Klaus-Jürgen Grün
Dienstag, der 24. März 2015

Der moralische Buchhalter in uns.

filitos1Er ist nicht das Lieblingsbild von uns selbst.

So wie wir uns gerne sehen würden.

Selbstbewusst, humorvoll, tolerant, spontan.

Nein, er ist  fleißig, beharrlich, korrekt.

So, wie wir uns eben Buchhalter wünschen.

Unser moralisches Urteil bedient sich der Charaktereigenschaften des Buchhalters. Gleicht Worte und Taten anderer mit unseren Werten ab und ordnet Konsequenzen zu. Dabei bringen wir wie in einem Soll- und Haben-Konto Vorkommnisse zum Ausgleich, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. In dem Buch „Christie Malrys doppelte Buchführung“ stellt der Autor die Frage, wie man eigentlich mit all den Gemeinheiten umgeht, die einem andere täglich antun.

Eine Frage, die uns alle berührt. Er kommt auf die Idee, eine Lebensbuchführung in Form einer doppelten Buchhaltung anzulegen. Unter Soll (Debit) und Haben (Credit) notiert sich die Hauptfigur Christie Malrys alles, was ihr so widerfährt. Die Kränkungen sind debits (Soll) und müssen ausgeglichen werden durch entsprechende  credits (Haben), (für sie) angenehme Erfahrungen. So überlegt sich Malrys, einem Nachbarn, der ihm den Gruß verweigert, es diesem durch einen Kratzer im Lack seines Autos  zu vergelten. Ein Wohnhaus, das ihm im Weg steht, bekommt einen fetten Strich auf die Fassade.

Übertrieben? Klar. Reine Fiktion? Nein. Unsere doppelte Buchführung möchte Gerechtigkeit und scheut dabei vor keiner Kleinlichkeit und Peinlichkeit zurück. Unsere Werte, die wir unserem Gerechtigkeitsempfinden unterlegen,  sind ja nicht wie Euro oder Dollar im offiziell festgelegten Kurs zu berechnen oder zu tauschen, sondern ausschließlich in unserem, persönlichen Verrechnungsmodus. Die korrekte Verrechnung der Konten liegt in unseren Augen oder vielleicht noch, in dem unserer Bezugsgruppe.

Was ist der richtige, passende, gerechte „credit“ für einen Islamisten, der seinen Gott verhöhnt sieht? Was für uns der Stinkefinger des griechischen Außenministers bei Günter Jauch? Öffentliche „Hinrichtung“ per TV? Höhere Zinsen für Kredite? Aufruf zum Boykott des nächsten Griechenland-Urlaubs? Ohnehin überwiegen im richtigen Leben die Kränkungen, die „debits“,  und eine Bilanz, die für uns ständig in den Miesen steht,  führt uns stark in Versuchung, beim Ausgleichsversuch immer erfinderischer zu werden. Gehässiger und für die anderen ungerechter. Wer ständig denkt, „offene Rechnungen“ begleichen zu müssen,  wird auf der Suche nach den geeigneten Maßnahmen viel Leben verpassen.

Wo die moralische Buchhaltung besonders konservativ ist, sieht sie die Konten nicht ausgeglichen. In ihrer ausgleichenden Gerechtigkeit fordert sie auch einen härteren Strafvollzug. Weicher oder laxer Strafvollzug entwerte bestimmte Handlungen. Ihre Vertreter sind der Meinung, dass üble Taten nicht teuer genug bezahlt werden. Kritiker der konservativen moralischen Buchhaltung sehen in diesen Strategien jedoch eher eine Aufwertung der Straftat zu einem knappen Gut. Nicht jeder soll sie sich leisten können.

Es herrscht Uneinigkeit in der Frage, wie die Wiedergutmachung als ein Ausgleich zwischen Gut und Böse stattzufinden habe. Einig sind sich jedoch alle in der Forderung nach der Wiedergutmachung. Entweder durch Rache oder durch Gnade, aber Gerechtigkeit muss sein. Rückzahlen oder Heimzahlen muss man es jemandem, wenn er sein Konto überzogen hat.

Während wir in der Finanzbuchhaltung Strategien kennen, die doppelte Buchführung einzudämmen, schießt in der moralischen Buchhaltung die Doppelmoral ins Kraut. Ein Moralist wird es weit von sich weisen, dass er berechnend vorgeht. Das würde seine moralische Position schwächen. Er möchte sich noch nicht einmal darauf einlassen, dass menschliches Handeln und moralische Werte messbar seien.

Und statt die Kriterien seiner Messungen und Vergeltungsakte offenzulegen, leugnet er schlichtweg diese Strategie. Hinter dem moralischen Urteil steht ein Denkmuster, das ein bestimmtes Kalkül der Verrechnung von Gut und Böse transportiert, das aber zugleich dieses Hintergrundmuster verschleiert. Moralische Buchhaltung verdunkelt, dass sie eine Buchhaltung ist.

