Roland Dürre
Mittwoch, der 7. Juni 2017

Einfach mal ein paar Fragen.

Roland mit Schultüte

Wie ich jung war, hatte ich nur wenig Fragen.

Und war oft traurig.

Die Fragen sind mehr geworden.

Antworten wird schwieriger.

Je älter ich werde, desto mehr bekomme ich Gefallen und Freude am Leben.

Und suche nicht mehr nach Antworten.

Weil ich immer weniger verstehe.

Die Fragen aber bleiben …

  • Warum hassen wir? Wissen wir doch, dass der Hass den Hassenden zerfrisst, der Gehasste jedoch wunderbar mit dem Hass leben kann?
  • Warum sind wir gierig aber nicht zufrieden? Wissen wir doch, dass die Gier uns unglücklich, die Zufriedenheit aber glücklich macht.
  • Warum machen so viele Menschen genau das, was sie nicht machen wollen?
  • Warum können Lobbyisten und Marketing-Manager die Menschen so leicht manipulieren?
  • Warum lassen wir uns so gerne fremd steuern?
  • Warum handeln wir gegen unseren Körper, unseren Verstand und unser Herz?
  • Warum handeln wir nicht nach dem Prinzip “Erst geben, dann nehmen” sondern nach “Auge um Auge, Zahn um Zahn”?
  • Warum darf uns Arbeit nicht Spaß machen”?
  • Warum schreien wir nach einer Ordnung, die uns unterdrückt?
  • Warum glauben wir, dass wir selber mit Regelverzicht verantwortungsvoll umgehen könnten, nur die anderen leider nicht?
  • Warum sind wir bereit für ein wenig Sicherheit viel Freiheit aufzugeben?
  • Warum sind wir nicht bereit, im Jetzt zu leben und zerstören das Jetzt durch das Denken ans übermorgen?
  • Warum genießen wir nicht unser Glück und zerstören es durch die Furcht vor kommendes Unglück?
  • Warum machen wir Pläne für Fälle, die eh nicht eintreten werden.
  • Warum haben wir Ängste, von der wir wissen, dass sie doch nur in unserem Kopf stattfinden.
  • Warum zerstören wir Körper von Menschen, die unsere eigenen sein könnten?
  • Warum machen wir sogar unsere Kinder kleiner als sie sind wohl wissend dass wir selber nicht klein gemacht werden wollen?
  • Warum kaufen wir Joghurtbecher, obwohl wir wissen, dass Plastik die Welt zerstört?
  • Warum fahren wir Auto, wohl wissend, dass Autofahren uns träge macht?
  • Warum sind wir nicht in der Lage als schlecht erkannte Gewohnheiten aufzugeben?
  • Warum rechtfertigen wir Falsches gegen eigenes besseres Wissen?
  • Warum machen wir Krieg, obwohl wir wissen dass Kriege in der Regel keine Lösung sind?
  • Warum führen wir Krieg in anderen Ländern, obwohl Krieg bei uns zum Undenkbaren geworden ist?
  • Warum machen wir Terrorismus groß, obwohl wir ihn verabscheuen?
  • Warum ruinieren wir unseren Planeten, obwohl wir nur einen haben?
  • Warum geben wir unserem Körper nicht das, was er braucht: Genug Schlaf und Bewegung, gesunde Ernährung?
  • Warum haben wir Angst, unseren Körper lustvoll erleben?
  • Warum aasen wir mit Zeit, obwohl wir wissen, dass Zeit ein Gut ist, dass nie mehr wiederkommt?
  • Warum denken wir nicht, obwohl wir ein Gehirn haben?
  • Warum halten wir uns für die Krone der Schöpfung?
  • Warum halten wir unsere Gewissheiten und unsere Überzeugungen für Wahrheiten?
  • Warum machen wir aus Naturwelt eine Kulturwelt, ersetzen Naturrauschen wie das Tosen des Meeres durch das Kulturrauschen der lauten Mega-City?
  • Warum glauben wir an Wachstum als Lösung obwohl wir wissen, dass “weniger mehr ist”?
  • Warum erwarten wir, dass man uns in unserer Not hilft, helfen aber anderen nicht wenn sie in Not sind?
  • Warum vergiften wir ohne Not die Luft, die wir täglich atmen wollen?
  • Warum sehnen wir uns nach Geborgenheit und lieben die Einsamkeit?
  • Was ist soziales Miteinander?
  • Was ist Liebe?
  • Wie lösen wir den Spagat zwischen “individuell und kollektiv”?

Wahrscheinlich sind es viel zu viele Fragen.

Wenn ich aber noch mal 20 Minuten mehr nachdenke, dann finde ich noch mehr solche Fragen.

Beantworten kann ich sie immer noch nicht.

Jetzt würde mich aber interessieren, welche Fragen Ihr so habt? Und welche meiner Fragen Euch auch wichtig sind?

Oder habt Ihr gar Antworten!?

Danke!

RMD

Hans Bonfigt
Montag, der 15. Mai 2017

Kick it Out …

Das war ein klasse Hardrocktitel der Gruppe ‚Heart‘ in den frühen 80ern.

Und ja: Manche stecken „den Tiger in den Tank“, ich aber lasse gern die Sau heraus. Die Schuld daran trägt mein alter Deutschlehrer Willi Tröster.   Donnerstagmorgens hatten wir in der Mittelstufe immer eine Doppelstunde Deutsch, am Mittwochabend war Willi Tröster mit Kollegen saufen kegeln und daher nicht immer in bester Laune.  Als irgendjemand an einem solchen Donnerstagmorgen das Wort „Reichskristallnacht“ gebrauchte, platzte ihm der Kragen und er polterte los, „Wer mich jetzt nochmal mit so einer apologetischen Scheiße zumüllt, dem hau‘ ich auf sein dummes Maul“.  Und, vielleicht erschrocken über den eigenen Ausbruch, erläuterte er uns:  „Seine Sprache offenbart den Menschen.  Wer Denunziation, Mord, Folter, Raub und Vergewaltigung mit einem Kristallglas assoziiert, das womöglich Schaden genommen hat, der beabsichtigt damit ganz offensichtlich etwas“.  Willi Tröster, großer Verehrer der klaren, konzisen Sprache von Brecht, hielt uns einen Vortrag darüber, daß Sprache wahr und klar sein müsse.

Für mich persönlich war dies eine der wichtigsten Schulstunden meines Lebens, mir wurde schlagartig klar, wie wichtig eine angemessene Sprache ist und wie gefährlich weichgespültes Wischiwaschi.

Ein Mensch mit dauerhaften körperlichen Gebrechen hieß früher „Krüppel“.  Irgendwann war dies einer Gruppe unterbezahlter, unausgelasteter akadementen Bedenkenträger zu direkt und aus dem Krüppel wurde plötzlich ein „Behinderter“.  So ein blühender Blödsinn!  Behindert ist man, wenn man sich den Fuß verstaucht hat.  Keine zehn Jahre später formte sich, vielleicht auf Schulhöfen, die abfällig konnotierte Phrase, „Du bist ja behindert“.   Und schnell mußte eine neue Begrifflichkeit her, die Briten müssen jetzt „Special Friends“ sagen und die grünen Sprachpanscher wollten schon den „Menschen mit speziellen Eigenschaften“ festgeschrieben wissen.

Ich finde, man tut einem Krüppel keinen Gefallen damit, daß man sein körperliches Handicap zu vertuschen sucht.  Ganz im Gegenteil, dies ist eine subtile, aber umso infamere Verhöhnung von Menschen, die weiß der Himmel schon genug Probleme meistern müssen.

Die ‚Porta Nigra‘ in Trier kennt jeder, lateinisch bedeutet dies „schwarzes Tor“.  Ein dunkelhäutiger Mensch wird seit Jahrzehnten als „Neger“ bezeichnet, abgeleitet von ’niger, nigra, nigrum‘, „dunkel, schwarz“.     Ende der Neunziger formierte sich eine selbsternannte „Sprachpolizei“, die, von jeder Sachkenntnis ungetrübt, hinter jeder Autobahn Redewendung einen bösen „Hintergedanken“ vermutete.  „Neger“ und das diffamierende amerikanische „Nigger“ sind aber auch zu ähnlich!

