Roland Dürre
Montag, der 9. Januar 2017

FRIEDEN

FRIEDEN darf nicht zur Religion werden, weil dann wird es schnell unfriedlich werden.

Aus dem selben Grund darf es auch kein Projekt FRIEDEN geben.

Scheint ein mächtiges Symbol für Frieden zu sein. Vielleicht zu mächtig?

Ich wollte ja ein Projekt FRIEDEN starten. Für FRIEDEN bin ich mehr denn je. Aber nicht mehr als Projekt.

Ich hatte die letzten Monate zahlreiche Dialoge mit klugen und friedvollen Menschen. Die wie ich davon überzeugt sind, dass Frieden das wichtigste Gut der Menschheit ist. Und habe viel von diesen gelernt und darüber nachgedacht, was ich für FRIEDEN tun kann.

Die Zusammenfassung des aktuellen Standes meiner Gedanken könnte so sein:

Ich glaube nicht mehr, dass Frieden mit Organisationen und durch Projekte erreicht werden kann.

Vor kurzem kam eine starke Frau zu mir und sagte:
„Roland, ich bin jetzt in Rente, habe unendlich viel Zeit und möchte Dich beim Projekt FRIEDEN unterstützen!“

Ich musste ihr sagen, dass nach meinem Verständnis von FRIEDEN es kein erfolgreiches Projekt FRIEDEN geben kann:

Das Projekt kann nur sein, selbst für FRIEDEN zu leben.

Zuerst mal ganz allein und nur bei sich selber. So habe ich sie gebeten, ihr ganz eigenes „Projekt“ zu starten und so für ihren eigenen und unser allen FRIEDEN einfach nur zu leben (und arbeiten). So meine ich, dass es viele kleine Projekte Frieden geben muss, die jeder für sich und zuerst mal für sich selbst macht.

Und dass man ganz bewusst auf Koordination und Abstimmung verzichten muss. Dies ist gefährlich, führt schnell zu Manipulation und Ideologie. Und schadet wahrscheinlich mehr als es nützt.

Mein Gedanke ist also, sich eben nicht organisieren, jedoch die Sensoren weit zu öffnen und achtsam und frei – vielleicht im Schwarm mit anderen FRIEDEN-Wollenden – zu handeln. Das klingt religiös. Ich mag keine religiösen Muster.

Aber vielleicht kann FRIEDEN gelingen, wenn friedvolle Menschen ihre Überzeugungen ausschließlich für sich leben und ihre Überzeugung in eigener sittlich verantworteter Prüfung im Einklang steht mit den Werten der Menschheit (wie die Goldene Regel, Biophilie-Prinzip, Würde des Menschen ist untastbar …).

Ich meine, dass auch „friedvolle“ Menschen andere Menschen NICHT aktiv für FRIEDEN überzeugen oder missionieren dürfen. Dass FRIEDEN die Voraussetzung für alles, zu dieser Überzeugung muss jeder ganz allein kommen. Sonst wird es nicht funktionieren.

Und vor allem dürfen sie auch NICHT willens und fähig sein, sich für ihre Überzeugungen auf zu opfern und so zum Märtyrer zu werden! Weil so FRIEDEN NICHT gelingen kann. Deshalb wird keine Organisation und kein Projekt für FRIEDEN Erfolg haben und FRIEDEN bringen. Und so ist vielleicht sogar das von mir gewählte Symbol für FRIEDEN links oben kritisch zu hinterfragen.

Es ist für mich nicht einfach, meine komplexen Gedanken zu formulieren. Wenn ich ein wenig verständlich machen konnte, was mich bewegt, dann freue ich mich!

🙂 Und ich mache weiter mit der Suche nach dem eigenen FRIEDEN.

RMD

P.S.
Vielleicht ist das so ein Prozess, den wir Evolution nennen.

Als letzter Teil meines Berichts ein paar Infos, Tipps und Kommentare – so als Quintessenz der Reise.

Karibik

Meer und Sonne, ein wunderbares Klima, warmes Wasser von unten und oben, eine exotische Welt, das alles ist für mich ein Traum – gerade im Dezember – und war mein wichtigster Beweggrund für die Reise.

Reisen mit dem Schiff

Die Karibik ist mit dem Schiff ideal zu bereisen. MeinSchiff 4 dient als Hotel, das in der Nacht fährt und am Tag meistens an Land liegt. So konnten wir komfortabel 8 Länder und 10 Hafenstädte besuchen. Dazu brauchten wir kein einziges Visa. Passkontrollen hatten wir nur bei der Aus- und Einreise in Deutschland und der Ausreise aus der R.D. (Dominikanische Republik). Für die Landgänge ist der Schiffsausweis das einzige notwendige Dokument. Der Pass blieb die ganze Reise im Safeder Suite.

Das Schiff

Mein Schiff 4 ist ein deutsch-sprachiges Schiff. Es ist modern und wirkt gut organisiert. Die Mannschaft strahlt eine gute Stimmung aus. Es erscheint aber auch als ein „convenient“ Produkt und folgt strengen Prozessen, die wohl allen Kreuzfahrtschiffen gemeinsam sind. Für mehr als 2.000 nur Gästen geht das wohl nicht anders. Die Sicherheitsvorkehrungen sind gut, allerdings fragt man sich, ob diese im Ernstfall tatsächlich funktionieren werden.

Die Suiten sind geräumig, zweckmäßig und haben eine gute Anmutung. Die meisten Suiten sind haben einen Balkon. Früher wurden Kreuzfahrtschiffe eher in horizontaler Bauweise erstellt. Die unteren Decks beherbergten neben großen Gemeinschaftsräumen wie die Restaurants, die Theater und Einkaufsbereiche auch die Mannschaftsunterkünfte und Betriebsräume wie Küche, Wäscherei und vieles mehr. Die oberen Decks gehörten den Passagieren. Da die Schiffe ziemlich breit waren, gab es dann mehrere Gänge mit Außen- und Innenkabinen für die Reisenden.

Mit der zunehmenden Breite der modernen Schiffe ändert sich das. „Vertikal“ befindet sich bei modernen Schiffen auf fast allen mittleren Ebenen im Inneren des Schiffes der Mannschafts- und Dienstleistungsbereich. Das ist ein abgeschlossener Bereich mit eigenen Treppenhäusern und Lifts. In den unteren Decks sind so die Gemeinschaftsräume noch größer. Der Passagierbereich liegt jetzt ausschließlich außen, sozusagen um diesen „Mannschafts-Tower“ herum.

So haben fast alle Suiten jetzt einen Balkon. Wir haben unseren sehr genossen. Immer wenn wir im Zimmer waren, kam frische Luft vom Meer über die offene Balkontür zu uns. Gerade Nachts war sehr schön, wir konnten im Zimmer bei ausgeschalteter Klimaanlage die Luft des Ozeans schmecken und das Rauschen des Meeres hören.

MeinSchiff 4 hat zwei Swimming-Pools, beide auf Deck 14 (ein Deck 13 gibt es nicht). Einer davon ist im Aussenbereich und mit 25 Meter erstaunlich groß. Leider werden beide mit „Süsswasser“ und nicht mit Meerwasser betrieben. Das auf dem Schiff vorhandene Nutzwasser wird natürlich per Osmose und/oder Destillation aus Meerwasser gewonnen und tut den Schleimhäuten wie der restlichen Haut nicht gut. Deshalb habe ich ihn kaum genutzt.

Beeindruckend sind die gigantischen Liegestuhl-Lager an den diversen Sonnen- und Innendecks. Fast musste ich an Flüchtlingslager denken. Bei wirklich mehr als 2.000 Passagieren geht das wohl nicht anders. Trotz der Unmengen von Liegen feierte das Deutsche Handtuch-Syndrom kräftig Urstand. Schon früh am Morgen waren die meisten Ligen mit Handtüchern und kleinen ergänzenden Gegenstände wie Büchern, Sonnencrème, Käppies oder ähnlichem reserviert. Dass in der Bordliteratur die Gäste explizit gebeten wurden, dies nicht zu tun, störte offensichtlich niemanden bei diesem Bereich.

„Willkommen zurück in Deutschland“

Nach einem langen Landtag tut das Ankommen im Schiff gut. Schiff und Crew begrüßen dann gerne mit „Willkommen zurück in Deutschland“. Auf dem Schiff ist es erst auch mal wie in Deutschland. Alles scheint zumindest auf dem ersten Blick ordentlich und sauber zu sein und ist es wohl auch im normalen Rahmen tatsächlich. Das gesamte Angebot folgt deutlich dem „deutschem Mainstream“.

Der Service wird allerdings noch stärker als in Deutschland vor allem durch Menschen aus der ganzen Welt erbracht. So habe ich viele Service-Kräfte aus Ost- und Südeuropa aber auch Asien  kennen gelernt. Aber ganz gleich ob es der Zimmerservice ist oder im Restaurant oder an der Bar, man trifft im Service eigentlich nie auf einen deutschen Mitarbeiter.

