Roland Dürre
Donnerstag, der 4. Juli 2013

Mein agiles Manifest …

🙂 … könnte so oder so ähnlich aussehen:

Je mehr ich über „AGILES Vorgehen und Handeln“ nach denke, desto mehr glaube ich, dass es sich hierbei um ein Grundprinzip handelt, das die „alte Welt“ von der „neuen Welt“ unterscheidet.

„AGIL“ könnte so die Fortsetzung von „Aufklärung“ und „Benutzen seines Verstandes“ sein. AGIL sein heißt auch, sich immer und ganz bewusst im Spagat zwischen Individualität (was will ich, was kann ich, was darf ich …) und Kollektivität (was wollen wir, was können wir, was dürfen wir …) zu bewegen.

„AGIL“ bezeichnet unseren Willen, unser Leben in Freiheit zu führen – was an dieser Stelle bedeutet „willens und in der Lage sein, unser Leben in eigener Verantwortung zu führen“ und dabei dem Handlungsprinzip zu folgen „eigenes und fremdes Leben eher zu mehren als zu reduzieren“.

„AGIL“ sein, mit Veränderung umzugehen. Für die Veränderung zu sein, die wir brauchen und gegen Veränderung, die uns schadet.

„AGIL“ sein beinhaltet den Willen, Erkenntnisse zu mehren und diese dann auch anwenden zu können. Ein wichtiges Ergebnis von Erkenntnisgewinns sind selbstredend Modelle und Ansätze, Methoden und Vorgehensweisen …

So müssen wir, um „AGIL“ zu werden, bereit sein immer Neues zu lernen, ungewohnte Dinge zu machen, Fremdes auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Wir müssen verstehen und begreifen, wie die Prozesse in unseren sozialen Systemen funktionieren. Das „integrative und systemische Verständnis“ unserer Unternehmen wird so zur Voraussetzung fürs Gelingen von „Führung“.

Soweit in aller Kürze …

Angeregt zu diesem Ausbruch zur Agilität hat mich ein Artikel in openPM von Stefan Hagen.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 20. Oktober 2012

Video: Dr. Eberhard Huber auf dem IF-Forum „Projekt Coaching“

Den abschließenden Beitrag auf unserem fachlichen IF-Forum am 25. September 2012 hat Dr. Eberhard Huber erbracht. Ihm ist es vorzüglich gelungen vor der abschließenden Diskussion in der „Fish Bowl“ noch mal alle Fäden dieses wunderbaren Nachmittags zusammen zu fassen.

Die Aufnahme seines Vortrages ist jetzt – „at last but not at least“ – auch in Youtube verfügbar.

Das Thema des 3. fachlichen IF-Forums war “Projekt Coaching“, das Motto “best of PM-Camp“. Das waren dann alle Videos von diesem Ereignis.

An Eberhard nochmal ein herzliches Dankeschön für seinen Vortrag, mit dem er wesentlich zum Gelingen unseres IF-Forums beigetragen hat.

Eberhards Motto ist „Projekt“ im Team – hier geht es zu seinem Blog „projekt (B)LOG„.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 7. September 2012

Mehr Details zum IF-Forum am 25. September in Unterhaching

Nur noch gut 2 Wochen!

Am 25. September findet bei uns in Unterhaching wieder ein fachliches und ganz besonderes IF-Forum statt. Es ist das dritte “fachliche IF-Forum” nach 2010 (AGIL) und 2011 (FÜHRUNG).

In 2012 kommen am 25. September die Protagonisten des PM Camp nach München (Unterhaching) und bringen uns das “Beste vom PM Camp”.

Es geht um

Projekte und Arbeiten, Coachen und Gelingen!

