Roland Dürre
Samstag, der 11. November 2017

Strom im Fahrrad.

Die Zeit vergeht schnell. Noch vor einem Jahr stand ich der Elektro-Mobilität per Fahrrad eher skeptisch gegenüber. Zumindest in München. Denn hier ist ja alles (mit Ausnahme an den Ufern der Isar) so richtig flach.

Mein e-Bike London von Utopia auf seiner ersten Bahnreise im
IC 2304 von München nach Naumburg mit Ziel Magdeburg.

Jetzt stehen bei uns im Haushalt 4 (in Zahlen vier) Elektro-Fahrräder. Und ich bin begeistert von der elektrischen Unterstützung beim Fahrrad.

War das Fahrrad an sich schon eine geniale Kombination von Mensch und Mechanik, so verbindet das e-Bike diese aufregende Kombination noch mit einem Motor. Das e-Bike realisiert so eine einzigartige Symbiose von Mensch und Maschine. Die ist so toll, dass mir die Lust am Auto jetzt endgültig vergangen ist. Was ist Autofahren doch für eine erbärmliche Art der Fortbewegung im Vergleich zum Radeln.

Ein wichtiger Grund fürs Radeln war mir immer die Bewegung. Ein bisschen war meine Sorge, dass diese körperliche Ertüchtigung beim e-Bike zu kurz kommen könnte. Das ist aber nicht so. Nach einer längeren Tour mit einem e-Bike bin ich genauso – aber doch anders – erschöpft als ich es mit konventionellen Rädern bin. Wenn ich mich nach „elektrischen“ 50 Kilometern hinsetze, möchte ich am liebsten gleich weiter fahren. Und merke dann erst nach ein paar Minuten der Ruhe, wie anstrengend es doch war.

Das Geheimnis löst sich einfach. Ich fahre mit dem e-Bike eine wesentlich höhere Trittfrequenz. Das geht locker und schont die Gelenke. Mein Schnitt ist in der Regel um ein zirka Drittel höher als „ohne Strom“. D.h. ich habe zwar die Unterstützung aus der Batterie – aber bin wesentlich schneller. Und habe oft den Eindruck, dass ich körperlich genauso viel oder mehr leiste wie vorher. Und die Kraft aus dem Akku vor allem die höhere Geschwindigkeit erlaubt – ich aber dann gar nicht weniger tue als ohne elektrischen Antrieb.

Strecken bis so um die 10 km fahre ich nur mit meinen konventionellen Rädern. Die wesentlich höhere Trittfrequenz, die ich mir beim Fahren mit e-Bikes angewöhnt habe, behalte ich dann bei. Und bin ganz überraschend jetzt auch mit meinen schönen alten Rädern schneller als früher. Was ich auch toll finde.

Alle meine elektrischen Fahrräder sind echte e-Bikes, d.h. Räder, bei denen die Elektronik nur elektrische Unterstützung liefert, wenn der Radler selber tritt. Und ab 25 km/h dann abschaltet. Und das reicht mir völlig. Mit meinen e-Bikes fahre ich im Sparmodus („economy“) ganz locker einen Schnitt von 18 km. Das heißt für 9 km brauche ich eine halbe Stunde. Und damit kommt man als Radler in München ganz schön weit. Z.B. von mir in Neubiberg zum Isartor. Oder vom Marienplatz nach Riem. München wird so richtig klein. Und alle Vorteile des Fahrrades wie unkompliziertes Parken am Ziel usw. bleiben am e-Bike erhalten.

Wenn ich es eilig habe, geht auch ein Schnitt von mehr als 20 km. Dazu muss ich einfach ein höheres Programm einlegen. Das heißt, ich fahre 10 km in einer halben Stunde. Und mit dem e-Bike sind wie mit dem Bike die Entfernungen in München meistens deutlich kürzer als mit dem Auto.

Insofern sind die sogenannten S-Pedelec für mich kein Thema. Der Geschwindigkeitsbereich bis und um die 25 km/h ist mir angenehm und für meine Fahrten völlig ausreichend. Da fühle ich mich sehr wohl und sicher – schneller brauche ich es es wirklich nicht.

Eine meiner Sorgen, waren die Reichweite und das „Handling“. Beides ist kein Thema. Es ist erstaunlich, wie viel Entfernungskilometer und Höhenmeter die modernen Akkus schaffen. Und das „Handling“ ist verblüffend einfach. Darüber berichte ich aber mehr und detailliert, wenn ich die drei Rad-Typen vorstelle, die in unserem Haushalt laufen.

Das ganze fing mit einem Lastenrad (e-Cargo) an. Dann kamen zwei „elektrische Mountainbikes“ dazu. Und am Schluss ein wunderbares Reiserad. Alle drei Fahrrad-Typen stelle ich in den nächsten Wochen in IF-Blog vor. Sie haben alle eine unterschiedliche Technologie und ihre Besonderheiten. Und ich liebe alle drei.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 13. August 2017

Mein erstes „Coming Out“

Heute als „Wort zum Sonntag“!

Es wird wirklich Zeit, Muster und Tabus zu brechen. So beginne ich jetzt damit. Auch im IF-Blog. Zuerst Mal im Kleinen und ganz sanft … Aber es kann ja noch werden.

Zu meiner Vorstellung: Ich bin ein männliches Säugetier. Von der Art „Mensch“. Menschen sind Nachkommen der Menschenartigen, die sich mal aus irgendwelchen Affen entwickelt haben. Die man – für mich unverständlicher Weise – im Gegensatz zu den so klugen und schönen Elefanten, Rindern oder Schweinen auch als „Primaten“ bezeichnet.

Männliche Säugetiere haben ein Geschlechtsteil. So auch ich. Ein männliches Geschlechtsteil hat viele Nachteile. Einer der vielleicht sogar harmloseren ist das Ewige „Wohin damit?“.

Selfie unter schwierigen Bedingungen – aber garantiert ohne Unterhose!

So hat „homo sapiens“ die Unterhose erfunden. Und die Unterwäsche-Industrie gegründet, die jetzt mit Unterhosen richtig gut Kohle verdient. Bekleidung wurde zu einer moralischen Sache („das gehört sich so“ oder „so geht das nicht“). So entstand unter anderem die Moral, die besagt, dass man (besonders Mann) ohne Unterhose nicht herum laufen darf.

Nur – Unterhosen engen ein. Allerdings engen Hosen noch mehr ein. Und dann kann es ohne Unterhose auch mal weh tun. Man denke nur an die Lederhose. Mit Unterhose kann es übrigens auch ab und zu weh tun.

Für die männlichen Menschen entstand eine besondere Unterhosen-Tragepflicht. Frauen trugen Röcke. Bei den Damen war „ohne Unterhose“ schon eher möglich. Bei ihnen ging das als erotische Frechheit durch, was bei den Herren undenkbar war.

So habe ich mindestens 50 Jahre brav meine Unterhose getragen und wenn möglich täglich gewechselt.

Vor vielleicht zehn Jahren habe ich in Indien das Ganzkörperkleid für Männer entdeckt. Könnte sein, dass man es Kaftan nennt. Davon habe ich mir zwei erworben (einen grünen und einen blauen) und diese gerne besonders im Sommer an Stelle des Bademantels genutzt. Und schnell verstanden, dass man unter so einem Kaftan keine Unterhose tragen muss. Und habe plötzlich ein völlig neues Wohlgefühl erlebt. Jetzt ist alles so frei – und zentriert.

