Roland Dürre
Montag, der 4. Februar 2019

Wert, Moral, Prinzip – was bedeutet was?

 Freiheit? Moral? Wert? Prinzip? Wahrheit? Gewissheit?

Mit schön klingenden Begriffen und durch die Nutzung von „buzzwords“ versuchen Politiker und das Marketing der großen Konzerne die Menschen zu beeindrucken (und zum Kaufen zu bringen). Die einen, weil sie unsere Stimme wollen, die anderen, weil sie unser Bestes – unser Geld – wollen.

Der vorsätzlich schlampige Umgang mit Sprache ist Teil der „neuen Unredlichkeit“.

Sprache soll manipulieren. Es gibt soviele Begriffe, die gut geeignet sind, Menschen zu verführen. Die werden in den großen Aussagen benutzt. Dies besonders gern von Leuten, die sich selbst im Besitz einer wie auch immer gearteten Wahrheit meinen (korrekt wäre das als Gewissheit zu bezeichnen). Sie nutzen Begriffe, die sie zwar selber nicht verstehen, von denen sie jedoch erhoffen, dass sie helfen ihre Gewissheiten zu verkaufen.

Sie beschäftigen sich nicht damit, was diese Worte eigentlich bedeuten, sondern plappern sie einfach nach. Wir sollten wir die Aussagen, die auf uns prallen, genauso wie die verwendeten Worte gründlich auf den Prüfstand stellen. Den wir leben im Zeitalter des unverantworteten Geschwätzes.

1983 hatte ich das Glück an einem sehr hochwertigen Management Seminar zum Thema Dialektik in Frankfurt bei Rupert Lay Teil haben zu dürfen. Rupert Lay galt damals als der Nestor in Deutschland für das Themas „Ethik im Management“, das damals sehr modern, ja fast „hype“ war. Da habe ich viel gelernt und mein Leben lang versucht weiter zu lernen.

Als ich Sprache lernte, was Sprechen heißt, da war ich 33 Jahre alt. Ziemlich spät, hätte auch früher sein dürfen. Meine sechs Seminar-Kollegen waren Spitzen-Manager aus der Industrie, Präsidenten mächtiger Verbände und Politiker in herausragenden Ämtern. Sie  alle waren um die 30 Jahre älter als ich. Die waren mit dem Lernen also noch später dran.

Nach einem kurzen Diskurs zum Aufwärmen waren alle sechs der inbrünstigen Meinung, dass die Freiheit ihr wichtigste Gut wäre und sie sofort bereit wären, für dieses Gut zu sterben. Als ich mich von beiden Aussagen distanzierte, wurde ich wie ein Aussätziger behandelt. Gut, ich war der Jüngste, hatte die längsten Haare auf dem Kopf und keine Krawatte an. So konnten mich die älteren Silberschläfen ja gar nicht ernst nehmen.

Dummerweise war das ganze symmetrisch. Denn mir kamen die Sechs ziemlich fremdgesteuert vor, also als genau das Gegenteil von frei. Wenn ich ehrlich bin, empfand ich meine sechs Seminar-Kollegen als Prototypen von unfreien Menschen. Typische Systemagenten, die in ihrem faschistischem Gefängnis gefangen waren.

Das war keine gute Voraussetzung für das Gelingen des Seminars. Trotzdem habe ich in diesem Seminar begonnen, Philosophie und Rethorik als für mich wichtig zu sehen und Wert zu schätzen. So habe ich gelernt, genau hinzuhören, Sprache zu analysieren und mit schwierigen Begriffen nicht unachtsam sondern kritisch umzugehen. Und versuche das seit dem aktiv zu leben.

Wegen dem Bild unten:

Keine Angst, ich mache in diesem Blog keine CDU-Reklame. Eine Partei, deren Vertreter kurz nach dem 2. Weltkrieg konspirativ und in Geheimverhandlungen die Wiederbewaffnung vorbereitet und dann gegen die Proteste der Menschen durchgesetzt hat (und damit auch die Wiederauferstehung der deutschen Rüstungsindustrie ermöglicht hat), wähle und unterstütze ich nicht. Weil ich glaube, dass damals in Deutschland eine historisch einmalige Chance für uns Menschen aus Angst für immer kaputt gemacht wurde.

Nein, es geht mir um dem Text im Plakat, bzw. den Text im dazu gehörigen Tweet.

Das Bild illustriert einen Tweet, den der  verifizierte Account der CDU Deutschlands‏ (bitte ohne Bayern) geteilt hat.

Frau Annegret Kramp-Karrenbauer hat diesen Tweet unter Ihrem Account @akk  weitergeleitet. So kam er zu mir.

Hier der Text des von @akk  weitergeleiteten – Tweets mit diesem Bild:


Im Interview mit mahnte : „Ich erwarte von Menschen, die zu uns kommen, dass sie unsere Werte akzeptieren – und vor allem erwarte ich von uns selbst, dass wir dafür eintreten!“


Der Satz scheint mir vom Marketing zu kommen. Irgendwie ist er in seiner Bipolarität genial. Enthält der Satz doch eine scheinbar einfache Forderung an die Menschen.

Die „zu uns kommen“ sollen „unsere Werte“ akzeptieren. Wir, die wir „uns selbst“ sind, weil wir schon hier sind sollen für diese „unsere Werte“ eintreten!.

Die Schwachstelle in diesem Satz ist natürlich der Begriff „Werte“. Was sind denn überhaupt“Werte“? Und noch schwieriger: Was sind den „unsere Werte“.

Wie sollen die, die zu uns kommen, unsere Werte kennen, wenn wir selber sie nicht wissen?

Ich meine, dass es eine sehr große gesellschaftliche Aufgabe wäre, einen Konsens zu erarbeiten, was denn unsere Werte sind? Auch wenn diese Aufgabe nicht lösbar zu sein scheint.

Hierzu ein paar Gedanken.

Wenn ich den Begriff „Wert“ verstehen will, dann suche ich zuerst Mal nach verwandten Begriffen, wie Moral oder Prinzip. Ich suche einen Oberbegriff (weil ich mich beim Verstehen und auch Beschreiben eines Begriffes leichter tue, wenn es einen Oberbegriff gibt, den ich nutzen kann und die Unterbegriffe voneinander abgrenze. Das ist erstes Semester in Philosophie).

In Wikipedia gibt es eine Übersichtsseite zu den vier Buchstaben „WERT“. Der erste Block dort enthält eine Aufzählung allgemeiner Begriffsnutzungen des Wortes „WERT“, die für unser Thema nicht hilfreich sind. Auch dieser Block ist übrigens nicht vollständig, z.B. fehlt der Begriff, der den „Wert“ (Inhalt) einer Variablen im Sprachspiel des Programmierens beschreibt.

In unserem Kontext ist der zweite Block des Artikels wichtig, den ich hier kopiert habe.


(Wikipedia – Wert – Stand 3. Februar 2019, zweiter Textblock)

Werte steht für:


Jetzt weiss ich nicht, wass die christlichen Werte in dieser Aufzählung sollen. Richtiger wäre hier „religiöse“ Werte. Man könnte die „christlichen“ als Beispiel nehmen. Und müsste die „Werte“ anderer Religionen aufnehmen. Vielleicht kann man die Werte auch irgendwie mit Mentalität (neudeutsch mindset) beschreiben. Unsere Werte wären dann unser gemeinsamer „mind set“. Aber haben wir den?

Wenn die geschichtliche Tradition unser christlich-abenländische Werte beschworen wird, muss ich immer daran denken, dass bei uns bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Tradition der auch vom Christentum unterstützten und genutzten Leibeigenschaft gepflegt wurde, die man auch als Sklaverei bezeichnen kann. Das macht zumindest für mich die Tradition nicht besser. Nur zur Erinnerung: Meist waren Leibeigene auch Grundhörige, oft war der Grundherr zugleich der Leibherr des Bauern. Und wem gehörte der Grund?