Was Menschen stattdessen behaupten, hat George Lakoff in seinem entlarvenden Buch „Auf leisen Sohlen ins Gehirn“ so ausgeführt: „Mein Denken ist mir komplett bewusst. Es obliegt allein meiner Entscheidung, wie ich denke und welche Schlussfolgerungen ich ziehe. Alle Menschen können gleich denken. Und indem ich denke, erfasse ich objektive Wahrheiten, die in der Welt vorhanden sind. Alle Dinge haben einen eigentlichen Sinn und können gedanklich so nachvollzogen werden, wie sie existieren. Deshalb kann ich, wie jeder andere Mensch auch, objektiv denken und sprechen.

Wenn der Mensch nur so wäre.

kjg

Roland Dürre
Sonntag, der 22. Februar 2015

Augenhöhe – der Film über Arbeitswelt im 21. Jahrhundert.

workhard117Ein Team von fünf Menschen hat ein spannendes Projekt gestartet, aus dem ein Film wurde: „Augenhöhe„.

Die Geschichte berichtet folgendes: In einer Session auf dem 12. intrinsify!me Wevent in Berlin über die Werte der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts entstand die Idee, das nicht immer nur in Worten zu beschreiben, sondern zu zeigen. Also einen Film zu machen.

Fünf aus der Session blieben zusammen und taten dann auch was. Sie drehten den Film Augenhöhe. Ich habe von diesem Projekt das erste Mal auf dem PM-Camp 2014 in Berlin durch einen tollen Impuls-Vortrag von Ulf Brandes erfahren und dann Ausschnitte aus dem Film auf dem PM-Camp in München 2014 gesehen. Zwei der Protagonisten von „Augenhöhe“ habe ich persönlich auf PM-Camps kennen gelernt.

Dank enorm guter „social media“-Arbeit machte das Projekt schnell nicht nur im Internet „Furore“. Wie auch das erfolgreiche Crowdfunding zur Finanzierung sehr viel öffentliches Aufsehen hatte und dementsprechend erfolgreich war. Auch die Premiere am 30. Januar in Hamburg war richtig gut besucht. Über 400 (!) Menschen kamen ins Hamburger Museum der Arbeit zur Uraufführung des Filmes.

Der Film behandelt gute Themen. Mit Dokumentarfilmen mit verwandter Thematik wie von Geyrhalter, Wagenhofer (unter anderem die Trilogie We Feed the World, Let’s Make Money und Alphabet) oder Carmen Losmann (Work Hard – Play Hard) kann er von der filmischen Qualität vielleicht nicht mithalten. Das muss er auch nicht – er ist eher eine erfrischende Produktion auf dem Niveau von TV-Reports in ARD oder ZDF z.B. über die Verschiffung von Elektro-Schrott nach Afrika.

Der Film handelt von Menschen in verschiedenen Rollen der Arbeitswelt. Von Unternehmern, Managern und Gründern. Aber vor allem zeigt er Mitarbeiter, die  sich freuen, dass sie bei „guten“ Arbeitgebern arbeiten. Weil sie z.B. dank innovativer Arbeitszeit-Modelle über eine nicht selbstverständliche Freiheit verfügen und ihr eigenes Leben so realisieren wie sie es wollen.

Leider ist auch beim hochgelobten Projekt „Augenhöhe“ nicht alles Gold was glänzt. Kurz vor Vollendung rutschten in den Film noch zwei Beiträge über Adidas und Unilever.

Adidas

Plötzlich erscheint Christian Kuhna im Film, den ich auf dem open-up Camp in Nürnberg kennen gelernt habe. Er ist beim Sport-Giganten für Social Media, Moocs und was sonst noch dazugehört zuständig und steht dort einem kleinen aber feinen Team vor.

Sicher herrscht im Team vom Christian eine gute und moderne Arbeitsstimmung. So wie ich immer wieder von den kompetenten und gut gelaunten jungen Verkäufern in den Adidas-Shops angetan bin. Aber für die überwiegende Mehrheit der für den Konzern produzierenden Menschen gilt das sicher nicht.

So wurde die Aufnahme von Adidas in den Film auch im Kreise der „crowd funder“ sehr unterschiedlich diskutiert.

Unilever

Ganz am Ende der Dreharbeiten kam auch noch Unilever dazu. Schon in München war ich überrascht, dass auch der Food-Gigant als positives Beispiel dabei war. Sven Franke – einer der Protagonisten – hat dort berichtet, dass Unilever wegen des Filmes „WORK HARD PLAY HARD“ von Carmen Losmann auf „Augenhöhe“ zugekommen sei. In diesem Film hatten sie keinen guten Eindruck abgegeben, den sie jetzt wieder wettmachen wollten. Ganz gleich, ob dem so gewesen ist, Unilever passt auch nicht in so einen Film.

Sven erklärte die Entscheidung so: Man hätte zeigen wollen, dass es auch in großen Unternehmen zumindest in Nischen die Arbeitswelt auf Augenhöhe erfolgen könnte.