Hans Söllner beim Sinnflut-Festival in Erding, 2004, hier noch mit Hose.
(dkeppner@freenet.de)
GNU Free Documentation License, aus Wikipedia

Da ich feige bin, gehe ich mit meinem Kaftan nur ganz selten ohne Unterhose in die Öffentlichkeit. Auch weil ich naiver Weise dachte, dass ich der einzige Mann bin, der gerne ohne Unterhose rumläuft.

So wie wir Männer halt sind. Weil wir immer denken, wir wären der Mittelpunkt dieser Welt und kämen nur als einzigster auf die guten Ideen. Aber dem ist nicht so.

Denn dann kam das Bayern-Sound-Festival, bei dem ich dabei sein durfte. Und da spielte der Söllner Hans. Er trat im Rock auf. Und betonte, dass er „garantiert unterhosenfrei“ sei.

Der Hans hatte noch weitere gute Argumente für den Rock ohne Unterhose. Er meinte, dass er es denen einfacher machen möchte, die ihn nur noch „am Arsch lecken“ könnten. Und dass diese rapide immer mehr werden würden.

Mir geht es ähnlich: Auch bei mir werden die, die „mich am Arsch lecken können“ immer mehr. Besonders dann, wenn sie vergessen, dass sie auch nur Säugetiere und nicht als Systemagenten geboren worden sind. Und sich dann auch noch so richtig „aufmanteln“ und selber als ganz tolle Helden empfinden. Dann können sie mich wirklich …

RMD

Roland Dürre
Montag, der 4. Juli 2016

Insel Hopping – so war es!

Und es war wunderschön!

Vom 28. Mai bis zum 8. Juni haben wir (Barbara und ich) das erste Mal in unserem Leben die Kykladen im Ägäischen Meer besucht und so eine Art „Insel-Hopping“ gemacht. Ohne Fahrrad und nur mit ganz kleinem Gepäck. In Griechenland waren wir schon recht häufig, in den letzten Jahren jedes Jahr auf dem Peloponnes – aber nie auf diesen wunderbaren Inseln. Ein paar mal waren wir auf Kreta, mit Familie und zu zweit auf zwei wunderschönen Fahrradtouren, das ist aber ungefähr 30 Jahre her.

Ein Grund für die Reise waren Erlebnisberichte unserer Kinder. Die hatten schon ein paar Mal Insel-Hopping gemacht und uns so begeistert davon berichtet, dass wir das auch mal machen und erleben wollten. Uns so haben wir in diesem Frühsommer das erste Mal die Kykladen besucht.

Barbara hat sich gründlich auf die Reise vorbereitet, sprich über die Geschichte, Geographie und vieles mehr zu den Kykladen an sich, die Fährverbindungen, Übernachtungsmöglichkeiten und ähnliches informiert. Geplant und gebucht hat sie dann nur den Hin- und Rückflug nach Athen und das erste Hotel in Piräus. Alles andere wurde dann immer ganz agil vor Ort erledigt – für mich die beste Art für „freies Reisen“.

Elf Nächte waren wir mit wenig Gepäck unterwegs. Hier der Bericht von diesen zwölf wunderschönen Tagen. Wie alles in IF-Blog habe ich es für mich aufgeschrieben – aber es könnte ja sein, dass jemand von Euch auch mal von Insel zu Insel hopsen will. Dann bekommt er hier hoffentlich viele Informationen und Anreize. Und wenn er mehr wissen will, darf er mich gerne fragen.

Abstieg zur Chora in Serifos am letzten Tag.

Abstieg zur Chora in Serifos am letzten Tag.

Samstag, 28. Mai – Abflug nach Athen

Wir fliegen mit Lufthansa LH1750. Der Flieger nach Athen soll um 8:55 starten. Das ist eine relativ angenehme Zeit. So können wir die S-Bahn in Neubiberg um 6:31 nehmen. Das heißt so um 6:15 von zu Hause weg und zu Fuß zur S-Bahn-Station. Für so ein Insel-Hopping nehme ich das frühe Aufstehen gerne in Kauf. Das Gruppenticket für die Fahrt zum Flughafen kostet 23 EURO, man könnte es dann noch den ganzen Tag nutzen … Geht aber nicht, da wir ja weg fliegen.

Der Zug der Linie S7 kommt pünktlich in Neubiberg an, bis zum Ostbahnhof verspätet sie sich dann doch noch (leider sind Verspätungen auf unserer Linie eher die Regel). So verpassen wir den Anschluss an die S8 zum Flughafen wegen der kurzen Umsteigezeit. Macht aber nichts, wir wissen dass Optimismus bei der S-Bahn nicht angebracht ist und haben die Verspätung erwartet und eingerechnet.

Schon am Tag vorher hatten wir übers Internet eingecheckt und unsere „Boarding Pässe“ daheim ausgedruckt. Da wir „Economy Light“ fliegen, müssen wir auch kein Gepäck aufgeben und können gleich direkt durch die Sicherheitskontrolle zum Gate gehen. Der Flug – zwei Personen, hin und zurück – hat inklusive aller Gebühren und Steuern 236,02 € gekostet, der Anteil des Fluges ist dabei recht gering (22 € einfach pro Person, also 88 € vom Gesamtbetrag). Dass fliegen so billig ist, verstehe ich nicht. Wahrscheinlich liegt es auch an den Subventionen und Steuerbefreiungen zum Beispiel für Kerosin.

Der Boarding-Aufruf ist pünktlich und auch der Start. Die Reisezeit beträgt 02h 20min. In Athen sind die Uhren eine Stunde weiter als bei uns, die Ankunft (ETA) soll 12:15 (local time) sein. Wir kommen ein wenig vor Plan am Flughafen Athens Eleftherios Venizelo … an.

Zuerst geht es zu unserem Hotel in Piräus. Dazu nehmen wir die Metro. Zum Flughafen fährt die „rote“ Linie, nach Piräus die grüne. So müssen wir nach gut als 10 Stationen umsteigen. Insgesamt betrug die Fahrzeit eine gute Stunde, die Kosten sind günstig – wir zahlen zusammen 15 € – die einfache Fahrt für eine Person vom Flughafen kostet 10 €, ich bin ermäßigt weil über 65 Jahre und koste so nur 5 €. Ein Zwei-Personen-Ticket für „Normalzahler“ hätte 18 € gekostet. Die „normalen“ Tickets (nicht zum Flughafen) in der Metro in Athen sind aber deutlich billiger.

Das Hotel hat Barbara so ausgesucht, dass es sowohl ganz nahe bei der Endstation der grünen Linie wie auch beim Hafen liegt. Es heißt Anita Hotel, ich kann es empfehlen. Wir haben über booking.com gebucht und bezahlt – der Betrag war 35 € für uns beide und eine Nacht ohne Frühstück. Das Frühstück kostet 6 € pro Person extra und beinhaltet den Transfer zum Hafen. Das Anita ist sauber, die Menschen sehr freundlich und hat ordentliche Zimmer. Es liegt ganz nah am Zentrum von Piräus und am großen Hafen.

Am frühen Nachmittag sind wir im Hotel und haben so noch viel Zeit für Piräus. Die haben wir auch genossen. Vor dem Genießen haben wir erst noch unsere Weiterfahrt beschlossen: Wir wollen nach Santorin! Also noch schnell zum Hafen, die Tickets kaufen. Und dann ab ins Vergnügen. Beim Yacht-Hafen nehmen wir ein kleines griechisches Essen (mit Wein), gehen  in der Altstadt spazieren und schon ist es Abend.