Der erste Eintrag im oberen Block Wertvorstellungen trifft es schon besser. Wir lernen, dass es um Vorstellungen von Werten geht. Was sind eigentlich Vorstellungen? Visionen oder Halluzinationen? Der Eintrag zeigt uns auch, wie schnell wir mit Werten in die Nähe von wertender Moral kommen. Die meint, wir verfügen über die Wahrheit, was gut und was schlecht ist. Aber was ist schon gut oder schlecht?

Wenn wir bei Wikipedia weiterlesen, dann finden wir zu Moral:


Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen. Der Verstoß gegen Moralvorstellungen wird als Unmoral bezeichnet, Amoral benennt das Fehlen bzw. die bewusste Zurückweisung von Moralvorstellungen, bis hin zur Abwesenheit von moralischer Empfindung.


Wow, schon sind wir bei Mustern, Konventionen, Regeln und Prinzipien! Also treiben wir das Spiel weiter und lesen den Artikel zum Prinzip. Jetzt wird es wirklich kompliziert. Deshalb beschränken wir uns auf einen Satz:


Allgemeinsprachlich handelt es sich bei einem Prinzip um einen Grundsatz, eine feste Regel, an die man sich hält.


Jetzt stellt sich die Frage:
Hat der Autor (AKK hat diesen Satz ja bestimmt nicht selber geschrieben) von dem schönen Werbesatz wirklich Werte gemeint? Oder Moral? Oder Prinzipien?

Oder soll das heißen, dass die, die zu uns kommen, gefälligst an die bei uns gültigen Regeln und Grundsätze halten müssen und wir die Aufgabe haben, dafür zu sorgen, dass sie eingehalten werden?
Und schon klingt das alles ganz anders.

Ich vermute mal, dass die Person, die diesen Satz formuliert hat, selbst nicht weiß, was sie da sagen wollte.

Weil sie an so etwas gar nicht gedacht hat (und wahrscheinlich überhaupt nicht in der Lage dazu war). Es sollte halt nur ein schöner Marketing-Satz werden, der gut klingt und ankommt. Treu der „neuen Unredlichkeit“ unserer Kommunikation verhaftet.

Wenn Ihr Euch interessiert, wie Frau Annegret Kramp-Karrenbauer den Satz auf diesem Plakat interpretiert, könnt Ihr sie ja unter @akk dazu mal befragen.

RMD

Hans Bonfigt
Montag, der 7. Januar 2019

Crisis ? What Crisis ?

Es ist noch nicht lange her, etwa um die Zeit der Eröffnung der letzten CeBIT, da forderten Spitzenpolitiker, namentlich Sickmar Gabriel und Angela Merkel, Menschen also, denen besonders im Osten gehuldigt wird:

Das mit der Statik überdenken wir aber nochmal …

 

Beide hier angesprochenen Sympathieträger hatten eine klare Botschaft, „Wir brauchen keine Datensparsamkeit, sondern Datenreichtum,  denn Daten sind der zukünftige Rohstoff“.

Nun, mit dem neuen „Cyber-Hack“ wurde geliefert wie bestellt !

Aber das scheint ja dann auch wieder nicht das zu sein, was gewünscht war.  Man spricht hochtrabend vom „Verrat an der Demokratie“.   Genau – das sage ich seit Jahren, Merkel und Gabriel sind Verräter der Demokratie.  Nichts Neues also.

Aber auch das ist wohl nicht gemeint.  Offenbar hatte die selbsternannte „Politische Klasse“ nicht die eigenen Daten im Sinn, als es um den „Datenreichtum“ ging, sondern die Daten des „Packs“.

Nun ist das gemeine Volk völlig beratungsresistent, hat überall „Payback-Karten“, „Kundenkarten“, macht jedes Preisausschreiben mit und meldet sich in beliebigen „sozialen Netzwerken“ an, insbesondere auf „Facebook“ oder „Twitter“.  Allein ein Blick in die Visage dieses „Zuckerbergs“ sollte eigentlich einen kultivierten Mitteleuropäer dazu bewegen, diese fiese Proletenschwemme zu meiden wie der Teufel das Weihwasser.   „If the service is free, YOU’re the product being sold“, das ist wohl das mindeste, was heute ein Haupt- oder Gesamtschüler, zumal in Bayern, internalisieren sollte.  Ein Gymnasiast sollte darüber hinaus wissen, daß amerikanische Unternehmen qua Gesetz faktisch gezwungen sind, gegen den bei uns gesetzlich vorgeschriebenen Datenschutz zu verstoßen.  Aber weit gefehlt:   Auch meine ehemalige Lehranstalt prostituiert sich „auf Facebook“.

Das gemeine Volk denkt natürlich nicht daran, sichere Paßwörter zu benutzen.  Und schon gar nicht mehrere.  Es reicht also die Kompromittierung eines einzigen Kundenportals, und schwupp sind alle Konten auf einem rumänischen Server.   In absolut krimineller Manier kauft die Bundesrepublick Deutschland zudem illegale Werkzeuge, die „dem Pack“ selbstverständlich strafbewehrt verboten sind.  Dumm nur:  Kein anständiger „echter“ Hacker gäbe sich für die Mitarbeit beim „BSI“ oder beim „Cyber-Abwehrzentrum“ her.  Auch der „BND“ bekommt keine Leute.   Das hat seine Gründe.  Es wäre für mich sozialer Selbstmord, für dieses korrupte System zu arbeiten – nicht einmal meine Frau würde mich noch anschauen wollen.   In aller Regel vegetieren innerhalb der „Dienste“ charakterschwache Verlierer, denen wirkliche Fachkenntnis fehlt.  Und in der Hand dieses „Personals“ verkehrt sich Sicherheit ins Gegenteil.

Aber bleiben wir beim dummen Volk:   Der Umgang mit den eigenen Daten ist derart fahrlässig, daß man Kevin Müller oder Chantal Meier nicht mehr als „Opfer“ sehen muß, sondern als Täter oder zumindest „Begünstiger“.

Mit „Facebook“, „Twitter“ und „Payback“ bekommen Kevin und Schantalle genau das, was sie verdienen.  Mögen sie daran verrecken.

 

Erkläre Chimäre

Aber diesmal hat es ja eine ganz andere Species getroffen, die eingangs erwähnte „Politische Klasse“.

