Roland Dürre
Dienstag, der 16. April 2013

Video von “Bewegt Euch!” ist da (Bier&Informatik)

In unserer Vortragsreihe

“IF-Technologie – von InformatikerInnen für InformatikerInnen”
(auch als Bier&Informatik bekannt)

hat Johannes Schmidt am 21. März 2013 einen Vortrag gehalten:
Bewegt euch!

Wie Videospiele und Bewegungssteuerungen uns wieder vom Sofa locken?

Diesen sehr schönen und interessanten Vortrag haben wir aufgenommen und zwei Videos daraus gemacht. Hier sind sie – sehr sehenswert!

Im ersten Teil des Vortrags berichtet uns Johannes Schmidt die geschichtliche Entwicklung der Bewegungssteuerung.

Was unterscheidet Sony EyeToy und Nitendo Wii von Microsoft Kinect?

Der zweite Teil zeigt, wie einfach mittlerweile die Programmierung dieses technisch so anspruchsvollen Themas ist.

Mit Live-Programierung!

Der nächste Vortrag in Bier&Informatik findet am 16. Mai 2013 wieder bei uns in Unterhaching statt.

Es geht um:

“Ubuntu & Android im Business Einsatz
Der Praxis-Test – Was können die Windows Alternativen wirklich? Features, Probleme und Lösungen im Überblick.

Alexander Jachmann (IF-Tech AG) wird uns an diesem Donnerstag über den aktuellen Stand berichten. Und natürlich gibt es im Anschluss wieder Bier&Leberkäs.

Roland Dürre
Montag, der 25. März 2013

Bewegt Euch! – IF-Akademie – 21. März 2013

Bewegt Euch! in der IF-Akademie war 21. März 2013 ist vorbei. Es war ein sehr schöner Vortrag von Johannes Schmidt. Sobald das Video fertig ist, veröffentlichen wir es.

Nach “Bewegt Euch!” kommt
“Ubuntu & Android im Business Einsatz
Der Praxis-Test – Was können die Windows Alternativen wirklich? Features, Probleme und Lösungen im Überblick.

Am 16. Mai 2013 wird uns Alexander Jachmann von der IF-Tech AG über den aktuellen Stand dazu berichten. Es wird sich wieder lohnen, also den Termin vormerken! Und die weiteren Termine stehen dann auch schon auf dem Plakat.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 14. März 2013

Vortrag von “STUDENTiNNEN für STUDENTiNNEN”

Hier aus aktuellem Anlass das aktuelle Plakat mit den nächsten Vorträgen der IF-Akademie. An den “aktuellen Anlass” erinnere ich gerne:

Johannes Schmidt (TUM, IF-Lab/InterFace AG, Glassbox Games) trägt am Donnerstag, den 21. März 2013 um 18:00 bei InterFace in Unterhaching vor zum Thema
Bewegt euch!
Wie Videospiele und Bewegungssteuerungen uns wieder vom Sofa locken wollen!

Natürlich sind nicht nur StudentInnen eingeladen. Die Veranstaltung ist für alle kostenfrei. Im Anschluss an Vortrag und Diskussion machen wir eine kleine “happy hour”.

Mehr Informationen zur Vortragsreihe “Von INFORMATIKERiNNEN für INFORMATIKERiNNEN” findet Ihr hier. Wenn Ihr das Plakat in hoher Qualität ausdrucken wollt, dann sendet eine E-Mail mich, ich sende dann das Druck-PDF zu.

RMD

Werner Lorbeer
Dienstag, der 5. März 2013

John von Neumann – elegant aber überfordert?

BKA Virus hat übernommen, Eigentum entzogen.

Die Daten sind das Programm!? So genial, so gefährlich.

Kurz zur Erfahrung: Bei laufendem AVIRA professionel übernahm der BKA Virus das Kommando. Ich konnte life erleben, wie die Windows registry umgeschrieben wurde und dann kam die übliche Aufforderung des Virus … 100 € oder kein Zugriff mehr.

Wie kann das sein?

Was ist überhaupt die Bedingung dafür, dass eine Zeichenkette, genannt Virus, auf meinem PC zum Status “ausführbar” kommt? Ich wage die These, dass die Ursache letztlich ist, dass Programm und Daten ununterscheidbar sind, weil sie gleichen Status haben. Ich gehe zurück und komme bei den Turing-Bändern an, die dann die Vorlage der von Neumann Prinzipien zur Konstruktion des Computers wurden.

Ich vermute, dass hier der Schrott seinen Ursprung hat. Wenn jeder String durch einen Interpreter als Programmcode aufgewertet werden kann, dann ist eben allem Tür und Tor geöffnet. Insbesondere wird dem Besitzer durch die Netz-Kriminellen mit ein paar Textzeilen, denen ein wahnsinniger Interpreter das Recht zur Ausführung zubilligt, das Recht am Eigentum entzogen.

