Roland Dürre
Mittwoch, der 12. September 2018

culture engineering. Begriff. Methoden. Werkzeuge.

Mit meinem neuen Hanseatic-Käppi zurück vom #PMCampBER in der Waldwirtschaft in Grosshesselohe.

Bevor ich meine Überlegungen zum „Widersinn“ in sozialen Systemen aufschreibe, noch ein kurzer Bericht von einer Sitzung im PM-Camp Berlin zu Culture Engineering. Das war eine von vielen spannenden Sessions, an der ich Anfang September 2018 auf der Unkonferenz #PMCampBER teilgenommen habe.

„culture engineering“ war das Thema – und zwar als Methode und Werkzeug um die Kultur eines sozialen Systems mit einem ökonomischen Zweck, gemeinhin Unternehmen genannt, beeinzuflussen, verändern und zu steuern.

Dem Teilgeber, der die Session vorgeschlagen hatte, war der „culture engineering“ Begriff selbst suspekt. Die Ursache seines „Unwohlseins“ war, dass er persönlich skeptisch war, ob man eine Kultur mit „ingenieurmäßigem“ Anspruch wirklich zielgerichtet beeinflussen könne oder ob das nicht schnell zur „Manipulation“ mit negativem oder zumindest ungewissen Ausgang führen könne bzw. würde.

Ein Teilnehmer der Session hat berichtet, dass es in Leipzig einen erfolgreichen Studiengang „culture engineering“ geben würde und dass die Absolventen durchaus von den HR-Abteilungen gerade großer Unternehmen sehr gesucht werden würden. Das finde ich spannend, und schon sind wir schon bei zurzeit gerne benutzten Begriffen wie culture engineering und human ressource (HR) gelandet.

Titelmässig fühle ich mich umzingelt von Berufstiteln auf Visitenkarten die Rollen wie Engineer, Officer, Manager und President enthalten. Und muss gestehen, da ist mir der Ingenieur, der z.B. ein Vorhaben leitet, noch der Liebste. Aber Denglisch ist modern, also was solls. So haben wir neben CEO, CTO und CIO immer öfters einen CHRO (HR als Abkürzung für die menschlichen Ressourcen). Bei dem sind dann der „innovation manager“ und auch der „cultur engineer“ angesiedelt. officer und manager sind mir generell suspect wie auch der president und vice president.

Auch in der Session ging es zuerst Mal um die Begrifflichkeit. Ein Vorschlag war, „culture engineering“ eher als „culture gardening“ zu bezeichnen. Das fand ich schon ganz gut. Allerdings dachte ich dann, dass man analog zur „Gartenpflege“ die Aufgabe auch als „Kulturpflege“ bezeichnen könnte.

Dann wurde die Frage diskutiert, was denn Unternehmenskultur eigentlich sei. Die gefundene Antwort (aus der Unternehmens-Theorie) war:

Unternehmenskultur ist das Gedächtnis des Unternehmens.

😉 Honi soit qui mal y pense, aber da assoziere ich sofort mit „Manipulation des Gedächtnis“.


Beim Nachschlagen des Begriffes in Wikipedia habe ich übrigens einen Aufruf von Wikipedia zum Urheberrecht entdeckt.

Diesen Aufruf unterstütze ich mit Herz und Verstand und habe ihn deshalb hier veröffentlicht.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es reicht, wenn Sie Ihren Europa-Parlament-Abgeordneten kontaktieren. Wahrscheinlich muss man mehr tun. Und es ist noch wahrscheinlicher, dass wir gegen die politische Arroganz und Dummheit gesteuert von den Staat beherrschenden Lobbyismus eh machtlos sind.

Das neue Urheberrecht könnte aber als schönes Beispiel für gezielte Werte- und Regelveränderung dienen. Aus sehr kapitalistischen Motiven.


Zurück zum Culture Engineering. Wie viele Buzzwords finde ich das Wort ein wenig lächerlich. Und auch einen Kultur Ingenieur oder Innovation Manager, die angesiedelt bei der Stabsabteilung HR die Kultur eines Unternehmens retten und die Menschen innovativ machen sollen.

Ich meine schon, dass die Kultur eines Unternehmens wie in allen anderen sozialen Systemen sich selbst bewusst gemacht und aktiv gepflegt werden sollte. Und da ist es auch legitim, wenn man moderne Techniken und Methoden einsetzt. Aber das ist ein Thema, dass zwischen Führung und allen stattfinden muss. Führung im Sinne, wie das Google definiert (siehe Artikel dazu von Dr. Marcus Raitner).

Gelingen wird die Kulturpflege aber nur, wenn möglichst viele Menschen des Unternehmen am Pflegeprozess partizipieren – damit meine ich mit großer Aufmerksamkeit aktiv mit machen.

RMD

Hans Bonfigt
Mittwoch, der 6. Juni 2018

Digital, bekloppt, banal

Wenn das Herz stockt, Folge # 1337 :

Hallo, ich bin John

Ich bin WiFi-Architect in einer Behörde, mit Fokus auf Schulen und kommunale Einrichtungen in Nordrhein-Westfahlen, Deutschland. Zuvor habe ich als Integrator für Software-Lösungen von Spielberg und als Netzwerk-Architekt für Kunden im Mittelstand gearbeitet. Anfangs war ich Active-Directory und Firewall-Administrator in einer der größten, europäischen Bankunternehmen.

