Bei globalen Aufgaben gerne in einem globalen Verbund, aber bitte ohne Wachstumswahn und „share-holder-value“-Anspruch“.

Die Angst vor Diffamierung nehme ich persönlich sehr ernst. Zu sehr habe ich kann ich das Unglück eines Menschen nach empfinden, der von einer kranken Gesellschaft stigmatisiert wird. Da gibt es viele Beispiele wie Homosexualität, sexuelle Fehltritte wie Verlust der Jungfernschaft vor der Ehe, einer Abtreibung oder Vorstrafe, die  Zugehörigkeit zu einer „falschen Religion“,körperlichen Gebrechens (wie z.B. Beschneidung) oder Krankheiten (Aids …).

Aber ist es auch dann nicht besser, an Stelle von Datenschutz-Gesetzen lieber dafür zu sorgen, dass die gesellschaftliche Diffamierung zu Ende geht. Wie es ja in Deutschland zumindest formal bei homosexuellen Paaren gelungen zu sein scheint?

Denn eins dürfen wir nicht vergessen:

Es war schon schwer genug in der Papier-Welt Dinge geheim zu halten. Eigentlich ist das nur in „faschistoiden“ Systemen (und auch dort auch nur begrenzt) möglich. In der „Digitalisierten Welt“ ist Geheimhaltung aufgrund der technischen Grundanlage ganz einfach unmöglich. Und das finde ich gut so!

Wenn Ihr mir jetzt sagt, mein Artikel wäre utopisch, dann antworte ich, dass wir nur mit Utopien unsere Welt ein klein wenig besser machen können.

RMD

Anmerkung zum Thema Eigentum und Einkommen:
Sina Trinkwalder (@manomama) hat mal getwittert, dass sie der Meinung wäre, man sollte beim Jahreseinkommen den Teil über 200.000 € besteuern sollte und die Summe darunter nur so weit wie wirklich notwendig. Weil man von 200.000 € im Jahr sehr gut leben könne. Eine Meinung, die ich teile. Die aber einen kleinen Shit-Storm hervor gerufen hat. In meiner Einschätzung besonders von Menschen, für die ein Jahreseinkommen von 200 000 € lebenslang eine Illusion bleiben dürfte,

Roland Dürre
Sonntag, der 10. September 2017

Noch ein „Coming Out“ – #BTW2017

Eine zynische aber leider ernst-traurige Parteien-Parodie.

In zwei Wochen muss ich wieder zur Wahl gehen.

Vielleicht vor 50 Jahren.

Mein bürgerliches „Überich“ zwingt mich dazu. Meine ich doch, dass die Demokratie eindeutig eines der besseren politischen Systeme ist, auch wenn die unsere durch „Wahl-Marketing“, der Dominanz der Lobbys bei Gesetzgebung und Regierungsarbeit und einer Oligarchie der Parteien ganz schön pervertiert wurde und großen Schaden genommen hat.

😉 Außerdem bekommt ja die Partei, die ich wähle nicht nur meine Stimme sondern auch noch einen Euro vom Staat (wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind).

So bereite ich mich seit längerem auf den nächsten Wahlsonntag vor. Hier der aktuelle Stand meiner Bewertung, bei der ich nach dem Ausschluss-Verfahren vorgegangen bin:

Die große „Volks-Parteien“ CDU und CSU kann ich aus geschichtlichen Gründen nicht wählen. Beide haben die Wiederbewaffnung Deutschlands gegen den damaligen Willen des deutschen Volkes zu verantworten. Diese wurde durch ihren Protagonisten Adenauer gleich nach Ende des 2. Weltkriegs gezielt vorbereitet und so früh wie nur irgendwie möglich – ich würde sagen – kriminell durchgesetzt.
Damit wurde eine einmalige historische Chance vergeben, die Deutschland vielleicht als einziges Land hatte – aufgrund seiner erbärmlichen Geschichte im 20. Jahrhundert. Eine Folge der Gründung der „Bundeswehr“ war dann auch die drei Jahre später erfolgte Wiederaufrüstung der DDR durch den Aufbau der „Volksarmee“ – und schon standen sich zwei Deutsche Staaten bis an die Zähne bewaffnet an einer brutalen Grenze gegenüber.
Ohne die Wiederbewaffnung wäre auch das Wiederaufblühen der deutschen Waffen-Industrie nicht möglich gewesen. Ein weiteres Nebenergebnis war ein „Wehrpflicht“ genannter Zwangsdienst, der 18 Monate meines Lebens eingefordert hat.
Darüber hinaus haben die beiden „C-Parteien“ die politische und gesellschaftliche Prägung der Bundesrepublik bis heute zu einem opportunistischem und egoistischem Wohlstandssystem unterstützt. Der Schutz von Besitzstand wurde zum obersten gesellschaftlichem Wert. Darüber kann auch das „C“ im Namen nicht hinweg täuschen.
Der Staat wurde unter CDU geführten Regierungen zur Marionette der Industrie, Umweltzerstörung (Luft, Wasser, Boden, Natur) wurde gebilligt und sogar gefördert (!) wie der Krieg auf den Straßen. Das Bildungssystem bekam als oberste Aufgabe, Menschen zu Konsumenten zu machen und vorbereitend als Arbeitskräfte für die Industrie zu dressieren. Dir gesellschaftliche Solidarität wurde falsch verstandenen Freiheiten geopfert.
Parteien, die bis heute glauben, dass das alles richtig war, werde ich nicht wählen.

Die SPD wie die Grünen kann ich auch nicht mehr wählen, da sie nicht nur dies alles unterstützt haben sondern sogar den Einsatz der Bundeswehr im Ausland erst ermöglicht haben. Die Rot-Grüne Koalition hat damals ein Tabu gebrochen:
Die Bundeswehr wurde nicht mehr ausschließlich zur Verteidigung eingesetzt sondern „um Verantwortung in der Welt zu übernehmen“. So werden seither von der BRD nicht nur Waffen sondern auch Krieg exportiert.
Der polemische Reim „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten“ trifft leider bei geschichtlicher Betrachtung für die SPD nur zu schlimm zu. Da hilft mir mein sympathisches Ideal einer sozialen Demokratie auch nicht mehr.
Die Grünen habe sich in meiner Bewertung von einer idealistisch-moralischen Partei zu einer indoktrinierten Veranstaltung entwickelt – außerdem nehme ich wahr, dass die Veränderung von einer Partei in Opposition zur Regierungspartei dort in ganz schlechter Weise stattgefunden hat – Ideale wurden zu Hauf für Posten und Macht geopfert.

Die FDP mag ich nicht wählen. Die negativen historischen Verdienste kenne ich nicht so detailliert, weil die Partei mir nie besonders aufgefallen ist. In meiner Wahrnehmung war und ist die FDP aber eine Partei, die – abgesehen von wenigen Protagonisten – immer sehr opportunistisch agiert hat und vor allem als Klientel-Partei funktioniert hat. Und noch mehr Großspenden aus der Industrie bekommen hat als die anderen genannten Parteien. Außerdem: Menschen, die FREIHEIT fordern und propagieren aber nicht wissen, was Freiheit ist, die mag ich nicht unterstützen.

Dann schauen wir mal, welche Parteien es noch so gibt?

Erfolgreich ist zurzeit die AfD. Dass ich die nicht wählen mag und kann, das muss ich hier nicht begründen. Wie auch dass die NPD für mich nicht wählbar ist. Die NPD scheint ja glücklicher Weise nicht mehr relevant zu sein. Obwohl die oben genannten Parteien aus mir nicht einsichtigen Gründen immer wieder die NPD verbieten wollen und nicht die AfD.