Betrachtet man die Technik der Patches (Flicken) und der Patchworker (Flickschuster) über die letzten Jahre, dann muss man feststellen, dass sie die Zivilisation “at risk” stellen. Aber sie können nicht anders, weil die Maschinen, auf denen sie arbeiten müssen, durch ihre flache Datenlogik keine anderen Lösungen zulassen.

Wenn man bitten dürfte, dann wünscht man sich Post-von-Neumann Maschinen, die dem User den Besitz seiner Eigentumsrechte am PC garantieren können. Vermutlich sind diese Maschinen-Prinzipien schon vorhanden, wenn nicht, bei mir lagern die Blaupausen.

wl

Roland Dürre
Freitag, der 15. Februar 2013

Bewegt Euch! – IF-Akademie – 21. März 2013

Am 21. März 2013 spricht in der IF-Akademie Johannes Schmidt. Er studiert an der TU München Informatik mit Nebenfach Medizin. “Nebenbei” ist er im IF-Lab der InterFace AG tätig.

Seit Jahren betätigt er sich auch als Unternehmer und hat gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden Glassbox Games gestartet. Das junge Team programmierte kleinere Videospiele und Apps aller Art für verschiedene Plattformen.

Glassbox Games wurde von dieser Gemeinschaft gegründet, um Dinge auszuprobieren und Neues zu lernen. Mittlerweile hat Glassbox Games schon kleinere Preisen gewonnen und hat sich zum kleinen Unternehmen entwickelt. Die Ziele sind anspruchsvoller geworden und beinhalten ernsthafte unternehmerische Ambitionen. Und natürlich sind die Glassbox Games und die InterFace AG eng und freundschaftlich verbunden.

In seinem Vortrag wird Johannes sich auf das Thema “Bewegungssteuerung” konzentrieren. Dabei wird er uns die geschichtliche Entwicklung dieser Technologie näher bringen und in einem Praxisteil zeigen, wie einfach mittlerweile die Programmierung dieses technisch so anspruchsvollem Themas geworden ist.

Außerdem wird er ein Projekt aus dem IF-Lab vorstellen, das eine Bewegungssteuerung sinnvoll integriert. Am Ende des Vortrages gibt es dann noch einen kurzen Ausblick auf das, was wir in den nächsten Jahren auf diesem Gebiet erwarten können.

Der Vortrag findet wie immer in unserer Seminarzone statt. Ich kann die Teilnahme nur empfehlen. Johannes wird uns in eine Welt entführen, die vielen von uns fremd ist, aber ganz plötzlich ein relevanter Teil von “normaler IT” werden könnte. Man sollte da auch ein wenig Bescheid wissen …

Beginn ist 18:00, ab 17:30 ist Einlass. Nach dem Vortrag ist wieder eine kleine Happy Hour angesagt, wir machen dann in Bier &Informatik.

Wir freuen uns auf viele Besucher aller Altersklassen!

Stand von Glassbox Games in der Olympia-Halle beim Volleyball-Spitzenspiel in der 1. Bundesliga Generali Haching – Berlin Recycling

Glassbox Games hat natürlich auch eine Website und in Facebook finden wir sie auch.

Wer sich für die Spiele interessiert, kann sie hier finden.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 16. Januar 2013

Wissen und Spaß für Informatiker

Am 17. Januar 2013 startet eine neue Vortragsreihe im Rahmen von IF-Lab und IF-Akademie bei InterFace in Unterhaching.

Thomas Baldus von IF Blueprint AG eröffnet morgen um 18:00 (InterFace Schulungszone im Dachgeschoß) mit dem Thema:

APPetit auf Microsoft?!
Wie sieht die neue Geschmacksoffensive aus, die über den Teich geschwappt kommt?

Alle Informationen zur Vortragsreihe findet man im IF-OPEN. Ganz wichtig – es geht nicht nur um den Vortrag, sondern besonders um das “sich Treffen” im Rahmen eines modernen Vortragsformats mit anschließender “Happy Hour”.

Ich freue mich auf viele Besucher. Und suche auch Referenten, die gerne ihr Wissen weitergegeben wollen, für die weiteren Termine. Mit dem Motto:

Aus der Praxis für die Praxis.

Oder auch:

Informatik & Bier

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 30. November 2012

Der Wandel im Management (Vortrag)

Meine beiden Vorträge der letzten Woche zum “Wandel im Management” verliefen sehr abwechslungsreich. Ich hatte viel Spaß dabei und ich hatte den Eindruck, meine Zuschauer auch. So waren die Rückmeldungen auch sehr schön für mich.

