Roland DürreFreitag, der 29. März 2013
Zarah Leander – Unverhofft kommt oft!
Vor kurzem hat mir der Andreas folgende E-Mail gesendet:
Hallo Roland,
heute schreibe ich Dir einmal in einer ganz anderen Sache. So nebenbei habe ich angefangen meine Lebensgefährtin zu “managen” und für sie das eine oder andere Konzert zu organisieren. Als “In diversen Genres wildernde Opernsängerin” hat sie neben Ihren Opernpartien und klassischen Konzerten auch einen Abend über Zarah Leander im Programm. Da ich weiß, dass Du Dich für Kunst sehr interessierst will ich den Abend am 13. April im kleinen Konzertsaal im Gasteig nicht unerwähnt lassen.
Es würde mich freuen wenn Du Zeit & Lust hast und zum Gasteig kommst!
Andreas
Der Andreas Lehmann ist ein alter Bekannter. Immer wieder haben sich unsere Wege gekreuzt. Vor Jahrzehnten ist das bei IXOS passiert – in den “wilden Zeiten” der “new economy”. IXOS war ein ganz besonderes DAX- und NASDAQ-Unternehmen. Zuletzt hat uns dann der Zufall des Lebens bei “ISARNETZ – die Münchner Webwoche” in 2012 zusammen gebracht. In der Jury zur Vergabe des “Isarnetz-Award” saßen wir uns plötzlich gegenüber.
Natürlich folge ich der Einladung von Andreas! Hier der Text zur Veranstaltung! Finde ich richtig spannend!
Zarah Leander kehrt nach München zurück!
Zugegeben, es ist nicht die Diva selbst, deren Auftritte in München die Zahl 70 deutlich übersteigen dürften – stellvertretend macht sich das „Duo InterMezzo!“ auf, allen voran Tatjana Conrad, Sängerin und Autorin des Stückes, dem großen Stern am deutschen Himmel der 1930er- Jahre nachzuspüren.
Am Samstag, den 13. April 2013 ist die Wahl-Berlinerin als Zarah Leander mit ihrer theatralen Preziose
„Wollt ihr einen Star seh’n, seht mich an! Zarah Leander in Schatten und Licht“
unter der Regie von Philip Lüsebrink im Kleinen Konzertsaal des Gasteig zu Gast. Ihr Partner David Grant ist als Arne Hülphers, dritter und letzter Ehemann der großen Chanteuse, zu sehen und zu hören.
Wer war Zarah Leander? Mythos. Diva. Soviel ist sicher. Täterin? Opfer?
Die beiden Künstler laden Sie ein, diesen Fragen gemeinsam mit ihnen auf den Grund zu gehen und am Ende vielleicht keine Antwort, so doch ein wenig mehr Verständnis für den großen Stern am Himmel des „Dritten Reiches“ aufzubringen, ohne sich der Trübsal hingeben zu müssen – ganz im Gegenteil: Conrad und Grant möchten in Wort und Klang erzählen, wie diese Frau ihr Publikum eroberte und wünschen sich, dass deren Humor, Charme und Klugheit auch ein wenig Schatten und Licht auf diesen Abend werfen möge.
Neben musikalischen Überraschungen sorgen Ohrwürmer wie „Eine Frau wird erst schön durch die Liebe“ und „Yes, Sir!“ ebenso für „Ufa-Nostalgie“ wie der „Waldemar mit dem schwarzen Haar“ und die Evergreens „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“ und “Sag’ mir nicht Adieu“.
Dies und einiges „Drunter und Drüber“ erwartet Sie an diesem Abend, der wie ein musikalisch-historischer „Roter Teppich“ sein soll, über den die Erinnerung an die große Zarah Leander das Publikum erreichen kann.
So bin ich am 13. April im kleinen Konzertsaal im Gasteig und freue ich mich auf einen besonderen Abend. Besonders schön wäre es, wenn ich da auch noch ein paar Freunde treffe! Also kommen, es wird bestimmt sehr schön.
