Detlev Six
Dienstag, der 24. August 2010

Das Ende vom Ich.

Wenn ich in der Schule schlecht bin,
schlagen meine Eltern den Lehrer.

Wenn ich fett werde,
berufe ich mich auf meine Gene.

Wenn ich zu dünn bin,
sind die falschen Vorbilder schuld.

Wenn ich Alkoholiker werde,
ist das Suchtzentrum im Hirn verantwortlich.

Wenn ich Heroin drücke,
dann ist meine Familie schuld.

Wenn ich Täter werde,
schiebe ich es auf meine Determiniertheit.

Wenn ich Opfer werde,
schiebe ich es auf den Täter.

Wenn es mir schlecht geht,
bitte ich Gott um Hilfe.

Wenn Gott nicht hilft,
ist der Teufel daran schuld.

Wenn ich als Politiker nichts mache,
dann ist die Faktenlage dafür verantwortlich.

Wenn ich als Manager versage,
muss die Firma für mich sorgen.

Wenn ich Einwanderer bin,
sind die Einheimischen für alles zuständig.

Bitte fortsetzen.

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Detlev Six
Mittwoch, der 18. August 2010

“khadashta sharafi”

Ich lächle der hübschen Schwarzhaaarigen auf
der Parkbank zu. Im Halbdunkel sehe ich nicht genau,
ob sie zurücklächelt. Ich will weitergehen, da stellt
sich ein Mann in den Weg: “khadashta sharafi”

“khadashta sharafi” heisst, “Du hast meine Ehre verletzt”
und die Geschichte ist erfunden.

In seinem Post “Man spricht deutsch” wandert Roland
in einem beschwingten Samstagsspaziergang durch
Babylon, die Sprachen fliegen wie bunte Vögel durch
die Luft, ein sympathisches Multikultigefühl überkommt
ihn. Sein Fazit: “Für mich ist die deutsche Sprache ein
Kulturgut, das wir pflegen sollten, mehr nicht.”

Das klingt weltoffen, liberal, menschenfreundlich.

Und ist hochgefährlich.

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Roland Dürre
Donnerstag, der 12. August 2010

Tweets zum Twittern und Bloggen #025

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema

Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

100805 Wenn alle auf Dich mit dem Finger zeigen, dann twittere und blogge. #Twitter #Bloggen

100806 Wenn Dein Lieblingsverein verliert, dann twittere und blogge. #Twitter #Bloggen #Fanfrust

100807 Wenn Du die Welt nicht mehr verstehst, dann twittere und blogge. #Twitter #Bloggen #Weltschmerz

100808 Wenn Dein Lieblingsschauspieler stirbt, dann twittere und blogge. #Twitter #Bloggen

100809 Wenn Du einen besonders traurigen Film gesehen hast, dann twittere und blogge. #Twitter #Bloggen #Traurigkeit

100810 Wenn Du davon träumst, ein Star zu werden, dann twittere und blogge. #Twitter #Bloggen

100811 Wenn Dich die Hunde beißen, dann twittere und blogge. #Twitter #Bloggen

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter Twitter und “follow” RolandDuerre!

Viel Spaß beim Folgen!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 11. Juli 2010

Kontext

1969 habe ich in der Informatik-Vorlesung des großen Professors F.-L. Bauer kurz nach dem Abitur das erste Mal den Begriff “kontextsensitiv” gehört. Vieles im ersten Semester habe ich nicht verstanden, wie auch manche Themen und Bilder in dem die Vorlesung begleitendem Buch “Informatik 1″, dem berühmten gelben “Bauer/Goos”.

Erst viele Jahre später, mittlerweile mit F.-L. Bauer befreundet, in vielen persönlichen Gesprächen mit ihm und gemeinsamen Begehungen der Abteilung Informatik im Deutschen Museum, habe ich begriffen, was Informatik eigentlich ist.

Mit dem Begriff “kontext-sensitiv” war das ähnlich. Der Begriff war für mich relevant, wenn es um Programmieren und Programmiersprachen ging. In meinem Programmierer-Leben ist mir schnell klar geworden, dass geschaffene Software inklusive aller Korrekturen und Änderungen frei von “Kontext-Sensivität” sein muss.

Im Vergleich zur menschlichen Kommunikation erscheint die Beschreibung eines Problems in einer formalen Sprache oder die Lösung des selbigen mit einer Programmiersprache geradezu trivial. Aber gerade im echten Leben spielt der “Kontext” die entscheidende Rolle. mehr »

Detlev Six
Montag, der 5. Juli 2010

Fahnenbildung und Fahnenflucht.

Was wäre dieser Blog ohne Roland, dem Geist und Chris dem Geist,
der jedem in die Wadeln beisst.

Jetzt hat Roland, der eine Geist, dem anderen Geist das allerschlimmste
Geistverbrechen vorgeworfen: Geistlosigkeit.

Widerspruch.