[…]

Für mich ist WiFi für unsere Schulen eine Möglichkeit, unsere Zukunft ein wenig besser zu gestalten. Ich möchte Kindern und Lehrern die Möglichkeit geben, diesen wunderbaren Planeten zu entdecken. Es steckt also auch ein bisschen Idealismus in meiner Arbeit. Ich bin dem lieben Gott dankbar, dass ich diesen Job machen darf.

 

 

Ich bin in Düsseldorf auf die Welt gekommen, habe die erste Hälfte meines Lebens in Meerbusch Osterath verbracht und die zweite Hälfte in Krefeld Königshof.

Na gut, er kommt aus Düsseldorf.  Das gibt mildernde Umstände.

Unser John möchte unseren Schülern und Lehrern ein Mittel an die Hand geben, das diese erstmals in die Lage versetzt, die Welt zu entdecken.  Mir bleibt bei einer solcherart unbeabsichtigt zu Schau gestellten Borniertheit glatt die Spucke weg.

(p * V) / (T * m) = R

Das wäre ein Ansatz, die Welt zu entdecken.

Und die Aufgabe einer Schule wäre es, Menschen zu zeigen, was hinter dieser Gleichung steht und was man damit alles anstellen kann.  Man kann die Gleichung auffassen als Definition der spezifischen Wärmekapazität in J/(Kg*K) (Druck * Volumen ergibt ja Energie).  Sie ist aber auch die Verknüpfung entscheidender Teile der Lebenswerke von Boyle-Mariotte, Gay-Lussac und Ludwig Boltzmann.

Alle drei haben die Grundidee des Arztes Robert Mayer zum ersten Hauptsatz der Thermodynamik weiterentwickelt:  „Energie geht nicht verloren“.  Der hört sich trivial an, aber er hat unser Verständnis unserer Welt erst ermöglicht.  Und über den zweiten Hauptsatz und dessen universelle Relevanz streiten sich bis heute die Gelehrten:  „In einem geschlossenen adiabaten System kann die Entropie nicht geringer werden“.

Die Schule ist nicht dazu da, den Menschen die Welt möglichst einfach und mundgerecht vorzukauen und zu „präsentieren“, sondern dazu, ihnen das Rüstzeug an die Hand zu geben, die Welt auf eigene Faust zu entdecken.

Und dazu braucht man ganz bestimmt kein „WLAN“ oder einen „Computer“.  Ganz im Gegenteil, die Initative „Schulen ans Netz“ kann neben dem Islam als größter Bildungsfeind betrachtet werden.

Hierzu:  Gehirnforscher Prof. Manfred Spitzer

Natürlich gab es haufenweise Verrisse hierzu, allen voran der Sueddeutsche Beobachter und, subtiler, eine Replik von Dieter Kempf, dem Mann also, der die DATEV in eine digitale Sackgasse gefahren hat.

Es gibt nichts peinlicheres als den deutschen Bildungsbürger.  Ich kann mich erinnern, als ich etwa 1976 während des stinklangweiligen, nervtötenden Geographieunterrichts ein Assemblerprogramm schrieb; man tat das früher auf Formularen in A4 quer, und obendrauf stand fett „KIENZLE  Assembler 2200“ — es fiel also durchaus auf, daß ich mich nicht mit einer Landkarte beschäftigte.   „Sag‘ ‚mal Bonfigt“, so störte mich unvermittelt der zweitlangweiligste Pauker des Gymnasiums, „wie willst Du eigentlich später Dein Geld verdienen ?  Doch nicht mit dieser brotlosen Kunst ?“.   Naja, ich war nicht nett damals und entgegnete, „Naja, wie man es nimmt.  Mehr als ein Geographielehrer verdiene ich jetzt schon, aber ich wüßte nicht, wie ich mit den paar Kröten einen angenehmen Lebensunterhalt bestreiten sollte“.  Das war dumm und arrogant, aber genau so dumm war es, Menschen, die sich mit so etwas „exotischem“ wie Computer beschäftigten, als unnütze Spinner zu bezeichnen.  Auch die „Klassenkameraden“ hatten keine Ahnung, was man mit so einem Ding alles anstellen könnte — was daran lag, daß es gottseidank noch keine Hobbycomputer gab.  Dieser widerliche Commodore-Brotkasten befiel die Welt erst in den Achtzigern.

Hätte ich damals meinen Mitschülern empfohlen, sich einen Computer anzuschaffen — alle hätten mir einen Vogel gezeigt (taten die getauften Heiden sowieso, ich war der notorische Klassenspinner).  Wenn ich heute sage, „kein Kind braucht einen Computer für seine persönliche Entwicklung“, dann bin ich wieder der Idiot.  Früher war ich ein perverses Schwein, wenn ich sagte, man solle die Schwulen doch in Ruhe lassen, solange sie nicht andere belästigen, heute bin ich ein Rassist/Faschist, wenn ich sage, daß mich öffentlich zur Schau gestellte Homosexualität anekelt.

Zeitgeist ist Kleingeist !

Und je dümmer ein Mensch, desto mehr orientiert er sich an diesem.  Ob das 13jährige Girlie, der widerwärtige Sexualstraftäter oder der peinlichste Schwätzer der Republik  —  alle tragen ein „IPhone“ mit sich herum — wohl wissend, daß sie sich damit freiwillig ihrer informationellen Selbstbestimmung begeben.  Und keinem fällt das auf !

Aber wehe, wehe, jemand vertritt eine Meinung, die dem Mahlstrom der „Allianz der Anständigen“ zuwiderläuft !

Nun ist der oben zitierte „John Lose“ ein ganz netter, hilfsbereiter Kerl.  Und er gehört zu der verlesenen Handvoll von Menschen, die sich wirklich mit Microsoft-Produkten auskennen.