Ist vielleicht Geschmackssache. Klar gibt es in jedem großen Unternehmen auch „Inseln der Seligkeit“. Und wenn es das Vorstandsteam ist.

Es könnte aber auch sein, dass Adidas und Unilever aufgenommen würde, weil sie doch „big names“ sind. Und so die Zugkräftigkeit des Filmes erhöhen sollten. Ist sicher auch eine akzeptable Entscheidung, dann sollte man sie aber auch so kommunizieren.

Wenn wir bei „big names“ und solchen Gedanken sind, dann fällt mir auch Tomas Sattelberger ein. Auch der taucht – wie zurzeit überhaupt sehr häufig in der Öffentlichkeit – im Film auf. Die Geschichte vom Saulus zum Paulus soll sich ja immer wieder mal wiederholen. Ich kenne Thomas Sattelberger nicht persönlich sondern nur aus der Presse – und habe deshalb keine valide Einschätzung. Aber in seinen Vorstandsrollen bei namhaften DAX-Konzernen schien er mir kein Vertreter von „Augenhöhe“ gewesen zu sein.

Soweit die kleinen Flecken auf der an sonst weißen Weste.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Das Thema „Augenhöhe“, so wie es von Sven Franke oder Ulf Brandes formuliert wird, finde ich sehr gut, wie auch die Aktion an sich und das Ergebnis. Ich gönne auch den beteiligten Unternehmen den Image-Gewinn und würde mich freuen, wenn die Initiatoren auch „materiell“ ordentlich für ihr großes Engagement entlohnt werden würden.

Es macht wirklich Spaß, die Filmszenen auch „unternehmerisch“ zu diskutieren. Gerade die gezeigten Gründerunternehmen könnten suggerieren, dass eine ordentliche Firma nur möglich ist, wenn es den „guten Tyrannen“ gibt. Die Frage, die mich bewegt ist, wie man die propagierte Unternehmenskultur auch strukturell in einem sozialen System verankern kann – im Sinne zum Beispiel eines „demokratischen Unternehmens“.

RMD

P.S.
Das Bild ist nicht aus dem Film Augenhöhe sondern aus „WORK HARD PLAY HARD“ von Carmen Losmann.

Detlev Six
Samstag, der 31. Januar 2015

Wir Käse-Glocken-Helden der Freiheit.

In den Nachrichten kam die Meldung, dass der Kölner Satire-Wagen zum Hebdo-Attentat aus sicherheitstechnischen Gründen nicht zum Karnevalsumzug zugelassen werde.

Gleich danach lief die neue Sitcom „Dritter Stock links“. Sitcom ist die Abkürzung von Situation Comedy und sollte (wie von den Machern in der Vorschau verkündet), aktuelle Ereignisse spontan umsetzen.

So weit, so blöd.

Denn nicht die von mir freudig erwartete „Cologne Angst“ (eine Unterabteilung der „German Angst“) war das Thema der ersten 20 Minuten, sondern, ja, es stimmt wirklich, Frau Merkel. Der Käse stänkerte in den Grenzen, die ihm von den Islamisten gesetzt wurde.

Dabei tat er so, als hätte er sich selbst die Käseglocke aufgesetzt, denn innerhalb dieser Sicherheitszone ging es ordentlich zur Sache. Frau Merkel als harmloses Ersatz-Opfer für die gefährlichen Mörder von Paris, da hatte der Kabarett-Käse ein starkes Aroma.

Rebellierten die Zuschauer der Sitcom wegen dieses durchsichtigen Manövers? Keineswegs, sie lachten pflichtschuldigst. Sie wussten, mehr Mumm hat der westliche Freiheitswille nicht.

Und ich auch nicht, darum steht oben in der Schlagzeile „wir“. Ich bin heute noch froh, dass ich nicht im 3. Reich meine Courage nachweisen musste. Der Gedanke, dass ich ein geschmeidiger Mitläufer gewesen wäre, ist mir einfach zu nah.

Nach 20 Minuten habe ich die Sitcom ausgeschaltet und mir geschworen, im Zusammenhang mit Freiheit und freier Meinungsäußerung jederzeit die Lippen schmal und nicht dick zu halten.

SIX

Roland Dürre
Sonntag, der 23. November 2014

Das Ende von offener Kollaboration

Heute eine fiktive Geschichte, wie sie tatsächlich passiert hätte sein können.

220px-Jekyll-mansfieldDie Geschichte handelt von zwei wichtigen und bekannten Protagonisten, die in derselben Branche tätig sind. Beide arbeiten am selben Thema. Es ist ein neues Thema, mit dem man Geld verdienen kann. Nennen wir die beiden mal Mr. Je und Mr. Hy.

Beide berichten in ihren Blogs ihre Überlegungen und entwickeln dazu allein und gemeinsam mit Anderen neue Ideen im Sinne von „Wissen teilen“ und „gemeinsam Erkenntnis gewinnen“.