Und so wurde derjenige, der einen Neger „Neger“ nannte, zum Faschisten und vor allen Dingen zum „Rassisten“.   Es weiß zwar bis heute niemand, was „Rassismus“ sein soll, aber wenn ein Begriff von so vielen Dummschwallern immer wieder reflexhaft benutzt wird, daß Dr. Pawlow seine Freude hätte, muß doch wohl etwas dran sein.   Und so drehte sie auf, die Begiffsspirale:  Erst waren es „Massivpigmentierte“, dann „Afrodeutsche“, jetzt sind es „Sonnenverwöhnte“.  Die nicht ganz so Abgedrehten postulierten „Schwarzafrikaner“, als ob es nur in Afrika Neger gäbe.

Ich warte ja darauf, daß der Karneval verboten wird, denn im Bayerischen heißt es ja „Fasching“ und mit Faschismus will man ja nix zu tun haben!  Und überhaupt:  Karneval, „Fleisch, lebe wohl“, das ist ja wohl eine klare Diskriminierung der Veganer*Innen.

Man könnte das jetzt alles als nervigen Mist abtun, aber insbesondere die zwar inflationär gebrauchte, aber dennoch ungeheuerliche Unterstellung eines „Rassismus“ bereitet mir Sorge:  Denn auch hier hat Willi Tröster recht, „seine Sprache offenbart den Menschen“.   Jeder Mensch mit minimaler Schulbildung weiß:  Biologisch unterscheiden sich ein Indianer, ein Chinese, ein Neger oder ein Eskimo so gut wie gar nicht.   Sehen wir uns Hunde an:  Ein Zwergpudel gehört zur Rasse „Hund“ genauso wie ein ausgewachsener Rhodesian Ridgeback.   Von unterschiedlichen „Menschenrassen“ zu schwafeln ist daher schlichtweg blödsinnig.   Im übrigen glaube ich nicht einmal, daß ein Adolf Eichmann oder ein Reinhard Heydrich ernsthaft an „Rassenunterschiede“ geglaubt haben — das war eher der kranke Wahn von Heinrich Himmler, ideologisch verbrämt von Alfred Rosenberg.

Wenn jemand heute von „Rassismus“ spricht, dann allerdings erkennt er implizit die Existenz von „Menschenrassen“ an und bestätigt unmittelbar Himmlers kranken Typisierungswahn.  Und wo es unterschiedliche „Rassen“ gibt, da gibt es, mit allen furchtbaren Konsequenzen, auch unterschiedliche „Wertigkeiten“.   Heinrich Himmler jedenfalls wäre überglücklich, wenn er wüßte, wie dankbar die „Grünen“ seine krude, kranke Rechtfertigung für die Massenvernichtung „unwerten Lebens“ aufgesogen haben.  Und nicht nur aufgesogen:  Sie besudeln jeden Mitmenschen, dessen Meinung ihnen nicht paßt, mit dieser schmierigen braunen Scheiße.  Schlecht ist, wer Schlechtes denkt.

Geht es auch ein bißchen kleiner ?

Derjenige, der nicht ständig seine Sprache mit Wischwaschi-Ausdrücken kompromittiert, ist ein gefühlloser, unsozialer Hund   —  aber wenn jemand einen „Negerkuß“ kauft, dann darf man diesen in die Nähe einer Massenvernichtung bringen ?

Glücklicherweise haben wir hier nicht nur erbärmliche „Comedians“ der Marke Böhmermann, sondern auch Kabarettisten wie Dieter Nuhr.   Der wurde in Osnabrück von einem Moslem-Spinner verklagt, weil er herausgearbeitet hatte, „Im Islam ist die Frau zwar frei, aber in erster Linie frei davon, alles entscheiden zu müssen“.  Wegen „Beleidigung einer Religionsgemeinschft“.  Skandal eins ist für mich, daß es überhaupt zur Eröffnung eines Verfahrens kam.  Skandal zwei aber ist das widerlich-devote Geschleime eines Springer-Söldners in der „Welt“:  „Pauschale Diffamierungen anstelle von Differenzierungen schaffen nur neue Schreckensbilder, die dem mehrheitlich liberalen europäischen Islam das Wasser abzugraben versuchen.“   So einem devoten Arschkriecher wünsche ich mindestens sieben Jahre in dem Spezialknast, in dem schon der Kollege „Dennis Yüksel“ einsitzt.

Mit der gleichen Vehemenz, mit der die multikulturelle Sprach-GeStaPo neue und alte Täter sucht, werden ausgerechnet diejenigen verteidigt und entschuldigt, die unsere Demokratie ablehnen, elementare Grundrechte mit Füßen treten und ihren Mitmenschen Schaden zufügen.

Dabei erlaubt sich die gleichgeschaltete „Lügenpresse“ ungeheuerliche Widerwärtigkeiten:   Der Schriftsteller Akif Pirincci höhnte öffentlich und unzweideutig in Richtung der „politischen Klasse“, daß man in diesen Zeiten sein Volk nicht mundtot machen könne, denn, Konzentrationslager stünden den Politikern, leider, leider, nicht mehr zur Verfügung.   Was wird berichtet, in wirklich fast allen Medien ?   „Pirincci fordert Konzentrationslager für Flüchtlinge“.   Läßliche Sünde, möchte man annehmen, denn wie üblich hat es einer fabuliert und alle anderen schrieben ab.

Aber bei einer solch‘ ungeheuerlichen Unterstellung:   Darf man da nicht ein Minimum an Recherche erwarten?   Und welche Schlußfolgerungen muß man zwangsläufig ziehen, wenn diese Recherche unterbleibt?   Etwa die, daß, wie in der „Welt“ und im „Völkischen Beobachter“, nur noch Hetze betrieben werden soll mit einem klaren politischen Ziel?

Wer grob fahrlässig die Existenz eines Autors ruiniert, der ist, ganz nebenbei, nicht mehr gar so weit davon entfernt, einen Menschen in ein Konzentrationslager zu sperren.  Autorenschelte hat ja wieder Tradition:   Herr Yüksel wünschte Herrn Sarazzin, daß der nächste Herzinfarkt sein Werk gründlicher verrichten möge – natürlich öffentlich in der „taz“, der es nicht zu peinlich ist, einen Springer-Lohnschreiber zu veröffentlichen.

Von einer derart heruntergekommenen „journalistischen Klasse“, aber auch nicht von den Abteilungen „Betreutes Denken“ aller möglichen Organisationen und Unorganisationen will ich mir nicht vorschreiben lassen, was ich zu denken und zu sprechen habe.  Und da geht es mir wohl nicht allein so:   Wer keinen Zusammenhang sieht zwischen „Trump“-Wahl und „Brexit“, dem ist nicht mehr zu helfen.  Es wollen sich einfach immer mehr Menschen nicht mehr auf der Nase heruntanzen und mit Lügen verhöhnen lassen.

Was auch den erfreulich überraschenden Ausgang der NRW-Wahl erklärt:

Gestelzte „Analysten“ mühen sich wieder verkrampft ab, auch die absurdesten „Ursachen“ für den erdrutschartigen Verlust der SPD zu finden.  Momentan ist es das Versagen der SPD bei der Herstellung „sozialer Gerechtigkeit“.  Was für ein blühender Blödsinn !   Denn die SED, die mit diesem Unwort zumindest in der DDR nicht ganz erfolglos ist, ist gottseidank ‚rausgeflogen aus dem Landtag.