Was sind das für Menschen?  Nun, vielleicht erinnert sich der eine oder andere an die  San Franzisko – Reise einer fraktionsübergreifenden Bundestagsdelegation.  Es ging um das amerikanische Gesundheitswesen.  Organisiert wurde dies von einem Mitarbeiter der deutschen Botschaft.   Nun, der schrieb einen geharnischten Brief nach Berlin, denn die Damen und Herren waren allesamt vom Stamme Nimm.  Dreist forderten sie, den Kalender nicht mit zu vielen sachbezogenen Themen zu überfrachten, man wolle sich auf eigene Faust informieren, insbesondere über die Schuhindustrie.  Eine der Teilnehmerinnen ist von Beruf Schuhfabrikantentochter.    Den eigentlichen Termin sagte man kurzerhand ab, weil ein Mitglied der amerikanischen Gastgeber überraschend ausfiel.  Es sei schon sehr wichtig, ließ man die amerikanischen Kollegen wissen, daß man sich „auf Augenhöhe auszutauschen“ gewohnt sei.  Peinlich nur:  Die blasierte Mischpoke befand sich bereits in Freizeitkleidung, bevor sie vom Ausfall der Amerikanerin erfuhr.  Aber schlimmer noch:  Wie müssen sich die amerikanischen Gastgeber gefühlt haben ?   Geht es bornierter, geht es undankbarer, geht es widerlicher ?   Um es vorwegzunehmen:   JA, ES GEHT.  Eine der „Damen“ litt unter einer verletzungsbedingten Gehbehinderung und verlangte am Flughafen forsch nach einem Rollstuhl.  Nun entsprach das auf die Schnelle besorgte Modell nicht den Ansprüchen der Dame und die Delegation forderte „einen Neger an, um den Rollstuhl zu schieben“.  Ja, es sei nicht ausgeschlossen, so ein Delegationsmitglied, daß er in der Hitze des Gefechts diesen Begriff gebraucht habe.  Nun ist gegen den Begriff „Neger“ nun einmal nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil, es ist der einzige verwendbare.  „Farbiger“ zielt ja wohl eher auf Punker ab, nicht alle Neger sind „Schwarze“ und „Afrodeutscher“ paßt auch eher selten.  Wenn aber jemand einen „Neger“ anfordert für, aus der Perspektive eines bornierten Möchtegernpolitikers gesehen, „niedere Arbeiten“, dann steckt da eine verräterische, dafür aber umso widerlichere Botschaft dahinter:  „Für niedrige Arbeit ist der Neger vorbestimmt“.   Nun werden Sie fragen:  „Sitzt diese widerliche Mißgeburt immer noch im Bundestag?“.   Aber ja, selbstverständlich.   Aber das beste kommt jetzt:  Die Rollstuhlfahrerin (oder eben Nichtfahrerin) ist jetzt, ganz aktuell, „Die Beauftragte der Bundesregierung für Integration“.    Wer möchte, kann noch mehr Details über diese „Dienstreise“ lesen, aber Vorsicht:  Macht schlechte Laune.

Mit solchen Ersatzmenschen wie hier beschrieben hat man es im Bundestag zuhauf zu tun.  Und wenn sie sich schon in Gastländern so benehmen, daß jedem halbwegs kultiviertem Menschen der Atem stockt, wie sollte man sich dann deren Umgang mit eigenen Mitarbeitern vorstellen ?   Ja, lieber Leser, Sie ahnen es bereits:  Unterirdisch.   Unter IT-Administratoren „kennt man sich“, es gibt da zum Beispiel ein jährliches Treffen auf Schloß Ebersberg, wo man sich in lockerer Atmosphäre austauscht.  Und man bekommt da so einiges zu hören.   Beispielsweise wird IT-Mitarbeitern dreist mit sofortiger Kündigung gedroht, wenn nicht sofort das gewohnte, dreistellige Paßwort für die Frau Abgeordnete wieder eingestellt wird.  Es müssen selbstverständlich auch alle Dinge installiert werden, die sich eigentlich nicht auf den Bundestagssystemen befinden dürfen.  Während die Abgeordneten so technikaffin sind wie ein rosa Pudel, haben sie aber eines begriffen:  Sie lassen sich ein Programm installieren, welches die lokalen Proxyserver des Bundestages umgeht, um so ohne Überwachung Pornographie zu konsumieren oder aber Kanäle zu den Organisationen aufzubauen, von denen sie geschmiert werden.  Wenn Administratoren diesen Nulpen zu erklären versuchen, daß sie damit das gesamte Netz der Bundestagsverwaltung gefährden, gibt es wieder Drohungen und Beschwerden gegen den Mitarbeiter.  Daß ab und zu einmal Politiker-Notebooks als Pfand im Puff landen, ist ja aus der Tagespresse bekannt.

Nun müssen wir festhalten:   Was gibt es Unnützeres als eine Horde gekauftes Stimmvieh, das sich unter gröbster Verletzung unseres Grundgesetzes der Fraktionsdisziplin unterwirft ?  Diese Menschen tun nichts Sinnvolles.  Ergo bräuchten sie auch keinen „Computer“.   Und genau DAS wäre eine effiziente, RADIKALE Lösung eines eklatanten Sicherheitsproblems.  Allen ein „IPad“ zur Bespaßung, das reicht.

Ach, das haben sie schon ?   Na, umso besser !  Dann wäre das ja geklärt:   Genau so, wie man Alkoholikern sinnvollerweise die Fahrerlaubnis entzieht, nehme man den Abgeordneten einfach das restliche elektronische Spielzeug weg.  Man wirft ja auch keine geladene Maschinenpistole in den Schimpansenkäfig.

 

Ein niedliches Frauchen

Es bedarf aber noch anderer Maßnahmen.   Das obige Bild zeigt „Digital – Staatsministerin“ Dorothee Bär.   Bevor ich jetzt wieder lästere:   Ich finde die Dame recht knuffig, mit einem warmen, herzlichen Gemüt, bestimmt ist sie auch fleißig, kann kochen und ist eine gute Mutter.  Und diese leichte Ansatz zur Pummeligkeit steht ihr.  Ich wollte gar keine Frau mit klassischen Model-Maßen haben.   Also, wenn ich mir das Frauchen so angucke, dann komme ich in Versuchung nachzudenken, ob ich vor zwanzig Jahren bei der Frauenauswahl nicht einen gewaltigen Fehler gemacht habe.

Aber diese bayerische Maid, die garantiert wieder so etwas Nutzbringendes gelernt hat wie die Kollegin Sylvana Koch-Mehrin, mit einer wichtigen Aufgabe zu betrauen ?  Wo sie sich, es ist noch keine zwei Wochen her, explizit dafür ausgesprochen hat, bei der „Elektronischen Gesundheitskarte“ den Datenschutz auszuhöhlen ? Was kann da schon schiefgehen ?  Am Arm trägt sie eine „Apple“ – Uhr, das läßt auch auf ein „Apple“ – Mobiltelephon schließen.   Also sind Madames Daten, und natürlich auch die ihrer Kinder, garantiert sicher in der „Apple – Cloud“.  Hätte man da nicht jemanden nehmen können, der sich damit auskennt ?

 

Warum nicht Sie ?

Das ist Constanze Kurz, ist auch nett anzuschauen, benutzt aber zusätzlich ihr Gehirn und zeigt Haltung.  Das will ich der Frau Bär ja gar nicht absprechen, aber die Frau Kurz verfügt über eine fundierte fachliche Ausbildung zum Thema und hat auch hochinteressante Dinge im fachlichen Kontext publiziert.  Desweiteren engagiert sie sich im CCC.

Das wäre einmal eine starke Wahl für eine fachlich kompetente Staatsministerin gewesen.

 

Crisis ?   What Crisis ?

Und so wird sich nichts ändern.  Alle zusammen benutzen weiterhin schön Microsoft und vor allen Dingen „Outlook“, das Haupteinfallstor für Trojaner aller Art.  Obwohl jeder weiß:  Virenscanner helfen nicht !   Das einzige, was hilft (meine Frau hängt seit 1996 breitbandig mit „Windows“ im Internet ab und hatte noch nie einen „Virus“), ist die eigene Intelligenz und Medienkompetenz.  Und die fehlt ganz pauschal bei fast allen Politikern.  „Microsoft Windows“ ist aber ein exzellentes Werkzeug, um den Wirkungskreis von Dummheit dramatisch zu vergrößern.

Und ohne jetzt Roß und, äh, Reiter zu nennen:  Das ist dann wohl auch der Grund dafür, daß ein besonderer Unsympathieträger einer großen deutschen Stadt die Wiedereinführung von „Windows“ betreibt.

-hb

 

Hans Bonfigt
Mittwoch, der 19. Dezember 2018

Ich bin gern ein weißer alter Mann

Und ja, das ist nicht nur eine Replik auf

Die alten weißen Männer.

Was wären denn die Alternativen ?