Dann gucke ich mir die „Freien Wähler“ und die Freie Bürger Union (FBU) an. Laut Wikipedia bezeichnen sich mehrere Wählergruppen und eine Kleinpartei als „Freie Bürger Union“, die in verschiedenen deutschen Städten und Landkreisen vertreten sind. Regionaler Schwerpunkt der Gruppierungen ist Bayern. Und weiter: Die besteht aus bürgerlich-konservativ oder rechtsliberal orientierten örtlichen Kommunalpolitikern und -aktivisten, zum Teil ehemaligen Abgeordneten der CDU/CSU, die nicht mehr Mitglied ihrer Partei sind. Kann ich nicht wählen.
Die Freien Wähler möchten u.a. die kommunale Selbstverwaltung stärken. Als Grund für den Antritt zu Wahlen auf Landes- und Bundesebene wird unter anderem ausgeführt, dass die Landes- bzw. Bundespolitik die Eigenständigkeit der Kommunen „aushöhlt“. Die Partei tritt dagegen für eine eigene Finanzhoheit der Kommunen ein. Auf europäischer Ebene fordert die Partei, dass der Ausschuss der Regionen einen festen Platz im Parlament erhalten sollte. Kann ich auch nicht wählen.

Dann komme ich zu den Piraten. Laut Wikipedia sieht diese Partei sich als als Partei der Informationsgesellschaft und als Teil einer internationalen Bewegung zur Mitgestaltung des von ihr mit dem Terminus der „digitalen Revolution“ umschriebenen Wandels zur Informationsgesellschaft. Das hat mir gefallen, ich habe die Piraten auch schon mal gewählt. Ich empfand sie als Werte-Partei, die glücklicher Weise keine Programmatik hatte, sondern vor allem ihr Know-How zur Digitalisierung als Schwerpunkt einbringen will. Ich kannte auch ein paar Piraten-Mitglieder, die Freiberufler und Klein-Unternehmer waren. Da waren gute Typen dabei.
Dann haben die Piraten aber gemeint, ein Programm schreiben zu müssen und das agile Prinzip des freien Handelns nach bestem Erkenntnisstand aufzugeben. Für mich haben sie so ihre „agile Seele“ gegen erhofften Erfolg eingetauscht. Seitdem ging es (logischerweise) mit den Piraten abwärts – und für mich waren sie nicht mehr wählbar. Eigentlich schade.

Jetzt habe ich schon 10 (in Worten zehn) Parteien analysiert und kann keine davon wählen! Droht mir der Nichtwähler? Lasse ich meinen Wahl-Euro verfallen?
Noch ist es nicht so weit, denn es gibt ja noch ein paar Parteien mehr.

So finde ich Die Linke. Laut Wikipedia entstand die Linke (auch Linkspartei genannt)  durch Verschmelzung der SPD-Abspaltung WASG und der Linkspartei.PDS. Letztere ging im Juni 2005 durch Umbenennung aus der SED-Nachfolgepartei PDS hervor.
So leidet die Linke an einem Stigma, das sie bis heute nicht salonfähig macht. Es sollen auch noch überwiegend SED- und Stasi-Leute an Bord haben, was mir aber auch schon aus demographischen Gründen aber eher unwahrscheinlich erscheint. Wenn ich der Wahlomat-Typ wäre würde ich wahrscheinlich „die Linke“ wählen, denn lese ich das Programm der Linken, dann finde ich da schon viele Punkte, denen ich absolut zustimme.
Andererseits habe ich ein kleines und mühsam erworbenes Vermögen – und es gibt so eine historische Angst in mir, dass die Kommunisten an meine Milliönchen wollen. Wie sagt man? „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.“
Zu den Kälbern: Da gibt es übrigens einen Song, der allerdings gegen die AfD gerichtet ist – und nicht gegen die Linke. Ich möchte aber kein dummes Kalb sein. Andererseits – vielleicht doch ich doch die Linke wählen? Im Sinne von heutiger „demokratischer Redlichkeit“ – will heißen: Wähle die Partei, deren Programm dir am besten gefällt! So kann ich es nicht ausschließen, meine Stimme den Linken zu geben. Zwar ohne Begeisterung. Aber die ist mir schon lange abhanden gekommen.