Mr. Je findet Gedanken in einem Post im Blog von Mr. Hy spannend. So beginnt ein Dialog zwischen den beiden. Der Dialog findet in Form von Kommentaren zu diesem Post im Blog von Mr. Hy statt.

Es entsteht ein wesentlicher Erkenntnisgewinn, der eine werthaltige Basis für ein Geschäftsmodell umfasst. Großen Anteil daran haben die konstruktiven, kritischen und ergänzenden Kommentare von Mr. Je.

Mr. Hy nutzt die so gewonnenen Erkenntnisse für sein Geschäft und bringt sein Geschäftsmodell erfolgreich voran. Mr. Je erzählt er aber davon nichts, löscht aber ganz schnell den Dialog zwischen ihm und Mr. Je aus seinem Blog.

Mr. Je hat kein Problem damit, dass Mr. Hy aus dem gemeinsamen Dialog ein Geschäft entwickelt. Das ist in Ordnung und der Sinn von „Wissen teilen“ und „offener Kollaboration“. Er hätte sich jedoch gefreut, von Mr. Hy zu hören und vielleicht ein Kooperationsangebot zu bekommen.

Aber dass der Dialog gelöscht wurde, das ärgert ihn!

Die Geschichte ist natürlich von mir frei erfunden. Ähnlichkeiten mit – falls vorhandenen – Gegebenheiten oder lebenden wie schon verstorbenen Personen sind rein zufällig.

RMD

Das Bild ist aus Wikipedia:
en:Henry Van der Weyde (1838-1924; London, England) – http://www.photography-museum.com/jekyll.html / Originally from en.wikipedia;

Roland Dürre
Sonntag, der 2. November 2014

Wie war das doch alles verrückt im letzten Jahrtausend.

Im letzten Jahrhundert, vor der Jahrtausendwende, da war alles anders.

Die Manager glaubten damals noch, dass Zukunft vorhersagbar ist. Noch mehr – sie waren überzeugt, dass Wachstum ewig statt finden könnte.

Die Menschen damals hatten das Gefühl, dass alles machbar ist und dass man dank der Technologie und des Fortschritts alle Probleme lösen kann. Denn der Mensch als Krone der Schöpfung fühlte sich als das omnipotente Wesen – den Tieren weit überlegen. Und er meinte, er könne alles unter Kontrolle bekommen.

Das Motto war schneller, höher, größer, weiter und komfortabler. Die Ingenieure und Technokraten hatten das Sagen. Ein Leben ohne Autos war nicht vorstellbar. Der Individualverkehr mit schweren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auch für einzelne Personen war das selbstverständliche Grundrecht eines jeden Menschen – genauso wie der Kurzurlaub in der „DomRep“ oder in Thailand. Eine Gesellschaft galt als „entwickelt“, wenn sich auch die Armen ein Auto leisten konnten!

Der Wochenendausflug nach London oder Madrid wie der Kurztrip nach New York oder Abu Dhabi half den Menschen, ihre Langeweile auf mondäne Art zu vertreiben. Durch Konsum wollte man sich selbst bestätigen und das Glück sich kaufen. Trotzdem war Geiz geil und Geld die neue Religion. Mit dieser Einstellung gelang es trefflich, die Welt zu zerstören.

Die Professoren an den Hochschulen lehrten uns, dass gute Manager nie reagieren müssen, sondern immer agieren können. Denn die Guten sind in der Lage, im voraus zu sehen, was kommen wird. So wie mir 1968 der kettenrauchende und entsprechend hustende Fahrlehrer beibrachte, der aufgrund seines Aussehens den Spitznamen „Old Death“ hatte, dass ein guter (deutscher) Autofahrer immer vorhersehen müsse, was in der nächsten Sekunde passieren könnte.

Die Hochschulen brachten uns auch bei, dass ein Manager immer frei von Emotionen und persönlichen Gefühlen sein müsse. Die Wissenschaft der Entscheidung hat uns empfohlen, als erstes Informationen in ausreichender Menge zu sammeln. Dann müsse man diese ganz objektiv bewerten und analysieren. Erst dann könne man und müsse man frei von Gefühlen, ganz rational und logisch entscheiden. Und dabei müsse man Intuition wie Heuristik als trügerische Störfaktoren ignorieren.

Das war damals auch die Begründung, warum die „normale Frau“ nichts im Management verloren hätte. Weil die Frau – bis auf ganz wenige – einfach zu sehr von ihren Gefühlen gesteuert werden würde. Klar – die Frauen in „hohen“ Positionen im Management waren eher die Ausnahme. Und diese sahen dann auch aus wie Männer.

Die Lehrbücher lehrten auch, dass eine Organisation genau dann gut wäre, wenn der Ober-Manager in der Lage ist, durch das „Drehen an wenigen Schrauben“ das System nach seiner Vorgabe zu steuern.