Da die Vorträge sehr interaktiv waren, ist es für mich nicht ganz einfach, sie hier wiederzugeben. Aber ich notiere zumindest mal stichpunktartig ein paar Inhalte, auch wenn so manches aus dem Vortrag fehlt.

Der Wandel kommt. Ob wir wollen oder nicht.

In den beiden Vorträgen ging es um

  • Projekt Management
  • Management
  • Unternehmertum
  • Führung
  • Innovation als kreative Zerstörung
  • craftmanship
  • Das Zeitalter des “co”
    co-creation, co-programming, co-operation …
  • Future is female
    Warum sitzen so wenig Frauen in Gefängnissen?

Das alles sind Elemente sowohl unserer privaten wie unser Arbeitswelt. In Unternehmen und Institutionen schaffen wir Zukunft. Eine wesentliche Rolle spielen dabei

  • die in den sozialen Systemen gelebte Kultur und deren
  • Organisation.

Kommunikation, Entscheidungs- und Verantwortungsprozesse ändern sich.

Wer kennt Begriffe wie:

Barcamp, Jam Session, OpenSpace, Fishbowl?

Wer nicht, sollte sie mal in Wikipedia nachlesen.

Wichtig ist heute:

Wissen teilen, Erfahrung weitergeben. Aus der Praxis für die Praxis. Konsumenten wollen zu Produzenten werden.

Man trifft sich auf Augenhöhe. Angstfreie Räume ermöglichen Kreativität.

Wie war das früher?

  • Die Bäume sind von oben nach unten gewachsen.
  • Oben der Hierarch, klare Kommandostrukturen, disziplinarische Vorgesetzte.
  • Und das hat lange gehalten, eine einfache und strukturierte und vor allem stabile Welt.
    Beispiel: Deutscher Elektrokonzern (alles was mit Strom zu tun hat) als hierarchische Organisation, kreiert nach dem Muster der Deutschen Reichswehr. Mit Aufbau- und Ablauforganisation, gegliedert in Unternehmensbereiche mit bis zu 10 Hierarchie stufen Stabsabteilungen  für Gemeinsamkeiten wie F&E, Marketing und Zentralfunktionen aller ArtDesign.
  • So wurde die Matrix-Organisation mit durchgezogenen/gestrichelten Linien und Stabs- und Zentralabteilungen entwickelt.
  • Beispiel: Elektrokonzern, Geschäftsfelder Motoren/Generatoren, Küchengeräte …). Gemeinsam Design etc. Vertrieb etc. Forschung waren zentrale Stabsabteilungen.
  • Dieses Organisationmodell war aus der industriellen Revolution entstanden – tayloristisch und mechanisch. Und ging lange Zeit ganz gut.
  • Alle paar Jahre musste die Organisation (und meistens auch nur Teile) verändert werden. Aber das war akzeptabel.

Heute geht das nicht mehr – deswegen stöhnen so viele Menschen unter der dauernden Umorganisation ihres Unternehmens. Nur – die reicht nicht aus, um dem Tempo der Veränderung zu folgen. So ist “nach der Umorganisation” immer öfter “vor der Umorganisation”. Schlimmer noch, die neue Umorganisation beginnt schon bevor die alte beendet wurde.

Und auch die Bäume wachsen in der Natur von unten nach oben. Das ist zuerst ein paar Idealisten in der Informatik aufgefallen. Sie haben die Bäume auf dem Kopf gestellt.

  • Bäume umdrehen geht aber auch nicht.
  • Der CEO würde dann zum Träger von allem (der große Fritz als erster Diener im Staat).
  • Man sieht, Bäume reichen nicht aus.
  • Auch die neue Kommunikation schafft Veränderung – Veränderung bewirkt Kommunikation
  • So passiert der Übergang vom Baum zum Netz in eine Kugel im dreidimensionalen Raum.

(Anmerkung: Sogar in der militärischen Dimensionen und bei kriegerischen Konflikten scheint es so zu sein, dass netz-ähnliche Strukturen letzten Endes den hierarchischen Kommandostrukturen überlegen sind, selbst wenn diese eine große Ressourcenüberlegenheit besitzen.)

