Roland Dürre
Mittwoch, der 30. Oktober 2019

Sei anders, sei Du selbst!

Ein Bild, das man sich lange anschauen kann.

Heute möchte ich ein besonderes Buch besprechen.

Der Autor ist mein Freund Jolly Kunjappu, den ich als meinen Bruder im Geiste kennen gelernt habe. Wir sind beide für Frieden und lehnen Feindseligkeit und Gewalt ab. Wir leben beide sehr gerne und achten die Schöpfung. Uns graut beiden vor Ideologien und dogmatischem Handeln. Wir wünschen uns Respekt. Wir wollen immer konstruktiv handeln und dabei kritsch bleiben. Es könnte sein dass wir beide Rebellen sind. …

Das Buch habe ich schon in einer frühen Fassung lesen dürfen. Ich habe schon damals keine einzige Aussage gefunden, der ich innerlich widerspreche. Jetzt ist es erschienen und ich habe es noch mal gelesen. Wow, es hat sich gemausert.

Das Buch ist eigentlich mehrer Bücher. Je nachdem wie man es liest, ist es eine Biographie. Oder ein Buch, das hilft, das eigene Leben zu gestalten. Es ist aber auch ein Buch für Führungskräfte. Oder ein Buch für Eltern. Oder Partner (z.B. in einer Beziehung). Oder für Heranwachsende, die vielleicht in der Pubertät die Welt und ihr Leben in dieser Welt nicht mehr verstehen. Oder als Vorlesebuch für Kinder, denen noch nicht die Weisheit geraubt wurde.

Zum Inhalt:
Jolly ermuntert und zeigt uns den Weg, wie wir zu uns selbst finden und unser Leben autonomer führen können. Das aber auf sehr unaufdringliche und respektvolle Art und Weise. Am eigenen Erleben schildert er, wie der Weg zum eigenverantworteten Leben gelingen kann. Dass es ein Weg ist, der oft uns nicht als leicht erscheint, für den wir jedoch reichhaltig belohnt werden.

Er erzählt von dem alten englischen Verkehrsschild
STOP – LOOK – GO!
und sieht das als Metapher für ein Leben des
ANHALTEN – BETRACHTEN – LOSGEHEN!

Er begründet, warum es Sinn macht, willens und fähig zu sein, die Entfaltung von eigenem und fremden Leben zu mehren. Und es ist das einzige mir bekannte Buch, dass nicht nur die Lösung aufzeigt, sondern auch klar macht, wie wir Menschen ganz selbstverständlich in Unfreiheit gelangen.

Und weil gerade Weihnachten ist:
Das Buch ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Auch von außen hochwertig und es kostet nur 15 €! Es liest sich spannend und macht glücklich. Es braucht nicht viel Platz und ist nicht schwer zu tragen. Und wird den meisten Menschen gefallen und nutzen.

Es gibt aber auch eine Warnung:
Es könnte sein, dass es bei sehr „konservativen“ Menschen nicht gut ankommt. Wenn sie also einen Mr. Hyde kennen, dann schenken Sie es ihm nur, wenn sie feindselige Gefühle hegen und diesen ärgern wollen.

RMD

P.S.
Wer Jolly erleben will, dem empfehle ich unser Video
FRIEDEN.

 

 

 

Roland Dürre
Samstag, der 3. August 2019

Die Kunst des Bremsens.

 

Das Geheimnis des Hyperloop.

 

Schema des Hyperloops
(Bild aus Wikipedia)

Im meinem letzten Artikel ging es unter anderem auch um Elon Musk. Bleiben wir bei ihm und einem weiterem seiner Themen – dem Hyperloop. Auch dieser ist eines der Hochtechnologie-Projekte/-Ideen, in die Elon Musk investiert.

Dahinter steht schlicht die Überlegung, dass Landfahrzeuge in einer weitgehend evakuierten Röhre schneller bewegt werden können als an der frischen Luft. Landfahrzeuge nutzen zur Fortbewegung typischerweise Räder (Eisenbahn), können aber auch Magnetschwebebahnen oder Luftkissenfahrzeuge sein.

Das besondere am Hyperloop ist für mich, dass es als Open Source Projekt entwickelt wird, d. h. die technologischen Erkenntnisse Allgemeingut sind. Dazu gibt es einen Wettbewerb, der jährlich in der Röhre einer sich in Los Angeles befindlichen Teststrecke ausgetragen wird. Diesen Wettbewerb gewinnt das Fahrzeug, das die höchste Maximalgeschwindigkeit erreicht. Die Teilnehmer sind überwiegend Teams von Universitäten.

Die TU München hat diesen Wettbewerb mehrfach gewonnen. Auch in diesem Jahr wieder. Das finde ich sehr beeindruckend. So habe ich die Frage gestellt, „wie kann ein Team aus dem technologisch und digital nicht mehr so führendem Deutschland solch einen Wettbewerb gewinnen?“

Die Antwort, die ich bekommen habe, war verblüffend einfach:
Die Länge der Teststrecke ist endlich. Bisher rasen die Pods durch eine nur 1.200 Meter lange Röhre. Und das Team von der TU hat schnell erkannt, dass die erreichte Spitzengeschwindigkeit mit der der Zeit und Strecke, die man zum Beschleunigen nutzen kann, korreliert. Das erste Ziel muss also sein, die Bremsstrecke zu minimieren, damit man möglichst viel Meter zum Beschleunigen hat.

Und – dieser zynische Einwurf sei mir gestattet – beim Bremsen sind wir Deutsche bekannter Weise richtig gut. Also hat das Fahrzeug WARR der TUM (man beachte die Namensgebung) dank einzigartiger Bremstechnologie die beste Bremsleistung aller teilnehmenden Fahrzeuge und kann so noch beschleunigen wo die Konkurrenz schon wieder abbremsen muss.

