Hans Bonfigt
Montag, der 11. September 2017

Autobahn 2.0: Der neugrüne Rassismus – Hully Gully

Franz-Josef Strauß war nicht zimperlich in seiner Wortwahl, insbesondere wenn es um charmante, prägnante Charakterisierungen seiner Kolleginnen und Kollegen ging.  Hildchen Hamm-Brücher erinnerte sich vor längerer Zeit, wie stolz sie einmal gewesen sei, als der bayerische Metro-Goldwyn-Mayer – Löwe sie als „Kampfhenne“ bezeichnet habe.  Nur leider:  Von Kampf war keine Rede, Strauß prägte für sie die Kategorie der politischen Krampfhenne.

Als junger Mensch habe ich darüber gelacht, spätestens nachdem sich Frau Hamm-Brücher der unsäglich unmoralischen und undemokratischen „Wende“ der FDP mit allen persönlichen Konsequenzen widersetzte, nahm ich sie genau so ernst wie Marion Gräfin Dönhoff oder Ingeborg Bachmann.  Ich lese gern weibliche Autorinnen, wenn sie ihre Sprache so gut beherrschen wie Vera Lengsfeld.  Oder wenn sie sich einigermaßen treu bleiben wie Jutta Ditfurth.

Leider sind mittlerweile starke, intelligente Frauen mit eigenen, interessanten Ansichten in der Minderheit.  Im gleichgeschalteten Blätterwald besetzen die Krampfhennen die Meinungskolumnen.  Wenn sie nicht jeden Monat ein paar tausend Zeilen ‚raushauen, müssen sie zum Amt und mit Hartz IV „aufstocken“.  Und man darf sich natürlich auch nicht bei den Kollegen blamieren und schert daher nicht aus der selbsternannten „Allianz der Anständigen“ aus.  Etwas Vernünftiges haben die Krapfhennen nicht gelernt und disqualifizieren sich damit für jeden nützlichen Beruf  –  zur Kranführerin, Raumpflegerin oder zur Hure wären sie sich zu fein.   Gottseidank gibt es ja Trump, die „AfD“ und den scheinbar überall sprießenden „Rassismus“ !  Da kann man sich in tausenden Zeilen dran abarbeiten, es traut sich ja doch keiner, das Gesülze kritisch zu hinterfragen …

Und hier jetzt, zur allgemeinen Erbauung, der bisherige Höhepunkt des begriffsinflatorischen Krampfhennen – Schwachsinns:

Rocky Balbea“ denkt nämlich nicht nur „über das Klischee des triebgesteuerten Mannes im Film“ oder „über Männerfreundschaften und der Angst vor Homosexualität“ nach (das sind schließlich Themen, worüber frau richtig fundiert berichten kann), nein, „Rocky Balbea“ bemerkt den systemimmanenten Alltagsrassismus in unserer alltäglichen Technik.  Kinofilme beispielsweise werden so abgestimmt, daß sie „Weiße“ optimal abbilden und Neger schon fast zwangsweise unterbelichten.   Schlimmer noch:  Die Graukarten, von manchen Filmherstellern verteilt, entsprechen mit 18% Sättigung etwa der Pigmentierung „weißer“ Gesichtshaut.  Und, nicht zu vergessen:  „18“, wenn man die Zahlen als Orgnungszahlen auffaßt und alphabetisch substituiert, ergibt „AH“, also ganz klar Adolf Hitler !  Jede Graukarte ist also ein negerfeindliches Führerporträt !

Womit wir wieder bei Bertrand Russell wären:  Die Verfeinerung von Belichtungsautomatiken bewirkt nur dann etwas, wenn auch der Verstand des Photographen befördert wird.  Ein intelligenter Photograph wird zunächst einmal messen, ob der Belichtungsspielraum seines Films mit seinem Motiv zurechtkommt.  Wenn jedoch eine grüne Bewußtseinstante einfach einen schwarzbefrackten Neger neben der viktorianisch-weißen Braut im ebenso weißen Hochzeitskleid „knipst“, dann ist in der Regel die Braut zu hell und der Bräutigam zu dunkel.   Weil der Film (oder auch der Kamerasensor) einen wesentlich geringeren Belichtungsumfang (nicht:  Belichtungsspielraum) hat als das menschliche Auge.  Und auch dann, wenn der Photograph über ein Profimodell mit einem Belichtungsumfang von 16 Blenden hat:  Irgendwo wird er sein Bild veröffentlichen wollen – und Photopapier hat, wie etwa auch ein Farbumkehrfilm, einen Belichtungsumfang von gerade einmal fünf Blenden.