Das alles ist nicht neu. Schon in den 80iger Jahren gibt es eine bemerkenswerte Entwicklung zum Beispiel an der Hochschule in St. Gallen. Es entsteht ein neues “Management-Modell”, das die HSG weltberühmt macht. Diese kumuliert in den 8 Thesen des Hans Ulrich – “Management – Aufsätze 2. Teil von 1981 – 1998 zum Wandel im Management”:

  1. Ungewissheit und die Unvorsehbarkeit der Zukunft als Normalzustand akzeptieren!
    Strategie als Planen von Zukunft, akzeptieren, dass Entscheidungen unter Unsicherheit erfolgen.
  2. Die Grenzen des Denkens weiter stecken!
    Gegen das aber … und für die Freiheit der Gedanken. Aber auch – Wissen teilen
  3. Sich in den Kategorien “Sowohl-Als-auch” an Stelle von “Entweder-Oder” bewegen!
    Schwarz-weiß ist out, Bunt ist in.
  4. Mehrdimensional denken!
    Sittlich verantwortete Güterabwägung, Menschen können eigentlich immer nur drei Gedanken parallel behandeln.
  5. Selbstorganisation und Selbstlenkung als Gestaltungsmodell für die Unternehmung verwenden!
    Verantwortung, Subsidiarität
  6. Managen als sinngebende und sinnvermittelnde Funktion auffassen!
    Neues Managementbild
  7. Sich auf das Wesentliche konzentrieren!
    Arbeitsökonomie.
  8. Gruppendynamik ausnutzen!
    Kulturen, Symbole, Riten, Rituale,

Heute geht es darum, schnell Erkenntnisgewinn zu produzieren, gemeinsam die Zukunft zu gestalten. So brauchen wir Kreativität, um die Probleme zu finden (1. kreative Pflicht). Wenn wir die gefunden haben, müssen wir Wissen einsetzen um Lösungen zu generieren.

Taylorismus und “Mechanismus” geht bei modernen sozialen Systeme nicht mehr. Wir den Erkenntnisgewinn über neue Kommunikationsformate notwendigerweise auch in den Unternehmen und Institutionen nutzen.
(Ausflug ins Privatleben: Auch das traditionierte Familienmodell war tayloristisch und mechanistisch. Wer will das heute noch?)

Leider haben dies bis heute viele Manager noch nicht verstanden und so leben zu viele Unternehmen noch im gestern. Das erklärt auch den Erfolg der “neuen Unternehmen”, die in wenigen Jahren die “alte Industrie” beliebig überholen.

Die Wurzeln für das, was heute und hierzulande passiert, finden wir bei (damals beschimpften) Vordenkern der Bonner Republik wie Adorno und Habermas (Frankfurter Schule):

Herrschaftsfreier / Redlicher Diskurs als Basis (Habermas)
  1. Kein äußerer Zwang darf das Gespräch behindern.
  2. Geltung hat das beste Argument.
  3. Jeder hat die gleiche Chance zur Beteiligung am Gespräch.
  4. Jeder muss zur “ungekränkten Selbstdarstellung” fähig sein und sich den anderen transparent machen.
  5. Jeder muss die Grundentscheidungen seines Lebens thematisieren und kritisieren lassen. (Hierzu dient ein ausgeklügeltes System von Rede und Gegenrede, Begründungspflicht für alle Aussagen und Behauptungen usw.).
  6. Keiner hat Vorrechte aufgrund von Alter, Erfahrung, Autorität usw.
  7. Jeder muss bereit sein, mit jedem die Verhaltenserwartungen zu tauschen. Jeder soll jederzeit mit jedem zum Rollentausch bereit sein.
  8. Diskutiert wird so lange, bis ein Konsens erreicht ist. Ist die neue Wahrheit angenommen, bestimmt sie von da an das Leben und Verhalten der Teilnehmer.

Klingt unerfüllbar und utopisch, aber wird immer mehr in der Realität gelebt:

  • Durch Formate wie jam session, barcamp, openspace, fish bowl,
  • Pecha Kucha, Ignite
  • Runde Säle
  • Web 2.0 (interaktiv Blogs, Twitter)
  • Wikipedia und Open Source
  • Social Media wie Facebook und Google+als logische Konsequenz

These:

Der herrschaftsfreie Diskurs beginnt zu leben. In einer “hybriden” Kombination mit dem Internet (social web) wird die neue Welt der Gemeinsamkeit immer stärker. Eine neue Kommunikations- und “Erkenntnis-Gewinn-Gesellschaft entsteht. Zugehörigkeit und Gemeinsamkeit werden zu immer wichtigeren Werten.

Und Mitmachen macht glücklicher und erfolgreicher!

So habe ich versucht, einen Vortrag für die Zukunft zu halten.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 20. November 2012

Datenschutz und Industriespionage …

Im Umfeld von Datenschutz und -sicherheit fällt oft der Begriff der Industrie-Spionage. Immer wieder ergehen Warnungen von staatlichen Stellen oder unseren ja so wichtigen Wirtschaftsverbänden:

Die Industriespionage hat sich in den letzten Jahren dramatisch entwickelt!
Und natürlich ständen im Fokus der Spionage deutsche Unternehmen und ihr Know-how.

Diese Sätze finden sich auch in einer Studie von “CORPORATE TRUST – Business Risk & Crisis Management GmbH”, die unter diesem Link abgerufen werden kann. Eine sehr lesenswerte Studie, die zeigt, wie man trefflich Angst machen kann?

