Und wieder schwappt eine gewaltige Welle des gefühlten Antisemitismus über das Land.

Natürlich war es wieder der „rechtsradikale Terrorismus“, der die „Allianz der Anständigen“ in ihren Grundfesten erschüttert.

Ist das so ?

Der „aktuelle“, durchgeknallte Vollidiot von Halle ist kein Terrorist, sondern ein Psychopath.   Bei der Bundeswehr ausgebildet, konnte er nicht einmal eine Synagogentür öffnen, zerschoß dafür seine eigenen Reifen und expedierte schlußendlich zwei „Volksgenossen“ zur Hölle.  Solche Idioten sind, zumal im Osten der Republik, unvermeidlich.   Interessanter wäre es da schon, zu wissen, woher der Spinner die Maschinenwaffen hat.   Sowohl der hirnlose Möchtegern-Nazi als auch der schwedische Massenmörder Anders Breivik waren begeisterte PC-Daddelspieler.   Ich bin ja gegen Verbote aller Art, aber vielleicht sollte unsere Regierung aufhören, dieses primitive Pseudogeballere auch noch als „E-Sport“ zu fördern.

Aber:   Ein solches Attentat wie das in Halle hat mit Antisemitismus nichts zu tun.  Genausowenig, wie der abendliche Besuch bei Herrn Lübcke duch einen übereifrigen Fan mit Püster einen „rechtsradikalen“ Hintergrund hat  —  jeder kann es sich heute noch auf „Youtube“ angucken:   Wenn ein Politiker einem Auditorium entgegenschleudert, „Wer nicht unser Wertesystem vertritt, der kann gehen“, der bettelt förmlich um seine Entsorgung nach Artikel 20 Grundgesetz.

 

Das große Halali auf die bösen rechten Neonazis hat einen ganz anderen Zweck:  Den Blick auf das Offensichtliche zu verstellen.

Denn der neue deutsche Antisemitismus kommt von links !

Erinnern wir uns an den Dummschmus, den Martin Walser anläßlich einer albernen Benefizveranstaltung für den deutschen Buchhandel erbrach, noch vor der Jahrtausendwende:

Die ständige Vorhaltung der Schande, die das deutsche Volk durch den Genozid auf sich geladen hat, diene nämlich nicht dazu, das Vergessen zu verhindern, sondern werde ganz bewußt instrumentalisiert, um politische Ziele zu erreichen.

Ganz großes Kino.   Und Walser bekam das erstemal seit 20 Jahren wieder einen hoch:   MARTIN WALSER AUF SEITE 1 IN BILD.   Endlich: Das gemeine Volk liest Martin Walser.   Das ist Herrn Handke trotz des Nobelpreises nicht gelungen.  Oder Thomas Bernhard.  Mit gutem Grund auch.

Schon klar, daß jeder, aber auch wirklich jeder, diesen unglaublich gefährlichen Blödsinn nachsabbelte.   ENDLICH sprach jemand laut und deutlich aus, was wohl seit Jahrzehnten in den kleingeistigen Spatzenhirnen der dummdeutschen Mehrheit gefangen war.   Der unterwürfige, feige Bundesmichel hätte sich auch nie getraut, seinen „Gefühlen“ freien Lauf zu lassen.   Weg mit der „Schande!“.

Henryk M. Broder faßte in seiner konzisen Art zusammen:

„Die Deutschen haben den Juden Auschwitz nie verziehen“.

Walsers Ausfluß bewirkte einen Dammbruch wie seinerzeit die geniale „bouncing bomb“ am Möhnesee.   Seither ist meine Scham, dem deutschen Volk anzugehören, womöglich noch größer geworden:   Der industrielle Massenmord, begangen nicht nur von einer kleinen Gruppe ideologisch verblendeter Krimineller, sondern, regelrecht freudig, von einem ganzen Volk, ist ein so bedeutendes Phänomen, daß die Narben für alle Ewigkeit offengehalten werden müssen.

Wie wichtig dies ist, zeigt die Verwandlung der „Grünen“ und „Linken“ in waschechte „Neo-Nazis“, die elementare Grundrechte anderer beschneiden, Bücher verbrennen, Mensche öffentlich denunzieren, nicht genehme Demonstationen blockieren und die Freiheit der Lehre zur Farce werden lassen.

Und keiner erkennt:  Extremismus führt nicht nach Auschwitz.   Konformismus führt dort hin.

 

Ganz kurz vor seinem Tode ist Karl Lagerfeld tatsächlich ein Satz herausgerutscht, in dem es nicht um Karl Lagerfeld ging:

„Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns doch heute noch für. Und jetzt lässt Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land.  Und damit hat Frau Merkel die AfD stark gemacht.  Das ist erbärmlich“.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

-hb

Roland Dürre
Samstag, der 17. August 2019

Wachstum.

Nicht nur beim Schach sollte man ab und zu mal denken.

Es erscheint klar, dass die Menschheit, also wir alle, WENIGER produzieren muss. Das meint,

– weniger Autos

– weniger Flugzeuge

– weniger Panzer

– weniger Maschinen

– weniger Straßen

– weniger Elektrogeräte

– weniger Gebäude

– weniger Beton und Teer

– weniger Kriege

– weniger Plastik

– weniger Müll

– weniger Fleisch

– weniger CO2 …

– und so weiter.

Natürlich müssen wir auch weniger Öl, Kohle und Gas und weniger Boden und Natur verbrauchen oder besser „nicht zerstören“. Wahrscheinlich sollten wir auch aufhören, Stauseen anzulegen, ist deren Schaden doch meistens groß und der Nutzen langfristig oft sehr fraglich. Und allgemein die großen Eingriffe in die Natur komplett einstellen.

Für diese Liste, was wir alles WENIGER tun sollten, sehe ich viel WACHSTUM. Ganz allgemein, weniger Unsinn machen!

Das heißt, uns ist klar dass es mit dem Wachstum als Allheilmittel vorbei ist. Jede Nachricht, dass die Wirtschaft wächst ist so eine schlechte Nachricht, und die Kunde vom „negativem Wachstum“ tut gut.

Nach wie vor ist das ganz große politische und wirtschaftliche Ziel WACHSTUM! Und was machen die Institutionen der Menschheit, wie die Regierungen und Notenbanken? Weltweit wird durch Geldmarktpolitik versucht, das Wachstum zu stützen, ja zu erzwingen. Da wird sogar zu eigenartigen Werkzeugen wie „negativen Zinsen“ gegriffen. Um das große Feuer der Wirtschaft um jeden Preis an zu blasen.

Der Brexit ist ein gutes Beispiel. Wenn ich die Brexit-Kritiker höre, dann ist ihr Hauptargument gegen den Brexit, dass der Brexit nicht nur den Wohlstand und das Wachstum der Briten sondern das von uns allen reduzieren würde. Aber das wäre doch dann gut für die Welt? Dann könnte man zum Schluss kommen, dass wir ganz viele „Brexits“ und eine ganz andere und sehr alternative Form von Globalisierung bräuchten.

Dem Wachstum zu Liebe haben wir Negativzinsen. Die bewirken aber keine „soziale Gerechtigkeit, im Gegenteil sie schaffen eine noch stärkere Polarisierung von Arm und Reich. Ich habe sie ich noch nie verstanden.

Wenn ich Geld herleihe, besteht doch die reale Möglichkeit, dass ich es nicht mehr zurück bekomme. Warum soll ich also Geld verleihen, wenn ich schon von vorne vereinbart ist, dass ich zusätzlich zum Verlustrisiko weniger zurück bekomme?

Evolutionär gezwungen beginnt sich unsere Gesellschaft, sich individuell wie auch kollektiv immer mehr gegen Wachstum zu wehren. So entstehen mittlerweile sogar Gesetze, die das WENIGER einfordern. Und da die Politik nicht handeln will, appelliert sie moralisch an das die Individuen. Fliegt weniger, esst weniger Fleisch und Ähnliches prasselt es auf uns ein. Da die Politik nicht in der Lage ist, ihre Aufgaben zu erledigen, wird das Problem zurück an die Bürger gegeben.

So entsteht ein schizophrenes System. Unser perverses Wirtschaftssystem kommt mir metapherhaft wie eine Dampfmaschine vor. Die Zentralbanken und die Politik heizen an und erhöhen den Druck im Kessel. Die Menschen versuchen die von der Dampfmaschine angetriebenen Maschinen mit Widerständen zu versehen um den Wahnsinn zu bremsen.

Normalerweise zerreißt es dann die Anlage und alles fliegt in die Luft. Als Folge eines ganz normalen Systemversagens.

Ob es innerhalb des Kapitalismus allerdings überhaupt die Möglichkeit gibt, aus der wachstumsfixierten Umweltzerstörung auszubrechen und eine Abkehr vom fossilen Raubbau hin und zu einer nachhaltigen zirkulären Ökonomie zu erreichen, ohne die Grundprinzipien des Kapitalismus selbst infrage zu stellen, ist mehr als fraglich.

Aber warum ist das mit dem WENIGER nur so schwierig? Meine persönliche Erfahrung mit dem WENIGER ist sehr positiv. So denke ich mir: Wie schön wäre ein freiwilliges, kreatives und kollektives WENIGER.

Weniger Lärm, weniger Müll, weniger Zerstörung. Das wäre dann eine große Transformation mit viel Veränderung, auch der regierenden kapitalistischen Metrik. Bei so einem innovativen Prozess würde viel zerstört werden. Denn Innovation ist kreative Zerstörung.

Allerdings muss irgendjemand die Transformation steuern und versuchen die Folgen zu lindern. Wer könnte das nur sein?

