Roland Dürre
Dienstag, der 24. März 2020

Wie der heilige Zorn über mich kam.

 

NUR EIN GEDICHT.

Dieses Bild wurde mir gestern Abend zugeschickt, mit dem kurzen Vermerk:
Des müsste dir doch gefallen!

Der Inhalt des Gedichts von Thomas Gsella (ehemals Redakteur und Chefredakteur der Titanic) gefällt mir aber ganz und gar nicht.

Das Gedicht an sich finde ich großartig. Es trifft den Nagel auf den Kopf. Nur – mich hat es entsetzt und zornig gemacht! Nach dem Lesen dieser Zeilen bin ich endgültig von den aktuellen Ereignissen angefressen, tief entsetzt und total frustriert.

Ich tippe den Text nochmal ab, damit Ihr das Gedicht besser lesen oder von Eurem Bot vorlesen lassen könnt. Und ich bitte Euch, lest es bitte mehrmals, ganz langsam und bewußt, Wort für Wort!


 

DIE CORONA-LEHRE

Quarantänehauser spriessen,
Arzte, Betten überall,
Forscher forschen, Gelder fließen –
Politik mit Überschall.
Also hat sie klar gestellt:
Wenn sie will, dann kann die Welt.

Also will sie nicht benden
Das Krepieren in den Kriegen,
Das Verrecken vor den Stränden
Und dass Kinder schreiend liegen
In den Zelten, zitternd, nass
Also will sie. Alles das.

Thomas Gsella


Woher kommt mein Zorn?

Wir scheren uns um nichts. Die schlimmsten Greuel auf der Welt sind uns scheißegal. Die Zerstörung des Planeten geht uns am Arsch vorbei.

Wenn wir darum bitten, ein Kohlekraftwerk nicht ans Netz zu nehmen, wird uns erklärt wie das nach einer vernünftigen Güterabwägung völlig unmöglich wäre.

Wenn aber unser Leben durch einen kleinen Virus nur ein wenig in Gefahr geraten können, dann ist alles möglich. Es gibt keine Tabus mehr.

Wir werden mit Slogans nieder gemacht, wie:
„Die Gesundheit geht vor?“ (welche Gesundheit?) und „Mitleid mit den Armen und Schwachen“ (das gilt doch sonst auch nicht!)

„Wir befinden uns im Krieg“ und „erleben die schlimmste Herausforderung seit 1945?“. „Es geht um Solidarität und Gesundheit“ und das ist eine „harte Charakterprüfung für unser Volk“. Oder: Wir legen die „Bazooka“ auf den Tisch“ (weiß der Herr Scholz überhaupt was eine Bazooka ist?)

Das alles können wir uns leisten, weil wir so reich sind! Und weil wir so tapfer gespart haben. Wir tapferen, genügsamen und bescheidenen Deutschen.

Wenn ich dies alles höre, würde ich am liebsten zum Kotzen gehen.

Kleine Hosenscheisser wie wir sind, greifen wir zu Maßnahmen, die unsere bürgerliche Welt zerstören können. Wir, die wir nie handeln, sind jetzt bereit notfalls alles kaputt zu machen.

Mein unheiliger Zorn versiegt, nach dem ich dies raus schreiben durfte. Der/das Virus hat ja auch seine guten Seiten. Er/es hat Einiges bewirkt, das mir gefällt. Manches davon werde ich wahrscheinlich schon in wenigen Wochen vermissen.

RMD

Diesen Artikel widme ich meiner Tochter Anna Barbara zum heutigen Geburtstag. Zum Dank, weil sie mir das Gedicht gesendet hat und weil Sie ein gutes Herz hat.

Ich habe jetzt 2.676 Artikel in IF-Blog geschrieben. Ich glaube, dass es erst dass zweite Mal ist, dass ich einen Artikel einem Menschen widme, das erste Mal war es der Barbara (Mutter von Anna).

Roland Dürre
Sonntag, der 22. März 2020

Freiheit in der Korona-Krise.