Für seinen Hyperloop-Wettbewerb 2020 plant Elon Musk eine rund zehn Kilometer lange Röhre mit Kurve. Da könnte der Bremsvorteil von WARR nicht mehr so wesentlich sein.

Trotzdem wird weiter gelten:
Wer schnell sein will, muss erst lernen zu bremsen. Denn da der Weg begrenzt ist, geht es darum möglichst viel vom Weg zum Beschleunigen nutzen zu können.

So finden wir eine schöne Metapher fürs Leben:
Wenn Du schnell sein willst, dann lerne erst zu bremsen! 

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 1. August 2019

Die Teekanne und der Frieden.

Das folgende Video hat der Schweizer Rundfunk (SRF Kultur) produziert. Ich könnte es mir gut als Lehrstoff für den Ethik-Unterricht in Bayerischen Schulen vorstellen, fürchte aber, dass es dort eher nicht eingesetzt werden darf. Es sei denn, unser neuer Ministerpräsident Markus Söder spricht auch hier ein diktatorisches Machtwort.

Mein persönliches Problem ist, dass ich mich wie die Hauptfigur im Video (dort als „Teeist“ bezeichnet) fühle. Nur dass ich nicht an die Teekanne glaube, die auf einer besonderen Umlaufbahn zwischen Mars und Erde um die Sonne kreist.

Habe ich doch einen viel ausgefalleren Glauben und bin somit ein noch größerer Außenseiter. So bin ich davon überzeugt, dass es auf der ganzen Welt (in Deutschland, Europa und global) FRIEDEN geben könnte und wir weltweit auf die Produkte der Rüstungsindustrie verzichten könnten.

Mir ist klar, dass das schon ein sehr extremer Glaube ist und ich froh sein muss, wenn ich deswegen nicht im Irrenhaus lande. Aber es gibt Hoffnung!

So soll Elon Musk ein Tesla-Cabrio ins Weltall geschossen haben, das jetzt dort schon länger seine Kreise zieht. Das hat zwar den Nachteil, dass man als Weltraum-Spaziergänger sogar im Weltall von einem Auto „überfahren“ (oder heißt das dort „überflogen“?) werden kann.

Es könnte aber sein, dass der Elon meinen Artikel liest und sich das obige Video anschaut. Und weil er ein guter Mensch ist, Mitleid mit dem Protagonisten im Video bekommt und eine Teekanne in die beschriebene Umlaufbahn entsendet. Für den Fall, dass die Umlaufbahn schwierig zu halten ist, schafft er es bestimmt, einen nachhaltig mit Solarstrom betriebenen Antrieb für die Teekanne zu bauen. Wer sonst, wenn nicht er?

Dann hätte der „Teeist“ im Video mit einem mal Recht! Vielleicht könnte diese Teekanne im All in Verbindung mit meinem Artikel und dem Video könnte sogar ein wenig für FRIEDEN werben. Und irgendwann mal wird dann auch meine Vision Realität.

So richtig glaube ich aber nicht daran. Eher halte ich es für möglich, dass AUDI einen SUV ins Weltraum entsendet, wollen die doch jetzt bei den elektrischen Automobilen dem TESLA so richtig das Fürchten lernen. Und ein AUDI ist ja wirklich zum fürchten.

RMD

P.S.
Unter dem Tag filosix findet man noch mehr immer sehr fordernde aber auch unterhaltsame und vor allem kurze Videos zu Themen der Philosophie.

 

Roland Dürre
Freitag, der 12. Juli 2019

Glück durch Freiheit!

Heute noch eine kleine rätselhafte Textarbeit: Sie ist vielleicht nicht so einfach zu verstehen, auch weil sie zeigen soll, dass unser soziales Denken und Leben auf völlig falschen Annahmen beruht. Und das seit Jahrhunderten. 

Da fing das Nachdenken an. Erste Kontakte mit Rotwein und Jacques Brel.

Zu meinem letzten Artikel habe ich einen in meiner Wahrnehmung gut gemeinten Kommentar vom Klaus bekommen. Dafür bedanke ich mich. Vor allem, weil dieser mich gelehrt hat, dass ich mich offensichtlich völlig falsch ausgedrückt habe.

Denn in meiner Wahrnehmung bin ich in einer höchst positiven Krise. Ich habe nämlich definitiv die Schnauze voll, von dem, was ich hier täglich erlebe, höre und sehe. Das ist eine Befreiung!

Ich muss an Jacques Brels Lied vom Bürger denken. Das durfte ich das erste Mal in Lyon in der ersten Hälfte der 1960iger (im Alter so wie in etwa auf dem Bild) hören. Und habe es mein Leben lang nie vergessen.

Dank der Unterstützung vieler Menschen habe ich die Klarheit gewonnen, dass es nur ganz Weniges an Wichtigem gibt. Und wir uns über jeden Scheiß Gedanken machen – und genau das wenige Wichtige darüber oft komplett vergessen.

Meine Krise:
Meine Krise ist  ein Glücksfall. Und das was mich glücklich macht, will ich hier noch mal kurz zusammenfassen. ALSO:

ALLES, was wir in unserer Sozialisierung in den letzten Jahrhunderten kollektiv „von oben“ gelernt haben, ist Bullenscheiße. Fast hätte ich „bullshit“ geschrieben, aber bei deftigen Ausdrücken bleibe ich lieber im Deutschen. Und da ich diesen schönen Begriff in diesem Artikel öfters nutzen werde, kürze ich ihn zu BS ab. BS passt ja auch für beides, Bullenscheiße und bullshit.

Vorausschicken möchte ich, dass ich an den von mir gerne benutzten Satz wirklich glaube und zwar mehr denn je:
„Einen Scheiß muss ich“!
Und dass wir eine bessere Welt hätten, wenn sich mehr Leute an diese Weisheit halten würden.
Wobei wir auf die „Moralischen“ und „Mächtigen“ aufpassen müssen, denen das gar nicht gefällt und die alle anders denkenden am liebsten an den Strick bringen würden. Besonders mögen die Bürger und Spießer natürlich die anarchistischen Hedonisten oder hedonistischen Anarchisten so gar nicht. Da müssen wir aufpassen, weil genau überall in der Republik an der Macht sind.

