Roland Dürre
Freitag, der 3. September 2010

Nochmal Multikulti

Vor kurzem habe ich zynisch die exotische Farbenpracht der deutschen Fahne als neues Symbol nicht mehr für einen vergangenen Nationalstaat sondern für ein neues Multikulti-Deutschland vorgeschlagen.

Detlev hat mir widersprochen und auf die Gefahren einer falschen “Multi-Kulti-Romantik” aufmerksam gemacht.

Deshalb versuche ich die in meinem Artikel versteckten Gedanken einfach mal ganz linear aufzulisten.

Ich glaube

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Roland Dürre
Donnerstag, der 2. September 2010

Strandläufer

Am Strand vor mir ist nicht mehr viel los. Die Griechen haben ihr Sommerexil am Meer aufgegeben, nur noch wenige Menschen genießen die immer noch heiße Spätsommersonne der lakonischen Bucht.

Hier ist alles wie vor 10 Jahren. Das macht einen Teil des besonderen Reizes des Ortes aus. Etwas ist in diesem Jahr aber trotzdem anders: Regelmäßig laufen afrikanische Verkäufer über den Strand. Es ist ein wenig Kenia in Griechenland.

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Roland Dürre
Dienstag, der 31. August 2010

Umweltschäden und Utopie ♫

Wieder so ein paar Gedanken, wie sie mir im Urlaub durch den Kopf gehen …

Die Vereinten Nationen werfen den großen Konzernen der Welt beim Umweltschutz schwere Versäumnisse vor. „Das natürliche Kapital der Welt wird im großen Stil vernichtet“, warnte UN-Umweltchef Achim Steiner im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Die Vereinten Nationen beziffern die Umweltschäden, die allein die 3000 größten Unternehmen der Welt durch den Missbrauch natürlicher Ressourcen, durch Verschmutzung von Luft oder Gewässern sowie das Aussterben von Arten verantworten, dem Bericht zufolge auf 1,7 Billionen Euro (Quelle SZ)

Zwar finde ich es absurd, solche Schäden in Geld zu rechnen. Währungen sind virtuell und volatil. Die Zahl müsste ja ganz von allein jeden Tag höher werden, aus Gründen der Inflation wie auch aufgrund der permanenten Fortsetzung der Zerstörung.

Aber zumindest ist so eine Zahl mal eine Basis. Der Artikel vom Juli 2010 hat mich angeregt, ein wenig herum zu rechnen, was uns da pro Kopf so treffen könnte.

Denn die Unternehmen schädigen die Umwelt ja nicht aus Selbstzweck oder purer Lust und Laune, sondern in unserem Auftrag. Wir erwarten, dass sie uns möglichst preiswert mit Produkten und Dienstleistungen versorgen. Das die Konzerne dabei ihren Profit maximieren, muss man ihnen in dem von uns verantworteten System zugestehen. Und von diesem Profit profitieren letzten Endes auch wieder wir als Shareholder.

Die wahren Profiteure sind also nicht die Konzerne, sondern wir. Über den Schaden schimpfen wir zwar, nehmen ihn aber zumindest billigend in Kauf.

Aber jetzt zur Rechnung:

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Roland Dürre
Montag, der 30. August 2010

Müll

Seit einer Woche fast zelte ich jetzt in Griechenland. Und es ist verblüffend, wie nett die Menschen sind und wie gesund das Essen hier schmeckt. Überall ist gute Laune und alles ist vom Feinsten.

Kann natürlich sein, dass ich deshalb die Sonnenseite von Griechenland erlebe, weil ich weit weg vom zentralen Athen/Piräus bin. Wir sind 15 km südlich von Gythio.

Gythio war der Hafen Spartas und ist die lokale Metropole, hat aber auch nur knapp 5.000 Einwohner. Die nächste größere “Stadt” dürfte Sparta sein, das aber mit seinen weniger als 15.000 (Stadt) bzw. 20.000 (Landkreis) Einwohnern nach unseren Maßstäben auch in  die Rubrik “Kleinstadt”fällt. Sowohl Ottobrunn wie Unterhaching haben zum Beispiel mehr Einwohner.

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Roland Dürre
Freitag, der 27. August 2010

Nazis im Internet

Wieder mal werden Ängste geschürt. Mit einer verstärkten Internet-Präsenz versuchen die bösen Nazis die Jugend zu beeinflussen. So berichten die Innenministerien Deutschlands.

Ach ist das schlecht, das Internet. Zuerst der böse Riese Google und nun die gemeinen braunen Kobolde.

Ich meine, da wird wieder viel Wind um nichts gemacht. Um vielleicht noch ein wenig mehr Polizeistaat zu kriegen. Oder den Einsatz der Bundeswehr im Inneren vorzubereiten. Oder auch nur, um halt irgend etwas verlautbaren zu können. Ich weiß es nicht.

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Roland Dürre
Donnerstag, der 26. August 2010

Angst vor Google

Jetzt geht sie wieder um in Deutschland, die Angst vor Google. Street View ist das Unwort. Kann dann doch jeder von jedem die Luxusvilla im Internet sehen. Eine Reihe von Argumenten lese ich, wie Street View die Intimsphäre verletzten würde.

:-) Und in jeder Diskussion kommen die Bordellgänger vor. Zwar würden deren Gesichter unkenntlich gemacht, aber sehr wohl wären sie an ihrer Kleidung und Gestik erkennbar. Wirklich schlimm.