Der Rest ist banal – wenn man kein*e unterbelichte*r Grüne*r ist und weiß, was eine Blende ist.  Und vielleicht ein bißchen Prozentrechnung beherrscht:

Blende 1,0 –> 100% Lichteifall,  1,4 –> 50%,  2,0 –> 25%,  2,8 –>12,5%,  4,0 –> 6,25%,  5,6 –> 3,125%

Das waren jetzt 5 Blenden Differenz.  Wählen wir die genaue Mitte von 2 1/2 Blenden, auf daß sich der gleiche Abstand zu „absolut dunkel“ bis „maximal hell“ ergibt, dann ergäbe das einen Faktor von 2^2,5 .   100 % geteilt durch 2 hoch 2,5 sind, richtig gerundet, 18 %.   Heil Hitler !

Ich frage mich nur, was erwarten diese selbsternannten Rassismusjäger eigentlich ?   Wenn ein Neger schwarz ist (schon der Begriff ist abgeleitet aus dem lateinischen ’niger‘, was nix anderes als ’schwarz‘ resp. ‚dunkel‘ bedeutet), wie soll er denn dann auf einem Kinofilm erscheinen ?   Hellgrau ?  Kann man ja machen, mit einer „Dunkelgraukarte“ von vielleicht 40% Sättigung.  Bloß ist dann der komplette Rest überbelichtet, sodaß man, wegen des Gradientenverlaufs, viele wichtige Details gar nicht mehr sieht.   Moment ‚mal:   Vielleicht ist das die Lösung:  Möglichst wenig sehen, nur das „reflektieren“, was die zugedröhnte Wohlstandsbirne an gequirlter Scheiße selber hervorgebracht hat.  Kein Wunder, daß die Krampfhennen irgendwann nur noch „braun“ sehen.

Gefährlich wird es dann, wenn ‚reguläre‘ Tageszeitungen wie „Die Welt“, „Der Tagesspiegel“ und andere jeden Schwachsinn willig aufgreifen und unreflektiert und gebetsmühlenartig wiederholen.

Entsorgen ?  Aber gerne doch !

Also, ich wäre ja sehr für ein Krampfhennen – Entsorgungsprogramm.   „Entsorgen“ in dem Sinne, daß wir uns keine Sorgen mehr machen müssen, daß die Verdauungsrückstände der Schwarmintelligenz irgendwelche Schäden anrichten.  Indem beispielsweise Frau Özoguz beim Aldi Regale einräumt anstatt völlig verpeilte „Leitlinien“ zu formulieren.  Ich frage mich, wieviele anständige Arbeiter nötig sind, um mit ihrer Hände Arbeit beispielsweise eine Frau Özoguz am kacken zu halten.

Gesine Schwan, Margot Käßmann und Katja Göring-Eckhardt nicht vergessen bei der Entsorgung.   Vielleicht in eine Art „Dschungelcamp“.  Da müssen sie dann arbeiten, an der Fleischtheke, als Maurer*in am Bau (einen kleinen Vorgeschmack eröffnet dieses Video) oder als Krankenschwester.

Und die schlimmste aller Strafen mitschicken:  Heiko Maas!

Andererseits:  Das verstieße dann wohl gegen die Genfer Konvention.

(hb)

p.s.:
Viel besser bringt es Hadmut Danisch auf den Punkt,
http://www.danisch.de/blog/2017/08/31/unterbelichtet-wenn-journalisten-sogar-fuer-fotografie-zu-daemlich-sind/
und  —  Gipfel der Ironie:  Auch hier holen Kommentatoren „ihren“ Adolf aus der Kiste.

Roland Dürre
Samstag, der 5. August 2017

Über Theater, Staat und Kirche …

Am Donnerstag, den 3. August war im Torturmtheater zu Sommerhausen Premiere. Aktuell wird ein Stück von Philipp Löhle gespielt mit dem Titel „Der Wind macht das Fähnchen“.

Vier SchauspielerInnen spielen diesmal auf der kleinen Bühne des Torturmtheaters. Es sind Judith Riehl, Nadia Schwienbacher, Christian Buse und David Lindermeier. Bei der Premiere dabei waren auch Oliver Zimmer als Regisseur und natürlich die großartige Angelika Relin, ohne die es das alles nicht geben würde.


Zu Gast im Torturmtheater in Sommerhausen.


Und Barbara und ich durften bei der Premiere dabei sein! Und haben eine besondere Aufführung sehr genossen. Es war ein unwiederbringlicher Abend, über den ich mich einfach nur gefreut habe.

Ihr dürft das Stück auf keinen Fall versäumen. Es läuft (nur!) noch bis zum 30. September, also schon jetzt den Ausflug nach Sommerhausen planen! Hier die Ankündigung des Stücks.