Hier die Agenda und eine Vorstellung der Referenten und ihrer Beiträge:

Moderation – Roland Dürre

14:00  – 14:15  Begrüßung (Kornelia Hietmann)

Block I

14:15  – 14:45 Integriertes Projektmanagement (Dr. Stefan Hagen)
14:45  – 15:15 Postindustrielles Projektmanagement (Dr. Marcus Raitner)
15:15  – 15:45  “Fishbowl” zu Block I

Pause

Block II

16:15  – 16:45  Systematische Kreativität (Jens Hoffmann)
16:45  – 17:15  Sinn, Unsinn und Chancen des Lebens
 (Nadja Schröer-Petranovskaja)
17:15  – 17:45  “Von Zwiebeln und Kulturen” (Dr. Eberhard Huber)
17:45  – 18:30  Fishbowl zu Block II

Anschließend:

Happy Hour (Gespräche, Spaß, Lachen, Getränke und Brotzeit)

Hier die Vorstellung der Referenten mit jeweils einen kleinen Ausblick auf ihre Vorträge:

Dr. Stefan Hagen eröffnet den ersten Block mit seinem Beitrag über „Integriertes Projektmanagement“

Stefan ist Gründer und Inhaber der Hagen Management GmbH.

Stefan lebt im wahrsten Sinne des Wortes

Projektmanagement – Organisation – Strategie

So ist er auch der Autor des wohl meist gelesenen deutschsprachigen Blogs für Projekt Management (pm-blog). Er eröffnet das IF-Forum 2012 mit einem Plädoyer für “Integriertes Projektmanagement”. Hier ein Ausblick auf seine Thesen:

  • Probleme im Projektmanagement lassen sich wahrscheinlich nicht mit den herkömmlichen Ansätzen und Methoden lösen. Man betrachte nur die katastrophale Erfolgsquote.
  • Integrative Ansätze werden notwendig. Das bedeutet im Wesentlichen, über den Tellerrand hinaus zu schauen.
    • Horizontale Integration: Klassische und agile Ansätze
    • Vertikale Integration: Menschen in (sozialen) Systemen
  • Stefan wird hauptsächlich auf systemische Prinzipien eingehen, die derzeit in den meisten Projekten sträflich vernachlässigt werden.
  • Sein Fazit:Wir brauchen einen “Ebenenwechsel”, um bessere Rahmenbedingungen für gelingende Projektarbeit / Teamarbeit zu schaffen.

Die Gedanken von Stefan werden fortgesetzt mit „Postindustrielles Projektmanagement“ von Dr. Marcus Raitner.

Marcus promovierte in Informatik an der Universität Passau.

Nach fünf Jahren als Senior Project Manager bei einem großen IT-Dienstleister widmet er sich seit 2010 als Senior Partner und Mitglied der Geschäftsleitung dem Aufbau der esc Solutions GmbH.

Seine Schwerpunkte sind IT-Projektmanagement und IT-Projektcoaching.

Dr. Marcus Raitner betreibt ein bekanntes PM-Blog, ist Mitorganisator des PM-Camps und der Initiator von openPM.

So kündigt Marcus seinen Vortrag an:

Viele Projekte sind Zwei-Klassen-Systeme: Wenige denken und lenken, der Rest führt aus. Planungsapartheid. Unverkennbar die Parallele zur Organisation von Großunternehmen: Industrielles Projektmanagement mit dem vorrangigen Ziel der Effizienz. Industrielles Projektmanagement funktioniert gut, wenn die Komplexität so gering ist, dass die Kreativität der planenden Klasse ausreicht, um die auftretenden Hindernisse zu bewältigen. Nur sind die meisten Projekte eben deutlich jenseits dieser Komplexität. Was dann?

Nach den Vorträgen von Stefan und Marcus findet die erste “Fishbowl” statt. Wir verarbeiten das Gehörte gemeinsam.

Dann machen wir Pause.

Den zweiten Block eröffnet Jens Hoffmann.

Jens, Jahrgang 1967, ist Geschäftsführer und Gründer der Hoffmann Consulting GmbH. Der gebürtige Düsseldorfer begann seine Karriere bereits sehr jung mit 20 Jahren bei Microsoft in München bevor er 1987 zu Roland Berger & Partner wechselte und dort schnell zum Projektleiter an den Standorten Frankfurt, Wien und Zürich aufstieg.

1999 gründete er die Hoffmann Consulting GmbH, ein auf Dienstleistungen für IT und Telekommunikation spezialisiertes Beratungsunternehmen. Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind Governance, Risk Management, Compliance und Business Innovation (Business Model Design, Produkt- und Serviceinnovation).