Die Wahrheit liegt auch hier wieder in der Klarheit!  Wenn der Rattenfänger aus Würselen klare Worte gefunden hätte in Bezug auf Asylmißbrauch, demokratiefreie Zonen in Duisburg und Mißbrauch von EU-Regularien, dann hätten sich vielleicht ein paar Wähler gefunden.  Stattdessen plätschert es, „Die Flüchtlinge bringen uns etwas, das viel wertvoller ist als Gold:  Den Glauben an Europa“.  Das gleiche „Europa“ wohlgemerkt, das es nicht geschafft hat, auch nur die unsäglich alberne, teure und überflüssige Sommerzeit abzuschaffen.

 

Ich vermisse wirklich in diesen Zeiten der gleichgeschalteten, politisch korrekten Larmoyanz solche Menschen wie Bischof Dyba und Franz-Josef Strauß.  Denn die teilten, ebenso wie Helmut Schmidt, die Lebensmaxime von Ludwig Boltzmann:  „Denk‘, was klar ist, sag‘, was wahr ist und verfecht’s, bis es mit Dir gar ist“.   Dabei kommt es überhaupt nicht darauf an, ob man recht hat oder nicht.   Es kommt aber darauf an, daß man seinen Standpunkt vortragen darf.

Und deswegen, Roland, fühle ich mich manchmal verpflichtet, ein paar klare Worte und Wörter zu benutzen.

 

Denn, Roland:  Glauben Sie, daß man heute noch einen Film wie „Das Leben des Brian“ von Monty Python produzieren könnte und würde ?

-hb

Anmerkung des Gastgebers von IF-Blog.de (mir – RMD):
In meinem Kommentar zum letzten Artikel Entartete Kunst von Hans Bonfigt habe ich auf dessen „besondere Sprache“ hingewiesen. Und erwähnt, dass diese doch eine Reihe von Lesern „irritiert“, er- oder sogar abschreckt. Dieser Artikel ist seine Antwort auf diesen Hinweis und wie ich meine eine spannende Erklärung.

Roland Dürre
Sonntag, der 14. Mai 2017

ICH.

About Me

Das ist ein Artikel in eigener Sache. Ich benutze ihn als Link, um mich bei Menschen vorzustellen, die ich neu kennen lerne. Will hier also kurz erklären, was ich so mache und wer ich so sein könnte. Zusätzlich zu den trivialen und schönen Tatsachen, dass ich eine große Familie und viele Freunde habe und versuche mein Leben bewusst zu führen und zu geniessen.


Gestern:

Ich bin ein Ex-Programmierer, der irgendwann mal seine Programmierschuhe an den Haken gehängt hat und leidlich erfolgreicher Unternehmer in der IT-Branche wurde.

Heute:

Ich bin frei und finanziell unabhängig. Ich versuche niemanden mehr zu dienen. Und meine Zeit sinnvoll für mich und andere zu nutzen; eben zu leben.

So versuche ich Erfahrung und Wissen zu teilen und dabei möglichst viel zu lernen. Meine wichtigsten Güter sind mein Körper und die Zeit. So verbringe ich dieselbige möglichst nur mit Menschen, die ich besonders wertschätze und mag. So wie ich auch nur „Projekte“ angehe, an die ich glaube und die mir Freude und Spaß machen.

Heute Mittag in der Waldwirtschaft in Großhesselohe. So mit Trump-Käppi.

Als „lernender Mentor auf Augenhöhe“ versuche ich – vor allem aber nicht nur – jungen Menschen zu helfen, ein wenig glücklicher und erfolgreicher zu werden. Das besonders gerne, wenn es um Unternehmer und Unternehmen (besonders gerne Start-Ups) geht. Meine Methode ist „zuhören und dumme Fragen stellen“. Mit kleinen Gruppen veranstalte ich ab und zu „dialektische Workshops“ (so etwas wie Fahnenbildung etc.). Das meiste mache ich in der Regel ohne Entgelt. Geld verlange ich bei besonderen Aktionen, wie z.B. wenn ich jemand helfe seine Firma zu verkaufen.

Ich habe mir gewisse Regeln gegeben wie z.B. keine Meetings mehr länger als 60 Minuten (maximale Ausnahme sind 90 Minuten bei sehr schweren Fällen) zu machen. Termine vereinbare ich wenn irgendwie möglich nur kurzfristig und bei Bedarf.

Insgesamt versuche ich, das Leitbild „agile, lean und open“ zu leben. So ein wenig auch im Sinne des agile manifesto, das man nicht nur auf die Entwicklung von Software anwenden sollte.

Morgen:

Mir würde gefallen, die letzten Jahre meines Lebens Aktivist für FRIEDEN und SANFTE MOBILITÄT zu sein.


🙂 So weit so gut. Mit den besten Empfehlungen!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 19. April 2017

Auszeit.

Auch vom Fahrrad. Auch vom Internet. Aber nicht nur.

Keine Angst – es ist noch nicht „ZEIT AUS“. Ab Morgen (Donnerstag, den 20. April) bin ich weg. Aber nicht auf der Insel. Sondern nur auf der Halbinsel.

Ich probiere etwas Neues, das ich noch nie gemacht habe und mir früher eher nicht so hätte vorstellen können: Wir wollen den Peloponnes zu Fuß durchqueren. Nur mit einem Rucksack auf dem Rücken. Der gar nicht so schwer ist und der trotzdem alles enthält, was wir brauchen. So wollen wir mehr als 250 km auf einfachen Wegen vom Norden nach Süden durch die Berglandschaft wandern. Und jeden Abend in einer schönen Taverne das Leben genießen. Ihr wisst schon – mit Tzatziki und Retsina.

Hier einer der Gründe für den Sinneswandel. Autofahren war auch für mich mal eine selbstverständliche Art der Fortbewegung. Das habe ich mir komplett abgewöhnt. Jetzt bin ich mit dem Fahrrad so verwachsen, dass ich sogar für kürzeste Strecken das Rad nehme. Es ist halt die Macht der Gewohnheit. Das finde ich gar nicht so gut.

Ich vermisse das Gehen und Laufen, dies besonders seitdem ich nicht mehr Fußball spiele. Also „Runter vom Fahrrad und wieder mehr auf die Füße!“ (Folge 2). Sozusagen als Fortsetzung meines alten Mobilitäts-Programm „Raus aus dem Auto und rauf auf’s Fahrrad!“ (Folge 1). Das möchte ich im Alltag wie auch auf unseren Reisen in Angriff nehmen.

So machen wir diesmal nicht Rad- sondern Wanderurlaub. Als Premiere wollen wir als Rucksack-Nomaden das Teilstück des Fernwanderweg E4 von Diakopto nach Gythio bezwingen. Vom 21. April bis zum 1. Mai haben wir uns dafür Zeit genommen. Am Dienstag, den 2. Mai geht es wieder von Athen nach München.

Anreise und Abreise planen wir mit Lufthansa. Vom Flughafen in Athen geht es dann gleich weiter im Zug nach Korinth und mit dem Bus weiter nach Diakopto. Dort wartet ein uns schon bekanntes Hotel auf uns und am Morgen des 21. Aprils soll es dann los gehen. Vom Ziel Gythio geht es dann am 1. Mai mit griechischen Linienbussen zurück nach Athen.

Die Talstation in Diakofto

Wahrscheinlich werden wir mit dem Wandern erst in Kalavryta starten. Auf der ersten Etappe von Diakopto nach Kalavryta (auf griechisch Οδοντωτός σιδηρόδρομος Διακοπτού – Καλαβρύτων) gibt es nämlich eine 22 km lange Schmalspurbahnstrecke, die zum Teil mit Zahnradbetrieb fährt. So sparen wir uns den Anstieg und lassen uns von der Bahn schon mal von Null auf 740 m Höhe bringen.

Kalavryta ist übrigens ein legendärer Ort. Er wird mit dem Beginn der Griechischen Revolution (1821) verbunden. Der Ort hat eine für mich sehr traurige Berühmtheit erlangt. Die 117. Jäger-Division der deutschen Wehrmacht hat dort im Dezember 1943 schnell mal Kalavryta und 25 Dörfer dem Boden gleich gemacht und mehr als 700 Menschen massakriert – einem Befehl zur „schärfsten Form der Sühnemaßnahmen“ folgend. Diesen Ort werden wir kurz besuchen, der Geschichte gedenken und uns dann auf den Weg durch den Peloponnes machen.

