Roland DürreSamstag, der 7. August 2010
Wikipedia #12 – “Überalterung!” oder “Ein deutsches Problem?”
Auch bei meinem letzten Vortrag vor doch zahlreichen Menschen habe ich wieder die Frage gestellt: Wer im Raum nutzt Wikipedia? Alle haben sich gemeldet – kein einziger Nichtnutzer war im Raum! Wikipedia ist eine ganz wichtige Geschichte geworden. Wikipedia ist nicht mehr weg zu denken.
In Wikipedia steht alles, meint man. Denn die Anzahl der in Wikipedia verfügbaren Begriffe ist ein Mehrfaches höher als in allen anderen Enzyklopädien. Natürlich kann in Wikipedia auch nicht alles stehen. Ab und zu entdeckt man relevantes Kulturgut, das in Wikipedia nicht vermerkt ist. Eigentlich wäre es eine “Bürgerpflicht”, das Entstehen der fehlenden Artikel dann zu unterstützen.
Wikipedia verändert die Welt. Techniken oder Begriffe, die in Wikipedia nicht gefunden werden oder dort schlecht beschrieben sind, verlieren an Bedeutung. Neues, das in Wikipedia nicht beschrieben ist, hat keine Chance, sich zu entwickeln.
Dank der demokratischen Struktur von Wikipedia gleicht sich das zum größten Teil selbst aus. Es gibt eine gute demokratische Kontrolle. Und die Vertreter aller Fachgebiete wissen natürlich, dass ihr Wissen in Wikipedia rein muss, damit es eine Chance bekommt, relevant zu bleiben. Denn in Wikipedia beschriebene Technologien und Kulturen aber auch Menschen und soziale Systeme bekommen eine andere Bedeutsamkeit.
Wikipedia ist aber massiv bedroht!
Roland DürreFreitag, der 25. Juni 2010
Wikipedia #11 – “Fahnenbildung”
Dr. Klaus-Jürgen Grün (Philosoph, Hochschullehrer, Unternehmer, IF-Blog Autor und guter Freund) veranstaltet unter anderem Dialektik-Seminare. Als besonderes “Highlight” bietet er den Teilnehmern an, mit ihnen durch Bildung einer “Fahne” Erkenntnisgewinn zu definierten Herausforderungen zu generieren.
Bei meinem Mentor Rupert Lay habe ich die “Fahnenbildung” viele Jahre fleißig geübt und sehr zu schätzen gelernt.
Und immer gerne weiter empfohlen. Aber was macht ein moderner Manager, wenn er einen Begriff nicht kennt?
Roland DürreSamstag, der 17. April 2010
Eine interdisziplinäre Retrospektive von RE
Bericht von meinem Vortrag an der TUM
Am 13. April 2010 habe ich einen Vortrag bei “Hot Spots der Software-Entwicklung 2010″ gehalten zum Thema:
Requirements Engineering (RE) in Kleinen und Mittleren Unternehmen
Die Veranstaltung wurde von der TU München in Zusammenarbeit mit BICC-NET und VSEK organisiert.
Bei der Ausarbeitung des Vortrages hat mich unser Experte für Requirement Engineering, Michael Greulich und Johannes Naumann bei der Graphik unterstützt. Herzlichen Dank an Michael für seine wertvollen Beiträge und an Johannes für die schönen Folien zum Vortrag RE (75).
Motto des Vortrages war:
Reden über Probleme macht die Probleme größer.
Reden über Lösungen macht die Lösungen größer.
Dieser “große Seufzer” hat mich über Twitter erreicht. Autor des Tweets war ein geplagter Mensch aus unserer Branche.
Der Satz hat mich nachdenklich gemacht. Wünschen wir uns nicht, dass wenn wir über Probleme reden, diese dann auch kleiner werden? Und ist es nicht gerade im Mittelstand so, dass wir uns effiziente, einfache, kleine, smarte und vielleicht sogar schöne Lösungen wünschen. Und keine Riesensysteme, die uns letzten Endes dazu zwingen, unsere Prozesse ihren systemischen Vorgaben und Einschränkungen zu unterwerfen?
Roland DürreMittwoch, der 24. März 2010
Green IT 2
Eine Reihe von Rückmeldungen zeigen mir, dass ich mich in meinem Artikel Green IT doch ein wenig zu technisch ausgedrückt habe.