Großer Empfang – mit Baby-Fläschchen.

Heute morgen in Bayern 2 höre ich um 8:30 die „Evangelischen Perspektiven“.

Es gibt einen Beitrag von
Friederike Weede:

Freiheit – wirklich das einzige, was zählt?
Der Zwang zur Normalität und wie man ihn los wird.

Man findet den Beitrag als Podcast im Bayerischen Rundfunk. Ich kann empfehlen, ihn anzuhören.


Der Titel der Sendung ist schon verdächtig:

Freiheit – wirklich das einzige, was zählt?

Das klingt wie eine rhetorische Manipulation, die schon dialektisch impliziert, dass Freiheit eben nicht alles ist. Was eh klar ist, denn Singularitäten sind immer einfältig.

Dazu passt der erste Satz:
„Wir erleben zurzeit, wie unsere Freiheit massiv eingeschränkt wird. Aus Solidaridät und für die Gesundheit“.

Wenn ich das höre, bin ich in Sorge, dass die Autorin / Urheberin dieses Satzes den Begriff Freiheit nicht verstanden hat.

Ich kannte mal Männer, die den Begriff der Freiheit auch nicht verstanden hatten. Aber die gleichwohl bereit waren, für die Freiheit  zu sterben. Also für etwas, das sie nicht verstanden haben.

Für mich bedeutet Freiheit,
„willens und fähig sein, mein Leben eigenverantwortlich zu führen“.
Ich meine, dass dieser Definition folgend die Corona-Krise meine Freiheit eigentlich gar nicht einschränkt. Im Gegenteil, fast fühle ich mich „freier“, als zu „normalen“ Zeiten.

Betrachten wir den zweiten Satz der oberen Aussage:
„Aus Solidaridät und für die Gesundheit“.

Was ist Solidaridät?
Mit wem sind wir solidarischMit den alten und dementen Menschen? Nein, das sind wir nicht. Denn wenn die Gesellschaft mit diesen solidarisch wäre, dann würden sie nicht abgeschoben in Heimen dahin vegetieren. Und in Wirklichkeit sind wir froh, das wir sie jetzt aus lauter Solidarität nicht mehr besuchen müssen bzw. dürfen.

Und was ist Gesundheit?
Ich halte mich doch nicht an die Regeln, weil ich Angst habe am Virus zu erkranken! Wir befolgen die Regeln doch überwiegend aus Angst vor der Strafe. Vielleicht auch noch weil wir Angst haben, sonst von einer „moralischen Gesellschaft“ als „soziale Schädlinge“ ausgegrenzt zu werden.

In der evangelischen Sonntagssendung haben sie dann auch das Lied Me and Bobby McGee von Janis Joplin gespielt. Sie singt da:
Freedom is just another word for nothing left to lose!

Akzeptiere ich diese Definition als gültig, dann muss ich sagen, dass wir auch in unserer Krise noch beliebig viel zu verlieren haben, bis wir frei sind.

Ich hatte heute Nacht eine wunderbaren Schlaf in einer leiseren Welt. Das Frühstück war fantastisch. Ich durfte Radio hören und diesen Artikel schreiben. Und jetzt gehe ich dann an die Sonne zu einem einsamen Spaziergang. Den werde ich nutzen, um mit ein paar mir wichtigen Menschen in aller Welt zu telefonieren.

Wenn das, was hier zurzeit haben, Krise ist, dann ist Krise gar nicht so schlecht. Und ich bin mir gar nicht sicher, ob ich diese Art von Krise nicht ganz gut leiden kann.

In IF-Blog habe ich schon oft zur Freiheit geschrieben. Das sind alles Artikel, die ich anlässlich der evangelischen Sendung zur Freiheit wieder gelesen habe. Und auf die ich ein wenig stolz bin.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 3. Oktober 2019

RUPERT LAY LESEBUCH

 

Was dem Leben dient.

 

Da steht alles drin.