Sonntag, 29. Mai – Die Fähre nach Santorin

Um 7:25 sticht die Delos der Blue Star Ferries mit uns an Bord in See. Die Fahrt nach Santorin ist ziemlich lange. Sie dauert gut sechs Stunden, denn Santorin liegt im Süden der Kykladen. Die Delos ist wie alle Schiffe, die wir genutzt haben, kein High Speed Schiff. Das Ticket kostet pro Person 39,50 €, das ist durchaus ein stolzer Preis. Die „High Speeds“ sind deutlich teurer und schneller, dafür laut und wenig komfortabel. Auf diesen schnellen Schiffen gibt es kaum Plätze im Freien und sich dort aufzuhalten macht keinen Spaß.

Auf der Delos genießen wir die Sonne, den Wind in den Haaren, den Blick auf das Mittelmeer und die Inseln, an denen wir vorbeifahren. Jede Hafeneinfahrt bei den Zwischenstopps ist immer wieder ein Erlebnis und schenkt uns ganz besondere Eindrücke. Gegen 15:00 kommen wir im Hafen Thira der Insel Santorin an. Das ist der „neue“ Hafen für die Fähren.

Vom Hafen geht die Straße hoch nach Santorin. Es ist viel los, trotz Vorsaison. Viele Busse, davon eine ganze Reihe von „local buses“ warten auf die Reisenden, die sich aus dem Schiff auf die Insel ergießen. Das Busticket im „local bus“ kostet 2,30 € pro Person, die Fahrt dauert geht steil nach oben und dauert ungefäht 20 Minuten. Oben in der Stadt gibt es einen „Busbahnhof“, dort steigen wir aus  und sind schon mitten im Trubel.

Wir suchen uns zuerst mal ein Hotel und finden das malerische Lepa. Wir dürfen zwischen einem einfachen Zimmer mit Balkon und einem ein wenig luxeriöserem ohne Balkon/Terrasse wählen – und nehmen das mit Balkon. Der Blick geht auf die zauberhafte Hotelanlage mit einem kleinen Swimmingpool, ein Blick wie er als Bild in einem (älteren) griechischen Touristik-Prospekt sein könnte. Das Hotel ist preiswert, unser Zimmer kostet 60 € für zwei Personen und zwei Nächte. Das Hotel liegt sehr günstig, ganz nahe am Zentrum, nicht weit weg vom „Busbahnhof“.

Von unserem Balkon sehen wir das Meer im Nordosten. Der Blick ist zwar nicht so pompös und aufregend wie die berühmte Silhouette im Westen sondern eher von stiller Schönheit. Wir erleben das Glück des Vorsaison-Urlaubers, denn die Zimmer kosten in der Hauptsaison das dreifache – wenn man überhaupt billige findet. In Santorin gibt es bei den Zimmerpreisen schon jetzt keine Grenze nach oben. Zur Hochsaison dürfte „agiles“ Reisen nicht mehr ganz so einfach und günstig möglich sein.

Wir haben noch genug Zeit für schöne Spaziergänge. Wieder im Hotel befreunden wir uns mit unserer Wirtin. Sie empfiehlt uns ein Restaurant. Der Abendspaziergang führt uns entlang der Caldera. Obwohl noch Nebensaison ist, ist einiges los. Ich habe den Eindruck, dass die Hälfte der Menschen aus Asien kommt. Wir hören kaum deutsch – neben den Asiaten sind vor allem Franzosen, Italiener und Engländer unterwegs. Auf unserer weiteren Reise werden wir kaum mehr Asiaten sehen, aber auch kaum mehr Deutsche.

In der Abendsonne ist das Panorama noch schöner. Weit unten sieht man den alten Hafen (da wo wir nicht angekommen sind). Vor ihm liegen zwei Kreuzfahrtschiffe, ihre Tender pendeln zwischen den Schiffen und dem Hafen. Wir sehen den steilen Pfad, der sich zum alten Bootshafen windet. Unten sehen wir auch noch Touristikboote an- und ablegen.

Wie es dunkel wird gehen wir in das uns von unserer Wirtin empfohlene Lokal. Der Tipp hat sich gelohnt und zufrieden und satt gehen wir nach Hause ins Hotel Lepa. Wie unsere Wirtin uns entdeckt, serviert auf dem Balkon uns sie zwei Gläser mit kühlem Weißwein. Sie gibt uns Tipps für den nächsten Tag. Wir wählen den billigsten Bootsausflug aus (20 € pro Person für zirka 3,5 Stunden) und buchen ihn auch gleich. Dann genießen wir den Abend auf unserem Balkon auf Santorin und freuen uns auf den nächsten Tag!

Montag, 30. Mai – Ein Tag auf Santorin

Der Tag beginnt mit einem Kaffee auf dem Dach des Hotels. Wir freuen uns über die wunderschöne Aussicht. Es ist ein wunderbarer Morgen, angenehm warm mit einem leichten und erfrischenden Wind. Gemütlich machen wir uns auf dem Wege zum alten Hafen, wo unsere Schiffstour um 11:00 starten soll. Wir kommen an einer Bäckerei vorbei und kaufen uns ein wenig „Reise-Proviant“. Zu Fuß geht es den Pfad runter zum Hafen. Die Alternativen wären ein Ritt auf einem Esel oder die Seilbahn gewesen.

Pünktlich um 11:00 kommt das Schiff an. Es wirkt ein wenig touristisch. Mit uns gehen ganz viele Asiaten an Bord, mit ein paar jungen Damen aus Hongkong haben wir gleich einen sehr sympathischen Kontakt. Das Programm beinhaltet einen Badestopp im warmen Schwefelwasser am Meer und eine Wanderung auf dem Krater. Es lohnt sich, ich kann den Ausflug nur empfehlen.

Gegen 14:30 kommen wir wieder am alten Hafen an. Wir müssten jetzt wieder den schmalen Pfad hoch. Es ist doch ziemlich warm und wir sind faul. Als Alternative gibt es ja die Seilbahn und Esel. Die Barbara nimmt einen Esel und ich die Seiĺbahn, beides kostet jeweils 5 € … Und dann heißt es ausruhen.

Am späten Nachmittag treffen wir unsere Wirtin wieder. Wir fragen sie um Rat, denn wir suchen eine Insel, die ein wenig ruhiger ist. Mit nicht soviel Touristen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Santorin ist „touristisch“ keinesfalls so penetrant wie ich es in Ländern in Nordafrika wie Ägypten, Marokko oder Tunesien oder gar in Indien und auch in China erlebt habe. Eher sehr dezent und auf hohem Niveau – vielleicht ein wenig „schicky micky“. Mit vielen Discos, die wir allerdings nicht besucht haben. Man muss es gesehen haben.

Unsre Wirtin empfiehlt uns Folégandros. Wie wir feststellen werden, eine sehr gute Empfehlung. Wir entdecken, dass sich am nächsten Tag ziemlich früh ein Schiff von Thira auf den Weg nach Folégandros auf den Weg machen wird. Abfahrt wird um 7:00 sein, eine Stunde vor Abfahrt der Fähre soll man an der Busstation sein. Das heißt früh aufstehen.

Dienstag 31. Mai,  – Weiter nach Folégandros

Beim Kauf der Fährkarte hat man uns gesagt, dass wir den Bus nehmen müssen, der um 6:00 zum Hafen fährt. Am zentralen Busbahnhof steht aber kein Bus bereit. Jedoch hängt ein handgeschriebener Zettel an der Tafel, der besagt, dass unser Bus ausfällt. Da ist es gut, dass gleich nebenan der Taxi-Stellplatz ist. So fahre ich das erste Mal seit langem wieder Taxi. Der Festpreis zum Hafen beträgt 15 €, der Fahrer überholt alles was ihn in Weg steht und so geht es ganz schön schnell die Windungen hinab.

