Roland Dürre
Freitag, der 16. November 2018

Unglaublich aber wahrscheinlich.

Ein wenig über den Wolken (gestern am Spitzingpass).

Folgenden in einem Tweet berichteten und kommentierten Dialog habe ich in Twitter gelesen und möchte ich sinngemäß berichten und auch kommentieren:


Zwei Teenager im Bus:
„Wenn man 2018 nimmt und sein Alter abzieht, kommt immer das Jahr raus, in dem man geboren ist (das Geburtsjahr)!“

„Stimmt echt. Voll krass!“

Wir sind verloren. Alle.


Und ich muss gestehen, ich habe das dann gleich gedankenlos nachgerechnet. Und kam zum verblüffenden Ergebnis:

Ja es stimmt!

2018 – 68 = 1950

Dann habe ich noch die Gegenprobe gemacht:

1950 + 68  = 2018

Stimmt auch!

Und habe mich auch sofort gnadenlos geschämt.

🙂 Denn die Differenz zwischen dem aktuellem Jahr und dem Geburtsjahr ist halt definiert als das Alter dieser Person. Es muss also sein.

Was wäre aber, wenn ich in einem Vortrag auf großer Bühne erzählen würde, dass das Jahr 2018 etwas ganz besonderes wäre, weil genau am Ende dieses Jahres (zum 31. Dezember) für alle lebenden Menschen die Summe ihres Geburtsjahres und ihrer Lebenszeit in Jahren 2018 ergeben würde? Und was das doch für eine Einmaligkeit wäre?

Ich vermute, dass die meisten Zuhörer kurz nachrechnen würden, ob das bei ihnen stimmt und dann meine blödsinnige Aussage abnicken würden. Und dass nur ganz wenige aufstehen und den Saal verlassen würden, weil der Referent so einen Unsinn verzapft. Weil die Menschen gewohnt sind, das zu glauben, was ihnen erzählt wird. Und das kritische Hinterfragen nicht mehr in ist.

Allerdings streifen wir hier den Beginn von Mathematik. Die Lebensjahre eines Menschen sind ein gutes Beispiel für das Axiom der natürlichen Zahlen {0,1,2 … n, n+1} (nur dass die natürlichen Zahlen per Definition unendlich sind, was für die Lebensjahre eines Menschen nur gilt, wenn es ein ewiges Leben gibt). Freilich kann man noch darüber streiten, ob die Null zu den natürlichen Zahlen dazu gehört oder nicht. Ich würde sagen, dass das reine Definitionssache ist.

Auf den natürlichen Zahlen kann man die Operation der Addition anwenden – wie auch die aus der Addition abgeleiteten Multiplikation – und bleibt im Raum der „natürlichen Zahlen“.

Die Zeitrechnung mit ihrem willkürlich festgelegten Nullpunkt, an dem die Geburt Christi gewesen sein soll, kann als Beispiel für die „Ganzen Zahlen“ dienen – die ja in der Algebra bekanntlich mit einer weiteren Operation, der Substraktion, aus den natürlichen Zahlen konstruiert werden. So wie dann aus den ganzen Zahlen mit der Operation der Division die rationalen Zahlen konstruiert werden können.

Solche Gedanken schiessen mir nach dem ersten Schreck über mene Einfalt durch den Kopf. Und jetzt wundere mich noch mehr darüber, wie sich Menschen wundern können, dass wenn bei der Substraktion von b von c als Ergebnis a herauskommt (cb = a) und ebenso bei der Addition von a und b zwingend c herauskommen muss (a + b = c).
a = Geburtsjahr   b = Anzahl der Lebensjahre   c = aktuelles Jahr

Voll krass – gell?

RMD

 

Roland Dürre
Donnerstag, der 1. November 2018

Inspiration und Inspiratoren …

Ich inspiriere gerne andere Menschen und generiere Impulse. Das mach ich gerne. Ratschläge mag ich nicht verteilen – besonders nicht ungefragt. Denn auch Ratschläge sind Schläge. Besonders, wenn sie ungefragt daher kommen. Das zumindest meine ich. Wie auch, dass, es jedem gut tut wenn er seinen eigenen Weg gehen darf und nicht fremder Wegweisung folgen muss.

Ich gehe auch davon aus, dass wir, auf der Suche nach Lösungen die richtigen Fragen stellen müssen und erst dann Lösungen finden werden. Die Fragen können oft gar nicht dumm genug sein. Dumme Fragen stelle ich gerne. Wie ich eben auch gerne inspiriere.

Blick aus 300 Meter Höhe auf Raiatea und Nachbarinsel – eines von vielen Highlights auf meinen Reisen. Ein guter Ort zum (Nach-)Denken.

Es gibt so viele Menschen, die mich inspirieren und mir Impulse geben. In jeder Begegnung passiert das. An schönen Orten kann ich mich sogar selber inspirieren.