RMD
Werner LorbeerMittwoch, der 21. November 2012
Desert Tec #19: Solar, Immobilien, Ehe – Riestern
Heute wieder ein Gespräch mit Freunden, die an der Währungsstabilität verzweifeln. Eine Funktion des Geldes ist der Transport von Werten in die Zukunft – und die ist inzwischen “griechisch”.
Kluge Leute haben das schon lange erkannt und für sich den Solar-Riester erfunden. Der Gutständer ist dabei der deutsche Michel direkt, nicht über den Umweg der politischen Verteilungstöpfe. 20 Jahre Rentengarantie für das eingesetzte Kapital und kein Staat kann mit einem Federstrich sich seiner Schulden entledigen, wie es die Griechen schon vormachen.
Allerdings meine ich, man sollte bloß mit 10 Jahren unbedrängten Einnahmen rechnen und dann auch mit Kürzungen laufender Verträge. Der soziale Druck wird eben zunehmen, ganz im Sinne eines Augsburger Unternehmers gedacht: “Ich kann doch nicht mit dem Dach verdienen und die Leute die drunter arbeiten das bezahlen lassen.”
Immobilien sollte man natürlich ohne den Riester kaufen, weil sie sonst wirklich immobil sind und nicht einmal gegen eine altengerechte Wohnung in der 3. Lebensphase getauscht werden können.
Aber das wirklich Beste ist das Ehe-Riestern. “Investitionen” in die gemeinsame Zukunft mit Kindern, Wanderungen, Spieleabende, gemeinsame Sorgen und Kinobesuche, eigene Verantwortung tragen und sich auch tragen lassen – Ethik, kein Angstgold im Tresor, kein Katzengold im Rohstoffmarkt.
Zeit für den Partner, Zeit die eigne Entwicklung zu beobachten und die Beobachtung der anderen zu verarbeiten.
Ich habe ein kleines Meditationsbuch geschrieben: “Dehnung der Zeit”. Ich meine das ist der eigentliche Sinn des Riesterns: die Zeit, die man sowieso hat, mit achtsam geführten Leben füllen.
wl
Roland DürreSamstag, der 17. November 2012
Rückblick – Wilfried Bommert im IF-Forum
Am letzten Dienstag war Wilfried Bommert vom WDR bei uns in Unterhaching zu Gast. Wildfried Bommert ist ein namhafter Experte für “Welternährung”. Zu diesem Thema hat er auch einige Bücher veröffentlicht. Zurzeit gründet er mit Partnern das “Institut für Welternährung” in Berlin.
Der letzte Vortrag unserer Reihe “Nach(haltig) überleben” im IF-Forum des Jahres 2012 war wieder ein weiterer Höhepunkt. Herr Bommert hat seinen Vortrag bewusst sehr kurz und bündig gehalten. Das haben wir so geplant, denn wir wollten ja quasi als zusätzlichen Wert des Tages ein attraktives Video für Youtube produzieren.
Das dürfte uns gelungen sein. Jeder Satz von Herrn Bommert hat gesessen. Verbindlich, ohne unnötige Emotionalität und fragwürdige Wertung, hat er ganz sachlich Fakten berichtet und einfache, sehr nachvollziehbare Schlüsse gezogen.
So hatten wir im Anschluss an den Vortrag eine lange Diskussion. Sehr konstruktiv und leidenschaftlich. Und waren uns einig: Die Botschaften des Herrn Bommert sind wichtig. Er hat ganz schlicht und sachlich demonstriert, an welch dünnem Faden die Ernährung der Welt hängt. Und wie leicht das kippen kann und wohl auch wird.
Herr Bommert hat uns aber auch Wege aufgezeigt, wie man die Dinge ändern kann. Und dass man sich durchaus für die Zeit nach dem Kollabieren unserer dummen und langfristig schädlichen Art von Wirtschaft vorbereiten kann. So kam es trotz vieler sehr nachdenklich machender Fakten und Bewertungen zu einem schönen und optimistischen Abschluss.