Die Fähre heißt ADAM. KORAIS und gehört zu ZANTE FERRIES.  Wie alle Fähren in Griechenland erzeugt sie eine große schwarze Rauchfahne, die dem Schiff hinterher hängt und in der Ferne gelb wird. Etwas, das  auch vermeidbar wäre, aber halt Geld kosten würde. Geld scheint für so etwas aber nicht nur in Griechenland nicht vorhanden zu sein.

Wir steigen ein und bald verlässt die Korais mit uns an Bord Thira und „dampft“ in Richtung Folégandros. Die unterhaltsame Fahrt dauert drei Stunden, das Ticket kostet 25 € pro Person. Auf dem Weg nach Folégandros machen wir an zwei weiteren Inseln halt. Kurz vor 10:00 kommen wir in Folégandros an und die KORAIS macht sich auf ihren Weg zu weiteren Inseln – unter anderem auch nach Milos.

In Folégandros ist in der Tat schon am Hafen alles anders als in Santorin. Wir überlegen, in der Chora zu übernachten und schauen nach dem „local bus“. Der „local bus“ ist ein wunderschöner Oldtimer, ein alter Mercedes Kleinbus mit weniger als 20 Sitzplätzen, der eher aus den 70iger als aus den 80igern Jahren zu stammen scheint.

Der sympathische Fahrer, den wir die nächsten Tage dann noch öfters treffen werden, empfiehlt uns die Chora und dort das Hotel MELTEMI. Mit dem Bus geht es bei offenen Fenstern nach oben zur Chora. Chora heißt eigentlich „Zentralort“, so heißen die kleinen Städte, die sich auf den Inseln der Kykladen sehr malerisch weit oben an einen schroffen Hang zu klammern scheinen.

Das empfohlene Hotel ist ganz nahe bei der Busstation unweit vom Zentrum der Chora. Es gefällt uns richtig gut. Wir haben ein sehr schickes Zimmer mit schönen sanitären Anlagen, diesmal mit Terrasse. Wir buchen uns für zwei Nächte ein (zusammen für 60 €) und entdecken, dass der Bus um 11:00 nach Agali weiterfährt. Agali liegt an einer Bucht, die im Prospekt als die schönste der Insel beschrieben wird. So nehmen wir schnell unser Badezeug und gehen zurück zu unserem Oldtimer-Bus, der uns dann gleich weiter nach Agali bringt. Die Bucht liegt voll im Süden. Alles ist ruhig und still. Auf der an Wasser sehr armen Insel wächst nicht viel, besonders keine Bäume. So liegt die Bucht voll in der Sonne. Aufgrund der kleinen Tavernen in Agali lässt es sich aber gut aushalten. Um 16:45 kommt dann der lokale Bus wieder und bringt uns heim ins Meltemi.

Den wunderbaren Tag beschließen wir mit der Planung der nächsten Tage. Wir finden eine sehr preiswerte Fähre, die drei Tage später nach Milos fährt. 8 € (acht EURO) pro Person kostet das Ticket. Auf Folégandros gefällt es uns so richtig gut. Es ist eine sehr ruhige Insel, ohne „touristisches Ausbeutungszentrum“. Ein Ort, an dem man die Seele so richtig baumeln lassen kann. So verlängern wir unseren Aufenthalt im Hotel Meltemi um eine Nacht und spazieren dann durch die Chora. Vor dem Abendessen kaufen wir in einem Reisebüro die Tickets für die ARTEMIS (Reederei HELLENIC SEAWAYS) am 3. Juni nach Milos.

Und finden im Reisebüro noch ein Angebot, dass uns gefällt. Am nächsten Tag gibt es eine Schiffstour. Für 30 EURO geht es rund um die Insel, es ist ein Ganztages-Ausflug inklusive Verpflegung mit vielen Zwischenstopps zum Baden und Schauen. Wir buchen es. Die Pflicht ist getan – jetzt komme das leibliche Vergnügen. Zum Abendessen finden wir eine Taverne, die uns echt begeistert. Ein letzter Spaziergang durch Chora – und wieder ist ein wunderschöner Tag vorbei.

Mittwoch, 1. Juni – Umrundung der Insel

Heute geht es mit dem Schiff rund um die Insel, Abfahrt in Chora-Port ist um 11:00. So machen wir uns einen gemütlichen Vormittag und nehmen um 10:30 „unseren“ Bus – immer mit dem selben Fahrer – runter zum Hafen. Die Rundfahrt macht richtig Spaß. Das Schiff ist geräumig, wir sind eine kleine und recht internationale Gruppe. Außer uns sind keine Deutschen dabei. Die Tour lohnt sich, von den Badebuchten ist eine schöner als die andere. Ein paar Sehenswürdigkeiten gibt es auch. Vom Boot gleich ins tiefe Wasser zu gehen hat etwas. Das Wasser der ägäischen See ist schon in der Vorsaison recht warm, das Essen auf dem Schiff schmeckt ausgezeichnet, die Menschen auf dem Schiff sind sympathisch. Was wollen wir mehr. Wir lernen die Insel aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Es macht in den Kykladen durchaus Sinn, die Inseln zum Kennenlernen erst mal mit dem Boot zu umrunden.

Nach einem tollen Tag mit viel Eindrücken kommen wir gegen 17:00 wieder beim Hafen zur Chora an, der Bus wartet schon auf uns und bringt uns wieder hoch zu unserem Hotel. Bevor wir in die Chora zum Abendessen gehen, spazieren wir hoch zu einer Kirche, die von einem Berg auf die Chora runterschaut. Die kleine Kirche ist eine der wenigen baulichen Sehenswürdigkeiten der Insel. Dann geht es den gewundenen Weg wieder runter zum Abendessen. Wir testen heute ein anderes Lokal, das Essen ist gut, nur der Wirt macht einen ein wenig arroganten Eindruck. So empfinden wir es zumindest. Das haben wir auf der ganzen Reise nur einmal erlebt. So lassen wir uns davon unsere gute Laune auch nicht verderben und freuen uns über einen weiteren wunderschönen Tag auf Folégandros.

Donnerstag, 2. Juni – Wandern und Baden

Durch die Bootsfahrt haben wir die Insel kennengelernt. Wir finden auf der Karte einen wunderschönen Wanderweg nach Agalis, zu der Bucht, in der wir am ersten Tag auf Folégandros waren. Wir machen uns auf den Weg. Der Weg ist gut markiert. Zuerst geht es nach oben. Es ist alles so schön, das Meer, die Berge, der Himmel – in den  leuchtenden Farben wie sie halt besonders im Mittelmeerraum ganz natürlich existieren.

Kurz vor Agali finden wir eine weitere Bucht namens Fira. Wir wollen ein wenig schwimmen – und sind ganz alleine. Auf der Wanderung haben wir auch niemanden getroffen. Warum das Badezeug anziehen? Also – ausziehen und ins Wasser. Es ist ein Traum. Nach dem Schwimmen geht zu unserem eigentlichen Ziel nach Agali. Das Laufen macht richtig Spaß. Der Weg geht weiter geht in Richtung Agios Nikolaus, das es so schön ist folgen wir ihm weiter.