„Das ist sie, mein ganzer Stolz“ – die Familie. Ein Experiment für Mutige?
Neunzehnhundertungerade, als die Welt noch in Ordnung war, beginnt diese Geschichte. Vater, Mutter, Sohn und Tochter lächeln im Zeitraffer in die Kamera für Schnappschüsse am Frühstückstisch oder im Italienurlaub. Doch das Kleinbürgeridyll ist trügerisch, denn sobald es schwierig wird gibt es keinen Zusammenhalt mehr, kein Einstehen für den anderen. Auch Familie ist von ökonomischen Hochs und Tiefs abhängig. Alles fällt auseinander wenn der Papa das Potential des neumodischen „Internetz“ falsch einschätzt und konsequent seine Stelle kündigt – und ausgerechnet diese Konsequenz gibt er dem Sohn im Augenblick der Wahrheit mit auf seinen Lebensweg. 
Auf Krise und Trennung folgen Wiedervereinigung und neue Familienporträts in scheinbarer Eintracht, doch die Idylle hat Risse bekommen, unkittbare.


Schon von dem letzten Stück „Eine Sommernacht“ war ich begeistert. Diesmal war es noch schöner – wenn das überhaupt möglich ist. Im Torturmtheater zu Sommerhausen gibt es immer großartiges Theater, „Das Fähnchen“ ist eine spannende Komödie mit viel Witz und Hintergedanken!


Es war ein wunderschöner Theaterabend.


Ein schöner Abschluss eines wunderbaren Tages, den wir auf dem Fahrrad verbracht hatten. Nach zirka hundert Kilometern schöner Radfahrt auf dem Weg von Klingenberg nach Sommerhausen entlang des Mains mit ein paar Abkürzungen durch sanfte Hügel kamen wir in Sommerhausen am späten Nachmittag an. So konnten wir uns noch frisch machen und ein wenig „relaxen“ und trafen dann ein halbes Stündchen vor Beginn der Aufführung im Torturmtheater ein.

Da genossen wir das immer wieder beeindruckende Theater-Foyer und freuten uns auf die Vorstellung. Nicht ganz unfreiwillig belauschte ich dabei eine Unterhaltung (lauschen war so gar nicht nötig) zwischen einem Herrn mittleren Alters (vielleicht so zwischen vierzig und fünfzig) und einem älteren Paar (eher zwischen sechzig und siebzig, wobei die Dame nichts sagte sondern nur ihren Ehemann strafend ansah). Also für mich „so ein kleines Privattheater vor dem richtigen Theater“!


Ein wenig Theater vor dem Theater.


Das bestand aus einem kleinem Streitgespräch, in dem der jüngere immer wieder lautstark seine Entrüstung über das Treiben der Kirche und deren besonderen Rechte, die wohl nicht mehr zeitgemäß wären Ausdruck gab. Der andere versuchte dann mit ein wenig leiserer Stimme die Kirche zu verteidigen.

Der jüngere kritisierte so die Kirchensteuer als Folge eines Konkordates, das wohl aus den 30iger Jahren des letzten Jahrhundert stamme und mit den Nazis ausgehandelt worden wäre. Die Tatsache, dass führende Manager der Kirche wie Kardinäle und Bischöfe auf der Gehaltsliste des Staates stehen würden, ärgere ihn.

Der andere wies dann darauf hin, dass die Kirche ja viel Soziales und Gutes tun würde und das diesen Preis wert wäre. Dann meinte der Ältere, dass die evangelische Kirche besser als die katholische wäre. Der Jüngere konterte sofort mit einem Beispiel, wie sich die evangelische Kirche ziemlich skrupellos an der Diakonie bereichern würde. Und so ging das weiter.

Schließlich beklagte der Jüngere die drei Stunden Religionsunterricht pro Woche, die die Kinder indoktrinieren würde. Der ältere verteidigte dies mit der Behauptung, dass die Schule ja eben nicht nur die Aufgabe hätte, Wissen zu vermitteln, sondern auch Werte. Das war nicht so das ganz hohe Niveau, lauter viel gehörte alte Argumente und nichts Neues. Also nicht so aufregend. Auch das mit dem Werte vermitteln nicht.

(Ist doch meinen Gedanken folgend auch die Aufgabe der Wissensvermittlung nicht zuletzt die Wertebildung. Aber in solche Gespräche mische ich mich schon lange nicht mehr ein.)

So dachte ich über meine  Erfahrungen mit der Kirche nach. Ich musste an meinen Lehrer und Freund Rupert Lay denken. Von ihm habe ich so viel gelernt, vor allem dass ich mich selber wertschätzen und ernst nehmen muss. Und ein autonomer Mensch bleiben soll, der sich nicht leichtfertig beeinflussen lässt.