Zurzeit beschäftige ich mich viel mit sozialen Systemen wie Unternehmen und so auch mit Niels Pflaeging. Er ist auch auf Twitter und FB zu finden. Ich kenne ihn persönlich und nehme ihn als Menschen wahr, der ab und zu auch deftiger formuliert, gerne mal streitet und gerne recht hat.

Ich fühle mich mit ihm aber sehr verbunden und bring im folgenden ein paar seiner Thesen aus jüngerer Zeit, die ich eher zufällig aus Twitter und Facebook zusammen gesammelt habe.

Also Bühne frei für den Niels:


Ich wiederhol´s noch mal, weil´s wichtig ist.
So genannte #Reifegradmodelle sind ekelhafter, menschenverachtender, entwicklungsfeindlicher Schund.

Sie widersprechen jeder anständigen Lern- & Entwicklungstheorie.
Sie tragen Schuldzuweisung in sich.
Sie sind grob verbrecherisch.


Introducing one´s own opinion with expressions such as „Science tells us that…“ does not make one look smart. People see through you.


should never be imposed. should never be imposed. should never be imposed. should never be imposed. should never be imposed. takes an clear stance in favor of .


Viele Firmen führen dieser Tage #NewWork– und #Transformationstheater auf.

Zu besserer #Leistung & #menschengerechter Organisation führt das nicht. Im Gegenteil: Es erodiert Integrität & Zutrauen.

Wie wärs stattdessen mit Transformation ohne (!) Tamtam?


Remember:
Holacracy and self-organization
are as related as a shoe and a banana.


Wie wärs, wenn wir aufhören würden, „Mitarbeiter führen“ zu wollen? Und stattdessen anfingen, „Teams das Unternehmen führen“ zu lassen?


You can distance yourself from the . Refrain from the intent, the method, the patterns. Anyone can. And should.


„A good …“ – that does not exist! do not exist. Only exists: It is a social phenomenon that happens in the space between people! Let´s stop the quackery.


Es geht darum, zu – nicht darum, zu !


You don’t need to your . They can do that on their own. In fact, they do it on their own.


Führungsebene. Was für dein Dreckswort.


Richtige Führung ist Arbeit am System.


Command-and-control organization does not produce any winners. It only produces losers. Even at the top.


Soweit Niels Pflaeging.

Vieles deckt sich mit meinem Verständnis vom Leben in der Familie, im Unternehmen oder allen anderen sozialen Systemen.

Alle Reifemodelle, Kompetenzmatrizen/-modelle, Entwicklungsprozesse, Schulungsprogramme, Entwicklungszentren, Führungsprogramme sollten verboten werden. Da stellt sich ein Individum über das andere oder genauso schlimm (oder noch schlimmer) ein System über Individuen.

Vorschriften schreiben halt vor. Prozesse sind Prozesse. Zuerst kommt das „Besserwissen“, dann die Moral mit ihren „Schuldzuweisungen“.  Wir sollten mit allem Aufhören, was uns selber und andere klein macht und unsere Entfaltung hemmt.

Jens ist aber bei weitem nicht mein einziger Impulsgeber. Es gibt viel mehr. Das fängt in meiner Familie an und geht in die weite Ferne zu Euch Allen. Anläßlich der Landtagswahlen und der aktuellen politischen Diskussion muss ich oft an denken. Vielleicht widme ich ihm auch mal einen ähnlichen Artikel wie diesen. Auch wieder stellvertretend für Euch Alle. Bis dahin könnt Ihr ihm aber schon mal zum Beispiel auf Twitter folgen ().

Ich habe aber so viel mehr Inspiratoren – und würde am liebsten über alle schreiben. Also alles Liebe, Gute und Schöne wie großen Dank an Euch Alle!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 28. Oktober 2018

1969 bis 2019 – 50 Jahre Informatik.

Herbst 2018 – das bedeutet, dass 2019 vor der Tür steht. 2019 minus 50 ergibt 1969. Im Herbst 1969 hatte ich meine erste intensivere Berührung mit „Informatik“. Ich startete im 1. Semester an der Technischen Universität München (TUM) als Student der Mathematik mit Nebenfach Informatik. Die TUM hieß damals noch Technische Hochschule München (THM). Was ich sogar schöner fand als TUM, aber damit war es dann schnell vorbei

Das bedeutet, ich feiere im kommenden Jahr ein besonderes persönliches Jubiläum – 50 Jahre Beschäftigung mit Informatik. Vielleicht ein Beleg für meine Aussage, dass ich mich als IT-Pionier der dritten Generation fühle. Die erste Generation sehe ich vertreten z.B. durch Konrad Zuse, den ich im Jahr 1985 auf der InterFace-Zuse-Radtour nach Hünfeld (dem damaligen Wohnort von Konrad Zuse) kennen lernen durfte.