Jetzt aber zu erst mal zu meinen Bullenscheiß-Listen:
In den Büchern, die man mir zu lesen gab, in die Schulen und Institutionen die ich gesteckt wurde wie im Strudel der nichtaufhörenden Belehrungen wurde mir beigebracht, dass ich, wenn ich ein ehrenwertes Mitglied der Gesellschaft werden oder sein will,
„Alpha“ • Boss • König • Imperator • Herrscher • Eroberer • Vorsitzender • Sieger • Held • Entdecker • Erfinder • Forscher • Gründer • Macher • Chef • Gewinner • Vorgesetzter • Präsident • Bester • Staatsbürger  …
sein muss. Das alles ist BS !!!
Mir wurde hundertfach (falsch: millionenfach) erklärt, dass ich
anständig • brav • beliebt • erfolgreich • höflich • moralisch • ordentlich • verantwortungsbewußt • tugendhaft • ehrlich • tapfer • leistungsbereit • vernünftig • rational • mustergültig • vorbildlich • ordentlich angezogen • sauber • adrett • optimistisch
sein muss. Sonst würde ich nichts werden. Das alles ist BS !!!
Immer sollte ich nach
Auszeichnungen • Titeln • Noten • Zertifikaten • Plätze • Positionen • Meisterschaft • Ruhm • Reichtum
streben. Damit ich anerkannt werde. Das alles ist BS !!!
Immer sollte ich großes Planen • Innovation voranbringen • Projekte steuern • anderen Fallen stellen • Neues Schaffen und an die Zukunft denken.
Das alles ist BS !!!
Immer sollte ich an
Wettbewerben • Wettkämpfen • Olympiaden • Turnieren • Ausscheidungen • Qualifikationen
teilnehmen und diese gewinnen. Das alles ist BS !!!
Immer hat man mich
analysiert • benotet • vermessen • metrifiziert • quantifiziert• verglichen • eingeordnet • qualifiziert • „gerankt“.
Das alles ist BS !!! Und gemein!
Und das alles ist vielen, wahrscheinlich fast allen Buben passiert und das alles ist BS! Auch den Mädchen ist schlimmes passiert. Da kenn ich mich nicht so aus, und hoffe, dass der BS nicht ganz so groß war. Bin mir da aber auch nicht so sicher!

In meinem Leben habe ich in einem Meer von BS gesteckt. Das ich hier noch lange nicht komplett beschrieben habe. Und versucht, mit aus der Bullenscheiße frei zu schwimmen. Weg mit der ganzen BS!

Schon früh als Kind hatte ich den Verdacht, dass mich meine ganz  gestörte Umwelt verarscht. Und in eine ganz falsche Richtung manipuliert. Ich konnte es nur nicht belegen. Jetzt kann ich es.

Ich habe ich das große Glück, zu verstehen, dass wir den ganzen Quatsch, den wir uns vormachen, nicht brauchen und damit mehr Schaden als Nutzen verursachen. Mein Gefühl hat mich nicht betrogen. Ich fühle mich befreit. Und pfeife auf Bildung, Moral und Erziehung.

Auch weil ich jetzt weiß, dass wir über keinen freien Willen verfügen, sondern eben nur Geschöpfe sind. Verbunden mit allen anderen Geschöpfen dieser Welt. Und ganz besonders, dass wir nicht die Krone der Schöpfung sind, die mit von uns erfundenen Göttern verbündet die Schöpfung untertan macht. Was für eine grauenvolle Logik, mit der uns die Herren mit dem „C“ im Namen und dem Kreuz als Logo über Tausende von Jahren „beglückt“ haben.

Ach, es tut mir so gut, mich von von all dem zu verabschieden. So endgültig wie nur irgendwie möglich. Muss ich nun keine Verantwortung für die Greueltaten meiner Mitmenschen mehr übernehmen und keine sinnlosen Entscheidungen fällen. Das schlechte Gewissen erübrigt sich auch. Weil das alles BS ist – und ich frei bin!!!

So geht es viel besser!
Am besten lebt es sich als Mensch. Der das tut, was er kann und mag. Der Freude am Leben hat. Der seine Gefühle lebt. Der deshalb lieben und respektieren kann und mag.

Ich nutze meine Zeit nur noch für Dinge, die mir Freude machen und verbringe sie nur noch mit Leuten, die ich mag. Ich habe keine Meinung mehr zu dem Unsinn, den andere Politiker oder Menschen erzählen. Ich bin für nichts mehr – und auch gegen nichts mehr. Weil beides nichts bringt. So kämpfe ich nicht mehr, für niemanden und gegen niemanden mehr.

Aber wenn das alle so machen, wo bleibt dann der Fortschritt?
Diese bange Frage höre ich jetzt von Euch.
Meine Antwort:
Fortschritt braucht kein Schwein – und erst recht kein Mensch. Deshalb ist auch Fortschritt nicht so meines. Bei mir heißt der Fortschritt Evolution. Die findet statt. Unvermeidlich. Durch uns alle. Einfach weil wir leben und uns reproduzieren.

Der andere Fortschritt, den wir durchs Dorf treiben, der nennt sich mal AtomisierungAutomobilisierung und dann wieder Digitalisierung. Mal kommt er als Strahlung  und mal als Gift daher. Oder einfach nur als Dummheit.

Dieser Mr. Fortschritt hat keinen Respekt vor dem Leben. Sein Mittelpunkt ist die Innovation – diese eingesetzt ausschließlich für den shareholder value – dem goldene Kalb unserer Tage.

