Roland DürreDienstag, der 21. Mai 2013
30. Juni: Ein besonderes Chorereignis in München: L’arpa festante!
IF-Blog ist einer der wenigen Münchner Blogs, den es überwiegend in Deutsch und Englisch gibt. Das verdanken wir und ich unserer Evelyn (EG), die die meisten meiner und des Teams Artikel zeitnah und mit hohem Tempo ins Englische übersetzt. Sie macht das aus Freundschaft zu uns und aus Freude an der englischen Sprache.
Ich kann Evelyn nur immer wieder ganz herzlich danken!
Aber die Evelyn hat unter anderem noch ein zweites und ganz besonderes Interessensgebiet. Das übt sie mit großer Leidenschaft und hoher Professionalität aus. Gemeinsam mit ihrem Sohn singt sie in verschiedenen Chören. Und jetzt haben sich die beiden einem ganz besonderen Chor angeschlossen, den
arcis vocalisten
unter Leitung von Thomas Gropper.
Da das Bild ein wenig älter ist, findet man unsere Evelyn und ihren Sohn Martin leider noch nicht.
Ende Juni planen die arcis vocalisten ein neues und ganz besonderes Projekt. Nach zahlreichen Aufführungen in den letzten Jahren in gekürzter oder deutsch gesungener oder/und mit heutigen Instrumenten begleiteter Version musizieren die arcis vocalisten Georg Friedrich Händels bekanntestes Oratorium erstmals komplett, ungekürzt, im englischen Original und mit historischen Instrumenten, nämlich L’arpa festante!
Am Samstag, den 29. Juni findet die erste Aufführung im Christuspavillion von Kloster Volkenroda in Thüringen statt. Veranstalter ist dort die Jesus-Bruderschaft Volkenroda.
Einen Tag später, am Sonntag den 30. Juni um 19 Uhr hat der Chor ein “Heimspiel”. Dann können wir das Werk in der Himmelfahrtskirche in München-Sendling (Kidlerstr.) genießen.
Solisten sind Hanna Herfurtner – Sopran, Franz Schlecht – Bass, Robert Sellier – Tenor und Andreas Pehl – Altus. Die Leitung hat Thomas Gropper. Um 18 h, eine Stunde vor Konzertbeginn, findet eine 30minütige Konzerteinführung im Kirchenraum statt.
Händel schafft im MESSIAH einen dreiteiligen Bilderbogen über die Gestalt des Erlösers, die Ankündigung der Christgeburt, das Weihnachtsgeschehen, die Passion und die Auferstehung. Die filigranen und leidenschaftlichen Chorsätze bilden das Rückgrat des Konzerts.
Jetzt heißt es ganz schnell den Terminkalender prüfen und dann Karten bestellen!
RMD
Roland DürreSamstag, der 18. Mai 2013
☠ Meine persönliche Kalender-Katastrophe ☠
Seit Wochen vertraue ich meinem Kalender nicht mehr. Und gestern Abend ist der absolute Gau passiert. Mein Kalender war (fast) leer. Es kam auch noch eine Fehlermeldung von wegen Datenbank-Fehler und dann war das System abgeraucht. Ein paar zentrale Geburtstage waren noch da, und ein paar Termine, die ich vor längerer Zeit mal zugesagt hatte.
Der Rest war weg!
Großes Leid und Zähne-knirschen war angesagt. Das Leid wurde gelindert, weil ja doch viel Schlimmeres passieren hätte können (Fahrradunfall, schwere Erkrankung …). Und da ich vom elektronischen Kalender und dem ganzen darum herum schon länger die Nase gestrichen voll hatte, habe ich nach gefühlt 20 Jahren jenseits vom Papier (ich hatte als einer der ersten so einen kleinen grauen elektronischen Planer (organiser, organizer) im Format eines Zigarettenetuis von Texas Instruments) beschlossen:
Ich wechsle wieder zurück auf Papier!