Eines seiner wichtigsten Themen ist Kreativität, also spricht er über

Systematische Kreativität
Neue Herausforderungen identifizieren und wirksam Probleme lösen.

Auch hier ein paar Gedanken von ihm schon mal im Voraus:

Produkte und Dienstleistungen werden wie die sie liefernden Unternehmen immer austauschbarer. Fachliche  und soziale Kompetenzen werden vorausgesetzt, jedoch ist Kreativität der Skill, der zur Zeit am stärksten gefragt ist. Die Fähigkeit, Kundenbedürfnisse identifizieren und adressieren zu können und Probleme wirksam lösen zu können, entscheidet als stärkstes Differenzierungsmerkmal über Erfolg oder Misserfolg.

Für viele ist der Zusammenhang von Kreativität und Business ungewohnt. Jens wird einen Überblick geben, wie Kreativität im Business erfolgreich als Prozess etabliert werden kann und systematisch als Individuum oder im Team entwickelt und genutzt werden kann.

Nach dem Vortrag von Jens freuen wir uns auf Nadja Schröer-Petranovskaja.

Nadja sieht sich selbst so:

Mensch, Russin, Psychologin, Projektleiterin, Businessmuse, Fotografin, Mutter, Buchautorin, Bloggerin.

Suchend und findend zwischen Ländern, (Unternehmens-)Kulturen samt ihrer Bewohner und Branchen. Auf nichts festgelegt bis auf:

Es muss einen Sinn haben.

Freiheitsliebend, faul und mutig.

Sie wird uns ihre Gedanken mitteilen über:

Sinn, Unsinn und Chancen des Lebens!

Nadjas Vorträge sind immer ganz besondere Erlebnisse. Ich freue mich schon wahnsinnig auf ihren Impulsvortrag, der Fragen stellen, Fakten miteinander kombinieren und Vorschläge machen wird, wie wir uns unser noch verbleibendes Leben gestalten können.

:-)Übrigens genau die Frage, die auch mich am meisten beschäftigt.

Der Reigen der Vorträge wird abgeschlossen von Dr. Eberhard Huber.

Dr. Eberhard Huber verkörpert Erfahrung und Wissen. Ihn zeichnen aus: 25 Jahre aktive Projekt-Leitung, Trainer und Coach für Projektmanagement, Gruppendynamik und Teamentwicklung. Projektmanagement in Forschung, Lehre (Universitäten Mannheim und Magdeburg) und Praxis.

Sein Credo ist:

Das Zusammenwachsen der Menschen zu einem Team, die Entstehung einer Kooperation, die mehr als eine Anhäufung von Einzelkompetenzen ist, ist in vielen Projekten von glücklichen Zufällen, den Führungsqualitäten oder dem Charisma des Projektleiters abhängig. Hier setzt teamorientierte Projektleitung an, die den Teambildungsprozess im Laufe des Projekts fördernd begleitet. Teamorientierte Projektleitung, die Selbstorganisation zulässt und fördert, ermöglicht vorhandenes Potential wirklich auszuschöpfen.

Eberhard berichtet uns diesmal von

“Von Zwiebeln und Kulturen”

Seine “Zwiebeln” schließen den Kreis zum Eröffnungsvortrag vom Stefan. Kultur und die aktive Förderung derselben kann eine Lösung für den von Stefan geforderten Ebenenwechsel darstellen. Eberhard hat seinen Vortrag bewusst “Von Zwiebeln und Kulturen” getitelt, denn der Plural ist wichtig für das, worauf er hinaus will.

Jetzt ist es Zeit für die zweite “Fishbowl. Gemeinsam werden wir den spannenden Nachmittag abschließen und uns in der Happy Hour von der Anstrengung des intensiven Arbeitens erholen! 

Ich finde es toll, dass ich diese Superveranstaltung moderieren darf und freue mich schon auf einen aufregenden und schönen Tag mit Stefan, Marcus, Jens, Nadja, Eberhard und vielen Freunden und Partnern.

Ja – und fast hätte ich es vergessen – Anmeldungen einfach per E-Mail!