Aber so weit bin ich noch nicht. Ich suche weiter. Auf dem Radweg nach Unterhaching entdecke ich ein Werbeplakat für „Die Grauen„. Ich denke an meine bescheidene Rente. Wenn ich nur die hätte, dann ging es mir ganz schön dreckig. Obwohl ich Jahrzehnte den Höchstbetrag eingezahlt habe.
Jedoch: Die Grauen haben den Slogan „Für alle Generationen“. Enttäuschung, die sind also gar nicht für uns Rentner. Das finde ich trotzdem schon mal gut, den ich habe Kinder und Enkel. Und denen soll es ja auch gut gehen.
Laut Wikipedia sehen sich „Die Grauen“ in der Tradition der in den 1970er von Trude Unruh gegründeten Bewegung Graue Panther. Im Gegensatz zu dieser sieht sich die Partei nicht als Seniorenpartei, sondern verfolgt einen Generationen übergreifenden politischen Ansatz, der auch im Namenszusatz zum Ausdruck kommen soll. In der Präambel ihres Partei-Programmes formuliert die Partei ihre Philosophie: „In einer sich immer schneller bewegenden, globalisierten Welt wollen die Grauen die Tatkraft der Jugend mit der Erfahrung der Älteren verbinden, um gemeinsam eine lebenswerte Gesellschaft zu formen.“ Das mag gut klingen. Mir sind das aber zu viele Buzzwords. Buzzwords mag ich nicht. So vergesse ich „Die Grauen“ auch gleich wieder.

Langsam verzweifle ich. Ein Dutzend Parteien habe ich gefunden – und nur eine davon erscheint mir eingeschränkt wählbar. Aber – wie sagt man: Man darf nicht aufgeben. Wenn man stürzt, dann muss man wieder aufstehen. Mund abwischen und weitermachen.

So radel ich weiter. Und siehe da, es strahlt mich ein Plakat mit einer besonderen Botschaft an:

Sei kein Horst!

Das verstehe ich sofort. So möchte ich auch nicht sein. Was der Herr Gesundheitsminister vormals allein in Berlin verbrochen und gezeugt hat, ist schon schlimm genug. Und jetzt ist er der König von Bayern.
Nur: Das Plakat ist von „Der Partei“. Laut Wikipedia ist DIE PARTEI „die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Apronym: Die PARTEI). Das ist eine 2004 von Redakteuren des Satiremagazins Titanic gegründete deutsche Kleinpartei mit parodistischem Charakter.“
Weiter können wir dort lesen: Die PARTEI erfüllt die juristischen Anforderungen des Parteiengesetzes, ihre Ernsthaftigkeit wird jedoch gelegentlich in Frage gestellt. Sie ahmt unter anderem Merkmale und Wahlkampfmethoden anderer Parteien nach und nimmt vereinzelt auch an deren Veranstaltungen teil.

Jetzt bin ich ja mehr der Leser vom POSTILLON, aber man sollte ja nie so engstirnig sein. „Die Partei“ wird auch als Satire-Partei bezeichnet. Bei Satire denke ich ans Kabarett. Und mir fallen sofort Menschen wie Bruno Jonas, Claus Wagner, Dieter Hildebrandt, Gerhard Polt, Jörg Hube, Josef Hader, Georg Schramm, Maximilian „Max“ Uthoff, Sigi Zimmerschied, Urban Priol (Pelzig) und Werner Schneyder ein. Nicht zu vergessen den von mir geliebten Hanns Dieter Hüsch. Alles Menschen, die ich häufig erlebt und zum Teil auch persönlich gekannt habe. Die mich alle überzeugt haben. Mit ihrer Empfindlichkeit, ihrem Scharfsinn und ihrer präzisen Logik. Ich bewundere, dass sie trotz allem ihren Humor bewahren konnten. Mit denen ich sehr schnell im redlichen Diskurs zusammen gekommen bin.
Auch die meisten der Kabarettisten, die ich nur vom Fernsehen oder einem Besuch ihrer Veranstaltungen kenne, haben mir gefallen. Insofern macht es vielleicht doch Sinn, eine „Satire-Partei“ zu wählen. Besonders wenn sich diese Partei als Partei für frustrierte Nicht-Wähler anbietet, die auch die Nichtwähler an die Wahl-Urne holen will?
Leider liegt aber auch über dieser Partei ein Schatten. So habe ich vor kurzem in Facebook einen sehr konstruktiven Diskurs verfolgt, der sich damit beschäftigt hat, ob man in Zeiten, in denen es gesellschaftlich abwärts geht und sich große Probleme am Horizont der Zukunft zeigen, also ob man es da verantworten kann, eine Satire-Partei zu wählen? Weil die Zeiten eben alles andere als lustig wären?
Ein ernst zu nehmendes Argument, wie ich finde. Aber vielleicht sollte man die Probleme mit ernstem Humor lösen? So habe ich neben „Der Linken“ endlich eine zweite Partei gefunden, der ich mein Kreuz und einen Euro schenken könnte.

