Hans Bonfigt
Donnerstag, der 2. Februar 2017

Entschuldigung eines alten Sozialdemokraten

Franz-Josef Degenhardt!

Mir ist entgangen, daß der Roland etwas bei „Youtube“ vermißt hatte und lege zum Thema „Gruselclowns der SPD“ pflichtschuldigst nach:

(LINK: https://www.youtube.com/watch?v=jasTU_ZnwwA)

Und weil’s so schön ist;

http://www.heute-show.de/zdf/artikel/136826/ihr-solltet-erst-mal-das-bild-vorm-metzger-sehen.html

Roland Dürre
Freitag, der 7. Oktober 2016

FRIEDEN – JA ICH WILL!

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Vor kurzem bin ich erschrocken. Ein Freund hat mir berichtet, dass er gehört hätte, dass ich aus dem Projekt FRIEDEN ausgestiegen bin. Ob das so richtig wäre?

Irgendwie habe ich mich da wohl im letzten Artikel ein wenig missverständlich ausgedrückt. Das Gegenteil ist richtig und mir wichtig!

Ich bin und bleibe FRIEDEN treu und möchte ab jetzt noch mehr für FRIEDEN tun als je zuvor.

In den letzten Wochen habe ich aber unheimlich viel dazugelernt.

So glaube ich nicht mehr an ein „Projekt FRIEDEN“. Der Begriff „Projekt“ impliziert „Managen“ und zwar im schlechtesten Sinne des Wortes. Und dazu habe ich tatsächlich NULL BOCK! Auch habe ich verstanden, dass man FRIEDEN nicht „herbei-managen“ oder einfach mal „so machen“ kann. Wie auch ein „Feldzug für FRIEDEN“ Quatsch ist. Gerne weise ich da auch auf die vielleicht zynische aber treffende Anmerkung meines Freundes Dr. Jörg Rothermel zu meinem Artikel hin:
„Da gab’s doch den Sponti-Spruch „Fighting for peace is like fucking for virginity“ …“
(Ergänzung von Dr. Jörg Rothermel auf Facebook).
 😛 Was für eine schöne Metapher aus den 60iger Jahren.

Aebby (Eberhard Huber) hat in seinem Kommentar vorgeschlagen, an Stelle von „Projekt“ den Begriff „Unternehmung“ zu verwenden. Damit kann ich gut leben, besonders wenn mit „Unternehmung FRIEDEN“ die Summe des individuellen Wirkens vieler Menschen gemeint ist, die ihr eigenes  „Unternehmen FRIEDEN“ starten und „in FRIEDEN leben“ wollen.

Das heißt, ich konzentriere mich jetzt zuerst mal mit voller Kraft auf mein eigenes Leben. Ich habe beschlossen, Negatives nicht mehr an mich heran und in mich hinein zu lassen. Denn je mehr Dinge ich mache, die mich frustrieren, desto mehr Frust sammele ich auf und mir scheint es unvermeidlich, dass der dann auch wieder aus mir heraus kommt – als irgendwie geartete Feindseligkeit, die dann anderen Menschen Frust bereitet. Und ich meine „in FRIEDEN zu leben“ heißt zu aller erst mal, nicht weiter Frust in sich aufzusammeln und diesen notgedrungen weiterzugeben.

Viele Jahrzehnte meines Lebens habe ich gemeint, dass dies nicht vermeidbar wäre. Dass man immer wieder „Kröten schlucken“ und sogar gegen seine eigenen Werte und Bedürfnisse handeln müsse, um zum Beispiel Konsens zu erzielen. Dass dies unvermeidbarer Teil meines Lebens privat wie „geschäftlich“ wäre.

Jetzt nehme ich wahr, dass ich sehr wohl vermeiden kann, Negatives in mich aufzunehmen, dass ich dann auch wieder ausspeien muss, einfach um selbst nicht Schaden zu nehmen. Auch das ist letzen Endes bei mir nur eine Frage des Mutes.

Freilich muss ich mit fest gewordenen Mustern und Gewohnheiten brechen und vieles ändern. Besonders bei mir. Meine ersten Erfahrungen auf diesem Wege sind glücklicher Weise in meiner Wahrnehmung sensationell positiv. So werde ich es weiter üben.

Das alles habe ich auch in vielen Gesprächen besonders (aber nicht nur) mit Jolly gelernt. Und es macht mich glücklich.

So ist meine alte und neue Botschaft:

Wenn Menschen in FRIEDEN leben wollen und zum Beispiel Botschaften senden wollen, die für FRIEDEN werben, dann mache ich mit. Wenn die Carmen vor hat, einen ultimativen Film „FRIEDEN“ zu drehen, dann bin ich natürlich dabei. Wie ich auch gerne mit Gudrun zusammen wirke, wenn sie auf Ihre Art und Weise FRIEDEN (vor-)lebt.