Die Menschen, die auf dem Schiff werkeln, haben überwiegend auch keinen deutschen Arbeitgeber. In der Regel sind sie bei Agenturen zum Beispiel in der Schweiz (Offiziere), in Zypern (Service) oder auch Manila (Nautik) angestellt. Wie auf Meinschiff werden sie dann von den Betreibern“body geleast“. Das ist natürlich nicht nur bei TUI sondern in der ganzen Branche so.

Auch die Arbeitsweise entspricht wenn dann nur bei sehr großzügiger Auslegung dem Deutschen Arbeitsrecht. Arbeitszeit ist 10 Stunden pro Tag und das 7 Tage die Woche. Bei Bedarf sind Überstunden selbstverständlich. Es gibt nur wenige Tage Urlaub. Bei besonderer Leistung gibt es einen freien Tag – der dann in der Regel für Landgänge eingesetzt wird.

Die Mitarbeiter sind mit ihren Jobs und ihrer Entlohnung zufrieden. Abzüge durch Sozialversicherung gibt es nicht. Die Länder, in denen sie angestellt sind haben sehr günstige steuerliche Konditionen speziell für Seefahrer. Dazu kommt eine verblüffend günstige Krankenversicherung für die meistens jungen Menschen, die allerdings nur die medizinisch wirklich notwendigen Kosten abdeckt. Was nebenbei bemerkt dazu geführt hat, dass in keinem Land Europas so viel Seeleute beschäftigt werden wie in der Schweiz.

Seefrau oder Seemann ist übrigens ein jeder, der auf dem Schiff fährt, ganz gleich ob er in der Nautik, im Hotelbetrieb oder in der Touristik tätig ist. So bleibt trotz eines eher niedrigen Bruttoverdienstes netto ganz gut was über.  Die Lebenskosten sind gering, Trinkgelder gibt es auch noch und man sieht etwas von der Welt. Was will man mehr?

All inclusive

Die TUI hat für Kreuzschifffahrt ist ein „all inclusive“ Geschäftsmodell. Das hat Vorteile und Nachteile. Man konsumiert doch oft mehr als man will (und sollte ?), dafür ist die Abwicklung sehr einfach und bei hohem Konsum spart man richtig Geld. Bei MeinSchiff 4 ist das „all inclusive“ ehrlich. Es ist (fast) alles im Preis mit drin. Auch an den Bars. Ob Cocktails in exzellenter Qualität, der Long Drink, viel Bier und Wein, es gibt ein großes Angebot ausschließlich an Markenprodukten, das komplett im Festpreis enthalten ist.

Nur weniges kostet extra, wie die Spezialitäten in drei Restaurants. An den Bars sind nur ganz wenige und besonders prominente Spirituosen und Weine nicht inklusiv. Das gilt auch für frisch gepressten Orangensaft und Champagner.

Bei den Speisen sind Kaviar und Langusten nicht inklusiv. Kaviar aber gibt es dann auch alle Woche als Teil des normalen Frühstücks. Das Glas frisch gepresster Orangen-Saft und das Wasser in Mein-Schiff gelabelten Flaschen kosten extra. Wobei in den Restaurants und Bars gesprudeltes wie nicht gesprudeltes Wasser inklusiv sind. Auf jedem Deck gibt es Wasserabfüllstellen, bei denen man die auf den Suiten vorhandenen Karaffen umsonst befüllen kann.

Essen

Die Qualität des Essen war gut. Auf dem Niveau wie in guten deutschen Kantinen. Eher wie bei der Münchner Rück (MR) oder Allianz als bei der Siemens AG.

In den (auch inklusiven) „feinen Restaurants“ wie im großen Hauptrestaurant wird ein Menü mit mehreren Gängen und „vornehmen“ Service serviert. Da ist das Essen auch von derselben (guten Qualität) und halt auch noch fürs Auge angerichtet.

Selbstservice und Service sind gut gewichtet, in manchen Restaurants gibt auch beides in benachbarten aber abgegrenzten Bereichen. Der Service kostet keinen Aufpreis, ist also auch immer inklusiv, so auch bei GOSCH am Heck auf Deck 12. Dort waren wir gerne, besonders weil es einen großen Freiluftbereich hat. Die Grill-Bar, ein Deck höher auf 14, ausschließlich im Freiluftbereich, war unser zweiter Favorit. Und die beiden Bars in Richtung Bug am Swimming Pool und ein Deck höher mit ihren wirklich ausgezeichneten Cocktails, auch alles im Freien.

Bewegung

Um genug körperliche Bewegung im Schiff zu haben, gibt es einen ganz einfachen Trick: Nur die Treppen nehmen und prinzipiell nie die Aufzüge nutzen. Wenn man sich das zur festen Regel macht, dann bleibt man bei 14 Decks, der Rezeption auf Ebene 3 und dem Ausstieg an der Wassergrenze bei Deck 2 gut in Schwung …

Unterhaltung

Das „Entertainment“ an Schiff ist wie der Rest. Gut organisiert, akzeptable Qualität, deutscher Mainstream wie Helene Fischer. Das zwar nicht unbedingt meines – aber den meisten Menschen schien es gut zu gefallen. Wie auch die Band, die sicher aus guten Musikern bestand, die aber nach meinem Geschmack ziemlich lustlos gespielt haben. Lokale Musik – wie lokales Essen – ist aber auf solch einem deutschen Schiff nicht angesagt. Dabei wäre es sicher leicht gewesen, zum Beispiel zwischen den beiden Häfen Jamaikas einen Reggae-Band an Bord zu nehmen …

Nicht vergessen darf ich die Fußball-Bundesliga. Da gab es „public-viewing“ auf großer Leinwand  mit englischem Kommentator in der Arena im Freien sowie auch unter Deck. Freitag, Samstag und Sonntag gab es so live ein bis zwei Bundes-Liga-Spiele, was bei Seetagen schon Sinn macht. Dazu gibt es natürlich Bier – in großen Schüsseln liegt das 3-Stripes-Biergut geeist aus Jamaika zum Verzehr bereit. Die Regel heißt Holen und Trinken. Wenn einem das 3-Stripes nicht schmeckt kann sich auch ein Korona (aus Mexiko – mein Favorit) oder eine der vorhandenen InBev Marken (Becks, Franziskaner …) holen. Alles dank „all inclusive“ for free.

Meine persönlich liebste Unterhaltung auf dem Schiff ist aber das Genießen der tollen Aussicht von ganz oben. Besonders in den Häfen oder bei Ein- und Ausfahrten kann ich die „Schönen Ausblicke“ richtig sammeln und Stunden nur mit Schauen verbringen.

Hier der Blick nicht vom großen Schiff sondern nur von der Fähre nach Durchfahrt des Panama-Kanals vom Pazifik auf Panama City.

Internet

Aus anderen Erfahrungen weiß ich, dass Internet auf Schiffen in der Regel über Satellit läuft und so für einen intensiven Nutzer eine echte Zumutung ist. Auf MeinSchiff habe ich es nicht probiert, so weiß ich auch nicht, wie gut es dort war. Aber es war ziemlich teuer.

Also betanke ich mein Mobile Telefon am besten bei den Landgängen. Eine mögliche Art ist dann die Nutzung von Hafen-nahen HotSpots, die für Stundenpässe ein paar USD verlangen. Ich würde aber empfehlen in die Orte zu gehen und entweder einen öffentlich Gratis-Hotspot oder ein Café zu suchen, in dem WLAN als Teil des Konsums im Preis mit drin ist.

Digital

MeinSchiff 4 ist ein ziemlich digitales Schiff. Überall im Schiff sind große „Touch Screens“, die über das Schiff, die Restaurants und das Programm informieren. Die Photos vom Schiffs-Team werden digital angezeigt und erst nach Bestellung ausgedruckt. Die Schiffs-App ist leicht zu nutzen. Über sie kann man auch Ausflüge buchen oder den Stand seines Bordkonto einsehen.

Fahrrad
Auf MeinSchiff 4 gibt es keine Fahrräder, die man sich für private Landausflüge ausleihen kann. Das war ein Service auf MS Europa, den ich sehr geschäft habe. Auf MeinSchiff 4 gibt es Fahrräder nur im Rahmen von organisierten Touren. Die aber sowohl als normal Trecking Räder wie auch als eBike. Sogar e-Roller waren an Bord. Nur fährt man dann die Ausflüge in mann-starken Kolonnen, was mich nicht so begeistert.

Das private Ausleihen von Fahrrädern war in den Zielhäfen war nur einmal möglich. Das scheint in Mittelamerika noch nicht so verbreitet zu sein.

Landausflüge

Im Angebot ist alles – von Ausflügen zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus und mit Booten unterschiedlicher Größe. Der Jeep-Ausflug ist genauso dabei wie der mit dem Monster-LKW, sogar Ausflüge mit Flugzeugen wurden angebooten. In Cartageno ist mir eine Stadtführung  für MeinSchiff  mit einfachen elektrischen Scootern auf drei Rädern aufgefallen.

Die Schwerpunkte sind Land & Leute wie auch kulturelle, geschichtliche, geographische und geologische Sehenswürdigkeiten. Bei vielen Ausflügen ist der Besuch eines Abenteuer- oder Vergnügungsparks dabei.