In der zweiten Generation sehe ich Menschen wie meinen Lehrer Friedrich L. Bauer, der auch die erste Informatik-Vorlesung im Jahre 1969 an der THM (jetzt TUM) gehalten hat. Bei der ich dabei sein durfte.

Ich meine, dass 50 Jahre Beschäftigung mit IT schon etwas besonderes ist. So habe ich viel zu erzählen. Wobei mir der aktuelle Hype um die Digitalisierung auf den Keks geht. Für mich gibt es Digitalisierung spätestens seitdem man Sprache „verschriftet“ hat. Und dass das, was wir mit Digitalisierung bezeichnen, eigentlich nur der „normale“ technische Fortschritt ist.

Und ich nehme mir vor, dass ich in 2019 von diesen 50 Jahen erzählen werde. In Form von selbst erlebten Anekdoten, an denen ich gut klar machen kann, wie das damals war. Ohne Internet und Wikipedia. Und welchen Einfluss unser Treiben auf die Unternehmenskulturen und auf die Gesellschaft hatte. Und wie wir selber beeinflusst worden sind und uns verändert haben.

Das ganze als Potpourri von einzelnen zeitgenössischen Geschichten (ein wenig „story telling“), die gut zusammen passen und  die verschiedenen Aspekte der Verändung beschreiben. Da es viele spannenden Geschichten sind, werde ich sie in zwei Vorträge aufteilen. Teil 1 wird die ersten 25 Jahren von 1969 bis 1994 berichten, in Teil 2 geht es dann  um die Zeit von 1995 über die Jahrtausendwende bis heute. Ich werde aber nicht nur vom „Gestern“ und „Heute“ erzählen, ein wenig vom „Morgen“ wird auch dabei sein :-). Darauf freue ich mich schon und werde bei den Vorträgen dafür sorgen, dass Publikum und Referent viel Freude und Spaß haben.

Ein paar der Geschichten habe ich ja schon in IF-Blog.de erzählt. So in 2017 berichtet Werkzeuge machen Werkzeuge …  oder in 2015  geschrieben Mein erstes Projekt oder von 1981 (geschrieben in 2008) Meine schönste Folie … – das alles nur beispielsweise. Freilich werde ich mich im Vortrag dann kürzer halten als in IF-Blog geschehen.

Und die eine oder andere der noch fehlenden Geschichten werde ich dann auch im IF-Blog.de nachtragen. Und natürlich berichte ich hier auch, wo und wann ich die Vorträge halten werde.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 18. Oktober 2018

Erinnerungen aus der Kindheit – Verschwendung, Leitungswasser.

Vielleicht denkt man – wenn man älter wird – ein wenig mehr darüber nach, wie das alles war – wie man klein war?

Imbiss mit Schwester auf dem (Hinter-)Hof unserer Wohnung in der Rosenaustr. 18 in Augsburg (auf der Rückseite vom Hbf).

Ich war eines von zwei Kindern einer bürgerlichen Famlie. Mein Vater war Beamter bei der Bundesbahn, meine Mutter Lehrerin, die aber aufgrund der Kinder nicht mehr gearbeitet hatte. Mit meiner 5 Jahre jüngeren Schwester treffe ich mich heute immer noch gerne.

Das meiste aus meiner Kindheit habe ich vergessen, aber ein paar Erinnerungen haben mich mein Leben lang begleitet. Und sind heute noch sehr lebendig.

Bei einer dieser Erinnerungen geht es ums Hände waschen. Und um den Umgang mit Wasser.

Unsere Eltern haben viel Wert auf Sauberkeit gelegt. So sollten wir möglichst häufig unsere Hände waschen. Das ging so: Wasserhahn auf, Hände nass machen, einseifen, gründlich reiben, abspülen, wieder einseifen, gründlich reiben, das solange wie nötig und dann Wasserhahn wieder zu machen.

An den Wochenenden waren wir häufig in Thannhausen (Schwaben) und haben uns mit den Großeltern mütterlichseits und den Familien der Schwestern meiner Mutter getroffen. Da waren wir viel im Freien. Und ich kam oft recht schmutzig in die großelterliche Wohnung zurück. Also hieß es wieder „Hände waschen“.

Gesagt getan. Einmal kam mein Großvater dazu wie ich mir die Hände wusch. Und hat mich getadelt, weil ich das Wasser – wie von zu Hause gewöhnt – die ganze Zeit rauschen ließ. Er hat mir erklärt, wie wertvoll Wasser fürs Leben wäre und dass man es nie umsonst laufen lassen dürfe.

Ich habe ihm sofort Recht gegeben und glaube, dass dieses kurze Erlebnis mich ganz wesentlich geprägt hat. Und wenn ich heute sehe, wie im Schwimmbad erwachsene Männer die Dusche öffnen und dann im Vorraum ratschen, finde ich das nicht so toll.