So hatte ich gestern und heute (und habe wahrscheinlich morgen) viel zu tun. Habe versucht aus Protokollen, E-Mails, Erinnerungen, Abgleich mit Barbaras Kalender und manchem mehr meinen Kalender auf Papier zu rekonstruieren. Und es ist da noch einiges zu tun. Ich bin mir auch nicht sicher, dass ich eine vollständige Rekonstruktion schaffen werde.
An einen möglichen Restore habe ich übrigens im ersten Schrecken gar nicht gedacht. Bin sicher, dass die “sysops” (Systemverwalter) so etwas können. Aber einerseits sind sie natürlich am Wochenende nicht da, bzw. will ich sie wegen so etwas auch gar nicht belästigen. Und aus Erfahrung weiß ich, dass gerade bei Exchange auch an sich einfache Operationen ganz schön viel Zeit verbrauchen und Ärger bescheren können.
Werde aber noch einen “restore” machen lassen, um meine rekonsturierten Papierdaten zu verifizieren. Trotzdem ist sicher etwas verloren gegangen. Deshalb habe ich jetzt an alle von Euch mit denen ich Termine ausgemacht habe zwei Bitten:
Bitte informiert mich über geplante Termine!
Und wenn ich zu einem Termin nicht erscheinen sollte, dann verzeiht mir!
Denn dann ist der Termin in den Tiefen der “Cloud” und ihren Schnittstellen und Schichten verschwunden. Deshalb wechsle ich jetzt auf Papier. Mein elektronischer Kalender war zwar ab und zu praktisch, hatte aber auch eine Reihe von Nachteile.
So wurde mir doch so mancher Termin zu schnell von Outlook/Exchange aufgedrückt und stand dann plötzlich in meinem Kalender drin. Mit der Aufforderung “abzulehnen”, “zuzusagen” oder “vielleicht teilnehmen”. So formlos elektronisch “abzulehnen” ist so gar nicht mein Stil, fällt es mir doch schwer, netten Leuten NEIN zu sagen. Besonders wenn noch so ein Nebenklang war “da bin extra in München” oder “da hätte ich noch eine kleine Zeitscheibe frei”. Und vielleicht ist ja die allerblödeste Antwort.
Im nach hinein stellt man dann fest, dass die meisten Meetings nichts gebracht haben und sehr leichtfertig vereinbart wurden. Und wenn man immer nur zusagt, hat man bald gar keine Zeit mehr frei. So scheint es den meisten “Managern” zu gehen – und so soll es mir nicht ergehen. Auch, weil ich viel zu viel zu tun habe …
Ich meine, dass Termine einen Wert haben sollten. Deshalb sollte man sie nur persönlich und gemeinsam überlegt und nicht so massenhaft funktional ausmachen. Denn wenn jemand von mir etwas will (oder andersherum), sollte man das kurz vor dem Termin persönlich abstimmen. Und nicht mehr in einen fremden Kalender einen Merker hineinhauen “Da will ich Deine Zeit” nach dem Motto “ablehnen gilt nicht, weiß ich doch, dass Du da Zeit hast”.
Denn immerhin ist die Zeit unser aller wertvollstes Gut. Und dann ganze Tage in überwiegend sinnlosen oder überholten Meetings zu verbringen, kann nicht der Sinn des Lebens sein. Und eine Eintragsschwelle für Termine (nicht elektronisch sonder persönlich vereinbaren und dann per Hand in die Kladde eintragen) finde ich so nützlich.
Zu diesen Überlegungen kommt dazu, dass ich der Synchronisierung schon seit einiger Zeit misstraue. Und darunter leide ich schon länger. Immer wieder haben mir einzelne Termine gefehlt. Jetzt weiß ich aber, dass in den meisten Fällen der “Fehler hinter der Tastatur sitzt” und habe so meinen Wahrnehmungen angezweifelt. Bin aber durch die letzten Vorkommnisse in meinem Misstrauen bestätigt worden.