Der Jesuit Rupert Lay.


Rupert Lebensziel war es, für die Ärmsten der Armen da zu sein. Das waren aber für ihn nicht nur Obdachlose und aus der Gesellschaft ausgestoßene Menschen. Gerade Top-Manager gehörten für ihn in diese Kategorie. Damit dürfte es auch seine Richtigkeit haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in keiner anderen Berufsgruppe (vielleicht Pfarrer ausgenommen) so viel Verrückte gibt wie bei den Vorständen der deutschen und internationalen Konzerne. Verzeihung, mit „Verrückte“ meine ich Menschen, die an massiven psychischen Erkrankungen und Störungen leiden.

Rupert Lay kümmerte sich vorzugsweise um die gesund gebliebenen Manager. Die „kranken“ wurden im Proseminar ausgesiebt, in die Fortgeschrittenen-Seminare ließ er sie nicht rein. Weil sie da wahrscheinlich nur gestört und nichts verstanden hätte.

Die wirklich teuren Teilnahmegebühren für die  Seminare des Rupert Lays gingen wie alle Honorare an seinen Orden, das waren die Jesuiten. Und weil Rupert Lay sein Wirken im Allgemeinen als Seelsorge darstellte, ging auch das Finanzamt leer aus. Denn für Einnahmen aus Seelsorge wird keine Steuer bezahlt. Das hat manchen der tüchtigen Finanzbeamten in Hessen sehr gegrämt, aber irgendwie kam das Finanzamt damals gegen die Macht der Kirchen nicht an.


Heinrich Henckel von Donnersmark – Künstlername Augustinus – und Rupert Lay.


Ich musste auch an Pater Augustinus denken, der mit bürgerlichen Namen Heinrich Henckel von Donnersmark hieß, der ein Freiherr war. Ich kannte auch ihn und schätzte in ebenso. Obwohl Rupert Lay Jesuiten und Augustinus Prämonstratenser-Chorherr war. Aber beide waren die Protagonisten für Ethik in der Wirtschaft. Das hat mir gefallen. Sie waren wichtigen Berater der Spitzen der deutschen Industrie und Politik. Und haben sich als hervorragende Redner und Management-Trainer haben sie sich einen Namen gemacht.

Rupert Lay war dem System Kirche gegenüber deutlich kritischer als der „brave“ Augustinus. Deshalb haben wir (der Ronneburger Kreis) beide zu einem Streitgespräch nach Frankfurt eingeladen. Und waren überrascht, dass dies uns dann viel zu harmonisch war, denn beide gaben sich eigentlich immer nur gegenseitig Recht.

Für mich war Augustinus der beste Redner, den ich kannte. Ich erinnere mich gut an einen Vortrag in Wiesbaden, den er in den 90iger Jahren für ICL hielt – damals ein relevanter IT-Hersteller aus Großbritannien. Da hatte er sich als Manager des „Unternehmens Katholische Kirche“ vorgestellt und seine Aufgabe als „Lobbyist das mächtigste und älteste Unternehmen der Welt“ beschrieben. Das war ganz feine Selbstironie.


Kirchen reden von Frieden und Liebe.


Allerdings hat mir der Vortrag auch zu einer Selbsterkenntnis verholfen, die ich bis heute nur bestätigt sehe. Die Kirche ist ein Unternehmen, dass sich Friede und Liebe auf ihren Schild schreibt. Quasi als Marketing. Seit über 2000 Jahre macht sie das. Diese lange Zeit hat sie gut davon gelebt und ist dabei so richtig reich und wohl auch mächtig geworden. Ich finde es unendlich traurig, dass sie es in diesen 2000 Jahren nicht geschafft (und wohl auch gar nicht gewollt) hat, die Welt ein wenig fried- und liebevoller zu machen. Im Gegenteil, sie und ihre Mitwettbewerber im Markt bewirken bis heute oft das Gegenteil von Friede und Liebe, nämlich Krieg und Hass.

So ist mir spätestens damals klar geworden, dass ich mit so einem System wie Kirche nichts zu tun haben will. Und rede auch gar nicht mehr darüber.

So wie ich die CDU/CSU nicht mehr wähle, weil sie die Wiederbewaffnung der BRD durchgesetzt haben. Gleiches gilt für die SPD und die Grünen. Diese Parteien werde ich mehr wählen, weil sie ein wichtiges Tabu gebrochen haben und die Bundeswehr für Kampfeinsätze ins Ausland entsandt haben.