Hier finden wir die grelle Warnung vom “Cyberwar, der längst Realität geworden” und “mitten in der Gesellschaft ist”. Der “Computerwurm” „Stuxnet“ darf da auch nicht fehlen, der ja “vermutlich speziell entwickelt wurde, um die Steuerungsanlagen Simatic S7, mit denen Frequenzumrichter von Motoren des iranischen Atomprogramms gesteuert wurden, zu sabotieren”
(Man beachte das Wort “vermutlich”).

Die genauen Ziele der Auftraggeber wären zwar nicht bekannt, die Komplexität des Angriffs zeige jedoch, dass wir uns von einem Zeitalter der Skript-Kiddies und Cracker hin zu einer neuen Dimension der Gefährdung entwickelt hätten - usw.

Das alles sind Originalzitate aus genannter Studie, bei denen mich allerdings schon die martialische Sprachwahl an der Glaubwürdigkeit zweifeln lässt.

Trotzdem nehme ich das Thema Datendiebstahl deutlich ernster als zum Beispiel die Angst vor dem Missbrauch der persönlichen Daten. Ich glaube auch, dass “gestohlene” Daten helfen, schneller ans Ziel zu kommen, wenn man “Neues” entwickelt.

Sehr persönlich erinnere ich mich da an ein Projekt vor knapp 30 Jahren, wo wir den Auftrag hatten, etwas Neues zu entwickeln. Nur hatten wir von dem “Neuen” keine Ahnung. Damals war das Studium der Sourcen der Konkurrenz sehr hilfreich. Und ich weiß bis heute nicht, ob wir die fremden Sourcen rechtmäßig oder sagen wir mal in einer gewissen Grauzone genutzt haben.

Aber ich glaube nicht, dass es mit der Industrie-Spionage so schlimm ist, wie es nicht nur im Internet dargestellt wird. Auch weil diese Angst-Macher-Studien von Firmen kommen, die uns besondere Dienstleistungen und Produkte gegen die Spionage verkaufen wollen. Und natürlich helfen staatliche Stellen und Wirtschaftsverbände gerne mit, diese Sau durchs Dorf zu treiben. Sie haben ja sonst nichts zu tun. Dann lässt schon mal gerne James Bond grüßen. Erzeugt ja auch so ein herrliches Schauern, wie schlecht die Welt und wie machtlos man selbst ist.

Aber überlegen wir doch mal wie es “früher” war!

Wie ich bei Siemens gearbeitet habe, war es streng verboten, vertrauliche Papiere aus dem Werksgelände hinaus zu nehmen. Und vertraulich war fast alles. So gab es einen Zufallsgenerator an der Pforte, der ab und zu ein Licht leuchten ließ. Dann musste man seine Aktentasche öffnen und den Inhalt zur Kontrolle an der Pforte vorzeigen. Dass im Unternehmensgelände das Fotografieren untersagt war, verstand sich als selbstverständlich.

Das war auch noch das Zeitalter der blauen “Micro-Fiche-Filme” und den dazugehörigen Lesegeräten. Micro-Fiche oder besser Mikroform ist die mir erste bekannte Technologie, mit der man sehr viel Daten auf wenig Material speichern konnte. Bei uns waren das in der Regel die Sourcen von kompletten Betriebssystemen, die auf ein kleines Quadrat Film gespeichert wurden und die wir so in der Aktentasche mit uns herumtragen konnten.

Natürlich war es nicht realistisch, dass diese vertraulichen Papiere nie das Unternehmensgelände verlassen durften. Zu einen gab es ja verteilte Standorte. Manche Daten brauchte man beim Kunden. Und ab und zu wollte man auch noch abends ein wenig daheim arbeiten. Deshalb gab es Durchlass-Scheine. Mit solch einem Schein bewaffnet, durfte dann jeder die vertraulichen Papiere mitnehmen. Die höheren Dienstgrade – ich weiß nicht mehr ab welcher AB- oder GB-Stufe – durften geheime Dokumente auch ohne Durchlass-Schein mit sich führen. Weiß auch nicht mehr, ob AB wirklich für “abteilungs-bevollmächtigt” und GB für “general-bevollmächtigt” stand.

Aber was war das für eine wundersame (und völlig unsinnige) Firewall? Doch auch nicht sicherer als die heutigen Wälle, die die IT anbietet?

Das haben dann auch die ersten beiden Kollegen aus der DDR bestätigt, die wir noch während der Wende einstellten. Die kamen direkt von Robotron Dresden. Und haben uns erzählt, dass sie natürlich bei Robotron alle neuen Pläne der Siemens-Chip-Entwickler postwendend auf ihren Schreibtischen hatten. Nur anfangen konnten sie damit nichts. Der notwendige Rohstoff (hochreines Silizium) konnte in der DDR nicht beschafft werden und die Werkzeuge hatten sie auch nicht, die für die Herstellung selbst nur der Prototypen nötig gewesen wären.