Innovation ist immer kreative Zerstörung. In unserer Gesellschaft folgt sie ausschließlich dem Metrik des Geldes und des Kapitals. Vielleicht zerstört sie deshalb so viel Lebenswertes und vernichtet Leben auf allen Ebenen. Das Verlorene vermisst man oft erst, wenn wenn es – vielleicht unwiderbringlich – futsch ist. Über den Verlust tröstet man sich dann mit Wachstum und Arbeitsplätzen, die es zu erhalten gibt. Was für ein Grusel!

Hier ist wohl wieder mal eine gute Stelle, Bertrand Russell zu zitieren:
» Jeder Zuwachs an Technik bedingt, wenn damit ein Zuwachs und nicht eine Schmälerung des menschlichen Glücks verbunden sein soll, einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit. «

Technik umfasst dabei übrigens auch „social (re)engineering“.

Ich komme wieder zum gleichen Schluß:
Innovation und Fortschritt sind auch BS !!!

Zum Ende der Welt.

Der Klaus hat in seinem Kommentar so nett geschrieben:
„Ein Blick in die Geschichte sollte Dich allerdings lehren, dass alle diese Untergangsphantasien sich nie erfüllt haben.“
Das ist zumindest mathematisch kein valider Beweis. So hat auch der Truthahn aus dem Schwarzem Schwan gedacht – bis dann Weihnachten kam.

Jetzt ist aber die Mathematik das, an das ich noch am ehesten glaube. Die Anzahl der Menschen wie das Leben auf der Erde hat sich rasend schnell entwickelt (exponentiell)! Und immer wenn  es gegen UNENDLICH geht, dann ist die NULL nicht weit. Dabei bitte ich zu bedenken, dass gerade NULL und UNENDLICH etwas beschreiben, was Menschen nicht erfassen können.

So ist für mich der geschlossene Kreis ein schöneres Symbol für das Leben als das Kreuz.

RMD

Klaus Hnilica
Montag, der 24. Juni 2019

Mit Tina Turner zu einer demokratischen Alltagsphilosophie

Sowohl Tina Turner  als auch den amerikanischen Neo-Pragmatiker Richard Rorty und sein 1989 herausgebrachtes Werk „Kontingenz, Ironie, Solidarität“ /1 /, finde ich höchst erfrischend: nicht nur bei ihr – siehe weiter unten – sondern auch bei ihm geht es wirklich um die Dinge und Erkenntnisse des alltäglichen Lebens und nicht jedes Mal um die letzte Wahrheit nach der wir in Deutschland so gerne lechzen.

Entscheidend ist für Richard Rorty die Erkenntnis, dass Wahrheit nicht gefunden sondern gemacht wird!

Ein Gedanke übrigens, der vor etwa 200 Jahren in Europa aufkam, aber besonders im pragmatischen Denken der Amerikaner Fuß fassen konnte und sich nicht zuletzt aktuell – in einer zunehmend digitalisierten Welt mit all ihren „Fake News“, rasend schnell ausbreitet – ja vermutlich kaum mehr unter Kontrolle zu bringen ist.

Aber für Richard Rorty ist die Einsicht, Wahrheit sei gemacht, ein Befreiungsschlag!“

Er sieht nämlich mit einem Male die Möglichkeit dem jeweiligen historischen Stand des öffentlichen Bewusstseins einen Wahrheitswert zuzuschreiben – beziehungsweise wenigstens eine Indizwirkung!

Aus seiner Sicht trat nämlich im Laufe der Geschichte der Philosophie und der Demokratie an die Stelle der metaphysischen Konstrukte, die die Wahrheit in den Dingen sieht, plötzlich die Möglichkeit sich selbst und die Gesellschaft zum Positiven zu verändern.

Klar, dass dann nicht mehr die Figur des aufgeklärten, vernünftigen Bürgers das Ideal darstellt, sondern vielmehr die spielerische und ernsthafte Figur der „Ironikerin“, die Rorty die „liberale Ironikerin“ tauft und die die Kontingenz („Kontingent ist etwas, was weder notwendig noch unmöglich ist; was also so, wie es ist sein kann, aber auch anders möglich ist.“. Siehe Niklas Luhmann) als Notwendigkeit erkennt, da sie von der Einsicht durchdrungen ist, dass sowohl ihre Überzeugungen, als ihr alltägliches Vokabular sowie die Gesellschaft in der sie lebt, auch anders sein könnte.

Und sie empfindet das nicht als Mangel!

Im Gegenteil, sie nutzt die daraus resultierenden neuen Möglichkeiten und spricht mit fremdem Vokabular, um neue Erzählungen über sich und die Welt auszuprobieren und die Welt neu kennen zu lernen.

Die Ironikerin lässt alles in Schwebe, sehnt sich nicht nach Widerspruchsfreiheit sondern offener Synthese.

Die Ironikerin weiß was das Leben ausmacht und Kontingenzen politisch ermöglichen: nämlich

der Staat garantiert seinen Bürgern Freiheit und die Gesellschaft übt Solidarität mit den Verletzten und Eingeschränkten unter ihren Mitgliedern“!

Dieses Wissen macht die Ironikerin zu einer Liberalen!

Der Liberalismus gepaart mit ironischer Welteinstellung ergibt somit eine geeignete Haltung, um den heutigen Sehnsüchten nach festen Identitäten demokratisch zu begegnen.

Doch trotz dieser Ergänzung von Ironie und Solidarität muss bei einer radikal – demokratischen Perspektive erkannt werden, dass zwar die Ironikerin die Kontingenzen des Lebens bejaht, dass aber Solidarität die Fähigkeit erfordert nationale und religiöse Unterschiede bei Menschen als vernachlässigbar zu sehen, im Vergleich zur Ähnlichkeit von Schmerz und Demütigung.

Von der Vernunftsethik der Aufklärung unterscheidet sich Rortys solidarischer Ansatz durch den Verzicht auf allgemeine Prinzipien.