RMD

Am Wochenende lese ich gerne in den Blogs meiner Freunde. Dr. Stefan Hagen (Stefan) weist zum Beispiel in seinem PM-Blog auf das PM Forum 2012 in Nürnberg der GPM hin. Er will auch hingehen, weil er mal wieder so eine klassische Konferenz erleben will.

Ich freue mich schon auf Stefans Bericht vom PM-Forum der GPM – in Stefans PM-Blog wie auch mündlich.
🙂 Und ahne auch schon ein so ein wenig, was er da sagen wird.

Ich mag keine klassischen Konferenzen mehr. Besuche sie aber auch immer wieder. Je nach Veranstaltung bin ich dann aber regelmäßig mehr oder weniger enttäuscht (oder besser, es bestätigen sich meine Vorurteile). Ab und zu sind einige brilliante “speaker” da, man trifft auch ein paar Leute, die man gerne mal wieder sieht, aber das war es dann in der Regel.

Bemerkenswert finde ich den Titel der PM-Forums:

“Auf Kurs bleiben mit Projektmanagement – Kompass in bewegten Zeiten”

Da regt sich doch schon der erste Unmut in mir:

Floskeln wie “Bewegte Zeiten” oder „Krise“ kann ich nicht mehr hören. Uns geht es so gut wie noch nie. Wenn wir in einer Krise leben, dann muss die Krise etwas sehr schönes sein. Kann man wirklich gut drin aushalten – ich möchte da gar nicht mehr raus.

Ich stelle viel mehr fest, dass wir in einer Zeit leben, in der es uns so richtig gut geht. Die uns allerdings kollektiv (und vielleicht auch individuell ) fett und faul gemacht hat. Wir leben über unsere Verhältnisse – und das auf Pump.

Die einzige Bewegung, die ich feststelle, ist das Zittern der Gesellschaft um ihren Wohlstand und die krampfhaften Bemühungen zur Wahrung unseres Besitzstandes. Von wegen “bewegte Zeiten” und “Krise”.

Und dann kommt ein Verband und predigt uns:
”Auf Kurs bleiben mit Projektmanagement – Kompass in bewegten Zeiten”.

Diesen Satz finde ich sprachlich wie inhaltlich schon ein wenig befremdlich. Vielleicht sollte man ein wenig mehr nachdenken, bevor man solche Slogans kreiert und verbreitet.

Was bedeutet denn “Auf Kurs bleiben”?

Ein sinnvolles und mutiges “Auf Kurs bleiben” erfordert doch viel mehr als Projekt Management? Da muss man doch überhaupt erst mal wissen, wo man hin will! Welches Gesellschaftsmodell das Ziel ist? Da geht es um Kultur und Werte, um Verantwortung, Wissen, Mut, Freude, Respekt, Toleranz, Zivilcourage …

Da könnte ich ja auch schreiben:
Auf Kurs bleiben mit Requirement Engineering„.

Oder noch besser:
Einen Verband für Kursfindung gründen, der dann Kursfinder zertifiziert. Mit dem Motto: Den Kurs finden im herrschaftsfreiem und redlichem Diskurs (Adorno, Habermas). 

Das ist natürlich alles nur halbernst gemeint. Aber bei aller Liebe: “Auf Kurs bleiben mit Projekt Management” mag gut klingen, aber ist doch nur eine komplexe und verwirrende Worthülse. Es geht doch darum, zuerst mal den Weg zu finden, den man gehen will. Oder zumindest die Richtung. Und dass ist ein in der Tat sehr schwieriges Projekt. Da wird man Projekt Management nicht als trivial anzuwendendes Lösungsmittel verkaufen können.

Zu suggerieren, dass “Projekt Management der Kompass in bewegten Zeiten” ist, finde ich abenteuerlich oder zumindest sehr einfältig (oder technokratisch gedacht?). Warum tönt man nicht gleich
“Mit PM lösen wir alle Probleme!”?

Aber was soll es. Der Slogan erinnert mich doch eher an das Marketing für die Milchschnitte. Und wahrscheinlich ist er das ja auch – nur einfaches Werbegeblödel, wie wir es überall finden. Weiß nur nicht, ob der Verband sich selbst mit so etwas letztendlich einen Gefallen macht. Auch wenn man sich ja als Herrschaftssystem „Verband“ eh im Besitz der sauber in “Standards” zerlegten und zertifizierten Wahrheit wähnt (und vielleicht auch wähnen muss).