Bei Wienern und Leberkäs (natürlich vom Metzger Schlammerl aus Ottobrunn) wurde so noch kräftig in vielen kleinen Runden weiter diskutiert. Und spätestens beim Glühwein mit köstlichen Lebkuchen – auch aus der Region vom Bäcker Götz in Taufkirchen – war die Stimmung getragen vom Mut zum Aufbruch und die Freude über den lehrreichen und nahrhaften Abend bei allen groß.
Ich freue mich schon auf das Video vom Vortrag, das Friedrich Lehn aufgenommen hat. Sobald es fertiggestellt ist, werden wir es auf unsern diversen Kanälen in Youtube zum Anschauen bereit stellen.
RMD
Hier noch ein paar Bilder als Erinnerung und zum Appetit machen aufs Video.
Wilfried Bommert im Gespräch mit Familie Gerlach. Thomas Gerlach ist Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk und hat den Kontakt zu Herrn Bommert hergestellt.
Die Hinführung zum Vortrag, gleich geht es los …
Alle Photos sind wie so oft von unserem Rolo Zollner.
Jörg RothermelDonnerstag, der 18. Oktober 2012
Bericht aus Melbourne #2
Einwanderung
Nachdem ich jetzt ja auch Einwanderer bin, habe ich mich etwas mit dem Thema Einwanderung beschäftigt.
Ein guter Start um sich über Australien als Einwanderungsland zu informieren ist das Victorian Immigration Museum. Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde von der Regierung bei den australischen Bürgern dafür geworben, Freunde oder Verwandte in Europa anzusprechen, ob sie nicht Interesse haben nach Australien auszuwandern.
Die Eroberung des riesigen Landes wäre ohne die Einwanderungswellen vom 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts unmöglich gewesen. (Wie dabei die reichhaltige Kultur der Aborigines fast völlig zerstört wurde, ist ein eigenes Thema)
Inzwischen hat sich vieles geändert – absolut stellen zwar Australier mit Herkunft aus Europa und den USA immer noch die größte Gruppe dar, aber die Einwanderung aus Indien und vor allem China und nimmt stark zu.
In der lokalen Zeitung „The Age“ erschien vor einigen Tagen ein ausführlicher Artikel, der mit dem Aufmacher begann, dass in dem Stadtviertel Glen Waverly die Appartments eines Neubaus an einem Wochenende zur Besichtigung offen standen (das ist hier die übliche Vorgehensweise bei Verkauf und Vermietung: an einem bestimmten Tag können die Objekte besichtigt werden und dann gilt „first come first serve“). Der Makler war völlig überrascht, dass fast ausschließlich chinesische Interessenten kamen, von denen dann auch noch einige bereit waren bis zu 40.000$ über den gefragten Preis zu gehen, um ein bestimmtes Appartment zu bekommen. Aus der Feststellung, dass an diesem Tag 16 Appartments für insgesamt 40 Mio $ verkauft wurden, kann man entnehmen, wie solvent die Interessenten waren.
Mittlerweile ist der Anteil der Australier chinesischer Herkunft (mit ständiger Aufenthaltserlaubnis) in den 15 Stadtteilen Melbournes, die bevorzugt von Chinesen bewohnt werden, zwischen 27% und 16%. Nach einer Studie werden diese Stadtteile ausgesucht, weil sie gute Schulen, guten öffentlichen Nahverkehr und eine aktive chinesische Gemeinschaft haben. Diese Situation stellt die Melbournians kaukasischer Herkunft vor einige Herausforderungen, weil sie sehen, dass sich unter ihren Augen und für alle spürbar, Melbourne verändert – leider führt das auch immer wieder zu rassistischen Ausfällen.