Auch wenn ich an Thannhausen, Augsburg und die Zeit damals denke, dann fällt mir noch einiges ein, das ich nicht so toll finde.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 13. Oktober 2018

Bundestagswahl, Landtagswahl, Bezirkswahl – die Unterschiede.

Jetzt darf ich schon seit fast 50 Jahren wählen. Und habe das Wahlrecht in meiner Erinnerung auch immer wahrgenommen. Weil mir mein Überich stets befohlen hat, zur Wahl zu gehen – auch wenn ich keine Lust hatte.

Und erst vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass die Wahlverfahren (und so auch die Regeln) bei Bundestagswahl, Landtagswahl und der Bezirkswahl doch ziemlich unterschiedlich sind.

Zuerst war ich entsetzt über meine mangelnde politische Bildung. Dann habe ich Freunde gefragt, die ich für kluge Demokraten halte – und festgestellt, dass sie das auch nicht wußten. Im Wahlkampf und aus den Botschaften mancher Wahlplakate habe ich erkannt, dass sogar die Parteien und ihre Kandidaten zumindest zum Teil die Unterschiede des bei Bund, Land und Bezirkstag gültigen Wahlsystems nicht kennen.

Das hat mich getröstet, aber auch bewegt, dass ich hier zwei wesentliche Unterschiede kurz beschreibe:

  • Im Gegensatz zum Bundestagswahlrecht werden bei der Landtagswahl in Bayern für die Sitzverteilung nach Verhältniswahl auch die Erststimmen berücksichtigt (Siehe Bayerisches Landtagswahlsystem und Bundestagswahlrecht)!
  • Bei der Bezirkstagswahl für die Regierungsbezirke Bayerens wird auf eine Fünf-Prozent-Klausel wie im bayerischen Kommunalwahlrecht üblich verzichtet. Für die Landtagswahl dagegen gibt es eine Sperrklausel (Bis 1973 galt in Bayern eine Zehn-Prozent-Hürde auf Ebene der Wahlkreise, also der Regierungsbezirke. Seit 1973 ist in Art. 14 der Verfassung eine landesweite Fünf-Prozent-Hürde verankert. Da es im bayerischen Wahlsystem keine der Grundmandatsklausel des Bundestagswahlrechts vergleichbare Regelung gibt, bedeutet dies auch, dass siegreiche Stimmkreisbewerber dadurch eventuell kein Mandat erhalten).

Was bedeutet das?

Zum einen, dass der Wähler in Bayern bei seiner Vergabe von Erststimme nicht den Überlegungen folgen sollte, die ihm von Bundestagswahlen her vertraut sind. Dann bewirkt er unter Umständen etwas, das er gar nicht will.

Zum anderen, dass bei der Bezirkstagswahl man auch „kleine Parteien“ wählen kann, ohne dass die vergebenen Stimmen im Bereich „der Sonstigen“ entwertet werden wie bei der Landtagswahl.

Zur Erinnerung

Morgen ist sowohl Landtagswahl und Bezirkstagswahl. Und daran denken: für beide gelten am selben Tag und im selben Wahlbüro unterschiedliche Regeln.

Dazu ein paar Informationen:

Die Bezirkswahl 2013 ergaben in keinem der insgesamt sieben Bezirke eine absolute Mehrheit für die CSU. In den Bezirkstagen sitzen nicht nur  Abgeordnete der bekannten Parteien CSU (89), SPD (38) , FDP (6), FW (21), Grüne (18) sondern auch von den Linken (5), der BP (6), der ÖDP (6), den Franken (2) und auch den Piraten (4). Die Zahlen sind das Ergebnis der Wahl von 2013, entnommen habe ich sie aus Wikipedia.

Ich verstehe nicht, warum die Parteien, die absehbar keine Chance haben, in Bayern die 5 % – Hürde zum Landtag zu meistern, ihrer Wahl-Klientel nicht mitteilen, dass es diese Hürde bei der Bezirkswahl nicht gibt. Ich vermute, dass so mancher Wähler in diesem Falle eine kleine Partei wählen würde.

Mein Vorschlag wäre, das Wahlrecht zu vereinheitlichen – und dabei gleich zu reformieren. Um es dem Bürger damit ein wenig einfacher zu machen.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 5. Oktober 2018

Ist die Demokratie in Gefahr?

 

Heute mein Beitrag zur bayerischen Landtagswahl in gut einer Woche.

 

Zwischen Ruinen (Südgeorgien – Walfang).

Demokratie in Gefahr?
Immer öfters höre ich diese Frage.
Und meine Antwort ist
JA – aber schon länger!

Der demokratische Gedanke beinhaltet, dass die Menschen, die in einem Staat leben (und die dieses soziale System sind), ihre Abgeordneten wählen, die dann im Parlament einen gesellschaftlichen Konsens finden und diesen durch eine kluge Gesetzgebung realisieren sollen. Das funktioniert so aber schon lange nicht mehr.