Er empfiehlt eine Wende zur Erzählung, damit Literatur und Öffentlichkeit die Möglichkeit bekommen zu mehr Sensibilität gegenüber menschlichem Leid beizutragen – und Solidarität hervorzubringen.

Allerdings muss in diesem Zusammenhang schon gefragt werden,

was als Schmerz zu bewerten ist und ob diese Bewertung nicht selbst kontingent ist und von den jeweiligen sozialen Vorstellungen abhängt?

Und ob solidarische Praktiken nicht erst in ihrem Vollzug schrittweise Vorstellungen liefern, was als überwindbares Leid gilt?

Denn was bei einem europäischen Diskurs im Jahr 2019 als Schmerz bezeichnet wird, ist mit Sicherheit nicht ohne weiteres verallgemeinerbar.

Angesichts dessen stellt sich schon die grundsätzliche Frage, ob Rortys Denken eher ein Beitrag zur Lösung oder als Symptom der politischen Lage zu betrachten ist?

Oder ist Rortys Ansatz nicht eher eine Abrüstung der Philosophie – ganz im Sinne von Tina Turners Popsong „We Don‘t Need Another Hero“ aus dem Jahr 1985 – was heißt, dass wir keine Gegenhelden mehr brauchen an Stelle der alten Metaphysik, sondern einen pragmatischen Bezug zur Lösung der alltäglichen Probleme einer Gesellschaft?

Was wiederum impliziert, dass der typische Charakter der Menschen in liberalen Demokratien tatsächlich langweilig, berechnend, kleinlich und unheroisch ist.

Nach Rorty ist das eben der Preis der politischen Freiheit!

Und anders als Max Weber fällt Rorty darüber in keinen Kulturpessimismus, sondern sagt auf saloppe amerikanische weise „Was soll‘s?“ und empfiehlt Erhabenheit und Heldentum als Vokabeln nur mehr im Privatbereich zu verwenden aber nicht in der Öffentlichkeit, denn:solche Sehnsüchte fügen dem liberalen Gemeinwesen Schaden zu !

Überhaupt scheint Rortys Frage nach dem Vokabular, dass in der Öffentlichkeit gesprochen werden sollte, anregend zu sein in der Gegenwart.

Denn Rortys Anliegen religiöse Sprechweisen und andere Identitätsargumente im öffentlichen Diskurs wegzulassen, weil sie als ‚Conversations Stopper‘ dienten, brachte ihm erbitterte Gegner auf der linken und rechten Seite des Spektrums ein – und auch bei den Religionsgemeinschaften!

Denn wer diese Gruppen ausschließt läuft in Gefahr seinen solidarischen und liberalen Anspruch zu verlieren.

Andererseits muss man sich natürlich auch fragen, worin denn das Gemeinsame in einer Gesellschaft besteht, die sich weltanschaulich polarisiert?

Und wie findet sie eine gemeinsame Sprache die unbedingt erforderlich scheint für den Zusammenhalt?

Der Verzicht auf Letztbegründungsfiguren scheint aus heutiger Sicht weniger als eine philosophische Wende, denn als politisches Problem verstanden zu werden.

Am Ende könnte dies ganz im Sinne einer Philosophie sein, die den „Vorrang einer Demokratie vor der Philosophie“ behauptet, ihr Vokabular nicht stur zu übernehmen, sondern ihr Vokabular kreativ auf die politische Gegenwart anzuwenden – und wenn nötig auch zu korrigieren!

K H

PS: /1 / Oliver Weber in der FAZ über ein Seminar zu Richard Rortys „Kontingenz,Ironie,Solidarität“

Roland Dürre
Montag, der 17. Juni 2019

Von Moskau nach Peking mit der Bahn #4 WICHTIG!

Ein Reisebericht der anderen Art (4).

Die folgende Episode mit der in dieser entstandenen Botschaft ziehe ich im Bericht ein wenig vor, weil sie mir persönlich sehr wichtig ist. Die Reise war schon fortgeschritten. Wir waren mitten drin in Sibirien und bald sollte es in Richtung Mongolei gehen.

Ich stand unter dem Eindruck der Erlebnisse der ersten Woche. Mit der Stalinzeit wird in Russland nach unseren Reiseerlebnissen bewusster umgegangen als wir dies mit der Hitlerzeit tun. Denn wir beschränken und beschäftigen uns doch vor allem mit dem Holocaust. Dabei vergessen wir nur zu gerne den restlichen Irrsinn der deutschen Geschichte. Und wiederholen vielleicht auch deshalb wieder die alten Fehler.

Auch der religiöse „rebound“ in Russland hat mich bestürzt. Dieser ist in meiner Wahrnehmung nicht real, sondern ein „Fake der Mächtigen“. Aber dazu im übernächsten Artikel.

Wir waren in Ulan Ude und sind unserer lokalen Führerin auf ihrem unterhaltsamen bis nachdenklichen Spaziergang durch die Stadt gefolgt. Wie alle unsere lokalen Führer war sie total von ihrer Stadt und der Toleranz ihrer Heimat begeistert. Ich befand mich am Ende unserer mittlerweile „schönen Gruppe BLAU“ und philosophierte ein wenig mit Valeri, der die Rolle des „Lumpensammler“ übernahm und sich zurück hielt, auch um den „lokalen Guides“  die Schau nicht zu stehlen.

Mit „local guide“ in Ulan Ude, wie immer mit blauer Fahne.

Und dann ist es passiert. Ein Gedanke folgte dem anderen – und heraus kamen drei Gebote.

Bleibe
im Kopf kühl,
im Herzen heiß und
an den Händen sauber!
Dann bleibt (wird) alles gut 🙂 !!!

Über diese einfache Regeln musste ich auf der restlichen Reise viel nach denken. Irgendwie ist das die Formulierung, die mein Lebensmotto beschreibt. Das war mir bisher nicht so klar.


Lasst uns kurz diese drei „Gebots-Metaphern“ diskutieren.