Bemerkenswert ist der Name der ersten chinesische Schule in Melbourne: „Xin Jin Shan Chinese Language and Culture School“. Xin Jin Shan bedeutet etwa „Neuer Goldener Berg“. Und genau diesen Namen bekamen um 1850 die australischen Goldfelder von den Chinesen in Abgrenzung von den versiegenden kalifornischen Goldfeldern die Jiu Jin Shan („Alter Goldener Berg“) genannt wurden.
Allerdings ist die Mehrheit der modernen Chinesen, die heute nach Australien auswandern, nicht mehr auf der Suche nach der einen Chance in Ihrem Leben; sie sind bereits erfolgreich und wollen ihren Wohlstand sichern oder ausbauen.
Melbournes Innenstadt
Nun ein ganz anderes Thema: zwar wohnen wir außerhalb von Melbourne in Williamstown recht schön, aber die Innenstadt von Melbourne (auch CBD “Central Bussiness District”) hat ein einmaliges Flair, das durchaus mit Paris mithalten kann.
Der Verkehr ist etwa so, wie man ihn sich in einer Stadt von 4.5 Mio. autobegeisterten Einwohnern vorzustellen hat. Selbst ein anständiges öffentliches Verkehrssystem sowie die Tatsache, dass eine Stunde Parken im Parkhaus 16$ und ein Parkknöllchen mindestens 180$ kostet, bringen da offensichtlich wenig Abhilfe. Zwischen den dichtgedrängt schleichenden Autos manövrieren jede Menge Fahrradkuriere, die entweder mit ihrem Leben abgeschlossen haben oder für die nächste Tour-de-France trainieren.
Für den Autofahrer: in der Innenstadt gibt es sogenannte Safety Zonen innerhalb derer man sich beim rechts abbiegen links(!) einordnen muss – dies ist der berüchtigte Melbourner „hook-turn“. Dieser soll bewirken, dass in der rechten Spur zügig durchgefahren werden kann; das funktioniert aber nur, wenn der erste der abbiegen will, einen Formel1 – Start hinlegt; wenn er das nicht schafft, gibt es ein ohrenbetäubendes Hupkonzert weil natürlich keiner hinter ihm in der Kreuzung stehenbleiben will.

Viele Häuser in der Innenstadt entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Melbourne die reichste Stadt der Welt war. Das war natürlich ein Resultat des Goldrausches – damals wurde etwa 1/3 des gesamten Goldes in der Welt in Australien gefördert und die ergiebigsten Goldfelder befanden sich dabei in Victoria unweit von Melbourne. Diesen Reichtum kann man noch heute an den noblen Bürger- und Geschäftshäusern sehen.

Der Flair der Innenstadt ist nicht zuletzt auf die Arkaden und Nebenstraßen (Lanes) mit kreativen (manchmal auch sympathisch skurrilen) Geschäften und 1000en von Bars, Kaffeehäusern und Restaurants zurückzuführen. Die Royal Arkade ist davon die schönste und aufwändigste.

Die Royal Arkade wird von den biblischen Riesen Gog und Magog bewacht.
Offensichtlich sind manche Arkaden in einer Nebenstraße einfach entstanden, weil sich die Besitzer der Restaurants und Bars zusammengetan haben und einen Regenschutz über die Straße gespannt haben; dann braucht‘s nur noch ein paar Stühle und (im Winter) Heizstrahler und schnell ist es Mittags und am frühen Abend so voll, dass man nicht mehr durchkommt.
Besonders viel los ist Freitags ab 16:30, weil dann fast alle Mitarbeiter der Büros im CBD gemeinsam in einen Pub gehen, um das Wochenende zu begiessen. Jetzt im Frühjahr sind an fast jeder Ecke Straßenmusikanten zu hören. Meine Empfindung ist, dass die Qualität der Musik deutlich höher ist als z.B. in München. In Australien kommt Blues und Country besonders gut an.