Die Firmen orientierten sich deshalb mit ihrer Aufbau-Organisation an militärischen Vorbildern. So war Hierarchie angesagt, nur ganz wenige ultra-moderne Unternehmen erlaubten sich eine Matrixkooperation und hatten gar den Mut zur „kooperativen Führung“. Begriffe wie Selbst- und Netzwerkorganisation waren verpönt ebenso wie Transparenz und Agilität gefürchtet wurden. Es galt „Einfalt statt Vielfalt“ und nicht die „Weisheit der Masse“.

Taylorismus, moralisierende Prozesse und Globalisierung galten als das Erfolgsrezept für die Wirtschaft und die Garanten für den Wohlstand der ganzen Welt. Das Ziel der großen Unternehmen war immer die Weltmarktführerschaft. Die Ausbeutung von Menschen und Ressourcen aller Art wuchs parallel geometrisch.

Die Masse dagegen galt als primitiver Mob. Der Bürger wurde für dumm gehalten und für dumm verkauft. Mit Marketing wurden die Massen manipuliert, mit Lobbyismus ihre Interessen ausgeschaltet. Der Wähler in der Demokratie galt als Stimmvieh, sein Verlangen nach Frieden wurde mit erfundenen und groß propagierten Ängsten „overruled“.

Die Regierenden und Regierungen wussten damals viel besser, was für alle gut ist. Sie machten sogar Gesetze, die geltendes Recht außer Kraft setzten und im Grundgesetz festgelegte Rechte igoriert haben. So wurden die Bürger massenhaft belauscht und vergaukelt. Oft um den Interessen und Forderungen fremder Mächte oder mächtiger Konzerne zu genügen.

Sogar Gerichte wurden in extremen Fällen für nicht mehr zuständig erklärt und an ihrer Stelle obskure Schiedsgerichte eingesetzt. Bürger, die gegen Steuergesetze verstossen hatten, wurden streng verfolgt. Gleichzeitig haben dieselben Staaten für die Konzerne „Steuer-Oasen“ geschaffen.

Und das schlimmste: Die Regierungen haben geglaubt, mit Kriegen die Ordnung der Welt gestalten und mit Waffen Frieden schaffen zu können.

Wie bin ich doch froh, dass diese Zeit vorbei ist.

RMD
(20. Juni 2030)

Roland Dürre
Samstag, der 18. Oktober 2014

Sommerzeit – eine Frage der Moral?

🙂 Wie in IF-Blog.de leicht zu sehen, beschäftige ich mich zurzeit gerne mit Moral.

Heute habe ich mir Gedanken über die Sommerzeit gemacht. Besser gesagt über den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit. Auch als „use case“ für mein Thema „Entscheiden unter Moral“.

Kommenden Sonntag ist es ja wieder soweit. Dann wird es wieder schlagartig früher hell und natürlich auch früher dunkel. Und wie zweimal in jedem Jahr fühle mich wieder ein paar Tage so ein klein wenig daneben (dizzy), weil ich ein Mini-Jetlag habe, blöderweise aber ohne Ortswechsel.

Und ich habe mir die Frage gestellt, warum man sich so schwer tut, etwas für mich und viele andere offensichtlich Unsinniges abzuschaffen.

Zur Erinnerung:
Die erneute Einführung der Sommerzeit wurde in der Bundesrepublik 1978 beschlossen, trat jedoch erst 1980 in Kraft. „Erneut“, weil die Sommerzeit ein Erbe aus Krieg- und Nachkriegszeiten ist und sowohl im 1. wie im 2. Weltkrieg eingesetzt wurde. Wie immer findet man gute Informationen zum Thema dazu in Wikipedia.

Ende der 70iger Jahre hatte wir eine „gefühlte Energiekrise“. Es gab eine allgemeine Annahme, dass der Zeitwechsel Energie sparen würde. Und weil „Energie sparen“ gut und so „moralisch richtig“ ist, hat man entschieden, die Sommerzeit einzuführen.

Mittlerweile scheint klar zu sein, dass die Annahme „Sommerzeit spart Energie“ weder widerlegt noch bestätigt werden kann. Jetzt könnte „man“ sich entscheiden, die Sommerzeit wieder abzuschaffen.

Rational wäre die Sache eindeutig entscheidbar – denn die Umschaltung schafft Aufwand und verursacht Schaden. Zum Beispiel weil die Unfallhäufigkeit höher als im Durchschnitt sonst. Intuitiv (emotional) auch, denn wer mag schon wirklich den Stress mit der Zeitumstellung.

Jetzt haben wir aber noch die Moral, die ja nach meiner Annahme so oft die wesentliche Entscheidungsgrundlage ist. Und da sieht es schlecht aus für die Abschaffung des Zeitwechsels:

  • Man darf doch so etwas nicht alleine entscheiden“
    (wie der böse Putin, der ja die Sommerzeit abgeschafft hat)!
  • Wie sollen wir das denn den anderen in Europa erklären?
    (Dass wir diesen Blödsinn nicht mit machen.)
  • Vielleicht hat die Entscheidung ja auch Nachteile, an die wir nicht denken?
    (Am Schluss spart es doch Energie?)
  • Jetzt hatten wir doch so lange die Sommerzeit! Warum sollen wir es dann ändern?