Verleicht bin selber ich Schuld am Schlamassel, da ich ein extremer Nutzer bin oder richtiger war. Mein Kalender lag zentral im Exchange-Server der InterFace AG. Und naiv, wie ich halt mal bin, dachte ich mir, dass ich quasi beliebig Clients verschiedener Herkunft mit dem Exchange-Server synchronisieren kann. Und dies auch noch abwechselnd vom selben System aus über unser VPN und dann wieder “von außen” machen kann.
Da hat es auch schon öfters geklemmt, vielleicht auch weil meine Endgeräte (Clients) halt sehr gemischt sind. Outlook auf ollen Windows PCs war genauso dabei wie iCal auf drei verschiedenen Macs. Nicht zu vergessen mein “Smart phone” (was für ein Begriff) und meine beiden “Tablets” (auch nicht besser), die mit Android laufen.
Und ich hatte eigentlich insgeheim immer gefürchtet, dass so eine exzessive Nutzung von Kalender-Synchronisierung nicht gut gehen kann. Übrigens, ich habe auch den Eindruck, dass mir immer wieder E-Mails fehlen. Allerdings wäre es mir nicht so schlimm, wenn alle meine E-Mails weg wären wie dies bei den Terminen war. Denn jetzt laufe ich Gefahr, den einen oder anderen Menschen zu versetzen.
Ein Freund, der immer beim Papierkalender geblieben ist, hat mir zum Trost geschrieben, dass man ja auch einen Papierkalender verlieren kann. Aber dann zumindest ist man selber schuld – meine ich. Und ich möchte an meinem Leid schon selber schuld sein!
RMD
P.S.
Die beiden Bilder zeigen übrigens das Gerät, das vor bestimmt 20 Jahren meinen schönen Papier-Kalender Marke “Löhn” abgelöst hat. Ich habe sie auf einer für Liebhaber alter Elektronik ganz tollen Seite gefunden:
Dort findet man unter Organis(z)er ganz viele charmante Geräte aus grauer Vorzeit. Dabei ist auch der abgebildete Texas Instruments (TI 6155), der meinem Organiser sehr ähnlich sah. Glaube, dass der meine TI 303 hieß und wohl ein noch einfacheres Vorgängermodell vom 6155 war. Die beiden Fotos sind von Ingo Trelewska, dem auch alle der dort abgebildeten Geräte mit Software und Zusatzgeräten gehören.
Roland DürreDonnerstag, der 16. Mai 2013
Tweets zum Twittern und Bloggen #167
Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln
130509 Wart, über eine Weile kommt dein Part – gilt auch für Dich, Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit
130510 Warum? Darum! – deshalb tun wir Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit
130511 Was alt wird, brummt gern – dran denken, Blogger und Twitterer! #Twitter #Bloggen #Weisheit
130512 Was dem einen recht ist, ist dem andern billig – auch beim Bloggen und Twittern! #Twitter #Bloggen #Weisheit
130513 Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht – so auch der Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit
130514 Was dich nicht brennt, blase nicht – auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit
130515 Was dir zu hoch ist, das lass fliegen – dran denken beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit
Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!
RMD
P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.
Roland DürreDonnerstag, der 9. Mai 2013
Tweets zum Twittern und Bloggen #166
Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:
130502 Wahrheit ist der Zeit Tochter – auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit
130503 Wahrheit tut der Zunge weh – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit
130504 Wahrheit wird wohl gedrückt, aber nicht erstickt – da hilft auch Bloggen und Twittern! #Twitter #Bloggen #Weisheit
130505 Wäre kein Links, so wäre kein Rechts – gilt gerade fürs Bloggen und Twittern! #Twitter #Bloggen #Weisheit
130506 Wären keine Sünder, so wären keine Heiligen – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit
130507 Warm ist das Leben, kalt der Tod – auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit
130508 Wärme dich, weil das Feuer brennt – dran denken beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit
Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!
RMD
P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.