Das gilt auch für den Aebby, der in schöner Multidimensionalität so viel bewegt, wie für den Wolf, der FRIEDEN in sein großes und schönes Medien-/Internet-Werk immer wieder wesentlich einbettet und natürlich genauso für den Daniel, wenn er für FRIEDEN zeichnet. Und soweit möglich für alle, die FRIEDEN wollen, soweit es mir Freude macht und meine Kraft reicht.

Und besonders gerne lerne ich weiter in den wunderbaren und so wichtigen Dialogen mit Euch und gerade mit Jolly zum Thema FRIEDEN dazu.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 6. Juli 2016

Projekt FRIEDEN.

Immer wieder werde ich gefragt, was es denn eigentlich mit unserem Projekt FRIEDEN auf sich hat. Ich antworte dann so (oder so ähnlich):

 


 

 

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren das verbreitete Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren das verbreitete Symbol der westeuropäischen, vor allem aber der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Danke für die Nachfrage!

FRIEDEN ist für mich das wichtigste Gut, denn FRIEDEN ist die Voraussetzung für alles andere. So will ich dem Projekt FRIEDEN in der mir verbleibenden Lebenszeit höchste Priorität einräumen.

Es geht dabei darum, endlich FRIEDEN zu schaffen. Ganz einfach weil es an der Zeit ist.
Die Menschheit hat schon so viel erreicht,
warum soll ihr nicht auch das gelingen?

Und: Wer für FRIEDEN ist,
der muss sich nicht rechtfertigen!

Das Ziel von Projekt FRIEDEN
ist, dass immer mehr Menschen
willens und fähig werden mit
sich selber, mit unser aller
(Um-)Welt
und im miteinander
in FRIEDEN zu leben.

Das ist eine notwendige und vielleicht sogar die hinreichende Bedingung fürs Glücklich-Sein. Wir wollen unser Ziel ohne Dogmatik und Moral verfolgen und absolut neutral bleiben. Wir werden es nicht wie Greenpeace oder Amnesty International machen und auf Propaganda und Aktionen setzen, die wir mit eingesammeltem Geld finanzieren.

Frei und unabhängig, nur durch Inspirieren und Impulse-Geben, ganz behutsam, in allen Punkten neutral und mit Respekt vor den „Anderen“ werden wir Freunde und „Freundesfreunde“ gewinnen, die auch FRIEDEN wollen. Quasi durch ein „Schneeballsystem“ viele Gleichgesinnte erreichen und so ein wenig mehr FRIEDEN bewirken.

Hier findet Ihr ein paar Artikel übers Projekt FRIEDEN. Auch den Hinweis auf zwei Videos von Jolly und mir. Jollys Video kann ich besonders empfehlen. Es lohnt sich wirklich, wenn Ihr Euch eine Stunde Zeit nehmt und es mit Freunden, Euren Kindern und Partnern – bei einem Glas Wein anschaut.

Alles Liebe!

Roland

 


 

Also mitmachen und Frieden schaffen! Danke!

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 23. April 2016

Neue Barcamps braucht das Land!

Jetzt weiß ich, warum meine Begeisterung für Barcamps nachlässt …

PM_BannerDiese Woche war ich beim ersten (!) Barcamp eingeladen, das einer der ganz großen deutschen Weltkonzerne in seinem Unternehmen veranstaltete. Die „Unkonferenz“ galt als Experiment und hatte als Thema eines der modernen „Führungsprinzipien“.

Man wollte mal etwas Neues ausprobieren und hat dazu zirka 50 interne Mitarbeiter und ein paar externe eingeladen (einer davon war ja ich). Die Mitarbeiter aus dem Konzern waren fast alles junge „high potentials“, darunter viele persönliche Assistent*innen von Vorständen bzw. Bereichs- oder Produktverantwortlichen.

Von den Freiheitsgraden war das Barcamp ein wenig eingeschränkt. So wurde das „Prinzip der Füße“ und die Rollen der „Schmetterlinge und Bienen“ bewusst nicht formuliert. Ich habe nachgefragt, die Veranstalter waren in der Sorge – nach meiner Meinung zu unrecht, dass es dann dass doch zu viel der Innovation sein könne.

Aber: Die Veranstaltung war wahnsinnig gut.

Ich hatte den Eindruck, dass nach kurzer Skepsis alle Teilnehmer richtig begeistert mit gemacht haben. Und dass es für alle eine tolle Geschichte war. Kein einziger der Teilnehmer hatte sich explizit mit einem Vortrag oder ähnlichem vorbereitet! So haben alle Sessionsgeber nach kurzem Nachdenken spontan ihre Probleme, Sorgen und auch Erlebnisse formuliert. Und das kam an – so wurde in allen Sessions immer an Themen gearbeitet, die wohl brennend wichtig und sehr spannend waren.