Ein ganz wichtiges Buch. Das mich tief berührt. Denn es hat eine besondere Geschichte:

Zur Jahrtausendwende hat sich eine kleine Gruppe meiner Freunde im gemeinützigen Ronneburger Kreis e.V. (der mittlerweile aufgelöst wurde) zusammen getan und die vielen Definitionen von Begriffen aus dem alltäglichen Leben wie aus Wirtschaft und Gesellschaft in den Büchern wie aus dem Wirken Rupert Lays gesammelt. Das entstandene kleine Werk haben wir das  „Wörterbuch zur Ethik des Rupert Lay“ genannt und im Ronneburgerkreis veröffentlicht (siehe Bild unten).

Das war eine schöne Sammlung von wichtigen Texten. Es hat mir Spaß gemacht, es immer wieder aufzuschlagen und mich an dem einen oder anderen Artikel zu erfreuen oder sich mit diesem auseinander zu setzen.


In diesem Sommer feierte Rupert seinen 90. Geburtstag. Norbert Copray hatte die Idee, das Wirken von Rupert Lay aus diesem Anlaß mit einer besonderen Veröffentlichung zu würdigen. Es sollte ein großer Überblick der Gedanken Rupert Lays werden, in dem das freie Rumschmökern in anspruchsvollen Texten Spaß macht. Ein schweres Unterfangen, das mehr als gelungen ist.

Die Quelle für das Lesebuch (2002)

Als geeigneten Grundbaustein fand er unser „Wörterbuch“. Aber das „Wörterbuch“ hatte er nur in Papierform vorliegen. So machte es sich auf die Suche nach der digitalen Quelle. Und so fand er mich.

Die digitale Quelle war verschwunden. Aber in der digitalen Welt ist das ja kein großes Problem mehr. Mein Freund Wolfgang Groß übernahm die Aufgabe und stellte kurzer Hand ein hochwertiges digitales Exemplar vom Wörterbuch her. Und Norbert Copray und Erich Ruhl-Bady konnten loslegen.

Und sie haben etwas ganz Großartiges geschaffen. Aus dem Wörterbuch ist ein Lesebuch geworden, dass viel Klugheit, Klarheit und auch Frechheit enthält. Auf fast vierhundert Seiten finden wir ein Feuerwerk von Gedanken, mit denen sich auseinandersetzen lohnt und das richtig Spaß macht. Diese Gedanken findem wir thematisch schön geordnet. Zum Teil sind sie nur eine Zeile lang und selten länger als eine Seite. Richtig schön zum lesen.

So lohnt es sich immer, zwischendurchs ins Buch reinzuschauen. Aber Vorsicht: Man wird förmlich süchtig und bleibt dann schnell eine oder mehr Stunden hängen, und wundert sich dann um diese Jahreszeit, dass es so schnell dunkel geworden ist.

Großen Dank an Norbert Copray und seine Mitstreiter!

RMD

P.S.
Wer sich dieses Buch nicht besorgt versäumt etwas.

Roland Dürre
Montag, der 31. Dezember 2018

Und schon wieder geht ein Jahr zu Ende! DANKE!

 

Liebe Freund*innen!

 

Es lebe das neue Jahr!

 

Meine Wünsche für Euch und ein kleiner Wunsch von mir für 2019!


 

Das Bild ist von Rolo Zollner (http://www.rolozollner.de/). Es steht unter Common Licence, Ihr dürft es mit Quellen-/Autorenangabe frei nutzen.

Dieses Schweinchen möge Euch viel Glück bringen! Seit vielen Jahren ist es mein Silvester-Talisman in IF-Blog.

Einen guten Rutsch!

Genießt das neue Jahr!

Erfreut Euch der Welt und ehret die Schöpfung!

Geht dem gesunden Menschenverstand nicht aus dem Weg!

Seit frei!

Lebt in Lust und Freude!

Seid autonom und folgt Eurem Stern!

Macht all das, was Ihr wollt!