Die Ausflüge sind gut organisiert – natürlich immer abhängig von den lokalen Agenturen. Darauf wird auch in den Geschäftsbedingungen klar hingewiesen. Die Führungen sind auf Deutsch und Englisch. Die Sprachkenntnisse der lokalen Guides waren oft schlecht bis absolut ungenügend. Die Ausflüge sind nicht billig, allerdings sind die besuchten Länder auch nicht billig.

Bei unseren privaten Ausflügen hatten wir überwiegend sehr schöne und erfreuliche Kontakte mit den Einheimischen.

Tag & Nacht

Aufgrund der Jahreszeit ist die Sonne ja im Dezember im Süden, die Karibik ist aber nördlich vom Äquator. So war es um die 11 Stunden hell und 13 Stunden dunkel. Das stört aber nicht, denn 10 Stunden Sonne am Tag sind völlig ausreichend.

Die Gäste

Auf dem Schiff durften wir einen Querschnitt durch einen Teil unserer Gesellschaft erlebt haben. Genau die Menschen halt, die sich einen Fernurlaub leisten können. MeinSchiff  ist da eine durchaus preiswerte Variante. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass ein paar der Gäste für ihren Urlaub ganz schön lange gespart hatten oder ihn sogar mit einem Kredit finanziert hatten.

Die Barbara hat gemeint, dass die Tattoo-Dichte deutlich höher gewesen wäre als im Unterhachinger Freibad. Mich stört das nicht, auch wenn ich persönlich Tattoos eher skeptisch gegenüber stehe. So ziert meinen Körper kein Tattoo, nicht einmal das schöne IF-Logo.

Mehrheitlich hatten wir Kontakte mit angenehmen Menschen. Nur einmal musste ich bei Tisch ein paar AfD-Thesen ertragen …

Verschiedenes

  • Sonnencreme
    Immer sinnvoll, die häufige Bewölkung hat es uns jedoch leichter gemacht Sonnenbrand zu vermeiden.
  • Mückenschutz
    Braucht man nicht.
  • Diamanten
    Gibt es überall, auch blau, mit Rückerstattung. Aber auch zu stattlichen Preisen. Mir fehlt das Know-How um zu Bewerten ob sich der Schmuckkauf da lohnen würde.
  • Zigarren
    Riechen gut, sind aber auch teuer und ich rauche ja nicht mehr (ab und zu leider).
  • Kaffee
    gibt es überall – allerdings immer recht stark geröstet und deswegen nicht unbedingt etwas für deutschen Mainstream-Geschmack.
  • Rum
    Gibt es überall – in Hülle und Fülle. Und schmeckt verdammt gut.

Jetzt ist dann bis zur nächsten Fahrt Schluss in IF-Blog.de mit Karibik und Schiffsreise.

RMD

Mein Wunsch für 2017:
Dankbarkeit und Achtsamkeit für uns alle.

Wie wichtig Achtsamkeit im Handeln gegenüber uns selber wie auch anderen Menschen aber auch der gesamten Schöpfung ist, habe ich schon vor vielen Jahren gemerkt. Auch dass Wertschätzung die Basis von Frieden und die eigene Wertschätzung Voraussetzung dafür ist, andere Menschen wertschätzen zu können, ist mir schon länger klar geworden.

Aber um zu entdecken, dass die Fähigkeit zur Dankbarkeit wahrscheinlich die allerwichtigste Voraussetzung für ein glückliches Leben ist, dafür habe ich fast 66 Jahre gebraucht. Heute bin ich unendlich dankbar für all das, was ich in meinem Leben erfahren und erleben durfte.

🙂 So wünsche mir, dass sich in 2017 das Ausmaß meiner Dankbarkeit weiter erhöhen kann und wird. Und genau dasselbe wünsche ich allen meinen Freunden und an dieser Stelle natürlich ganz besonders den Leser*innen von IF-Blog!

Also:
Ich wünsche Euch für 2017 ganz viele Schönes, so dass sich Euer Maß an Dankbarkeit beliebig erhöhe. Und uns allen wünsche ich die Fähigkeit zu großer Dankbarkeit!

Ein wichtiges Gut ist Gesundheit. So wünsche ich dazu ganz viel Gesundheit!

Das kleine Schweinchen soll dagegen nur ein wenig Schwein bringen. Dass uns allen auf allen Wegen immer das Quentchen Glück begleiten möge, dass uns allen so gut tut!

Einen guten Rutsch und ein gelingendes Jahr 2017!

RMD

P.S
Das wunderschöne Bild verwende ich jedes Jahr für meine Silvesterwünsche. Es ist ein Arrangement von einem lieben Freund, dem Fotografen Rolo Zollner. Es steht unter „common licence“, d.h. bei Quellenangabe und Erwähnung des Fotografen kann es von Euch genutzt werden.

🙂 Möge es möglichst vielen Menschen und besonders dem Rolo möglichst viel Glück bringen!

Roland Dürre
Donnerstag, der 8. Dezember 2016

Auf Wiedersehen bis nach Weihnachten!

Und eine Frohe Weihnacht!

Das war vor zwei Jahren auf Floßfahrt in China. Ab morgen heißt es dann Karibik.

Zwar fühle ich mich nicht
„Reif für die Insel“!!!

Trotzdem bin ich jetzt erst mal weg. Heilig Abend komme ich zurück und treffe unsere Kinder und Enkel – soweit sie in München sind.

So wie es ausschaut, werde ich bis dahin keine E-Mails lesen. Meine vielen Chat-Dialoge werden ruhen und auch sonst werde ich wohl nur ganz selten im Internet sein.

In den nächsten gut zwei Wochen werde ich versuchen, nur für die Barbara und mich da zu sein. Viele Tausend Meilen weg vom „Sweet Home“ werde ich alle Nachrichten, die aus der Welt kommen einfach mal ignorieren. Und werde in dieser Zeit auch nichts im IF-Blog veröffentlichen (wenn dann höchstens einer meiner Freunde oder vielleicht mein Bot.

Das normale Leben beginnt dann für mich wieder am Abend des 1. Weihnachtsfeiertag. Da bin ich wie seit langem jedes jahr im Lustspielhaus zu München beim Willy Michl (Es lohnt sich, auf den Link zu klicken). Da werde ich dann auch „Stille Nacht, heilige Nacht“ grölen, dem ewigen ISARFLIMMERN lauschen und mich freuen, dass die Tage wieder länger werden.

Eine große Freude für mich wäre, wenn ich am 25. Dezember am Abend ein paar Freunde im Lustspielhaus beim Willy treffen könnten und wir vor dem Konzert und in der Pause ein wenig „Ratsch und Tratsch“ machen könnten!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 17. August 2016

Dankbarkeit.

Zurzeit gibt es in IF-Blog nicht so viel zu lesen. Das liegt daran, dass ich gerade eine Auszeit am schönsten Platz der Welt nehme. Gemeinsam mit Barbara und in Begleitung von Anna (Tochter #2), Sophie (Tochter #3), Caroline (Enkelin #1) Nicolas (Enkel #2) und Patrick (Schwiegersohn #1).
🙂  Die Angaben in Klammern betreffen die zeitliche Reihenfolge.

Blick vom Zelt nach Norden in Richtung Gythio.

Blick vom Zelt nach Süden.

Seit vier Nächten und Tagen sind wir in Porto Ageranos auf dem Peloponnes, zirka 10 km südlich von Gythio, dem alten Hafen von Sparta. Wir schlafen im Zelt, direkt am Strand des Ägäischen Meeres,keine 25 Meter von den Wellen entfernt. Wir leben in der Natur. Das Meer rauscht und singt uns sein Lied. Nachts läßt sich der Vollmond von den Sternen am Himmel feiern. Der Zeltplatz ist nicht sehr voll und wird täglich leerer.

Mein Rhythmus hat sich eingeschwungen. Am Morgen schwimme ich zuerst mal je nach Lust und Laune eine halbe bis ganze Stunde ans andere Ende unserer Bucht. Zurück geht es zu Fuß am Strand. Dann gibt es ein wunderbares Frühstück, frisches Weißbrot mit selbstgemachten Marmeladen, griechischem Käse und Ei er in verschiedenster Zubereitung. Besonders mag ich das Rührei mit frischen Tomaten und Paprika.

Der Vormittag vergeht schnell im Nichtstun. Die beiden kleinen halten uns auf Trab. Wir machen mit unserem Kajak kleinere Ausflüge dem Strand entlang und mit den Rädern mittlere und längere Toruren durch die Berge von Mani. Ab und zu geht es nach Gythio, wo das lokale Leben uns vereinnahmt. Und dies selten ohne Pause im Touristik – dem größten Café mit Blick auf dem Hafen.

Mittags gibt es Tomatensalat und Früchte. Ab und zu ergänzt von frischen Eierfrüchten gebraten mit viel Knoblauch und Olivenöl oder in der Pfanne geröstetem Knoblauchbrot und Abends haben wir soviel Tavernen zur Auswahl, dass es schwierig ist, sich zu entscheiden.