Ich habe auch wieder mal viel gelernt und war froh, dabei gewesen zu sein. Besonders habe ich viel besser verstanden, wie große Konzerne heute betreffend Führung und Management ticken. Als Wissens-Beifang wurde mir auch bewusst, dass es tatsächlich in der Regel nicht mehr darum geht, Produkte zu kreieren, die den Kunden nutzen. Denn als erstes geht es um die Bewertung, ob es im Markt noch Bereiche gibt, die unterversorgt sind („produktfreie“ Lücken), von denen jedoch eine Mehrheit der befragten Menschen glaubt, das man so etwas brauchen kann.

Wenn diese Bedingung erfüllt ist, dann geht es nur noch darum, ob es eine gute Marketing-Strategie und ein Vermarktungs-Konzept gibt, dass wesentliche Skalierung und gute Profitabilität (Herstellungskosten / durchsetzbarer Preis) ermöglicht. Dass der Nutzen eines Produkts bei der kreativen Planung so gar keine Rolle mehr spielt, hat mich dann doch ein wenig entsetzt.

Eine (indirekte und) für mich persönlich wichtige Erkenntnis war aber (und deswegen schreibe ich hier), dass mir auf diesem „Konzern-Barcamp“ klar wurde, warum ich immer barcamp-müder werde:

Je länger es ein barcamp gibt, desto mehr Menschen kommen mit vorbereiteten Themen und formulieren nicht mehr spontan und/oder im Kontext des Geschehens ihre Anliegen.

pmcamp3Diese Tendenz sehe ich leider auch immer mehr bei meinen ehemals so richtig geliebten PM-Camps, denen ich bisher immer treu die Stange gehalten habe. Und bin dann mittlerweile am meisten im Kaffeeraum und rede mit den vielen tollen Menschen, die da immer da sind. Auch meine ich bei anderen barcamps zu sehen, dass jedes Jahr die „konfektionierten“ Sessions immer mehr werden und so die Unkonferenz sich nur noch aufgrund ihrer Format-bedingten Freiheit ein wenig von einer guten klassischen Konferenz unterscheidet.

Ein Lösungsansatz könnte so sein:
a) Deutlich zu kommunizieren, dass es besser ist, wenn wir auf barcamps wieder den Moment wirken lassen und sich ausschließlich spontan und aus der eigenen und gemeinsamen Erkenntnis-Situation heraus Sessions anbietet und
b) Die Planungsphasen iterativer und „gemeinsamer“ zu gestalten
(also am Morgen nur die Sessions für den Vormittag festlegen, dann im Forum kurz zu reflektieren, was passiert ist und wie man das am Besten fortsetzen kann).

Die immer wiederkehrende Gradwanderung zwischen individuell (allein) und kollektiv (gemeinsam)  und zwischen agil und im voraus geplant ist sicher nicht einfach hinzukriegen. Aber wir müssen es immer wieder versuchen.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 7. August 2015

Rache & Hass

Gedanken zu den beiden Artikel hier im IF-Blog von Klaus Hnilica „Nur Verzeihen befreit“ und „Rache gibt Kraft“.

Schwarz Hass RacheDer Hass ist der hässliche Bruder der Rache. Denn Hass und Rache sind ein düsteres Geschwisterpaar, die sich gegenseitig an ihrem negativen Wirken erfreuen und hoch schaukeln.

Sie gehören zusammen – Rache verursacht Hass und Hass verlangt nach Rache.

Leicht heißt es dann: „Solange … ist Haß mein Amt und meine Tugend Rache!“ – so wie es in Kleists Hermannsschlacht klingt.

Gemeinsam generiert das schwarze Paar so einen ewigen und sich oft selbst verstärkenden Kreislauf des Unglücks – dies dann oft noch unter dem Deckmantel einer entarteten Moral.

Der Wunsch nach Rache mag verständlich erscheinen. Erhofft man sich doch, den eigenen Schmerz dadurch zu kompensieren, dass man dem Gehassten den gleichen oder einen noch schlimmeren Schmerz zufügt.

Der Hass an sich ist aber ein echtes Paradoxon. Wenn ich jemand hasse, dann möchte ich diesem schaden. Nur ist der Effekt meines Hasses ein ganz anderer. Denn dem, den ich hasse, geht es genauso gut mit wie ohne meinen Hass. Der gegen einen dritten gerichtete Hass zerstört nur mich, er wendet sich gegen mich und bewirkt, dass es mir noch schlechter geht. Die gehasste Person dagegen könnte sich sogar noch an meinem Hass erfreuen, weil ich mich dadurch selber ruiniere.

Besonders absurd wird Hass, wenn er sich in die Vergangenheit richtet. Wenn also der Hass sich gegen eine Person richtet, die für mich in Raum und Zeit unerreichbar ist und die vielleicht von meiner Existenz gar nicht weiß. Wenn die Person zum Beispiel schon tot ist. Dann wird der Hass zur ausschließlichen Selbstvernichtung. Und im letzteren Fall sollten wir über das Stadium der Blutrache doch auch schon hinaus sein.