Eigentlich ist alles ganz einfach.

RMD

P.S.
Und wer mit dem Zug nach Sommerhausen fahren will, der sucht am besten nach dem Zielort Winterhausen. Von Bahnhof in Winterhausen ist es nur ein Kilometer zu Fuß zum Theater.

Roland Dürre
Dienstag, der 2. Mai 2017

25. und 28. Mai: Orfeo im Doppelpack! Aus zwei Jahrhunderten!

Es ist eine kleine Sensation:

In der Himmelfahrtskirche in München-Sendling gibt es Ende Mai zwei Konzerte, die  sich sozusagen thematisch gegenüberstehen! Nämlich

Zwei „Konzertante Opern“ zu Orfeo im Originalklang!

 

Am Donnerstag, 25. Mai 2017:

 

C. W. Gluck
Orfeo ed Euridice

 

Am Sonntag, 28. Mai 2017:

 

C. Monteverdi
L‘Orfeo

 

Beide Aufführungen beginnen jeweils um 19:00!

 

Die beide Komponisten gehören ziemlich unterschiedlichen Jahrhunderten an. So wird es interessant sein, zu erleben wie sie mit mehr oder weniger dem selben Stoff umgehen!

Der große Reiz ist der Besuch beider Konzerte! Also ist die Empfehlung, die Karten im Doppelpack zu kaufen, da spart man auch noch 10 €.

Natürlich kann man sich auch nur eines der beiden Konzerte anhören.

Noch eine kleine Erläuterung:

Originalklang heißt, dass die Stimmung des „alten“ Werkes so ist, wie sie damals war, nämlich der Kammerton A. Das ist ca. 30 Hertz tiefer als heute. Das geht natürlich nur mit einem Orchester, das originalgetreue Instrumente spielt.

So mache ich sehr gerne immer wieder ein wenig Werbung für unsere Evelyn und ihre einzigartigen

Arcis-Vocalisten

Es ist mir wirklich ein Vergnügen!

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 13. April 2017

IT-Treff – Nostalgie 1999 – Es war der Wahnsinn!

Im IF-Blog in den Dokumenten findet sich ein ganz besonderes Schmankerl. Das war dort lange Zeit ganz unten tief versteckt.

Es ist eine Satire auf die New Economy – ein Theaterstück mit dem Titel

Sind wir noch zu retten?

Norbert Weinberger und ich haben es geschrieben. Die Idee kam uns auf einem gemeinsamen Flug von München via Zürich nach Neu-Dehli mit Swiss Air.

Swiss Air war ein mühsam ausgehandelter Kompromiss: Mein Freund und Partner Norbert flog aus Prinzip immer Business Class mit Lufthansa und ich genauso meinen Prinzipien treu immer in der Economy. Da wir gemeinsam fliegen wollten, haben wir uns dann auf Swiss Air in der Business Class geeinigt, weil das damals preislich so ziemlich in der Mitte lag. Der Grund für den Flug war übrigens die offizielle Eröffnung unseres gemeinsamen indischen Tochterunternehmen „AMPERSAND limited“. Damals wuchsen die Bäume schon wieder in den Himmel.

Die Business Class des Swiss-Fliegers von Zürich nach Neu-Dehli war komplett leer. Swiss Air war damals noch eine unabhängige Airline und machte heftig Verlust – das hat die freundliche Besatzung aber nicht gestört. Der Service war exzellent; wir wurden richtig verwöhnt. Während des ganzen Fluges wurden uns von charmanten Schweizer Stewardessen Champagner serviert. Auch das hat uns beschwingt. So haben wir im Flieger auch gleich das Grob-Konzept des Stückes entwickelt.

Das Stück haben wir Monate später gemeinsam mit Unternehmerfreunden am 29. Juni 1999 vor weit mehr als 500 Zuschauern beim IT-Treff 99 im überfüllten Schlachthof zu München uraufgeführt. Es war eine Riesengaudi, das Publikum hat getobt. Für uns – die Darsteller – war es der Wahnsinn. Und dazu noch wunderschöner Ausblick auf die Ereignisse zur Jahrtausendwende.

Wie kam es zum IT-Treff? Mitte der 90iger Jahre war es nicht immer so ganz einfach für IT-Unternehmen in Deutschland. Die Stimmung war da gar nicht so gut. Deshalb wollten ein paar mutige IT-Unternehmer*Innen etwas tun, um die Stimmung zu verbessern. Das waren wir Muschka Utpadel-Domdey,  Alfred Bauer, Hans Nagel, Dr. Christian Roth, Markus Winkler und eben der Norbert und ich. Unser Idee war sozusagen „Feiern gegen die Krise“. So haben wir den IT-Treff  gegründet. und die ganze Münchner IT-Szene eingeladen. Und siehe da – alle kamen.