Roland DürreSonntag, der 5. Mai 2013
brand eins im Mai
Pünktlich zum Ersten des Wonnemonats war das brand eins des Mai bei mir. Aber erst am Samstag auf der Rückfahrt vom PM-Camp 2013 (Tag nicht nur in Twitter #pmcamp13str) im EC 391 komme ich dazu, mich ein wenig intensiver mit diesem zu befassen. Denn das Leben eines PM ist hart.
PM übrigens ist für mich nach dem in Stuttgart erlebten jetzt die Abkürzung für “People Manager”. Denn das ist die bessere Bezeichnung für den Job, den man bis vor kurzen noch Projekt Manager oder Projektleiter genannt hat.
Und so würdevoll wie meine Gedanken so erscheint mir auch dieses brand eins. Es kommt ganz in Gold daher. Mit einer ellipsenartiger Strichgrafik in bunten Farben. Auf dem ersten Eindruck hätte ich es fast für ein Magazin der “Haute Couture” gehalten. Oder zumindest für eine Magazin, das den gehobenen Life Style der High Society vermittelt.
Aber keine Angst, die Titelzeile ist schon wieder “geil”:
Greif zu!
Mit dem Untertitel:
Warum TEILEN und TAUSCHEN die Wirtschaft voranbringen.
Das ist natürlich Wasser auf meine Mühlen. Wieder mal genau meine Themen! Und es kommt noch besser: Frau Fischer überschreibt ihr Editorial mit der schlichten Schlagzeile
Eine neue Dimension!
Wobei das Ausrufezeichen jetzt von mir ist.
Und im Editorial gibt sie sogar zu,
“dass ihr das ganze Gerede über die Sharing Economy ziemlich auf die Nerven ging …”
Und schreibt weiter:
“Die Sharing Economy mag ein Modethema sein – aber dahinter steht eine Entwicklung von gewaltiger Dimension”.
Da freue ich mich. Ist das nicht phantastisch? Und es wird noch besser – im Schlusssatz ihres Editorials nennt sie sogar die Vorhersagen zur Jahrtausendwende von Jeremy Rifkin “eine hoffnungsvolle Utopie“. Und rennt dabei bei mir wieder offene Türen ein.
Und so begebe ich mich auf eine “kleine Forschungsreise” ins Innere des Heftes. Und stelle fest, dass es um ganz schön viele Branchen und in verschiedene Kontinente geht. Mit vielen bunten und abwechslungsreichen Artikeln.
Was mir besonders gut gefallen hat?
Da war “auf der Suche nach selbst” (zu Siemens aufSeite 22), “Das Eigentum wird virtuell” (kleine Geschichte der IT, Seite 92), “Die Bank in der Hand” (Die Zukunft ohne Bank, Seite 96) und manches mehr. Und besonders der ganze Schwerpunkt – für mich große Klasse!
Mehr verrate ich nicht – sondern empfehle auch mit dem brand eins des Mai auf Reise zu gehen.
RMD
Roland DürreDonnerstag, der 2. Mai 2013
Nicht nur die großen Abenteuer finden im Kopf statt
Ethik und Aufklärung sind auch nur eine Art von Glauben
Das hat mich schon eiskalt getroffen.
Ich dachte immer, ich würde nicht glauben. Würde alles in Frage stellen und Aufklärung und Vernunft folgen. Würde versuchen “ethisch” zu handeln. Ethisch im dem Sinne, dass ich versuche Entscheidungen einer Güterabwägung zu unterwerfen, die einem von mir sittlich verantwortetem Wertesystem folgt. Also einem Wertesystem, das ich mir bewusst erarbeitet habe und bei dessen Erarbeitung ich darauf geachtet habe, dass dieses mit dem Weltkonsens, der sich z.B. in der Goldenen Regel oder in der UNO-Charta findet, kompatibel ist. Und bei dem Werte wie Toleranz und Zivilcourage sehr wichtig sind.