Der Schluss ist ganz einfach:
Am besten lasse ich den Hass gar nicht in mein Herz und Leben eindringen – dann gebraucht es auch keiner Rache. Und auch die Kraft zum Verzeihen kann ich mir dann sparen. Denn ich brauche die Verzeihung nicht mehr, um meinen Hass zu besiegen.

Die andere Seite des Verzeihen, die heißt dem „Feind“ zu helfen, dass er sich von seinen Schuldgefühlen entlasten kann, wenn die denn vorhanden sind, kann ich dann ganz bewußt einsetzen.

Und werde ab und zu und dann mit innerem Schmunzeln aufs externe Verzeihen verzichten. Warum soll ich jemanden verzeihen, den ich nicht mag – wenn ich mit mir selber im reinen bin und über den Verletzungen stehe, die ich erlitten habe? Die zum Teil doch auch nur in meinem Kopf stattgefunden haben? Innerlich habe ich ja schon verziehen, denn ich hasse ja nicht mehr.

So gesehen ist Nicht-Hassen ein erstrebenswertes Ziel, das gelernt und geübt sein will und wohl und das wohl nur „die Weisen“ und „die Besten“ erreichen. Das viel mit Souveranität zu tun hat. Und die zu gewinnen ist eben nicht so einfach.

Lieben Dank an Klaus für seine beiden schönen Artikel.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 23. Juli 2015

Ada Lovelace und Unschooling?

Hier meine Hinführung zum Vortrag „Lernen in Innovation“ von Bruno Gantenbein (bei InterFace AG in Unterhaching am 24. Juli 2015, 18:00, zur Einladung), wie ich sie heute Abend halten möchte. Ich versuche, die Person von ADA LOVELACE, den Begriff des „unschooling“ und das Thema „Projekt-Management“ zu verbinden.

Ada Lovelace 1836, Gemälde von Margaret Sarah Carpenter (1793–1872)

Ada Lovelace 1836,
Gemälde von Margaret Sarah Carpenter (1793–1872)

ADA LOVELACE war eine sehr widersprüchliche Frau, die in meiner Wahrnehmung ein sehr bewegtes – ein erfolgreiches wie auch sehr verzweifeltes – Leben geführt hat. Bei der Beschäftigung mit ihrer Person hat schon die Lektüre ihres Artikels in Wikipedia bei mir eine Reihe von Assoziationen ausgelöst.

Wenn wir es in unserem Handwerk zur Meisterschaft bringen wollen, müssen wir uns in der „best practice“ großer Meister üben und die in „design pattern“ kondensierten Erfahrungen der Menschheit nutzen. Bis wir an einem Punkt kommen, wo es nicht weitergeht – und an dem wir uns vom Gelernten verabschieden müssen. Dann heißt es aufzubegehren und „die Dinge“ sowie das „Das macht man so!“ in Frage zu stellen.

Lernen heißt Muster zu verstehen und zu erfahren, an denen wir uns festhalten können. Lernen in Innovation aber verlangt das Brechen von Mustern. Das Brechen von Mustern und das Entwickeln neuer Muster führt zu kreativer Zerstörung. So zwingt uns das Leben in sozialer Gemeinschaft dazu, den anhaltenden Spagat zwischen individuellem Bedürfnis und kollektiver Vorgabe auszuhalten. Schöner wäre es natürlich wenn wir diese Spannkraft  zur Entfaltung unseres eigenen Lebens nutzen könnten.

Wir alle lieben das formatierte Leben, weil es sicher und bequem ist. Wir sind bereit, uns der Moral zu unterwerfen, weil wir gut sein wollen. Andererseits sehnen wir uns nach Freiheit und Neuem. Weil wir wissen und fühlen, dass eine moralisierte Gesellschaft uns genau die Freiheit nimmt und uns einengt und klein macht.

Das scheint mir in unserer Konsumgesellschaft noch schwieriger zu werden, versucht doch die Welt (Gesellschaft und Wirtschaft) mit Marketing uns  klar zu machen, wie wir uns individualisieren sollen. Das heißt, dass kollektive Manipulation versucht unsere individuellen Bedürfnisse vorzugeben.

So ist es im privaten Leben wie im beruflichen (wenn diese Unterscheidung in einer entwickelten Gesellschaft überhaupt noch zulässig ist). In den sozialen Gemeinschaften unsere privaten Lebens „lavieren“ wir permanent zwischen diesen oft paradoxen Positionen. Und genauso in unserem Berufsleben. Denn auch das Unternehmen, in dem wir „arbeiten“ ist ein soziales System, das halt einen ökonomischen Zweck hat und uns natürlich manipulieren will. Durch Führung. Aber Führung baut auf Kommunikation auf und Kommunikation ist auch wieder nur ein Kombination von Zuhören und Reden.