Von der Welt bin ich weit weg. Zwar lade ich mir regelmäßig die Süddeutsche aufs Handy und verfolge den Live-Ticker von Haching. Und pflege meine Chats. Aber das ist es auch schon. Insofern bin ich zurzeit eher ein wenig zurückgezogen und konzentriere mich auf mich selbst.

Auf der Überfahrt von Ancona nach Patra habe ich das kleine Büchlein „Dankbarkeit“ von Oliver Sacks gelesen. Ich habe es von Rolf geschenkt bekommen anläßlich meines Vortrages beim „Lions Club Opera“ in München. Rolf Hüttmann macht viele tolle Dinge und übt unter anderem die Präsidentschaft des Clubs aus. Das Jahr seiner Präsidentschaft hat er unter das Motto „Achtsamkeit“ gestellt und mich zu meinem Vortrag zur digitalen Transformation eingeladen.

Rolf kenne ich erst ein paar Wochen. Er ist ein sehr kluger und weiser Mensch, so durfte ich in den bisherigen wenigen Begegnungen mit ihm schon so viel lernen. Er hat mich erst mit dem Werk von Oliver Sacks bekannt gemacht und mir eine wunderbare Widmung geschrieben und mich darauf aufmerksam gemacht, dass wir soviel hinter uns haben, um Dankbarkeit zu empfinden und hoffentlich noch so viel vor uns haben, um dieses Gefühl steigern zu können.

Erst dank Rolf habe ich verstanden, wie groß das Mass meiner Dankbarkeit ist und wie sehr mich diese glücklich macht.

RMD

Blick vom Zelt nach Norden in Richtung Gythio.

Blick vom Zelt nach Norden in Richtung Gythio.

Roland Dürre
Montag, der 6. Juni 2016

Mein Morbus-Scheuermann

Oder:
Die Reichen und die Armen. Wie das Leben so spielt.

Äskulapstab, gemeinfrei

Äskulapstab, gemeinfrei

Vor kurzem habe ich ihn erwähnt, deshalb muss ich mal ja mal über ihn schreiben, über meinen Morbus Scheuermann.

Unerfreuliche Erfahrungen mit Haus- und Fachärzten

Als Kind und Jugendlicher hatte ich überwiegend (eigentlich nur) schlechte Erfahrungen mit Ärzten. Das ging los mit dem Hausarzt. Bei den Besuchen musste ich immer lange im Wartezimmer warten, die kurze Zeit dann beim Arzt hat aber eigentlich nie etwas gebracht. Außer ein Rezept für Tabletten.

Auch die „Hausbesuche“, die es bei hohem Fieber ab und zu mal gab, haben mich mehr an einen Besuch vom Pfarrer als den eines Medizinmannes erinnert. Und auch da blieb dann immer nur das Rezept für die Medizin, die zu nehmen war. Wegen der die Erkältung oder was es war auch nicht schneller vorbeiging. Die „Hausmittel“ haben eh besser geholfen, was zumindest das Leiden unter den Symptomen anging.

HNO-Ärzte wollen auch leben, dies aber gut

Meine Erlebnisse mit den medizinischen Spezialisten – „Fachärzte“ genannt – waren keinesfalls erfreulicher. So war eines meiner schlimmsten Erlebnisse, wie mir im Alter von fast zehn Jahren im schönsten Frühling und kerngesund die Mandeln heraus operiert wurden. Die elterlich/ärztliche Motivation damals war, dass ich vor dem Wechsel ins Gymnasium stand und deshalb gesundheitlich robuster (weniger Fehltage in der Schule) sein sollte, als ich dies in meinen Volksschuljahren war.

Seitdem habe ich chronische Probleme im Hals. Von meinem Leiden unter diesem HNO-Arzt habe ich hier berichtet.

Die Gips-Schale vom Orthopäden

Je älter man wird, desto mehr fallen Tabus. So „oute“ ich mich heute zu einem der Dinge, über die ich nie gesprochen habe, weil es mir peinlich war. Ich musste ein paar Monate (mehr als ein Jahr) jede Nacht in einem Gips-Korsett schlafen, ich denke mal so während und bis kurz nach der Pubertät.

Die Ursache war mein Morbus-Scheuermann und ein Orthopäde, der noch reicher werden wollte. Irgendwann einmal bei einer der zahlreichen Reihen-Untersuchungen (auch mit Röntgen), denen sich ein heranwachsender in den 50iger und 60iger Jahren unterwerfen musste (warum eigentlich?), entdeckte ein findiger Mediziner als zufälligen Befund, dass mein Rückgrat nicht ganz gerade war, sondern eine gewisse leichte Biegung zur Seite hatte, die man sich wie ein wenig wie den Buchstaben „S“ mit einer Krümmung nach links und rechts vorstellen kann. Eben die nach Herrn Scheuermann benannte Erkrankung.

Normal und anormal

Ich selber habe nichts davon bemerkt und fühlte mich auch nicht behindert. Schon damals kam mir die Vorstellung ein wenig absurd vor, dass am menschlichen Körper immer alles so gerade und symmetrisch sein sollte. So habe ich auch den Morbus Scheuermann nicht als Krankheit betrachtet, sondern als Anomalie. Aber auch schon damals hatte ich die Vermutung, dass das eher ganz gerade Rückgrat eine Anomalie ist. Wahrscheinlich gibt es kein einziges, wenn man nur die Messgenauigkeit erhöht.

In den Augen meiner Eltern hatte ich oft eine schlechte Haltung und habe meinen Körper nie aufrecht genug gehalten. Meinen Eltern war eine aufrechte Haltung (des Körpers) aber sehr wichtig. „Junge, steh doch nicht immer so buckelig da“ oder „Brust raus, Kopf hoch“ – so ging es laufend.

Ich habe das heute noch in den Ohren und hatte die Nase so richtig voll von den permanenten Ermahnungen. Heute noch werde ich ärgerlich, wenn ich solche Sätze bei Eltern (oder Großeltern im Umgang mit ihren Enkeln) höre.

So kam der Morbus Scheuermann meinen Eltern als Erklärung für mein Fehlverhalten gerade recht. Und ab ging es zum Orthopäden.

Gerade heute meine ich, dass ein „aufrechtes Rückgrat haben“ wichtiger ist als eine gerade Wirbelsäule. Und eine „aufrechte Haltung“ wichtiger ist als die Körperhaltung. Aber das „nicht so ganz aufrechte Rückgrat“ ist im Gegensatz zum leicht gebogenen keine Krankheit. Und so gibt es auch keine Therapie für aufrechtes Rückgrat und Haltung …

Eine erkannte Krankheit muss behandelt werden

Eine erkannte „Krankheit“ muss also behandelt werden, warum auch immer. Dazu wurde mein Körper und vor allem das Rückgrat vermessen und dann eine Gipsschale in der Größe meines Rumpfes angefertigt. In dieser waren an den Seiten jeweils eine Einlage, die man sich wie ein Klötzchen vorstellen muss. Diese Klötzchen drückten den Körper in eine dem falschen „S“ entgegengesetzte „S“-Lage. Später habe ich die die Gips-Schale im Keller gefunden. Konnte mich nur wundern, was dieser Blödsinn für einen Sinn gehabt haben soll und habe das Teil mit gemischten Gefühlen entsorgt.

So musste ich für Monate jeden Abend meinen Rumpf in diese Gipsschale vom Hals bis zum Beinansatz rein quetschen und drin schlafen. Das habe ich auch gemacht, da gut kontrolliert und weil ich damals noch relativ folgsam und vernünftigen Argumenten zugänglich war. Aber es hat – natürlich ?! – nichts genutzt. Das Rückgrat ist immer noch krumm … Und ich habe gelernt, dass auch „vernünftige Argumente“ meistens nicht „gute Gründe“ sind, etwas zu machen, das man nicht machen mag.

Vielleicht hilft es ja zum „untauglich“

Wie ich dann 18 Jahre wurde und zur Musterung musste, dachte ich dank meines Morbus Scheuermann aus medizinischen Gründen der Bundeswehr entgehen zu können. Sozusagen als gerechten Ausgleich für meine Anomalie. Doch auch diese Hoffnung wurde enttäuscht.

Denn das entscheidende Gutachten für die beantragte Nachmusterung wurde in der Klinik des bekannten Professor Guiliano (oder so ähnlich) erstellt. Der war ein ganz berühmter Orthopäde mit einer eigenen Klinik in Göggingen, noch viel reicher als die anderen Orthopäden. Den Namen habe ich nur noch schwach in meiner Erinnerung, er könnte also auch falsch sein. Und diese Klinik hatte Sammeltermine für die Bundeswehr, da wurden die Gutachten in Serie erstellt.

Die Türen gehen auf und zu

Da sass ich dann auf einer langen Bank in der Klinik des berühmten Professors. Auf der Bank sassen vor und nach mir lauter Schicksalsgenossen. Die hatten auch einen Morbus Scheuermann und wollten auch nicht zur Bundeswehr. Es gab zwei Türen zu den Ärzten. Immer wenn da einer rauskam, durfte der nächste von uns auf der Bank rein.