Schlimmer schon steht es mit Digitalproll „Sascha Lobo“, dessen albernen roten Haarschopf eine hochintelligente Informatikerin mit einem einzigen Satz erklärte:  „Stell‘ Dir vor, der hätte ganz normale Haare, dann träte seine Visage anstatt seiner Frisur in den Vordergrund“.  Und genau so albern wie die Frisur des dauerjünglierenden Digitaldebattanten ist dessen schwachsinniges Geseiere vom digitalen Entwicklungsland Deutschland.

Es hat sich viel getan im sogenannten „Breitbandausbau“ und ein „DSL 6000“ mit 6 MBit/s im Down- und 1,2 MBit/s im Upstream sollte für jeden Privatanwender dicke ausreichen.  Hier jetzt herumzuheulen von wegen „gebrochener Versprechungen“ ist Klagen auf allerhöchstem Niveau.  Wenn der Arsch einen Film anschauen will, dann soll er den Fernseher anschalten, dazu ist der nämlich da.  Besondere Ansprüche hat er nicht, es reicht „Eine schrecklich nette Familie“.   Den Dreck muß man nicht qua Unicast über das teure Netz prügeln, dafür gibt es direktabstrahlende Satelliten.

„Es kommt“, so sekundiert mir meine Schwester gern, „nicht darauf an, wie stark oder woher der Wind bläst, sondern wie man die Segel setzt.  Und wenn ich nicht weiß, wo ich hinwill, ist jeder Weg der richtige.  Erst die Standort- und Zieldefinition ermöglichen es mir, einen Kurs zu bestimmen.  Und dann erst beschäftige ich mich mit Wind und Strömung“.  Das weiß nicht nur jeder erfahrene Segler.  Der einzig merkbefreite ist der Möchtegern-Informatiker, der feststellt, daß der von ihm fabrizierte Multimediaschrott immer langsamer läuft und meint, er könnte sein Problem mit immer unmäßigerem Ressourcenverbrauch lösen.

Diese krampfhaften Versuche zeigen die Idiotie der sogenannten „Digitalisierung“.   Und hier habe ich, mehr zufällig, einen interessanten Artikel eines Jugoslaven gefunden und ihn unkommentiert eingestellt.  Das fand Roland unpassend, insbesondere dehalb, weil er argwöhnte, es handele sich um einen recht einfältigen Menschen mit gefährlichem Halbwissen.   Dazu muß man wissen:  Hier schreibt ein Jugoslave.  Die gibt es, soweit mir bekannt, in zwei Ausfertigungen:  Die dummen glauben an Allah, die gerissenen glauben an sich, ihr dickes Auto und ihre dicken Eier.   Der „Kollege“ Jerko ist klar der Gruppe 2 zugehörig und hält sich für einen „hochqualifizierten Spezialisten“, weil er DATEV-Programme auf Windows-PCs installieren kann und auch schon einmal eine „LAN-LAN-Kopplung“ gemacht hat, etwas, das ein Fachmann in der Regel meidet wie der Teufel das Weihwasser.  Er definiert sich nur über Marken, die er trägt oder fährt und läßt keine Gelegenheit aus, mit seinem Reichtum zu prahlen.  Machen Sie sich selbst ein Bild.

Aber diesem Mann fehlen auch die deutschen Scheuklappen und aufgrund seines schlichten Gemütes denkt er erfrischend geradeaus und kommt zu erschreckend richtigen Schlußfolgerungen, etwa zu vergleichen mit denen des kleinen Oskar Matzerath.

So stellt er ganz offen die „Digitalisierung“ als Allheilmittel infrage, indem er feststellt, daß eine „vollanaloge“ MP 5 von Heckler & Koch bis zu 300 Asylanträge pro Minute bearbeiten kann.   Ohne Zweit- und Drittinstanz beim Bundesverfassungs- oder -verwaltungsgericht.  Bevor hier wieder das Theater losgeht:  Man muß soetwas als Fingerzeig verstehen und nicht 1:1 umsetzen.  Aber zum Beispiel die Verbringung aller kriminellen Asylbetrüger auf die Kerguelen-Inseln wäre eine praktische Option.

Nun schreibt mir dieser Mann im bereits zitierten Artikel,

http://www.jerkos-welt.com/schluss-mit-dem-digitalisierungsgeschwaetz-hoert-endlich-auf-uns-zu-verarschen/,

wirklich aus der schwarzen Seele.  Das liegt zum einen daran, daß auch ich ein einfältiger Mensch bin.  Meine Frau und meine „Ex“ kennen sich gut und rätseln noch bis heute, „ist er ein ‚vielschichtiger‘ Mensch oder nicht ?“, aber je mehr ich ihr versichere, ich sei einfach und ehrlich gestrickt, desto mehr zweifeln sie.  Ich bezeichne meinen Intellekt als „schlicht“ und sehe in Schlichtheit seit jeher auch eine gewisse Schönheit.

Unter diesem Aspekt:  Lesen Sie den oben verlinkten Artikel, wenn Sie meinen,

  • daß man mit Geld nicht unsere Bildungsmisere lösen kann
  • daß vermeintliches „Expertenwissen“ oft nichts anderes ist als „Mausklick nach Anleitung“
  • daß nicht die mangelnde „Bandbreite“, sondern die Dummheit der Internetnutzer das Problem darstellen

Und lasen Sie es sich von einem wirklichen „Digital Native“ sagen:  Der Mann hat recht.