Damit der Rucksack leicht bleibt habe ich das Gepäck total optimiert oder besser gesagt minimiert. So werde ich im Gegensatz zu meinen Fahrradreisen auch ohne Laptop unterwegs sein. Dies erstmals seit vielen Jahren. So wird es viel Internet-Abstinenz (EU-Roaming gibt es ja auch noch nicht) und in den nächsten zwei Wochen zumindest aus meiner Feder keine neuen IF-Blog-Artikel geben.

Ich freue mich natürlich trotzdem, wenn Ihr in den IF-Blog.de reinschaut. Meine Empfehlung: Einfach mal IF-Blog zufällig lesen. Zum Beispiel im Suchfeld einen „Begriff“ eingeben und schauen, was da so alles an Artikeln raus kommt.

🙂 Immerhin enthält IF-Blog.de bis heute 3.118 Artikel, davon mehr als 2.400 von mir. Dies zu allen möglichen und unmöglichen Themen. Da sollte für jeden etwas dabei sein.

Und wenn Euch ein Artikel gefällt, dann dürft Ihr diesen gerne teilen – auf Twitter, Facebook, Google+ oder wo auch immer. Das wäre schön und freut den Wanderer ganz sehr. Und als Dankeschön denkt er auf dem Peloponnes ganz oft an Euch. Und vielleicht gibt es dann auch wieder einen Bericht.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 18. Februar 2017

Abschied von einem guten Freund.

Nachruf auf Werner Lorbeer.

Am 25. April 2016 ist mein Freund Werner Lorbeer gestorben. Von seinem Tod habe ich leider erst nach der Trauerfeier am 2. Mai erfahren, so dass ich nicht dabei sein konnte. Das schmerzt mich immer noch. Ich werde Werner nie vergessen.

Seit fast einem Jahr habe ich versucht, mich auch in IF-Blog von Werner zu verabschieden. Ich habe es nicht geschafft. Meine Erinnerung an Werner ist immer noch ganz frisch.

In den letzten Jahren vor seinem Tod haben Werner, Josef und ich uns alle paar Monate in München getroffen. Da haben wir über „Gott und die Welt“ geredet. Aber vor allem über die Zukunft. Und was wir zu einem guten Ausgang wohl beisteuern könnten. Wir waren nicht mehr so jung aber immer noch voller Pläne und Ideen, es waren immer schöne Treffen in großer Gemeinsamkeit.

Werner (in der Mitte) mit mir und Josef beim Frühschoppen im Weißbräu im Tal (2012) – aufgenommen von einer der netten Bedienungen dort.

Werner war ein sehr lebensfroher Mensch, der viel Verantwortung übernommen hat. Er war viele Jahre krank, hat seiner Krankheit getrotzt und sich für vieles eingesetzt. Und auch regelmäßig für IF-Blog geschrieben. Das war ein großes Glück für mich. Hier findet Ihr alle seine Artikel.


Werner Lorbeer war wie ich Schüler am Jakob Fugger Gymnasium. Bald nach meinem Übertritt im Jahre 1960 ins Gymnasium habe mich mich für die Schachmannschaft der Schule gemeldet und ihn dort kennen gelernt. Er war ein wenig älter als ich und für acht Jahre in der Schule wie im Schach eine Klasse höher als ich.

Schon am Gymnasium spielte er eine wichtige Rolle und wurde so auch bald zum „Schulsprecher“, bei Lehrern und Schülern gleichermaßen beliebt und von allen unterstützt. In späteren Jahren haben wir auch in der „Brücke“, der Schülerzeitung des Jakob-Fugger, mit weiteren Freunden einiges angestellt.

Ich habe ihn damals – und das ist immer so geblieben – als wahrhaftig sympathische Persönlichkeit wahr genommen. Er war eine Lichtfigur, die in ganz besonderer Art und Weise immer vorbildlich und erstaunlich weise gehandelt hat. Sein Wertesystem, das mir immer sehr nahe war, hat er konsequent gelebt. Kurz: er war ein enorm kluger Kopf voller Empathie und verfügte über eine so große menschliche Ausstrahlung.

Ich habe erlebt, wir er seine Mitmenschen immer in einer vorbildlichen Art respektiert und wertgeschätzt hat. Für mich war er ein ruhender Pol, der immer viel Nachsicht für unsere Fehler hatte. Dies ganz im Gegensatz zu mir, ich habe mich selber als Hitzkopf empfunden, der vieles falsch gemacht hat.

Werner hat mir geholfen, meine Verzweiflung die ich in jungen Jahren nur zu oft hatte, zu überwinden. Ich glaube, dass er auch mein Freund war. Meine Beziehung zu ihm war auf jeden Fall voller Freundschaft, Liebe und Wärme. Ich habe Grund zu vermuten, dass die Beziehung symmetrisch war. Darüber bin ich sehr froh.

So habe ich das Bedürfnis, hier ein paar Gedanken zu Werner und unserer Freundschaft zu formulieren. Ich weiß nämlich nicht, was Freundschaft und Liebe so wirklich sind. Ab und zu meine ich es zu fühlen, aber verstehen kann ich es nicht. Wie ich auch nicht weiß, was so wirklich „der Sinn des Lebens“ ist? In unserer Jugend haben Werner und ich häufig über solche und ähnliche Fragen diskutiert. Ich hatte immer das Gefühl, dass Werner die Fragen verstanden hätte, an denen ich zu zerbrechen drohte. Seine Hilfe war für mich essentiell.

Eine Freundin hat mir mal geschrieben:
Ich definiere Freundschaft als etwas, was ein Mensch auf diesem Planeten mit seinen biologischen Randbedingungen (Schlafen, Tag-Nacht, Biorhythmus, Winter, Sommer, geistige Kapazität, …) nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung haben kann für zwanzigtausend Menschen (bei von mir gewünschter Intensität). Nicht mal für eintausend. 

Das ist für mich eine schöne Metapher für Freundschaft. Ich meine auch, dass man im Leben nicht beliebig viele Freunde haben kann. Und Freundschaft etwas Seltenes ist. Eine Antwort ist das für mich aber auch nicht. Liebe ist ja wohl etwas anderes als Freundschaft. Vielleicht gehört aber beides eng zusammen?

Metaphern wie „bereit sein für jemanden zu sterben“ oder ähnliches machen mich eher skeptisch. Auch „Seelengleichheit“ oder „große Sympathie mit hoher Übereinstimmung bei Werten, Erwartungen, Interessen und Bedürfnissen“ bringt mich nicht so richtig weiter. „Blindes Verständnis über Zeit und Raum“ erscheint mir auch nur eine schöne Metapher. Von Rupert Lay habe ich wie von Werner vieles mir sehr Wichtiges gelernt. Rupert hat uns mal gesagt:

Toleranz ist, wenn man das „Anders Sein des Andern“ akzeptiert. Liebe jedoch bedeutet, das „Anders Sein des Andern“ zu wollen!

Diese Metapher finde ich großartig. Sie dürfte auch für Freundschaft gelten. Ihr folgend wäre Werner für mich ein absoluter Freund gewesen, weil ich sein „Anders Sein“ nicht nur für ihn sondern auch für mich wollte.

🙂 So bin ich weiter auf der Suche nach der Bedeutung von Freundschaft und Liebe und weiß immer noch nicht was das wirklich ist; die Philosophen helfen mir da auch nicht weiter 🙁

Und bin und bleibe traurig, dass mein Freund Werner von uns gegangen ist.

Hier noch zwei kurze Beiträge zum Leben von Werner aus der Augsburger Allgemeine und ein Bericht von „Pro Augsburg“ anlässlich seines Todes.  Für das Wohl unser beider Heimatstadt hat er sich immer intensiv und erfolgreich engagiert. Und manches bewirkt, über dass sich die Augsburger heute richtig freuen.