Chris findet die Fahnenbildung nicht in der Sprache seiner Heimat.

Wozu auch.

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Roland Dürre
Freitag, der 25. Juni 2010

Wikipedia #11 – “Fahnenbildung”

Dr. Klaus-Jürgen Grün (Philosoph, Hochschullehrer, Unternehmer, IF-Blog Autor und guter Freund) veranstaltet unter anderem Dialektik-Seminare. Als besonderes “Highlight” bietet er den Teilnehmern an, mit ihnen durch Bildung einer “Fahne” Erkenntnisgewinn zu definierten Herausforderungen zu generieren.

Bei meinem Mentor Rupert Lay habe ich die “Fahnenbildung” viele Jahre fleißig geübt und sehr zu schätzen gelernt.

Und immer gerne weiter empfohlen. Aber was macht ein moderner Manager, wenn er einen Begriff nicht kennt?

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Detlev Six
Freitag, der 11. Juni 2010

Positionierung in der Wissenschaft: Paradigmenwechsel.

Waschmittel oder Wissenschaft.
Beides sind Märkte.
Weil sie wie Märkte funktionieren.

In der Wissenschaft dominieren Marktinteressen
zunehmend das Erkenntnisinteresse.
Neuestes Beispiel.
Hirnforschung gegen freier Wille.

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Roland Dürre
Donnerstag, der 10. Juni 2010

Menschenhaufen

Im Rahmen eines OpenSpeech (siehe auch meinen Vortrag im Gymnasium Ottobrunn am 20. Mai zum Thema Gemeinschaft – Mensch – Gesellschaft) habe ich ganz zu Beginn die Zuhörer aufgefordert, einfach mal den Begriff Gemeinschaft auf sich einwirken zu lassen, einen Moment assoziativ nach zu denken und dann die verwandten Begriffe laut raus zu lassen.

Es ist auf mich nur so eingeprasselt. Und ein junger Mann der Kollegstufe hat ganz einfach gesagt:

Gemeinschaft ist nur möglich, wenn es einen “Menschenhaufen” gibt!

Ist das nicht genial? In der Tat: Gemeinschaft und soziale Systemen, Gesellschaft, all das kann nur entstehen, wenn es einen oder mehrere Menschenhaufen gibt. Menschenhaufen, die sich in ihrer Zusammensetzung laufend ändern und anders vermischen?

Der Begriff des Menschenhaufen suggeriert, dass Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn es so etwas wie eine Klugheit der Masse oder Schwarmintelligenz gibt. “Menschenhaufen” erklärt förmlich, warum es soziale Systeme geben muss und sich Gesellschaft entwickeln kann.

Und wir sind nur ein Teil eines Menschenhaufens. Wir lieben oder hassen unseren Menschenhaufen, und ab und zu verlassen wir ihn auch und gehen in einem neuen auf.

Das vereinfacht doch vieles. Ich danke dem mir unbekannten Zuhörer und Erfinder des Begriffes “Menschenhaufen”!

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 4. Juni 2010

Hauptanliegen

Ich kritisiere viel. Vielleicht zu viel. Und schreibe viel. Vielleicht zu viel.

Aber eigentlich verstehe ich nur eines nicht.

Woher wissen die Menschen all das, was sie so sagen?

oder

Wieso glauben sie, dass ihre Gewissheit die Wahrheit wäre?

Das ins Wanken zu bringen, ist mir das wichtigste. Wenn mir das mit IF-Blog gelingt, dann wäre ich schon ganz zufrieden.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 29. Mai 2010

Selbstbetrachtungen

Diese Texte von Mark Aurel habe ich heute am Samstag Morgen in Bayern 2 im “Bayerischen Feuilleton” gehört. Sie waren – wundervoll gelesen von Martin Hofer – der rote Faden in einer Reportage zu Bayerisch-italienischen Ansichten. Die Texte haben mir aus dem Herzen gesprochen. So habe ich sie mitgeschrieben und veröffentliche sie in der Reihenfolge, wie sie in der Sendung geordnet waren, hier in IF-Blog:

Objektivität, die eine Wahrheit, gibt es nicht. Alles ist subjektiv. Alles ist Anschauungssache. Aber wahrnehmen sollte man alles was es gibt. Man kann nicht sagen, ich will jetzt nur das, was grün ist, dann wäre man ein Fall für den Augenarzt. Auch für alles was man hören und riechen kann, müssen wir empfänglich sein. Wir sollten auf alles, was es gibt, gefasst sein.

Vergiss nicht, Dir bei Delikatessen und ähnlichen Speisen vorzustellen, dass dies die Leiche eines Fisches, jenes die Leiche eines Vogels oder eines Schweines ist. Und dass der Falerme der Saft einer Traube ist. Schau Dir alles, was Du wahrnimmst genau an. Wie ist es, warum ist es so? Was verfolgt es für einen Zweck? Stell Dir diese Fragen auch, wenn Du es mit Menschen zu tun hast.

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