Und dann ist mir aufgefallen, dass diese meine Gewissheit auch nur ein Glaube ist. So habe ich an etwas geglaubt, so wie etwa die Christen, Juden, Moslems an einen personalisierten Gott glauben, so wie Menschen anderer Religionen an andere Götter oder allgemein etwas Höheres glauben. Oder so wie die Atheisten halt glauben, dass es eben keinen Gott gibt. Und wahrscheinlich schon bald eine atheistische Religion gründen werden. Was ich zwar logisch finde aber doch auch ein Widerspruch in sich ist.
Die Gottesfrage habe ich mir übrigens nie gestellt. Zumindest solange nicht wie ich mich erinnern kann. Einfach weil mir klar war, dass ich solchen Themen nicht kann. Wußte ich doch, dass ich nichts weiß.
Heute würde ich sagen “Ich glaube, dass ich nichts weiß”. Ich weiß ja nichts und kann ja gar nichts wissen … Findet ja alles nur im Kopf statt. Und wie soll ich wissen, ob es etwas gibt, dass wir Menschen ja selber erfunden haben?
Ein Teil meines Glaubens ist auch, dass es keine Wahrheit gibt. Weil auch die Wahrheit nur im Kopf statt findet. Und nicht nur, dass es in den Köpfen sehr chaotisch zu geht. Nein, der Kopf hat zwar viel Fantasie, aber für die Realität ist er wohl zu begrenzt. Wie sollen da Wahrheiten herauskommen – wenn wir eh alles nur selber erfunden und empfunden haben?
So meine ich heute zu wissen, dass alles was wir meinen zu wissen, nur ein Glaube ist, sozusagen eine Art von Religion. Und mir bleibt nur die Hoffnung, dass mir mein Glaube – an Aufklärung und Vernunft (die es ja wahrscheinlich auch nicht gibt, weil es ja auch nur unsere Erfindungen sind) – mir persönlich mehr hilft als der Glaube anderer. Besonders wenn diese mir (und uns) ihren Glauben immer wieder aufzwingen wollen – und mit Strafe drohen, wenn wir ihn nicht annehmen.
Die zweite Hoffnung ist, dass mein Glaube an Aufklärung, Ethik und Vernunft vielleicht ein klein weniger humaner und sozialer ist, als die Glaubensvarianten, die sich auf dieser Welt so tummeln.
Von der Illusion, dass Aufklärung und Vernunft und Ethik Wahrheit wäre, habe ich aber Abschied genommen.
RMD
P.S.
Das war jetzt so ein Text, wie er nur auf einsamen Zugfahrt entsteht, diesmal von München nach Stuttgart.
Roland Dürre
Tweets zum Twittern und Bloggen #165
Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:
130425 Vorsorge verhütet Nachsorge – auch beim Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit
130426 Vorteil geht vor Stärke – so ist es auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit
130427 Vorteil ist nicht allezeit Gewinn – auch beim Bloggen und Twittern! #Twitter #Bloggen #Weisheit
130428 Vorwitzig ist nicht witzig – gilt gerade fürs Bloggen und Twittern! #Twitter #Bloggen #Weisheit
130429 Wagen ist besser als wägen – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit
130430 Wahl macht Qual – auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit
130501 Wahrer Spott, schlimmer Spott – dran denken beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit
Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!
RMD
P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.
Roland DürreMittwoch, der 1. Mai 2013
Die Welt der Arbeit und die e-Mobile Welt
Bekenntnisse eins (Arbeits-)Junkies zum 1. Mai
Ich arbeite (fast) nur noch mobil. Mobil bedeutet ja ganz einfach nur von irgendwo und ohne Kabel. Kein Kabel zum Strom und keines zum Internet. Da heißt ich kann von (fast) überall arbeiten. Das hat Folgen …
Nach dem Aufwachen mache ich “home office”. Gerne noch im Bett. Habe ich dann die wichtigsten Dinge erledigt, radele ich ins Unternehmen. Die Radfahrt tut gut, da bin ich ganz alleine in frischer Luft. Kann nachdenken und mich auf die nächsten Themen vorbereiten.