Selten habe ich den Konflikt zwischen autonomer Selbstbestimmung und Fremdsteuerung so intensiv erlebt wie bei der Lektüre der Biographie der großen Mathematikern. Mir fällt da im Moment nur noch Nietzsche ein, der knapp 30 Jahre nach ADA LOVELACE geboren wurde!

Ich meine:
Wir können nur „gute“ Projektleiter, Manager, Führungskräfte – und Menschen sein, wenn uns die wichtigen Projekte gelingen. Das wichtigste Projekt eines jeden Menschen ist sein eigenes Leben. Das muss als erstes Gelingen, erst dann macht es Sinn, sich in fremdes Leben einmischen.

Das eigene Leben kann aber nur gelingen, wenn wir bereit sind, uns auf die wichtigen Dinge zu besinnen und unsere dem Leben abträgliche Gewohnheiten zu ändern. So muss ich willens und fähig sein, mein eigenes Leben autonom zu entfalten und dort in Ordnung zu bringen, wo es nicht passt.

Ich habe mir da zum Beispiel auch meine Mobilität herausgesucht. Und versuche schädliche Art von Mobilität zu meiden, soweit dies nur möglich ist.

Weil ich mir ganz einfach die Frage stelle: Wie will ich in der Lage sein, mein Leben verantwortet zu führen, wenn ich das bei der Mobilität, für die ich so viel Zeit ausgebe, nicht schaffe? Also muss ich mich und mein Verhalten ändern. Verhalten beruht auf Gewohnheit, die eingeübt sit und die zu verändern so nur durch üben geht. Und beim üben muss ich vor allem lernen, störende Fremdsteuerung ausschalten.

Soweit meine Assoziationen zum zerrissenen Leben der ADA LOVELACE.

Beim folgenden Vortrag von Bruno Gantenbein empfehle ich, auf Parallelen zum eigenen Leben zu achten.

RMD

P.S.
Noch sind Plätze frei. Und das Bild von Lady Lovelace ist aus Wikipedia.

Roland Dürre
Dienstag, der 14. Juli 2015

Vom PM-Camp über BGM zu John Izzo…

Etwas Schönes in meinem gegenwärtigen Leben ist, dass ich immer häufiger Menschen kennen lerne, mit denen ich mich verstehe. So gewinne ich laufend weitere Freunde, von und mit denen ich immer wesentliches Neues lerne.

Hier ein Beispiel: 2011 hatten wir das erste PM-Camp in Dornbirn. Es war ein Riesenereignis! Für mich und wie ich glaube auch für alle anderen, die dabei waren. Den erhaltenen Rückmeldungen folgen sind (fast) alle Menschen glücklich und zufrieden vom Camp heimgefahren. Ich auch. Denn dort habe ich viele Menschen kennen gelernt, die sich ernsthaft mit Projekt Management, Führung, Unternehmertum und vielem mehr beschäftigen. Aber letzten Endes vor allem damit, wie sie ein Sinn machendes und erfolgreiches Leben führen können.

Mit den PM-Camps ging es dann richtig los. In Wien, Zürich und vielen Städten in Deutschland finden sie jetzt regelmäßig statt. Und werden immer mehr. Menschen und Communities vernetzten sich so. Und immer wieder sind ein paar davon zu meinen Freunden geworden.

Auf diesem Wege habe ich auch Dr. Marius Poersch kennen, schätzen und mögen gelernt. Marius ist Psychiater, der seinen Job als Arzt sehr ernst nimmt. Er betreut in einer namhaften Klinik Menschen, die im Umgang mit „modernen Arbeitsstressoren“ sich verausgabt haben, zunehmend gestresst sind oder bereits psychisch erkrankt.

In ihm ist die Erkenntnis gereift, dass es zwar eine ehrenwerte Aufgabe ist, Menschen zu helfen und bei ihrer Heilung zu unterstützen. Ihn treibt aber auch die Erkenntnis an, dass es bei vielen Menschen gar nicht so weit hätte kommen müssen, wie es gekommen ist. Wenn – ja wenn die Lebens- und Arbeitsumgebung nur ein klein wenig anders wäre und die eigene Fähigkeit, sich sinnvoll anzupassen.

Und da Marius nicht nur Teil eines „Reparatur-Betriebes“ sein will, hat er unter anderem ein Institut gegründet, (www.erwerbscoaching.de) in dem er gemeinsam mit Gleichgesinnten forscht und untersucht, wie Menschen ein ganzes Erwerbsleben lang sich engagieren und arbeiten können, ohne die eigene Balance zu verlieren und ohne vorzeitig psychisch zu erkranken. Er ist also auf der Suche nach einer Arbeits- und Lebensumgebung, die ein nachhaltig erfüllendes Leben ermöglicht.

Er erforscht aber auch die andere Seite der Medaille – wie denn so die individuelle Einstellung im Sinne von Lebensvorsatz und -führung sein müsse, damit man auch in schwieriger Umgebung lebensbejahend und -erweiternd leben kann.