Die Politik? Dort wird gerade über den Soli diskutiert. Vielleicht wäre es eine gut Idee, diesen nicht abzuschaffen sondern umzuwidmen. Vergessen wir die Wiedervereinigung. Und nutzen den Soli, um den Absturz der absehbaren Opfer der zur Rettung des Planeten notwendigen Transformation ein wenig abzufangen. Die und ihre Folgen dürften nämlich heftiger werden als das bisschen Wiedervereinigung.

Die Transformation kommt sowieso! Und wenn wir uns nicht endlich mal selber daran machen und sie weiter aufschieben, dann kommt sie ganz von selbst, wahrscheinlich dann ziemlich disruptiv und wird uns noch härter treffen.

Das permanente Verschieben von Aufgaben, die man dringend angehen sollte, nennt man übrigens Prokrastination. Unsere Politiker sind also Prokrastinatoren.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 26. Juli 2019

Schafkopf, Schule und Digitalisierung.

 

Geschichten aus der Kartenrunde.

 

Laub(?)-Solo an Position 3 mit 4 Obern, in der Bockrunde mit Kontra verloren.

Gelegentlich verlasse ich die sportlichen Schafkopfrunden und spiele mit den alten Herren. Das ist eine fiktive Kartenrunde. Ähnlichkeiten mit realen Runden sind rein zufällig.

Die „alten Herren“ sind nicht älter als ich. Die Runde nenne ich insgeheim so, weil es eine sehr beschauliche Schafkopf-Runde ist. Mit geringen Einsätzen und ohne Klopfen, aber viel Ratsch und Tratsch.

Die „alten Herren“ sind überwiegend Rentner oder Privatiers. In der Regel haben sie eine Familie gegründet und können auf eine erfolgreiche berufliche Karriere zurück blicken. Sie hatten ein erfülltes Leben, wussten immer, was richtig und falsch ist und haben als brave Bürger einiges erreicht. Sie leben in einer objektiv  sorgenfreien und friedlichen Welt, allerdings begleitet von vielen unsinnigen Ängsten. Heute wirken sie als sie gute Großväter und unterstützen ihre Kinder in besonders vorbildlicher Art und Weise bei der Betreuung der Enkelkinder.

Das Blatt des Gegners an Position 4, der mein Solo „abgeschossen“ hat.

Dafür bringen sie auch richtig viel Zeit auf. Als helfende Engel sind sie ständig für andere Menschen unterwegs. Und wissen auch immer besser, wie man es richtig macht.

Ich meine, dass jeder seine Probleme  selber lösen müsse und unterstütze am liebsten nur mit „Hilfe zur Selbsthilfe. Und jeder sein Leben eigenverantwortlich gestalten solle.

Ich habe versucht, vom moralischen Vorgaben und ähnlichem komplett verabschiedet habe. Auch mein schlechtes Gewissen habe ich abgeschafft. Sonst würde ich mich in solchen Runden als richtig schlechter Familienvater und Mensch fühlen.

Jetzt zur Geschichte. Es geht um die Schule. Auch ich habe eine Tochter, die Lehrerin geworden ist. Meine Tochter erzählt auch oft Geschichten, die mich wundern machen. Es ist erschütternd, wie sehr Schule und Bildung in Deutschland unter die Räder kommen.

So stammt folgende Geschichte aus der Welt der staatlichen Schule. Sie ist aber nicht von meiner Tochter. Sondern von einem Schafkopffreund aus der Runde der „alten Herren“:

Zum Schuljahresende haben Lehrer*innen eine höhere Belastung. Das sind nicht nur die Zeugnisse, die geschrieben werden müssen. Also müssen die Großväter ran und vermehrt auf ihre „Lehrerenkel“ aufpassen. Damit die Lehrereltern den wichtigen Jahresabschlußaufgaben nachkommen können.

Eine wichtige aufwändige Aufgabe ist die Rücknahme der Lehrbücher. Stichwort Lehrmittelfreiheit. Die Lehrer, die  freiwillig oder verpflichtet die Verantwortung für die Lehrbücher übernommen haben, sind da gefragt.  Und da das viel Zeit kostet, muss Opa „babysitten“.

Die Geschichten beim Schafkopf sind wie an allen Stammtischen immer wertend. So wird auch die Erzählung von der Rückgabe des Schulbücher zur moralischen Wertung. Trefflich lässt sich  sich am Beispiel der Schulbücher auch die Erkenntnis des Sokrates bestätigen, dass die Jugend immer schlimmer wird. Und die weisen Häupter werden kräftig geschüttelt, wenn das Unverständnis zu signalisiert wird, wie die Gesellschaft doch runtergekommen wäre, würde man den Zustand der zurück zu nehmenden Bücher sehen. Wie mühsam es wäre, auch zu prüfen, welche Papiere in den Büchern drin wären.  Durchaus auch mal mit vertraulichen Daten. Da lässt sich dann auch über die Machtlosigkeit von Autoritätspersonen in der heuten Zeit und Schule klagen.

Ich schüttle dann auch mein weises Haupt. Weil ich nicht verstehen kann, dass es überhaupt noch Schulbücher gibt! Wir leben doch im 21. Jahruhndert, also  im digitalen Zeitalter! Aber ich sage nichts. Denn ich weiß, dass jeder am Kartentisch ein schulisches Leben ohne genormte Schulbücher zu all diesen Fächern für ein Werk für das Ende unserer abendländischen deutschen Kultur hält.

Meine Gedanken gehen mich an einer Reihe von leidenschaftlichen „Pitches“ beim Business Wettbewerb bei BayStartup, bei denen junge Gründerteams für eine digitale Schule plädiert haben. Und aufgezeigt haben, wie technisch einfach so etwas zu realisieren wäre. Und wie groß die Vorteile mehrdimensional wären. Ich erinnere mich aber auch daran, wie diese tatsächlich sehr jungen Teams von der Mehrheit der Juroren belächelt (und schlecht bewertet) wurden. Das ist auch schon ein paar Jährchen her – und ich hatte gehofft, dass sich da etwas geändert hat.

Aber wir leben in Deutschland. Auch meine Kollegen in den Jurys – überwiegend auch alte weiße Männer wie ich – waren von solchen revolutionären Ideen gar nicht begeistert. Weil sogar die Protagonisten der Veränderung nicht verstanden haben, dass Innovation kreative Zerstörung ist. Und Schulbücher als Mittel zu einer standardisierten Bildung

Und auch technisch einfache Dinge sind politisch eben das Gegenteil von einfach. Besonders nicht wenn es um Veränderung geht. Und das, was ich denke sage ich besser nicht.

Denn in der  Schafkopfrunde will ich ja Karten spielen und keine Plädoyer für Digitalisierung führen. Habe ich doch schon oft erlebt, dass digitales Leben wie auch das Internet als faires „Teilgeber-System“ hierzulande halt von den Kräften an der Macht nicht verstanden wird.

Und ich muss leider dem Sascha recht geben, wenn er schreibt:
„Das größte deutsche Vermögen ist das Beharrungsvermögen, verwaltet wird es von der Gewohnheit.“
(Sascha Lobo in einem Artikel zur Micromobilität)

Und ich kann die alten weißen Männer (und ebenso die schlimmen weiblichen und immer alles besser wissenden Matronen) nur warnen:

Wenn Ihr so weitermacht, dann ist hierzulande bald Schluß mit dem Wohlstand und dem Leben, das Ihr so liebt. Es geschieht Euch recht! Und es ist gut so!

RMD

P.S.
Aber eine gute Nachricht gibt es zumindest aus Bayern. Schafkopfen wird jetzt als Schulfach angeboten. Wahrscheinlich das einzig sinnvolle.

Roland Dürre
Mittwoch, der 29. Mai 2019

Quo vadis – Germania?

Der „Koch“ Roland (@RolandDuerre):
In Freiheit in Griechenland im Zelt.

Der „Youtuber“ Rezo (Twitterkennung @rezomusik) hat ein Video ins Netz gestellt, in dem das Versagen der CDU – aber eigentlich das der bürgerlichen Parteien, die die letzten Jahrzehnte in der BRD die Politik bestimmt haben – beschrieben und die Inkompetenz unserer „politischen Elite“ deutlich aufgezeigt wurde.

Der Mensch mit dem Künstlernamen Rezo ist ein Unternehmer, der mit seinen bald 27 Jahren auch gar nicht mehr so ganz jung ist. Er hat Informatik studiert (mit Abschluß Master in Dortmund) und verdient sein Geld mit der Herstellung von Videos. Videos veröffentlicht man nun mal unter anderem auch in Youtube. Und schon ist man ein „Youtuber“.

Ich biete auch 103 Videos in meinem Channel rolandduerre zum Anschauen an und meine, dass da einiges an wirklich Sehenswertem dabei ist. Wenn ich nur an die Videos mit Rupert Lay denke. Deswegen bin ich aber kein „Youtuber“, so wie ich auch nicht der „Blogger“ Roland Dürre bin, nur weil ich ab und zu hier in IF-Blog.de meine Gedanken aufschreibe. Nein, zuerst mal bin ich Mensch, der früher sein Einkommen als Unternehmer erwirtschaftete und es sich jetzt als Privatier gut gehen lässt.

Jetzt macht aber gerade die CDU viel Wirbel um das berühmte „Rezo-Video“ und möchte am liebsten das Internet noch strenger zensieren, als es eh schon wird. Dabei sind die Aussagen von Rezo mehr als gerechtfertigt. Sie haben nur einen Mangel, sie sind nicht vollständig – aber wie könnten sie das bei diesem schier unendlichem Ausmaß an Versagen auch sein?

Es vergeht kein Tag, in dem ich nicht mit den Folgen des Wirkens von CDU&Co konfrontiert werde. Und ich wundere mich (und bedaure dies), dass bei der Europa-Wahl so viele Menschen immer noch CDU gewählt haben.