Mein Freund Detlev Six schreibt:

Die liberale Demokratie ist das empfindlichste Wesen der Welt. Pflegt das Baby!

So meine ich auch, dass die Demokratie eine zarte Pflanze ist, die gut gepflegt werden will. Das wird sie aber nicht. Vielmehr wird sie seit Jahrzehnten von verschiedenen Schädlingen bedroht und geschädigt.

Folgende Ursachen für den Niedergang der Demokratie in Bayern und vielen anderen Ländern habe ich identifiziert:

  • Eine allgemeine Bildungsschwäche.
    Schule und Hochschulen „produzieren“ immer mehr an die Bedürfnisse des Systems angepasste Konsumenten und Arbeitskräfte, aber keine autonomen Menschen mit einem sittlich verantwortet übernommenen Werte-Bewusstsein.
  • Die Oligarchie der Parteien.
    Die Parteien arbeiten nicht mehr am „sozialen Konsens“. Es geht ihnen nicht um die Menschen, sondern um den Erhalt der Macht. Für diesen braucht man Wählerstimmen. Die will man um jeden Preis.
  • Interessenverbände und Lobbyismus.
    Die Bürger nehmen wahr, dass die Regierung, das Parlament und die Parteien von fremden Mächten dominiert werden, die ihre eigenen Interessen über die der Menschen stellen.
  • Marketing macht Wahlen lächerlich.
    Die Art, wie Wahlkampf geführt wird, irritiert die Menschen und entwertet die Wahl. Man sieht das jetzt wieder in Bayern. Welch plumper Unsinn steht auf den Wahlplakaten, die entlang der Straßen so intensiv verbreitet sind? Auch die „Wahl-Programme“ der Parteien überzeugen nicht. Man gewinnt den Eindruck, dass die Partei die Wahl gewinnen wird, die das meiste Geld in Marketing investieren und am besten Menschen manipulieren kann.
  • Die Selektion der Spitzenkandidaten und der Filz in den Parteien.
    So kommen immer wieder Parteibonzen zu Spitzen-Ämtern in Regierungen und Ministerien, für die sie nie demokratisch gewählt worden sind.
  • Gefühl der Ohnmacht.
    Weite Kreise in der Bevölkerung stellen fest, dass sie ohnmächtig sind (vermeintlich oder tatsächlich?).

Die „Demokratie in Gefahr“-Frage wird aber gestellt aufgrund der Erfolge von Populisten in Europa und der gefühlten und wohl auch realen Bedrohung von rechten Bewegungen und nationalistischen Tendenzen auch in Deutschland.

Ich meine aber, dass diese Probleme nur die Folge der von mir aufgelisteten und weiteren Ursachen ähnlicher Art sind. Das heißt für mich, dass wir uns die Misere selber eingebrockt haben. Durch demokratisches Versagen. Sowohl aktiv wie passiv.

Und wie so oft sind die, die über die Missstände besonders laut klagen, selbst die Verursacher des Missstandes. Wir müssen uns wohl oder übel an die eigene Nase fassen.

Und wie soll ich jetzt wählen?

Ich weiß es noch nicht. Die Grünen mag ich nicht, weil sie gemeinsam mit der SPD Einsätze der Bundeswehr im Ausland salonfähig gemacht haben. CSU und SPD erscheinen mir nicht wählbar. Bei der CSU liegt das nicht nur an den aktuellen Protagonisten, die SPD hat überhaupt nichts von #newwork verstanden, obwohl das ihr Thema sein könnte (müsste?). Die FDP, die mit ihrer plumpen „Bildungsoffensive“ ihre Klienten-Politik übertüncht, sind von „liberal“ Lichtjahre entfernt, so sind sie auch nicht meines. Die Linken haben zwar viele nach meiner Meinung richtiges im Programm aber auch viel Abenteuerliches, beim Thema „Arbeit“ sind sie mindestens genauso daneben wie die SPD. Die AFD ist so gar nicht meine Welt. Dann bleibt eigentlich nur die ÖDP, die mir sehr redlich erscheint oder „Die Partei“, die zumindest kein Spaß-Programm hat wie die seriösen Parteien. Ja, und die Piraten mag ich auch nicht mehr, seitdem sie versucht haben ein allgemeines politisches Programm zu schreiben (siehe IF-Blog vor 5 Jahren).

Aber das wichtigste:
Vielen von uns geht es wahnsinnig gut. Lasst uns das Leben genießen und einen Teil unserer Kraft für die Pflege (und Genesung) unseres Pflänzchens „liberale Demokratie“ einsetzen! Und das beginnt wahrscheinlich damit, zur Wahl zu gehen.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 6. September 2018

Urlaub. Vorbei. Kurzbericht & Gedanken.

Jetzt sind wir wieder zurück, der Urlaub ist vorbei.