RMD

P.S.
Von Werners Krankheit habe ich schon viele Jahre gewusst. Als ich davon erfahren habe, war ich sehr niedergeschlagen und habe in IF-Blog über meinen Schmerz in einem sehr persönlichen Post geschrieben.

Hans Bonfigt
Freitag, der 17. Februar 2017

Etwas außerhalb der Legalität

Dieser Artikel ist entstanden aus einer Diskussion mit dem geistigen Vater dieses Blogs, des Inhaltes, was man schreiben dürfe und was nicht, wie man Toleranz pflegen sollte und daß es auch mehr Gutes geben müsse im iF-Blog. Eine üble Grippe kuriere ich augenblicklich in einer Art realitätsentrückten Tagtraums aus, in den „dunklen“ Momenten kommt mir das bekannte Keuner-Gedicht mit den „Maßnahmen gegen die Gewalt“ in den Sinn. In den „hellen“ Momenten eine Geschichte aus meiner Schulzeit, welche ich als 16jähriger erlebt habe.

Als Junge nimmt man manche Dinge sehr ernst und ich war stolz auf unser Grundgesetz und darauf, daß sich die wesentlichen Menschenrechte an ganz prominenter Stelle dieses Grundgesetzes befanden. Ich habe an das Gute im Menschen geglaubt. Ich habe auch geglaubt, daß dieses Grundgesetz nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Mitbürgern wichtig wäre. Politisch hielt ich mich eher zurück, privat beschäftigte ich mich mit Elektrotechnik und Beethoven. Die Rezeption diverser Sonaten fand ich viel interessanter als irgendwelche Befreiungsfronten in Zinbabwe und was sonst noch so los war während dieser Zeit.

Nun begab es sich aber, daß der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt in einer Trauerrede mitteilte, mit dem Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback sei nicht nur dessen Person, sondern unser ganzes Rechtssystem angegriffen worden. Und wir, die Schüler, sollten jetzt in einem Gesinnungsaufsatz darlegen, was Schmidt damit gemeint haben könnte.

Es waren nur wenige Monate vergangen, daß sich Buback dahingehend über die „Terroristen“ geäußert hatte, daß diese sich dadurch, daß sie die Rechtsordnung angreifen würden, des Schutzes durch eben diese Rechtsordnung in Form eines rechtsstaatlichen Prozesses begeben würden, „da sage ich ganz klar nein“. Eines der höchsten Organe staatlicher Rechtspflege also stellte Angeklagte außerhalb unserer Rechtsordnung. Das hatte mich seinerzeit sehr verstört. Daß Strauß ab und zu einmal über die Stränge schlug, war ja bekannt, aber ein Generalbundesanwalt?

Der geneigte Leser mag einem 16jährigen Buben die schlimmen Gedanken verzeihen, aber ich schrieb sinngemäß ins Schulheft,

  • Fall 1:  Buback hat recht und die „Terroristen“ stehen außerhalb unserer Rechtsordnung, dann können sie aber nicht nach dieser verurteilt werden – nonnulla poena sine lege.
  • Fall 2: Buback hat nicht recht. Dann aber sind es nicht die „Terroristen“, die unsere Rechtsordnung angreifen, sondern es ist der Generalbundesanwalt. Und gegen solche Menschen darf jeder vorgehen, wenn andere Mittel nicht gegeben sind:  Aus Artikel 20 GG wäre die Beseitigung Bubacks legitimiert.

In der Zusammenfassung entschied ich mich für die zweite Variante und faßte zusammen, durch die Beseitigung Bubacks sei unser Rechtssystem wohl eher geläutert denn geschwächt worden – er sei als alter Nazi ohnehin eine Fehlbesetzung gewesen.

Tja, ich dachte mir noch, „wenn Du das jetzt abgibst, gibt es Ärger“. Aber irgendwie überwog das jugendliche Interesse daran, herauszufinden, wie weit man zu weit gehen kann.

Schon am nächsten Tag wurde ich aus der Klasse geholt und für den Rest der Woche suspendiert und mein armer Vater, zu allem Überfluß im CDU-Ortsverband tätig, durfte zum Direktor, einem unangenehmen SPD-Bonzen.  Dieser forderte, daß ich mich vor der gesamten Klasse entschuldigen müsse. Mein alter Herr erklärte, das müsse er, der Direktor, wohl mit mir selber ausmachen, denn er wolle keinen Arschkriecher heranziehen, dazu gebe es ja schon die SPD.

Ich selbst wurde gar nicht gefragt, aber sowohl mein Latein- als auch mein Deutschlehrer, mit denen ich sehr gut zurechtkam, traten privatissimo an mich heran, jeder mit der Aussage, „Hans, ich bin sehr enttäuscht von Dir. Denn Du legitimierst Mörder. Und Du bringst mich in Schwierigkeiten.“. Das hat mich schon sehr belastet – nein, getroffen. Mitschüler, auch außerhalb meines Jahrgangs, gingen mir aus dem Weg. Man muß sich die damalige Angststimmung im „Deutschen Herbst“ vergegenwärtigen.

Im Rahmen einer Lehrerkonferenz wurde beschlossen, daß mir ein Tadel ausgsprochen werde, ich aber an der Schule verbleiben dürfe.

Und jetzt drehen wir die Uhr 25 Jahre weiter und ein Zufall will es, daß ich mit meinem alten Lateinlehrer am Tisch sitze. Und erfahre, fassungslos:

Alle „fortschrittlichen Junglehrer“ waren seinerzeit dafür, mich von der Schule zu schmeißen, bloß nicht die beiden erzkonservativen, prominent im Philologenverband aktiven Latein- und Deutschlehrer. Und die beiden stritten über eine Stunde mit dem Kollegen darüber, daß Meinungsfreiheit eben auch Meinungsfreiheit von Andersdenkenden sei und daß vor allem eine Schule, die Demokratie vermitteln solle, einen Diskurs aushalten müsse, der die Grenze zur Legalität streife.

Wirklich zu würdigen vermag ich diese Haltung erst dieser Tage: Gerade der Lateinlehrer, Golo-Mann – Stammleser, großer Verehrer von F.J. Strauß, hat jemenden verteidigt, der aggressiv, mit einer gewissen Öffentlichkeitswirkung und elementar gegen das eigene Weltbild getreten hat.

Wenn es heute jemand wagt, eine abweichende Meinung beispielsweise zum Thema „Asylpolitik“ kundzutun, wird er von unserer gleichgeschalteten ‚Konsensgesellschaft‘ als „Rassist“, „Faschist“ und wie auch immer verschrieen und ausgegrenzt.

Lieber Günter Selvers, es hat viele Jahre gedauert, aber ich ziehe den Hut vor Ihnen.

Denn wir brauchen mehr Menschen wie Sie, die nicht andere pauschal verurteilen, weil sie nicht die „richtige“ stromlinienförmige Meinung vertreten – auch wenn es gegen die eigene Grundüberzeugung geht.

Denn die wirkliche Toleranz ist die, die Intoleranz toleriert.

-hb

Roland Dürre
Montag, der 9. Januar 2017

FRIEDEN

FRIEDEN darf nicht zur Religion werden, weil dann wird es schnell unfriedlich werden.

Aus dem selben Grund darf es auch kein Projekt FRIEDEN geben.

Scheint ein mächtiges Symbol für Frieden zu sein. Vielleicht zu mächtig?

Ich wollte ja ein Projekt FRIEDEN starten. Für FRIEDEN bin ich mehr denn je. Aber nicht mehr als Projekt.

Ich hatte die letzten Monate zahlreiche Dialoge mit klugen und friedvollen Menschen. Die wie ich davon überzeugt sind, dass Frieden das wichtigste Gut der Menschheit ist. Und habe viel von diesen gelernt und darüber nachgedacht, was ich für FRIEDEN tun kann.

Die Zusammenfassung des aktuellen Standes meiner Gedanken könnte so sein:

Ich glaube nicht mehr, dass Frieden mit Organisationen und durch Projekte erreicht werden kann.