-hb

München ist ein große Stadt. In München gibt es auch eine große Theatertradition. Früher haben „Das Resi“ (Residenztheater mit all seinen Spielorten) und die Kammerspiele die Szene dominiert und mich fasziniert. Heute finden wir Spitzentheater vor allem im Volkstheater und wohl auch beim Außenseiter aus Freimann – dem Metropoltheater.

Es gibt in München aber auch eine große Bühne des Amateur-Theaters. Herausragend empfinde ich das Theater Ensemble tgsm. Mit dieser Einschätzung möchte ich die vielen anderen ambitionierten „Laiendarsteller“ in München, die in vielen Bühnen mit Leidenschaft spielen, keinesfalls entwerten. Im Gegenteil, beim Theater ist es wie im richtigen Leben – die „Dilettanten“ (Menschen, die es aus Liebhaberei und nicht auch fürs Geld machen) stehen oft den Profis in nichts nach.

Gestern durfte ich beim tgsm etwas ganz besonders erleben. Es war ein Stück, dass leider nur selten aufgeführt wird. Vielleicht weil es unangenehm ist und weh tut.

Furcht und Elend des Dritten Reiches

von Bertolt Brecht (1898 – 1956)

Ich zitiere aus dem Programm des tgsm:


In 30 Szenen beschreibt Brecht 30 Momentaufnahmen des Lebens im 3. Reich und wollte es zunächst „Deutschland – ein Greuelmärchen“ nennen. 1938 fand mit acht Szenen in Paris die Uraufführung statt. Die Szenen stehen für sich, bilden keine fortgesetzte Handlung und fügen sich schließlich doch zu einem Bild des Lebens unter nationalsozialistischer Herrschaft zusammen. Wer da genau hinschaut, versteht die Mechanismen der Diktaturen nämlich: Polarisierung, Angst, Diffamierung von Minderheiten (Feindbild) und tägliche Demonstration der Staatsmacht. Darum ist das Thema auch heute aktuell und wird es immer bleiben.


Ich hatte Angst vor diesem Abend. Einfach weil ich weiß, dass das Grauen und Entsetzen dieser Zeit mich deprimiert. Vor kurzem hat mit nur das Vorbeiradeln am KZ in Dachau eine schlaflose Nacht beschert.

Am Abend (um 22:30) bin ich mit einem tiefen Glücksgefühl heim geradelt. Ganz gegen meine Erwartung. Weil ich großes und wertvolles Theater erlebt hatte.

Vor allem war ich glücklich, weil ich so viele Menschen erlebt habe (um die 25 Schauspieler und um die 15 Unterstützende), die mit unheimlich großen Engagement in ihrer Freizeit völlig ehrenamtlich so etwas Tolles auf die Beine gestellt haben. Und weil ich gefühlt haben, dass diese Menschen die Welt ähnlich sehen wie ich.

Vielen Dank dafür!


Die beste Nachricht:
Es gibt noch ein paar Gelegenheiten, das Stück zu erleben! Hier alle Termine:

1. Juni 2018 (Freitag)
2. Juni 18 (Samstag)
(Pasinger Fabrik, Beginn jeweils 19:30)

7. Juni 2018 (Donnerstag )
8. Juni 2018 (Freitag)
9. Juni 2018 (Samstag)
(Pepper Theater, Neuperlach, Beginn jeweils 19:30)

14 Juni 2018 (Donnerstag)
(Neubiberg, Aula der Volksschule, Am Rathausplatz, Beginn 20:00)

Zum Karten reservieren geht es hier.

Und hier noch ein paar Links zum Appetit machen: Hier eine ausführliche Kritik zur Premiere, an der Konstantin Wecker mit einem Lied zum Schluss dabei war. Bei den natürlich an den weiteren Aufführungen ist er nicht persönlich dabei, dann kommt sein Lied SAG NEIN vom Band. Bei uns haben da alle mitgesungen, so war es auch ohne den Meister persönlich ein wunderbares Erlebnis.

RMD

Am 6. Mai ist es wieder so weit! Die ARCIS-VOCALISTEN haben ihren nächsten Auftritt in der Himmelsfahrtskirche in München-Sendling.

Der Chor singt gemeinsam mit namhaften Solisten den PAULUS von FELIX MENDELSON BARTHOLDY, ein Geistliches Oratorium in zwei Teilen.

 

„Mache dich auf, werde Licht!“

1836 präsentierte der geniale, 26 Jahre junge Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy sein erstes großes biblisches Oratorium, die Geschichte des Apostels Paulus. Ausgehend von seinen Anfängen als Christenjäger Saulus werden sein Damaskuserlebnis, seine Glaubenskrise und die neue religiöse Gewißheit bis hin zu seinen Missionsreisen gezeigt.

Große repräsentative Chorsätze, innige Choräle, eingängige Arien vereinigen sich im sinnlich romantischen Tonfall Mendelssohns zu einer gewaltigen zweistündigen geistlichen Oper.

Die Arcis-Vocalisten präsentieren PAULUS in großer Chorbesetzung gemeinsam mit den jungen ausgezeichneten Solisten Judith Spiesser, zuletzt als Lucia di Lammermoor am Landestheater Niederbayern erfolgreich, der Mezzosopranistin Florence Losseau, dem Tenor Christian Zenker, lange an den Theatern Innsbruck und Graz, sowie Bassbariton Alban Lenzen in der Titelpartie.

Als Orchester ist die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz dabei. Die Leitung hat Thomas Gropper.