Am ersten Sonntag im September ging es zurück in Richtung Herbst. Nach gut zwei Wochen einfachen Lebens unter griechischer Sonne. Es war kein Luxusurlaub – es war sehr warm, wir waren intensiv in der Natur mit wenig Zivilisation und ganz einfachen sanitären Anlagen. Aber mit viel Schwimmen und Radeln – und täglich gab es viel zum Genießen.

Und wieder Mal ist die Luft draußen.

Beim Radeln haben uns die Dornen geärgert, die immer wieder unsere Reifen durchstochen haben. Mücken haben uns aufgelauert und im Wasser kleine Fische an unseren Mückenstichen geknabbert. Es war es richtig heiß und auch nachts im Zelt gut warm. Der frische Wind vom Meer hat gut getan.

Es war kein Luxus-Urlaub, aber eine wunderbare Zeit, mit vielen Erlebnissen. Mit den Fahrrädern haben wir im wahrsten Sinne des Wortes viel „erfahren“. Bis zu fünf Enkel waren dabei und haben die Tage genauso genossen wie die Erwachsenen. Was natürlich uns besonders gefreut hat.

Es gab auch einmal Regen.

An einem Tag hat es geregnet, anschließend waren die Tage nur ein wenig kühler. Nachts waren die Lichter aus und wir konnten den Sternenhimmel – in der Mitte unseres Aufenthaltes sogar mit Vollmond erleben. Die in der Kindheit gelernten und fast vergessenen Sternenbilder tauchten wieder auf.

Und mir kam in tiefer Nacht der Gedanke, wie es wäre, wenn die Sonne am Morgen nicht mehr aufgehen würde. Wohl wissend, dass dies zurzeit ja noch eher unwahrscheinlich ist. Aber weiß man es wirklich? Zumindest habe ich mich über die Morgensonne jeden Tag so richtig gefreut!

In dieser einfachen Welt habe ich verstanden, wie wichtig für uns Menschen die Sonne ist – und wieso die Menschen über Jahrhunderte sich die Sonne als unsere Göttin ausgekuckt haben.

Die Schönheit der Natur hat uns immer beeindruckt.

Blick von der Fahrradtour.

Nur ein wenig in die Höhe radeln und schon wird die Welt unter uns kleiner. Leider täuscht oft der Anblick – es befindet sich hinter der Schönheit oft (zu) viel Müll. Auch unser Paradies hat Mängel.

Ein zweiter Gedanke hat mich betroffen gemacht. Denn jeden Morgen bin ich in unserer Buch den Strand entlang geschwommen und dann die Strecke auf dem Strand gemütlich zurück gegangen. Mit großer Vorfreude auf den Frühstückscafé. Und dabei bin ich doch über einigen Kleinmüll gestiegen.

Kein Strand frei von Müll.

Und ich dachte mir: „Warum nehme ich eigentlich auf meine Schwimm-/Geh-Tour keine Plastiktüte mit und sammle die vielen Strohhalme ein? Dabei würde ich mir doch wirklich keinen abbrechen. Und dass mich dann andere Menschen mit Sicherheit komisch anschauen würden, auch das sollte ich doch abkönnen.“

🙂 Und vielleicht würde Göttin Sonne sich darüber freuen?

Doch am nächsten Morgen habe ich die kleine Tüte wieder vergessen und auf dem Rückweg den Plastikmüll liegen gelassen.

Auf dem Friedhof von Mavrouni haben die Toten Seeblick.

Auch über Leben und Tod denkt man nach, wenn man so weit weg vom Lärm unserer Städte ist. Und dass Zelten vielleicht auch ein Thema ist, dass im Alter ein bisschen schwieriger werden könnte. Trotzdem würde ich es gerne wieder probieren. Und wenn es mir im nächsten Jahr noch mal gelingt, dann nehme ich  jeden Morgen auf meine Schwimmtour einen kleinen Plastikbeutel in der Badehose mit – und sammel auf dem Rückweg ein wenig vom Müll ein. Und denk mir nichts, wenn ich komisch angeschaut werde!

Versprochen!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 2. September 2018

SIEMENS. #MeinLeben

Technik von Siemens erlebt auf einem wunderschönen Ausflug zum Veragua-Rainforest zum Puma-Wasserfall Forschungszentrum in Costa Rica

Anfang der 70iger Jahre beim Studieren in München bin ich bei der Siemens AG gelandet. Als Werkstudent in der Kopp-Strasse. Dort war mein Büro – getestet haben wir im IT-Labor im Feurich-Bau. Die Kopp-Strasse war außerhalb, der Feurichbau innerhalb des Standortes „Hofmannstr.“.

Siemens war ein großartiges Unternehmen. Vielleicht das Deutsche Unternehmen.

Unser Motto war „Hochtechnologie für und mit allem was mit Strom zu tun hat“. Es gab mehr als 20 Bereiche, von denen ein jeder technologisch Herausragendes realisierte. Gemeinsam ergänzten sie sich synergisch. Dazu kam eine exzellente kaufmännische Führung des gesamten Unternehmens.