Nach wenigen Kilometern durchquert er eine Taverne, die gerade geöffnet wird. Da bleiben wir zum späten Mittagessen. Die Taverne kann nur zu Fuß oder per Schiff erreicht werden. Vom Steg aus unten im Meer gibt es einen Lastenaufzug. Der Wirt freut sich, wir sind tatsächlich die ersten Gäste der Saison. So gibt es nur eine kleine Auswahl. Die natürlich völlig ausreichend ist. Wein, gegrillte Tintenfische, ein wunderbarer griechischer Salat, Patates … Wieder gilt: Was will man mehr?

Nach einer langen Pause mit schöner Aussicht machen wir uns auf den Wege zurück ins Hotel. Natürlich mit einer Badepause. Auf dem Rückweg gibt es sogar noch ein paar Regentropfen, wohl eine Seltenheit. Nach einem kleinen Rundgang durch Chora gehen wir in die Taverne, in der es uns am ersten Tag so gut geschmeckt hat. Und es schmeckt wieder genauso gut.

Freitag, 3.  Juni – Milos ruft

Die Abfahrt nach Milos ist erst am Abend um 19:10. Unser Zimmer im Meltemi dürfen wir bis zur Abfahrt behalten. So machen wir uns einen gemütlichen Vormittag in der Chora mit einem wunderbaren späten Frühstück. Unter anderem mit einer Besonderheit – es gibt weißes Taramas, eine lokale Spezialität die hervorragend schmeckt.

Dann wollen wir noch mal baden. Von der Chora aus geht es ein paar Kilometer erst hoch zu drei alt Windmühlen und dann runter zu einer Bucht namens Vorina. Wieder ist es eine wunderbare Wanderung, quasi zur Belohnung gibt es wieder einen besonderen Badeplatz. Faul sein ist angesagt, ein paar Mal geht es ins Wasser. Dann wieder hoch

Dann geht es hoch und wieder zurück ins Hotel. Wir duschen für die Reise, bezahlen die 90 € für die drei Nächte, packen unser Gepäck und sind rechtzeitig an der Busstation. Pünktlich um 18:30 bringt uns unser Fahrer mit dem kleinen Mercedes runter zum Hafen.

Um gut 20 Minuten verspätet startet die ARTEMIS gegen 19:30 in See. Sie besucht noch eine Insel in der Nähe, dann nimmt sie Kurs auf Milos. Es wird eine beeindruckende Fahrt in die Dämmerung. Der Himmel leuchtet rot, die Wolken sind noch malerischer als tagsüber. Da die Ankunft in Milos spät werden wird, suchen wir vom Schiff über booking.com ein Hotel im Hafen von Milos aus. Wir finden das Hotel Rigas. Dort ist noch ein Luxus-Appartment mit Frühstück für zwei Nächte zu 90 € zu haben. Wir nehmen es. Der Hotelchef holt uns persönlich ab, obwohl das Hotel kaum einen Kilometer vom Hafen weg ist. Das ist hier so üblich. Diesmal schlafen wir nicht in der Chora, sondern unterhalb der Chora an der Papikinos Beach gegenüber des Hafen. Gegen Mitternacht sind wir im Hotel installiert – und haben Hunger bekommen. Wir finden am Hafen noch einen kleinen Pita-Imbiß, der gerade am Schließen ist. Für uns gibt es aber noch etwas. Wir sind in Milos – ein wenig erschöpft aber sehr glücklich.

Samstag, 4. Juni – Kleftiko

Am Morgen gehen wir nach einem guten Frühstück im Rigas zum Hafen. Wir haben gelernt, dass es nicht ungeschickt ist, eine Insel zuerst mal mit dem Schiff zu umrunden. In Milos gibt es ganz viele Ausflugs-Boote. Sie konkurrieren um die Spaziergänger am Hafen. Wir suchen uns die Yacht von Marco aus. Marco ist der Skipper, ihm gehört der Kataraman. Er ist in Milos geboren. Sein Matrose heißt Happy und kommt von Kreta. Die Fahrt geht nicht um die ganze Insel sondern nur nach Kleftiko und zurück. Sie kostet 50 € pro Person, inklusive Verpflegung und alle Getränke (Softdrinks, Wein und Bier). Es gibt billigere aber auch teuere Angebote. Wir sind 12 Gäste an Board, möglich wären 24. Es ist alles sehr locker und macht viel Spaß.

Marco ist auf Milos geboren worden und kennt sich gut  aus. Er erzählt viel über die Piraten, die in Kleftiko gehaust haben. Da wir wandern wollen, frage ich ihn, ob es auf Milos giftige Schlangen gäbe. Er bejaht dies und erzählt von der hochgiftigen „red viper“, der „Kykladen-Schlange“. Angeblich wirke ihr Biss innerhalb von weniger als 20 Minuten tödlich. Es gäbe auch kein Gegengift. Glücklicherweise wäre die Schlange sehr selten und scheu. Die spätere Lektüre in Wikipedia entschärft die Gefährlichkeit der Schlange ein wenig und wir trauen uns wieder zu wandern.

Happy, der Matrose – so heißt er wirklich – bereitet am Mittag ein ausgezeichnetes Essen zu. Wir schlemmen Spaghetti in Thunfisch-Soße, trinken kühlen Weißwein und genießen Sonne, Wasser und Wind. Gegen 18:00 ist das Schiff wieder im Hafen. Zufrieden, satt und ein wenig müde, gehen wir vom Schiff und heim ins Hotel.

Das Hotel Rigas liegt direkt hinter dem Bergbau-Museum, so besuchen wir es auf dem Rückweg. Milos war eine Bergbau-Insel. Zahlreiche metallische Erze und Mineralien wie auch Kaolin wurden hier abgebaut. Während des zweiten Weltkrieges war es von den Deutschen besetzt, weil es da etwas zu holen gab. Der Besuch des Museums lohnt sich. Es gibt ein paar gut gemachte Videos, die uns informieren, wie hart damals die Menschen im Bergbau geschuftet haben. Und eine gute Ausstellung der abgebauten Minerale, von Werkzeugen etc.

Im Vorraum hängen Karten mit den markierten Wanderwegen von Milos. Da gibt es einiges. Leider geht da für uns nicht mehr viel, da wir am nächsten Nachmittag weiter nach Serifos fahren werden. Jetzt ruhen wir uns erst mal aus, immer noch satt. Am Abend kommt dann doch der Hunger. Wir gehen einkaufen – Tomaten, Zwiebeln und Oliven im Glas. In der der Küche unseres Appartments bereiten wir einen großen Tomatensalat zu. Öl und Essig gibt’s vom Hotel dazu. Auf unserer großen Terrasse verspeisen wir dann einen der besten Tomaten-Salate, den wir jemals gegessen haben. Und wieder war es ein Traum-Tag in der Ägäis.

Sonntag, 5. Juni – Weiter nach Serifos

Von Milos geht es weiter nach Serifos. Wir fahren das zweite mal mit der ARTEMIS. Das Ticket kostet wieder nur 8 €. Um 14:05 soll sie ablegen. Die Karten im Museum hatten uns zum Wandern inspiriert. Bis um 14:00 ist noch viel Zeit. So nutzen wir diese Zeit für eine Wanderung hoch nach Plaka und „ancient“ Milos. Es ist ein schöner Weg. Mittags machen wir Pause in einem Restaurant auf der Höhe mit wunderbaren Blick. Und sind dann rechtzeitig im Hotel. Duschen und frisch machen. Unser Wirt will uns wieder zum Hafen fahren. Wir nehmen das gerne an.