Vor kurzem kam eine starke Frau zu mir und sagte:
„Roland, ich bin jetzt in Rente, habe unendlich viel Zeit und möchte Dich beim Projekt FRIEDEN unterstützen!“

Ich musste ihr sagen, dass nach meinem Verständnis von FRIEDEN es kein erfolgreiches Projekt FRIEDEN geben kann:

Das Projekt kann nur sein, selbst für FRIEDEN zu leben.

Zuerst mal ganz allein und nur bei sich selber. So habe ich sie gebeten, ihr ganz eigenes „Projekt“ zu starten und so für ihren eigenen und unser allen FRIEDEN einfach nur zu leben (und arbeiten). So meine ich, dass es viele kleine Projekte Frieden geben muss, die jeder für sich und zuerst mal für sich selbst macht.

Und dass man ganz bewusst auf Koordination und Abstimmung verzichten muss. Dies ist gefährlich, führt schnell zu Manipulation und Ideologie. Und schadet wahrscheinlich mehr als es nützt.

Mein Gedanke ist also, sich eben nicht organisieren, jedoch die Sensoren weit zu öffnen und achtsam und frei – vielleicht im Schwarm mit anderen FRIEDEN-Wollenden – zu handeln. Das klingt religiös. Ich mag keine religiösen Muster.

Aber vielleicht kann FRIEDEN gelingen, wenn friedvolle Menschen ihre Überzeugungen ausschließlich für sich leben und ihre Überzeugung in eigener sittlich verantworteter Prüfung im Einklang steht mit den Werten der Menschheit (wie die Goldene Regel, Biophilie-Prinzip, Würde des Menschen ist untastbar …).

Ich meine, dass auch „friedvolle“ Menschen andere Menschen NICHT aktiv für FRIEDEN überzeugen oder missionieren dürfen. Dass FRIEDEN die Voraussetzung für alles, zu dieser Überzeugung muss jeder ganz allein kommen. Sonst wird es nicht funktionieren.

Und vor allem dürfen sie auch NICHT willens und fähig sein, sich für ihre Überzeugungen auf zu opfern und so zum Märtyrer zu werden! Weil so FRIEDEN NICHT gelingen kann. Deshalb wird keine Organisation und kein Projekt für FRIEDEN Erfolg haben und FRIEDEN bringen. Und so ist vielleicht sogar das von mir gewählte Symbol für FRIEDEN links oben kritisch zu hinterfragen.

Es ist für mich nicht einfach, meine komplexen Gedanken zu formulieren. Wenn ich ein wenig verständlich machen konnte, was mich bewegt, dann freue ich mich!

🙂 Und ich mache weiter mit der Suche nach dem eigenen FRIEDEN.

RMD

P.S.
Vielleicht ist das so ein Prozess, den wir Evolution nennen.

Als letzter Teil meines Berichts ein paar Infos, Tipps und Kommentare – so als Quintessenz der Reise.

Karibik

Meer und Sonne, ein wunderbares Klima, warmes Wasser von unten und oben, eine exotische Welt, das alles ist für mich ein Traum – gerade im Dezember – und war mein wichtigster Beweggrund für die Reise.

Reisen mit dem Schiff

Die Karibik ist mit dem Schiff ideal zu bereisen. MeinSchiff 4 dient als Hotel, das in der Nacht fährt und am Tag meistens an Land liegt. So konnten wir komfortabel 8 Länder und 10 Hafenstädte besuchen. Dazu brauchten wir kein einziges Visa. Passkontrollen hatten wir nur bei der Aus- und Einreise in Deutschland und der Ausreise aus der R.D. (Dominikanische Republik). Für die Landgänge ist der Schiffsausweis das einzige notwendige Dokument. Der Pass blieb die ganze Reise im Safeder Suite.

Das Schiff

Mein Schiff 4 ist ein deutsch-sprachiges Schiff. Es ist modern und wirkt gut organisiert. Die Mannschaft strahlt eine gute Stimmung aus. Es erscheint aber auch als ein „convenient“ Produkt und folgt strengen Prozessen, die wohl allen Kreuzfahrtschiffen gemeinsam sind. Für mehr als 2.000 nur Gästen geht das wohl nicht anders. Die Sicherheitsvorkehrungen sind gut, allerdings fragt man sich, ob diese im Ernstfall tatsächlich funktionieren werden.

Die Suiten sind geräumig, zweckmäßig und haben eine gute Anmutung. Die meisten Suiten sind haben einen Balkon. Früher wurden Kreuzfahrtschiffe eher in horizontaler Bauweise erstellt. Die unteren Decks beherbergten neben großen Gemeinschaftsräumen wie die Restaurants, die Theater und Einkaufsbereiche auch die Mannschaftsunterkünfte und Betriebsräume wie Küche, Wäscherei und vieles mehr. Die oberen Decks gehörten den Passagieren. Da die Schiffe ziemlich breit waren, gab es dann mehrere Gänge mit Außen- und Innenkabinen für die Reisenden.

Mit der zunehmenden Breite der modernen Schiffe ändert sich das. „Vertikal“ befindet sich bei modernen Schiffen auf fast allen mittleren Ebenen im Inneren des Schiffes der Mannschafts- und Dienstleistungsbereich. Das ist ein abgeschlossener Bereich mit eigenen Treppenhäusern und Lifts. In den unteren Decks sind so die Gemeinschaftsräume noch größer. Der Passagierbereich liegt jetzt ausschließlich außen, sozusagen um diesen „Mannschafts-Tower“ herum.

So haben fast alle Suiten jetzt einen Balkon. Wir haben unseren sehr genossen. Immer wenn wir im Zimmer waren, kam frische Luft vom Meer über die offene Balkontür zu uns. Gerade Nachts war sehr schön, wir konnten im Zimmer bei ausgeschalteter Klimaanlage die Luft des Ozeans schmecken und das Rauschen des Meeres hören.

MeinSchiff 4 hat zwei Swimming-Pools, beide auf Deck 14 (ein Deck 13 gibt es nicht). Einer davon ist im Aussenbereich und mit 25 Meter erstaunlich groß. Leider werden beide mit „Süsswasser“ und nicht mit Meerwasser betrieben. Das auf dem Schiff vorhandene Nutzwasser wird natürlich per Osmose und/oder Destillation aus Meerwasser gewonnen und tut den Schleimhäuten wie der restlichen Haut nicht gut. Deshalb habe ich ihn kaum genutzt.

Beeindruckend sind die gigantischen Liegestuhl-Lager an den diversen Sonnen- und Innendecks. Fast musste ich an Flüchtlingslager denken. Bei wirklich mehr als 2.000 Passagieren geht das wohl nicht anders. Trotz der Unmengen von Liegen feierte das Deutsche Handtuch-Syndrom kräftig Urstand. Schon früh am Morgen waren die meisten Ligen mit Handtüchern und kleinen ergänzenden Gegenstände wie Büchern, Sonnencrème, Käppies oder ähnlichem reserviert. Dass in der Bordliteratur die Gäste explizit gebeten wurden, dies nicht zu tun, störte offensichtlich niemanden bei diesem Bereich.

„Willkommen zurück in Deutschland“

Nach einem langen Landtag tut das Ankommen im Schiff gut. Schiff und Crew begrüßen dann gerne mit „Willkommen zurück in Deutschland“. Auf dem Schiff ist es erst auch mal wie in Deutschland. Alles scheint zumindest auf dem ersten Blick ordentlich und sauber zu sein und ist es wohl auch im normalen Rahmen tatsächlich. Das gesamte Angebot folgt deutlich dem „deutschem Mainstream“.

Der Service wird allerdings noch stärker als in Deutschland vor allem durch Menschen aus der ganzen Welt erbracht. So habe ich viele Service-Kräfte aus Ost- und Südeuropa aber auch Asien  kennen gelernt. Aber ganz gleich ob es der Zimmerservice ist oder im Restaurant oder an der Bar, man trifft im Service eigentlich nie auf einen deutschen Mitarbeiter.