Deshalb noch mal ganz einfach und modellhaft bzw. in vereinfachter Architektur kann man IT heute in vier Ebenen gliedern:
- Storage
Unter Storage verstehen wir mächtige NAS- oder SAN-Systeme, die von den Servern in den Rechenzentren genutzt werden. Mittlerweile haben große Rechenzentrum terabytes an Speicher, man spricht sogar von petabytes. - Server
Mittlerweile sprechen wir von Serverfarmen. Beliebig viele Rechner erbringen in solchen Farmen eine gigantische Rechen- und Verarbeitungsleistung. Meistens werden auf einem solchen physikalischen Großsystem viele virtuelle Server simuliert, die dann für alle möglichen Zwecke eingesetzt werden. - Netzwerk
Das Internet basiert auf einem gigantischen Netzwerk. Die Zubringer zum Internet sind meistens eigene Netze, die wiederum über Leitungen verbunden werden. - Client
Clients sind die persönlichen PC’s, Laptops, SmartPhones und was es noch alles gibt, die entweder aus Netzwerken (VPNs, LAN, WLAN …) heraus oder über Leitungen zu Providern (FIBRE, UMTS …) am Internet hängen.
Jetzt behaupte ich, dass auf jeder dieser Ebene eine riesenhafte Verschwendung stattfindet.
Roland DürreMontag, der 3. August 2009
Wikipedia und ich #10 – “Warum tun die Unis nichts für ihre Reputation in Wikipedia?” oder “Das Problem mit der Konsistenz”
Ich probiere mal einen Syllogismus:
Alle Professoren sind wichtige Menschen.
Alle wichtigen Menschen sind in Wikipedia
Alle Professoren sind in Wikipedia.
Die einfachste Form, ein sogenannter a-a-a Syllogismus mit der Eselsbrücke Barbara.
Ja, wenn es so einfach wäre. Sicher sind die meisten Professoren in Wikipedia vertreten. Allerdings wie auch andere relevante Personengruppen sehr uneinheitlich. Das gilt leider auch für Informatik-Professoren (auch für die von der Fakultätl für Informatik der TUM), die ja Wikipedia ein klein wenig näher stehen sollte.
Roland DürreSonntag, der 2. August 2009
Wikipedia und ich #9 – Uniforum, “Birds of a Feather”, Open Space und Barcamp
Wenn man sich regelmäßig in Twitter bewegt, dann erfährt man viel Neues. Es ist schon stark, wie man in virtuellen Beziehungen, die dann auch schnell real werden können, vernetzt Erkenntnisgewinn sammelt.
Barcamps und Socialcamps habe ich zuerst in meinem Twitterleben entdeckt. Ein Freund (natürlich der Stefan) wollte ein BarCamp für Projekt Management am Bodensee veranstalten. Spontan habe ich ihn (via Twitter) gefragt, was denn das eigentlich wäre, so ein BarCamp.
Höflich, wie er nun mal ist, hat er mir geantwortet, dass er gerade unterwegs wäre.
Ich könne aber bei Wikipedia nachschauen, da gebe es auf Deutsch und Englisch eine recht gute Beschreibung.
Obwohl nicht so gemeint, war das für mich eine (schallende) Ohrfeige.
Predige ich doch immer:
“Bevor Du (unnötige) Fragen stellst, schau erst mal bei Wikipedia nach!”
Denn dort findet man wirklich (nahezu) alles. Unvorstellbar, dass eine herkömmliche, kommerzielle Enzyklopädie das leisten kann.
Wir finden in Wikipedia auch exzellente Definitionen für Socialcamp und BarCamp und sogar Politics 2.0.
Barcamps haben eine Gemeinsamkeit mit Open Space. Wem diese Begriffe unbekannt sind, der lese sie doch mal nach. Wem nicht, der darf sofort weiterlesen!