Ich will aber mehr. So komme ich nicht weiter. Also drehe ich mein Denken um und frage mich, welche letzte relevante gesellschaftliche und von mir als positiv wahrgenommene Veränderung in Bayern von einer Partei eingeleitet wurde?

Die Antwort ist einfach – es war der Nichtraucherschutz. Der wurde in Bayern sogar auf der Wiesn eingeführt, was ja lange als absolut undenkbar schien. So kann ich mich dieses Jahr aufs gleichzeitig zur Wahl stattfindende Oktoberfest schon wieder so richtig freuen und werde am Abend des Wahltages dort mit Freunden in rauchfreier Luft zechen. Der Nichtraucherschutz wurde durch einen Volksentscheid „Nichtraucherschutz“ in Bayern am 4. Juli 2010 aufgrund des zuvor erfolgreichen Volksbegehrens „Für echten Nichtraucherschutz!“ abgehalten. Ziel des Volksbegehrens war die Änderung des bayerischen Gesetzes zum Schutz der Gesundheit (Gesundheitsschutzgesetz, GSG), durch welches schließlich ein Rauchverbot in der Gastronomie ohne Ausnahmen eingeführt wurde. Gegen das die C-Partei war, weil es die ganze bayerische Gastronomie ruinieren würde.
Initiiert wurde es von Sebastian Frankenberger und der ÖDP.
Oh, die ÖDP hatten wir in unserer Parteibesprechung ja noch gar nicht. Die haben ein Programm, das mir eigentlich auch sehr entspricht. Allerdings habe ich ein wenig den klammheimlichen Verdacht, dass in dieser Partei doch viel protestantische Genügsamkeit und katholisches Gefrömmel drin sein könnte. Wenn jedoch die Ziele stimmen und ich nicht katholisch gemacht werden soll …

So habe ich jetzt drei Parteien gefunden, die für mich für wählbar halte: Die Linke, die Partei und die ÖDP. In den nächsten drei Wochen werde ich mich da noch ein wenig informieren und Gedanken machen – und mich entscheiden. Weiß ich ja, dass Entscheidung immer unter Unsicherheit erfolgt.

Und jetzt hat es sich fürs erste mal wieder „aus-geouted“.

RMD

P.S.
Heute beim Heimradeln habe ich am S-Bahnhof in Ottobrunn ein Plakat der DKP gesehen. Da stand drauf „Löhne rauf, Rüstung runter“. Klingt ja auch zuerst mal vernünftig und naheliegend. Aber DKP wählen? Wäre auch irgendwie „strange“?

Roland Dürre
Mittwoch, der 23. August 2017

Warum wir Christophine brauchen! (II)

Das habe ich am 12. Juli geschrieben. Ein paar Tage nach dem ich als mittlerweile 67-jähriger wieder mal zur Grundschule gehen durfte. Und zwar in der Christophine. Und ich bin so froh, dass ich zu diesem Artikel so viel Zuspruch bekommen habe.

So erlebe ich, dass ich mit meiner Kritik an der Art und Weise, wie Kinder weltweit „erzogen“ und „gebildet“ werden nicht alleine stehe. Denn bei Schule geht meistens ums „dressieren“ und „formatieren“ eine jungen Menschen – und dabei bleibt der Respekt vor dem Kinde auf der Strecke.