Nach Serifos ist es nicht so weit. Wir kommen am späten Nachmittag an. Weil es auf Milos so gut geklappt hat, nutzen wir wieder booking.com fürs Buchen. Und finden wieder ein ganz tolles Hotel. Werden wieder von der Chefin abgeholt. Es macht Spaß, vom Schiff kommend das Schild mit Barbara Dürre zu sehen. Wieder werden wir überaus freundlich begrüßt und verstehen uns gleich wieder richtig gut. Der Weg zum Hotel ist nicht so richtig weit, vielleicht 800 Meter. Gleich nach dem wir uns im Hotel eingerichtet haben geht es zum Baden – in der Bucht direkt vor dem Hotel. In der Bucht kann man wunderbar schwimmen. Am Abend strolchen wir durch den Hafen. Wir suchen ein Restaurant, das uns unser Sohn Martin empfohlen hat. Leider ist es geschlossen. Wir bekommen eine Empfehlung für ein „Fleisch-Restaurant“. Wir finden es – das Essen ist deftig und lecker. Der nächste Tag kann kommen.

Montag, 6. Juni – Serifos ist eine Schönheit

Wir schlafen gründlich aus und starten gemütlich in den Tag. Am Vormittag gehen wir zuerst Mal die kleine Tour 1a hoch zur Chora, die hoch über uns zu liegen scheint. Für den Weg brauchen wir gut eine Stunde. Wir steigen ganz hoch bis zum „castel“, dann wieder runter in die Chora. Auch hier gibt es kein „Touristenausbeutungszentrum“, nur ein paar kleine Geschäfte und Bars. In einer davon trinken wir einen Kaffee und essen einen äußerst leckeren Kuchen. Dann geht es wieder runter.

Der Weg hat Appetit gemacht. So machen wir am Nachmittag noch eine Tour. Wir fahren mit dem „local bus“ nach Kalisto. Da beginnt die Tour Nummer 1, von Kalisto nach Chora. Zuerst geht es auf schmalen und ziemlich zugewachsenen Wegen den Berg hoch. Wir denken an die Geschichte von Marco betreffend die „red viper“. Oben angekommen sehen wir runter auf Chora und weiter unten den Hafen. Es ist wieder ein Traum. Der Anblick belohnt unsere Mühen – und beruhigt die leichten Ängste vor der red viper. Auf dem weiteren Weg wird das Gestrüpp weniger und das Glücksgefühl immer größer. Einmal kommen wir vom markierten Weg ab, der irgendwie nicht mehr zu entdecken ist. Wir verlaufen uns aber nur unwesentlich. Es ist mal wieder wunderschön – in Chora erreichen wir den Bus, der uns dann wieder runter bringt. Da kommen einige Tickets des öffentlichen Nahverkehrs von Serifos zusammen, die aber immer je nach Entfernung zwischen 1,30 € oder knapp über 2 € kosten.

Zeit zum Baden und Schwimmen bleibt auch noch. Das können wir direkt vor dem Hotel erledigen. Am Abend nutzen wir wieder eine Essensempfehlung und werden in einer Taverne direkt am Meeresstrand verwöhnt.

Dienstag, 7. Juni – zurück nach Athen!

Wir stehen früh auf, denn der Bus fährt um 6:30 nach Panagia. So können noch zwei Routen laufen. Die Route 4 von Panagia nach Glyfada (da wo auch der Helikopter-Flugplatz ist) verketten wir mit der 2 weiter nach Chora. Und dann mit dem Bus wieder runter zum Hafen. Denn um 15:30 wollen wir ja wieder am Hafen sein, um mit der ADAM. KORAIS zurück nach Piräus zu fahren. Es ist die letzte Schifffahrt unseres Insel-Hopping. Das Ticket nach Athen kostet übrigens 30,50 € pro Person.

Die Wanderung ist wieder ein überragendes Erlebnis. Wir kommen früh zurück – das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Es bleibt noch Zeit fürs Schwimmen und ein spätes Mittagessen. Wieder in der Taverne vom Vorabend. Dann geht es zurück zum Hafen. Unsere Wirtin will uns gerne hinbringen, aber es ist so nah, dass es sich nicht lohnt. Pünktlich sind wir am Hafen, allerdings hat auch die ADAM. KORAIS kräftig Verspätung.

So warten doch eine Zeitlang, bis sie „angedampft“ kommt. Auf geht es nach Piräus und die Reise zu Ende. In Piräus bei der Ankunft gibt es nochmal ein Pita am Hafen, dann geht es mit der Metro die ganz wenige Stationen ins Zentrum von Athen. Das Hotel Euripides liegt ganz nah an der Akropolis – von der Metrostation ist es nicht weit zum Hotel. Aufgrund der Verspätung der KORAIS komme ich zu spät zu einem mir wichtigen Hangout. Das wichtigste kriege ich noch mit. Fast beginnt der Alltag wieder.

Mittwoch, 8. Juni – Abflug nach München

Der Tag beginnt mit einem wunderbaren Frühstück im 8. Stock des Euripides (65 € für eine Nacht für zwei – mit Frühstück). Athen und die Akropolis liegen zu den Füßen, es ist ein atemberaubender Blick über die Häuser von Athen. Wir sehen, dass es im Euripides noch einen Stock höher eine Aussichtsterrasse mit Liegestühlen gibt. Sofort wissen wir, wie wir die letzten Stunden in Athen verbringen werden. Vorher machen wir noch am Computer in der Lounge den Check-In für den Rückflug und drucken die „boarding cards“ aus. Dann geht es in die Altstadt von Athen, auch um die Lage zu prüfen, denn wir wollen dann ja wieder mit der Metro zum Flughafen kommen. Und entdecken, dass die Metro bestreikt wird. Allerdings an diesem Tage nur von 12:00 – bis 16:00. Das stört uns nicht, denn der Rückflug geht ja erst um 19:15.

Also: Bummeln in Athen, Kaffee trinken, ein paar „Mitbringserl“ kaufen. Anschließend geht es auf die Terrasse des Euripides, im Liegestuhl gammeln, ein Bier trinken und auf die große Stadt schauen. Pünktlich um 16:00 öffnen sich wieder die Tore des Bahnhofs Monastiraki, dem Metro-Bahnhof unweit vom Euripides  und wir machen uns auf den Weg. Es wird ein angenehmer Rückflug. Die Ankunft in München ist um 22:50. Den langen Weg vom Terminal 3 über das Terminal 2 zum Ausgang schaffen wir auch noch. Die S-Bahn bringt uns heim. Diesmal ist alles pünktlich und so klappt das knappe Umsteigen am Ostbahnhof. So sind wir um 23:30 wieder in den eigenen Mauern. Es waren zwölf wunderbare Tage – die wir so richtig genossen haben. Und wir haben fest vor, im nächsten Frühjahr wieder ein Insel-Hopping auf den Kykladen zu machen.

Anmerkungen

🙂 Überall gutes WLAN. Immer freundliche Menschen. Hervorragendes Essen. Und die schönsten Eindrücke der Welt.

RMD

P.S.
Natürlich haben Barbara und ich viele Bilder gemacht. Eigentlich wollte ich hier für jeden Tag zwei davon integrieren. Aber der Artikel ist so lange geworden – und es hat auch lange gedauert, bis ich ihn geschrieben hatte. Deshalb habe ich jetzt mal nur ein Bild eingefügt. Es zeigt unseren Abstieg in Serifos am letzten Tag. Am Nachmittag ging es dann mit dem Schiff weiter nach Athen. Wer mehr Bilder sehen will, kann dies aber schon in einem Album von Barbara in Facebook sehen. Es lohnt sich! Und wer noch mehr Bilder sehen und Geschichten von dieser Reise auf den Kykladen hören möchte, der kann uns mal zu einem „modernen“ Dia-Abend in Neubiberg besuchen.