Und die Ausspähung der Objekte zur Planung eines Einbruchs würde immer leichter werden. Und nicht zuletzt würde man ja die Farbe der Vorhänge im Küchenfenster erkennen …

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Detlev Six
Mittwoch, der 18. August 2010

“khadashta sharafi”

Ich lächle der hübschen Schwarzhaaarigen auf
der Parkbank zu. Im Halbdunkel sehe ich nicht genau,
ob sie zurücklächelt. Ich will weitergehen, da stellt
sich ein Mann in den Weg: “khadashta sharafi”

“khadashta sharafi” heisst, “Du hast meine Ehre verletzt”
und die Geschichte ist erfunden.

In seinem Post “Man spricht deutsch” wandert Roland
in einem beschwingten Samstagsspaziergang durch
Babylon, die Sprachen fliegen wie bunte Vögel durch
die Luft, ein sympathisches Multikultigefühl überkommt
ihn. Sein Fazit: “Für mich ist die deutsche Sprache ein
Kulturgut, das wir pflegen sollten, mehr nicht.”

Das klingt weltoffen, liberal, menschenfreundlich.

Und ist hochgefährlich.

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Roland Dürre
Donnerstag, der 12. August 2010

Rentenversicherungsbetrug

Zurzeit ist die Rente wieder viel in der Diskussion. Wie eigentlich laufend in den letzten Jahren. Und manche fordern jetzt schon “Arbeiten bis 70″.

Das ist doch alles Blödsinn!

Die Renten sind zu hoch. Also muss man sie senken. Als erstes müsste man sich von solch einem Unsinn wie dem Rentensicherungsgesetz ganz schnell verabschieden. Dann sollte man einen gerne auch höheren Grundbetrag festlegen, der von der Senkung unangetastet bleibt. Und der Rest wird einfach linear abgesenkt, soweit wie eben notwendig. Und wenn es 50 % sind.

Angst vor den Rentnern sollte man dabei nicht haben. Die aktuellen Rentner in Deutschland gehören einer “goldenen Generation” an. Es war die erste Generation in Deutschland, die ihr ganzes Erwachsenenleben in Frieden verbringen durfte. Und die einen schier unendlichen Zuwachs an Wohlstand hatte. Dafür sollte sie täglich dankbar und auch bereit sein, Besitzstand aufzugeben.

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Edwin Ederle
Samstag, der 17. Juli 2010

Regieren by trial and error

Gestern früh hörte ich neben den Dummheiten zur Flugabgabe auch, dass das Elterngeld für Geringverdiener beschnitten werden soll. In einem Land, das zu wenig Kinder hat und in dem Kinder für viele Menschen zum Armutsrisiko werden, ist das m.E. nicht das Richtige – und so hat diese Meldung anscheinend auch einen Aufschrei nach sich gezogen. Und am Abend hörte man, dass Frau Schröder zurückrudert und Nachbesserungen plant.

Wie wird hier eigentlich regiert? Wie groß ist die Halbwertszeit einer Entscheidung? Ist es zu viel verlangt, dass man vorher nachdenkt?

Ich erwarte von Entscheidungsträgern, dass sie sich Gedanken zu den Problemen machen (oder machen lassen). Wenn man aufgrund fundierter Überlegungen zu einer Entscheidung gekommen ist, die man für richtig hält, dann sollte man dazu doch stehen. Dass die erstbesten Gegenargumente Nachbesserungen verlangen, heißt doch, dass man vorher nicht nachgedacht hat, bzw. seine Arbeit nicht richtig gemacht hat.

Oder regiert man “by trial and error”? Man posaunt unüberlegt etwas heraus und wenn es nicht ankommt, dann zieht man es zurück oder bessert nach? Dann doch lieber gleich Volksentscheidungen! Wozu bezahlen wir dann Minister, Referenten, …? Kann man nicht einen “Entwurfsgenerator” auf Zufallszahlenbasis programmieren?

Leider habe ich das Gefühl, dass unüberlegtes Agieren immer mehr den Politikstil prägt und immer mehr Entscheidungen revidiert werden müssen (nicht zuletzt weil sie verfassungswidrig sind, was in meinen Augen ein Armutszeugnis ist).

E2E

Roland Dürre
Mittwoch, der 14. Juli 2010

Der Opern-Pirat

Hier eine nicht ganz fiktive Geschichte mit einem bösen Ende:

Es gibt Menschen, die lieben und sammeln Opern. In München finden sie ihr Paradies beim “Beck am Rathauseck”, denn der hat eine exquisite Musikabteilung. Wenn ein Opern-Sammler nach München kommt, dann zieht es ihn dorthin. Dort findet er CD’s mit Opernaufnahmen, die sonst nur schwer zu bekommen sind.

Meistens wird er fündig und kauft sich ein paar seltene oder ganz neue Aufnahmen. So nimmt seine Sammlung mit CD’s mit Opernmusik stetig zu. Zuerst werden die 100 gefeiert, dann 200, 300 und schließlich 500. Aber ganz gleich, wie groß die Sammlung ist, es fehlen immer noch viele Aufnahmen.

So werden die CD’s immer mehr, Kilo um Kilo. Die Übersichtlichkeit geht schnell verloren. Deshalb werden die Titel zuerst in einer Datenbank archiviert, schließlich werden alle CD’s auf die Platte des PC’s kopiert.

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