Mir fiel dann irgendwann auf, dass meine Leidensgenossen, die vor mir dran waren, aus der linken Tür mit sehr viel fröhlicheren Gesichtern rauskamen als die aus der rechten Tür. Wie ich das kapierte, war es nur schon zu spät. Die rechte Tür ging auf und ich war dran. Ich musste rein. Und netter junger Arzt erklärte mir, dass ein Morbus Scheuermann gerade in eher schwacher Ausprägung wie bei mir, kein Grund wäre, seinen Wehrdienst nicht zu machen. Und ansonsten wäre ich ja gesund. So täte es ihm leid – ich wäre tauglich. Und mein Gesicht strahlte auch keine Fröhlichkeit mehr aus.

Hans darf’s und Hänschen muss es wieder ausgleichen.

Später erfuhr ich, dass hinter der linken Tür der Chef der Klinik sass. Hinter der rechten arbeitete der Assistenzarzt. Und da der Chef ein aktiver und stadtweit bekannter Pazifist war, hat der alle „Zu Begutachtenden“ untauglich geschrieben. Der Assistenz musste die Quote wieder in Ordnung bringen und seine Fälle alle tauglich schreiben. Das war halt ein typisches Assistenten-Schicksal und ein gutes Beispiel für Arbeitsteilung …

Und ich kam halt zum Assistenten. Aus eigener Dummheit. Hatte ich das System doch durchschaut und hätte nur meine Position auf der Bank verändern müssen. Z.B. durch „aufs Klo gehen“ mit neuer Einreihung. Aber wie oft im Leben hatte ich ein klein wenig zu spät kapiert, was da eigentlich gespielt wird …

So haben mir mein Morbus Scheuermann und das Jahr im Gips nicht geholfen und ich wurde tauglich. Der Assisten hat mich auch noch gebeten, das Ergebnis draußen auf keinen Fall zu erzählen, weil es ja noch nicht ganz sicher wäre.

Weil ich mich auch bei der Kriegsdienst-Verweigerung extrem ungeschickt angestellt habe (dies aus Trotz und vorsätzlich), musste ich zur Bundeswehr. Und habe 18 Monate Wehrpflicht geleistet, die ich aber mehr als eine Mischung von Zwangsdienst und Zwangsarbeit empfunden habe. Und bin heute gegen jede Form von Zwangsdienst und Zwangsarbeit.

DerAssistenzarzt hatte natürlich recht. Ein Morbus Scheuermann stört im Gefecht bestimmt nicht. Und im Krieg hat man wahrscheinlich gar keine Zeit an ihn zu denken. Man kann mit ihm hervorragend Brüllen und Menschen auf und ab marschieren lassen. Man kann mit ihm auch prächtig Kompanie-Unterricht halten und Rekruten an den Waffen ausbilden. Habe ich dann alles gemacht – ist aber eine andere und sehr lange Geschichte.

Und wenn es ernst wird, dann wird der Morbus Scheuermann den tapferen Soldaten sicher auch nicht am Totschießen anderer Menschen (des Feindes) hindern. Die dann auch ein gerades oder gebogenes Rückgrat haben. Totschießen, das habe ich glücklicherweise nie machen müssen und bin dafür sehr froh und dankbar. Weiss ich doch, wie viele meiner Lehrer und auch mein Vater nach ihrem Dienst bei der Wehrmacht mit schweren Trauma leben mussten. Unter dem dann natürlich auch wieder wir gelitten haben.

Gut fünfzig Jahre ist es her …

Es waren vier Herren in weißen Kitteln, die mein Heranwachsen mitbestimmt haben. Das war unser Hausarzt. der mir gerne teuere Medizin verschrieben und mich an Fachärzte überwiesen hat. Der HNO-Facharzt hat mich operiert und meiner Mandeln beraubt. Der Orthopäde hat dafür gesorgt, dass ich viele Nächte in einer Gipsschale verbringen musste. Nur der Zahnarzt hat mich ab und zu von schlimmen Schmerzen befreit.

Alle diese Arzt-Personen waren für mich damals die reichsten Menschen, die ich in der großen Stadt kannte. Alle strahlten so richtig aus, dass sie Geld hatten, fuhren ein großes Auto und wohnten in tollen Häuser. Hatten ein Segelboot mindestens am Ammersee. An ihren Wänden in der Praxis hingen Bilder und berichteten von Reisen in fremden Ländern. Das war etwas, was für meine Eltern und mich damals unerreichbar war.

Wie das Leben so spielt

Noch reicher in dem mir bekannten Horizont war nur die Inhaber-Familie der Fleischfabrik in Thannhausen, bei der meine beiden Tanten als Hilfsarbeiter schafften. Die beiden hatten nichts gelernt, weil sie mal den väterlichen Betrieb (eine Wirtschaft mit Landwirtschaft) in Neu oder Alt Lublitz (das weiß ich nicht mehr so genau) hätten übernehmen sollen. Nur lag dieser im Sudetenland, und da hat das Schicksal, sprich der 2. Weltkrieg, meinen Tanten einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Denn die Familie meiner Mutter wurde aus „ihrem Paradies“ vertrieben. Mit dem letzten Güterzug  – so die Familien-Legende – wurden sie gegen ihren Willen aus der „Tschechei“ (die in den Erzählungen meiner Mutter in Wirklichkeit überwiegend deutsch war) ins ungeliebte Bayern verfrachtet. Meine Mutter dagegen musste ihr kleines Paradies in Lublitz  schon früher verlassen, weil für sie kein Erbteil übrig war und sie deshalb in der Stadt Troppau in ein Internat gehen und studieren musste.

So konnte sie nach der Vertreibung Lehrerin werden und es ging ihr im Leben viel besser als ihren beiden Schwestern. Die wirklich schlimme Kriegsschicksale hatten. Vielleicht berichte ich da ein anderes Mal darüber.

Aber dann meine Mutter meinen Vater im Bus kennengelernt. Der war ein junger Student aus Berlin, der dummerweise 1919 geboren wurde und so in allen Kriegsjahre an den verschiedensten Fronten der großen Kriegsnation Deutschland mit Begeisterung im Einsatz war. In den Jahren nach der Kapitulation schlug er sich als Busfahrer durch und landete bei der Eisenbahn.

Und so bin ich dann entstanden. Komischerweise hat meine Mutter ihr ganzes Leben nicht verstanden, wieviel Glück sie hatte und bis zu ihrem Tod darunter gelitten, dass sie schon als junges Mädchen von zu Haus weg musste …

Geld ist nicht alles im Leben

Ich war oft in Thannhausen bei meinen Tanten. Das waren oft schöne Sonntage. Der Familie Zimmermann in Thannhausen habe ich ihren Reichtum gegönnt. Denn die produzierten gute Wurst und Fleischwaren, von der ich ab und zu etwas abbekam. Die Wurstwaren haben mir sehr gut geschmeckt. Die Produkte von Zimmermann wurden in kurzen Güterzügen nach Dinkelscherben gefahren und gingen dann weiter in die Welt. Das war für mich so etwas wie Wirtschaftswunder pur.

Und hat mir imponiert. Noch mehr hat mich allerdings beeindruckt, dass die Wurstproduzenten auch noch ein Flugzeug und wie es sich damals gehörte, auf der Wiese hinter Villa und Fabrik eine eigene Landebahn hatten.
😉 Ich vermute mal, dass das ein „Geschäfts-Flieger“ war.
So waren die Zeiten.

🙂 Obwohl mir die Ärzte meiner Kindheit so reich vorgekommen waren, wollte ich nie Arzt werden. Das war mir (und scheint mir heute noch mehr zu sein) ein zu unmoralischer Beruf. Unternehmer konnte ich mir damals schon eher vorstellen. Bin das dann aber auch eher zufällig geworden. Und glücklicherweise kein Medizin-Unternehmer.
So ist das Leben.

RMD

P.S.
Alle diese Gedanken schreibe ich eigentlich nur so für mich auf.

Die Wertschätzung für die Mächtigen unserer Gesellschaft nimmt stetig ab. Die Menschen verstehen nicht mehr, wie diese agieren und vor allem reagieren. Weil sie ja mehr reagieren zu scheinen als zu agieren. Und wie sie regieren und uns beherrschen.

Woher kommt die wachsende Unzufriedenheit und das immer stärker werdende Unverständnis für das, was unsere Politiker, Vorstände und Vertreter der großen Verbände so machen und wie sie es machen? Und dies, obwohl wir eigentlich gutmütig sind und gerne bereit sind, die Schwächen und die Unfähigkeit unseren Mitmenschen nachzusehen?

Ein Versuch einer Erklärung.

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Betrachten wir ein paar Dinge, die Menschen auszeichnen.

Es gibt Menschen, die beeindrucken mich. Sie sind erfolgreich und trotzdem bescheiden und menschlich. Sie schaffen Dinge, strahlen Freude und Mut aus, wirken und bewirken täglich etwas.

Hier meine Überlegungen dazu – das Ganze mal wieder modellhaft und wohl wissend, dass es kein Schwarzweiß gibt. Es gibt Eigenschaften, die machen Menschen glücklich und erfolgreich.