Roland Dürre
Montag, der 23. Februar 2015

Ich bin dann mal auf der Insel … #noweb

Abstinenz vom Internet! Vom 26. Februar bis 14. März 2015.

Flag_of_Cuba.Am Donnerstag (26. Februar) geht es nach Kuba. Mit einem Direktflug von Air Berlin von München nach Varadero. Und unsere beiden Utopias, die Silbermöwe und Roadster, sind auch dabei.

Barbara und ich werden dann genau zwei Wochen möglichst weit durch die lang gestreckte Insel radeln. Bei der Vorbereitung haben wir gelernt, dass es in Kuba mit dem Internet noch nicht so weit her sein soll. Man kommt wohl nur aus ausgewählten Touristik Hotels ins Netz.

Typische Verkehrsszene auf einer Landstraße zwischen Santiago de Cuba und Holguín (2008)

Typische Verkehrsszene auf einer Landstraße zwischen Santiago de Cuba und Holguín (2008)

Da will ich aus der Not eine Tugend machen und zwei Wochen „web-abstinent“ leben. Das erste Mal seit vielen Jahren in meinem Leben.

Also #nointernet und #noweb. #noTwitter und #noFacebook. Raus aus der virtuellen Welt. Rein in die Reelle.

Ich werde auch keine Pläne machen und mir nichts vor nehmen. Nichts vorhaben. Nur im Jetzt leben und das Leben lieben. Mit den Rädern einfach durch Kuba bummeln, dies mit weit geöffneten Augen und Ohren und vor allem mit einem offenen Herzen. Die Sonne und die warme Luft genießen. Und am Abend schau ich, wo es uns hin getrieben hat und wir Quartier finden.

Das bedeutet auch, dass ich in diesen beiden Wochen keine Artikel für IF-BLog schreiben und veröffentlichen werde. Also auch #noIFBlog!

Havanna – Blick auf das Kapitol

Havanna – Blick auf das Kapitol

Vielleicht mache ich mir ein paar Notizen und Photos von der Reise. Die gibt es dann anschließend zu lesen.

Ansonsten möchte ich meinen Kopf völlig von den Gedanken des Alltages befreien. Und alles in München lassen, was dorthin gehört. Und zu einhundert Prozent in Kuba leben.

Meine Memoiren werde ich auch nicht schreiben, obwohl es da einiges Interessantes gerade auch aus den letzten Jahren zu berichten gäbe …

RMD

P.S.
Alle Bilder sind aus Wikipedia.
„Flag of Cuba“
„Blick auf das Capitol in Havanna“ – Autor: Breogan67
„Verkehrsszene auf einer Landstraße“ – Autor: Escla
Alle lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons

P.S.1
🙂 Geil wäre es natürlich schon – aus Kuba zu twittern!

Roland Dürre
Donnerstag, der 27. Februar 2014

Tweets zum Twittern und Bloggen #208

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

140220 Wer sich zum Schafe macht, den fressen die Wölfe – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140221 Wer sich zwischen Stroh und Feuer legt, verbrennt sich gern – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140222 Wer singt im alten Ton, bekommt nur alten Lohn – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140223 Wer stille liegt, der ist tot – auch beim Bloggen und Twittern?! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140224 Wer Unglück sät, will Unglück ernten – auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140225 Wer viel begehrt, dem mangelt viel – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140226 Wer viel erfährt, muss viel leiden – gilt auch fürs Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Mittwoch, der 25. September 2013

Von Füssen nach Bad Tölz

So ein letztes Mal:

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Diesmal drei (fast wortlose) Bilder von unserer heutigen Etappe von Füssen noch Bad Tölz (mehr als 100 km, diesmal mit enttäuschend wenig Höhenmetern).

2013BadTölz

Kann man schöner Radeln?

2013BadTölz1

Ein Blick nach links.

2013BadTölzNachvorne

Die drei Tage durchs Allgäu waren ein großes Glück. Und weil man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, sind wir heute um 18:00 Uhr mit der BOB von Bad Tölz dann nach Holzkirchen und weiter nach Unterhaching geradelt. Wenn ich ehrlich bin, dann nicht nur deswegen, sondern wegen der schlechten Wettervorhersage für morgen und weil ich ein wenig Stress im Unternehmen habe.

Aber sobald es wieder passt, heißt es dann: Nach Bad Tölz – und von dort die Tour weiterfahren zum Königssee. Die Hälfte der Strecke vom Bodensee zum Königssee haben wir ja schon.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 24. September 2013

Von Oberstaufen nach Füssen

oder nochmal

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Deshalb wieder ein paar (fast wortlose) Bilder von unserer heutigen Radfahrt von Oberstaufen nach Füssen (fast 80 km, diesmal mit auch ein paar “bösen” Höhenmetern).

2013Füssen7

Start in den Morgen.

2013füssen5

Nebel über dem See.

2013Füssen4

Flieger im Himmel.

2013FüssenBarbie

Barbara am Straßenrand.

2013Füssen2

Es ist ein langer Weg!

2013FüssenBahn

Wir hätten es auch einfacher haben können …

2013Füssen1

Jedoch war es wieder wunderschön.

RMD

P.S:
Die Bilder sind von mir. Einfach so unterwegs mit S5 aufgenommen und natürlich NULL nach bearbeitet.

Roland Dürre
Montag, der 23. September 2013

Von Rorschach/Goldach nach Oberstaufen …

oder

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Deshalb ein paar (wortlose) Bilder von unserer heutigen Radfahrt von Rorschach am Bodensee nach Oberstaufen (gut 80 km mit vielen „guten“ Höhenmetern).

2013Oberstaufen1

Es war schön.

2013Oberstaufen2

Es war schöner.

2013Oberstaufen3

Es war noch schöner.

2013Oberstaufen4

Es war am schönsten.

2013Oberstaufen5

Es war am schönsten mit der Barbara!

2013oberstaufen6

Es war einfach ein wunderschöner Tag.

RMD

IF-Blog ist einer der wenigen Münchner Blogs, den es überwiegend in Deutsch und Englisch gibt. Das verdanken wir und ich unserer Evelyn (EG), die die meisten meiner und des Teams Artikel zeitnah und mit hohem Tempo ins Englische übersetzt. Sie macht das aus Freundschaft zu uns und aus Freude an der englischen Sprache.

Ich kann Evelyn nur immer wieder ganz herzlich danken!

Aber die Evelyn hat unter anderem noch ein zweites und ganz besonderes Interessensgebiet. Das übt sie mit großer Leidenschaft und hoher Professionalität aus. Gemeinsam mit ihrem Sohn singt sie in verschiedenen Chören. Und jetzt  haben sich die beiden einem ganz besonderen Chor angeschlossen, den

arcis vocalisten

unter Leitung von Thomas Gropper.

Da das Bild ein wenig älter ist, findet man unsere Evelyn und ihren Sohn Martin leider noch nicht.

Ende Juni planen die arcis vocalisten ein neues und ganz besonderes Projekt. Nach zahlreichen Aufführungen in den letzten Jahren in gekürzter oder deutsch gesungener oder/und mit heutigen Instrumenten begleiteter Version musizieren die arcis vocalisten Georg Friedrich Händels bekanntestes Oratorium erstmals komplett, ungekürzt, im englischen Original und mit historischen Instrumenten, nämlich L’arpa festante!