 

1. Lieber ein alter weißer Mann als ein junger Neger !

Also, ganz im Ernst:  Ich bin dankbar für das große Glück, hier in Deutschland zu einer Zeit aufgewachsen zu sein, in der es noch nach demokratischem Aufbruch roch, in der die Freiheit der Meinungsäußerung als unverzichtbares Element des täglichen Lebens war.  Meine Jugend verbrachte ich im Wohlstand.  Verdient habe ich den nicht, ich war stinkfaul und versoffen.  Trotzdem haben mir meine Eltern viel Liebe geschenkt.  Und ohne die Hinführung durch meinen Vater wäre mir der Genuß von Musik für immer versagt geblieben.  Denn der gymnasiale Musikunterricht durch Kantor Helmut Gottsacker tötete JEDES Interesse an Musik.   Den fiktiven Kunstprofessor Büren läßt Heinrich Böll sagen, „Ich halte jeden Menschen für fähig, sich ein Kunstwerk zu erschließen  —  außer den deutschen Bildungsbürger“.  Einen solchen evangelikalen Kantor auf junge Menschen loszulassen, das verstößt eigentlich gegen die Genfer Konvention.

Als junger Mensch erkennt man instinktiv, wann eine Zuneigung nur geheuchelt ist und wann eine wirkliche Liebe vorliegt.  Mein Vater hat es geschafft, mich mit seiner Passion für Beethoven anzustecken — ohne bildungsbürgerliche Belehrungen, sondern einfach, indem er selbst Freude, Zuversicht und Entspannung daraus gewann.  Wege entstehen, wenn wir sie gehen.

Wir waren wirklich reich im Sinne von „zufrieden mit dem, was man hat“.  Dazu gehörte auch jede Menge Spielzeug, das aber nie in Form von Fertigprodukten über uns purzelte, sonden buchstäblich in Einzelteilen.  So bekam ich Lötkolben, Schraubenschlüssel, Märklin-„Stabilbaukasten“, Meßgeräte, Taschenrechner (ein unglaublich hohes Gut vor 40 Jahren) und überhaupt alles, was ich mir nur wünschte.

Es gab reichlich Taschengeld, ich konnte mir alle Bücher kaufen, die ich haben wollte.  Und bei meinem Alten klauen, der hatte auch jede Menge davon.  Unbezahlbar aber waren die vielen gemeinsamen Gänge um die Hasper Talsperre.  Mein Vater erklärte mir viele grundlegende Dinge, wie etwa die Unmöglichkeit eines ‚perpetuum mobile‘ oder aber das Wesen einer Kapitalgesellschaft.  „Ich kann Dir nur Wege zeigen – gehen mußt Du sie schon allein“, war eine seiner stehenden Redewendungen.

Zusammengefaßt:  Als Kind bin ich gehegt und gepflegt und gefördert worden.  Vor allen Dingen auch, indem nan sich mir zuwandte und mir Zeit schenkte.  Und viele der mir aufgezeigten Wege bin ich gegangen.

So, und nun gucken wir uns eine traurige Negerfamilie an:  Nix zu fressen, aber trotzdem Nachkommen am laufenden Band produzieren.  Wenn so ein armes Balg vor Hunger im Dreck verreckt, scheiß drauf:  Allah hat es so gewollt und Mamis Bauch ist auch schon wieder dick.

Schulbildung gibt es keine.  Stattdessen werden Heranwachsende mit „Fertiggeräten“ sediert, z.B. mit dem Insignium des technischen Analphabeten, dem „iPhone“.  Und mit Allah.   Eine ganz üble Kombination.  Als Jungneger würde ich auch versuchen, nach Europa zu „flüchten“.   Mir wäre ja gar nicht bewußt, welche starke menschliche Errungenschaft das internationale Hilfsgebot auf See ist.  Und wie abgrundtief widerwärtig es ist, diese Hilfsbereitschaft zu mißbrauchen.  Das einzige, was ich gelernt hätte, wäre, daß Allah stark und die Frau minderwertig ist.  Dumm nur:  In Europa bekäme ich auch kein Bein an die Erde.

2. Lieber ein alter weißer Mann als ein junger „grüner“ Pipijunge

Denn das „grüne“ Verständnis von Toleranz ist:   „Wir tolerieren alles, nur keine Intoleranz.  Und was Intoleranz (oder „Faschismus“, „Rassismus“, „Kolonialismus“) ist, das bestimmen wir“.  Und notfalls brüllen wir auch unseren eigenen Parteikollegen Boris Palmer nieder, denn „wenn er faschistische Thesen ausbreitet, braucht man nicht zuzuhören“.  Eine riesige Menge dummer Schafe formiert sich zu einer diffusen, selbsternannten „Allianz der Anständigen“, die uns allen vorschreiben möchte, wie wir zu leben und zu denken haben.  Gearbeitet im Sinne gesellschaftlich nützlicher Tätigkeiten haben sie selbstverständlich nicht.  Wie war Hendryk M. Broders Kurzcharakteristik von Frau Roth:  „Ein Doppelzentner fleischgewordene Dummheit, nah am Wasser gebaut und voller Mitgefühl mit sich selbst“.

Das wirklich Schlimme ist:  Das war auch schon alles.

Nicht der „Extremismus“ unbedeutender Splitterparteien führt uns zurück nach Auschwitz.  Aber grüner Konformismus geht, im Gleichschritt marsch, genau in die Richtung.   Man kann es gut am inflationären Gebrauch des Begriffes „Rassismus“ durch die grünen Führer sehen:   Indem sie allen Nicht-Grünen „Rassismus“ unterstellen, setzen sie damit implizit die tatsächliche Existenz von „Menschenrassen“ voraus.   Menschenrassen, die es gar nicht gibt !  Die es zum Glück nicht gibt !   Sonst könnte Heinrich Himmler mit seinen kruden Thesen einer „überlegenen“ Rasse ja vielleicht recht haben !

Ich bin gespannt, wann der erste Grüne ein Konzentrationslager für „AfD“ – Mitglieder vorschlägt.  Natürlich nicht nur für Parteimitglieder, sondern auch für deren Kinder.     Das Konzept der Sippenhaft hat sich ja in der Vergangenheit schon oft bewährt.   Privatschulen eilen da schon einmal vor.

Schon in den 80er Jahren soufflierte Heiner Geißler der fetten Birne aus Oggersheim, „Die Grünen sind die neuen Nazis“.  Damals empfand ich das als starken Tobak, aber heute fröstelt es mich, wenn ich sehe, wie recht er hatte.

Wie widerwärtig die „Bewegung“ ist, erkennt man am „Hashtag“ #wirsindmehr.   Was heißt das eigentlich ?   Gucken wir doch einmal in das Schafshirn eines Grünbewegten:

  • Die Mehrheit hat immer recht
  • Die Minderheit hat nichts zu sagen und soll das Maul halten

Ich kann auf die Schwarmintelligenz von Mehrheiten gerne verzichten.  Hatten wir schonmal.  War nicht gut.  Für keinen.   Aber „Grüne“ sind lernresistent.

3. Lieber ein alter weißer Mann als ein vergrätzter roter Spinner

Apropos #wirsindmehr :

Da hat es doch eine sympathische Frau, Sawsan Chebli, tatsächlich einmal zu sagen gewagt,

„#wirsindmehr reicht nicht. Wir sind mehr (noch), aber zu still, zu bequem, zu gespalten, zu unorganisiert, zu zaghaft.  Wir sind zu wenig radikal.“

Tja:  Genau das ist der Punkt.  Wir gehen nicht an „Überfremdung“ kaputt oder an der „AfD“, wir gehen daran kaputt, daß wir keine radikalen Demokraten mehr haben.  Wir haben ja nicht einmal mehr Menschen, die wissen, was „radikal“ bedeutet.

Eine Demokratie, in der man das nicht mehr sagen darf, ist keine Demokratie mehr.