Ich wäre entsetzt, wenn z.B. das PM Camp, für das ich mich ein wenig mitverantwortlich fühle, sich mit einem so platten Slogan bewerben würde. Und würde mich im Kreise meiner Freunde dagegen wehren.

Hier noch zum Schmunzeln der einleitende Originaltext aus dem Programmheft PM Forum 2012 (pdf)

International ist das Wetter nach wie vor rau und die Großwetterlage bleibt stürmisch. In Deutschland sind die konjunkturellen Aussichten zwar positiv, aber auch hier müssen sich Unternehmen wieder auf schweren Seegang einstellen. Im stürmischen Auf und Ab der Konjunktur gilt es jetzt, auf Kurs zu bleiben. Dabei zahlt sich aus, dass die Unternehmen in Projektmanagement investiert und so ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessert haben. Durch Projektmanagement lassen sich überzeugende Ergebnisse in time und in budget erzielen. Professionelles Projektmanagement ist für deutsche Unternehmen zunehmend ein Erfolgsgarant. Es wird zum Kompass und Richtungsweiser, gleicht Schwankungen aus und hält Unternehmen flexibel und agil, auch in volatilen Zeiten.

Na ja! Da hol mir doch jemand einen Philosophen. Und lass das ja keinen Mittelständler lesen. Welche „buzzwords“ fehlen denn hier eigentlich nicht? Wer schreibt denn so etwas, oder noch besser, wer glaubt so etwas? Ein schöner Unsinn. Aber wir wissen jetzt, wie man Unternehmen vor dem drohenden Untergang bewahrt. Ist doch auch schon was.

Die Veranstaltung kostet übrigens für Nicht-Mitglieder schlappe 1.150,00 €, für GPM-Mitglieder ist es um 200 € billiger. Dafür kann man zum Beispiel unseren ewigen deutsch-französischen Journalisten und Publizisten Prof. Dr. Peter Scholl-Latour über “Internationale Brandherde als Herausforderung für die deutsche Politik” oder unseren sich selbst vermarktenden Extrembergsteiger Hans Kammerlander über “Am seidenen Faden. Von Südtirol zum Jasemba (7.350 m): 40 Jahre auf Kurs!” reden hören. Ich kenne beide Referenten und wünsche viel Spaß!

RMD

Nichts als Fragen …

Die Begriffe „Projekt“ (P) und „Management“ (M) sind für mich ein Phänomen. Und noch mehr „Projekt Management“ (PM).

Sollten wir nicht an Stelle von P und M von „Planung“ und „Umsetzung“ zu reden? Und dann von PM als Versuch, die Umsetzung zu steuern, also zu minimalen (Transaktions-)Kosten zum Gelingen bringen?

Ist PM ein Beruf? Ein Handwerk? Oder gar ein Prozess?

Benötigt gutes PM vor allem „Erfahrung“ und „Wissen“? Die Erfahrung liefert „best practice, das Wissen „knowhow“? Ist gutes PM dann überwiegend das Nutzen von Erfahrung und Wissen.

Ist für gutes PM „Lebenserfahrung“ für den Umgang mit den Menschen notwendige Voraussetzung? Aber, was ist das – „Lebenserfahrung“ und wie gewinnt man diese?

Wie kann man Erfahrung und Wissen zu PM messen und gar zertifizieren?

Heißt PM nicht vor allem „Arbeiten und die Übersicht behalten“? Und das in einer gewissen Form von Arbeitsteiligkeit? Um sein eigenes oder ein gemeinsames „Ding zu machen“?

Welche Rolle spielen Werkzeuge eigentlich wirklich bei PM? Wie relevant sind Methoden? Welche Methoden helfen wirklich?

Muss gutes PM nicht vor allem die „zu machenden Dinge“ verbalisieren und kommunizieren können? Helfen, die Werte zu stärken? Kulturen zu respektieren und Kultur schaffen? Kommunikation zwischen Instanzen und Menschen verbessern? Helfen Konflikte aufzulösen oder besser zu vermeiden? Von Angst freie Räume zu schaffen und die Entfaltung zu fördern? Und notfalls mutig gegen Asozialität und Intoleranz anzugehen?