Am Samstag, den 29. Juni findet die erste Aufführung im Christuspavillion von Kloster Volkenroda in Thüringen statt. Veranstalter ist dort die Jesus-Bruderschaft Volkenroda.

Einen Tag später, am Sonntag den 30. Juni um 19 Uhr hat der Chor ein „Heimspiel“. Dann können wir das Werk in der Himmelfahrtskirche in München-Sendling (Kidlerstr.) genießen.

Solisten sind Hanna Herfurtner – Sopran, Franz Schlecht – Bass, Robert Sellier – Tenor und Andreas Pehl – Altus. Die Leitung hat Thomas Gropper. Um 18 h, eine Stunde vor Konzertbeginn, findet eine 30minütige Konzerteinführung im Kirchenraum statt.

Händel schafft im MESSIAH einen dreiteiligen Bilderbogen über die Gestalt des Erlösers, die Ankündigung der Christgeburt, das Weihnachtsgeschehen, die Passion und die Auferstehung. Die filigranen und leidenschaftlichen Chorsätze bilden das Rückgrat des Konzerts.

Jetzt heißt es ganz schnell den Terminkalender prüfen und dann Karten bestellen!

RMD

Gedanken über Unternehmertum am Beispiel von Jean Paul!

Die InterFace AG spürt jedes Jahr einer besonderen Person nach, die wir spannend finden und die ein großes Jubiläum hat. Das Gesicht der InterFace AG im Jahre 2013 ist Jean Paul, der am 21. März 250 Jahre alt geworden wäre. Deshalb stehen die drei Vorträge im IF-Forum 2013 in Assoziation mit Jean Paul.

Unser erster Referent ist Bernhard Echte. Herr Echte ist Literaturwissenschaftler, Ausstellungsmacher und Publizist. Lange Jahre war er der Leiter des Robert Walser-Archivs in Zürich. Heute führt er als Unternehmer den Verlag „Nimbus, Kunst und Bücher“.

Sein Vortrag findet am Donnerstag, 11. April 2013 bei der InterFace AG, Unterhaching statt. Wie immer beginnt die Veranstaltung um 18:00. Mit dem Vortrag wollen wir um 18:30 starten. Nach dem Vortrag gibt es die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und gemütlichem Zusammensein.

Es sind noch ein paar Plätze frei, Sie können sich per E-Mail zum IF-Forum mit Herrn Bernhard Echte anmelden!

Herr Echte ist nicht nur Unternehmer und Wissenschaftler mit Herz und Seele. Er ist auch ein spannender Geschichtenerzähler, der es versteht, seine Zuhörer für fremde Welten zu faszinieren. Natürlich spricht er am liebsten über Unternehmer und „Entrepreneurship“.

Als Wissenschaftler kennt er Jean Paul und sein Werk besonders gut. So ist er prädestiniert, Parallelen zwischen dem Kleinunternehmer Jean Paul und dem Unternehmer der Gegenwart herauszuarbeiten. Dies wird er am Donnerstag bei uns tun. lassen Sie sich von ihm in die Welt von Unternehmertum vor gut 200 Jahren und des Jean Paul entführen.

Ich freue mich auf Ihr Kommen!

RMD


Ein Besuch in der Gegenwart

Jean Paul Vorträge im IF-Forum

2013 widmet sich das IF-Forum der Aktualität von Jean Pauls Themen und Gedanken.
Mit Vorträgen zu Unternehmertum, Hypertext, Witz und neuen Medien möchten wir neue Perspektiven und Fragestellungen auf das Hier und Jetzt werfen.
Seien Sie dabei!



Jean Paul der Unternehmer

Jean Paul zählte zu den ersten Schriftstellern in Deutschland, die von ihrem Schreiben leben konnten. Und dies, obwohl er unter erschwerten Bedingungen gestartet war. Er gelangte in die geistigen Zentren seiner Zeit: Leipzig, Weimar, Berlin – und erzielte Bucherfolge, die Goethe neidisch werden ließen. Als Jean Paul heiratete, lud ihn sogar die preußische Königin zum Tee ein und schenkte ihm ein Silberservice.

Jean Pauls Aufstieg und Erfolg verdankte sich nicht dem Zufall, sondern einem umsichtigen Vorgehen mit unternehmerischem Instinkt. Selbst als die Zeiten schlecht wurden und die Napoleonischen Kriege halb Europa verheerten, konnte er seine Position halten. Wie Jean Paul Erfolg mit Nachhaltigkeit verband, hat bis heute eine erstaunliche Aktualität.

Referent Bernhard Echte, Literaturwissenschaftler, Ausstellungsmacher und Publizist, war lange Jahre Leiter des Robert Walser-Archivs in Zürich. Heute führt er als Unternehmer den Verlag „Nimbus, Kunst und Bücher“.

Datum 11. April 2013 (Donnerstag) | Beginn 18 Uhr | Ort InterFace AG, Unterhaching


Jean Paul und der Hypertext

Schon bevor er zu Jean Paul wurde, las der junge Johann Richter alles, was ihm in die Hände fiel. Kaum ein Buch gehörte ihm. Was er las, wurde in Notizheften exzerpiert. In diesen Heften fanden sich auch Kommentare zu den Ideen, die gerade durch seinen Kopf schwirrten. Seine Einträge versah Jean Paul mit Stichwörtern, neudeutsch Tags. Somit schuf er sich eine riesige Privatenzyklopädie, die sortiert war wie eine moderne Datenbank. Diese bildete die Grundlage seines literarischen Schaffens. Nur mit Hilfe dieser Datenbank gelang es Jean Paul, seinen einzigartigen Stil umzusetzen, der sprunghaft und genau zugleich ist. Er schaffte es, aus der finanziellen Not seiner Jugend eine Tugend zu machen, deren Ergebnis uns heute noch staunen lässt.

Referentin Annina Klappert, ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Erfurt. Sie promovierte zu einem Strukturvergleich von Jean Pauls Texten und Hypertexten. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in Fragen der Medialität, Referentialität und Virtualität.

Datum 11. Juli 2013 (Donnerstag) | Beginn 18 Uhr | Ort InterFace AG, Unterhaching


Jean Paul, der Witz, die Postmoderne und die neuen Medien

Er war ein „Götter-Leugner“ und ein „geistreicher Zersetzer“, ein glühender Kosmopolit, Skeptiker und Witze-Macher. Man lobt seine Erziehungslehre Levana, die gegen den verbissenen Ernst in Fichtes Reden an die deutsche Nation Witz und Ironie zur Grundlage einer gesunden Persönlichkeit erhob. Man sieht in seiner Politik der „dritten Position zwischen Deutschtümlern und Bonapartisten“ eine Vorwegnahme der postmodernen Unentschiedenheit zwischen den gegensätzlichen Polen der ‚Wahrheit‘. Mit seiner Ästhetik der Abschweifung nimmt er die Unterbrechungs- und Absprungsästhetik des Hypertextes im Internet vorweg. Wer war dieser Mann, der seine Heimat kaum verließ und zugleich vielen seiner Zeitgenossen gedanklich und mental so weit voraus gereist war?

Referent Roberto Simanowski ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Basel. Er setzt sich mit den Veränderungen des Schreibens im digitalen Zeitalter auseinander und publiziert das Onlinejournal dichtung-digital – journal für digitale ästhetik.

Datum 07. November 2013 (Donnerstag) | Beginn 18 Uhr | Ort InterFace AG, Unterhaching