Wie man mit Kindern respektvoll umgeht und ihnen den Raum gibt, selbst gesteuert und motiviert zu lernen und zu erleben, das ist genau das, was ich am 23. Juni in Marbach am Neckar erleben durfte. Hier mein Bericht:

Ich war an diesem Freitag einen halben Tag Teil der Klasse. Als nervöser neuer Schüler war ich natürlich ganz früh da. Und konnte mich freuen, wie die Schüler und Schülerinnen der Reihe nach eintrudelten. Es waren lauter gut gelaunte und fröhliche Kinder – die sich offensichtlich freuten, in der Schule angekommen zu sein.

Sobald die Klasse komplett war, wurde gemeinsam ein Lied gesungen. Das Lied bestand aus einer Begrüßung in vielen Sprachen – gemeinsam haben wir uns beim Singen auf den Tag gefreut.

Nach dem Lied gehörte an diesem Freitag die erste Runde den Kindern. Sie berichteten von einem Erlebnis, das ihnen wichtig war. Eines der Kinder war der Moderator der Runde – jeden Tag übernimmt diese Aufgabe ein anderes Kind.

Erzähler zu Erzähler ging eine gebastelte Pappkiste – die auf der einen Seite eine grüne und auf der anderen eine rote Scheibe hatte. Solange ein Kind sprach, dann zeigte den Zuhörern die rote Seite (Bitte seid still und hört mir zu!). Wenn es dann fertig war und Fragen erlaubte, drehte es die Schachtel um zeigte die grüne Seite (Jetzt dürft Ihr fragen und kommentieren!).

Es war toll, wie wohltuend kurz sowohl die Berichte wie dann auch die Fragen und Antworten waren. Wie die Kinder sich gegenseitig konzentriert zuhörten und ausreden ließen. Ich musste an das brutale Chaos denken, dass ich so oft bei so vielen Erwachsenen-Besprechungen (Meetings mit ganz wichtigen Leuten) erlebt habe …

Die zweite Runde gehörte der Arbeitsplanung. Die Kinder überlegten sich, mit welchen Tätigkeiten sie den weiteren Vormittag verbringen wollten. Ich war verblüfft, welch hohes Maß an Motivation die Kinder einbrachten und wie realistisch sie ihr eigenes Können bewertet und danach ihr Tätigkeiten ausgerichtet haben.

An der Christophine gibt keinen Sitz-Zwang. Deswegen tragen die Kinder leises Schuhwerk, damit sie die anderen Kinder nicht bei der Arbeit stören. Denn das ist ein wichtiges Recht, dass man auch einfordern darf (Bitte störe mich nicht bei meiner Arbeit!). Man arbeitet in Gruppen oder alleine – so wie es Sinn macht. Und wenn das Wetter passt geht es auch im Freien.

Mir ist aufgefallen, dass es in der Christophine eine Ordnung gibt, die für alle da ist. Die nicht als Zwang empfunden wurde, sondern eine gelingende Sozialität ermöglicht. Und die nicht Selbstzweck ist, sondern nur einen Rahmen gibt für einen vernünftigen Umgang mit sich selber und in der Gemeinschaft mit den anderen.

Die Sprache in der Schule war voller gegenseitigem Respekt – und wie ich sagen würde „alterozentriert“. Die Kinder können zu hören, waren in der Lage andere ausreden zu lassen und auf die Anliegen des Anderen einzugehen. Das ist so selten bei den Erwachsenen. So habe in dieser Schule ein erstaunliches Maß von redlicher und gewaltfreier Kommunikation zwischen Kindern erlebt! Ein „Aufeinander-Eingehen“, wie ich es im Erwachsenen-Leben nur selten wahr nehme.

Natürlich gab es auch einen Konflikt. Die wurde aber nicht von den Lehrern platt gemacht und herunter gebügelt. Die Streihähne (eins davon war ein Huhn) wurden angeleitet, vernünftig mit dieser Konfliktsituation umzugehen. Und wie es schwierig wurde, durften sich die jungen Kontrahenten zurück ziehen und ihr Problem unter vier Augen besprechen. Und spätestens als sie zum nahe gelegenen Dorfbrunnen gingen und ihre Hände ins Wasser gehalten haben, war der Konflikt bewältigt.