  • Lebenserfahrung
    Da gehört für mich so Vieles dazu:
    Erfahrungen aus Leben in Partnerschaft. Das Erleben von Kindern. Den Willen, die eigene Feindseligkeit gegen sich und andere gegen Freude zu tauschen. Die Bereitschaft, sich auch in extreme Situationen zu begeben wie für persönliche Anstrengungen bis hin in den Grenzbereich. Die Erfahrung von guter und schlechter Zusammenarbeit in Teams. Das sich Üben in authentischer Kommunikation. Das Erwerben und Erarbeiten von Lebensprinzipien wie die Fähigkeit zum glücklich sein und die Bereitschaft zur Liebe. Zu verstehen, dass man immer zuerst mehr geben sollte als man nimmt. Innere Zufriedenheit, die man nur gewinnen kann, wenn ein notwendiges Mass an körperlicher Bewegung erreicht wird. Die Verbindung zur Natur.
    Ich nenne das immer scherzhaft aber ernst gemeint die „artengerechte Haltung“ des Menschen. Dies scheint aber bei den Spitzen unserer Gesellschaft so gar nicht zu klappen.
  • Bildung
    Heute verstehe ich unter Bildung vor allem das sich bewußte Auseinandersetzen mit den Fragen der Menschheit und der Gesellschaft, denn alles andere findet sich direkt oder indirekt im Internet. Für eine „gute“ Bildung  muss man das große Glück haben, den richtigen Lehrern zu begegnen. Das können Einzelpersonen aber auch Teams sein. Man muss bei Meistern in die Schule gehen, die einem helfen, die richtigen Fragen zu stellen und die eigenen Vorurteile zu entlarven. Die Fähigkeit des kritischen Zuhören ist zu erlernen und man muss in die Lage kommen, Rhetorik rasch zu entlarven. Und dies alles immer wieder zu üben, zu üben und zu üben. Das ganze Leben lang.
    Das alles vermisse ich bei den Spitzen unserer Gesellschaft.
  • Autonomie
    Autonomie bedeutet zuerst Mal die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben.
    Wenn ich mir das Leben (nicht nur) unserer „Mächtigen“ so anschaue, so führen gerade diese oft scheinbar so erfolgreichen Menschen überwiegend „ein Leben aus zweiter Hand“. Externe Manipulation erzeugt ihre Bedürfnisse. Was sie haben wollen, was gut oder schlecht sein könnte, wird von außen gesteuert. Künstliche Emotionen gehen vor Trauer und Freude über die Geschehnisse im realen Leben. So weint es sich leichter im Kino bei „Love Story“ denn bei der Beerdigung eines Freundes. Sie verstehen nicht mehr, dass Konsum nicht der Weg zum „glücklich sein“ ist. Empathie wird abgelöst durch eine intellektuelle ethisch-rationale Vorgabe, wann und wie Betroffenheit zu zeigen ist. Und glauben an Wachstum …
  • Freiheit
    Sie haben ihre Freiheit gegen Ruhm und Karriere eingetauscht. Sie sind nicht mehr, Herr oder Frau ihres eigenen Lebens. Sie können nicht mehr das machen, was sie wirklich wollen und könnten nicht mehr ihren ureigenen Bedürfnissen folgen.
    Gerade die mächtigen Funktionäre, Politiker und Wirtschaftsmanager unterliegen einer enormen Fremdsteuerung. Sie sind in der Regel zu Sklaven ihres Systems geworden. Ihr Leben wird von einem exzessiven Terminkalender und Menschenstab dahinter gesteuert, der ihnen auf Monate im voraus lückenlos vorschreibt, was sie zu tun haben.

So erlebe ich die Mächtigen unserer Welt, wenn ich ihnen ab und zu im Lande begegne oder sie medial beobachte. Gehetzt, gestresst, aufgesetzt, gekünstelt, mit vielen schönen Worten aber ohne jedes Kommitments. Ich empfinde sie wie Atavare aus einer anderen Welt oder noch schlimmer als Zombies eines mittlerweilen perversen Systems..

Wo sind sie geblieben, die authentischen, in sich zentrierten und ruhenden Persönlichkeiten in Spitzenpositionen? Die sich eben nicht dauernd profilieren müssen, indem sie letzten Endes allen nach dem Mund reden und in permanenter Anbiederung verharren?

Die Selektionskriterien auf dem Wege zur Macht 

Die Auflösung ist, dass den von mir geforderten Eigenschaften die Selektionskriterien auf dem Wege zur Macht diametral entgegenstehen. Wenn Du nämlich reich und mächtig werden willst, zählt alles das nicht, was ich oben beschrieben habe. Sondern ist im Gegenteil hinderlich und verurteilt Dich in dieser Welt zum Scheitern. Schon in der Schule ist Wohlverhalten angesagt. Beim Heranwachsen musst Du Dich einer großen Indoktrination unterwerfen, die unsere Sozialisierung dominiert. Zweifel und eigene Gedanken werden sanktioniert. Besseres Wissens muss sich dem Vorankommen unterordnen. Wer  nicht bereit ist, sich den Schablonen des Glaubens an die großen Lügen des Spätkapitalismus zu unterwerfen geht im Poker um die Macht unter. Und die Ampeln der Deutschland AG stehen für ihn auf ROT.

Nur mit konsequenter Übernahme der Dogmen und Drogen der „amerikanisch-europäischen Werte“ und konsequentes Handeln im dadurch vorgegebenen Rahmen wird man mächtig und reich (was im Prinzip das selbe ist). Man muss die Fähigkeit erwerben und erlernen, wie man die ziemlich absurden Spielregeln des „shareholder value“ zum eigenen Vorteil nutzt. Und sich den perversen Metriken von Wirtschaft und Politik völlig unterwerfen.

Wenn man dann noch dir richtigen Leute kennt oder gar in die Deutschland AG oder Parteien-Oligarchie hinein geboren wurde, dann geht es rasch aufwärts mit Karriere und Kohle.

Wie kann man diese Welt ändern?

Ich glaube aktiv, geplant und mit rationalem Vorsatz geht da gar nichts. Die Evolution ist gefordert und wird das lösen. Sie funktioniert vor allem deshalb, weil die Alten aussterben. Und gerade bei den jungen Menschen bemerke ich, dass die anders ticken. Immer mehr davon glauben glücklicherweise den Quatsch nicht mehr, den wir erzählen. Sondern erfinden sich selber.

So wird die Evolution bald wieder für große Überraschungen sorgen. Die „digitale Transformation“ könnte da ein Treiber sein.  Auf jeden Fall ist sie „ein Teil davon“. Aber auch dies wird die Evolution letzten Endes nicht interessieren.

RMD
Folégandros, 3. Juni 2016, Gedanken vor dem Frühstück.
😉 Nach einer langen Wanderung am Vortag durch die griechische Sonne

 

 

Oder: Unternehmertagebuch #118 – Werde glücklich!

Vor bald 18 Monaten habe ich meinen Job als Vorstandsvorsitzender der InterFace AG „an den Nagel“ gehängt. So wie ich vor vielleicht 18 Jahren meine „Programmierstiefel“ wortwörtlich und symbolisch an einen anderen Nagel gehängt habe.

Seit bald 1,5 Jahren bin ich frei.

Und ich habe es geschafft – für mich fast sensationell – mich in meinem neuen Leben auf jeden Morgen und jeden Abend zu freuen. Auf die nächste Stunde und das nächste Treffen.

Morgens stehe ich auf und freue mich, dass mein Körper und sogar mein Verstand noch funktionieren. Ich schaue meine Hände und meine Füße an. Sie sind noch da so wie meine Augen, Ohren, die Nase und vieles mehr. In meiner Wahrnehmung funktionieren die Organe und mein Herz schlägt wie schon seit 66 Jahren. Ist das nicht unglaublich schön?

Ergänzend dazu kommt, dass ich materiell unabhängig bin und mir meine Grundbedürfnisse gut erfüllen kann. Wie die meisten von uns, die wir in dieser Welt so privilegiert sind.

In diesem Artikel schreibe ich, wie ich es geschafft habe glücklicher zu werden. Welche Geheimnisse ich dazu entdeckt und welche Regeln ich gefunden habe. Und welche Projekte mir Freude machen.

Meine Geheimnisse.

izzo5GeheimnisseFünf dieser Geheimnisse stehen im Buch von John Izzo:

„Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben.“

Diese fünf Geheimnisse sind eine wichtige Untermenge meiner Geheimnisse. Die Lektüre dieses Buches empfehle ich jedem, auch wenn es ein klein wenig „amerikanisch“ ist. Ersatzweise könnte auch das Lesen meines IF-Blog-Artikels zum Buch ausreichen, da steht das meiste drin, nur viel kürzer.

Ask-an-Answer_1m-185x300Ein weiteres Geheimnis ist es, die richtigen Freunde, Partner und Lehrmeister zu finden. So ist zum Beispiel Jolly Kunjappu vor ein paar Jahren in mein Leben getreten. Ganz plötzlich und zufällig.

Heute begleitet er mich auf meinem Lebensweg als Freund und Lehrer (der er gar nicht sein will). Er ist mein Partner im Projekt FRIEDEN. Die Überschrift dieses Artikels ist von ihm.