Denkt zuerst an Euch aber dann auch an die Anderen!

Und werdet auf keinen Fall zum Märtyrer für „eine gute Sache“!

Macht nicht die Dinge richtig sondern macht die richtigen Dinge!

Also:
In sechs Worten und zwei Sätzen (und in neu-deutsch):

Enjoy life!
and
Be totally happy!

Und das in jeder Minute aller Tage und Nächte Eures Lebens im neuen Jahr 2019!


Und einen Wunsch habe ich auch. Der betrifft aber nicht wie im Weihnachtsgruß 2018 die „alten weißen Männer“ sondern alle Menschen! Dass  in 2019 wir alle ein weniger vernünftiger handeln werden  als in 2018 und den Jahren davor, vielleicht im Sinne meines KaufNix-Artikels!

Weil es einfach nicht sein darf, dass wir wie tollwütige Hunde den Planeten zerstören und uns mit Kriegen zerfleischen.


Aber vor allem

DANKE

an Euch alle!


RMD

P.S.
Das Bild ist eine echte Klick-Sau. Bei Google steht es ganz oben! Irrsinnig viele Menschen habe es schon gesehen. Das Arrangement ist von meinem Freund Rolo Zollner. Er hat es für IF-Blog erschaffen, es steht unter Common Licence, Ihr dürft es also mit Quellen- und Autoren-Angabe gerne nutzen.

Arrangement und Foto von Rolo Zollner.

Roland Dürre
Donnerstag, der 1. November 2018

Inspiration und Inspiratoren …

Ich inspiriere gerne andere Menschen und generiere Impulse. Das mach ich gerne. Ratschläge mag ich nicht verteilen – besonders nicht ungefragt. Denn auch Ratschläge sind Schläge. Besonders, wenn sie ungefragt daher kommen. Das zumindest meine ich. Wie auch, dass, es jedem gut tut wenn er seinen eigenen Weg gehen darf und nicht fremder Wegweisung folgen muss.

Ich gehe auch davon aus, dass wir, auf der Suche nach Lösungen die richtigen Fragen stellen müssen und erst dann Lösungen finden werden. Die Fragen können oft gar nicht dumm genug sein. Dumme Fragen stelle ich gerne. Wie ich eben auch gerne inspiriere.

Blick aus 300 Meter Höhe auf Raiatea und Nachbarinsel – eines von vielen Highlights auf meinen Reisen. Ein guter Ort zum (Nach-)Denken.

Es gibt so viele Menschen, die mich inspirieren und mir Impulse geben. In jeder Begegnung passiert das. An schönen Orten kann ich mich sogar selber inspirieren.

Zurzeit beschäftige ich mich viel mit sozialen Systemen wie Unternehmen und so auch mit Niels Pflaeging. Er ist auch auf Twitter und FB zu finden. Ich kenne ihn persönlich und nehme ihn als Menschen wahr, der ab und zu auch deftiger formuliert, gerne mal streitet und gerne recht hat.

Ich fühle mich mit ihm aber sehr verbunden und bring im folgenden ein paar seiner Thesen aus jüngerer Zeit, die ich eher zufällig aus Twitter und Facebook zusammen gesammelt habe.

Also Bühne frei für den Niels:


Ich wiederhol´s noch mal, weil´s wichtig ist.
So genannte #Reifegradmodelle sind ekelhafter, menschenverachtender, entwicklungsfeindlicher Schund.

Sie widersprechen jeder anständigen Lern- & Entwicklungstheorie.
Sie tragen Schuldzuweisung in sich.
Sie sind grob verbrecherisch.


Introducing one´s own opinion with expressions such as „Science tells us that…“ does not make one look smart. People see through you.


should never be imposed. should never be imposed. should never be imposed. should never be imposed. should never be imposed. takes an clear stance in favor of .


Viele Firmen führen dieser Tage #NewWork– und #Transformationstheater auf.

Zu besserer #Leistung & #menschengerechter Organisation führt das nicht. Im Gegenteil: Es erodiert Integrität & Zutrauen.