Roland DürreMontag, der 18. Mai 2009
Wikipedia und ich #8 – “Wikipedia und die Presse” oder “Humbug”
Auf folgenden Text – erschienen in der SZ (wohl in der Wochenendausgabe vom 9./10. Mai – nur auf Papier) hat mich ein mit mir eng befreundeter Leser hingewiesen. Er schrieb mir:
Lieber Roland,
am Wochenende hatte ich etwas Zeit in der Süddeutschen zu schmökern. Da sind mir die beiden Artikel aus dem Anhang aufgefallen. Einmal dieser irische Student mit dem gefälschten Wikipedia-Eintrag – dies hat natürlich unser Vertrauen in Wikipedia wieder stark beeinträchtigt …
Der zweite in der E-Mail erwähnte Artikel bezog sich übrigens aufs Bloggen und ist auch sehr lesenswert. Aber zurück zum ersten …
Hier der Artikel vom irischen Studenten (Originalton Süddeutsche):
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Roland DürreSamstag, der 18. April 2009
Wikipedia und ich #7 – “das Erste der 7 Internet-Weltwunder” und “Freie Inhalte”
Von (mir sehr sympathischen Vertretern) der Lehrerseite habe ich zu meinem letzten Wikipedia-Artikel “Nichts für die Bayerischen Gymnasien” oder “Plädoyer für Wikipedia” eine Rüge und heftigen Widerspruch bekommen. Wikipedia würde auch an Schulen hohen Respekt genießen, allerdings wolle man vermeiden, dass die Schüler ihr Wissen nur noch aus Wikipedia holen, sich komplett darauf verlassen und auf das Suchen nach eigenen Informationsquellen und das Bilden einer eigenen Meinung verzichten würden.
Diese Gefahr sehe ich nicht nur auch – im Gegenteil, die Wirklichkeit ist doch viel schlimmer. Wenn ein Schüler eine Facharbeit erstellt, dann sucht er erstmal in Google nach ähnlichen Facharbeiten zum Thema. Zu oft beschränkt er sich dann darauf, das gefundene ein wenig umzuschreiben und seine persönliche Duftnote zu setzen. Das ist bei Fach- und Diplomarbeiten oft ähnlich. Soviel kopiert und montiert wie heute wurde noch nie, obwohl wir in der Vor-Internet-Zeit ab und zu auch woanders abgekupfert haben. Aber so einfach und so verbreitet wie heute war es damals nicht.
Roland DürreFreitag, der 17. April 2009
Wikipedia und ich #6 – “Nichts für die Bayerischen Gymnasien” oder “Plädoyer für Wikipedia”
Das Bayerische Schulsystem ist immer wieder für eine Überraschung gut.
Gymnasiasten empfehle ich, wenn sie sich eines neuen Themas annehmen wollen oder müssen, zuerst Mal die betreffenden Begriffe und Themen in Wikipedia nachzulesen. So wie das jeder normale Mensch wie Beamte, Manager, Journalisten, Politiker, Hausfrauen, Experten, Assistenten und wahrscheinlich auch Pädagogen (!?) machen.
Dann bekomme ich die Antwort von den Schülern, dass das nichts bringen würde, denn Wikipedia sei unzuverlässig und nicht zitatfähig. Und deshalb wäre es gar nicht gerne in der Schule gesehen, dass man aus Wikipedia zitiere.
Roland DürreSamstag, der 28. März 2009
Enteignung in Deutschland !?
Ein “Schreckgespenst” geht durch Deutschland – es droht die Enteignung von Aktionären, wie z.B. bei der Hypo Real Estate.
In Wikipedia finden wir über den Begriff Enteignung einen exzellenten Artikel. Auch Karl Marx, den ich immer mit Enteignung assoziere, ist in Wikipedia ausgezeichnet vertreten. Es lohnt sich immer wieder, die Wikipedia-Artikel zu solchen Themen mal zu lesen, bevor man blind mit dem Diskutieren los legt.
In Wikipedia finden wir auch das von mir genutzte Bild und die schöne Unterschrift von Karl Marx.
Die konkret angedachte Enteignung in Deutschland ist ein komplexes Thema. Da sollte man nicht zu schnell schießen.
Ich verstehe, dass die Regierung den Gang von großen Banken in die Insolvenz vermeiden will, weil sie diese Institute für “systemrelevant” hält und annimmt, dass bei der Insolvenz einer großen Bank alles zusammen bricht. Auch haben sich die Eigentümer nicht immer sehr kooperativ verhalten, sie waren nicht bereit ihre Anteile zum aktuellen (Niedrig-)Kurs zu verkaufen und auch nicht, notwendiges Kapital nach zu schießen.