Er ist nur einer von vielen, die mir viel geben. Ich bin froh, dass sehr viel junge Menschen da dabei sind. An dieser Stelle möchte ich mich bei Euch allen dafür bedanken!

Meine Regeln.

  • Nimm Dir jeden Monat etwas Schönes vor.
    Zur Zeit nehme ich mir vor, in jeden Monat zirka 10 besonders schöne Tage zu haben. So sind wir im Mai durch Italien geradelt und haben das mit einen spannenden Kongress verbunden. Im Juni machen wir 10 Tage Insel-Hopping nur mit Rucksack auf den Kykladen. So geht das dann weiter und ich habe immer etwas Schönes, auf dass ich mich freuen kann.
  • Treff Dich nur mit Menschen, die Du magst!
    Wie viel quälende Zeit habe ich mit Menschen verbracht, die ich nicht verstanden habe? Und die mich nicht verstanden haben. In der Hoffnung, es könnte funktionieren. Aber es hat eben nicht funktioniert. Und übrig blieb der Frust.
  • Zu Besprechungen:
    Wie oft habe ich in meinem Leben in sinnlosen Besprechungen gesessen? Und habe gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Und dabei viel Lebenszeit verloren. Deshalb sind mir die folgenden Regeln besonders wichtig:

    • Peer-to-Peer geht vor größeren Meetings.
      Ich habe mal gelesen, dass „die Wahrheit immer zu zweit anfängt“. Das ist eine schöne Metapher und ein Hinweis, wie schwierig es ist Besprechungen mit mehr als zwei Menschen durchzuführen. Die Peer-to-Peer-Kommunikation ist der goldene Weg. An Besprechungen von mehr als zwei Menschen nehme ich nur noch in der Rolle des „Gastgebers“ und Moderators teil.
    • Keine Besprechung über 90 Minuten!
      Eigentlich genügen meistens 60 oder weniger Minuten. Die Gefahr ist, dass man bei längeren Meetings das
      Erreichte nur wieder zerredet. Außerdem dreht man sich schnell im Kreise und das Ergebnis (der Beschluss) hängt davon ab, wo man am Ende gerade steht. Welch ein Horror!
      Gerade Besprechungen mit mehr als zwei Menschen führe ich aus guten Grunde am liebsten im Stehen durch.
  • Zu Terminen:
    Mache keine Termine mehr in der Ferne, außer es ist unumgänglich!

    (wie zum Beispiel für eine Aufsichtsratssitzung)
    Begründung: Termine machen unfrei. Sie werden zum Korsett, lähmen und erschweren das Handeln.
    Beispiel: Warum soll ich am Ende eines Gesprächs mit meinem Mentee einen neuen Termin in 3 Monaten vereinbaren? Die bessere Alternative ist doch, dass wir uns genau dann wieder treffen, wenn der Mentee mich braucht. Und das dann möglichst kurzfristig. Als freier Mensch kann ich die Zeit immer einschieben. Auch bei räumlicher Trennung ist ein „Bildtelefonat“ über große Entfernung immer möglich.
  • Wirke homöopathisch!
    Damit meine ich „Dränge Dich nie auf!“, „Versuche nie die Dinge zu kontrollieren!“ oder „Für andere Menschen vorzudenken und sie zu steuern und zu lenken“! Und denke daran: Kleine Dosen sind besser als große. Lass es laufen, dann passiert schon das Richtige!
    Beispiel: Es ist für mich tabu, einen Mentee aktiv zu beeinflussen. Er darf und soll kommen, wenn er es für sinnvoll hält. Und wenn er nicht kommt, dann heißt das doch nur, dass er mich nicht braucht. Und auch das ist gut! Ich will doch nur helfen, dass er oder sie ein wenig glücklicher und erfolgreicher wird.
  • Pflege Dein Netzwerk!
    Du bist ein soziales Lebewesen. Du brauchst den Austausch mit anderen Menschen. Das ist das wichtigste, weil Weiterentwicklung nie isoliert statt findet.
  • Lernen macht Spaß!
    Zurzeit lerne ich wahnsinnig viel in der Praxis. In diesem Jahr habe ich wohl schon eine hohe zweistellige Zahl von Geschäftsplänen mündlich und schriftlich kennen gelernt und bewertet. Das erfolgt im Rahmen meiner Tätigkeit in der Jury bei einem Businessplan Wettbewerb, die ich schon seit ein paar Jahren ausübe. Und lerne dabei soviel. Auch das macht mir Freude und macht mich glücklich.

 

Meine Projekte.

Setz Dir anspruchsvolle Ziele und setz Dich für sie ein. Sei aber auch fehlertolerant gegen Dich selber, wenn es mal nicht klappt! Meine beiden Hauptprojekte neben meinem eigenen Leben und der Familie sind „AktMobCmp“. Da geht es um die „aktiven Mobilität im Alltag“ als wichtiger Teil von zukünftiger Mobilität. Und das Projekt FRIEDEN, auf das ich mich immer mehr konzentrieren werde. Und ich versuche gute Dinge vor dem Entgleisen zu bewahren wie PM-Cmap.

Meine Annahme.

Ich bin überzeugt, dass ich auch als Vorstandsvorsitzender so hätte leben können, wie ich es jetzt mache und dann erfolgreicher und glücklicher gewesen wäre. Ich war jedoch zu feige. Aber ich weiß, dass es geht. Einfach ausprobieren!

RMD

P.S.
Oder nochmal mit Jollys Worten:

» Sei anders, sei du selbst (einzigartig) «
» Be different be yourself (unique)«

und
» Sei kein Sklave eines Systems, sei Meister deines eigenen Lebens «
» Don’t be a slave of a system, be a master of your own life «

Jolly Kunjappu
(aus ASK AN ANSWER 2016)

Roland Dürre
Freitag, der 6. Mai 2016

Trinkgeld

Zurzeit bin ich wieder auf Reisen. Mit dem Fahrrad in Italien.  Am Sonntag vor knapp einer Woche sind wir am Morgen in Orvieto aus dem Nachtzug München Rom mit dem netten Namen LUPUS ausgestiegen. Von dort haben wir das schöne Rom auf dem Wege zu einem Kongress im Süd-Osten Roms in drei Tagen umrundet. Die erste Station war Viterbo, die Nacht darauf haben wir in Tragliatella geschlafen.

castelcardinaleDer Kongress war in einem wunderschönen Tagungshotel Castel Cardinale hoch über dem Albaner See gegenüber von Castel Gandolfo. Jetzt machen wir noch zwei Tage Urlaub mit Freunden und dann soll uns eine weitere Rundfahrt wieder zurück ins schöne Rom führen, von wo uns dann am Mittwoch Abend wieder der Nachtzug zurück nach München bringen soll.

Da stellt sich wieder typische Frage:
Bekommt der Schlafwagenschaffner ein Trinkgeld?

Wenn ich ins „Ausland“ fahre, muss ich dann Trinkgeld geben? Wer kennt sie schon, die Trinkgeld-Sitten in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Albanien, Bulgarien, oder gar Nordafrika, der Türkei und den vielen anderen Ländern?

Gibt es in den Ländern Unterschiede, wenn ich z.B: Essen gehe oder in einem Privatquartier übernachte? Oft ich da unsicher: Was ist üblich, verletze ich vielleicht gar den Stolz eines Menschen wenn ich was gebe, obwohl ich es ja nur gutgemeint habe. Oder ist es schäbig, wenn ich nichts gebe?

Es gibt ja Länder, in denen das „Trinkgeld geben“ ein Muss ist. Dazu gehören die USA, in denen es ja ein „direkter“ Gehaltsbestandteil ist und man ohne Trinkgeld den Laden ja gar nicht verlassen kann. Da ist dann eh alles klar. Aber auch in Deutschland bin ich unsicher. Wie kann es sein, dass dort das Trinkgeld kein Muss ist, aber in Gastronomie-Betrieben trotzdem pauschal versteuert werden muss?

Jetzt radele ich durch Italien. Dort ist soviel ich weiß das „Trinkgeld geben“ eher unüblich. So habe ich auch kein Problem.

Wie soll ich das aber mit dem Schlafwagenschaffner im Zug von Deutschland nach Italien machen?

Meine Lösung war: Ich gebe ihm ein Trinkgeld, dass ein klein wenig mehr als nur symbolisch. Auf der Hinfahrt waren das 5 € für uns beide (also unser Abteil). Und habe ihm kommuniziert, dass er das als Ausdruck meiner Wertschätzung für seine Arbeit sehen soll. Anschließend habe ich erfahren, dass Schlafwagenschaffner früher eigentlich immer Trinkgeld bekommen haben, dies aber immer mehr aus der Mode gekommen wäre.

Ich meine, dass „Trinkgeld geben“ genau dann Sinn macht, wenn es a) zu den Regeln des Landes passt und das „Geschenk“ zudem auch noch klar als Wertschätzung kommuniziert wird. Und bin ganz froh über solch kleine und unscheinbare Gedanken-Ergebnisse, die mir das Leben noch ein wenig freudvoller machen.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 29. April 2016

FRIEDEN

Denker, Künstler und vor allem Mensch.