Dazu hat er eine ähnliche Methode entworfen, wie sie John Izzo in seinem Buch der „5 Geheimnisse“ beschrieben hat. Er führt Interviews mit Senioren, die ein ganzes Erwerbsleben lang gearbeitet haben und sich nun als Rentner oder Pensionäre weiter vielfältig engagieren, da er davon ausgeht, dass diese Gruppe einen Gesundheitsschatz kennt, der z.B. auch vor Burn-out schützt.

Ein guter Freund – Dr. Andreas Zeuch, als Autor und Unternehmensberater gut bekannt nicht nur im Umfeld von PM-Camp – hat mich mit Marius zusammen gebracht. Ich durfte einer seiner Interview-Kandidaten werden. So trafen wir uns eines Tages an einem schönen sonnigen Nachmittag in Stuttgart zum Gespräch. Praktischerweise am Nachmittag vor dem PM-Camp Stuttgart.

Ich war neugierig und auch ein wenig gespannt, was da auf mich zukommen würde. Aus diesem Nachmittag wurde ein schöner Abend und wunderbares gemeinsames Frühstück. Schon während des Interviews wurde mir einiges aus meinem Leben klar. Anschließend erläuterte mir Marius die fachlichen Hintergründe seiner Methode und die verwendetete Technik. Und mir wurde noch viel mehr über mich selber klar.

Vor wenigen Tagen habe ich Post von Marius bekommen. Im Umschlag war das oben erwähnte Buch. Ich habe mich sehr gefreut – glaube ich doch, mit Marius einen Freund gefunden zu haben und Geschenke von guten Freunden erfreuen mich immer ganz besonders 🙂

Das Buch habe ich schnell gelesen. Obwohl es zweifelsfrei ein wenig amerikanisch und überausführlich ist, liest es sich spannend – und ist eine wichtige Lektüre für alle Menschen, die bereit sind über ihr eigenes Leben nachzudenken. Die im Buch von John Izzo entwickelten Gedanken, Schlüsse und Folgerungen kann ich absolut nachvollziehen.

Das Buch heißt

„Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben“

Ich meine, dass der Titel für sich spricht. Und im letzten Artikel in IF-Blog kurz darüber berichtet. Ich kann es nur empfehlen.

RMD

P.S.
Ich weiß, dass Dr. Marius Poersch noch weitere Interview-Partner für seine Arbeit sucht – und möchte ihn gerne dabei unterstützen. Wenn Ihr also Senioren kennt, die nach ihrem Erwerbsleben in irgendeiner Art vital und engagiert geblieben sind, so gebt mir doch den Kontakt, ich werde ihn dann weitergeben.

„Die Verpackungen werden immer schöner und der Inhalt immer schwächer“

Airbus_A380-841 -LufthansaGestern bin ich von München mit LH nach Mumbai geflogen. Trotz des Absturzes des German Wing Flugzeugs von Barcelona hielt sich das mulmige Gefühl in Grenzen. Es war ein ruhiger Direktflug – vielleicht mit einer ein wenig mehr heftigen Landung als durchschnittlich, ansonsten war alles wie immer.

Aber: Ein Rätsel hat sich für mich aufgeklärt.

Ich bin kein Vielflieger und lege auf das Bord-Entertainment keinen großen Wert. Im Regelfall läuft bei mir am Bildschirm deshalb die „Flight Info“, während ich von mir hindöse. Das ist eine Seite, auf der immer die Position des Fliegers und Daten wie Flughöhe, Außentemperatur, Geschwindigkeit zum Boden und manches mehr angezeigt wird (wurde).

Und deshalb habe ich nicht verstanden, warum es unter den Passagieren des Unglücksfliegers von Barcelona keine Panik oder Aufstand an Bord gegeben hat. Denn wenn ich mir vorstelle, ich sehe auf der Flightinfo an meinem Sitz eine Flughöhe von 1.000 Meter – und das kurz vor dem Anflug auf die Pyrenäen, dann kann ich mir schon vorstellen, dass bei mir der Angstschweiß in Strömen fliesst.

Seit gestern weiß ich, dass mit dem neuen Entertainment System der LH so etwas gar nicht mehr passieren kann. Und dass der Unglücksfliegers wahrscheinlich schon das neue System an Bord hatte. So wie gestern mein Flieger von München nach Bombay/Mumbai.

Das neue System gibt dem Benutzer nur noch ganz wenig Informationen. Man hat ein Menü mit vier Punkten zu Auswahl: Die Anzeige der Anschlussflüge, zwei Kameras, die man verfolgen kann und etwas, das sich Art SmartFly oder ähnlich nennt.