Der letzte Beleg ist von heute Morgen. Da höre ich um 7:00 die Nachrichten im 2. Programm des bayerischen Rundfunks. Und erfahre, dass die beliebtesten Länder , in denen „high potentials“ gerne arbeiten wollen, aktuell Australien, Schweden, Schweiz sind. Und unser SCHLAND erst auf Platz 12 käme.

Hier der Nachrichtentext im Original:


Berlin: Deutschland ist für hoch qualifizierte Kräfte aus dem Ausland nicht die erste Adresse (D im zweistelligen Bereich). Das zeigt eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD, die heute (29. Mai) in Berlin vorgestellt wird. Darin stellen die Autoren fest, dass Deutschland in der Rangfolge der attraktivsten Standorte für Fachkräfte mit Master-Abschluss oder Doktortitel nur den zwölften Platz belegt. Auf dem ersten Platz sehen die Forscher Australien, gefolgt von Schweden und der Schweiz. Untersucht wurden zum Beispiel die Qualität der beruflichen Chancen sowie Einkommen und Steuern.


Ich kenne andere Studien, die bestätigen, dass Deutschland auch bei Handwerkern und Facharbeiter immer unbeliebter wird. Handwerker und Facharbeiter sind für mich genauso wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger als Akademiker.

Wenn das kein Versagen der Deutschen Politik ist! Und zwar ein folgenreiches Versagen! Denn der naheliegende Schluß, dass wenn die guten Leute nicht mehr nach Deutschland wollen, Deutschland eher keine so gute Zukunft haben wird, erscheint mir valide.

Besonders wundere ich mich, wenn ich die drei Länder an der Spitze betrachte.

Australien?
Bei Australien fällt mir ein, dass es am Ende der Welt liegt. In der Nähe gibt es Neuseeland und ein paar Südsee-Inseln. Ansonsten bin ich dort völlig aus der Welt? Das ist für mich nicht attraktiv. Man muss immer 10 Stunden fliegen, wenn ich etwas anderes sehen will. Das geht doch heute schon gar nicht mehr.

Wirtschaftlich lebt Australien fast ausschließlich vom Export seiner Kohle. Die wohl die hochwertigste der Welt ist. Ohne diese Einnahmequelle wäre das Land pleite.

Dass muss man sich mal vorstellen. Die beste Kohle der Welt wird ohne Rücksicht auf Umwelt abgebaut, dann zu den Häfen geschafft und mit großen Schiffen um die Weltkugel gefahren. Dann wird sie umgeladen und mit kleineren Schiffen oder langen Güterzügen weiter transportiert. Nur um dann verbrannt zu werden, damit man genug Strom hat um Alu-Dosen produzieren kann. Diese werden dann mit lokalem Bier gefüllt und wieder nach Australien verbracht. Ein Wahnsinn …

Das Gebot der Stunde ist, die Verstromung von Kohle sofort einzustellen. Für Australien geht das natürlich nicht. Weil, wenn Australien keine Kohle mehr exportieren würde, es sofort in eine totale Wirtschaftskrise stürzen würde …

So verstehe ich, dass sie gute Leute brauchen. Für den Fall des Falles.

Schweden?
Von Schweden höre ich viel Gutes. Es gibt tolle Bemühungen, z.B. schätze ich die Vison Zero sehr. Da geht es um den Anspruch, die Anzahl der Verkehrstoten auf NULL zu bringen.

Ich kenne aber eine ganze Reihe von Krimi-Autoren, die Schweden als ein korruptes Land im Niedergang beschreiben. Das ist sicher keine gute Reklame für das skandinavische Musterland.

Mich selber würden „keine zehn Pferde“ nach Schweden bringen, Nicht wegen den depressiven Krimis. Sonden einfach wegen der langen und finsteren Winter. Was für ein Standortnachteil.

Schweiz?
Die Schweiz kenne ich gut, auch ihre „bürgerliche“ Seite. Obwohl mir diese nicht immer so gefällt, empfinde ich die Schweiz als attraktives Land. Besonders auch wegen ihrer demokratischen Struktur.

Der Hauptnachteil der Schweiz ist für mich, dass sie mir noch teuerer erscheint als meine Heimat München. Dass man in diesem Land gerne lebt und arbeitet verstehe ich. Dann kann man es sich auch besser leisten. Für einen Privatier ist das nicht so einfach. Also: wenn ich noch mal jung wäre, dann würde ich es mir sehr ernsthaft überlegen, auszuwandern.

Gemeinsames

Jetzt betrachten wir aber, was die drei Länder gemeinsames haben? Ich meine, dass alle drei relativ autonom und vielleicht ganz wichtig, „kleine“ Volkswirtschaften sind. Und mein Glaube ist ja schon immer, dass kleine Systeme besser gesteuert werden könnne als große. Vielleicht stimmt das ja?

Vom Brutto-Sozial-Produkt dürften alle drei in der Klasse von Bayern liegen. Vielleicht ein Grund mehr, dass Bayern endlich aus der BRD austreten sollte. Alle drei Staaten haben eine starke eigene Kultur und Identität. Australien schon aufgrund seiner Abgeschiedenheit, Schweden immer noch als distanzierter EU-Partner und die Schweiz dank ihrer Neutralität. Und alle drei haben – allen Unkenrufen zum Trotz – eine eigene Währung. Anscheindend ist das gar nicht so schlecht.

So könnte man auf die Idee kommen, dass es kleine und selbstbestimmte Staaten leichter haben, Lebens-Qualität zu schaffen. Auch dies scheint mir plausibel.

Der negaitve Trend, der Deutschland ja in vielen Dimensionen bestätigt wird,  fällt nicht vom Himmel. Er ist natürlich wesentlich auf politisches Versagen zurück zu führen. Da hilft weder Selbstbeweihräucherung noch politische Ablenkung durch Beleidigen der Kritiker. Das sollten Damen und Herren auch von der CDU endlich mal verstehen.

Noch eine Anekdote:
Die InterFace AG hatte mal gemeinsam mit einem Partner-Unternehmen eine IT-Tochter in Indien. So hatte ich gelegentlich in Indien zu tun. Bei der Einreise wurde ich an den „immigration desks“  der Flughäfen Mumbais oder Neu-Dehlis in der Regel von sympathischen jungen Herren begrüßt, die sich gerne auf ein nettes Gespräch einließen. Da kam die Frage an mich, was ich denn so beruflich machen würde. Wenn ich mit „computer science“ und IT geantwortet habe, war das Erstaunen der indischen boys groß. In etwa so:

Habt Ihr in Germany wirklich so etwas wie Computer?

Das war dann auch unser Problem. Die besten InderInnen wollten nach USA oder Canada. Oder in die Länder, die man damals als „asiatische Tiger“ bezeichnete. Wenn es schon Europa sein sollte, dann war damals für den Inder nur noch England (GB) halbwegs interessant. Deutschland war die ganz schlechte Notlösung. Da gingen nur die zweitklassigen Leute hin, die woanders nicht genommen worden waren.  In der Hoffnung, es als Sprungbrett in ein anderes Land nutzen zu können.

Das ist jetzt schon ein paar Jährchen her und seither noch schlimmer geworden. Nur im Wirtschaftsministerium in Bayern wird mir eine ganz andere Welt berichtet. Die reden von KI und AI und rufen „Bayern first“. Das ist eigentlich nur lächerlich. Wenn es nicht so traurig wäre.

Heute spielt die Musik in China. Und Mr. Trump sorgt mit seinen dummen Aktionen – wie jetzt rund um Huawei – endgültig dafür, dass die Chinesen (notgedrungen) jetzt erst so richtig loslegen werden. So wird es zumindest in der Digitalisierung für den Rest der Welt so richtig schwierig werden. Auch für die USA. Und ganz besonders für die Nationalstaaten Europas, die sich in ihrer überregulierten Gemeinschaft EU mit Pipifax-Problemen lähmen …

Und die Digitalisierung betrifft ja alles – auch laut der Bayerischen Politik.

Was für ein politisches Versagen.

RMD

Hans Bonfigt
Sonntag, der 26. Mai 2019

Kathas Europa — und meins: Des Teufels Alternative

Auf nüchternen Magen nicht zu empfehlen:

„Ich lasse mir von alten weißen Männern mein Europa nicht kaputtmachen“

Soweit „Katharina Schulze“ von der Partei für betreutes Denken:

Mittelalter ist auch vorbei – und ich halt’s mit Arya

 

Weiß und vor allem alt, wie ich nun einmal bin, erinnere ich mich am „Europawahltag“ an das Europa, welches ich im zarten Alter von „Katha“ erleben durfte:

Aus der Kneipe nach London

Etwa 1990, leicht bis mittelschwer angetüddelt, hörten ein Freund und ich in einer Kneipe von einer da Vinci – Ausstellung in London, die sich nicht auf dessen Bilder, sondern auf seine Konstruktionen und Maschinen fokussierte – mit funktionierenden Nachbauten.  Der Alkohol fegte sämtliche ökonomische Vernunft hinweg und so saßen wir am nächsten Tag im Auto Richtung Düsseldorfer Flughafen.   Vorbereitet hatten wir:  Nichts, außer Flugbuchungen.  Eine nette junge Frau nahm den Autoschlüssel vor dem Eingang entgegen, händigte uns einen Coupon aus und wir konnten einchecken.  Ein Super-Service, heute studieren die jungen Frauen alle Politikwissenschaften oder Esoterik und sind sich zu fein für Dienstleistungen.  Zudem täte gerade heute ein bißchen Einparkpraxis macher Frau gut und wäre unterm Strich auch nützlicher als das alberne Politgeseiere.