Frau Chebli wurde in Berlin niedergbrüllt und hat den Saal weinend verlassen.  Und keiner merkt etwas.

4. Und lieber ein alter, weißer Mann als ein guter deutscher Bildungsbürger

Denn bleiben wir bei Chebli:   Die „Twitter-Community“, sozusagen die Klowand des Internet, spült ein Photo der jungen Frau an die Oberfläche, auf dem sie eine „Rolex“ trägt.

Hier hat mein Feind Matthias Warkus einen ausgezeichneten Artikel geschrieben, der aufzeigt, daß es hier nicht um die üblichen Rückstände von Neid oder „Sozialneid“ geht, sondern daß die Twitter-Kloake hier eine ganz andere, widerlichere Ebene aufspannt.

 

Nein, lieber Roland.   Da bleibe ich doch der alte, weiße Mann.   Der jetzt zur Arbeit fährt.

-hb

Roland Dürre
Freitag, der 5. Oktober 2018

Ist die Demokratie in Gefahr?

 

Heute mein Beitrag zur bayerischen Landtagswahl in gut einer Woche.

 

Zwischen Ruinen (Südgeorgien – Walfang).

Demokratie in Gefahr?
Immer öfters höre ich diese Frage.
Und meine Antwort ist
JA – aber schon länger!

Der demokratische Gedanke beinhaltet, dass die Menschen, die in einem Staat leben (und die dieses soziale System sind), ihre Abgeordneten wählen, die dann im Parlament einen gesellschaftlichen Konsens finden und diesen durch eine kluge Gesetzgebung realisieren sollen. Das funktioniert so aber schon lange nicht mehr.

Mein Freund Detlev Six schreibt:

Die liberale Demokratie ist das empfindlichste Wesen der Welt. Pflegt das Baby!

So meine ich auch, dass die Demokratie eine zarte Pflanze ist, die gut gepflegt werden will. Das wird sie aber nicht. Vielmehr wird sie seit Jahrzehnten von verschiedenen Schädlingen bedroht und geschädigt.

Folgende Ursachen für den Niedergang der Demokratie in Bayern und vielen anderen Ländern habe ich identifiziert:

  • Eine allgemeine Bildungsschwäche.
    Schule und Hochschulen „produzieren“ immer mehr an die Bedürfnisse des Systems angepasste Konsumenten und Arbeitskräfte, aber keine autonomen Menschen mit einem sittlich verantwortet übernommenen Werte-Bewusstsein.
  • Die Oligarchie der Parteien.
    Die Parteien arbeiten nicht mehr am „sozialen Konsens“. Es geht ihnen nicht um die Menschen, sondern um den Erhalt der Macht. Für diesen braucht man Wählerstimmen. Die will man um jeden Preis.
  • Interessenverbände und Lobbyismus.
    Die Bürger nehmen wahr, dass die Regierung, das Parlament und die Parteien von fremden Mächten dominiert werden, die ihre eigenen Interessen über die der Menschen stellen.
  • Marketing macht Wahlen lächerlich.
    Die Art, wie Wahlkampf geführt wird, irritiert die Menschen und entwertet die Wahl. Man sieht das jetzt wieder in Bayern. Welch plumper Unsinn steht auf den Wahlplakaten, die entlang der Straßen so intensiv verbreitet sind? Auch die „Wahl-Programme“ der Parteien überzeugen nicht. Man gewinnt den Eindruck, dass die Partei die Wahl gewinnen wird, die das meiste Geld in Marketing investieren und am besten Menschen manipulieren kann.
  • Die Selektion der Spitzenkandidaten und der Filz in den Parteien.
    So kommen immer wieder Parteibonzen zu Spitzen-Ämtern in Regierungen und Ministerien, für die sie nie demokratisch gewählt worden sind.
  • Gefühl der Ohnmacht.
    Weite Kreise in der Bevölkerung stellen fest, dass sie ohnmächtig sind (vermeintlich oder tatsächlich?).

Die „Demokratie in Gefahr“-Frage wird aber gestellt aufgrund der Erfolge von Populisten in Europa und der gefühlten und wohl auch realen Bedrohung von rechten Bewegungen und nationalistischen Tendenzen auch in Deutschland.

Ich meine aber, dass diese Probleme nur die Folge der von mir aufgelisteten und weiteren Ursachen ähnlicher Art sind. Das heißt für mich, dass wir uns die Misere selber eingebrockt haben. Durch demokratisches Versagen. Sowohl aktiv wie passiv.

Und wie so oft sind die, die über die Missstände besonders laut klagen, selbst die Verursacher des Missstandes. Wir müssen uns wohl oder übel an die eigene Nase fassen.

Und wie soll ich jetzt wählen?

Ich weiß es noch nicht. Die Grünen mag ich nicht, weil sie gemeinsam mit der SPD Einsätze der Bundeswehr im Ausland salonfähig gemacht haben. CSU und SPD erscheinen mir nicht wählbar. Bei der CSU liegt das nicht nur an den aktuellen Protagonisten, die SPD hat überhaupt nichts von #newwork verstanden, obwohl das ihr Thema sein könnte (müsste?). Die FDP, die mit ihrer plumpen „Bildungsoffensive“ ihre Klienten-Politik übertüncht, sind von „liberal“ Lichtjahre entfernt, so sind sie auch nicht meines. Die Linken haben zwar viele nach meiner Meinung richtiges im Programm aber auch viel Abenteuerliches, beim Thema „Arbeit“ sind sie mindestens genauso daneben wie die SPD. Die AFD ist so gar nicht meine Welt. Dann bleibt eigentlich nur die ÖDP, die mir sehr redlich erscheint oder „Die Partei“, die zumindest kein Spaß-Programm hat wie die seriösen Parteien. Ja, und die Piraten mag ich auch nicht mehr, seitdem sie versucht haben ein allgemeines politisches Programm zu schreiben (siehe IF-Blog vor 5 Jahren).

Aber das wichtigste:
Vielen von uns geht es wahnsinnig gut. Lasst uns das Leben genießen und einen Teil unserer Kraft für die Pflege (und Genesung) unseres Pflänzchens „liberale Demokratie“ einsetzen! Und das beginnt wahrscheinlich damit, zur Wahl zu gehen.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 16. September 2018

Hambacher Forst. Ethik. Primär. Sekundär. Tugend.

Dracula als Metapher.

Vor Jahren habe ich gerne über Ethik geschrieben. Das Thema war für mich ganz einfach. Es ging primär um Tugenden und um die Frage, welche Tugenden primär und welche sekundär sind. Dann begann diese Art von Ethik mich zu langweilen.

Jetzt machen mich die Ereignisse um die Braunkohle im Hambacher Forst betroffen. Betroffen ist eigentlich zu wenig, nein ich bin wirklich entsetzt.

Und ich meine, wir sollten mal wieder über Primär- und Sekundär-Tugenden sprechen.

Als Kind wurden mir viele Tugenden gelehrt. Nicht nur gelehrt, ich wurde richtig darauf gedrillt. Das fing an, dass ich immer artig sein sollte. Immer sauber gewaschen, die (kurzen) Haare adrett gekämmt. Wenn Erwachsene redeten hatten die Kinder still zu sein. Ich sollte gehorchen, brav und nicht aufmüpfig sein. Besonders verboten war aber zu lügen und – Gott sei bei uns – zu stehlen. Der Respekt vor fremden Eigentum und die Wahrheitstreue waren die höchsten Tugenden.

Wie ich heran wuchs habe ich mir dann meine eigenen Gedanken gemacht. Und habe früh verstanden, dass es bei meiner Erziehung so manchen Haken gibt. Und dass zum Beispiel die kategorischen Gebote nicht zu lügen und zu stehlen einer ethischen Prüfung nicht stand halten.