Wie wärs stattdessen mit Transformation ohne (!) Tamtam?


Remember:
Holacracy and self-organization
are as related as a shoe and a banana.


Wie wärs, wenn wir aufhören würden, „Mitarbeiter führen“ zu wollen? Und stattdessen anfingen, „Teams das Unternehmen führen“ zu lassen?


You can distance yourself from the . Refrain from the intent, the method, the patterns. Anyone can. And should.


„A good …“ – that does not exist! do not exist. Only exists: It is a social phenomenon that happens in the space between people! Let´s stop the quackery.


Es geht darum, zu – nicht darum, zu !


You don’t need to your . They can do that on their own. In fact, they do it on their own.


Führungsebene. Was für dein Dreckswort.


Richtige Führung ist Arbeit am System.


Command-and-control organization does not produce any winners. It only produces losers. Even at the top.


Soweit Niels Pflaeging.

Vieles deckt sich mit meinem Verständnis vom Leben in der Familie, im Unternehmen oder allen anderen sozialen Systemen.

Alle Reifemodelle, Kompetenzmatrizen/-modelle, Entwicklungsprozesse, Schulungsprogramme, Entwicklungszentren, Führungsprogramme sollten verboten werden. Da stellt sich ein Individum über das andere oder genauso schlimm (oder noch schlimmer) ein System über Individuen.

Vorschriften schreiben halt vor. Prozesse sind Prozesse. Zuerst kommt das „Besserwissen“, dann die Moral mit ihren „Schuldzuweisungen“.  Wir sollten mit allem Aufhören, was uns selber und andere klein macht und unsere Entfaltung hemmt.

Jens ist aber bei weitem nicht mein einziger Impulsgeber. Es gibt viel mehr. Das fängt in meiner Familie an und geht in die weite Ferne zu Euch Allen. Anläßlich der Landtagswahlen und der aktuellen politischen Diskussion muss ich oft an denken. Vielleicht widme ich ihm auch mal einen ähnlichen Artikel wie diesen. Auch wieder stellvertretend für Euch Alle. Bis dahin könnt Ihr ihm aber schon mal zum Beispiel auf Twitter folgen ().

Ich habe aber so viel mehr Inspiratoren – und würde am liebsten über alle schreiben. Also alles Liebe, Gute und Schöne wie großen Dank an Euch Alle!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 17. August 2016

Dankbarkeit.

Zurzeit gibt es in IF-Blog nicht so viel zu lesen. Das liegt daran, dass ich gerade eine Auszeit am schönsten Platz der Welt nehme. Gemeinsam mit Barbara und in Begleitung von Anna (Tochter #2), Sophie (Tochter #3), Caroline (Enkelin #1) Nicolas (Enkel #2) und Patrick (Schwiegersohn #1).
🙂  Die Angaben in Klammern betreffen die zeitliche Reihenfolge.

Blick vom Zelt nach Norden in Richtung Gythio.

Blick vom Zelt nach Süden.

Seit vier Nächten und Tagen sind wir in Porto Ageranos auf dem Peloponnes, zirka 10 km südlich von Gythio, dem alten Hafen von Sparta. Wir schlafen im Zelt, direkt am Strand des Ägäischen Meeres,keine 25 Meter von den Wellen entfernt. Wir leben in der Natur. Das Meer rauscht und singt uns sein Lied. Nachts läßt sich der Vollmond von den Sternen am Himmel feiern. Der Zeltplatz ist nicht sehr voll und wird täglich leerer.

Mein Rhythmus hat sich eingeschwungen. Am Morgen schwimme ich zuerst mal je nach Lust und Laune eine halbe bis ganze Stunde ans andere Ende unserer Bucht. Zurück geht es zu Fuß am Strand. Dann gibt es ein wunderbares Frühstück, frisches Weißbrot mit selbstgemachten Marmeladen, griechischem Käse und Ei er in verschiedenster Zubereitung. Besonders mag ich das Rührei mit frischen Tomaten und Paprika.