Stars wie Gerhard Polt und Django Asül sind bei uns aufgetreten und haben ihr Programm für uns um IT-spezifische Themen erweitert. Die Bayerische Regierung war immer dabei – an die originellen Grußadressen von Staatssekretär Hans Spitzner kann ich immer noch gut erinnern. Es gab immer heiße Musik – mit der George Greene Hotline Band haben wir im Schlachthof sogar eine eigene CD produziert, die man auch heute noch gerne hört.

Und die Branche hat wieder getanzt. Das war 1996, 1997 und 1998. 1999 war der letzte IT-Treff – und da haben wir (die Veranstalter) das Kabarett selber gemacht. Hier ist unsere IT-Treff Satire (1734) „Sind wir noch zu retten?“ – zum Lesen oder Nachspielen.

Weil sie so schön ist und ein so großer Erfolg war, habe ich für kleine und große Theater eine Prämie ausgesetzt, wenn die das Stück spielen. Es gibt sozusagen eine „negative Aufführungsgebühr“ (Tantieme), kostet also keine 10 % der Brutto-Einnahmen oder so sondern es gibt etwas drauf. Das Stück ist kurz aber sehr prägnant Stück – auch als Vorspiel für etwas anderes wie eine Feier geeignet.


 

Hier der Flyer zum IT-Treff 1999 von außen

und von innen

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 2. April 2017

Im Herkules Saal am 14. April 2017: Matthäus-Passion

mit den Arcis-Vocalisten in einer ganz großen und einzigartigen Besetzung!

 

Die Arcis-Solisten sind ein ganz besonderer Chor, nicht nur weil da Evelyn (EG) mit singt, die viele Artikel im IF-Blog ins Englische übersetzt.

Und das Beste:
Dank Evelyn gibt es für IF-Blog-Leser, die sich am Konzert erfreuen wollen, ein ganz besonderes Bonbon in Form eines schönen Rabatts. Bei Interesse einfach eine E-Mail an mich mit dem Stichwort „Arcis-Vocalisten“ senden.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 26. Februar 2017

Bitte um eine menschenwürdige Behandlung.

ERFAHREN an Stelle von ERLERNEN!

Bald ist der Fasching vorbei und das Mariechen verschwindet auf dem Speicher. Dort landen auch der Faschings-Garden Gala-Uniformen, deren Zeit im realen Leben eigentlich vorbei sein sollte (so wie das Abschreiten der Ehrenkompanie mit ihren Bajonetten durch Staatsgäste, das ich als eine lächerliche Tradition empfinde. Werden doch heute in einer digitalisierten Welt die Körper nicht mehr mit dem Bajonett sondern durch Drohnen zerstückelt. Das ist nicht zynisch gemeint sondern mit Blick auf die High-Tech-Entwicklung Realität).

An den Schulen und mittlerweile auch an den Universitäten geht am Aschermittwoch der böse Karneval jedoch weiter.

So wiederhole ich mein Credo. 

Vor allem möchte in meinem Leben viel „erfahren“ und „erleben“. Ich möchte Neues ausprobieren und Wissen, das ich benötige mir in der nötigen Tiefe „erarbeiten“. Zielloses Lernen in der klassischen Diktion ist nicht das meine.

Ich weiß, dass ich immer „Teil von“ bin und am „wir“ bewusst teilhaben möchte. Gerne übernehme ich Verantwortung für mein eigenes und das gemeinsame soziale Leben. Dazu brauche keine Motivation von außen, weder ideell noch materiell.

Wertschätzende Rückmeldung und unverzerrte Spiegelung sind mir wichtig. Benotet werden mag ich dagegen nicht, weil ich die „Metrisierung“ meines „Ichs“ ablehne. Weil ich Mensch bleiben und nicht zur Maschine werden will. Deswegen bewerte ich auch nicht andere Menschen und gebe ihnen keine Noten. Den Stolz auf gute Noten empfinde ich im übrigen ähnlich absurd wie wenn ich stolz darauf wäre, ein Deutscher zu sein.

Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der „coachen“ (im Sinne von Unterstützen und Helfen) an die Stelle von (be-)herrschen tritt. In der Kommunikation und Vernetzung frei und keine Macht bei niemand ist und selbst organisierte Netzwerke hierarchische Strukturen ablösen.

So sollten wir uns verabschieden von Begriffen wie „Lebenslanges Lernen“. Lernen ist „bäh“ und dann fürs Gelernte eine Note zu bekommen noch mehr „bääähhh“. Ich selber war ein Meister der „Wissensbulimie“ (die man besser „Wissensbetrug“ nennen sollte) und weiß von was ich rede – auch als Vater von sieben Kindern.