Entscheidungsfeigheit, Zweifel und Angst haben mit Moral zu tun. Oft bremsen sie Entscheidungen und verhindern Reformen und Veränderung.

In der „Theorie der Entscheidungen“ heißt es, dass wenn zwei wesentliche Gründe für eine Entscheidung sprechen, es keinen großen Sinn mehr macht, die anderen eher nicht so relevanten Gründe noch groß abzuwägen. Das dürfte wohl auch für Kollektiv-Entscheidungen wie in diesem Fall gültig sein.

Ich würde übrigens die Sommerzeit lassen, weil sie einfach am besten zu dem Längengrad passt, auf dem wir leben. Und wenn die „alte“ Winterzeit käme, meinen Lebens-Rhythmus einfach eine Stunde vorverlegen.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 17. Oktober 2014

Moral & Ethik vor Werte & Tugend ???

Viele Menschen in meiner kleinen Welt schätze und mag ich sehr. Manche davon meinen, dass Moral heißt „als guter Menschen den gemeinsamen Werten und Tugend folgend zu handeln“. Ich sehe die Moral ja nicht so positiv, deshalb entgegne ich ihnen dann:

Was ist denn Moral und Ethik? Was sind denn Werte und Tugenden?

Und bringe Beispiele und stelle die Frage, was denn da „moralisch“ richtig ist:

  • „Für Ordnung und Ruhe sein.“ oder „Für Freiheit auf die Straße gehen.“?
  • „Fortschritt und Veränderung sind gut und verlangen Opfer.“ oder „Fortschritt und Veränderung dürfen nie Selbstzweck sein“?
  • „Du musst zum Wählen gehen!“ oder „Man darf an der Urne aus Protest seine Stimme verweigern.“?
  • „Die Freiheit ganz selbstverständlich Autofahren zu dürfen ist ein Grundrecht!“ oder „Komplett aufs Auto verzichten, weil beliebig Ressourcen zerstört werden, ist eine Grundpflicht.“?
  • „Jeder soll so viel Fliegen wie er Lust hat!“ oder „Das Flugzeug darf man nur als Ultima ratio nehmen.“?
  • „In der Sexualität darf Freiheit beliebig ausgelebt werden.“ oder „Man darf es nur mit einem Partner und sollte da nur eingeschränkte Sex-Praktiken haben“?
  • „Frauen dürfen sich locker bekleiden.“ oder „Frauen müssen schamhaft verhüllt sein!“?
  • „Prostitution muss verboten werden!“ oder „Fairness für sich Prostituierende fordern.“?
  • „Frauen müssen lange Haare tragen, Männer kurze!“ oder „Jeder darf seine Haare so lange tragen, wie er es will!“?
  • „Entfernung von Körperbehaarung ist hygienisch und schön!“ oder „Entfernung von Körperbehaarung ist unmoralisch (!)?
  • „Kurze Hosen sind auch im Business ein normales Kleidungsstück.“ oder „Anzug und Krawatte gehören sich im Business!“?
  • „Streiken ist ein NOGO, wenn es die Öffentlichkeit schädigt.“ oder „Streiken ist eine gesellschaftliche Pflicht.“?
  • „Man muss sein Grundstück einzäumen.“ oder „Man darf keinen Zaun um seinen Grund errichten.“?
  • „Jeder muss bereit sein für sein Vaterland zu sterben!“ oder „Desertiere wenn Krieg droht!“?

Beispiele dieser Art lassen sich beliebig viele finden.

Aber WER kann, soll, muss, darf denn bestimmen, was hier falsch und richtig ist?

Die Ethik versucht das. Sie will zwischen verschiedenen moralischen Standpunkten vermitteln. Indem Sie einen zur Gesellschaft und in die Zeit passenden Konsens sucht und diesen rechtfertigt. Aber auch ihr gelingt das nie.

Es gibt sogar „Ethik-Kommissionen“, die die schwierigen Fragen des Lebens beantworten wollen und sollen. An Stelle von Konsens werden dort aber immer nur Kompromisse gefunden, die so schal wie ihre Begründungen sind. Die gefundenen Kompromisse jedoch werden in den Stand einer „neuen“ Moral erhoben.

Moral entlarvt sich fast immer als von Interessen (sei es bewusst oder unbewusst) getriebene Besser-Wisserei. „Man“ weiß doch, was richtig und falsch ist. „Man“ ist im Besitz der „Wahrheit“ und schreibt anderen vor, was sie zu tun haben. „Man“ erhebt sich so über seine Mitmenschen.

Ich meine, dass „Moral“ vor allem Feindseligkeit und Frust generiert – und Trotz bewirkt. Die „Moralischen Regeln“ nähren sich zu oft aus fragwürdigen Quellen wie Religionen und ihren Äquivalenten. Die kollektiven Konstrukte von Systemen, die sich mit ihre Dogmen über die Menschen setzen, bestimmen was „moralisch“ ist und was nicht. Und die Folgen sind Hass, Streit, Zank, Angst, Intoleranz – und Krieg! Im Großen wie im Kleinen.