Die Menschen, die auf dem Schiff werkeln, haben überwiegend auch keinen deutschen Arbeitgeber. In der Regel sind sie bei Agenturen zum Beispiel in der Schweiz (Offiziere), in Zypern (Service) oder auch Manila (Nautik) angestellt. Wie auf Meinschiff werden sie dann von den Betreibern“body geleast“. Das ist natürlich nicht nur bei TUI sondern in der ganzen Branche so.

Auch die Arbeitsweise entspricht wenn dann nur bei sehr großzügiger Auslegung dem Deutschen Arbeitsrecht. Arbeitszeit ist 10 Stunden pro Tag und das 7 Tage die Woche. Bei Bedarf sind Überstunden selbstverständlich. Es gibt nur wenige Tage Urlaub. Bei besonderer Leistung gibt es einen freien Tag – der dann in der Regel für Landgänge eingesetzt wird.

Die Mitarbeiter sind mit ihren Jobs und ihrer Entlohnung zufrieden. Abzüge durch Sozialversicherung gibt es nicht. Die Länder, in denen sie angestellt sind haben sehr günstige steuerliche Konditionen speziell für Seefahrer. Dazu kommt eine verblüffend günstige Krankenversicherung für die meistens jungen Menschen, die allerdings nur die medizinisch wirklich notwendigen Kosten abdeckt. Was nebenbei bemerkt dazu geführt hat, dass in keinem Land Europas so viel Seeleute beschäftigt werden wie in der Schweiz.

Seefrau oder Seemann ist übrigens ein jeder, der auf dem Schiff fährt, ganz gleich ob er in der Nautik, im Hotelbetrieb oder in der Touristik tätig ist. So bleibt trotz eines eher niedrigen Bruttoverdienstes netto ganz gut was über.  Die Lebenskosten sind gering, Trinkgelder gibt es auch noch und man sieht etwas von der Welt. Was will man mehr?

All inclusive

Die TUI hat für Kreuzschifffahrt ist ein „all inclusive“ Geschäftsmodell. Das hat Vorteile und Nachteile. Man konsumiert doch oft mehr als man will (und sollte ?), dafür ist die Abwicklung sehr einfach und bei hohem Konsum spart man richtig Geld. Bei MeinSchiff 4 ist das „all inclusive“ ehrlich. Es ist (fast) alles im Preis mit drin. Auch an den Bars. Ob Cocktails in exzellenter Qualität, der Long Drink, viel Bier und Wein, es gibt ein großes Angebot ausschließlich an Markenprodukten, das komplett im Festpreis enthalten ist.

Nur weniges kostet extra, wie die Spezialitäten in drei Restaurants. An den Bars sind nur ganz wenige und besonders prominente Spirituosen und Weine nicht inklusiv. Das gilt auch für frisch gepressten Orangensaft und Champagner.

Bei den Speisen sind Kaviar und Langusten nicht inklusiv. Kaviar aber gibt es dann auch alle Woche als Teil des normalen Frühstücks. Das Glas frisch gepresster Orangen-Saft und das Wasser in Mein-Schiff gelabelten Flaschen kosten extra. Wobei in den Restaurants und Bars gesprudeltes wie nicht gesprudeltes Wasser inklusiv sind. Auf jedem Deck gibt es Wasserabfüllstellen, bei denen man die auf den Suiten vorhandenen Karaffen umsonst befüllen kann.

Essen

Die Qualität des Essen war gut. Auf dem Niveau wie in guten deutschen Kantinen. Eher wie bei der Münchner Rück (MR) oder Allianz als bei der Siemens AG.

In den (auch inklusiven) „feinen Restaurants“ wie im großen Hauptrestaurant wird ein Menü mit mehreren Gängen und „vornehmen“ Service serviert. Da ist das Essen auch von derselben (guten Qualität) und halt auch noch fürs Auge angerichtet.

Selbstservice und Service sind gut gewichtet, in manchen Restaurants gibt auch beides in benachbarten aber abgegrenzten Bereichen. Der Service kostet keinen Aufpreis, ist also auch immer inklusiv, so auch bei GOSCH am Heck auf Deck 12. Dort waren wir gerne, besonders weil es einen großen Freiluftbereich hat. Die Grill-Bar, ein Deck höher auf 14, ausschließlich im Freiluftbereich, war unser zweiter Favorit. Und die beiden Bars in Richtung Bug am Swimming Pool und ein Deck höher mit ihren wirklich ausgezeichneten Cocktails, auch alles im Freien.

Bewegung

Um genug körperliche Bewegung im Schiff zu haben, gibt es einen ganz einfachen Trick: Nur die Treppen nehmen und prinzipiell nie die Aufzüge nutzen. Wenn man sich das zur festen Regel macht, dann bleibt man bei 14 Decks, der Rezeption auf Ebene 3 und dem Ausstieg an der Wassergrenze bei Deck 2 gut in Schwung …

Unterhaltung

Das „Entertainment“ an Schiff ist wie der Rest. Gut organisiert, akzeptable Qualität, deutscher Mainstream wie Helene Fischer. Das zwar nicht unbedingt meines – aber den meisten Menschen schien es gut zu gefallen. Wie auch die Band, die sicher aus guten Musikern bestand, die aber nach meinem Geschmack ziemlich lustlos gespielt haben. Lokale Musik – wie lokales Essen – ist aber auf solch einem deutschen Schiff nicht angesagt. Dabei wäre es sicher leicht gewesen, zum Beispiel zwischen den beiden Häfen Jamaikas einen Reggae-Band an Bord zu nehmen …

Nicht vergessen darf ich die Fußball-Bundesliga. Da gab es „public-viewing“ auf großer Leinwand  mit englischem Kommentator in der Arena im Freien sowie auch unter Deck. Freitag, Samstag und Sonntag gab es so live ein bis zwei Bundes-Liga-Spiele, was bei Seetagen schon Sinn macht. Dazu gibt es natürlich Bier – in großen Schüsseln liegt das 3-Stripes-Biergut geeist aus Jamaika zum Verzehr bereit. Die Regel heißt Holen und Trinken. Wenn einem das 3-Stripes nicht schmeckt kann sich auch ein Korona (aus Mexiko – mein Favorit) oder eine der vorhandenen InBev Marken (Becks, Franziskaner …) holen. Alles dank „all inclusive“ for free.

Meine persönlich liebste Unterhaltung auf dem Schiff ist aber das Genießen der tollen Aussicht von ganz oben. Besonders in den Häfen oder bei Ein- und Ausfahrten kann ich die „Schönen Ausblicke“ richtig sammeln und Stunden nur mit Schauen verbringen.

Hier der Blick nicht vom großen Schiff sondern nur von der Fähre nach Durchfahrt des Panama-Kanals vom Pazifik auf Panama City.

Internet

Aus anderen Erfahrungen weiß ich, dass Internet auf Schiffen in der Regel über Satellit läuft und so für einen intensiven Nutzer eine echte Zumutung ist. Auf MeinSchiff habe ich es nicht probiert, so weiß ich auch nicht, wie gut es dort war. Aber es war ziemlich teuer.

Also betanke ich mein Mobile Telefon am besten bei den Landgängen. Eine mögliche Art ist dann die Nutzung von Hafen-nahen HotSpots, die für Stundenpässe ein paar USD verlangen. Ich würde aber empfehlen in die Orte zu gehen und entweder einen öffentlich Gratis-Hotspot oder ein Café zu suchen, in dem WLAN als Teil des Konsums im Preis mit drin ist.

Digital

MeinSchiff 4 ist ein ziemlich digitales Schiff. Überall im Schiff sind große „Touch Screens“, die über das Schiff, die Restaurants und das Programm informieren. Die Photos vom Schiffs-Team werden digital angezeigt und erst nach Bestellung ausgedruckt. Die Schiffs-App ist leicht zu nutzen. Über sie kann man auch Ausflüge buchen oder den Stand seines Bordkonto einsehen.