Kontrollen ?  Zoll ?  Fehlanzeige !   Zwanzig Minuten vor Abflug waren wir am Schalter, keine fünf Minuten später saßen wir in einem funktionell eingericheten Raum mit gemütlichen Sesseln, wo Kaffee, Tee und kleine Appetithappen warteten.  FAZ, Zeit, Sueddeutsche (noch ohne Heribert Prantl) und Handelsblatt lagen aus, für die Damen auch noch „Gala“ und „Bunte“.  Und weil wir in einer Gesellschaft mit 25% Raucheranteil leben, konnte man sich auch eine würzige „Player’s Navy Cut“ aus Irland anstecken.  Mit 1,4 mg Nikotin und 21 mg Kondensat, selbstverständlich ohne Filter.  Nichts „kastriertes“ wie die heutigen EU-Schwuchtelfluppen.  Einfach nur ein starkes Geschmackserlebnis:

Überhaupt, wir hatte tolle Rauchwaren !  Da nenne ich kulturelle Vielfalt !   Für die ganz Harten gab es die „KARO“ aus der gottseidank noch bestehenden „DDR“, lecker waren die Gitanes aus Frankreich.  Liberté, toujours.   Und keine EU – regulierten „Erziehungsbilder“ drauf.  Auch die Bundesrepublik brauchte sich mit „Roth-Händle“ und „Reval“ nicht zu verstecken.  Unnötig zu sagen:  Wer wollte, konnte auch im Flugzeug rauchen.

Klar, seinerzeit mußten wir Geld wechseln.   NA UND ?  Müssen wir heute auch.  Da ist der Brite halt schrullig, es war klar, daß er sich nie von seinem Pfund und, weitaus schlimmer, von seinen verschrobenen Maßeinheiten trennen würde.   So abgrundtief albern und überflüssig die „ComEUcon“ (Danke, Roland) auch ist:  Ein vernünftiges, konsistentes Einheitensystem ist kein Luxus, sondern notwendig.   Vollkommen klar, daß die „EU“ hier auf ganzer Linie versagt hat.   Und mir tun die armen Limeys leid:  Bei uns kann man einfach herleiten:  1 Volt = 1 Kg x m² / (A x s³).   Nun haben die Briten mit uns eigentlich nur die Sekunde und das Coulomb gemein   (1A = 1 C/s)  .   Wenn sie jetzt ihre Inches und Pfunde in die Gleichung einsetzen, dann bekommen sie eine ganz andere Spannung für 1 V.   Die Umrechnungsorgien sind grauenhaft und fehleranfällig.   Bekomme ich ein engliches oder amerikanisches Datenblatt, dann rechne ich erst einmal den ganzen Horror um:

2,85 PSI „Pound Force per square Inch“ = 2,85 x 0,45359 kg x 9,80665 m/s² / (0,0254 m)²  —  gruselig. Und das war ein banales Beispiel.  Nehmen Sie Temperaturen dazu …

Andererseits:  Wenn die Briten das so wollen, dann wollen die das so.   Mit welcher unverschämten Großmäuligkeit gerade die „Grünen“, nachgerade in einer unerträglichen „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ – Manier, am Plebiszit der Briten herummeckern !

Am grünen Wesen soll die Welt genesen ...

Am grünen Wesen soll die Welt genesen ?

Was ist das für eine unerträgliche Borniertheit, etwas mehr als die Hälfte einer Nation zu ausgemachten Idioten zu deklarieren, weil diese die Nase von „Europa“ gestrichen voll hat !   „Kulturelle Vielfalt“ ja, aber nur dann, wenn sie in die kleinen grünen Spatzenhirne paßt.   Daß Großbritannien seit ein paar Jahrhunderten länger in einer funktionierenden Demokratie lebt, ganz im Gegensatz zu Deutschland, interessiert da nicht.   Es interessiert auch nicht, daß es einzig und allein den Briten zu verdanken ist, daß wir heute nicht in einer furchtbaren Diktatur leben müssen, die selbst Merkels und Junkers schräge Visionen vom vollverwalteten Eurobürger in den Schatten stellen würde.  Anstatt Dankbarkeit oder zumindest Anerkennung:   Tumbes Gelalle.

Zurück zum Trip nach England:   Völlig kontroll- und streßfrei haben wir ihn genossen, wir wurden freundschaftlich und mit Respekt behandelt, wir hatten eine schöne Zeit, der Linksverkehr war schwierig, aber die Bevölkerung ‚distinguished‘, technisch interessiert und mit einer Art Ironie gesegnet, die uns Deutschen wohl für immer verschlossen bleibt (wie oft ich allein das Wort ‚probably‘ gehört habe).  Die Ausstellung an sich zeichnete sich auch dadurch aus, daß sie nicht von hängemöpsigen Jungmuttis mit Kinderwagen im Schlepptau besucht wurde – natürlich bestückt mit mindestens einer kreischenden Leibesfrucht.  Neulich waren meine Frau und ich in einer Caspar David Friedrich – Ausstellung  — wir sind nach kurzer Zeit wieder gegangen, überall kreischte es.  In der britischen Ausstellung ging es auch nicht gerade leise zu, es waren viele junge Leute da, aber die nahmen Anteil an den Exponaten.  Das machte Spaß und Freude.

 

Im Ostblock

Prag ist wunderschön, es strahlt eine gewisse Würde aus.  Das gilt auch für die Bewohner.   Die Tschechen lassen sich nicht unterkriegen.   Das allein ist nichts besonderes, aber gleichzeitig sind die Tschechen offen für fremde Dinge, die ihre eigene Kultur bereichern.   Gut, Moslems gehören jetzt gerade nicht dazu, aber das kann ich gut verstehen.

VOR der „Europäisierung“ gab es einen großen Vorteil:   Der offizielle Umtauschsatz DM / Kronen war 1:5 , inoffiziell jedoch 1:20 .   Ein Glas erstklassig gezapftes köstliches Budweiser schlug mit umgerechnet 40 Pfennig zu Buche.  Man konnte sehr günstig in ausgezeichneten Hotels wohnen, auch nachts über den Wenzelsplatz laufen und die wunderschöne, nicht überlaufene Stadt genießen.   Die jungen Frauen dort studierten auch keine Kahanologie oder Diplom-Integrationsfachwirt*IN, sondern zum Beispiel Cello am Konservatorium.  Ach ja, man konnte sich ohne lange Vorbestellung einfach in ein Dvorák – Konzert setzen.  Denn Kultur ist alltäglich.  In Prag zumindest.   Im alten Prag.   Meine Empfehlung:   Op. 53.  Und es muß nicht immer „ASM“ sein.  Wunderschön interpretieren es Gabriela Demetrová und Libor Pešek .  Der „Amazon“ – Link bewirbt eine originale ’sozialistische‘ Supraphon – Aufnahme aus den 80ern, mit viel Glück konnte ich sie seinerzeit sowohl als Platte als auch später als CD erwerben.

Heute, im neuen Prag:

 

Ha, ha, ha, ist das lustig und feinsinnig.

Und genau so überlaufen ist es jetzt.  Überlaufen von genau den Doldis, die auf so einen Blödsinn voll abfahren — wie garantiert auch das Katha.

 

Bei uns zuhause ist doch auch Europa, oder ?

Ja, und ich fasse einmal kurz zusammen:

  • Die Mehrwertsteuer ist von 14 auf 19 % gestiegen.  Sie trifft einzig und allein den „kleinen Mann“, insbesondere den Rentner, dessen Bezüge selbstverständlich nicht analog erhöht wurden.  Ein wirklich offenes Europa hätte im Sinne des Verbots der Doppelbesteuerung und der Transparenz die Mehrwertsteuer längst gekippt.
  • Eine unsinnige EU-initiierte „Verordnung“ jagt die nächste.  Zeiterfassung für alle, Energiespar-Giftlampendekret, der europäische Duschkopf, die europäische Abschaffung des Fernmeldegeheimnisses …   Heinrich Himmler hätte seine helle Freude gehabt.
  • Das Renteneintrittsalter in der BRD ist das höchste.   Mit der Heraufsetzung hat der Gesetzgeber den Rentenanspruch des Einzelnen fast halbiert.
  • Die Rente an sich beträgt bei und etwa 50% vom Arbeitslohn (bereinigt um Zusatzkosten:  40%), in der EU durchschnittlich 60%.   Wir dürfen länger arbeiten und gleichen das mit geringeren Bezügen aus.  Dafür aber zahlen wir länger ein !
  • Wir haben in der EU mit die höchsten Abzüge für die Krankenversicherung, müssen aber am meisten privat zuzahlen:  Brille, Zahnersatz und Prothesen werden auf einmal zum Luxus.
  • Die Asylpolitik schadet allen, wirklich allen Beteiligten.  Und zwar nachhaltig, über Generationen hinweg.  „Multikulti ist gescheitert“, das propagierte schon Helmut Schmidt.  Merkels Migrationspolitik tötet.
  • Die Target2 – Salden „zugunsten“ der deutschen Bundesbank haben unterdessen einen astronomischen Stand erreicht.

  • Jedes private Unternehmen, jede Bank müßte den obigen Saldo als „Ramschpapiere“ abschreiben, bloß unsere Bundesregierung tut so, als würden die Italiener oder die Spanier in der nächsten Woche alles ausgleichen.   Die Wirklichkeit ist ernüchternd:  Deutschland ist wirtschaftlich im Arsch.  Der Michel weiß es nur noch nicht, hat zu lange auf „Mutti“ gehört und ihre schönen Schlafliedchen.  Kein Mitleid, er hat sich diese „Mutti“ selbst ausgesucht.
  • Überall in Deutschland wuchern Zensur, Überwachung und Repression.  Es ist ein Klima der Hetze und Denunziation entstanden, das fatal an die Zeit kurz vor 1933 erinnert.   Hochschulprofessoren werden wegen neutraler, harmloser privater Meinungsäußerungen an den ‚virtuellen‘ Pranger gestellt.  Ein Land, in dem ich nicht „gut und gern leben“ kann.  Frau Merkel und Frau Kahane schon.