Es ist also nur schlüssig, dass wir unsere Kinder vom Lern- und Benotungsstress befreien müssen. So war ich positiv überrascht, dass sogar Marlies Tepe, die Vorsitzende der Gewerkschaft GEW, alle Schulnoten abschaffen will – von der Grundschule bis zum Abitur. Leider musste ich auch lesen, dass der Widerstand gegen den Vorschlag groß ist.

Ich bin dafür!

RMD

Oder gilt das auch schon in der Gegenwart?

Franziska Köppe hat mich am 3. Januar für Ihren Blog FAHRRADkultur interviewt. Hier ist das Ergebnis.

Die Botschaft von Franziska ist ja „Fahrradfahrer leben länger“. So kann ich nur hoffen, dass die Franzeska recht hat und unserer Leben nicht vorzeitig durch ein Kraftfahrzeug beendet wird. Und dafür ein weißes Fahrrad mehr an einer der Straßen und Kreuzungen steht.

Die Franziska respektiere ich sehr, deshalb war ich im Interview ein wenig vorsichtig. Meine schlimmste Provokation war vielleicht die folgende Aussage (Zitat aus dem Interview):

„Autofahrer sind die Kutscher der Neuzeit. Kutscher waren keine beliebte Berufsgruppe, weil sie in den engen Gassen der Städte mit der Peitsche das gemeine Volk aus dem Wege prügelten. Kutscher galten damals als „Abschaum und Gesindel“?!

Ich stehe zu allem, was ich im Interview gesagt habe. Ich möchte hier nur ergänzen, dass ich, je mehr ich ohne Auto lebe („lebe“ im wahrsten Sinne des Wortes) um so mehr mir die Dummheit und Sinnlosigkeit des Autofahrens bewusst wird. Und das gilt für so viele Dimensionen:

  • Für die Falschheit von Image und der Reputation, die man sich durch den Besitz eines Autos sicher unbewusst verschaffen will.
  • Für die belastende Arbeit des Steuerns eines PKW’s, an die man sich gewöhnt und so die Anstrengung ignoriert. Im Gegenteil, man betrügt sich selbst und hat „Freude am Fahren“ oder „erholt sich am Steuer“. Das Auto wird als „bester Freund“ wahrgenommen, es ist der Ort an dem man sich „zu Hause fühlt“.
  • Für den gewaltigen Raub an Bewegung und frischer Luft, den man sich als Autofahrer selber zu fügt, inklusive des Schadens durch die ewige Sitzerei und deren negativen Folgen inklusive von Rückenbeschwerden.
  • Für die sinnlose Vernichtung der Zeit gerade am Steuer eines PKW, die in öffentlichen Verkehrsmitteln viel besser genutzt werden kann.
  • Für das physische (wesentlich mehr als 1 Million Verkehrstote und ein mehrfaches an Schwer- und Leichtverletzten) pro Jahr weltweit wie psychische Leid und Risiko (Doppelbelastung z.B. durch Telefonieren am Steuer).
  • Für die Unfreiheit durchs Auto – es ist der Klotz am Bein – ich muss immer dorthin zurück, wo es steht.
  • Für die Abhängigkeit vom Auto, wenn es nicht mehr fährt geht die persönliche Welt so ein wenig unter.
  • Für die Belastung durchs Auto: Wie oft höre ich – ich habe da keine Zeit, weil ich mein Auto vom / zum Kundendienst holen / bringen muss.
    🙂 Und am Wochenende wird es auf Hochglanz poliert.
  • Für die Rücksichtlosigkeit des Autofahrers gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Schadstoffe und Energie-Verschwendung spielen keine Rolle mehr, die externen Zusatzkosten der Mobilität sind beim Auto ein Vielfaches höher sind als bei allen anderen Verkehrsmitteln und die tragen wir alle.
  • Für das billigend in Kauf genommene Risiko andere Menschen zu töten oder verletzten und so auch sich selber enormen Schaden hinzuzufügen …
  • und für manches mehr …

Für mich wird Autofahren so immer mehr zur Metapher für ein falsches Leben. Nur:

 🙂 Das Leben ist zu kurz für ein falsches Leben!

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Menschen, bei denen das Auto wie ein Rollstuhl zum erweiterten Körper, also quasi zum Körperteil geworden ist, viele der gelisteten Punkte keines Falls nachvollziehen können. Auch aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es bei mir mit dem Rauchen ähnlich war … Erst wenn man es nicht mehr tut, versteht man wirklich, wie schlimm es wahr. Aber ich weiß, wie schwer es ist und war mit der Gewohnheit zu brechen.