Im Unternehmen bin ich mit meinem Hauptrechner nur bedingt mobil. Mit ihm arbeite ich meistens vom Schreibtisch aus. So etwas altmodisches wie diesen (und auch ein eigenes Zimmer) habe ich tatsächlich noch. Wird Zeit, dass ich das ändere.
In meinem Arbeitszimmer hängt der Rechner fast immer am Stromnetz. Die Verbindung zum Netz ist aber auch drahtlos. Denn ab und zu nehme ich ihn zu Besprechungen oder Präsentationen im Hause mit. Und warum dann noch ein zweites Kabel aus- und einstöpseln? Der Magnetstecker für den Strom geht ja problemlos hin und weg.
Unterwegs bin ich in unterschiedlichem Maße. Mal mehr, mal weniger. Wenn es weiter weg geht, fahre ich in der Regel mit dem Zug. Schleppe keinen mobilen Fünfsitzer mit mir herum, dafür ein ober mehrere “Mobile Büros”. In oder besser mit diesen kann ich arbeiten, schreiben, lesen. Oder auch entspannen. Ganz nach meiner Wahl.
Die Wartezeiten während der Reisen kann ich meistens sinnvoll nutzen. Wenn ich kein WLAN oder keinen “Hotspot” finde, dann nehme ich halt meinen alten Stick oder das “Handy”. Ist zwar unkomfortabel, aber geht zur Not auch.
In München habe ich mehrere “city office”. Die wechseln ab und zu und sind meistens ein Café oder Restaurant. Die müssen eine gute Atmosphäre haben, so dass man sich dort gut treffen und gut arbeiten kann. Der Café sollte in Ordnung sein und natürlich ist ein vorhandenes WLAN selbstredend die zwingende Voraussetzung.
Auch meine Freizeit versuche ich konsequent zu nutzen. Denn Freizeit ist doch auch nur eine Form von Arbeit (oder anders herum). Zum Beispiel relaxen. Da ist bewusstes “Nichtstun”angesagt. Schwimmen, Fußball oder Schach spielen. Auch sonst versuche ich möglichst, immer nur eines gleichzeitig zu tun. Theater anschauen, Musik hören, ein Buch lesen. Einen Film genießen. Vielleicht sogar mal Fernseh schauen. Aber das ist meistens zu langweilig und verkommt dann doch zur Berieselung.
In der Arbeit versuche ich übrigens auch zu einem Zeitpunkt immer nur eines zu machen. Nehme in der Regel das Handy (das ja jetzt ein smartphone ist) nicht in Besprechungen mit. Und wenn ich mit einem Menschen rede, schreibe ich nebenher keine E-Mails. Versuche mich immer auf das zu konzentrieren, was ich mache und das dann hoffentlich richtig zumachen.
Früher habe ich weniger gearbeitet. Und hatte trotzdem weniger Zeit. Mein Glück war, dass ich immer Zeit für besonders meine kleinen Kinder hatte. Die sind jetzt schon groß geworden. Bringt (in diesem Fall leider) auch wieder Mehrzeit.
Aber früher habe ich viel zu viel Zeit mit unsinnigen Dingen verbracht. Was bin ich im Auto gesessen? Oder hab stundenlang Fernsehen geschaut? Sowie viel zu viel Zeit mit dem Lesen von belanglosen Zeitungen verbracht. Schade drum. Aber es ist so wie es ist und es war so wie es war.
Trotzdem: Irgendwie ist das Leben schon besser geworden mit dem mobilen Zeug.
RMD
Roland DürreSonntag, der 28. April 2013
Evolution, Innovation und “dominante Logik”
Letzte Woche durfte ich an einer besonderen Konferenz teilnehmen: Es war die LEADERSHIP FOR INNOVATION, unterstützt von der Peter Pribilla-Stiftung. Das Thema war VISUALIZING THE INVISIBLE. Die Veranstaltung fand statt in München an der TUM beim IAS auf dem Campus Garching und zwar am 25 und 26. April 2013.