Chocolatiers und Bonbonläden sind zur Zeit in Melbourne besonders beliebt – die Vorlieber der Melbournians für Süßigkeiten nimmt manchmal skurrile Züge an, so gibt es in Carlton sogar einen Italiener mit „Chocolate Pizza“.
Es gibt im CBD hervorragende Restaurants mit Mittelmeer-Küche (spanisch, französisch, Italienisch, griechisch, türkisch, libanesisch, marokkanisch …). Melbournians sind begeistert von europäischer Küche – abends muss man praktisch überall einen Tisch reservieren.
Für den kritischen Einwanderer aus München bleibt anzumerken, dass das Preis/Leistungsverhältnis mit guten Münchner Lokalen nicht immer mithalten kann. Allerdings haben viele Lokale und Bars das Wohnzimmer-Ambiente eines erstklassigen englischen Pubs.
Bis zum nächsten Bericht – No Worries
JRO
Roland DürreMittwoch, der 22. August 2012
Ich wünsch mir einen Zeppelin :-)
IF-Blog hat sein Sommerloch. Ich bin für zwei Wochen in Griechenland am Strand und pflege duerre.de. Und ergänze die “Stichworte” um ein paar neue “Stichwort-Artikel”. Heute zum Thema “Zeppelin”:
Ich habe nie von einem Wohnmobil und auch von keiner Yacht geträumt. Obwohl ich das Leben als Nomade sehr schätze. Luxuskarossen sind mir auch egal. Aber etwas gibt es doch, das mir gefiele.
Mein Wunsch wäre ein Zeppelin. Das wäre es: Ein Zeppelin, mit dem ich über das Land, die Berge und das Meer fahren kann. An dem eine Gondel mit einer Wohnung hängt. Mit einer kleinen Küche, einem kuscheligem Schlafzimmer und einem Salon. Der soll mit großen Glasfenstern auf allen Seiten versehen sein. Vielleicht sogar mit einem gläsernem Boden. Und natürlich darf eine schöne große Plattform im Freien nicht fehlen. Genauso wie der Steuerraum für den Piloten.
Ein Zeppelin, der sich ganz langsam bewegen lässt und sich lautlos wie ein Ballon mit dem Wind treiben lassen kann. Der aber auch einen kräftigen Motor hat, der ihn mit 100 km (?) pro Stunde durch die Luft zischen läßt.
Am schönsten wäre es, wenn mein Zeppelin mit Solarstrom betrieben würde. Und natürlich muss mein Zeppelin eine kleine Garage für die Fahrräder haben.
Mit meinem Zeppelin kann ich dann immer auf der “Luftlinie” reisen. Dann komme ich mit “nur” 100 km/h auch ganz schön weit. Das wäre die effizienteste Art von “slow travelling”.
Dann müsste mein Zeppelin auch auf Wiesen landen und starten können. Oder auch nur ankern. So dass ich in einer Gondel am Seil hoch und runter komme. Und Lasten und die Räder an einem Haken hoch gezogen und runter gelassen werden können.
Und über den Meeren dieser Welt würde ich mir dann von oben die Luxusyachten der Reichen der Welt betrachten. Und sie ab und zu auf ihren Fahrten begleiten. Und auf Land mir ab und zu mal auf den Autobahnen die tollen Karossen im Stau betrachten.
RMD
Roland DürreSonntag, der 19. August 2012
Meine persönliche Urlaubsstrategie
Seit Freitag bin ich an diesem wunderbaren Platze ganz nah am Meeresufer. Nachts höre ich das Meer rauschen.
Tagsüber sitze ich mal in der Sonne und dann wieder im Schatten. Ich erlebe die Kraft des Windes und der Wellen und genieße die Früchte des Landes. Ein bisschen Radfahren, ein wenig Schwimmen. Das ist es. Und bin so faul und zufrieden.