Ich weiß natürlich nicht, ob unsere ex-DDR-Ingenieure hier nur eine gute Story erzählen wollten, kann mir aber vorstellen, dass es wirklich so war. Insofern meine ich, dass Daten immer in Hände kommen, in die sie nicht gehören. Nur macht das meistens gar nichts aus, auch wenn es einen vielleicht zu Recht ärgert.

Ich glaube aber auch, dass sich die Methoden gewandelt haben. Und die neuen Methoden sind viel effizienter, obwohl sie partout nichts mit IT zu tun haben. Betrachten wir China, das Land, dessen Unternehmen man hierzulande gerne unterstellt, dass sie westliche Firmen auszuspionieren versuchen. Haben die es denn überhaupt nötig oder gibt es nicht viel einfachere Methoden?

Denn so lesen wir bei “invest in Bavaria” bei “China in Bayern”:

Derzeit sind mehr als 130 chinesische Unternehmen wie z.B. Huawei Technologies, Pearl River Piano, ZTE, Yingli Solar, ET Solar und knapp 11.000 chinesische Staatsbürger in Bayern heimisch. Davon lebt etwa ein Drittel im Raum München. Rund 3.000 in Bayern studierende Chinesen sind Beleg für die Attraktivität der bayerischen Hochschullandschaft.

Ich weiß auch, dass in den “infrastruktur-schwachen” aber oft wunderschönen bayerischen Landschaften es chinesische Niederlassungen gibt, die nichts anderes machen als F&E (Forschung und Entwicklung), oft besser bekannt als R&D (research and development). Diese Unternehmen werden sogar noch von bayerischen Gemeinden stark subventioniert und ihre Ansiedlung entsprechend groß gefeiert. Denn F&E ist in der Regel eine saubere Branche, die keine Umwelt schädigt und intelligente Ingenieure anzieht.

Und was machen die chinesischen F&E-Unternehmen als erstes? Ist doch klar! Sie werben ihren deutschen Konkurrenten die Ingenieure ab. Und zwar die besten! Die genau das richtige Know-How haben, das man in China braucht. Und die deutschen Ingenieure kommen gerne, es lockt sie das preiswerte Leben an einen schönen Ort, die Aussicht, in modernen Labors F&E machen zu können und meistens auch noch ein deutlich besseres Gehalt. So können sich die Chinesen die besten Leute mit dem richtigen Wissen aussuchen. Das ist doch viel effizienter als Netze und Server zu cracken und hacken!

Und das ist auch gut so, denn wir leben nun mal in einer globalen Welt und ich mag die Chinesen als freundliche Menschen mit guter Küche … Und ich erinnere mich  “Wissen ist der einzige Rohstoff, der durch Teilen mehr wird”!

Und lese ich oben genannte “Studie” dann doch wieder mit ganz anderen Augen. “Angst machen” ist halt oft ein erfolgreiches Mittel im Vertrieb …

RMD

P.S.
DIe Bilder sind aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons eingebunden. Sie sind von Nichtich und Tomasz Sienicki [user: tsca, mail: tomasz.sienicki at gmail.com]

Roland Dürre
Montag, der 15. Oktober 2012

Video: Dr. Stefan Hagen auf dem IF-Forum “Projekt Coaching”

Der Eröffnungsvortrag unseres fachlichen IF-Forum von Dr. Stefan Hagen aus Lustenau ist jetzt in Youtube verfügbar. Es macht richtig Spaß, diesen Vortrag anzuschauen.

Das Thema des 3. fachlichen IF-Forums war “Projekt Coaching“, das Motto “best of PM-Camp“.

An Stefan nochmal ein herzliches Dankeschön für seinen Beitrag, mit dem er wesentlich zum Gelingen unseres IF-Forums beigetragen hat.

Stefan ist auch Autor des meist gelesenen deutschsprachigen Blog für Projekt Management – pm-blog.com.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 22. Juli 2012

Straßenverkehrsordnung fürs Internet?

» Jeder Zuwachs an Technik bedingt, wenn damit ein Zuwachs des menschlichen Glücks verbunden sein soll, einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit. « (Bertrand Russell)

Vor kurzem habe ich auf der Veranstaltung Informatik&Nachhaltigkeit  die Aussage gehört:

Mit dem vermehrten Aufkommen von Automobilen im öffentlichen Raum zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde eine Straßenverkehrsordnung notwendig.

Und dann kam die Frage:

Wollen wir, brauchen wir so etwas ähnliches fürs Internet?