 

Tja, und nun, heute, soll ich wählen gehen.

Und soll ich Ihnen etwas sagen:   „Normalerweise“, also unreflektiert, hätte ich heute entweder Sonneborns

gewählt.  Oder die Piraten.

Aber warum keine Alternative zur Protestwahl ?   Versuchen wir es doch einmal mit dem „Wahl-o-Mat“en …

Und wissen Sie ‚was ?

Ich drücke jetzt auf „Veröffentlichen“ und dann gehe ich los und wähle genau diese Arschlöcher.

Des Teufels Alternative …

Gruß, Ihr

-hb

 

Roland Dürre
Freitag, der 17. Mai 2019

Owehoweh Huawei!?

Die Amerikaner machen mal wieder großen Druck! Und wollen alle Länder abstrafen, die Ihre Kommunikationsnetze auf Technologie von Huawei aufbauen.

Es geht vordergründig um die backdoors, die das chinesische Unternehmen Huawei in seine Technologien eingebaut haben soll. Um die Welt auszuspionieren. Eine Vermutung, die nahe liegt, aber noch nicht bewiesen wurde.

Huawei hat zurzeit 180.000 Mitarbeiter und ist im Besitz der Mitarbeiter. Das hat mich bei einem chinesischen Weltkonzern überrascht.

Huawei bietet eine Vielzahl von Produkten im Endgeräte-Bereich an, aber auch industrielle Produkte im Bereich der 5G-Netz-Technologien. Diese sind wichtig für den Ausbau unserer mobilen Kommunikation. Mehrere „deutsche “ Telekommunikation-Anbieter sind wohl schon Kunde von Huawei.

Das genau stört die USA. Jetzt droht die USA ihren „Verbündeten“, dass sie beim Einsatz der Technologien von Huawei mit Sanktionen zu rechnen haben.

Wer aber sind die Konkurrenten für Huawei, bei denen wir die für uns wichtige Technologie 5G kaufen können? Ich bin da nicht mehr so informiert wie früher, da mich Technik nicht mehr so interessiert.

In „Europa“ könnten es Unternehmen wie Ericsson und Nokia sein. Ob man die technologisch noch ernst nehmen kann, weiß ich nicht. Im befreundeten Korea gibt es noch Samsung.

Wahrscheinlich ist aber neben weiteren chinesischen Unternehmen Cisco der wichtigste Konkurrent von Huawei?. Cisco Systems ist ein Unternehmen, dessen Software und Geräte schon seit Jahrzehnten wegen vieler „backdoors“ in der Kritik stehen. Hihihi. Aber das sind ja amerikanische und somit gute „backdoors“.

Wer sich übrigens über „backdoors“ informieren will, der findet im Blog vom FEFE Infos und Anker zu einschlägigen Artikeln zum Thema. Oder einfach mal „googlen“.

Die Welt hat sich verändert. Früher war Siemens der globale Marktführer im Bereich „Kommunikation“. Jetzt schreiben unsere „amerikanischen Freunde“ uns vor, welche Technik wir nutzen sollen. Die Technologie beherrschen wir in Deutschland nicht mehr.

Siemens hatte bestimmt auch „backdoors“ in seiner Software. Weil man diese einfach zu Wartungszwecken braucht. So richtig als Daten-Lieferant für Geheimdienste kann ich mir aber das damalige Siemens nicht vorstellen.

Vielleicht hat Siemens auch deshalb den Markt komplett verloren, weil sie niemandem beim ausspionieren geholfen haben? Und es war gar nicht die „Unfähigkeit des Managements“? Wer kann das schon wissen?

Überwacht werden wir sowieso. Die Frage ist nur wie und von wem.

Brave new world. 

RMD

P.S.
Diesen Artikel habe ich schon vor ein paar Tagen geschrieben und heute aus aktuellem Anlass veröffentlicht.

Roland Dürre
Donnerstag, der 16. Mai 2019

Angst vor der Seidenstraße?

Es geht ein Jammern durch Europa:
Hilfe, die Chinesen kommen!

Und gerade unsere bürgerlichen Parteien stimmen laut ein in den Chor der Warner!

Das Netz der antiken Seidenstraße und daran angeschlossene Handelsrouten (Bild aus Wikipedia).

Was ist der Grund? Die Chinesen investieren weltweit in Infrastruktur. Sie kaufen und erneuern weltweit Infrastruktur für Transport und Logistik. Eigentlich alles, was dem globalen Handel nutzt.

Was ist das so schlimm daran?

Eigentlich ist Europa – und da mit großem Abstand Deutschland – der große Gewinner des globalen Handels. Und was unterstützt Handel besser als stabile und sichere Transportwege?

Die neue „Seidenstraße“ ist doch keine Einbahnstraße!

Und ich kenne keinen Kapitän, der sein Frachtschiff gerne leer nach Hause fährt. Auch die Reedereiern mögen das nicht. Eigentlich müssten wir Deutsche jubeln, dass die Chinesen die Voraussetzungen schaffen, dass wir weiter Waren exportieren können. Auch weil der ehemalige Weltpolizist USA immer unberechenbarer wird.

Ich vermute, dass wir Angst haben, bald nicht mehr konkurrenzfähig zu sein. Und ich fürchte, das zurecht. Weil wir die falschen Produkte haben und technologisch im Schnitt immer mehr zurückfallen. Weil wir satt sind, Veränderung nicht verstehen und wenn dann sowieso ablehnen. Und weiter alles daran setzen, uns im Kleinen wie im Großen zu Tode zu regulieren.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 19. April 2019

Das wahre Gesicht unserer Politiker.

Auch ein Grund für meine Politik-Verdrossenheit.

Die Farben des kapitalistischen Feudalismus …

Jeder weiß, dass Fliegen die Umwelt besonders stark beeinträchtigt und die Klima-Katastrophe wesentlich befördert.

Die Bundeswehr hat (deswegen) eine eigene Flugbereitschaft. Die hat früher mal dem Transport von Truppen und Material gedient.

Heute bringt sie Politiker (und wie ich annehme hohe Offiziere und Generäle) an Ziele, an diese meinen dringend erreichen zu müssen.

Wie über die meisten technischen Sparten der Bundeswehr hört man, dass auch diese Einheit in einem schlechtem Zustand wäre. Immer wieder lesen wir von Ausfällen und Beinahe-Unglücken. So ist vor kurzem eine Global 5.000 (Hersteller Bombardier) kurz nach dem Abflug instabil geworden und musste umkehren und notlanden, wobei immerhin beide Flügel am Boden aufschlugen.

Interessanterweise hätte genau diese Maschine einen Tag darauf unseren Bundespräsidenten von Berlin nach Stuttgart bringen sollen, weil dieser am 17. April in Heilbronn die Buga eröffnen sollte.

Jetzt kann man die Frage stellen, wie wichtig die Buga ist und ob da unser Bundespräsident unbedingt eine Rede halten muss. Immerhin gäbe es ja wichtigere Aufgaben, wo er sich engagieren könnte. Aber sei es drum, wenn die BUGA ihn ruft, dann ist halt die Frage, ob er dafür extra einen eigenen Jet benutzen muss.

Als kürzeste Verbindung mit der Bahn von Berlin nach Heilbronn habe ich 5 Stunden und 47 Minuten gefunden. So schlecht ist das ja gar nicht. Es wäre interessant zu prüfen, wie lange die Reise mit dem Staatsflieger dauert. Mit Umsteigezeiten usw.

Allerdings muss man bei der Bahn eine hohe Wahrscheinlichkeit für Unpünktlichkeit einrechnen. Aber vielleicht kriegt die DB der Zug ja pünktlich, wenn ein wichtiger Staatsrepräsentat wie der Bundespräsident an Bord ist? Dürfte ja selten genug der Fall sein.

… der mittlerweile ganz Europa unter Kontrolle hat.

Auf dem direkten Weg beträgt die Entfernung zwischen Berlin und Heilbronn 478 Kilometer.  In China (oder auch Frankreich) macht das ein Zug in 2 – 3 Stunden.

So weit sind wir noch nicht, so braucht auch der ICE von München nach Hamburg (781 Kilometer) 5 Stunden 35 Minuten, der TGV von Paris nach Marseille (765 Kilometer) dagegen nur 3 Stunden 11 Minuten (Quelle Spiegel).

Das macht einen Unterschied von gut 2 Stunden 20 Minuten auf gut 750 km. Dieser Sachverhalt wäre schon wieder eine Anfrage an das Deutsche Verkehrsministerium wert, wie so etwas passieren konnte. Auf den Autobahnen soll es übrigens ähnlich aussehen – obwohl es in Frankreich eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen gibt.

Trotzdem könnte man auf den Gedanken kommen, Fernreisen in Deutschland mit dem Zug und nicht dem Flieger durchzuführen. Und wenn die Verbindung mit dem Zug so schlecht ist, dass es wirklich nicht zumutbar ist, dann könnte man auf die Idee kommen, einem Platz in einem „normalen Flieger“ zu nehmen, der „eh fliegt“.

Jetzt wird ja der Frank-Walter Steinmeier noch als halbwegs integrer Politiker wahr genommen. Obwohl das Gemauschel bei seiner Wahl mich irretiert hat. Und er bei der SPD ist. Aber vielleicht wurde er ja Bundespräsident, weil er bei der SPD gestört hat.

Wie schön wäre es, wenn ein Politiker, der in ein wichtiges Amt gekommen ist, auch ein wenig über die Zukunft des Planeten nachdenkt? Und dann vielleicht auch symbolische Zeichen setzen würde, indem er unnötige Reisen sein lässt und keinen eigenen Flieger für sich nutzt. Das wäre dann ein Beleg für Integrität.