Nein – ich bin nicht ganz zufrieden und faul. Mir fällt auf, dass ich an duerre.de schon länger nichts mehr gemacht habe. Vor allem meine “Stichworte” dort habe ich in letzter Zeit vernachlässigt. Das sind die Worte, bei denen es mir aus irgendwelchen Gründen einen Stich gibt.
Also werden ich in diesem Urlaub mich vor allem um duerre.de und die Stichworte kümmern. Und will da wieder ein paar mehr “grün” machen. Und wenn mir so ein Artikel zu einem neuen Stichwort gut gefällt, dann veröffentliche ich ihn auch in IF-Blog. Und spar mir damit Arbeit.
Weil ich faul sein will …
RMD
Werner LorbeerFreitag, der 29. Juni 2012
Zinsgejammer und historische Fakten
“8% Zins überfordert die Staaten im südlichen Europa.” “Scheitert der Euro, dann scheitert Europa”. Ach du lieber Junker!
Die historische Wahrheit liegt so nah. Erstens waren die Ratings der südlichen Länder (und auch noch anderer) sicher falsch. Die Agenturen haben ihre Leser in falscher Sicherheit gewiegt, dafür sind sie zu tadeln. Aber sicher nicht dafür, dass sie sich jetzt der Wahrheit nähern.
Und nun zum Markt: Er will jetzt, wo ihm die Augenbinde abgenommen wurde, das Risiko entlohnt haben. Klar und das ist auch der einzige Weg, die politischen Klassen von ihren Wunschphantasien zu befreien: Ich glaube nicht an die von Deutschland gewünschte Selbstverpflichtung zur Mäßigung. Aber bei der mäßigenden Wirkung der Zinsen wäre ich mir sicher.
Daraus folgt natürlich, Herr JunkerHollandeMontiundCo, keine Zinshilfen. Aber, meine Herren und Damen, Sie dürfen gerne ihr ganzes sicher nicht unbeträchtliches Vermögen in südliche Staatsanleihen stecken.
Man wäre schon gerne Mäuschen: Welche Staatsanleihen kaufen Roth und Steinbrück? Wirklich aus Sympathie nur die griechischen, portugiesischen und spanischen? Und dann, wenn das Ganze Bergwerk kracht, tanzen wir gemeinsam mit Anthony Quinn den Sirtaki. “Sei nicht traurig Boss, das Leben ist zu kurz”.
Für die Wahrheit, was für Staaten verkraftbar ist und was sie in der Vergangenheit schon verkraftet haben, eine Graphik für die 10-jährigen Anleihen von Markt-Daten.de.
Viele Staaten sind schon mit höheren Zinsen zurecht gekommen. z.B. die BRD bei der Finanzierung der Wiedervereinigung. Ich erinnere mich noch gut an die Häme vom Finanzplatz London, die sich über die hohen Zinsen freuten – wollte da einer die Wiedervereinigung mitfinanzieren? Nein, ganz Finanz-London freute sich über den hohen Zins aus Deutschland.
Aber jetzt für die Lebensfreude dieses Sommers, für all die Junkers, Roths, Steinbrücks, Trittins und all die guten Menschen! Das Ende der Investition, das Ende des Films, Anthony Quinn und der düpierte Finanzier, das ist ultimativ, das ist alternativlos, das ist das wahre Leben ohne Alter, ohne Zivilisation, das ist nur das Jetzt ohne Morgen … unendlich schön und selbstvergessen.
wl
Roland DürreSamstag, der 26. Mai 2012
Barbara und Roland laden ein zum Sommerfest
Save the date – Vormerken!
24. Juni 2012
(und am besten gleich anmelden!)
Am 24. Juni hat die Barbara Geburtstag. Den wollen wir feiern. Sie feiert, weil sie noch so jung und keine 60 ist. Wir feiern gemeinsam, dass wir wohlauf sind und es uns gut geht. Und wir zufrieden sind.