Später habe ich mich mit Philosophie beschäftigt und erinnere mich an die Lektüre eines Briefwechsels zwischen dem älteren Kant und einem jüngeren französischen Philosophen. Da hat der französische Kollege mit seinen Argumenten den damals so berühmten und angesehenen Kant in große Bedrängnis gebracht hat. Die Reaktion von Kant fiel dann sehr unsachlich und in meiner Wahrnehmung emotional aus.

So habe ich gelernt, dass die kategorische Erfüllung des achten Gebots mit Sicherheit sehr viel Schaden verursacht und so nur eine Sekundärtugend sein kann. Es gibt sogar im normalen Leben viele Situationen, in denen uns ethisches Verhalten sozusagen verpflichtet zu lügen, um von uns oder anderen Schaden abzuwenden.

Dass es mit dem siebten Gebot nicht viel anders ist, wurde mir auch schnell klar. Da muss ich gar nicht an Robin Hood und die Fragwürdigkeit einer von Eigentum dominierten Gesellschaft denken, es genügt schon das Gedankenexperiment, dass ein Kind verhungert und durch einen Diebstahl gerettet werden kann.

Deshalb sind die Aktivisten im Hambacher Forst für mich zwar keine Helden, aber besonders auch keine Verbrecher.

Denn sie befolgen Tugenden, die ich für primär halte. Sie sind autonom und machen sich ihr eigenes Bild. Und folgen Tugenden, die ich als primär erachte wie Zivilcourage und konstruktivem Ungehorsam. Dies auch noch sehr verantwortet und auf friedliche Art und Weise.

Das einzige, was ich diesen Menschen in ihren Baumhäusern „ethisch“ vorwerfen könnte, ist dass sie ein „Märtyrertum“ pflegen und sich für eine „gute“ Sache selber schaden. Denn eine wichtige – für mich auch – primäre Tugend ist, sich selber wertzuschätzen und nicht zu ruinieren. Besonders nicht für andere!

Denn dass es so nicht weiter gehen kann, wissen wir doch alle, so wie wir alle letzten Endes unter der Zerstörung unserer Welt leiden werden.

Im Gegensatz zu einem allwissenden Minister weiß ich nicht, was „die Mutter aller unserer Probleme“ ist. Ich denke mir nur, dass unser System einen sehr fragwürdigen Umgang mit den Menschen und mit der Natur pflegt.

Wir haben eine Reihe von Problemen. Die Ursachen dürften Schwachstellen sein, wie Armut, Bildung, Klimaschutz und Mobilität hat. Die Schwachstellen hat unser soziales System, wahrscheinlich weil sich in Staat & Politik Werte, Prioritäten und Machtstrukturen verändert haben.

So wissen wir, dass eine Polarisierung in arm und reich unangenehme Folgen haben kann. Das unser Sozialstaat in eine krisenhafte Zukunft torkelt. Dass unsere Art von individueller Mobilität mit großen Autos mit Verbrennungsmotor keine Zukunft hat. Hierzu wissen wir auch, dass strengere Tempolimits auf  Autobahnen, sonstigen Strassen und auch in den Städten mehr als überfällig sind. Wie auch, dass die Subvention für den Pkw-Verkehr im allgemeinen und im besonderen für Diesel-Fahrzeuge ein Irrsinn ist.

Wenn wir ehrlich sind, wissen wir auch, dass stromangetriebene Fahrzeuge nichts verbessern werden und im Gegenteil eine noch schlechtere Umwelt-Bilanz haben, besonders wenn der Strom, den sie verbrauchen, aus Braunkohle gewonnen wird.

Das gilt übrigens nicht nur für Braunkohle sondern auch für hochwertige Kohle, die in Australien im Raubbau abgebaut, dann an die Küste gekarrt, in großen Häfen in Riesenfrachter verladen und so nach Hamburg gebracht wird. Dort wird sie über andere Verkehrsmittel verteilt – um dann irgendwo in Deutschland verbrannt zu werden. Auch das kann es nicht sein.

Zum wesentlichen Teil wird weltweit der verbrauchte Strom aus Kohle erzeugt. Das gilt heute immer noch! Obwohl es mittlerweile gesellschaftlicher Konsens, dass wir Strom aus vielen uns bekannten Gründen nicht aus Kohle erzeugen dürfen. Den Ausstieg bekommen wir jedoch nicht voran, weil „wirtschaftliche Interessen“ diesem entgegenstehen. Diesen Aussteig brauchen wir aber zeitnah, wenn wir die vielen Verbrennungsmotoren aller Orten durch Elektrische Lösungen ersetzen wollen.

Den Aktivisten im Hambacher Forst steht eine Branche und konkret ein Konzern gegenüber, die über Jahrzehnte den Shareholder Value als dominierendes handlungsleitendes Kriterium hatten. Und das auch mit allen legalen Mitteln und manchmal auch anrüchigen Methoden in sensationellem Ausmaß geschafft hat. Kaum eine Branche konnte ihre Aktionäre über so lange Zeit so gut reich machen wie die EVUs. Dies zu Lasten unserer Umwelt und wie (nicht nur) bei der Kernenergie auf Kosten unseres Staates. Und alles legal und gesetzes-konform, dank eines guten Lobbyismus und mit sanfter Erpressung erreicht.

Jetzt gibt es immer mehr Menschen, die aus vielen guten Gründen dies ändern wollen. Weil sie verstehen, dass wir es beenden müssen. Und zwar zeitnah. Und die Zuvielcourage haben und die Tugend des konstruktiven Ungehorsams über den Gehorsam stellen. Auch wenn sie wissen, dass sie letztendlich keine Chance gegen die Allmacht von Staat & Wirtschaft haben. Und sich so selber schaden.

Für mich sind das keine Kriminellen, sondern Menschen, die wichtige Primärtugenden leben. Ich bedauere nur, dass sie keine Chance haben und dies eigentlich wissen müssten. Aber das ist halt das Problem mit Idealismus und der Idealisten. Das aber zu einer weiteren und ganz anderen Diskussion führt.

RMD

 

Hans Bonfigt
Sonntag, der 2. September 2018

Es plappert der Spiegel am rauschenden Bach … (I)

So richtig verstehen kann ich es selber nicht:

Ich habe gute Laune, es ist schönes Wetter, wir haben zwei wunderschöne Jungkatzen bekommen, die sich mit unserem „alten Herrn“ zunehmend besser vertragen, wirtschaftlich geht es uns einigermaßen.  Alles in Ordnung.

Und dann stöbere ich im „Spiegel online“ und meine Stimmung ist zuverlässig im Keller.  Warum gucke ich überhapt dort hinein ?

Soviel Dummheit, Dünkel und Desinformation — ich könnte schreien vor Wut, denn der Spiegel ist ein Meinungsbildner und das pseudointllektualistische Geplätscher kommt lesefreundlich daher.  Um mir meinen Ärger einmal von der Seele zu schreiben, möchte ich einige SPIEGEL – Artikel einmal teilen.

 

Teil I: ENDLICH schafft die EU die Halogenlame ab, und das ist gut so !

Das deutsche Volk ist schließlich dumm und man muß es zu seinem Glück zwingen.   Denn LEDs sind in jedem Fall die bessere Wahl !

Soweit jedenfalls Markus Becker.   Studium der Anglistik, Geschichte und Germanistik in Bochum und Newcastle upon Tyne, Magister-Abschluss 1999.

Ein wahrer Meister der Argumentation:

„Regt sich heute noch jemand über das Ende der Glühbirne auf? Eben.“

Wie, „Eben.“ ?  Also, wenn sich nach sechs Jahren keiner mehr über einen ganz dummen Blödsinn aufregt, dann legitimiert das den Folgeblödsinn ?   O.K., wenn man das als Erklärung für den „Erfolg“ der EU hernimmt, dann wird bestimmt ein Schuh draus:  „Wir verordnen Schwachsinn, das aber regelmäßig und machen alsbald weiter, wenn sich die Aufregung der Bevölkerung gelegt hat“.