Klingt ja zuerst mal ganz vernünftig. So meine ich ganz spontan “Ja”. Auch Kommunikation muss sinnvoll geregelt werden. Auf verschiedenen Ebenen, wie sie z.B. das ISO-7-Schichtenmodell modellhaft gut beschrieben hat. Früher haben die nationalen Postgesellschaften in der CCITT die Kommunikationsnormen gemacht und erfolgreich durchgesetzt. Das war in der guten alten Zeit von Briefen und Postkarten, Päckchen und Paketen, Telefon und Telex. Und hat gut funktioniert.

:-) Zwar gab es damals auch negative Effekte wie Spam. Aber Spam war sehr mühsam - man musste von Briefkasten zu Briefkasten laufen. Oder eine “Postwurfsendung” kaufen. Die hat zwar dann ganze Postleitzahlenbereiche zu 100% erfasst, war aber dafür auch zumindest ziemlich teuer!

Erst mit der Technologie von Rundfunk und Fernsehen wurde Spam mühelos in die Haushalte transportiert und der Damm war damit gebrochen. Und da konnte die CCITT auch nichts machen, ging es doch um “wirtschaftliche Interessen”. Und die haben wohl schon immer alles gerechtfertigt.

Insofern leuchtet mir die Forderung nach einer Art “Straßenverkehrsordnung” im Internet zuerst schon Mal ein.

:-) Aber dann kommt das “Aber”:

Die Entwicklung der individuellen Mobilität inklusive der Straßenverkehrsordnung sollte uns vor allem eine Warnung sein. Denn dies ist nach meiner Meinung ein extrem gutes Beispiel, wie trotz – oder durch (?) – extremer Regelwut des Gesetzgebers der technische Fortschritt (in diesem Falle die individuelle Mobilität) zwar gefördert, das Gemeinwohl dabei aber stark beschädigt wurde. Dies trotz Führerscheinverpflichtung, einem komplexen Strafen- und Bussgeldkatalogs inklusive Malus-System und ähnlichem mehr.

  • Man denke an die massive Bodenversiegelung, die uns das Auto gebracht hat. Wie viel Quadratkilometer wurden für Straßen und Parkplätze zu betoniert? In modernen Reihenhaus-Siedlungen finden wir oft mehr Flächen für Garagen und Garagenvorplätze als für Grünflächen. Allgemein wurde Landschaft zersiedelt.
  • Die individuelle Mobilität besonders in ihrer heute gelebten Form hat uns einen extremen Ressourcen-Verbrauch, eine gigantische Verschwendung und einen massiven Anfall von Abfall beschert. Sie ist das beste Beispiel für einen nicht nachhaltigen Lebensstil.
  • Die Lärmbelastung hat ein nie geahntes Ausmaß erreicht. Es gibt kaum mehr wirklich ruhige Orte, sogar in die “besseren Viertel” dröhnt der Lärm der Autobahnen.
  • Diese Entwicklung des Nahverkehrs hat uns Zeit geraubt. Viele Menschen verbringen mehrere Stunden am Tag am Steuer ihres Autos. Obwohl sie einen ordentlichen Job haben, verbringen sie viel Zeit mit einer Beschäftigung, die sonst nur Menschen in einer extremen Niederlohngruppe ausüben. Und behaupten, sie hätten ihren Spaß dabei und sind bereit, “ihr letztes Hemd” fürs Auto zu geben und sich notfalls zu verschulden.
  • Besonders schlimm aber ist, dass diese Entwicklung uns einen wahnsinnigen Blutzoll beschert hat. Allein in Deutschland hatten wir Jahre mit bis zu 20.000 Verkehrstoten gehabt. Heute sind immer noch mehr als 5.000 im Jahr – und die Zahlen steigen wieder. Weltweit schätzt man 1 bis 1,2 Millionen durch Individualverkehr verursachte Verkehrstote pro Jahr (Quelle). Das sind mehr als die Opfer von Krankheiten, Kriegen oder Hunger. Über die letzten 60 Jahre kämen dann locker mehr als 50 Millionen zusammen. Das wäre dann die Größenordnung, die der zweite Weltkrieg an Menschenleben gefordert hat. An die wirklich astronomischen Zahlen von in Verkehrsunfällen verletzten Menschen darf man gar nicht denken.

Jetzt ist die Frage, ob ein kluger Gesetzgeber vor 100 Jahren und dann im Laufe der Zeit die Weichen hätte besser stellen können?

Ich weiß es nicht. Ich weiß ja nicht einmal, ob wir rückwirkend wissen, was wir damals anders hätten machen sollen.