Ein Umdenken bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr würde ich mir auch wünschen. Als Antwort auf die Kritik an ihrem Flugpark hört man, dass das alles ja schon gelöst wäre, weil ja schon drei neue Flieger bei Airbus bestellt wären.

Die fast verunglückte Maschine war übrigens keine 10 Jahre alt. Dazu habe ich gelesen, dass dies für ein Flugzeug kein Alter wäre. Weil Flugzeuge viel länger leben würden. Das heißt, die Flugbereitschaft geht bei ihren Investitionen davon aus, dass sie noch für ein paar Jahrezehnte Politiker und Generäle privatmaschinenähnlich durch die Gegend fliegen wird. Was da wohl die Kinder dazusagen werden, die jeden Freitag für unseren Planeten protestieren gehen?

Für mich (und wahrscheinlich auch für die kommenden Jungwähler) wird wählen noch schwieriger. Mag ich doch nur noch Menschen wählen, die eben nicht – sobald sie was sind – den Regierungsflieger wie selbstverständlich nutzen und sich wie kleine Kinder über die große Staatslimousine (und das sogar öffentlich vor der Kamera!) freuen. Weil sie jetzt am Ziel sind und für ihren Jahrzehnte langen Einsatz als fleißiger Parteisoldat belohnt werden.

Ich würde lieber Menschen wählen, die trotz ihrer feudalistischen Position weiter mit dem Öffentlichen Personen Nachverkehr (ÖVNP) und/oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Wobei ich erlebe, dass für die meisten Politiker das Nutzen des ÖPNV gegen „ihre Menschenwürde“ ist, so wie das Tempolimit auf den Autobahnen gegen den „gesunden Menschenverstand“. Menschen, die eine solche Vorstellung von „Menschenwürde“ und „Menschenverstand“ haben, werde ich nicht wählen.

Ganz kurz formuliert:

Ich würde mir wünschen, dass der oberste Repräsentant des Staates durch sein Handeln zeigt, dass er die Probleme der Menschen ernst nimmt und beispielhaft vorangeht. Und eben nicht seine „Dienstreisen“ mit einem eigenen Flugzeug wahrnimmt. Wenn er fliegen muss, weil das Ziel in einem anderen Erdteil liegt und der Termin von wirklicher Relevanz ist, gönne ich ihm in einem Linienflieger die „business class“. Aber ein eigenes Flugschiff? Anstelle des Führersonderzugs?

Und in eigener Sache habe ich mir vorgenommen, mein Flugverhalten weiter zu verbessern. Innerdeutsche Flüge habe ich schon eine Ewigkeit nicht mehr gemacht. Langstreckenflüge hatte ich in der Vergangenheit zu viele. In 2019 werde ich sie deutlich reduzieren. Und weiter versuchen, sie tendenziell auf Null zu bringen. Und mit meinen Radeltouren werde ich mich auf Bayern, Deutschland und Nachbarländer reduzieren. Halt nur noch Ziele anpeilen, wo ich mit dem Zug gut hinkomme. Also kein Cuba und ähnliches mehr.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 13. April 2019

Politik zum Jammern!

Es ist zum Haare ausraufen.

Werden wir es schaffen ???!!!

Die Politik befasst sich (erfolgreich) nur noch mit Dingen, die dem Machterhalt der herrschenden Klasse dienen. Das letzte Beispiel war die Gefährdung wenn nicht gar Zerstörung des Internets durch die „Urheberrechtsreform“. Sie konzentriert sich auf die Wahrung des Besitzstandes der herrschenden Klasse. Wie alle Politik in der „BRD“.

Wäre es nicht wichtiger, den Planeten zu retten?

Die wichtigen Themen wie die Sanierung des Planeten überlässt die Politik der Strasse. Und ignoriert das Problem, weil sie im Denken des letzten Jahrhunderts gefangen ist. Ihre Werte sind „Wachstum und Wohlstand über alles – auch der Welt“ und „Besitzstandwahrung als das deutsche Grundrecht“.

Weise weisse Kinder sollen den Mund halten und die Zerstörung des Planeten den Profis überlassen.

Wenn die Kinder mutig für eine neue Welt streiken – dann erfrechen sich die alten weißen Männer auch noch, diese barsch aufzuforden, den Mund zu halten und dieses Thema „doch bitte den Profis zu überlassen“. Also genau denen, die es seit mindestens 50 Jahren besser wissen sollten und aus Egoismus ignoriert haben. So abgedroschen dies sein mag, so traurig ist das alles.

Lobby-Control und Reduktion der Anzahl der Abgeordneten im Bundestags scheitern.

Die Politik versagt aber auch bei „kleinen“ aber wichtigen Aufgaben, besonders wenn sie am traditionellem Denken und an alten Strukturen rüttelt. So wurde das Lobby-Register sabotiert und dringend notwendige Veränderungen wie z.B. die Reduktion der ausufernden Anzahl von Bundestagsabgeordneten von der Tagesordnung  – „weil unlösbar“ – gestrichen. Auch die Definition von Regeln wie man E-Roller sinnvoll in den Verkehr integriert, ist so schwierig. Und wird den Bußgeld- und Straftaten-Katalog bestimmt wieder kräftig erweitern. Damit die Schwarzfahrer nicht mehr so allein in ihren Zellen sitzen.

Enteignung ist bei uns ein legitimes Mittel der Politik.

Enteignung wird wie selbstverständlich genutzt, wenn es um die Interessen der Großen oder behelfsweise der Allgemeinheit geht. Die Logik dahinter ist: Arbeitsplätze sind immer im Interesse der Allgemeinheit. Ganz gleich, ob es in der Rüstung, um die Produktion von Flugzeugen geht oder den Braunkohle-Tagabbau durchsetzt.

Diese Arbeitsplätze sind aber nur dann heilig, wenn sie Profit bringen. Wenn nicht, dann kommen die auch heute noch ganz schnell in die Slowakei (wie jetzt wieder in Augsburg).

G MAFIA enteignen? Gerne.

Will man Konzerne enteignen, dann gibt es zustimmendes Gemurmel beim CDU-Abgeordneten, insofern es gegen das moderne Feindbild G MAFIA geht. Die „digitalen“ Konzerne der G MAFIA sind Google, Microsoft, Apple, Facebook, IBM und Amazon.

Wobei da auch bei letzterem (Amazon) so mancher Konsum-Abgeordneter zurückzieht. Weil wer soll uns dann unsere vielen Päckchen bringen, die wir als Konsumisten unbedingt innerhalb 24 Stunden brauchen? Das berühmte internationale Logistik-Unternehmen DB (Deutsche Bahn) wird das trotz seines teueren schlanken Logos garantiert nicht schnell und pünktlich schaffen.

Immobilien Konzerne enteignen? Auf keinen Fall!

Wenn wir aber über die „Enteignung“ von Immobilien-Konzernen nur gesprochen wird, die Hunderttausende von Immobilien „der öffentlichen Hand“ systematisch über ihre Lobbyisten abgeschwindelt haben, dann geht ein Schrei des Entsetzen besonders durch die „christlichen Parteien“. Das sind die, die schon im Namen und in der Abkürzung fremdes Urheberrecht nutzen. Denn der Trump, das klammheimliche Idol der Konservativen (Bayern First), ist doch auch durch seine Immobilien-Spekulationen zum Milliardär, Volksheld und US-Präsident geworden. Wie kann man solche Immobilienspekulanten enteignen wollen? Wahrscheinlich ist das auch gegen den gesunden Menschenverstand? Wie soll man denn bei einer „Enteignung“ die Zwischen-durch-Eigentümer für die gewaltige Wertsteigerung der von der öffentlichen Hand günstig erworbenen Immobilien entschädigen? Gar nicht? Das geht doch nicht. Und anders wird es doch viel zu teuer.

„Transgender-Toiletten“ sind wichtiger als „Lobby-Control“.

Die wichtigen Themen aktuell und der letzten Monate bei uns sind „Zwangsimpfen“ und „Organentnahme als Default“. Und „Werbeverbote für Abtreibungen“. Getoppt wurde das ganze durch „Transgender-Toiletten“. Haben wir keine anderen Probleme?

Der MIV (Motorisierte Individual Verkehr) regiert die Welt.

Autos gehen vor Menschen. Seit Jahrzehnten. Ich verstehe das schon lange nicht mehr. Für mich heißt „individuell“ in der Mobilität, dass ich mich aktiv bewege (zu Fuß oder mit dem Fahrrad). Auch befördere ich mein Individuum gerne mit Bahn und Bus. Aber dass mein Individuum einer mächtigen, gefährlichen und tonnenschweren Maschine in einem komplexen System Verkehr mit seinen chaotischen Verhältnissen „dienen“ soll und ich so zum omnipotenten Bediener werde und mit der Maschine mein scheinbar jetzt omnipotentes Ego pflegen soll, das verstehe ich nicht.

Betrachten wir den notwendigen Wandel bei der Mobilität.

Urbane Gesellschaft (smart city) und das Automobil passen nicht zusammen.

Autos stinken und vernichten Menschen. Sie machen Lärm und das Leben unwürdig. Trotzdem gilt weiter „Freie Fahrt für freie Bürger“ und „Platz fürs Auto“. Und das Tempo-Limit ist und bleibt ein „NOGO“. Weil es gegen den gesunden Menschenverstand ist (auch schon ganz schön abgedroschen).

Fliegen und Schiff-Fahren ist eine unserer angenehmen aber unsäglichen Gepflogenheiten.

Beides zerstört unseren Planeten in ganz besonderem Maß. Ganz gleich ob es nur für den eigenen Spaß oder für die heilige Globalisierung stattfindet.

Ohne Fliegen und Welthandel gehen Globalisierung und Welthandel nicht.