Wir wollen mit ganz vielen Freunden feiern. Mit allen, die uns mögen und uns nahe stehen. Der genaue Zeitplan des Festes steht noch nicht fest. Mit dem Programm bin noch in der Planung. Wir werden auf jeden Fall am Nachmittag gegen 16:00 starten. Und bis Mitternacht feiern. Es soll ein unkompliziertes Fest werden. Mit gutem Essen und Trinken. Und mit viel ganz besonderer Musik.
Auf Geschenke und Mitbringserl mögen wir gerne verzichten. Wir haben alles was wir brauchen. Und müssen bald umziehen. Das wird schlimm genug. Besitz belastet und das werden wir beim Umzug von unserem großen in ein kleines Haus so richtig merken.
Deshalb bitte ich, möglichst nichts mitzubringen. Nur wirklich gute Laune. Und wenn es unbedingt sein muss, dann nur Dinge, die man Essen oder Trinken kann. Wie Wein oder Schokolade. Aber auch das auf jeden Fall in Maßen.
Vor allem wünschen wir uns schönes Wetter. Wenn Ihr das mitbringt, dann wäre das ganz toll. Damit wir unseren großen Garten nutzen können.
Ich mag viele Menschen. So werde ich viele einladen. Das werde ich überwiegend per E-Mail machen. Werde das auch sehr gewissenhaft machen. Da ich aber nicht so gut organisiert bin, wie ich es gerne wäre, werde ich bestimmt ein paar von Euch vergessen.
Bestimmt auch welche, mit denen wir uns eng verbunden fühlen. Das tut mir leid. Die “Vergessenen” bitte ich um Verzeihung. Sie mögen mir nicht böse sein, sondern sich einfach selbst einladen. Und alles so machen, wie es im nächsten Absatz beschrieben ist.
Also: Alle, die sich mit uns verbunden fühlen und kommen wollen, bitte ich, mir eine E-Mail zu schreiben und sich auch noch hier (http://www.doodle.com/qq6w5bb2s4r7qmnt) einzutragen. Am besten mit Vor- und Nachnamen, weil ich viele Menschen mit gleichem Vornamen kenne. Und nicht vergessen, das Häkchen anzuklicken. Damit die Liste schön grün wird.
Die Einladungen sende ich Anfang. Juni raus.
Dann können wir planen, wie viel Fässer Bier und Wein und sonstige Getränke wir brauchen. Und damit das Essen auch ausreicht.
Jetzt hoffe ich auf eine warme Sommernacht, die bestens für ein rauschendes Fest bei Musik, Speis und Trank geeignet ist. Und freue mich auf Euer Kommen. Wenn Ihr alle kommt, wird es bestimmt ein schönes Fest!
RMD
Roland DürreFreitag, der 16. März 2012
Für kurze Hosen …
Seitdem ich mich erinnern kann, liebe ich kurze Hosen. Schon im Schulalter gab es im Sommer eigentlich nur die kurze Lederhose. Sogar im Regen. Das war in den 50iger Jahren.
Dann kam das Studenten- und Berufsleben – und die kurze Hose verschwand aus meinem Leben. Außer beim Sport war sie nur noch daheim im Garten oder beim Zelten angesagt. Weil es irgendwie Tabu war, in die Arbeit oder gar zum Kunden mit der kurzen Hose zu gehen.
Da habe ich oft die Mädels beneidet, die im Sommer mit kurzen Röcken und luftigen Kleidern durch die Gegend schwirrten.
So mache ich ab jetzt in Gleichberechtigung – und habe fest vor, in diesem Jahr immer wenn die Temperaturen so halbwegs danach sind, auf das lange Beinkleid zu verzichten.
Falls ich mit der kurzen Hose und den nackten Beinen irgend jemand desavouieren sollte, bitte ich jetzt schon um Verzeihung.