Der kühle Kopf schützt uns. Das heiße Herz erhält uns am Leben. Und die sauberen Hände sind wichtig für unsere soziale Situation. Ganz einfach.

Für mich ist das eine gute Handreichung, wie man langfristig glücklich und erfolgreich (im Sinne von zufrieden) werden kann.

Diese drei Regeln machen mehr Sinn als die bekannten „Zehn Gebote“ des Moses.

🙂 Und sie sind auch praktischer. Allein schon weil es nur drei sind. So kann man sich diese sich ein Leben lang problemlos merken. Unterstützt von der Eselsbrücke:
Kopf, Herz, Hände.

Erst vor kurzem wieder einmal erlebt, dass kaum mehr ein Mensch die „Zehn Gebote“ auswendig vortragen kann – wie ich auch niemanden mehr kenne, der das „Vaterunser“ fehlerfrei vorbeten kann. Beides können in der Regel nur noch die Systemagenten.

So unsinnige Vorgaben wie das Gebot „Du sollst nicht lügen“ und  ähnliche weitere enthalten sie auch nicht. Weiß doch ein jeder, dass eine Lüge sehr oft das kleinere Übel ist und durch sie großer Schaden und Unglück vermieden werden kann.

Obwohl (oder weil?) ich sehr stark katholisch indoktriniert wurde, haben mich alle Arten von Religionen und Begriffe wie Schuld und Sühne und Moral immer ziemlich „kirre“ gemacht. Auch die heute sehr aktuelle Form der „Kirche der Vernunft“, auf die viele meiner Zeitgenossen zu schwören scheinen, konnte mich nur beim ersten Kennen lernen begeistert – dann bin ich auch vor ihr geflohen.

So möchte ich Euch ganz herzlich grüßen! Euer hedonistischer Anarchist oder anarchischer Hedonist (ganz wie Ihr wollt).

Morgen geht es dann weiter mit meiner Urlaubslektüre im Zug.

RMD

Nachsatz: 
Dass ich gefühlt ein Anarchist und Hedonist bin (oder sein möchte), war ich mir lange nicht bewusst. Auch nicht, dass ich das Paar Anarchismus und Hedonismus auch ganz rational als ein allgemein gültiges vernünftiges Lebensprinzip sehe. Und mit meinem Hedonismus gerne andere Mensche anstecke.

Das ist für mich so formuliert neu. So wie die drei Regeln oben neu sind. Aber beides haben ich und wir nicht erfunden, auch wenn es uns neu erscheint. Wahrscheinlich ist das alles schon mehrfach gesagt oder geschrieben worden. So wie es für alles schon irgendwo ein Urheberrecht geben dürfte !? Was bedeutet, dass es keines geben darf. So fordere ich:

„Alle Macht für niemand!“

Wenn die Menschheit jedoch alles Wissenswerte und Kluge schon mal gedacht, gesagt oder geschrieben haben sollte, dann sehe ich keinen Sinn und keine Rechtfertigung mehr, dass sie noch länger überleben sollte. Ihr baldiges Ende, das sie selber mit der Zerstörung des Planeten eingeleitet hat, erscheint mir absolut stimmig und logisch. Genug ist genug.

Vielen Dank fürs Lesen!

Roland Dürre
Freitag, der 15. März 2019

Freiheit, Liebe, Macht.

Drei ganz wichtige aber sehr abstrakte Begriffe.

 

Großer Empfang – mit Baby-Fläschchen (1984).

Wie ich jung war, habe ich mich am meisten mit FREIHEIT beschäftigt. Die war mir sehr wichtig. Und da ich so ein wenig ein Kopf-Messie bin, habe ich Definitionen für Freiheit gesammelt. Und auch einen Artikel mit acht Definitionen von Freiheit geschrieben.

Keine Angst, so etwas „wie die Freiheit des Autofahrers“ ist da nicht dabei. Dafür fehlt dort eine schöne Beschreibung von Freiheit, die ich hier nachreiche. Sie stammt vom deutschen Philosophen Friedrich Wilhelm Schelling (Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, ab 1812 Ritter von Schelling, * 27. Januar 1775 in Leonberg, Herzogtum Württemberg; † 20. August 1854 in Ragaz, Kanton St. Gallen).
 


Der ist beglückt,
der sein darf was er ist,
der Bahn und Ziel
mit eignem Auge misst.


 
Wie ich älter wurde hat mich der Begriff der LIEBE fasziniert. Dazu habe ich schon einiges geschrieben, siehe auch Ein Tag mit der Liebe.

Und erst die Erfahrungen der letzten beiden Jahre haben mich auf den Gedanken gebracht, dass MACHT der zentrale Begriff unseres sozialen Lebens ist. Sie definiert und beeinflusst soziales Leben herausragend. Also mache ich mich auf die Suche. Da finde ich:

 


Macht
Mácht
[ohne Plural]
Gesamtheit der Mittel und Kräfte, die jemandem oder einer Sache andern gegenüber zur Verfügung stehen; Einfluss
„seine ganze Macht aufbieten, etwas zu erreichen“
[meist im Plural]
etwas, was eine besondere bzw. geheimnisvolle Kraft darstellt, besitzt
„dämonische, geheimnisvolle Mächte“


 

Das ist mir zu wenig im Kontext mit unserem Leben in sozialen Systemen.

Bei Gerhard Wohland finde ich schon mehr
 


Macht ist der soziale Konsens, mit dem trotz Dissens gehandelt werden kann. Ohne hierarchisch geordnete Macht sind weder Organisation noch Unternehmen möglich. Romantischem New Work ist dieser Zusammenhang peinlich. Aber auch verheimlichte Macht ist Macht – nur weniger nützlich.


 
Wow, das muss ich erst mal nach denken. Bis auf die Bewertung des Nutzens am Ende bin ich da dann doch einverstanden.