Fakt ist, heute kaum noch bestritten:  Der „Glühlampenerlaß“ der EU sorgte für eine europaweite Kontamination fast aller Haushalte mit gefährlichem Sondermüll.  Der gewünschte Einspareffekt trat nicht ein.  Die Lebensqualität in „modern“ beleuchteten Räumen sank.  Also:  Ich rege mich auch heute noch darüber auf.  Und war froh, unseren kompletten Haushalt schon vor Jahren auf Halogenlampen umgestellt zu haben.

Beleuchten wir einmal den EU-Folgeschwachsinn in seinem gesamten Spektrum, ‚mal sehen, ob mir das ohne Magisterabschluß in Newcastle upon Tyne gelingt:

  • Energieeffizienz:   Im überwiegenden Teil des Jahres müssen wir heizen.   Nix gegen Newcastle upon Tyne, aber was man dort garantiert nicht lernt:  „Energie geht nicht verloren„.  Dieser Satz hat als „1. Hauptsatz der Thermodynamik“ eine gewisse Popularität erlangt, ist aber alles andere als trivial.   Die aufgenommene Leistung wird in der Halogenlampe zu etwa 15% in sichtbares Licht gewandelt.  Der Verlust von 85% heizt als Infrarotstrahler die Umgebung.  In den meisten Fällen ist dies willkommen.  Der „Verlust“ sorgt nämlich 1:1 für Energieeinsparung beim Heizen.
  • Lichtspektrum:  Die Halogenlampe erreicht eine „natürliche“, einigermaßen lineare Verteilung der Lichtenergie auf das (sichtbare) Spektrum.  Über meinem Schreibtich hängt ein 300 W – Halogenbrenner, der, in Reflektortechnik, für eine schattenfreie, ideale Lichtverteilung sorgt.  Nun dient ab und zu mein Arbeitsplatz lediglich dazu, um in Intervallen von einer Stunde draufgucken zu können, wie sich ein bestimmter Prozeß entwickelt.  Da vergeude ich nicht sinnlos 300 W.  Es gibt also eine zusätzliche LED-Beleuchtung.  Die, nebenbei bemerkt, so richtig teuer war.  Sobald ich aber längere Zeit bei dieser Beleuchtung arbeite, bekomme ich Kopfschmerzen und meine Konzentration läßt nach.  Zunächst führte ich dies auf Interferenzen zwischen Bildschirm-wiederholfrequenz (60 Hz) und Lichtfrequenz (50 oder 100 Hz) zurück, aber ich habe mir schon seit längerem einen hervorragenden LED-Bildschirm gegönnt.  Nein, die Frequenz ist es nicht, es ist die fiese, die blauen Farbtöne anhebende, spektale Zusammensetzung, die mein Wohlbefinden beeinträchtigt.  „JAAA, aber die neuen Geräte sind doch viiiiiiiiiiiiiel besser“, so überbieten sich die Schreiberlinge.  Wir haben Freunde in Freising, die richtig Spaß haben an der neuesten LED-Technik, aber in deren Wohzimmer bekommen sowohl meine Frau (lichttechnisch desinteressiert) als auch ich zuverlässig Kopfschmerzen.  Ich wette, nach ein paar Laphroaig würde das verschwinden, aber dummerweise saufe ich nicht mehr.
  • Lebensdauer:  Mittlerweile sollte es sich auch in der selbsternannten Akademenz herumgesprochen haben:  Leistungsreduktion um zehn Prozent verlängert die Lebensdauer von Halogen- und sonstigen Glühlampen um den Faktor 10, im Journalisten-Laiendummsprech also um „900 Prozent“.  LED-Leuchtmittel dagegen werden schnell schwächer und fallen in der Praxis früher aus als eine Halogenlampe.  Das ist nun der primitiven, „kostenoptimierten“ Spannungsversorgung geschuldet, die dem VW-Konzern alle Ehre gemacht hätte.   Dazu  komme ich noch.
  • Herstellungskosten:  Selbst wenn wir die absoluten Beträge vergleichen, ohne sie in Bezug zu setzen zur tatsächlichen Lebensdauer, obsiegt hier ganz klar die Halogenlampe.
  • Umweltverträglichkeit und Recycling:  Auch hier ein klares Plus für die Halogenlampe.
  • Lichtfrequenz:  Einer Doppelwendel aus Wolframfaden ist es wumpe, ob sie von einer positiven oder von einer negativen Halbwelle des Netzwechselstroms durchlaufen wird.  Einer Leuchtdiode jedoch nicht!  Die Halogenlampe braucht also keinen Gleichwichter, um eine Lichtfrequenz von 100 Hz zu erhalten.  Dabei glättet die Trägheit des Wolframfadens die Welligkeit.   Das mit der Welligkeit ist so eine Sache, wegen I=U/R ∧ P=U*I ⇔ P=U²/R wächst mit zunehmender Spannung die (Momentan-)Leistung im Quadrat, wir haben es also mitnichten mit einem sinusförmigen Verlauf zu tun.  Gleichzeitig kühlt der Wolframfaden nach jedem Leistungsmaximum wesentlich schneller ab als im Durchschnitt, da die abgestrahlte Leistung (Boltzmann/Stefan) in der vierten Potenz mit der Temperatur steigt (oder abnimmt).  Nicht zu vergessen:  Der ohmsche Widerstand nimmt mit der Temperatur zu.  Wir haben es hier also schon bei einer „einfachen“ Halogenlampe mit einer komplexeren Betrachtung zu tun, die garantiert nicht von Journalisten verstanden werden kann, die berufsbedingt (oder sollte ich besser sagen „berufungsbedingt“ oder „selbstberufungsbedingt“ schon bei der Division zuverlässig scheitern.  Wir können uns aber merken:  Bei einer typischen Halogenlampe variiert der Lichtstrom mit einer Frequenz von 100 Hz um etwa 10 Prozent.  Diesen Wert habe ich als 14jähriger einmal mithilfe eines Fototransistors und eines Oszillographen ermittelt.  Größenordnungsmäßig sollte das stimmen, in diesem Alter war ich schweinegut drauf, soff noch nicht, haßte Sport aller Art und beschäftigte mich ausschließlich mit solchem Krams.  Übrigens:  Seinerzeit, anno 1974, hieß ein Oszillograph halt „Oszillograph“ und nicht „Oszilloskop“ resp. „Scope“.  Vor diesen Geräten hatte ich immer einen Mordsrepekt , da fand und finde ich den altmodischen Begriff einfach angemessener.   Neureiche Spinner reden ja auch von ihren „Chronographen“, wenn sie ihre nutzlosen Breitling-Klunker meinen.  Ein Bekannter, seit seinem 15. Lebensjahr Segel- und später auch Motorflieger, unterdessen Berufspilot, bezeichnet Breitling gern als „Fliegeruhr für Nicht-Flieger“, und so geriert sich der Hersteller auch in der Werbung.  Wobei ich den „Navitimer“ seit 30 Jahren sehr schön finde.  Als Nichtflieger.  Aber ich würde ihn dann „Chronometer“ nennen oder, ganz ehrlich:  Uhr.  Entschuldigung für diese Entgleisung, aber ich finde, die Klarheit von Gedanken muß sich in der Klarheit der verwendeten Ausdrücke manifestieren — und umgekehrt.  Zurück zum Thema:  Lichtfrequenz einer Halogenlampe:  100 Hz und 10 Prozent Modulationstiefe, LED: 50 Hz und 100 Prozent Modulationstiefe.  Und das Geflimmer nervt.   Gut, Herrn Juncker nicht, wenn er ausreichend sediert ist.   Gibt aber Leute, die arbeiten müssen.
  • Regelbarkeit: Für die- oder denjenigen, der es bis hierher geschafft hat:  Lassen Sie mich erstmal den Begriff „Regeln“ durch „Stellen“ ersetzen:  Ein Lichtregler sorgt autooperativ für die Einhaltung der gewünschten Lichtstärke.  Der typische „Dimmer“ ist ein „Stellglied“, mit dem man die Lichtstärke variieren kann (heutzutage typischerweise durch Veränderung des Phasenan- oder abschnittswinkels), der aber keineswegs die Stärke des Lichtstroms erfaßt und ggfs. den Stellgrad ändert.  „Stellbarkeit“ wäre der richtige Begriff, den versteht bloß keiner mehr.  Das primitive „Kondensatornetzteil“ dieser billigen „LED-Chinakracher“ besteht unterdessen aus einem einfachen, vorgeschalteten Kondensator.   Mit einem Kondensator kann man in der Tat bei Wechselstrom eine quasi verlustfreie Strombegrenzung erreichen — in etwa so wie seinerzeit mit der Drosselspule der Leuchtstofflampe.  Hört sich bis dahin clever an.  Dummerweise gibt es in einem typischen Haushaltsnetz immer wieder kurzzeitige, heftige Überspannungen („Transienten“), die die extrem überspannungsempfindlichen LEDs glatt zerstören würden.  Deswegen werden auf einmal zwei Dinge notwendig:  Ein Vorwiderstand, der Adolf Hitler der Energieeffizienz, und, parallel zu den LEDs, ein Spannungsbegrenzer.  Diese „Combo“ sorgt dafür, daß einerseits die Effizienz deutlich gemindert wird und andererseits das Variieren der Helligkeit mit einem klassischen „Lichtdimmer“  unmöglich ist.
  • Häßliche Nebeneffekte:  Während eine Halogenlampe als rein ohmsche Last das Lichtnetz linear belastet, sorgt der Kondensator (s.o.) dafür, daß (wenigstens einigermaßen lineare) Blindlast entsteht.  „Blindstrom“ ist Strom, der beim Verbraucher keine Leistung entfaltet, aber permanent nutzlos zwischen E-Werk und Verbraucher mit der Netzfrequenz synchron hin- und hergeschunkelt wird und überall auf dem Übertragungsweg Verluste verursacht.  So ein typisches Beispiel ist ein Klingeltransformator:  Obwohl die Klingel vielleicht nur zweimal pro Woche betätigt wird, muß der Strom ja Tag und Nacht zur Verfügung stehen, man weiß ja nie … .  Also fluktuiert permanent im Transformator ein Magnetfeld – um dieses zu erzeugen, braucht es definitiv Strom. Und dieser Strom, in Höhe des Nennstroms des Transformators, wird fleißig zwischen Erzeuger und Klingeltrafo hin- und hergeschunkelt.   Zuhause fällt kein Verbrauch an, wenn wir einmal von den typischen „Trafoverlusten“ (Hysterese, Wirbelstrom, Wicklungs-widerstand) absehen, weil Strom und Spannung um etwa 90° phasenverschoben sind, aber tatsächlich fließt ein kräftiger Strom über die komplette Übertragungsstrecke und erzeugt überall Verluste.  Früher, als es noch keine EU, dafür aber verantwortungsvolle Elektroingenieure gab, kompensierte man den Blindstrom, welcher von der Drosselspule einer Leuchtstoffröhre verursacht wurde, mit einem parallelgeschalteten Kondensator, den man heute noch vielfach bei alten Installationen sehen kann.  Um den von den bis weit unter die Schamgrenze primitiv gestalteten „Kondensatornetzteilen“ erzeugten Blindstrom zu kompensieren, bräuchte man jetzt analog eine Drosselspule.  Die ist teuer und baut vergleisweise groß und schwer – also läßt man es.
  • Prinzipielle Schwächen:  Jede Diode, also auch eine Leuchtdiode, hat eine gewisse „Durchbruchspannung“, die auch bei absolut baugleichen Exemplaren minimal variirert.  Deswegen weiß jeder Zwölfjährige, der ein paar Dioden parallelschaltete in der Hoffnung, er hätte damit die maximale Stromstärke vervielfacht:  Die ganze Last gehr zunächst durch die Diode mir der geringsten Durchbruchspannung, danach brennt sie durch, die Diode mit der nächsthöheren Durchbruchspannung übernimmt nach dem Prinzip der „Zehn kleinen Negerlein“, ääääh:  Neun, acht, sieben, sechs …   Je mehr Einzeldioden verrecken, desto schneller geht der Exitus voran.  Man kann das verhindern mit Ausgleichswiderständen, aber das kostet wieder… .  So ähnlich ist es auch mit einer Palette LEDs, die eigentlich jede für sich versorgt werden müßte.   Aus Kostengründen tut man das nicht, sondern billigt es, daß die Geräte nach kurzer Zeit teilweise ausfallen.  Interessanterweise verbraucht eine LED-Lampe, bei der einige Dioden ausgefallen sind, genau das gleiche wie eine im (noch) intakten Status.  Ganz nebenher:  Man könnte einen Siebungskondensator einbauen, um damit die LEDs mit beinahe reinem Gleichstrom zu betreiben und das elende „Geflimmer“ aus der Welt zu schaffen:  Aber:  Der Kondensator baut wieder zu groß und zu teuer.