Die Maske der Anschlussflüge enthielt einen Vermerk, dass dort zum Flugende hin Informationen über Anschlüsse gemeldet werden würden. Bei den Kameras zeigte eine wohl nach unten und eine nach vorne. Beide lieferten gestern keine besondere Info – nach unten sah man Wolken und nach vorne die Dunkelheit. Der vierte (smarte) Punkt zeigte virtuelle Bilder – schön gemacht, immer mit einem Lufthansa-Flieger in der Mitte – vom nüberflogenden Gebiet mit eingestreuten Ortsnamen. Als Information gab es aber nur drei Angaben:

Die Entfernung zum Zielflughafen, die verbleibende Flugzeit und schließlich noch die Uhrzeit. Keine Flug-Geschwindigkeit und keine -Höhe mehr…

Ich berichte dass nur, weil mir diese Entwicklung so stark symbolhaft für die Entwicklung unserer Gesellschaft scheint. Die Transparenz nimmt ab, Informationen werden von uns ferngehalten, alles wird in Watte verpackt geliefert … Und dann wird uns erklärt, dass dies alles nur zu unserem Besten wäre.

Mir gefällt das nicht. Ich möchte wissen, was los ist und nicht immer für dumm verkauft werden, auch dann, wenn es unangenehm ist. So wie ich auch nicht permanent überwacht werden will.

RMD

P.S.
Das Bild ist aus Wikpedia – wir sind allerdings in einem kleineren Airbus geflogen.

Roland Dürre
Dienstag, der 24. März 2015

Auto und Autobahn – über alles.

AutobahnkleeblattHeute morgen in der SZ lese ich in der Kategorie „Landkreis“, dass bei einem Autobahn-Einzelprojekt in meiner Nähe, dessen Notwendigkeit ich auch nicht so recht verstehe, die Kosten von geplanten 25 Millionen um 19 Millionen steigen werden und das Projekt jetzt 44,3 € Millionen kosten wird.

Wahrscheinlich werden es in der Retrospektive dann noch mehr.

Ich zitiere aus der SZ, Landkreis München, 24.03.2015, aus einem Artikel mit der Überschrift:

Kostenexplosion an der A 99

Die Verlegung der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning an der Autobahn A 99 von der Bundesstraße B 471 zur Kreisstraße M3 wird deutlich teurer als bisher kalkuliert. Das gab Landrat Christoph Göbel (CSU) in der Sitzung des Kreistags am Montagnachmittag im Pullacher Bürgerhaus bekannt. Die Autobahndirektion Südbayern hatte das Landratsamt demnach vergangene Woche darüber informiert, dass die Baumaßnahmen ein Gesamtvolumen von 44,3 Millionen Euro haben werden. Ursprünglich war man von Kosten in Höhe von mehr als 25 Millionen Euro ausgegangen, bei Baubeginn im Sommer 2013 war bereits von 29 Millionen Euro die Rede gewesen. Die neue Anschlussstelle an der Kreuzung der Autobahn A 99 und der Kreisstraße M 3 wird als Vollkleeblatt gebaut und die bisherige Einmündung der M 3 in die Bundesstraße B 471 zu einem Kreisverkehr mit Überführung für den durchgehenden Verkehr umgestaltet.

Besonders beeindruckt mich ein zweites Zitat in dem Artikel. Der Landrat Göbel sagt dazu laut diesem Artikel einfach mal so:

 „Dazu kommt eine allgemeine Kostensteigerung um 15 Prozent“.

Das kann ich mir gut vorstellen. Nur ich höre immer, dass wir zu wenig Inflation haben.

RMD

P.S.
Das Bild „AK-Detail“ ist von Wikoli aus der deutschsprachige Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Roland Dürre
Sonntag, der 22. Februar 2015

Augenhöhe – der Film über Arbeitswelt im 21. Jahrhundert.

workhard117Ein Team von fünf Menschen hat ein spannendes Projekt gestartet, aus dem ein Film wurde: „Augenhöhe„.

Die Geschichte berichtet folgendes: In einer Session auf dem 12. intrinsify!me Wevent in Berlin über die Werte der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts entstand die Idee, das nicht immer nur in Worten zu beschreiben, sondern zu zeigen. Also einen Film zu machen.

Fünf aus der Session blieben zusammen und taten dann auch was. Sie drehten den Film Augenhöhe. Ich habe von diesem Projekt das erste Mal auf dem PM-Camp 2014 in Berlin durch einen tollen Impuls-Vortrag von Ulf Brandes erfahren und dann Ausschnitte aus dem Film auf dem PM-Camp in München 2014 gesehen. Zwei der Protagonisten von „Augenhöhe“ habe ich persönlich auf PM-Camps kennen gelernt.

Dank enorm guter „social media“-Arbeit machte das Projekt schnell nicht nur im Internet „Furore“. Wie auch das erfolgreiche Crowdfunding zur Finanzierung sehr viel öffentliches Aufsehen hatte und dementsprechend erfolgreich war. Auch die Premiere am 30. Januar in Hamburg war richtig gut besucht. Über 400 (!) Menschen kamen ins Hamburger Museum der Arbeit zur Uraufführung des Filmes.