Fahrrad
Auf MeinSchiff 4 gibt es keine Fahrräder, die man sich für private Landausflüge ausleihen kann. Das war ein Service auf MS Europa, den ich sehr geschäft habe. Auf MeinSchiff 4 gibt es Fahrräder nur im Rahmen von organisierten Touren. Die aber sowohl als normal Trecking Räder wie auch als eBike. Sogar e-Roller waren an Bord. Nur fährt man dann die Ausflüge in mann-starken Kolonnen, was mich nicht so begeistert.

Das private Ausleihen von Fahrrädern war in den Zielhäfen war nur einmal möglich. Das scheint in Mittelamerika noch nicht so verbreitet zu sein.

Landausflüge

Im Angebot ist alles – von Ausflügen zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus und mit Booten unterschiedlicher Größe. Der Jeep-Ausflug ist genauso dabei wie der mit dem Monster-LKW, sogar Ausflüge mit Flugzeugen wurden angebooten. In Cartageno ist mir eine Stadtführung  für MeinSchiff  mit einfachen elektrischen Scootern auf drei Rädern aufgefallen.

Die Schwerpunkte sind Land & Leute wie auch kulturelle, geschichtliche, geographische und geologische Sehenswürdigkeiten. Bei vielen Ausflügen ist der Besuch eines Abenteuer- oder Vergnügungsparks dabei.

Die Ausflüge sind gut organisiert – natürlich immer abhängig von den lokalen Agenturen. Darauf wird auch in den Geschäftsbedingungen klar hingewiesen. Die Führungen sind auf Deutsch und Englisch. Die Sprachkenntnisse der lokalen Guides waren oft schlecht bis absolut ungenügend. Die Ausflüge sind nicht billig, allerdings sind die besuchten Länder auch nicht billig.

Bei unseren privaten Ausflügen hatten wir überwiegend sehr schöne und erfreuliche Kontakte mit den Einheimischen.

Tag & Nacht

Aufgrund der Jahreszeit ist die Sonne ja im Dezember im Süden, die Karibik ist aber nördlich vom Äquator. So war es um die 11 Stunden hell und 13 Stunden dunkel. Das stört aber nicht, denn 10 Stunden Sonne am Tag sind völlig ausreichend.

Die Gäste

Auf dem Schiff durften wir einen Querschnitt durch einen Teil unserer Gesellschaft erlebt haben. Genau die Menschen halt, die sich einen Fernurlaub leisten können. MeinSchiff  ist da eine durchaus preiswerte Variante. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass ein paar der Gäste für ihren Urlaub ganz schön lange gespart hatten oder ihn sogar mit einem Kredit finanziert hatten.

Die Barbara hat gemeint, dass die Tattoo-Dichte deutlich höher gewesen wäre als im Unterhachinger Freibad. Mich stört das nicht, auch wenn ich persönlich Tattoos eher skeptisch gegenüber stehe. So ziert meinen Körper kein Tattoo, nicht einmal das schöne IF-Logo.

Mehrheitlich hatten wir Kontakte mit angenehmen Menschen. Nur einmal musste ich bei Tisch ein paar AfD-Thesen ertragen …

Verschiedenes

  • Sonnencreme
    Immer sinnvoll, die häufige Bewölkung hat es uns jedoch leichter gemacht Sonnenbrand zu vermeiden.
  • Mückenschutz
    Braucht man nicht.
  • Diamanten
    Gibt es überall, auch blau, mit Rückerstattung. Aber auch zu stattlichen Preisen. Mir fehlt das Know-How um zu Bewerten ob sich der Schmuckkauf da lohnen würde.
  • Zigarren
    Riechen gut, sind aber auch teuer und ich rauche ja nicht mehr (ab und zu leider).
  • Kaffee
    gibt es überall – allerdings immer recht stark geröstet und deswegen nicht unbedingt etwas für deutschen Mainstream-Geschmack.
  • Rum
    Gibt es überall – in Hülle und Fülle. Und schmeckt verdammt gut.

Jetzt ist dann bis zur nächsten Fahrt Schluss in IF-Blog.de mit Karibik und Schiffsreise.

RMD

Mein Wunsch für 2017:
Dankbarkeit und Achtsamkeit für uns alle.

Wie wichtig Achtsamkeit im Handeln gegenüber uns selber wie auch anderen Menschen aber auch der gesamten Schöpfung ist, habe ich schon vor vielen Jahren gemerkt. Auch dass Wertschätzung die Basis von Frieden und die eigene Wertschätzung Voraussetzung dafür ist, andere Menschen wertschätzen zu können, ist mir schon länger klar geworden.

Aber um zu entdecken, dass die Fähigkeit zur Dankbarkeit wahrscheinlich die allerwichtigste Voraussetzung für ein glückliches Leben ist, dafür habe ich fast 66 Jahre gebraucht. Heute bin ich unendlich dankbar für all das, was ich in meinem Leben erfahren und erleben durfte.

🙂 So wünsche mir, dass sich in 2017 das Ausmaß meiner Dankbarkeit weiter erhöhen kann und wird. Und genau dasselbe wünsche ich allen meinen Freunden und an dieser Stelle natürlich ganz besonders den Leser*innen von IF-Blog!

Also:
Ich wünsche Euch für 2017 ganz viele Schönes, so dass sich Euer Maß an Dankbarkeit beliebig erhöhe. Und uns allen wünsche ich die Fähigkeit zu großer Dankbarkeit!

Ein wichtiges Gut ist Gesundheit. So wünsche ich dazu ganz viel Gesundheit!

Das kleine Schweinchen soll dagegen nur ein wenig Schwein bringen. Dass uns allen auf allen Wegen immer das Quentchen Glück begleiten möge, dass uns allen so gut tut!

Einen guten Rutsch und ein gelingendes Jahr 2017!

RMD

P.S
Das wunderschöne Bild verwende ich jedes Jahr für meine Silvesterwünsche. Es ist ein Arrangement von einem lieben Freund, dem Fotografen Rolo Zollner. Es steht unter „common licence“, d.h. bei Quellenangabe und Erwähnung des Fotografen kann es von Euch genutzt werden.

🙂 Möge es möglichst vielen Menschen und besonders dem Rolo möglichst viel Glück bringen!

Roland Dürre
Donnerstag, der 8. Dezember 2016

Auf Wiedersehen bis nach Weihnachten!

Und eine Frohe Weihnacht!

Das war vor zwei Jahren auf Floßfahrt in China. Ab morgen heißt es dann Karibik.

Zwar fühle ich mich nicht
„Reif für die Insel“!!!

Trotzdem bin ich jetzt erst mal weg. Heilig Abend komme ich zurück und treffe unsere Kinder und Enkel – soweit sie in München sind.

So wie es ausschaut, werde ich bis dahin keine E-Mails lesen. Meine vielen Chat-Dialoge werden ruhen und auch sonst werde ich wohl nur ganz selten im Internet sein.

In den nächsten gut zwei Wochen werde ich versuchen, nur für die Barbara und mich da zu sein. Viele Tausend Meilen weg vom „Sweet Home“ werde ich alle Nachrichten, die aus der Welt kommen einfach mal ignorieren. Und werde in dieser Zeit auch nichts im IF-Blog veröffentlichen (wenn dann höchstens einer meiner Freunde oder vielleicht mein Bot.

Das normale Leben beginnt dann für mich wieder am Abend des 1. Weihnachtsfeiertag. Da bin ich wie seit langem jedes jahr im Lustspielhaus zu München beim Willy Michl (Es lohnt sich, auf den Link zu klicken). Da werde ich dann auch „Stille Nacht, heilige Nacht“ grölen, dem ewigen ISARFLIMMERN lauschen und mich freuen, dass die Tage wieder länger werden.

Eine große Freude für mich wäre, wenn ich am 25. Dezember am Abend ein paar Freunde im Lustspielhaus beim Willy treffen könnten und wir vor dem Konzert und in der Pause ein wenig „Ratsch und Tratsch“ machen könnten!

RMD