In den technischen Bereichen war Aufbruchstimmung. Die Herausforderungen konnten gar nicht groß genug sein, die gefundenen Lösungen waren genial.

Die Vorstände waren damals nahbar. Ein Siemens-Vorstand hat uns mal sein Rollenverständnis so erklärt:

„Den meisten der gut 25 Bereiche der Siemens AG geht es wirtschaftlich sehr gut. Einige wenige davon gibt es, die schwächeln. Meine Aufgabe ist es, die Schwachen wieder stark zu machen. Dass mir die Arbeit ausgeht, muss ich nicht befürchten, weil es ganz normal ist, dass auch mal wieder ein anderer „starker“ Bereich „schwächelt“.

Das hat mir eingeleuchtet. So ist das Leben, auch in der Wirtschaft. Ewige Top-Peformance gibt es nicht. Dann ist es normal, dass mal das eine oder andere auch schwächelt.

Die wirtschaftliche Stärke und die herausragende kaufmännische Kompetenz des Unternehmensgesamt habe ich bewundert. Das hat uns – Siemens – deutlich von Mitkonkurrenten wie AEG oder Telefunken unterschieden. Im Bereich D auch von Nixdorff. Und dass manche Siemens liebevoll ironisch als „Bank mit angeschlossenen Elektrokonzern“ bezeichnet haben, fand ich auch nicht schlecht. Wenn ein Unternehmen „Kohle“ hat, dann macht das durchaus Sinn.

Die Geisteshaltung zumindest in den Ingenieursbereichen hat mich begeistert. Wir haben in einer Art und Weise gearbeitet, wie es mir später Google (in seinen guten Jahren) von Mitarbeitern berichtet wurde. Es gab große technische Herausforderungen, ein hohes Maß an Eigenverantwortung und beim Scheitern eine faire Fehlertoleranz. Ergänzt von einem klaren Berichtswesen aber ohne hinderlichen Prozesse und Einengung durch rollen. Das waren die Tugenden, die uns technologisch nach vorne katapultiert haben. Und wir waren (oft mehr als) auf Augenhöhe mit IBM und den anderen überwiegend amerikanischen Konkurrenten. Die wenigen europäischen Konkurrenten hatten wir eh schon abgehängt.

Ende der 70iger war ich als fest angestellter Mitarbeiter bei Siemens. 1980 musste ich auch nach Neuperlach. Und habe das Unternehmen dann bald verlassen. Weil genau die oben genannten Tugenden verloren gingen.

Rollen wurden festgelegt und Prozesse eingeführt. Bürokratie wurde dominant und alle Entscheidungen dem Kriterium des Shareholder Values unterworfen.  Eine große Lähmung kombinierte sich mit unsinnigen Planungsansätzen und machte das erfolgreiche Arbeiten immer schwieriger bis unmöglich. So ging sie „baden“, die großartige Technologie.

Nach der Gründung meines eigenen Unternehmens habe ich viel Geschäft mit Siemens gemacht. Zu Beginn war das eine ausgezeichnete Situation. Siemens war ein fairer Kunde und Geschäftspartner. Dazu kann und habe ich schon viele positive Geschichten erzählt.

In den neunzigern hat sich dann aber auch das Klima für die Lieferanten mehr und mehr verändert. Ein schönes Bonmot dazu war bei den Lieferanten, dass für Siemens „Partnerschaft ist, wenn der Partner schafft“. Auch dazu kann ich viele Geschichten erzählen.

Dann ist der Abstand von mir und auch der InterFace zu Siemens gewachsen. Den Abstieg des großen deutschen Unternehmens im dritten Jahrtausend habe ich über die Jahre mitverfolgt. Der Schmerz des Ur-Siemensianers war ließ so immer mehr nach und wurde von der morbiden Freunde am Untergang eines kranken Systems ein wenig gelindert.

Jetzt in 2018 gibt es wieder spannende Neuigkeiten aus dem einstigen Elektrokonzern. Das Unternehmen wird neu organisiert. Man will sich „am Sinn orientieren“. Aber was heißt das?

Im Übrigen sollen alle Stakeholder profitieren – aber vor allem eben die Shareholder, dann auch ein wenig die Kunden, die Menschen im Unternehmen, die Lieferanten und die externalen sozialen Systeme. Siemens scheint da aus den letzten Jahrzehnten nicht gelernt haben, dass das nicht so funktioniert.

Meine emotionale Distanz zu Siemens ist größer geworden. So kann ich heute Siemens gelassener betrachten als noch vor ein paar Jahren. Und stelle fest:

Der Mitarbeiter steht wieder mal verbal „im Mittelpunkt“. Und da eher im Wege.