Der Vormittag vergeht schnell im Nichtstun. Die beiden kleinen halten uns auf Trab. Wir machen mit unserem Kajak kleinere Ausflüge dem Strand entlang und mit den Rädern mittlere und längere Toruren durch die Berge von Mani. Ab und zu geht es nach Gythio, wo das lokale Leben uns vereinnahmt. Und dies selten ohne Pause im Touristik – dem größten Café mit Blick auf dem Hafen.

Mittags gibt es Tomatensalat und Früchte. Ab und zu ergänzt von frischen Eierfrüchten gebraten mit viel Knoblauch und Olivenöl oder in der Pfanne geröstetem Knoblauchbrot und Abends haben wir soviel Tavernen zur Auswahl, dass es schwierig ist, sich zu entscheiden.

Von der Welt bin ich weit weg. Zwar lade ich mir regelmäßig die Süddeutsche aufs Handy und verfolge den Live-Ticker von Haching. Und pflege meine Chats. Aber das ist es auch schon. Insofern bin ich zurzeit eher ein wenig zurückgezogen und konzentriere mich auf mich selbst.

Auf der Überfahrt von Ancona nach Patra habe ich das kleine Büchlein „Dankbarkeit“ von Oliver Sacks gelesen. Ich habe es von Rolf geschenkt bekommen anläßlich meines Vortrages beim „Lions Club Opera“ in München. Rolf Hüttmann macht viele tolle Dinge und übt unter anderem die Präsidentschaft des Clubs aus. Das Jahr seiner Präsidentschaft hat er unter das Motto „Achtsamkeit“ gestellt und mich zu meinem Vortrag zur digitalen Transformation eingeladen.

Rolf kenne ich erst ein paar Wochen. Er ist ein sehr kluger und weiser Mensch, so durfte ich in den bisherigen wenigen Begegnungen mit ihm schon so viel lernen. Er hat mich erst mit dem Werk von Oliver Sacks bekannt gemacht und mir eine wunderbare Widmung geschrieben und mich darauf aufmerksam gemacht, dass wir soviel hinter uns haben, um Dankbarkeit zu empfinden und hoffentlich noch so viel vor uns haben, um dieses Gefühl steigern zu können.

Erst dank Rolf habe ich verstanden, wie groß das Mass meiner Dankbarkeit ist und wie sehr mich diese glücklich macht.

RMD

Blick vom Zelt nach Norden in Richtung Gythio.

Blick vom Zelt nach Norden in Richtung Gythio.

Roland Dürre
Freitag, der 29. April 2016

FRIEDEN

Denker, Künstler und vor allem Mensch.

Denker, Künstler und vor allem Mensch.

Das Kickoff gestern Abend zum Projekt Frieden scheint gelungen. Ich glaube wir und besonders Jolly haben die Menschen erreicht. Wir haben auch schönes Video-Material eingefahren und werden uns nun beraten, was wir und wie wir das am besten aufbereiten.

Roland M. DürreGestärkt wollen wir jetzt weitermachen. Wir suchen Verbündete und sammeln verrückte Ideen. Und werden gemeinsam nachdenken und dann neue Aktivitäten angehen.

Bei allen Besuchern möchte ich mich fürs Kommen und die große Unterstützung bedanken.

In meinem Beitrag habe ich in gut 30 Minuten  Jolly vorgestellt, persönlich berichtet, warum ich mich ab mich ab sofort immer mehr auf das Projekt FRIEDEN konzentrieren möchte, meinen Optimismus begründet und versucht darzulegen, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist.