Kann man Individuen und Kollektive überhaupt planen? Oder muss man sie sich entwickeln lassen?Kommt jemals das raus, was man geplant hat? Oder ist Aufgabe von PM nur, zu rechtfertigen, warum das Ergebnis differiert? Also den Plan zu schleifen.

Wie rational sind Welt, Mensch und Evolution? Finden die Dinge nicht eher statt als dass sie gemacht werden? Kann PM wirklich mehr als die Evolution ein wenig mit zu beeinflussen? Wird so PM nicht eigentlich zu einer Disziplin der Philosophie?

In welcher Beziehung stehen M und PM zu Unternehmertum und Führung? Zu Entscheidung und Verantwortung?

Ist das P nicht ein selbstverständlicher Teil des menschlichen Handelns? Macht es Sinn, so ein zentrales Moment auf Unternehmen (soziale Systeme mit einem wirtschaftlichen Zweck/Nutzen) einzuschränken?

Ist nicht jeder Versuch einer bewusst gemachten Veränderung ein P?  Braucht ein P immer eine konkrete Absicht und ein definiertes Ziel?

Kann bei P nicht auch der Weg das Ziel sein? Ist die Veränderung der Ziele in einem P nicht auch ein P? Gerate ich dann nicht eine rekursive PP-Situation? Wie soll ich die aushalten?

Ist die von einem Menschen geplante beabsichtigte Veränderung persönlicher Eigenschaften oder seiner Lebenssituation nicht auch schon ein P?

Was ist der Unterschied von Vorhaben und Ziel und von Vision und Utopie? Kann ich mit Zukunft „handeln“?

Ist für PM wirklich die Erreichung des Ziel von herausragender Bedeutung? Oder ist nicht die durch ein P erreichte Verbesserung der gewünschte Erfolg? Und bekommt so PM vor allem die Aufgabe, das Ziel zu korrigieren und an die tatsächlichen Bedürfnisse anzupassen?

Ist PM also nur eine Form, den „Weg zum Ziel“ zu gehen? So dass (wieder mal) der Weg zum Ziel wird? So wie der Tod im Leben des Menschen nicht das Ziel sein kann, sondern das Leben von der Geburt bis zum Tod?

Schützt uns PM vielleicht nur davor, uns unsere menschliche Unzulänglichkeit eingestehen zu müssen? Und lässt PM uns so glauben, dass wir alles im Griff haben? Als eine Art willkommene Selbsttäuschung?

Gibt es das überhaupt – P (Projekt) und M (Management)? Braucht man PM (Projekt Management) überhaupt?

RMD

P.S.
Hier noch ein paar meiner Artikel zum Projekt Management.

#64 – Project Management goes Brecht

#65 – Was ist das eigentlich – Projekt Management? (Definitionsversuch I)

#66 – Was ist das eigentlich – Projekt Management? (Definitionsversuch II)

#67 – Was ist das eigentlich – Projekt Management? (Definitionsversuch III)

#68 – Wie entstehen eigentlich Projekte?

#69 – Projekte sind schädlich für die Gesundheit Ihres Unternehmens!

P.S.1
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

Ende letzter Woche war ich auf der Konferenz „interPM„. Diese stand unter dem Leitthema „IT-Projektmanagement 2012+ im Spagat zwischen Industrialisierung und Agilität?“.

Was mir dort aufgefallen ist: Vielen Menschen, ich selbst eingeschlossen, ist gar nicht richtig klar, was „agiles“ Projektmanagement eigentlich kennzeichnet, und inwiefern es sich vom „klassischen“ Projektmanagement unterscheidet. Das wird noch verstärkt dadurch, daß es eigentlich auch keine vernünftige Definition für „klassisches“ Projektmanagement gibt.

Eine Abgrenzung ist daher schwierig. Nichtsdestotrotz möchte ich es trotzdem versuchen. Hier also meine ganz persönliche Meinung, was „Agilität“ im Kern eigentlich ausmacht:

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Roland Dürre
Dienstag, der 21. Februar 2012

Unternehmertagebuch #72 – Ungeliebte Meetings …

Wir leben im Zeitalter der Besprechungen. Die meisten sind unnütz und machen Frust.