Der Film behandelt gute Themen. Mit Dokumentarfilmen mit verwandter Thematik wie von Geyrhalter, Wagenhofer (unter anderem die Trilogie We Feed the World, Let’s Make Money und Alphabet) oder Carmen Losmann (Work Hard – Play Hard) kann er von der filmischen Qualität vielleicht nicht mithalten. Das muss er auch nicht – er ist eher eine erfrischende Produktion auf dem Niveau von TV-Reports in ARD oder ZDF z.B. über die Verschiffung von Elektro-Schrott nach Afrika.

Der Film handelt von Menschen in verschiedenen Rollen der Arbeitswelt. Von Unternehmern, Managern und Gründern. Aber vor allem zeigt er Mitarbeiter, die  sich freuen, dass sie bei „guten“ Arbeitgebern arbeiten. Weil sie z.B. dank innovativer Arbeitszeit-Modelle über eine nicht selbstverständliche Freiheit verfügen und ihr eigenes Leben so realisieren wie sie es wollen.

Leider ist auch beim hochgelobten Projekt „Augenhöhe“ nicht alles Gold was glänzt. Kurz vor Vollendung rutschten in den Film noch zwei Beiträge über Adidas und Unilever.

Adidas

Plötzlich erscheint Christian Kuhna im Film, den ich auf dem open-up Camp in Nürnberg kennen gelernt habe. Er ist beim Sport-Giganten für Social Media, Moocs und was sonst noch dazugehört zuständig und steht dort einem kleinen aber feinen Team vor.

Sicher herrscht im Team vom Christian eine gute und moderne Arbeitsstimmung. So wie ich immer wieder von den kompetenten und gut gelaunten jungen Verkäufern in den Adidas-Shops angetan bin. Aber für die überwiegende Mehrheit der für den Konzern produzierenden Menschen gilt das sicher nicht.

So wurde die Aufnahme von Adidas in den Film auch im Kreise der „crowd funder“ sehr unterschiedlich diskutiert.

Unilever

Ganz am Ende der Dreharbeiten kam auch noch Unilever dazu. Schon in München war ich überrascht, dass auch der Food-Gigant als positives Beispiel dabei war. Sven Franke – einer der Protagonisten – hat dort berichtet, dass Unilever wegen des Filmes „WORK HARD PLAY HARD“ von Carmen Losmann auf „Augenhöhe“ zugekommen sei. In diesem Film hatten sie keinen guten Eindruck abgegeben, den sie jetzt wieder wettmachen wollten. Ganz gleich, ob dem so gewesen ist, Unilever passt auch nicht in so einen Film.

Sven erklärte die Entscheidung so: Man hätte zeigen wollen, dass es auch in großen Unternehmen zumindest in Nischen die Arbeitswelt auf Augenhöhe erfolgen könnte.

Ist vielleicht Geschmackssache. Klar gibt es in jedem großen Unternehmen auch „Inseln der Seligkeit“. Und wenn es das Vorstandsteam ist.

Es könnte aber auch sein, dass Adidas und Unilever aufgenommen würde, weil sie doch „big names“ sind. Und so die Zugkräftigkeit des Filmes erhöhen sollten. Ist sicher auch eine akzeptable Entscheidung, dann sollte man sie aber auch so kommunizieren.

Wenn wir bei „big names“ und solchen Gedanken sind, dann fällt mir auch Tomas Sattelberger ein. Auch der taucht – wie zurzeit überhaupt sehr häufig in der Öffentlichkeit – im Film auf. Die Geschichte vom Saulus zum Paulus soll sich ja immer wieder mal wiederholen. Ich kenne Thomas Sattelberger nicht persönlich sondern nur aus der Presse – und habe deshalb keine valide Einschätzung. Aber in seinen Vorstandsrollen bei namhaften DAX-Konzernen schien er mir kein Vertreter von „Augenhöhe“ gewesen zu sein.

Soweit die kleinen Flecken auf der an sonst weißen Weste.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Das Thema „Augenhöhe“, so wie es von Sven Franke oder Ulf Brandes formuliert wird, finde ich sehr gut, wie auch die Aktion an sich und das Ergebnis. Ich gönne auch den beteiligten Unternehmen den Image-Gewinn und würde mich freuen, wenn die Initiatoren auch „materiell“ ordentlich für ihr großes Engagement entlohnt werden würden.

Es macht wirklich Spaß, die Filmszenen auch „unternehmerisch“ zu diskutieren. Gerade die gezeigten Gründerunternehmen könnten suggerieren, dass eine ordentliche Firma nur möglich ist, wenn es den „guten Tyrannen“ gibt. Die Frage, die mich bewegt ist, wie man die propagierte Unternehmenskultur auch strukturell in einem sozialen System verankern kann – im Sinne zum Beispiel eines „demokratischen Unternehmens“.

RMD

P.S.
Das Bild ist nicht aus dem Film Augenhöhe sondern aus „WORK HARD PLAY HARD“ von Carmen Losmann.