RMD

 

Der Advent ist sogar für mich trotz einer persönlichen Weihnachts-Skepsis so etwas wie eine besondere und besinnliche Zeit. Die Tage bis Weihnachten werden immer kürzer, an der frischen Luft wird es nass und kalt, man bekommt Lust auf Glühwein kommt – und auf schöne Abende mit Musik für die Seele.


Logo ArcisVocalisten
Ein etwas anderes Weihnachtsoratorium

Was wäre die Advents- und Weihnachtszeit für Musikfreunde ohne das Weihnachtsoratorium?

Nicht nur für Klassikfans gehören die festlichen Klänge zur besinnlichen Jahreszeit einfach dazu. Und dabei ist, wenn das Wort „Weihnachtsoratorium“ fällt, auch sonnenklar, von wem dieses Werk stammt: Natürlich vom Leipziger Thomaskantor Johann Sebastian Bach! Und von keinem anderen. Oder etwa nicht?

Am Montag, den 5. Dezember 2016, kann man sich in der Sendlinger Himmelfahrtskirche davon überzeugen, dass auch einem anderen barocken Meister mit einem Weihnachtsoratorium ein großartiges Werk gelungen ist, das dem Zuhörer direkt ans Herz geht und festliche Weihnachtstimmung wie von selbst entstehen lässt: Die Rede ist vom Weihnachtsoratorium „Mache dich auf, werde Licht“, einem Werk aus der Feder Carl Heinrich Grauns, des Kapellmeisters von Friedrich dem Großen.

Nachdem die Arcis-Vocalisten im Jahr 2014 Grauns Passionsoratoriums „Der Tod Jesu“ aufgeführt und in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk als CD aufgenommen haben, widmet sich das Ensemble nun dem weihnachtlichen Meisterwerk des Kapellmeisters des „Alten Fritz“.

Für den Leiter der Arcis-Vocalisten, Professor Thomas Gropper, machen gerade die Unterschiede zum in der Weihnachtszeit allgegenwärtigen Bach’schen Oratorium einen besonderen Reiz aus:
„Schon das Libretto ist ganz anders angelegt als die Textvorlage zu Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium – bei Graun sind nur noch wenige Sätze des Lukas-Evangeliums im Wortlaut verarbeitet, dafür dominieren freie Betrachtungen und Dialoge“, so Gropper. „Und Grauns Musik trägt schon wesentlich stärker als die des Thomas-Kantors die ‚galante‘ Handschrift eines neuen Trends, nämlich des sich bei Entstehung des Werks um 1735 bereits deutlich abzeichnenden empfindsamen Stils.“

Das erst 1999 wieder entdeckte Meisterwerk zeichnet sich durch einen gekonnten Wechsel aus melodisch geprägten und kontrapunktisch anspruchsvollen Chorsätzen sowie gefühlvoll gesanglichen und äußerst farbig instrumentierten Arien aus – festliche Streicher- und Trompetenklänge nebst Weihnachtsstimmung inclusive. Eben ein etwas anderes Weihnachtsoratorium…

(Quelle: Arcis-Vocalisten).


Ich freue mich, wenn es mir gelungen ist, Euch neugierig zu machen. Und die Karten bitte schnell kaufen – es könnte auch wieder ausverkauft werden!

RMD

 

Wie Ihr wisst, weise ich in IF-Blog immer gerne auf die Konzerte der Arcis-Vocalisten hin. Zum einen weil die Evelyn (EG) bei diesem Chor mit großer Leidenschaft dabei ist und zum anderen, weil diese Konzerte für alle Zuhörer immer ganz große Erlebnisse sind!

Mozart

Und das Beste:

Für IF-Blog-Leser, die das Konzert besuchen wollen, gibt es wieder ein kleines Zucker. Einfach bei mir melden mit Stichwort „Mozart“!

RMD

P.S.
Hier noch der Hinweis auf ein weiteres und ganz besonderes Beethoven-Konzert der Arcis-Vocalisten an Silvester!

Für alle, die sich etwas ganz besonderes zum Jahreswechsel gönnen wollen!

Die Konzerte der Arcis-Vocalisten erwähne ich hier immer sehr gerne – nicht nur weil die Evelyn (EG) da mitsingt. Sondern weil die Aufführungen immer einzigartig sind und die Herzen aller Zuhörer mit großer Freude füllen!

Beethoven

Für IF-Blog-Leser, die das Konzert besuchen wollen, gibt es wieder ein schönes Zuckerl …

Einfach bei mir melden mit Stichwort „Beethoven“.

RMD