Dass es eine eher konventionelle Tagung war hat nicht gestört. Es gab einige sehr “innovative” Sessions. Als erstmals Teilnehmender habe ich sehr schnell gemerkt, dass es hier vor allem um das “sich treffen” ging – im Rahmen eines wichtigen Netzwerks und mit den richtigen Leuten.
Ganz logisch war so die Krönung der beiden Tage die Abendveranstaltung “Network Convention 2013″ am Freitag zu Ehren von Herrn Prof. Reichswald, der am 1. April seinen 70igsten Geburtstag feiern konnte. Und im wahrsten Sinne des Wortes ging es dabei im Seehaus im Englischen Garten um “Boundless Interaction”.
An diesen zwei Tagen habe ich mit manchen Menschen über hoch spannende Themen gesprochen. Auf mich kam so viel Neues zu, dass ich all das nach der Tagung erstmal verarbeiten musste. Nach der ersten Verdauung hier ein paar persönliche Gedanken dazu.
DOMINANTE LOGIK
Eines der wesentlichen Probleme unserer Art scheint es zu sein, dass wir unternehmerisch wie privat Herausforderungen immer mit “Dominanter Logik” zu lösen versuchen. Das “echte” Leben aber ist immer Teil der Evolution und die ist alles andere als “dominant logisch”. Innovation ist jetzt unser Versuch, die Evolution zu unseren Gunsten zu beeinflussen.
Das erscheint mir eine der zentralen Aufgaben des unternehmerischen Wirkens: Die Evolution, die jedes Unternehmen sowieso durchlebt, so zu beeinflussen, dass negative Folgen im Rahmen des evolutionären “älter werden” durch positive “innovative Veränderungen” zumindest ausgeglichen werden.
Und das geht nicht mit Ratio und Logik. Die Wirkungslosigkeit von dominanter Logik kann man wiederum nicht mit dominanter Logik begründen, sondern nur mit Erfahrung und Lebenswissen. Unternehmer müssen so im “Jetzt” leben und herausfinden, was gut und was schlecht fürs Unternehmen ist und dann hoffentlich mehr richtige als falsche Entscheidungen fällen.
Wenn man Entscheidungen mit dominanter Logik aus allgemeinen Regeln ableitet, wird man scheitern. Es kommt zu vielen falschen Entscheidungen, manche davon mit wesentlichen negativen Folgen. Das zeigt die Erfahrung. Um im innovativen Sinne mehr richtige Entscheidungen zu finden, müssen die Entscheidungskriterien auf Kultur und Werten basieren.
Beispiele für durchaus übliche (und nach meinem Verständnis schädliche) Wirtschafts-Regeln sind “Wachstum muss sein”, “Wir müssen in jedem Geschäftsfeld die Nummer eins weltweit sein” oder “Shareholder Value ist das ausschließliche Unternehmensziel”. Das sind unreflektierte Plattitüden, aber keine sinnvolle Quellen für Handlungsleitung.
Hier ein paar Beispiele für nützliche Kultur-Regeln: “Die goldene Regel“, “Menschen sind keine Ressourcen”, “Kreativität sucht angstfreie Räume”, “Gelingende Kommunikation braucht Augenhöhe”, “Wissen teilen schafft neues Wissen”, “Führung heißt Respekt haben”, “Achtsamkeit und Zivilcourage sind die Tugenden” ….
Die Anwendung solcher und ähnlicher Regeln wird für mehr richtige Entscheidungen sorgen im Sinne einer nachhaltigen, die Ressourcen schonenden und so innovativen Entwicklung eines Unternehmen, das letztendlich ja auch nur ein soziales System mit einem wirtschaftlichen Zweck ist.
Und Management, welches eine nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens wirklich will, muss seine Entscheidungen nach diesen Kultur-Regeln ausrichten. Das darf (und muss) dann auf Rationalität und gesunden Menschenverstand aufbauen. Denn auch Ethik hat viel mit Vernunft zu tun – sonst kann sie schnell zu falschen Dogmen führen. Der Evolution werden wir auch so nicht auskommen, aber vielleicht können wir diese so ein wenig durch Innovation zu unseren Gunsten beeinflussen.