RMD
Klaus HnilicaDonnerstag, der 23. Februar 2012
Otello – und die Lust zu würgen
Carl und Gerlinde (XIX)
Carl war platt! Der Otello – tatsächlich ausverkauft! Und er, Carl, war drinnen, andere draußen! Und die es nicht glauben wollten, hielten im Eingangsbereich der Oper immer noch Pappkartons hoch, auf denen sie tapfer um Karten bettelten! Carl hätte am Liebsten seine Karte gleich meistbietend verscherbelt, denn der Verdi und sein Otello konnten ihm wirklich gestohlen bleiben; nur – das konnte er Hannelore nicht antun! Sie hatte ihn so nett eingeladen!
Außerdem war das schon ein gutes Gefühl, wenn man etwas hatte, das andere nicht hatten! Das fühlte sich prima an…
„Da siehst du wieder einmal“, sagte Hannelore mit ihrem gefährlich verschmitzten Lächeln, „was du mir alles verdankst, lieber Carl“ und drückte ihn mehr als ihm lieb war an sich, als er beim versuchten Gleichschritt über die wenigen Stufen bis zum Eingang ungeschickt stolperte.
Leicht irritiert sagte Carl, dass ihn bei diesen vielen Opernfans schon interessieren würde, ob die wirklich nur wegen Verdis Musik kämen, oder ob sie sich im Stillen nicht doch daran delektieren wollten, dass da einer noch konsequenter als der triebstarke Wetterfrosch seine Würgespielchen durchzog…
„Es ist ja nicht jeder wie du, Carl “, spöttelte Hannelore und steuerte zielstrebig die Garderobe an.
Entschuldigend fügte sie hinzu, dass sie gern zugebe, dass in seiner momentanen Verfassung der ‚Otello’ nicht gerade aufbauend sei, aber er war halt im Abo, und ihr goldiger Kurt guckte lieber Fußball, als sich dieses Gejodle anzutun, bei dem er eh nur einschlafe…
Ein kluger Mann, der Kurt, dachte Carl, nahm Hannelore den Mantel ab und wünschte, er hätte ähnlich couragiert wie Kurt ihrer Opernverlockung widerstehen können. Aber mit Gerlinde musste er auch immer in die Oper. Er war abgehärtet. Als Trost ging’s ja danach stets ins „Fundus“! Für heute Abend hatte er da auch einen Tisch reservieren lassen! Sie käme aber nur mit, sagte Hannelore spitz, wenn er sie nicht mit ‚Gerlinde hier und Gerlinde da’ zulabere. Überhaupt sollte für den Rest des Abends das Thema Gerlinde tabu sein und er sich, wie ein echter Gentleman, nur um sie kümmern!
„Nicht wahr, mein goldiges Carlchen“?
„Abgemacht mein Hannelörchen – mit den roten Mauseöhrchen!“
„Mistkerl“, sagte sie lachend.
Und er sagte „Miststück“ und meinte nicht nur sie, sondern auch Gerlinde und alle anderen Frauen in der Welt…
Denn Fakt war, dass er selbst nach acht Wochen keine Ahnung hatte, wo sich ‚sein heiß geliebtes Luder’ Gerlinde – wenn sie denn noch ‚seins’ war – aufhielt, beziehungsweise mit wem sie sich herumtrieb… Was sie bestimmt tat!
Ein Kind von Traurigkeit war sie nie gewesen. Gott sei Dank! Aber jetzt setzte ihm gerade diese Tatsache besonders zu! Und wie! Er hätte wahnsinnig werden können! Genau wie Otello! Der aber weniger Grund hatte; denn seine kreuzbrave Desdemona hatte sich nie außerhalb seines ‚Würgehorizonts’ herumgetrieben!
Nicht so Gerlinde, die sich einfach aus dem Staub gemacht hatte und ihn armen Tropf nicht nur kränkte und demütigte, sondern ihm auch noch jede Möglichkeit nahm sie zu würgen! Miststück: so ein bisschen ‚angewürgt’ hätte er sie schon gerne, wenn er ehrlich war…