Dann frage ich mich bei Freunden um und finde folgende zwei Definitionen:

 


Macht ist, wenn man ungestraft lügen darf.

und

Macht ist, wenn man die Definitionshoheit hat.


 

Man merkt schon, dass es sich lohnt, über den Begriff  MACHT nach zu denken und nach zu lesen. Das werde ich machen – und wenn ich ein wenig schlauer oder weiser bin, auch mal darüber schreiben.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 17. Januar 2019

(Null), Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf. (…)

 

Ein Spaziergang entlang den Zahlen durch die Dimensionen und unser Denken.

 

Roland beim Bauen.

In der Überschrift habe ich den Beginn der natürlichen Zahlen notiert.

Es gibt eine Beziehung der Zahlen mit den Dimensionen, in denen sich unser Denken bewegt.

Und den Möglichkeiten zur Veranschaulichung unserer Erkenntnisse.

 


Was ich nicht sprechen kann, kann ich nicht denken. Die Grenze meiner Sprache ist die Grenze meines Verstandes (Wittgenstein).

Will Denken und Sprache gelingen, müssen wir die Sprache um Bilder und Modelle erweitern. Dazu brauchen wir Räume.


 

Die natürlichen Zahlen gelten als ein Axiom (also ein absolut richtig erkannter Grundsatz oder eine gültige Wahrheit, die keines Beweises bedarf). Sie sind die Basis aller Mathematik. Die Null ist mal eine natürliche Zahl und mal nicht. Es gibt dazu auch (oder nur?) unter Mathematikern verschiedene Meinungen.

(Null)

Zahl:
Ist die Null eine natürliche Zahl?
Man scheint sich aber einig zu sein, dass diese Frage nicht relevant ist. Sondern rein akademisch.

Dimension:
Für mich ist die „Null“ das Nichts und die Leere. Wie soll ich das nicht existierende darstellen? Ein leerer Raum mit der Dimensionen Null kann nur das Nichts sein.

Modell:
Ich wüsste nicht, wie ich das nichts modellhaft darstellen kann.

Eins

Zahl:
In der Regel starten die natürlichen Zahlen mit der 1. Wenn sie mit der Null starten, erhalte ich die Eins addiere, indem ich die Null um Eins erhöhe. Die eins ist nur durch sich selber teilbar, also eine Primzahl.

Dimension:
🙂 Die Eins steht für Singularität. Der entstehende Raum besteht aus einem einzigen Punkt. Die Eins steht so für eine Null-Dimensionale Welt.

Modell:
Das geometrische Modell für die Eins ist der Punkt. Der Punkt ist binär. Entweder gibt es ihn oder nicht. So steht die Eins für „Entscheidbarkeit“. Es geht nur um Existenz und Nicht-Existenz. Um Eins oder Null.

Beispiele:
Im konservativen Denken ist Gott hier ein gutes Beispiel. Entweder es gibt ihn, oder es gibt ihn nicht.
😉 Die Quantentheorie scheint allerdings aktuell dem Paradigma zu folgen, dass es Unentscheidbarkeit gibt.

Zwei

Zahl:
🙂 Eins und eins, das macht zwei. Das weiß jedes Kind. Die Zwei ist etwas besonderes – sie ist die einzige gerade Primzahl!

Dimension:
Es wird eine eindimensionale Welt geschaffen, die einfach und überschaubar bleibt. Der Raum dieser Welt liegt auf einer Gerade, die durch zwei Punkte bestimmt (mit Hilfe zweier Punkte konstruiert) wird. Die Gerade kommt aus der Unendlichkeit und geht in die Unendlichkeit. Wenn sie eine Begrenzung hat, wird sie Strahl genannt,  Bei zwei Begrenzungen wird sie zur Strecke.
Mit Linie, Strahl oder Strecke kann man gut Gegensätze beschreiben (wie gut/böse, dumm/schlau …) .  Will man „Schwarz-Weiß“-Denken vermeiden, kann man gut das „eher mehr so als so“ darstellen.

Modell:
Die Gerade kann nur „ein-dimensionales Denken“ beschreiben, sie ist aufgrund ihrer Unendlichkeit für „nach oben offene Skalen“ geeignet. Das geeignete Beschreibungsmittel könnte der Balken sein.

Beispiele:
Der Tank ist halbvoll. Die Hälfte des Weges ist geschafft.
Eine Strecke könnte aber auch als Entity-Relationship-Modell gesehen werden. Es gibt zwei „Entitäten, die in einer Beziehung“ zu einander stehen.

Drei

Zahl:
Die drei erhält man durch Addition von 1 auf 2. Wir haben eine ungerade Primzahl

Dimension:
 Der Raum wird zur Ebene. So schaffe wir einen zweidimensionalen Raum. Eine Ebene kann ähnliches wie die Gerade beschränkt sein oder ins Unendliche gehen.

Modell:
Jetzt haben wir es geschafft. Im zweidimensionalen Raum können wir uns austoben. Wir haben eine große Auswahl, um unsere Aussagen visuell darzustellen. Wir können Dreiecke oder Mehrecke verwenden, Kreise mit Kuchenstücken. Wir können eine x- und eine y-Achse festlegen und Quadranten bilden. Wir können Männchen und Wolken malen. Die Welt der graphischen Darstellung erscheint schon ganz schön groß.

Beispiele:
Die heilige Dreifaltigkeit als Dreieck, Prozentzahlen als Kuchenstücke.
Das ISO-Schichten-Modell.
Das Modell der Kulturzwiebel als Schnitt durch eine eigentlich drei-dimensionale Welt.

Vier

Zahl:
Es ist eine übersichtliche Zahl, die Vier kommt ja gleich nach der Drei. Und eine schöne Zahl: Sie ist das Ergebnis von 2 mal 2 (oder 2 hoch 2).

Dimension:
Wir sind jetzt im dreidimensionellen Raum angelangt. Das ist der Raum, in dem wir uns bewegen. Trotzdem kann er schon mal unsere Vorstellungskraft überfordern.