Wir werden die Vorträge von Jolly und mir im Internet verfügbar machen. Hier schon mal vorab mein Vortrag in Stichworten ergänzt um ein paar Links zu Videos:

Vorstellung Jolly (Wir sind Partner im Projekt)

  • Kennengelernt bei der Münchner Schach-Akademie
  • Sofort festgestellt, dass wir „Brüder im Geiste“ sind
  • Künstler und Philosoph
  • Moderner Robin Hood
    Mit seiner Lebensphilosophie überzeugt er die Wohlhabenden, ihren Reichtum mit den Bedürftigen zu teilen.
  • Er lebt, wovon er spricht und setzt sich für Miteinander und Frieden ein.

Warum mache ich das (Motivation fürs Projekt)?

  • Dankbarkeit für so vieles Gutes, was mir im Leben- zurückgeben.
    • Privat (Ehe, Familie Kinder)
    • Immer warm und satt.
    • Wunderbare Lehrer, Kreise und Gemeinschaften.
    • Die Chance gehabt, unendlich viel zu lernen.
    • Geschäftlich und sozial erfolgreich.
  • Erlebnisse
    • Krieg im Elternhaus – 50iger
      (inneren Frieden)
    • Tschernobyl – 80iger
      (Wir waren dabei)
    • Kuba-Krise – 60iger
      (eine immer noch traumatisierte Gesellschaft hat Angst vor dem großen Krieg)
    • Vietnam
      (Mein Erlebnis mit jungen GIs in den 60igern)
    • und viele mehr Kriege!
      (Friede zwischen Menschen, Völkern und Gemeinschaften aller Art)
  • Ärger, dass ich vieles nicht so gemacht habe, wie ich es hätte machen können. Trotz besseren Wissens.
    • Die Aufgabe der Generationen vor mir weiterführen (Vorväter – Vorbilder).
      (Carl Amery, John Lennon, Konstantin Wecker, Willy Michl, Ghandi oder Martin Luther King)
    • Das ingenieurmäßige Wissen, dass wir eine große Transformation brauchen, dies ziemlich schnell und wohl auch radikal – sonst ist in wenigen Generationen Schluss.
    • Bald 66 Jahre – und merke immer mehr, dass der FRIEDE das einzige was zählt in meinem Leben ist

Worauf beruht meine Hoffnung (Optimismus)?

  • Krieg wird immer absurder!
    • 13500 Cyber-Soldaten
      (harmlose Variante – die Vorstellung vom permanenten Cyberkrieg ist erschreckend)
    • Bodyleasing von Soldaten als neue Qualität eines anderen Söldnertums (früher habe sich einzelne Menschen als Söldner verkauft, heute wird zum normalen unternehmerischen Profit-Thema von Kapitalgesellschaften).
      Beispiel: Academi (von 1997 bis 2007 Blackwater USA, bis 2009 Blackwater Worldwide, bis 2011 Xe Services LLC, seit 2014 Teil der Constellis Holdings) ist das größte US-amerikanische private Sicherheits- und Militärunternehmen.
    • Kampfroboter (war robots)
      Atlas entwickelt von Boston Dynamics im Auftrag der US-amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency oder
      Bosten Dynamics war meines Wissens mal Alphabet (Google), mittlerweile wohl verkauft weil militärisch und
    • zur neuen Kriegsführung eine Übersicht.
  • Neues Wissen aus Gehirnforschung und Philosophie
    • Dinge wie persönliche Schuldfähigkeit und den freien Willen haben wir völlig falsch verstanden
    • Der Verstand ist nur ein ganz kleiner Teil von uns
    • Wir sind eben nicht die freien Denker und Lenker sondern gefangen von unserer Sozialisierung, die unser Unterbewusstsein prägt. Könnte ein Grund mehr sein, warum wir letzten Endes doch sehr soziale Wesen sind. Denn unser Unterbewusstsein wurde von der Sozialisierung, sprich von anderen Menschen geschaffen.
  • Das Internet verändert die Welt. Die digitale und sozial Vernetzung der „freundlichen Menschen“ mit der Bereitschaft etwas gemeinsam zu tun nimmt zu.
    • Erfolgreiche Beispiele
      (NextHamburg, Urbanauten, PMCamp.org selbstgemacht, Open Source Communities, NGOs aber auch Unternehmen)
    • Selbermachen von solchen „freien Communities“ wird zum Hauptweg der Zukunft um konkrete Probleme zu lösen (Infrastruktur-Themen in der Smart Cities). Auch weil Vater Staat das alles gar nicht mehr machen kann.