Und immer, wenn ich an die oft erlebte Erwachsenen-Welt denken musste, dann kamen mir die Tränen. Ja, der Rupert Lay hatte schon Recht, wenn er sagte, dass Kinder weise Wesen wären. Und wir, die Eltern und Lehrer, ihre Weisheit auf dem Altar der Erziehung opfern würden.

Und ich glaube auch, dass es durchaus Fortschritte gibt, wie z.B. in der Montessori Schule. Aber das ist mir zu wenig. Was wir brauchen sind doch viele freie und selbst organisierte Schulen mit einem zeitgemäßen Konzept. Ohne Indoktrination und zentrale Vorgaben.

Jetzt genieße ich die Sonne Griechenlands. Und überlege, was ich für die Christophine tun kann.

In meinem aktuellem Leben versuche ich meinen eigenen Frieden zu finden und meine Liebe zu mehren. Weil das die Voraussetzung für alles andere ist. Ich verbringe viel Zeit damit, Mentés (im Studium und beim Berufsstart) und jungen Unternehmern (geschäftlich beim Start-Up) zu helfen. Damit sie in ihrem Leben erfolgreicher und glücklicher werden.

Junge Müttern unterstütze ich bei ihrem beruflichen Wiedereinstieg, in dem ich Ihnen helfe einen „alternativen CV“ zu schreiben (Das was sie können und tun möchten beschreiben an Stelle das, was sie getan haben).

Mit Freunden habe ich Barcamps wie PM-Camp und ähnliche Veranstaltungen ins Leben gerufen, um „Neues Denken“ und „Muster Brechen“ populär zu machen. Ich vernetze laufend Menschen ganz allgemein, damit sie gemeinsam stärker und größer werden. Und versuche eine sinnlose Mobilität vorzuleben und meinen Wunsch nach Frieden Ausdruck zu verleihen.

Und manches davon scheint sogar ganz gut zu klappen. Das macht mich durchaus selber ein wenig glücklicher.

Aber wäre es nicht sinnvoller, meine Zeit und Kraft vor allem für die ganz Kleinen und Schwachen zu investieren? Unseren Kindern und Enkeln. Denen es nach meiner Meinung jedes Jahr ein wenig dreckiger geht, weil sie immer mehr wegen vermeintlicher Sachzwängen ihrer Freiheit beraubt und indoktriniert und werden. Damit sie brave Bürger und Konsumenten werden.

Unsere Gesellschaft meint es ja immer so gut, macht es aber dann gnadenlos schlecht. Leider sind unsere Kinder das beste Beispiel dafür. Sollte deswegen es nicht mein Hauptziel werden, für die Kinder zu wirken? Dass diese nicht klein sondern groß gemacht werden? Und sie als freie und autonome Menschen die bestmöglichen Voraussetzungen haben ein gelingendes Leben zu führen?

Also ganz typische Gedanken, wie ich man sie halt in einer wunderschönen Auszeit so hat.

RMD

P.S.
Die „Marbacher Pädagogik“ von Lorenz Obleser halte ich für so etwas wie das von mir geforderte zeitgemäße Konzept. Ich werde versuchen, im Artikel „Christophine III“ auch hier im IF-Blog dann gemeinsam mit ihm und weitern Protagonisten der Christophine dazu etwas zu formulieren.

Roland Dürre
Donnerstag, der 20. Juli 2017

Ein Tag mit der Liebe …

Genau vor einem Monat bin ich 67 Jahre alt geworden. Ich hab nur wenig Geschenke bekommen, weil meine Freunde akzeptieren, dass ich schon alles besitze und nichts mehr brauche. Und für sinnlose Gimmicks so gar nichts übrig hab. Dafür bin ich ihnen dankbar.

🙂 Glücklicherweise macht der eine oder andere dann doch mal eine Ausnahme und bricht diese Regel. Auch diesen Menschen bin ich sehr dankbar. So hat mir der Paul das Buch geschenkt:

Ein Tag mit der Liebe von Moshen Charifi 

Das war gut, denn oft habe ich den Eindruck, dass ich in diese Welt hinein mit vielen Augen geboren wurde. Mit diesen Augen habe ich so vieles gesehen und erlebt.