Die Aufführung am Sonntag, 6.Mai 2018 um 19 h findet in einem der für solche Musik am besten geeigneten Kirchenräume statt, der Himmelfahrtskirche in München-Sendling, Kidlerstr.15.

Um 18 h gibt es eine Konzerteinführung durch den musikalischen Leiter. Karten kauft man über MünchenTicket und an der Abendkasse. Für IF-Blog-Leser, die sich am Konzert erfreuen wollen, gibt es ein ganz besonderes Bonbon in Form eines kleinen Rabatts. Bei Interesse an Karten fürs schöne Konzert senden Sie einfach eine E-Mail an mich mit dem Betreff „Arcis-Vocalisten“.
🙂 Sie hören dann von mir!

RMD

Der 22. Oktober war für uns (Christian, Knud und mich) ein harter aber sehr schöner Tag. Am Vormittag haben wir uns in Nürnberg getroffen um am Abend etwas auszuprobieren. Wir hatten eine Idee, wir wollten „Wichtiges kreativ kommunizieren“. Einfach mal ein paar Aussagen machen, die nachhaltig hängen bleiben sollten.

Wir, das waren Christian Botta, Knud Johanssen und meine Wenigkeit. So haben wir uns in einem kleinen Appartement im Kongress-Zentrum in Nürnberg getroffen. Weil wir an diesem Mittwoch am Abend eine kleine Show machen wollten. So mussten wir noch ein wenig üben.

Im Vorfeld wir hatten uns genau dreimal kurz getroffen, unsere Idee ausgebrütet und dann den Inhalt wie die Dramaturgie gemeinsam in einem „shared document“ zur Überbrückung der Raumzeit-Schwelle entwickelt.

Ab 11:00 haben wir das „Jammen“ geübt und geprobt. Bis um 16:00 Uhr ging das so, dann haben wir durch geschnauft. Um 17:00 war es dann soweit, zum Abschluss des „soft tracks“ der DOAG-Jahreskonferenz  es ging raus auf die Bühne. Mit „Kreativer Kommunikation“.

Hier das Foto nach getaner Arbeit:

Christian,  unser „Gastgeber“ Dietmar Neugebauer, Knud und meine Wenigkeit
(von links nach rechts).

Aber vorher galt:
„Gestern, Heute und Morgen“ und vor allem
„Nicht Jammern sondern Jammen!“

Hier die Uraufführung vom 22. November 2017.

Mit und von uns: (am Stift), (mit ALTO, dem Altosaxophon, unser Rapper und Bauchredner). Und ich (  – am „Sprech“) war auch dabei!

RMD

P.S.
Hier auch noch der Link zum Video:
Und für alle, die es lieber nach lesen, werde ich im nächsten Post meine Texte veröffentlichen.

 

Weihnachten naht!!!

 

Was wäre
Weihnachten ohne Musik?
Musik ohne Gesang?
Gesang ohne Chor?
Und der Chor ohne das Weihnachts-Oratorium?

Die Arcis-Solisten mag ich besonders, nicht nur weil da Evelyn (EG) mit singt. Bei einigen Aufführungen durfte ich dabei sein – und es war immer großartig.

Und auch diesmal wieder: Dank Evelyn gibt es für IF-Blog-Leser, die sich am Konzert erfreuen wollen, einen kleinen Vorteil. Bei Interesse einfach eine E-Mail an mich mit dem Stichwort „Arcis-Vocalisten“ senden.

RMD

 

Viele Musikwissenschaftler halten dieses Werk für das größte Chorwerk der Geschichte überhaupt!

 

Stundenlang haben sie geprobt – die Arcis-Vocalisten. Und jetzt ist es soweit – in einer ganz großen und einzigartigen Besetzung!

Und das Beste:
Dank Evelyn gibt es für IF-Blog-Leser, die sich am Konzert erfreuen wollen, ein ganz besonderes Bonbon in Form eines schönen Rabatts. Bei Interesse einfach eine E-Mail an mich mit dem Stichwort „Arcis-Vocalisten“ senden.

Roland Dürre
Sonntag, der 15. Oktober 2017

Große Redner und ihre Geschichten – #7 Jolly Kunjappu

Mit dem „Tagelöhner“ Alain Neumann bin ich gestartet. Dann habe ich von Hans-Jörg Bullinger und Hans Strack Zimmermann berichtet und bin schließlich bei Augustinus Heinrich Graf Henckel von Donnersmarck, Klaus-Jürgen Grün und Rupert Lay gelandet.

Heute ist es mir eine Ehre, meinen Freund Jolly Kunjappu in meine persönliche „Ruhmeshalle“ auf zu nehmen.

Das Motto von Jolly ist „INSPIRING PEOPLE. Er sieht sich selbst heute als Performance Artist, Keynote Speaker und Philosopher. Jolly Kunjappu hat in seinem Leben schon sehr viel verschiedene Rollen gelebt. Unter anderem war er als Musiker mit vielen bekannten Musikern wie Mick Jagger zusammengespielt und hat Seminare „Trommel“ für viele Spitzenmanager.

Ich habe mit ihm unter anderem eine Vortragskombination zum Thema Frieden gemacht. Lassen wir ihn hierzu selber zu Worte kommen.

In IF-Blog findet man eine Reihe von Artikeln zu seinem Wirken.

Ich verneige mich von Jolly und seinem Lebenswerk.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 6. Oktober 2017

Katalonien

Mein Traum von EUROPA

La senyera – Die Flagge Kataloniens.

Zurzeit wird „Katalonien“ heiß diskutiert. Dann gebe ich halt auch meine „five cent“ dazu.