Ganz vorne steht der Shareholder, also das Internationale Kapital. Nach meiner Bewertung will Siemens einen Weg gehen, den ich schon ein paar mal bei anderen Unternehmen gesehen habe.

Man zerlegt ein Unternehmen in zwei (hier drei) Teile und bringt die neuen Unternehmen an die Börse. Wenn anschließend jedes Unternehmen für sich alleine einen höheren Börsenwert hat als das alte hatte – dann dürfen die Champagner-Korken knallen. Besonders beim Kapital.

Was dann aus den dreien Nachfolge-Konzernen wird, ist eine andere Geschichte. Mit dem alten Siemens wird das aber nichts mehr zu tun hat.

Macht auch nichts, denn die Zeit des „Wir machen alles, was mit Elektrizität zu tun hat“ ist eh schon lange vorbei. Wie die der deutschen Unternehmen, die gemeinsam mit mehr oder weniger begeisterten Mitarbeitern (und vielen Gastarbeitern) für das „Wirtschaftswunder“ gesorgt haben.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 11. August 2018

Was ich so mache #MeinLeben

Seit Jahren darf ich im „Forum Agile Verwaltung | Austausch und kollegiale Beratung“ (einer „geschlossenen Gruppe“ in Facebook) teilhaben. Das macht mir viel Freude und ich lerne dort viel. Jetzt gab es dort einen Aufruf, dass alle Mitglieder der Gruppe sich vorstellen sollen. Dabei habe ich gerne mitgemacht. Hier mein Beitrag:


 

Bei fav17! Großen Dank an Jan Fischbach, Meister der Agilität und hier mein Fotograf.

Ich fühle mich in dieser Gruppe als Gast, der an interessanten Themen schnuppern und zu hören wie lernen darf. Dabei bin ich, weil ich mal im Forum Agile Verwaltung einen Vortrag halten durfte (über die „Unvorhersehbarkeit von Zukunft“).

Zu meiner Person: Durch mein Studium der Mathematik mit Nebenfach Informatik gestartet in 1969 an der Technischen Universität München wurde ich zum Programmierer. Nach Lehrjahren bei Siemens AG und Softlab GmbH gründete ich gemeinsam mit Wolf Geldmacher Anfang der Achtziger Jahre die InterFace AG. Bei einem PM-Camp habe ich Thomas Michl kennen und schätzen gelernt.

Dank unseres Produktes CLOU/HIT haben wir (InterFace) viele Kunden aus dem Behördenbereich (Polizei und Justiz der Länder, die Bundesagentur für Arbeit, Kommunen und manche Behörden auf Bundes- und Länderebene) gewonnen und dabei Vieles gelernt.

Bei der Entwicklung von CLOU/HIT haben wir schnell verstanden, dass kundenorientierte Entwicklung von komplexen SW-Produkten „in alter Denke“ nicht mehr funktioniert und deshalb „hierarchisch organisierte Gruppen“ durch „vernetzte Teams ersetzt. Das war damals revolutionär und irrsinnig erfolgreich.

Heute bin ich nicht mehr „operativ“ tätig, sondern beschränke mich, das Erlebte (Wissen & Erfahrung ?) – vorzugsweise an junge Menschen – weiterzugeben. Das können Einzelpersonen wie Teams (start-ups) sein.

Ich versuche keine Ratschläge zu verteilen (Ratschläge sind auch Schläge) sondern beschränke mich aufs Inspirieren und Generieren von Impulsen. Und versuche, gemeinsam mit allen Beteiligten gute (die richtigen?) Fragen zu finden. Weil eine kluge Frage die Voraussetzung für eine kluge Antwort ist.

Mit dem Hauptziel, andere und besonders junge Menschen erfolgreicher und glücklicher zu machen.


Ich denke, dass diese Vorstellung mein aktuelles „Wirken“ ein wenig beschreibt.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 22. Juli 2018

Liebe & Hass.

Da gibt es so ein paar „Sprichworte“. Die haben mir früher ganz gut gefallen. Wie zum Beispiel:

(i) No pain no gain!

(ii) No risk no fun!

(iii )No hate no love!

Die passen zu vielen Gelegenheiten. Manche werden mit der Pflege solcher Sprüche berühmt. All diese Sprüche haben eines gemeinsam – sie signalisieren, dass es das eine ohne das andere nicht gibt.

Irgendwie waren solche Gedanken auch ein wenig Teil meiner „Küchenphilosophie“, sie gehörten zu meiner zynischen Einstellung zum Leben.

Mittlerweile halte ich von diesen vielleicht klugen Sätzen nichts mehr. Ich möchte gewinnen, ohne zu leiden. Mich freuen, ohne etwas riskieren zu müssen. Und vor allem lieben können ohne hassen zu müssen.

Ich glaube, dass es eine Grundsatzentscheidung eines jeden Menschen ist, ob er sich an (i – iii) halten will. Oder lieber darauf verzichten und sich aufs Positive beschränken will?

RMD