Roland Dürre
Samstag, der 2. November 2019

POLITIK.

So sehen mich Christian und Daniel (©
Visual-Braindump) – zumindest 2016 auf dem letzten PM_Camp in Dornbirn.

In meinem Artikel Wachstum habe ich mich beklagt, dass „die Politik“ so wenig macht, um den Planeten als unsere Lebensgrundlage zu bewahren. Und das „wir“ jetzt alles machen sollen.

Das ärgert mich. Denn ich verliere die Lust, mich für den Klimaschutz einzuschränken, wenn ich faktisch nur relativ wenig beitragen kann, aber die Solidarität derjenigen vermisse, die mit einfachen Maßnahmen viel mehr bewirken könnten als ich und die ja auch den gesellschaftlichen Auftrag dazu hätten.

Zu diesem Artikel habe ich in einem anderen Forum folgenden Kommentar bekommen:


Nun, ich frag´ mal nach:

WER ist „die Politik“?

WER ist „wir“?


Das hat mich getroffen! Denn versuche ich immer, pauschale Formulierungen zu vermeiden und die Dinge möglichst präzise beim Namen zu nennen.

Und dann schwafle ich von Allgemeinplätzen wie Politik und wir. Ärgerlich! Deshalb hier ein kritischer Versuch zu erklären, was ich unter „Politik“ und „uns“ verstehe.


WER ist „die Politik“?

Politik bezeichnet eine feudale Kaste, die man wohl in allen Staaten antrifft. Deren Mitglieder nennt man Politiker. Bis auf ein paar reiche populistische Ausnahmen, leben Politiker in der Regel von der Allgemeinheit.

Sie haben die Oligarchie der Parteien (Jaspers) als Herrschaftssystem kreiert und manifestiert. Ihre Herrschaft rechtfertigen sie, weil sie durch Wahlen demokratisch legitimatiert wären. Wobei Wahlen in der Regel die gewinnen, die sich die besten (und teuersten Berater) leisten können.

De fakto sind sie aber gar nicht an der Macht, sondern setzen nur die Interessen von Wirtschaft und Kapital um, die ihnen von den Lobbyisten detailliert vorgegeben werden (und den Politikern auch den Wahlkampf finanzieren).

WER ist „wir“?

Wir sind Gemeinsamkeit der Menschen, die einem oder mehreren sozialen Systemen konkret  angehören, die von der Politik administriert werden.


Ich glaube, dass erklärt die Misere. Meine These, dass gutes Marketing nicht nur Umsatz bringt sondern auch Wahlen gewinnt, war ja wohl bei der Brexit-Abstimmung richtig.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 23. Oktober 2019

Wasser predigen, Wein trinken.

In Bayern24 findet sich ein interessanter Artikel mit der Überschrift

E-Scooter in Bayern: Von Verkehrswende keine Spur

Zusammengefasst ist die Aussage des Artikels, dass ein mit dem E-Scooter gefahrener Kilometer grob gerechnet genauso viel Kohlendioxid und Umweltschaden verursacht wie ein mit dem Auto zurück gelegter.

Zwei K2-Scooter, nach der Jahr- tausendwende gekauft und bald 20 Jahre gerne von allen Familien- mitgliedern genutzt. Jetzt beginnen sie, den Enkeln Freude zu machen.

Ich zitiere auszugsweise Aussagen aus dem Artikel, der eine Einschätzung der Situation mit den E-Scootern nach vier Monaten widergibt:


… Ein Baustein für die Verkehrswende wird der E-Scooter nicht. Dafür fällt die Klimabilanz viel zu schlecht aus
… laut einer Studie des Mobilitätsberaters „civity“ werden die Roller vor allem für Fahrten von unter zwei Kilometern benutzt – eine Strecke, die die Befragten sonst zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt hätten
… Die Hochzeiten der Nutzung sind abends und am Wochenende – ein Hinweis, dass die Roller eher für Touristentrips und Spaßfahrten
… Eine Alternative zum Auto? Eher nicht …

… Klimasünder E-Scooter? Eher schon …
„Zum einen kann man sagen, was verbraucht die Fahrt eines E-Scooters? Das ist im Vergleich zum Auto geringer. Wenn man aber das nächtliche Einsammeln und die Produktion miteinrechnet, kann man sagen: 100 Kilometer mit dem E-Scooter verbrauchen ungefähr so viel wie mit einem benzinbetriebenen Durchschnittsauto.“ (Quelle Green City) …
Der Leihscooter hat laut Hersteller eine Lebensdauer von rund einem Jahr, auch der Akku, der – anders als beim E-Bike – fest im Roller verbaut ist. Danach muss der Akku recycled werden, die Alu-Teile des Rollers werden Ersatzteile für Reparaturen …

Fast zynisch empfinde ich die Stellungnahme der Landeshauptstadt:

Die Stadt München ist nach vier Monaten trotzdem zufrieden. Sie bekommt Nutzungsdaten von den E-Scooter-Verleihern: Gefahrene Kilometer, durchschnittliche Fahrtdauer, besonders frequentierte Gebiete. Und solche Daten sorgen vielleicht am Ende dafür, dass Fahrradwege breiter und Straßen enger werden. Dann hätte der E-Scooter seinen Beitrag zur Verkehrswende doch noch geleistet.