Ich würde mich über eine Trennung Kataloniens von Spanien freuen. Das würde auch Europa nicht schaden. Eher im Gegenteil.

Aus dem EURO käme Katalonien auch nicht heraus. So müsste man sie auch in der EU bleiben lassen und das eventuelle Veto Spaniens bei einem Beitrittsgesuch Kataloniens ignorieren. Weil sie ja eh schon Mitglied waren und es kein Neueintritt mehr ist.

Wegen mir kann dann ja Rest-Spanien die von Franco etablierte Monarchie weiterführen und den Austritt aus der EU beantragen. Empfehlen würde ich es ihnen aber nicht. Sie sollen bloß nicht wieder Franco-Denkmäler aufstellen und bitte die Finger vom Faschismus lassen.

Vielleicht bräuchten wir dann halt noch ein paar Sterne mehr – wie am (im) Himmel?

Aber mir geht es nicht um Katalonien. Mir geht es um eine Vision für Europa, die wahrscheinlich eine Reihe der aktuellen Probleme ein wenig lindern würde.

Man bräuchte ein EUROPA, das ein enger Verbund seiner Regionen (also regionalen Staaten bzw Länder) ist. Diese sollten von halbwegs vergleichbarer Größe sein und so ein wenig mehr auf Augenhöhe zusammen arbeiten können. Meine Annahme:
Je kleiner die Staaten, je größer die Anzahl und je enger der Verbund, desto besser!

Freilich müssten fürs Gelingen ein paar nicht einfache Bedingungen erfüllt werden:

  1. Der Verbund der Regionen Europas muss den Menschen dienen – und nicht den Geschäftemachern, Konzernen und Spekulanten.
    Das ist für mich eine zentrale Bedingung. Daraus folgt, dass um jeden Preis freie Märkte, die gedankenlose Abschaffung von Grenzen nicht die Priorität haben. Grenzenloses Wachstum, maximaler Konsum für alle und beliebiger Reichtum dürfen nicht oberste Ziele der der neuen „Wertegemeinschaft Europa“ sein genauso wie eine falsch verstandene Freiheit ohne Pflichten kein Wert ist.
  2. Europa darf nicht zum Selbstzweck werden.
    Europa darf nicht als Ziel haben, eine Supermacht zu werden und international eine führende Rolle zu haben, vielleicht sogar eine Art „neuer Weltpolizist“ zu sein. Weil es dieses zum einen nicht braucht und ein Europa, welches sich nachhaltig entwickelt, auch ohne Atomwaffen und Flugzeugträger sowieso eine weltweite wichtige Rolle mit großem Einfluss haben wird.
  3. Solidarität darf nicht durch Subventionen gelöst werden.
    Solidarität zwischen Regionen und Menschen kann nicht mit dem Scheckheft gelöst werden, besonders nicht „nur mit dem Scheckheft“. Ein gutes Beispiel sind hier die Subventionen der Landwirtschaft in der alten EU, die genau das zerstört haben, was sie (vielleicht) erhalten wollten.
  4. Die Nationalstaaten müssen weg.
    Das gilt für alle, besonders natürlich für die Großen wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien … (und auch Großbritannien, das ja „faktisch“ noch dabei ist). Weil man das ganze nationale Gedröhne und Gestöhne nicht mehr braucht – und es z.B. dem Fußball überlassen könnte.

Punkt 1. und 4. sind mir die wichtigsten

Zu 1.)
Was ist so schlimm, wenn ein Land seine lokalen Märkte und auch Eigenheiten sinnvoll schützt? Was ist so schlimm, wenn Kontrollen gemacht werden, wenn die Kriminalität zu nimmt? Ich meine, dass es ab einer gewissen Größe leider ohne so eine Art von Grenzkontrolle nicht gehen wird. Und dann mag ich die doch lieber systematisch und geordnet organisiert haben als willkürlich wie heute.
Für Lobbyismus und die aktuelle vorhandene Oligarchie von Interessengruppen, die sich Parteien nennen, darf in einem lebendigen und verantwortungsvoll funktionierendem Europa der Regionen endgültig kein Platz mehr sein.
Das mag unvorstellbar klingen, weil dazu die Demokratie erneuert werden und wahrscheinlich auch direkter werden muss. Wir haben ein Recht auf Utopien!
Weil wir das Recht (und die Pflicht) haben, die Kulturen Europas in ihrer Unterschiedlichkeit zu bewahren und die Vielfalt Europas zu erhalten.
Das muss in einem Europa der Regionen explizit erwünscht sein, gemeinsam besprochen und mit geeigneten Maßnahmen unterstützt werden. Sonst wird das nie etwas mit Eruopa.
Und dies zum Wohle aller – nur nicht der Spekulanten und von super-reichen Einzelpersonen oder super-mächtigen Systeme aller Art, besonders wenn sie sich „entpersonalisiert“ und verselbstständigt haben.