Modell:
Zeichnerisch kann man die dritte Dimension zumindest andeuten. Holografische Modelle sind denkbar, die mit aktueller Technik auch mitten unter uns projiziert werden können. Allerdings steigt hier dann der technische Aufwand.
Und auch der gedankliche. Wenn ich versuche, einen Konstruktionsvorgang zu beschreiben, der aus einem Würfel eine Kugel macht, dann tut das meinem Kopf auch schnell mal weh.

Beispiele:
Der Würfel mit seinen sechs Seiten, die Kugel als Modell der Erde.

Fünf

Zahl:
Immer dasselbe. Jetzt 4 + 1 = 5.

Dimension:
Wir haben jetzt 4 Dimensionen. Das ist unsere Welt plus Zeit. Und schon wird es schwieriger.

Modell:
Wir nutzen die eine animierte 3-D Welt. Animation meint, dass die Zeit durch Bewegung simuliert wird. Das ist gemogelt. So werden wir konstruktiv und von zu vielen Varianten überfordert.

Beispiele:
Die Daten einer Drohne in Bewegung.

Größer Fünf:

Zahl:
Bei den Zahlen ist es einfach. Man muss die letzte immer nur um eins erhöhen. Undsoweiter.

Dimension:
Hier versagt die menschliche Vorstellungskraft mehr oder weniger. Die Mathematik geht weiter.

Modell:
Mir fällt keines ein.

Beispiele:
In unserer überkonstruierten Welt haben wir immer wieder Entscheidungen, die von mehr als drei Dimensionen abhängen. Das geht dann meistens auch schief. So ist eine Empfehlung für Entscheidungsfindung, immer nur 3 Dimensionen zu betrachten. Auch weil der Mensch nur 3 Varianten gleichzeitig im Kopf haben kann.

Bei Fünf höre ich besser auf, es wird viel zu kompliziert.
Denn dann kommen wir zu dem, was wir
LEBEN
nennen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 15. Januar 2019

Führungsphilosophie in zwei Sätzen (Unternehmertagebuch #129)

Vor kurzem habe ich einen Tweet mit folgendem Inhalt gefunden:

Aebby (Dr. Eberhard Huber)

Zusammenfassung meiner Führungs- und Leitungs-Philosophie:

 

  • Empathie und Respekt haben UND zeigen!

     

  • Keine Angst verbreiten!

Diese Aussage wie auch der Tweet waren von meinem Freund Aebby (@Team_im_Projekt), der auch Dr. Eberhard Huber genannt wird. Ich schätze ihn sehr wert.

🙂 So will ich seine Botschaft nicht verwässern. Und habe nur drei Anmerkungen:

  1. Respekt beinhaltet für mich auch „Wertschätzung“. Also geht es für mich um Empathie UND Respekt & Wertschätzung.
  2. „Keine Angst verbreiten“ ist schwierig, wenn man selber Angst hat. Und da ich oft Angst habe, ertappe ich mich selber dabei, dass ich Angst verbreite. Das finde ich schade, aber verzeihe ich mir, weil es mir als absolut menschlich erscheint.
  3. Meine dritte Anmerkung will sagen, dass die beschriebene Art nicht nur Führungs- und Leitungsphilosophie sondern besser noch allgemeine Lebensphilosophie sein sollte.

Das macht es nicht einfacher. Uns bleibt wohl nur, immer reifer und weiser zu werden. Was auch nicht einfach ist.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet Ihr in der Drehscheibe!

Roland Dürre
Sonntag, der 13. Januar 2019

EROS

Ein großes Rätsel für mich – und ich glaube auch allgemein für viele Menschen – ist das Geheimnis des Eros. Und wie immer lohnt es, bei den alten Griechen nachzuschauen. Da finde ich zum Thema „Eros“ ein kleines Buch, das uns der Dichter Philosoph Platon hinterlassen hat:
Symposion – oder das Gastmahl der Liebe.

Römische Kopie eines griechischen Platonporträts, das wohl von Silanion stammt und nach dem Tod Platons in der Akademie aufgestellt wurde, Glyptothek München.

Im Symposion des Platon haben sich Sokrates, Aristophanes und ihre Freunde zu einem Trinkgelage zusammengefunden. Diese Symposien finden regelmäßig statt.

Jedes Mal ist das Symposion einem bestimmten Thema gewidmet Am heutigen Tag, so beginnt Platon in seinem Buch, ist das Symposion dem Thema „Eros“ gewidmet. Wer oder was das denn sein mag?

Insgesamt stellt Platon uns sechs Männer vor, die um den Preis der schönsten Rede über den herrlichen Gott Eros miteinander streiten:

Phaidros, Pausanias, Eryximachos, Aristophanes, Agathon und Sokrates.

Aristophanes erzählt die Geschichte vom Eros als der Kraft der Sehnsucht zwischen den Menschen. Das ist die Geschichte vom Kugelmenschen, eine Erfindung des Platon.

 


 

Canova: Amor und Psyche, 1793, Louvre

Der Kugelmensch war ein Wesen, das sowohl männlich als auch weiblich war. Dieser Mensch war so mächtig, dass die Götter in Sorge gerieten, er könne ihnen an Kraft und Weisheit überlegen sein.

So sannen sie danach, sich die unerwünschte Götter- Konkurrenz vom Halse zu schaffen. Ein Mensch – wie die Götter – das darf es nicht geben. Also teilten sie die Kugelmenschen mit Gewalt.

Seit dieser Zeit suchen die getrennten, ehemals zusammengehörenden beiden Hälften jedes Kugel-Menschen einander. Eros bei Aristophanes erklärt also die mächtige Kraft der Anziehung zwischen zwei Menschen.


Der Artikel enthält Auszüge aus Eros Wer mehr dazu lesen will, einfach auf den Link drücken.

RMD

P.S.
Die beiden Bilder sind aus Wikipedia.