Oft versuchen Unternehmensführer, aus Fehler zu lernen und das Gelernte auf die Zukunft zu übertragen. Auch da vermute ich, dass das nicht funktioniert, wenn es auf Basis von “dominante Logik” gemacht wird. Weil dominante Logik bei Menschen und ihren sozialen Systemen immer wieder versagt.
Oft bin ich versucht, diese Thesen mit “dominanter Logik” zu beweisen. Das kann natürlich nicht gelingen. Denn das Sensationelle an Evolution ist eben, dass sie eben nicht rational begründbar sondern zweckfrei ist – und so nichts mit “dominanter Logik” zu tun hat. Sie ist kein Überleben der Passendsten („Survival of the Fittest“) und wohl auch kein “Großer kollaborativer Prozeß“. Innovation ist immer abhängig vom Strom der Evolution. Nur wir Menschen maßen uns an, mit Ratio und Logik Evolution innovativ gestalten zu können. Brauchen dazu aber “Evolutionswissen”, das ebenl nicht in Spreadsheets abgebildet werden kann.
Ja – und dann gibt es noch diese für mich zentrale Eigenschaft:
OPEN
Ohne “OPEN” werden wir kein “Evolutionswissen” schaffen! Wir müssen unser Wissen und unsere Erfahrung teilen, und zwar mit ganz vielen anderen Menschen. Vorbehaltlos und auf Augenhöhe. Nur so können wir die positive Innovation als Veränderung der Evolution schaffen, um die Dinge in unseren Unternehmen wie auf dieser unserer einzigen Welt zu verbessern. Und das wird nie das Werk eines einzelnen Menschen sein, sondern von ganz vielen, die in oft unterschiedlichsten Rollen zusammen wirken.
Zu schnell wird die Evolution sonst uns Menschen von diesem Planeten runter fegen.
Das wäre zwar im kosmischen Maßstab kein großes Unglück, aber schad wär’s halt schon.
Allgemein würde ich sagen, dass man das Unsichtbare eben nicht sehen kann. Besonders nicht als Einzelwesen. Aber vielleicht kann man es gemeinsam Erahnen, sozusagen Erfühlen?
RMD
Roland DürreSamstag, der 27. April 2013
Die Reichen besteuern …
Vor ein paar Jahr(zehnt)en wurden ja die “gut verdienenden” ein wenig steuerlich entlastet. Ein wenig zu viel meinen zurzeit immer mehr. Vielleicht haben sie ja recht.
Und so gibt es eine Reihe von Initiativen und Parteien, die in ihre Programme hineinschreiben, dass die wohlhabenden und besser verdienenden Bürger (die in der BRD geblieben wie Uli Hoeneß und nicht ausgewandert sind wie unser Kaiser Beckenbauer, der Müller von der Milch oder der Schumi) mehr belastet werden müssen.
Die Grünen und die SPD wollen den Spitzensteuersatz erhöhen und so die BRD vor dem Kapitalismus retten. Ich meine, auch mit solchen Dingen müssen wir leben.
Aber ein immer wieder gemachter Fehler sollte vermieden werden: Wenn man Zahlen festlegt, ab denen Einkommen höher und/oder Vermögen besonders besteuert werden, dann sollte man diese Zahlen nicht fix sondern von vorne herein flexibel machen. Indem man diese z.B. automatisch an die Geldentwertung hängt.
Sonst hat man das Problem wahrscheinlich nur zu schnell wieder. Die “offizielle” Inflation erscheint harmlos zu sein, aber das Geld verliert mehr als rasant den Wert. Das kann mit vielen Beispielen trivial belegt werden. Und schwuppdiwupp muss man die Steuersystematik wieder ändern, weil ganz plötzlich dann auch die “Normalverdiener” in eine nicht mehr zumutbare Steuersituation hinein gerutscht sind.
RMD