Zu 4.)
Wie schön wäre ein Europa bestehend aus überschaubaren Regionen. Dafür gibt es vor allem rationale Gründe. Kleine und selbstorganisierte Systeme funktionieren einfach besser als große, die auch noch von außen geregelt und verwaltet werden.
Flache Hierarchien machen eine sinnvolle Form von Subsidiarität leichter.
Politisch gäbe es dann „im oberen Bereich“ nur noch zwei anstelle der heute drei Ebenen.
Die EU ist in diesem Modell die oberste Ebene und die internationale Präsenz aller Regionen. Sie wird gesteuert vom Rat der Regionen, die ihre Dinge selber regeln dürfen. Die national infizierten und gerechtfertigten Zwischenebenen wie Berlin, Paris, Rom … – oder eben Madrid – würden ersatzlos wegfallen.
Dann bräuchte man auch kein Vetorecht von Einzelstaaten mehr (gleich ob die ein paar 100.000 oder 80 Millionen Menschen vertreten. Dieses würde ersetzt durch eine qualifizierte Mehrheit im Rat der Regionen.
Wenn mal eine Region umkippt oder völlig ausflippt, was immer wieder passieren wird, wäre das eher zu heilen wie heute. Man denke nur, wie unmöglich das ist, einen Staat wie Polen zu beeinflussen. In einem System auf Augenhöhe würde Solidarität auch besser und  direkter erfolgen können, als dies mit der EU-Gießkanne möglich ist.
Die EU müsste also aus „Ländern“ bestehen, von denen keines größer ist als zum Beispiel Bayern sein darf. Wahrscheinlich ist aber sogar Bayern sogar zu groß für eine EU-Region? Auch da böte sich eine sinnvolle Zerlegung und so mindestens eine gute Lösung an.

Wir müssen also die Nationalstaaten zerlegen. Bei der BRD Deutschland wäre es einfach, wir haben ja schon eine relativ vernünftige Länderstruktur. Die könnte man einfach übernehmen (und gerne auch noch verbessern, wie im letzten Absatz beschrieben). Klein-Länder wie Bremen oder Hamburg würde ich belassen. Wenn derzeit ein Estland ein EU-Land sein kann, warum sollen dann in Zukunft nicht die beiden stolzen deutschen Hansestädte nicht eine Region sein dürfen – wie dann auch Estland sein würde?

Wenn wir EUROPA heilen wollen, dann dürfen und müssen wir sehr wohl solche Utopien haben und anstreben! Sonst wird das nie etwas! Und dann kommt tatsächlich der Katzenjammer!

RMD

P.S.
Noch ein positiver Gedanke zur so schädlichen gemeinsamen Währung:
Ich meine ja, dass es die beste Lösung wäre, wenn es nach „Reifegrad/Zustand“ der Regionen es für diese verschiedene Währungen gäbe (ich nenne sie mal EURO1, EURO2 und EUROn). Aber das ist ein sehr kompliziertes Thema, das ich an dieser Stelle nicht diskutieren möchte.

Aber ein positiver Gedanke zu nur einem EURO möchte ich formulieren. Es könnte sein, dass ein EURO für alle Regionen – trotz vieler Nachteile auch einen großen Vorteil haben könnte: Ein EURO für alle wäre so etwas wie der eisernen Ring, der die Regionen zusammen hält. Und so einen Austritt unmöglich macht und hilft die immer wieder kommenden regionalen Krisen zu überstehen. Dazu wäre wieder eine Utopie notwendig – nämlich eine andere Währungspolitik der EZB als jetzt unter „Super-Mario“ Draghi.

Hans Bonfigt
Montag, der 11. September 2017

Autobahn 2.0: Der neugrüne Rassismus – Hully Gully

Franz-Josef Strauß war nicht zimperlich in seiner Wortwahl, insbesondere wenn es um charmante, prägnante Charakterisierungen seiner Kolleginnen und Kollegen ging.  Hildchen Hamm-Brücher erinnerte sich vor längerer Zeit, wie stolz sie einmal gewesen sei, als der bayerische Metro-Goldwyn-Mayer – Löwe sie als „Kampfhenne“ bezeichnet habe.  Nur leider:  Von Kampf war keine Rede, Strauß prägte für sie die Kategorie der politischen Krampfhenne.

Als junger Mensch habe ich darüber gelacht, spätestens nachdem sich Frau Hamm-Brücher der unsäglich unmoralischen und undemokratischen „Wende“ der FDP mit allen persönlichen Konsequenzen widersetzte, nahm ich sie genau so ernst wie Marion Gräfin Dönhoff oder Ingeborg Bachmann.  Ich lese gern weibliche Autorinnen, wenn sie ihre Sprache so gut beherrschen wie Vera Lengsfeld.  Oder wenn sie sich einigermaßen treu bleiben wie Jutta Ditfurth.

Leider sind mittlerweile starke, intelligente Frauen mit eigenen, interessanten Ansichten in der Minderheit.  Im gleichgeschalteten Blätterwald besetzen die Krampfhennen die Meinungskolumnen.  Wenn sie nicht jeden Monat ein paar tausend Zeilen ‚raushauen, müssen sie zum Amt und mit Hartz IV „aufstocken“.  Und man darf sich natürlich auch nicht bei den Kollegen blamieren und schert daher nicht aus der selbsternannten „Allianz der Anständigen“ aus.  Etwas Vernünftiges haben die Krapfhennen nicht gelernt und disqualifizieren sich damit für jeden nützlichen Beruf  –  zur Kranführerin, Raumpflegerin oder zur Hure wären sie sich zu fein.   Gottseidank gibt es ja Trump, die „AfD“ und den scheinbar überall sprießenden „Rassismus“ !  Da kann man sich in tausenden Zeilen dran abarbeiten, es traut sich ja doch keiner, das Gesülze kritisch zu hinterfragen …

Und hier jetzt, zur allgemeinen Erbauung, der bisherige Höhepunkt des begriffsinflatorischen Krampfhennen – Schwachsinns:

Rocky Balbea“ denkt nämlich nicht nur „über das Klischee des triebgesteuerten Mannes im Film“ oder „über Männerfreundschaften und der Angst vor Homosexualität“ nach (das sind schließlich Themen, worüber frau richtig fundiert berichten kann), nein, „Rocky Balbea“ bemerkt den systemimmanenten Alltagsrassismus in unserer alltäglichen Technik.  Kinofilme beispielsweise werden so abgestimmt, daß sie „Weiße“ optimal abbilden und Neger schon fast zwangsweise unterbelichten.   Schlimmer noch:  Die Graukarten, von manchen Filmherstellern verteilt, entsprechen mit 18% Sättigung etwa der Pigmentierung „weißer“ Gesichtshaut.  Und, nicht zu vergessen:  „18“, wenn man die Zahlen als Orgnungszahlen auffaßt und alphabetisch substituiert, ergibt „AH“, also ganz klar Adolf Hitler !  Jede Graukarte ist also ein negerfeindliches Führerporträt !

Womit wir wieder bei Bertrand Russell wären:  Die Verfeinerung von Belichtungsautomatiken bewirkt nur dann etwas, wenn auch der Verstand des Photographen befördert wird.  Ein intelligenter Photograph wird zunächst einmal messen, ob der Belichtungsspielraum seines Films mit seinem Motiv zurechtkommt.  Wenn jedoch eine grüne Bewußtseinstante einfach einen schwarzbefrackten Neger neben der viktorianisch-weißen Braut im ebenso weißen Hochzeitskleid „knipst“, dann ist in der Regel die Braut zu hell und der Bräutigam zu dunkel.   Weil der Film (oder auch der Kamerasensor) einen wesentlich geringeren Belichtungsumfang (nicht:  Belichtungsspielraum) hat als das menschliche Auge.  Und auch dann, wenn der Photograph über ein Profimodell mit einem Belichtungsumfang von 16 Blenden hat:  Irgendwo wird er sein Bild veröffentlichen wollen – und Photopapier hat, wie etwa auch ein Farbumkehrfilm, einen Belichtungsumfang von gerade einmal fünf Blenden.

Der Rest ist banal – wenn man kein*e unterbelichte*r Grüne*r ist und weiß, was eine Blende ist.  Und vielleicht ein bißchen Prozentrechnung beherrscht:

Blende 1,0 –> 100% Lichteifall,  1,4 –> 50%,  2,0 –> 25%,  2,8 –>12,5%,  4,0 –> 6,25%,  5,6 –> 3,125%

Das waren jetzt 5 Blenden Differenz.  Wählen wir die genaue Mitte von 2 1/2 Blenden, auf daß sich der gleiche Abstand zu „absolut dunkel“ bis „maximal hell“ ergibt, dann ergäbe das einen Faktor von 2^2,5 .   100 % geteilt durch 2 hoch 2,5 sind, richtig gerundet, 18 %.   Heil Hitler !

Ich frage mich nur, was erwarten diese selbsternannten Rassismusjäger eigentlich ?   Wenn ein Neger schwarz ist (schon der Begriff ist abgeleitet aus dem lateinischen ’niger‘, was nix anderes als ’schwarz‘ resp. ‚dunkel‘ bedeutet), wie soll er denn dann auf einem Kinofilm erscheinen ?   Hellgrau ?  Kann man ja machen, mit einer „Dunkelgraukarte“ von vielleicht 40% Sättigung.  Bloß ist dann der komplette Rest überbelichtet, sodaß man, wegen des Gradientenverlaufs, viele wichtige Details gar nicht mehr sieht.   Moment ‚mal:   Vielleicht ist das die Lösung:  Möglichst wenig sehen, nur das „reflektieren“, was die zugedröhnte Wohlstandsbirne an gequirlter Scheiße selber hervorgebracht hat.  Kein Wunder, daß die Krampfhennen irgendwann nur noch „braun“ sehen.

Gefährlich wird es dann, wenn ‚reguläre‘ Tageszeitungen wie „Die Welt“, „Der Tagesspiegel“ und andere jeden Schwachsinn willig aufgreifen und unreflektiert und gebetsmühlenartig wiederholen.

Entsorgen ?  Aber gerne doch !

Also, ich wäre ja sehr für ein Krampfhennen – Entsorgungsprogramm.   „Entsorgen“ in dem Sinne, daß wir uns keine Sorgen mehr machen müssen, daß die Verdauungsrückstände der Schwarmintelligenz irgendwelche Schäden anrichten.  Indem beispielsweise Frau Özoguz beim Aldi Regale einräumt anstatt völlig verpeilte „Leitlinien“ zu formulieren.  Ich frage mich, wieviele anständige Arbeiter nötig sind, um mit ihrer Hände Arbeit beispielsweise eine Frau Özoguz am kacken zu halten.

Gesine Schwan, Margot Käßmann und Katja Göring-Eckhardt nicht vergessen bei der Entsorgung.   Vielleicht in eine Art „Dschungelcamp“.  Da müssen sie dann arbeiten, an der Fleischtheke, als Maurer*in am Bau (einen kleinen Vorgeschmack eröffnet dieses Video) oder als Krankenschwester.

Und die schlimmste aller Strafen mitschicken:  Heiko Maas!

Andererseits:  Das verstieße dann wohl gegen die Genfer Konvention.

(hb)

p.s.:
Viel besser bringt es Hadmut Danisch auf den Punkt,
http://www.danisch.de/blog/2017/08/31/unterbelichtet-wenn-journalisten-sogar-fuer-fotografie-zu-daemlich-sind/
und  —  Gipfel der Ironie:  Auch hier holen Kommentatoren „ihren“ Adolf aus der Kiste.