Wir müssen beides reduzieren. Und vielleicht auch weniger global denken. „All business is local“ heißt es. Das sollte auch für die Politik gelten. Dann brauchen wir auch keine Armee für die Welt und müssten hierzulande keine Minen für den Weltfrieden produzieren und exportieren.
Und dass bei uns der Fleisch-Konsum fällt, der Export desselbigen jedoch explodiert ist doch auch nicht normal.

Wenn ziemlich viele Boeing-Maschinen auf dem Boden bleiben müssen, weil sie dem Profit geschuldet unteroptimale Fluggeräte sind, merkt man dies am Flugangebot gar nicht. Weil wir viele Flieger haben, die in der Wüste stehen und darauf warten, endlich mal wieder fliegen zu dürfen.

Wenn man halbwegs gerade ausdenkt, müsste uns klar sein, dass die Flugzeugindustrie nicht auf alle Ewigkeit soviel Flieger bauen kann, wie sie heute ausstößt. Man müsste  sich darauf einstellen und planen, weniger Flugzeuge herzustellen.

Weil wir das nicht wollen, subventionieren wir am Flughafen München das eh schon steuerfreie Kerosin. Und fliegen auch innerhalb Deutschlands immer mehr.

So steigt der Kurs von Airbus. Wie immer noch bei den Automobil-Konzernen.

Weil auch hier weiter das Diktat des Wachstums gilt. Auch wenn Millionen neue Autos auf Parkplätzen stehen. Und unsere Arbeitsplätze immer ein heiliges Killer-Argument sind. Obwohl wir auch hier gelernt haben, dass der Wandel nicht aufzuhalten ist. Wieviel Branchen sind aus Deutschland verschwunden? Innovation ist und bleibt „kreative Zerstörung“.

Unsere Demokratie ist zerstört.

Die Suche nach der Ursache für die Zerstörung der Demokratie ist überfällig. Wir müssen sie dringend reformieren. Da fällt mir auch einiges dazu ein. Aber auchd as stört die Besitzstandswahrung und ist so „politisch unkorrekt“. Weil es die bestehende Machtverhältnisse in Frage stellt.

Ein Symptom für die Vernichtung von Demokratie fällt mir aber ein. Es heißt Grindel. Er steht für mich für die aktuelle Generation nicht nur von CDU-Abgeordneten. Mit CDU zum ZDF und in den Bundestag der BRD – dann an die Spitze des DFB. Da kann man sich auch Fragen, wie kann der DFB so blöd sein, einen CDU-Bundestagsabgeordneten an seine Spitze zu wähen? Was in einem solchen Fall passiert, ist doch absehbar.

Wieso haben die mir besonders unsympathischen Parteien eigentlich eine Abkürzung, die aus drei Buchstaben besteht (CDU, CSU, SPD, FDP …)? Mag ich deshalb keine Abkürzungen aus drei Buchstaben mehr? Die Systemagenten aus Politik und Wirtschaft sind mir schon lange suspekt und unangenehm.

Ich vermute, dass das soziale Umfeld in den Parteien die Menschen verdirbt. Gerade die Drei-Buchstaben-Parteien ziehen nur noch eine besondere Art von Menschen an. Dort wird man nur noch Mitglied, weil man sich von der Mitgliedschaft persönliche Vorteile erhofft. Und im Kampf an die Spitze der Partei wird muss man man zum A……..-Methoden behrrschen.

Die Grindelisierung der Politiker.

So scheint mir die Meta-Ursache für unsere Dilemma in der Politik klar:
Das System der „Oligarchie der Parteien“ im Verband mit dem „Diktat der Konzerne“ hat bewirkt, dass die Politik von den Menschen betrieben wird, die eine negative Selektion (Auswahl) der Gesellschaft sind und zusätzlich noch negativ sozialisiert worden sind. Der lange Weg vom Eintritt in die Jugendorganisation an die Parteispitze und in den Bundestag gelingt erfolgreich nur mit eigenartigen und mir sehr unsympathischen Methoden. Und das prägt.

RMD

P.S.
Diesen Artikel habe ich für meine Enkel geschrieben. Damit sie mal wissen, dass es auch alte weiße Männer gab, die gegen den Quatsch waren, den alte weiße Männer gemacht haben.

Roland Dürre
Mittwoch, der 3. April 2019

Des Ketzers zynischer Reigen durch Gesellschaft und Politik.

Zurzeit radel ich mit Barbara durch den Piemont. Es ist der reine Genuss. Frühling, Bewegung, eine wunderbare Landschaft, großartiges Essen, alles wie im Traum. So kann ich mit Abstand und in Ruhe nachdenken, was mich in letzter Zeit so unter anderem betrübt hat. Dabei ist der folgende Reigen entstanden.

Vor dem Lesen bitte ich zu bedenken, dass Gedanken frei sind. So auch Gedankenexperimente.


Fangen wir mit einem hässlichen Spruch aus der Nazizeit an. Damals haben die Herren des dritten Reiches den Spruch „Arbeit macht frei“ über die Eingangstore mancher KZ’s gemeißelt. Gegen Menschen und Gruppen, die aus nicht beliebt waren, wurde systematisch der Hass geschürt. Diese Menschen wurden von der Obrigkeit – einvernehmlich mit den Untergebenen – misshandelt und industriell gemordet. Wir haben das Geschehene zu Recht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gebrandmarkt. Arbeit macht frei – das war damals schlimmster Zynismus.

Heute gilt „Geld macht frei“. Da für die meisten Menschen der Arbeitsplatz die Voraussetzung für ein Einkommen ist, gilt – und das meine ich keinesfalls zynisch – „Arbeitsplatz macht frei“. Denn nur wenn Du einen ordentlich bezahlten Arbeitsplatz hast bist Du ein anerkannter Teil der bürgerlichen Gesellschaft. Daran hängt alles.

Wenn Dein Arbeitsplatz nicht so gut bezahlt ist, dann macht das nichts – dann musst Du Dir halt mehrere davon besorgen. Das geht auch. Du bleibst Teil der Gesellschaft. Wenn Du über zu wenig Einkommen aus Arbeit verfügst, dann wirst Du auch ausgestoßen. Es sei denn, Du verfügst über genug anderes Einkommen, weil Du z.B. ein reicher Erbe bist. Mit genug Geld bist Du auch ohne Arbeitsplatz ein angesehener Bürger. Weil gut bezahlte Arbeitsplätze weniger werden dürften, fordern manche Soziologen ein BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen). Damit sollen Menschen ein wenig „freier“, vor allem aber die Konsum-Gesellschaft abgesichert werden.

Die bestbezahlten Arbeitsplätze gibt es in den HORG (Hierarchische ORGanisation). Besonders wenn tariflich stabilisiert und geschützt kann man da in einem goldenen Käfig leben. Wenn Du da nicht in einer HORG arbeiten willst (so wie ich), dann hast Du zwei Möglichkeiten. Du kannst Taglöhner (Tagelöhner) werden oder Unternehmer.

Taglöhner können abhängig, von dem was sie verkaufen können, sehr gut oder auch sehr schlecht verdienen. Wohlklingender werden sie „Freiberufler“ genannt (obwohl sie alles andere als frei sind) und häufig als „Scheinselbstständige“ verfolgt.

Unternehmer zu werden, ist riskant, das kann schiefgehen (wie alles im Leben). Nur dass dann oft nicht nur das Einkommen sondern auch „Omas Häuschen“ weg ist.

Das hat auch der VW-Vorstand Herbert Diess erkannt, obwohl er gar kein Unternehmer sondern eher so eine Art Systemagent der Oberklasse ist. Treffend hat er festgestellt „EBIT macht frei“ – und sich dann gewundert, dass er ob dieses Spruchs heftig kritisiert wurde (wegen des geschichtlichen Zusammenhanges, immerhin hatte VW im dritten Reich ziemlich viel Zwangsarbeiter). Als braver in München geborener Österreicher hat er sich  später wegen seiner „unglücklichen  Wortwahl“ entschuldigt.

Dabei hatte er absolut Recht, denn dem Unternehmer geht es gleich viel besser, wenn  „sein Unternehmen“  jedes Jahr zuverlässig einen schönen EBIT schafft. Leute, glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede.

Das wissen übrigens nicht nur ich und die Vorstände der Autoindustrie – auch in den Pharma-Industrie hat sich das herumgesprochen. Jetzt hat man in der Pharmabranche nicht jedes Jahr ein Produkt wie „Tamiflu“, dass den EBIT allein schon sichert. Auch die Zeit der Blockbuster ist vorbei und ganz allgemein wird das Geschäft der chemischen Gesundheits-Industrie immer schwieriger.

Deswegen tut es gut, wenn Google- und Facebook z.B die Impfgegner von ihren Seiten verbannen. Denn gerade Zwangsimpfungen sind natürlich gute Heilmittel für den EBIT der Hersteller. Und auch die Bundesregierung sich ein Gesetz überlegt, dass die Möglichkeit schafft, Impfungen als allgemeinen Zwang vorzusehen. Wegen den Masern.

Wenn wir schon beim Zwang sind:
Gesellschaftlich sinnvoll bräuchte man gerade im medizinischen Sektor viel mehr Zwangsmaßnahmen. Mir fällt da sofort der Aids-Test ein. Warum muss eigentlich nicht jeder Mensch regelmäßig einen solchen Test machen. Damit er es weiß, wenn er Aids hat und sich verantwortliche verhält. Eine Transparenz im Kampf gegen die Seuche wäre doch auf jeden Fall sinnvoll. Und dem EBIT des Herstellers des Tests täte so ein Gesetz auch gut?

Oder genauso wichtig:
Jeder weiß, dass unser Planet ein großes Problem hat. Er leitet unter zu viel Menschen. Müsste man nicht der Überbevölkerung dringend begegnen? Böte sich da nicht eine Zwangsverhütung an?