Und ich zweifel mal wieder an unserer Politik. Diese aktuellen E-Scooter sind doch für uns in der BRD so etwas wie ein neues Produkt. Und da hätte man doch (siehe den rot markierten Text) Zulassung des Produkts eine Vorschrift erlassen können, dass die Reperarturfreundlichkeit sicher stellt.

So wie Ralf Klagges (der Gründer meiner Lieblingsradfahr-Manufaktur Utopia) dafür sorgt, dass bei den Akkus an seinen E-Fahrräderne auch die Zellen, die Steuerung und der GMS/GPS-Teil im Akku relativ einfach getrennt ausgetauscht und repariert werden können. Das sind übrigens Akkus, die das holländische Unternehmen Van Raam herstellt aber gemeinsam mit Utopia entwickelt hat.

Aber solche simplen Gedankengänge sind für die Herren Minister und Ministerialdirigenten im Bundesverkehrs- und sonstigen Ministerien dann doch wohl zu komplex.

Und dann wird halt beteuert, dass man den Planeten schützen will. Aber wenn neue Mobilität zugelassen wird spielt das keine Rolle mehr.

So wie man angekündigt, dass die Bahn preiswerter werden und ihr Angebot erhöht werden soll aber in der Realität die Preise steigen und die Verbindungen reduziert und schlechter werden.

Und weiter Wachstum über ALLES stellt. Eine große Idiotie, die glücklicherweise immer mehr Menschen nicht mehr mitmachen wollen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 15. Oktober 2019

Melancholy in October .

In the warm country!

On Thursday, I went to the Sommerhausen Torturmtheater. It was the opening night of “All you Want” by  Mathieu Delaporte and Alexandre de la Patellière. It was a great night and we enjoyed it very much.

Afterwards, I had arranged to meet someone. He never showed. They tell me he fell sick and has to stay in bed.

On Friday, back in Neubiberg, I have a dinner appointment. It was cancelled. Due to sickness.

On Saturday, in the Neubiberg Cabaret “Platform Three“, my friend Lothar is acting as stage director because the professional who was supposed to do it has cancelled. He caught a cold.

On Sunday, I am scheduled to meet my daughter and her boyfriend. Her boyfriend is sick.

So now it has arrived – the evil autumn. And afterwards, the even more ruthless friend winter is waiting to take over. Against climate change.

And I know that, like every year, I, too, will be affected. I will catch cold and suffer from a sore throat more than once.

Why am I stupid enough to stay around? Allegedly, I have freedom to go where I want to go. Nobody forces me to stay. All I would have to do is buy a flight ticket – for instance to La Réunion. Where it is warm and I would still be staying in Europe, even in the EU. My flatrate would be valid and I could pay with Euros and enjoy life.

The French “savoir de vivre“ would really be to my liking. Since, through my taxes, I partly finance this French Paradize, I am actually even entitled to it. And I would not catch a cold. In exchange, my linguistic competence in French would retrieve its old splendour.

All I would have to do is board a flight and then stay in La Réunion for a few months. Until the sun returns to Europe. And then I could return to European Soil in a good mood in April after de-boarding a plane.

I am not going to do it because Barbara wishes to be in Munich for Christmas. With our children and grandchildren. There is no way she can be persuaded to miss it.

To be sure, I know some women who would be quite happy if their husbands were willing to spend the frosty part of their late life in warm climates with them. But those husbands would never come up with the idea.

But you cannot persuade my significant other to go abroad at Christmas. She prefers to suffer – as a just punishment – under my bad mood that was caused by a cold and a sore throat (and by the darkness and the poor weather). But she is quite willing to accept that. I have no chance. And thus, I stay at home.

Perhaps, instead of going to the airport, I should go and see a general practitioner? And maybe I should get a flu vaccination? Except that I do not really believe in such dubious methods.

I would wish to see a clean big data analysis that researches how many of those people who have been vaccinated actually catch the flu. And compare it to an analysis that finds out how many of those without a vaccination caught it. I have been looking for this kind of study intensely, but could not find it.

But probably, due to data security, such an honest study cannot even be considered. And if that is not a hindrance, then the producers of the vaccination material are opposed to it. They are more interested in the mercantile than in the medical results – and (at least so I heard), the former are quite good, thank you very much. I wonder if the same is true for the latter. Or are, perhaps, those results so bad that they would only minimize the sales?

I found a lot of online advertising for the vaccination. And they praised the fact that the new vaccine this year is against four instead of three (1) (1) pathogenes. What a gigantic progress! What a pity that the flu virus mutates with such speed and that there are so many variants.

Perhaps the flu vaccination is a little like the lottery: If, instead of processing three tables in summer, the enthusiastic lottery player will now process four tables in winter, his chances of hitting a jackpot are not really a lot better, are they? Well, those are sad ideas full of autumnal melancholy. Consequently, I am doing really poorly.

And then it gets even worse. Because I remember that the Golf Stream is weakening and might topple at any moment now. Is that good news or bad news? After all, it would mean that local winters get so uncomfortable that my dear wife will immediately be willing to migrate to La Réunion with me.

But then, this is not a hope of mine. Because if it comes to this, it will be too late. Everything at home would lie in ruins. My many wonderful Euros would not help me at all, nobody would be willing to take me in in a nice warm country. And I am not sure if I would wish to flee illegally. I would perhaps remain at home because I would prefer dying of the cold in Germany to drowning in the Mediterranean.

How bad. But now, instead of falling victim to a winter depression, I remain in my autumnal melancholy,

RMD
(Translated by EG)