Das sind so meine Argumente gegen die Moral-Gläubigkeit vieler Menschen. Ich verstehe aber die Befürworter der Moral gut. Denn verlässt man den Glauben an die Moral, so ist es als ob einem der Lebensteppich weggezogen wird. Sind wir doch alle „moralisch erzogen“ worden und in unserem Moralismus mehr oder weniger gefangen.

Verlassen wir den Schutzanzug der Moral, so müssen wir uns auf die Suche nach persönlichem Sinn und Wirken begeben. Und es ist nicht immer ganz einfach, das Gefundene mit der gesellschaftlichen Realität (und deren Moral) in Einklang zu bringen.

RMD

P.S.
Diesen Artikel habe ich für die Community „Strategische Moral“ in Google+ geschrieben.

Roland Dürre
Dienstag, der 7. Oktober 2014

Ethik und Moral sind zwei böse Schwestern …

Das letzte lange Wochenende beginnend mit dem Tag der Deutschen Einheit habe ich der Philosophie gewidmet und war mit einer nicht zu kleinen Gruppe von sehr jungen Studenten und erfahrenen Unternehmern und Unternehmensführern im Grashof – einem kleinen Tagungshotel zirka 25 km westlich von Fulda. Dort hat mein Freund Klaus-Jürgen Grün ein „philosophisches Kolloquium“ gehalten, das vom „Ethikverband der Deutschen Wirtschaft e. V. (EVW)“ unterstützt wurde.

Es waren für mich drei ganz wichtige Tage. So möchte ich meine Erkenntnisse knapp berichten:

Moral und Ethik

Immer mehr beginne ich zu verstehen, dass Moral und Ethik zwei böse Schwestern sind. Zwar versucht die jüngere Schwester, die „Ethik“ ihre ältere Schwester, die „Moral“ beim Unheil anrichten zu bremsen. Nur zu oft macht sie es aber schlimmer.

Damit will ich sagen, dass die Moral ursächlich für vieles Schlimmes ist und der Anspruch der Ethik, es besser zu machen, nicht funktioniert.

Moral und Entscheidung

In meinem bisherigen Weltbild habe ich Entscheidungen vor allem im Spannungsfeld von Ratio (Fakten, Bewertung, Folgerung, Kopf) und Intuition (Emotion, Gefühl, Bauch) gesehen. Auf dem Kolloquium habe ich plötzlich verstanden, dass es noch eine dritte und oft ungeheure Einfluss-Größe gibt, die Moral!

Je mehr ich Menschen beim Konsens finden bewusst zuhöre, dest mehr entdecke ich, dass die ausgetauschten Argumente überwiegend moralischer Art sind und nicht vernünftig (gesunder Menschenverstand) oder intuitiv (Heuristik). Das finde ich schrecklich.

Moral und Regulierung

Als Drittes ist mir bewusst geworden, wie sehr wir im einfachen Reden und Sprechen wie im Denken und Argumentieren laufend moralisieren und wie sehr wir durch Moral geprägt sind. Die Systeme, in denen wir leben, bilden massive kollektive Konstrukte aus, die uns zusätzlich „moralisch“ beeinflussen und prägen.

Die Folge von ungebremster Moral ist Überregulierung. Die wir insgeheim fordern (damit die anderen es endlich richtig machen), die wir aber gar nicht wollen. Dieser Prozess geht zu Lasten der Freiheit bis hin zum Verlust derselbigen. Das gefällt mir nicht.

Ich möchte gerne in einer entwickelten und aufgeklärten Gesellschaft in Freiheit leben. Dies gerne auch nach vernünftigen Regeln. Ich habe aber immer mehr den Eindruck, dass gerade bei uns diese Entwicklung zurzeit nicht mehr stattfindet. Schlimmer, wir sind da im zurück fallen und geben so unnötiger Weise unsere mühsam errungene „Freiheit“ wieder Schritt für Schritt auf. Und das darf nicht sein.

RMD

Detlev Six
Samstag, der 13. September 2014

Sind wir alle Seescheiden?

Die Seescheide ist ein Meeresbewohner, der sich, sobald er einen passenden Platz zum Altwerden gefunden hat, sein Leben lang nicht mehr bewegt. Und da ein Gehirn beim Verharren auf einem Platz nur hinderlich ist, frisst die Seescheide es einfach auf.

Ist der IS-Kämpfer eine Seescheide?

Welches Gehirn könnte überflüssiger sein, als eines, das sich seit 1400 Jahren nicht mehr verändert hat?

Ist Putin eine Seescheide?

Eher weniger. Zwar glaubt er fest an Volk, Raum, Macht, bewegt sich gleichzeitig aber sehr erfolgreich in unseren Hirnen und manipuliert unsere Moral-Linien.

Sind wir Westler Seescheiden?