So könnten die Regeln aussehen:
Jede Frau hat dafür zu sorgen, dass sie keine (unerlaubten) Kinder bekommen kann. Sei es mit einem der bekannten Verhütungsmittel oder durch Nachweis, dass sie in einer monogamen Beziehung mit einem sterilisierten Mann lebt. Bei Verdacht einer Schwangerschaft ist die Pille danach zu nehmen. Ist die Schwangerschaft bestätigt muss sofort abgetrieben werden. Ein medizinisch ganz einfacher und harmloser Eingriff, den in Deutschland geschätzt jede vierte Frau ein- oder mehrmals durchgeführt hat.

Ausnahmen wären „beantragte und genehmigte“ Kinder. Die Genehmigung muss schon vor der Zeugung eingeholt werden. Sie wird nur erteilt, wenn das Paar (gleich ob hetero- oder homosexuell) belegen kann, dass es dem Kind eine gute soziale Prognose bieten kann? Brave new world lässt grüssen.

Da hat die Bundesregierung noch viel zu tun. China hat das schon hinter sich, denn China musste mit einer bedrohlichen Bevölkerungsexplosion fertig werden. In Indien war das auch ein Thema, da gab es Radioempfänger als Belohnung für eine Sterilisation. Das hat aber nicht so gut funktioniert.

Die Chinesen sind allgemein schon wieder einen Schritt weiter.
China vergibt jetzt social credits an seine Bürger. Negative wie positive, die dann saldiert werden. Der Traum von einem System der „angemessenen Gerechtigkeit“ soll umgesetzt werden, in dem soziales Wohlverhalten belohnt und Fehlverhalten bestraft wird.

Dank „Digitalisierung“ wird ganz einfach.
Fährt einer z.B. öfters mit der U-Bahn schwarz, dann gibt es Strafpunkte. Genauso wie wenn er bei rot über die Ampel geht, sein Auto falsch parkt oder er damit zu schnell fährt. Wenn er einen gewissen negativen Punkte-Stand erreicht, dann wird er aus der gesellschaftlichen Gemeinschaft differenziert ausgeschlossen.

Ist das nicht besser als bei uns?
Hierzulande ist das Schwarzfahren eine Straftat, so landet der Schwarzfahrer früher oder später im Gefängnis. Da das Schwarzparken nur eine Ordnungswidrigkeit ist, kann der Autofahrer das für sein Kavaliersdelikt erhaltene Ticket bedenkenlos auf dem Trottoir entsorgen, ohne ins Gefängnis zu müssen? Angemessene Gerechtigkeit?

In China gibt es ganz viele Reiche und Superreiche – und viele Arme. Bei uns ist die Polarisierung von arm und reich noch nicht ganz so krass.

Das könnte sich bald ändern.
Denn nicht nur in Deutschland heißt gefühlt der 1. Artikel im  Grundgesetz: „Die Wahrung des Besitzstandes ist oberste Priorität!“  Das ist der leitende Wert der Mehrheit der Menschen im Denken und Handeln.

Besitzstandswahrung ist in der BRD das neue gefühlte Grundrecht.
Folgerichtig wird der Schutz von Eigentum ausgebaut. Jeder Art. Ist ja auch logisch, wenn 50% des Kapitals weltweit weniger als 50 Menschen gehören, dann wollen die ja ihre Situation stabilisieren. Und die Macht ist bei denen, die die „Kohle“ haben.

So wird der Urheberschutz aus den letzten Jahrhunderten auch im Internet geregelt. Daten werden zum persönlichen Eigentum erklärt und durch Gesetze geschützt. Mit riesigem Aufwand, den hätte man sich sparen können, wenn man einfach missbräuchliches Verhalten bestrafen würde. 

Ich habe das mit dem Datenschutz nie verstanden. Wie kann ein Mensch überhaupt Daten besitzen? Und wieso gehören die ihm, ganz persönlich? Ich dachte immer, Daten (wie das Wissen) gehören uns allen. Zumindest jedem, der sie weiß.

Was ist das für eine Gesellschaft, in dem das Geburtsdatum ein Geheimnis ist. Klar freue ich mich nicht über mein Alter. Gerne wäre ich jünger. Aber warum darf man nicht wissen, wie alt ich bin? Warum soll meine sexuelle und religiöse Orientierung nicht öffentlich bekannt sein? Wieso hat jeder etwas zu verstecken?

Ich träume von einer transparenten und toleranten Gesellschaft. Gewaltlos. Dann bräuchten wir keine DSVGO, wie wir sie jetzt haben. Und auch keine Update-Filter, die jetzt auch offiziell kommen (inoffiziell haben wir die schon länger).

Das geistige Eigentum muss geschützt werden, weil man damit viel Geld verdienen kann. Ich fühle mich reicher, wenn ich meine Gedanken mit anderen Menschen teilen kann. Urheberrecht-Anspruch stelle ich keinen, allein schon weil meine Gedanken von anderen Menschen inspiriert oder ausgelöst worden sind.

Bei dem, was unsere Regierung treibt, um Eigentum zu manifestieren, gibt es eine Ausnahme. Es geht nicht um die Fremdbestimmung des Bauchs, der den Frauen gehören sollte. Die Regierung will jetzt ein Gesetz machen, dass man einem toten Menschen default-mäßig alle Organe entnehmen kann. D.h. wenn ein Mensch à priori (vor seinem Tod) nicht eine Widerspruchserklärung dazu abgegeben hat oder à posterio ein engster Verwandter der Entnahme begründet widerspricht. So wird das Eigentum an den eigenen Organen geschwächt. Weil Eigentum mit dem Tod eines Menschen erlischt?  Was wäre, wenn ich diese Begründung auf sein sonstiges Eigentum an wende?

Das klingt doch sehr human, wenn man von armen Menschen erzählt, die verzweifelt auf ein Spenderorgan warten. Wie immer geht es vorrangig aber nicht um diese. Es geht ums Geschäft. Das immer mit dem Hinweis auf die Arbeitsplätze gerechtfertigt wird.

Plantationen sind sehr teure medizinische Geschäftsfälle. Und so manche Klinik und deren Aktionäre könnten deutlich mehr verdienen, wenn sie mehr „Spender-Organe“ hätten. Auch für die Pharmazeutische Industrie wäre das gut. Denn Menschen, die erfolgreich transplantiert worden sind, brauchen anschließend ziemlich viel Medikamente, um mit dem fremden Organ weiter leben zu können.

Andere Menschen darf man auch (offiziell) nicht mehr als Eigentum besitzen. Aber auch die Sklaverei wurde nicht aus humanen und ideellen Gründen abgeschafft, sondern vor allem, weil sie sich im Sinne des Erwirtschaften von Profit nicht mehr gelohnt hat.

Jetzt warte ich noch auf eine Verordnung, die das Eigentum an den „eigenen“ Gefühlen schützt. Die ja durch Dritte beschädigt oder verletzt werden können. Ansätze dazu gibt es ja heute schon, ich denke da an die Verletzung von religiösen oder deutsch-nationalen Gefühlen (z.B. durch Missachtung der Fahne). Könnte auch ein Thema für eine Regulierung im Internet sein. Upload-Filter sind hier auch sehr nahe liegend.

Ich bin ich ja richtig froh, dass ich religiöse und nationale Gefühle nicht habe. Dann kann sie keiner verletzen. Andererseits, wenn die Spielvereinigung Unterhaching verliert und mich ein 60iger oder Bayern-Fan damit aufzieht, dann werden schon meine Gefühle verletzt. Und der sollte dann auch dafür bestraft werden.

Das ist eines der Probleme unserer Gesellschaft:
Wie werden die Verstöße gegen Regeln, die jetzt auf uns zu kommen, geahndet? Immer mehr wird verboten und geregelt – es geht ja nicht nur ums Impfen und Kinder kriegen. Der Planet und die Bienen wie auch Europa müssen doch gerettet werden. Und das alles wird ohne schwere Einschränkungen und Solidarität nicht möglich sein. Und freiwillige Solidarität kostet und gibt es deshalb bestimmt nicht umsonst.

Da geht es nicht an, wenn man politisch die falsche Meinung vertritt und zum Beispiel gegen ein Europa ist, dass von Nationalstaaten dominiert wird und das von einer mächtigen eigenen Armee mit Flugzeugträgern träumt. Genauso müssen Verstösse  gegen die Umwelt sanktioniert werden, um die Klimakatastrophe zu stoppen.

So schließt sich der Kreis. Man sollte schon einen guten Job oder viel Kohle haben, um die ganzen fälligen Bussgelder und Geldstrafen bezahlen zu können.

RMD

P.S.
Gerade habe ich gelesen, dass die Bayerische Landesausstellung in „Stadtluft befreit“ umbenannt wird. Die Veranstalter zogen den Titel „Stadtluft macht frei“ für die Landesausstellung 2020 in Aichach und Friedberg zurück. Charlotte Knobloch hatte kritisiert, der Titel tue weh und „vergifte Menschen“.

Grund dafür war, dass dieser Slogan  Gefühle verletzt hat. Wenn Gefühle ein schützenwertes Eigentum sind (weil verletzbar), dann brauchen wir in aktueller Politdenke dringend eine GSGVO (Gefühlschutzgrundverordnung) natürlich auch im Internet. Und wenn wir eh schon Upload-Filter haben, dann könnten die ja auch gleich mal alles, was Gefühle verletzen könnte, aussperren. Also Stadtluft macht frei. Oder „Haching ist ein Scheissverein“.

„Stadtluft macht frei“ empfinde ich als eine ganz wichtige Metapher. Denn der soziale, politische, kulturelle wie auch sonstige Fortschritt in Europa hat in den Städten und durch ihre Vernetzung stattgefunden.