Denker, Künstler und vor allem Mensch.

Das Kickoff gestern Abend zum Projekt Frieden scheint gelungen. Ich glaube wir und besonders Jolly haben die Menschen erreicht. Wir haben auch schönes Video-Material eingefahren und werden uns nun beraten, was wir und wie wir das am besten aufbereiten.

Roland M. DürreGestärkt wollen wir jetzt weitermachen. Wir suchen Verbündete und sammeln verrückte Ideen. Und werden gemeinsam nachdenken und dann neue Aktivitäten angehen.

Bei allen Besuchern möchte ich mich fürs Kommen und die große Unterstützung bedanken.

In meinem Beitrag habe ich in gut 30 Minuten  Jolly vorgestellt, persönlich berichtet, warum ich mich ab mich ab sofort immer mehr auf das Projekt FRIEDEN konzentrieren möchte, meinen Optimismus begründet und versucht darzulegen, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist.

Wir werden die Vorträge von Jolly und mir im Internet verfügbar machen. Hier schon mal vorab mein Vortrag in Stichworten ergänzt um ein paar Links zu Videos:

Vorstellung Jolly (Wir sind Partner im Projekt)

  • Kennengelernt bei der Münchner Schach-Akademie
  • Sofort festgestellt, dass wir „Brüder im Geiste“ sind
  • Künstler und Philosoph
  • Moderner Robin Hood
    Mit seiner Lebensphilosophie überzeugt er die Wohlhabenden, ihren Reichtum mit den Bedürftigen zu teilen.
  • Er lebt, wovon er spricht und setzt sich für Miteinander und Frieden ein.

Warum mache ich das (Motivation fürs Projekt)?

  • Dankbarkeit für so vieles Gutes, was mir im Leben- zurückgeben.
    • Privat (Ehe, Familie Kinder)
    • Immer warm und satt.
    • Wunderbare Lehrer, Kreise und Gemeinschaften.
    • Die Chance gehabt, unendlich viel zu lernen.
    • Geschäftlich und sozial erfolgreich.
  • Erlebnisse
    • Krieg im Elternhaus – 50iger
      (inneren Frieden)
    • Tschernobyl – 80iger
      (Wir waren dabei)
    • Kuba-Krise – 60iger
      (eine immer noch traumatisierte Gesellschaft hat Angst vor dem großen Krieg)
    • Vietnam
      (Mein Erlebnis mit jungen GIs in den 60igern)
    • und viele mehr Kriege!
      (Friede zwischen Menschen, Völkern und Gemeinschaften aller Art)
  • Ärger, dass ich vieles nicht so gemacht habe, wie ich es hätte machen können. Trotz besseren Wissens.
    • Die Aufgabe der Generationen vor mir weiterführen (Vorväter – Vorbilder).
      (Carl Amery, John Lennon, Konstantin Wecker, Willy Michl, Ghandi oder Martin Luther King)
    • Das ingenieurmäßige Wissen, dass wir eine große Transformation brauchen, dies ziemlich schnell und wohl auch radikal – sonst ist in wenigen Generationen Schluss.
    • Bald 66 Jahre – und merke immer mehr, dass der FRIEDE das einzige was zählt in meinem Leben ist

Worauf beruht meine Hoffnung (Optimismus)?

  • Krieg wird immer absurder!
    • 13500 Cyber-Soldaten
      (harmlose Variante – die Vorstellung vom permanenten Cyberkrieg ist erschreckend)
    • Bodyleasing von Soldaten als neue Qualität eines anderen Söldnertums (früher habe sich einzelne Menschen als Söldner verkauft, heute wird zum normalen unternehmerischen Profit-Thema von Kapitalgesellschaften).
      Beispiel: Academi (von 1997 bis 2007 Blackwater USA, bis 2009 Blackwater Worldwide, bis 2011 Xe Services LLC, seit 2014 Teil der Constellis Holdings) ist das größte US-amerikanische private Sicherheits- und Militärunternehmen.
    • Kampfroboter (war robots)
      Atlas entwickelt von Boston Dynamics im Auftrag der US-amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency oder
      Bosten Dynamics war meines Wissens mal Alphabet (Google), mittlerweile wohl verkauft weil militärisch und
    • zur neuen Kriegsführung eine Übersicht.
  • Neues Wissen aus Gehirnforschung und Philosophie
    • Dinge wie persönliche Schuldfähigkeit und den freien Willen haben wir völlig falsch verstanden
    • Der Verstand ist nur ein ganz kleiner Teil von uns
    • Wir sind eben nicht die freien Denker und Lenker sondern gefangen von unserer Sozialisierung, die unser Unterbewusstsein prägt. Könnte ein Grund mehr sein, warum wir letzten Endes doch sehr soziale Wesen sind. Denn unser Unterbewusstsein wurde von der Sozialisierung, sprich von anderen Menschen geschaffen.
  • Das Internet verändert die Welt. Die digitale und sozial Vernetzung der „freundlichen Menschen“ mit der Bereitschaft etwas gemeinsam zu tun nimmt zu.
    • Erfolgreiche Beispiele
      (NextHamburg, Urbanauten, PMCamp.org selbstgemacht, Open Source Communities, NGOs aber auch Unternehmen)
    • Selbermachen von solchen „freien Communities“ wird zum Hauptweg der Zukunft um konkrete Probleme zu lösen (Infrastruktur-Themen in der Smart Cities). Auch weil Vater Staat das alles gar nicht mehr machen kann.

Wie soll es gehen? (Handeln)

  • Wir dürfen nicht Reden sondern müssen Handeln! Aufstehen! Etwas Tun!
  • Wir müssen bei uns selber beginnen
  • Keine Indoktrination, nur Impuls und Inspiration.
  • Freiheit und Frieden.
  • In Liebe leben.
  • Verbindung mit Kunst und Künstlern?
  • Schneeballprinzip?
  • Ideen gibt es genug.

Und dann kam Jolly … 

RMD
(Fertiggestellt am späten Abend im Zug von Stuttgart nach Hause in ein schönes Wochenende und schon ein wenig auf dem Wege am Samstag nach Rom)

P.S.
JOERG ROTHERMEL hat auf Facebook einen schönen Kommentar geschrieben:


„Wir dürfen nicht Reden sondern müssen Handeln! Aufstehen! Etwas Tun!“
da halte ich mal den text einer feministin dagegen:
https://franziskaschutzbach.wordpress.com/…/ich-denke…/
besonders nett finde ich die Überlegung ob „Macker“ von „Macher“ kommt!


Da trifft er mich natürlich im Herzen. Weil ich da sehr männlich formuliert habe. Nur: Ich meine Frauen und Männer sind halt so. Das ganz wertfrei. Und ich bin halt ein Mann und empfinde so die Frauen als schöne Göttinnen. Der Post hinter dem Link ist übrigens sehr lesenswert.

Ich sehe da aber kein Gegeneinander sondern vielmehr eine große Ergänzung.

Denn in meiner Denke steht
„Wir dürfen nicht Reden sondern müssen Handeln! Aufstehen! Etwas Tun!“
NICHT FÜR: GOCKELHAFTES MACHEN, KÄMPFEN, DEMONSTRIEREN, PROPAGANDA und MISSIONIEREN Fast ärgere ich mich, dass ich unser Unternehmen FRIEDEN als Projekt FRIEDEN bezeichnet habe. Halte ich persönlich ja in meiner Radikalität das allgemeine Projektverständnis schon als typisch chauvinistes Gehabe und Wichtig tue und meine ich doch, dass Teams von Frauen und Männer im Prinzip für tolle Ergebnisse KEINE Projekt Manager brauceh.

Vielmehr ist das für mich die METAPHER

FÜR: „Uns nicht von DAS TUT MAN NICHT unterdrücken, von MARKETING manipulieren, von INDOKTRINATION beeinflussen lassen.“
FÜR: „auf die BOTSCHAFTEN AUS DER ZUKUNFT HÖREN, AUTONOM und FREI LEBEN und nicht mehr JEDEN BLÖDSINN zu schlucken.“
FÜR: „den QUATSCH der POLITIK nicht mehr einfach so zu SCHLUCKEN sondern MUTIG und mit ZIVILCOURAGE darauf zu reagieren.“
FÜR: die WERTSCHÄTZUNG für uns selber und unsere NMITMENSCHEN, die SCHÖPFUNG und unsere UMWELT wieder in uns zu gewinnen, in gegenseitigem RESPEKT zu leben und MENSCHENFREUNDLICHKEIT und in LIEBE leben als die handlungsleitenden ELEMENTE des ALLTAGES zu leben.“
FÜR: „sich mit FREUNDLICHEN MENSCHEN (keine WUTBÜRGER) zu verbünden und konkret mit MUT und FREUDE unser Welt zu verbessern.“ und vor allem
FÜR: „sich zuerst mal selbst ändern und FREUDE und LIEBE in sich selbst finden!“

UND VIELES MEHR IN DIESE RICHTUNG!

Da könnten sich die Geschlechter doch gut treffen!?