Wir verbringen viel zu viel Zeit in Besprechungen. Das im Zeitalter von Telefon, E-Mail, Internet, iPad und Kindle und nicht zuletzt“social media“ auch im Unternehmen. Da müsste man doch auch ohne so viele Meetings bestens kollaborieren können. Und kann man auch!

Aber die öffentlichen Terminkalender (outlook/exchange) und eine scheinbar demokratische Firmenkultur eröffnen natürlich alle Möglichkeiten, auch den letzten freien Zeitslot seiner beruflichen Freunde (oder auch Gegner) dicht zu machen.

So wird jetzt mehr als je zuvor „gemeetet“, obwohl aufgrund vernetzter Kommunikation weniger als je zuvor gemeetet werden müsste. Man hat soviel Besprechungen, dass man keinen Spaß mehr daran haben kann! Und sich nur noch durch den Marathon schleppt. Es muss halt sein. Und meistens kommt nicht so richtig viel heraus.

🙂 Deshalb hier ein paar Ursachen, die Besprechungen garantiert nicht gelingen lassen:

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Roland Dürre
Sonntag, der 15. Januar 2012

Unternehmertagebuch #64 – Project Management goes Brecht

In der Dreigroschenoper gibt es viele kluge Lieder.

Im Blog 23actions hat Jens Hoffmann einen Artikel mit dem Titel

Projekte sind schädlich für die Gesundheit Ihres Unternehmens!

veröffentlicht. Ich zitiere die einleitenden und provokativen Sätze:

„Projekte haben sich überlebt. Ihre Tage als Organisationsform sind gezählt. Agile Coaches meinen, Projekte seien ungeeignet, um aktuelle Unternehmensprobleme zu lösen. Sie verhindern die kundenorientierte Wertschöpfung und sind nicht geeignet permanenten Wandel wirksam zu steuern. Welche Daseinsberechtigung haben Projekte noch?

Anstatt der klassisch Linien- und Projektorganisationen fordern Agile Coaches die agile Transformation des gesamten Unternehmens. Auch der Begriff des agilen Projektmanagements wird abgelehnt, da dadurch das falsche Bewusstsein nur zementiert würde.

Drei Ausrufezeichen und Fragezeichen? !!! ???

Das hat mich sehr beschäftigt und ich habe dort bei den „comments“ fleißig mit diskutiert.

Um die Sache mal künstlerisch anzugehen, bringe ich zwei Songs aus der Dreigroschenoper (in der eigentlich jeder Song ein gestanztes Stück Lebensweisheit ist!).

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Roland Dürre
Donnerstag, der 22. Dezember 2011

Unternehmertagebuch #59 – Persönliches Setup

🙂 Komische Dinge wird man heute gefragt!

1. Frage: Wer bist Du? Was tust Du?

Roland M. Dürre. Gründer der „InterFace Connection GmbH“ heute „InterFace AG“. Begonnen mit SW-Entwicklung Anfang 1970, IT-Pionier der 3 Generation.

Websites: Privat duerre. de Blog und IF-Blog.de. Unternehmen – www.InterFace-AG.de.

Motto: lesen&denken – reden&bloggen – unternehmen&tun

2. Frage: Welcher grundlegenden Selbstorganisations-Lehre folgst Du?

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Vor einiger Zeit habe ich hier auf dem Blog eine kurze Einführung in das Thema „Agiles Schätzen und Planen“ gegeben und als Beispiel das aus vielen agilen „Standardwerken“ bekannte Planning Poker verwendet (siehe hier (Teil 2) und hier (Teil 3)).

Doch in der letzten Zeit hat sich, zumindest für mich, gezeigt, daß sogar diese scheinbar einfache Methode in der Realität für mich oftmals zu schwergewichtig ist und somit nicht die erste Wahl darstellt. Deswegen möchte ich heute noch eine zweite Schätzmethode vorstellen, die ich in letzter Zeit immer häufiger in meinem täglichen Alltag verwende:

Das Schätzen in T-Shirt-Grössen.

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