Ein paar Ideen hätte ich:

Zum Beispiel war es sicher ein Fehler, der Industrie zu erlauben und sie dabei zu unterstützen, die Einführung und vor allem die Absätze des Automobils über den Weg des Sportes zu fördern. Der Motorsport und auch die Rennstrecken wie der Nürburgring waren gezielte kooperative Maßnahmen von Staat und Industrie, um die Akzeptanz des damals noch ungeliebten neuen technischen Produkts Automobil zu fördern. So wurden wir (fast genetisch) aufs Autofahren quasi als sportliche Tätigkeit eingestellt, bei der es darauf ankommt, schneller als die anderen Verkehrsteilnehmer zu sein.

Vielleicht hätten wir nicht dulden sollen, dass die Nutzer des konkurrierenden Verkehrsmittel Fahrrads schon in den ersten Wirtschaftswunderjahren öffentlich abgewertet wurden. Ich habe selbst erlebt, wie mein Vater für seinen nicht einmal zwei Kilometer langen Arbeitsweg von unserer Wohnung in der Rosenaustr. 18 in Augsburg zur Bundesbahndirektion in der Prinzregentenstr. nahe beim Hbf Augsburg gegen seinen Willen vom Fahrrad aufs Auto umgestiegen ist. Einfach weil die Nachbarn und seine Frau meinten, dass es mit seiner Position nicht mehr verträglich war, mit dem Rad zu fahren.

Man hat damals das Fahrradfahren mit dem Eigenschaft der “Armut” verbunden. Dazu kam dann noch die Schwemme von Billig-Fahrrädern aus den Kaufhäusern, die zwar bunt funkelten aber leider sehr unzuverlässig waren. Und wer wollte schon arm sein und sich dann auch noch laufend ärgern müssen. Aber hätten wir damals gegen die Bewertung “Als Fahrradfahrer gehörst Du zu den Armen” und die Billiglawine bei Produkten einschreiten können oder sollen?

Vielleicht hätte man früher den Gemeinnutz beim individuellen Verkehr durch sinnvolle Mitfahrer-Regeln fördern sollen? Vielleicht strengere Gesetze und Beschränkungen einführen?

Aber wie hätte man die Anzahl der Verkehrstoten beschränken können? Alle Gesetze vermochten nicht (und vermögen das auch heute nicht), die Rücksichtslosigkeit und Risikobereitschaft einzudämmen, die Menschen wohl zwangsläufig befällt, wenn sie am Steuer eines Kfz Platz nehmen.

Vielleicht hätte die Einführung archaischer Mechanismen wie eine verpflichtende Blutrache an “Verkehrsmördern” die Menge an Verkehrsopfern eingedämmt? Aber so ein Gedanke ist natürlich polemisch und nicht ernst gemeint. Und natürlich darf der “Zweck nie die Mittel heiligen”.

Oder war und ist der Mensch einfach nicht reif für die (vermeintliche) Omnipotenz am Steuer seiner Kraftmaschine. Der Mensch, dem (die vermeintliche) und  die ihm wahrscheinlich geschickt eingeredete Freiheit und Unabhängigkeit über alles geht, und der eben bereit ist, dafür auch seine und schlimmer die körperliche Unversehrtheit anderer aufs Spiel zu setzen. Und sich von Steuern, Zwangsversicherungen und Bußgeldern nicht bremsen lassen. Er hat für sein Auto auf vieles verzichtet und sich oft sogar verschuldet. Und jetzt will er den Rausch ausleben und nimmt auch den Tod und Verletzung Dritter billigend in Kauf.

Diese genetisch Form von Omnipotenz scheint mir so tief verankert, dass sie sogar manchen Radfahrer befällt, wenn er sein Rad besteigt. Mittlerweile – wie ich täglich fest stelle – erfasst sie sogar Radfahrerinnen!

Ich bin nicht sicher, ob wir es geschafft hätten, vor 100 Jahren mit anderen Regeln und Gesetzen die Entwicklung des Individualverkehrs mit seinen schrecklichen Folgen besser zu gestalten.

Vielleicht hätten wir manche Schäden vermeiden können, wenn wir ein kollektives anderes Bewusstsein entwickelt hätten! Mit Gesetzen wird man das aber garantiert nicht schaffen.

Jetzt stehen wir da, wo wir eben stehen. Der Schaden ist entstanden und die nächsten Generationen werden ihn beheben oder auch nicht. Die Evolution wird es richten oder auch nicht. Sie wird ihren Weg gehen, was sie macht, wird richtig sein. So oder so. Auch wenn sie eher zweckfrei und chaotisch zu arbeiten scheint.

Ja, was folgere ich daraus fürs Internet? Können wir betreffend der Vernetzung von Daten und Wissen im Internet etwas von der Geschichte der individuellen Mobilität lernen?

Ich meine zu erkennen, dass Gesetze nicht helfen. Die Entwicklung eines “ethischen” Bewusstseins wäre da vielleicht besser geeignet. Aber wie macht man das?

RMD