Leider schlossen sich im Laufe meines Lebens immer mehr meiner Augen, sei es bedingt durch meine Sozialisierung im Elternhaus, in der Schule oder warum auch immer.

Seitdem ich älter werde, habe ich den Eindruck, dass das Leben einen Teil meiner Augen wieder geöffnet hat, ein Prozess, den man vielleicht auch „Lernen“ nennen könnte. Und so glaube ich, dass „Lernen“ ein wenig auch als Synonym für „Leben“ steht.

Um es kurz zu machen, ich habe besagtes Buch erst zur Hälfte gelesen und nehme wahr, dass die Lektüre mir wieder „eine ganze Reihe meiner verschlossenen Augen geöffnet hat“. Und mich so wieder ein wenig glücklicher gemacht hat.

Der Inhalt des Buches ist ganz banal und hat es aber so richtig in sich.

So machen sich an einem wunderschönen Sommertag „LIEBE“ und „VERLIEBTHEIT“ zu einem Spaziergang auf. „Verliebtheit“ möchte von „LIEBE“ lernen und „LIEBE“ – die früher auch mal „VERLIEBTHEIT“ war, teilt ihr Wissen gerne mit „Verliebtheit“.

Auf ihrer Wanderung durch den wunderschönen Sommer führen die beiden einen Dialog, in dem es um Liebe geht. Die erfahrene „LIEBE“ unterstützt „VERLIEBTHEIT“ auf ihrer Suche danach.

Dieser Dialog wird zu einer einzigen wunderschönen und großen Metapher, die mir geholfen hat, ein wenig ruhiger und glücklicher zu leben.

🙂 Fast hätte ich geschrieben, ein wenig mehr zur Liebe zu finden. Dieser Anspruch ist mir aber zu mächtig und ich weiß noch nicht, ob ich schon so weit bin (oder jemals so weit sein werde).

Der Dialog zwischen „LIEBE“ und „VERLIEBTHEIT“ ist nur so gespickt von kleinen aber wunderbaren Erkenntnissen. So entschuldigt „Verliebtheit“ eine ihrer Schwächen damit, dass sie „nicht ihr Gesicht verlieren will“.

Die Antwort von „LIEBE““ – jetzt in meinen Worten – jedoch ist, dass man „das Gesicht nicht verlieren kann, sondern nur die Maske, die es maskiert“. In der Tat habe ich viele Masken, und bin immer wieder froh, wenn es mir gelingt eine davon „zu verlieren.

Das ist aber nur ein Beispiel von sehr vielen schönen Erkenntnissen, die Teil der Metapher sind.

Auffällig und besonders schön ist für mich die besondere Qualität des Dialogs zwischen „VERLIEBTHEIT“ und „LIEBE“. Es ist ein Musterbeispiel für eine friedvolle Kommunikation. Selten habe ich so schön erlebt und verstanden, was gewaltfreie Kommunikation sein könnte.

Es hat mich berührt, wie „LIEBE“ immer wieder versucht, ihre Erfahrung und ihr Wissen in nicht „belehrender“ Form an „Verliebtheit“ weiter zu geben. Ohne jede Form von Überheblichkeit oder Anmaßung. Wie es „LIEBE“ gelingt, auf „VERLIEBTHEIT“ einzugehen. Und absolut vermeidet, mit ihrer Überlegenheit „VERLIEBTHEIT“ zu verletzen und so kleiner zu machen.

Und genauso schön ist es, wie „VERLIEBTHEIT“ darauf eingeht, wohlüberlegt antwortet und kluge Fragen stellt. Und „LIEBE“ präzise auf diese Fragen eingeht.

Selten habe ich so –  ohne jede theoretische Belehrung – verstanden, was Achtsamkeit in der Kommunikation bedeutet.

Jetzt werde ich es dem Paul nach machen und dieses Buch auch ein paar Menschen schenken.

RMD

P.S.
Schade finde ich nur, dass ich den Autor – Moshen Charifi – nie kennen lernen durfte. Aber wer weiß, vielleicht passiert das auch noch einmal!