Leider ja. Wir haben unsere universellen Werte in die Menschenrechte gegossen und wundern uns, warum wir mangels Nachfrage der anderen jetzt alleine auf ihnen sitzen bleiben.

Die anderen denken überhaupt nicht daran, so zu denken wie wir denken. Und wir haben auch nicht immer so gedacht. Zum Beispiel im 30-jährigen Krieg oder bei den Nazis, die vor gerade einmal 70 Jahren dasselbe veranstaltet haben wie der IS, inklusive der Rituale der Machtspiele

Universelles Denken kann provinziell sein – wenn es sich für das einzige hält. Wir sollten schleunigst mit dem Lamentieren über das brutale Vorgehen der anderen, das so gar nicht mit unseren Werten übereinstimmt, aufhören und uns mit den Werten in den Köpfen der anderen beschäftigen.

Und wie wir sie knacken können.

Ohne immer mit unserer Bibel, der Menschenrechtsfibel zu kommen. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass bei den einen das Wort die Basis für ein Argument ist, bei den anderen das Gewehr

Kurz:
Wir müssen lernen, damit umzugehen, dass wir nicht das Werte-Monopol haben. Wer sich mit strategischer Moral auseinandersetzt, der muss in die Köpfe der Anderen. Dabei aber nicht den Fehler begehen, die Empathie mit Gleichgesinnten mit der Auseinandersetzung mit Feindgesinnten zu verwechseln.

Also, heute Abend für 10 Minuten raus aus dem eigenen Kopf, in den eines fremden, feindlichen.

Sonst gibt’s von mir einen Klaps auf den Hinterkopf.

SIX

Detlev Six
Sonntag, der 24. August 2014

Strategie ist kein Blick in den Rückspiegel.

Sie könnten in die falschen Hände fallen – unsere Waffen.

Mit ziemlicher Sicherheit

Die Waffen, die der Westen an Gaddafi geliefert hat, treiben ihr Unwesen im gesamten nahen Osten.

Mit den westlichen Waffen an Afghanistan feuern die Taliban.

Der IS ist mit gepanzerten Waffen der USA unterwegs.

Und jetzt sollen wir Waffen an die Peschmerga liefern, gar an die PKK, die ja in Deutschland immer noch als Terroristen-Vereinigung eingestuft ist? Mit der vagen Aussicht, das noch schlimmere Übel des IS zu verhindern? 

Es gilt der Satz von Kierkegaard: Wir können das Leben nur rückwärts verstehen, müssen es aber vorwärts leben. Mit einer strategischen Entscheidung ist der Blick in die Zukunft verbunden, damit Spekulation und Risiko.

Die Spekulation:

Der kurdische Teil des Irak ist der dem Westen kulturell am ähnlichsten in der Region (von Israel abgesehen). Es könnte in Form eines (irakischen) Kurdistan ein Staat mit halbwegs westlichen Werten entstehen (Pluralismus, Demokratie, Marktwirtschaft). Die Hoffnung steht auf einer haltbaren Verbindung von Peschmerga und PKK mit der Aussicht auf Stabilität des neuen Staates. Der Zerfall des Staates Irak wird in Kauf genommen. In drei Teile. Kurdistan, schiitischer Staat, sunnitischer Staat. Der IS ist besiegt. Die Waffen bleiben in Kurdistan.

Das Risiko:

Der schlimmste Fall wäre der totale Sieg der IS und in Folge ein irakisch-syrisches Kalifat, der intoleranteste Staat unter der Sonne. Die Waffen fallen in die Hände des IS.

Die leichteste Verlust-Variante – die PKK verschwindet nach erfolglosem Kampf mit den westlichen Waffen in den türkischen Bergen oder in Syrien.

Dazwischen gibt es noch jede Menge Zwischen-Varianten.

Soweit der äußerliche Akt der Waffen-Entscheidung.

Für uns (Anmerkung des Verfassers: Die Ansprache richtet sich an die Mitglieder der Community „Strategische Moral“)  ist ja vor allem interessant, welche strategische Moral die einzelnen Spieler verfolgen, um den Waffen-Deal zu beeinflussen und um (im Fall des IS) ein Investment in die Gegenbewegung zu bekommen?

Die kurdischen Nord-Iraker an den Westen:
Wir sind die Hoffnungsträger Eurer Werte.

Die PKK an die Peschmerga und den Westen:
Das Blut der Brüder siegt am Ende immer.

Der IS an Mitstreiter und Geldgeber (Katar):
Nur mit uns könnt ihr die Herrschaft des Westens beenden.

Der Rest-Irak (Schiiten/gemäßigte Sunniten) an die USA:
Sollen alle Eure Opfer vergeblich gewesen sein?

Meine Prognose:
Der Westen liefert jede Menge Waffen, Kurdistan wird gegründet und gerät unter die Herrschaft der PKK.

SIX

Dieser Artikel wurde zuerst in der google+ community „Strategische Moral“ veröffentlicht.