Wie soll es gehen? (Handeln)

  • Wir dürfen nicht Reden sondern müssen Handeln! Aufstehen! Etwas Tun!
  • Wir müssen bei uns selber beginnen
  • Keine Indoktrination, nur Impuls und Inspiration.
  • Freiheit und Frieden.
  • In Liebe leben.
  • Verbindung mit Kunst und Künstlern?
  • Schneeballprinzip?
  • Ideen gibt es genug.

Und dann kam Jolly … 

RMD
(Fertiggestellt am späten Abend im Zug von Stuttgart nach Hause in ein schönes Wochenende und schon ein wenig auf dem Wege am Samstag nach Rom)

P.S.
JOERG ROTHERMEL hat auf Facebook einen schönen Kommentar geschrieben:


„Wir dürfen nicht Reden sondern müssen Handeln! Aufstehen! Etwas Tun!“
da halte ich mal den text einer feministin dagegen:
https://franziskaschutzbach.wordpress.com/…/ich-denke…/
besonders nett finde ich die Überlegung ob „Macker“ von „Macher“ kommt!


Da trifft er mich natürlich im Herzen. Weil ich da sehr männlich formuliert habe. Nur: Ich meine Frauen und Männer sind halt so. Das ganz wertfrei. Und ich bin halt ein Mann und empfinde so die Frauen als schöne Göttinnen. Der Post hinter dem Link ist übrigens sehr lesenswert.

Ich sehe da aber kein Gegeneinander sondern vielmehr eine große Ergänzung.

Denn in meiner Denke steht
„Wir dürfen nicht Reden sondern müssen Handeln! Aufstehen! Etwas Tun!“
NICHT FÜR: GOCKELHAFTES MACHEN, KÄMPFEN, DEMONSTRIEREN, PROPAGANDA und MISSIONIEREN Fast ärgere ich mich, dass ich unser Unternehmen FRIEDEN als Projekt FRIEDEN bezeichnet habe. Halte ich persönlich ja in meiner Radikalität das allgemeine Projektverständnis schon als typisch chauvinistes Gehabe und Wichtig tue und meine ich doch, dass Teams von Frauen und Männer im Prinzip für tolle Ergebnisse KEINE Projekt Manager brauceh.

Vielmehr ist das für mich die METAPHER

FÜR: „Uns nicht von DAS TUT MAN NICHT unterdrücken, von MARKETING manipulieren, von INDOKTRINATION beeinflussen lassen.“
FÜR: „auf die BOTSCHAFTEN AUS DER ZUKUNFT HÖREN, AUTONOM und FREI LEBEN und nicht mehr JEDEN BLÖDSINN zu schlucken.“
FÜR: „den QUATSCH der POLITIK nicht mehr einfach so zu SCHLUCKEN sondern MUTIG und mit ZIVILCOURAGE darauf zu reagieren.“
FÜR: die WERTSCHÄTZUNG für uns selber und unsere NMITMENSCHEN, die SCHÖPFUNG und unsere UMWELT wieder in uns zu gewinnen, in gegenseitigem RESPEKT zu leben und MENSCHENFREUNDLICHKEIT und in LIEBE leben als die handlungsleitenden ELEMENTE des ALLTAGES zu leben.“
FÜR: „sich mit FREUNDLICHEN MENSCHEN (keine WUTBÜRGER) zu verbünden und konkret mit MUT und FREUDE unser Welt zu verbessern.“ und vor allem
FÜR: „sich zuerst mal selbst ändern und FREUDE und LIEBE in sich selbst finden!“

UND VIELES MEHR IN DIESE RICHTUNG!

Da könnten sich die Geschlechter doch gut treffen!?