 .

Technisches Fazit:

Nichts gegen die Halogenlampe, aber:  Eine bestimmte Bauform X einfach durch eine LED-Variante Y ersetzen zu wollen, ist absoluter Schwachsinn, umweltschädlich, viel zu teuer und nicht halb so energieeffizient wie gedacht.

Will man vernünftige Lichtlösungen mit LEDs, dann baut man eigens dafür entwickelte Lampen, in denen ein einziges festeingebautes, stellbares Netzteil möglichst viele LEDs versorgt.  Dann nämlich braucht man auch kein „Flackern“ inkaufzunehmen.

Die „Effizienzverordnung“ der EU ist so unsinnig und kontraproduktiv wie die EU selbst.

 

Was sagt der „Wutbürger“ ?

Das kann ich Ihnen, lieber Leser, ziemlich genau sagen:   Ich zitiere einmal meinen Vetter Bernhard, auf moderne Journalisten angesprochen, aus den frühen 90er Jahren, nach dem Genuß einiger Asbach-Cola:

„Das ist doch ganz einfach:   Die Weiber in den Puff und die Männer ins Arbeitslager, damit denen die Flausen aus dem Kopf gehen!“

So schockiert ich vor einem Vierteljahrhundert über diese Äußerung war, so sehr stehe ich heute klammheimlich dahinter.   Es ekelt mich an, wie sich diese überheblichen Pimpfe als Oberlehrer aufspielen und denjenigen Bürgern, welche sie am Kacken halten, mit erhobenem Zeigefinger vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen haben.   Wie sie zu sprechen oder nicht zu sprechen haben.  Und uns Dummerchen die Welt erklären: Warum ein schwuler Kinderficker unsere Gesellschaft bunt bereichert.   Warum die Rücknahme der absolut sinnlosen Zeitumstellung als deutscher Alleingang Schaden für uns alle bringt.   Warum alle, die sich mit dem Thema zu befassen wagen, schlechte Europäer sind im Sinne von „habt Ihr denn keine anderen Sorgen ?“

Und irgendwann werden nicht nur die primitiven Fußball-Hooligans in der braunen Ostzone die Schnauze voll haben, sondern auch der westdeutsche Michel.   Dann wird der Ruhrpott kochen.  Und wer einmal einen Konverterabstich gesehen hat, der weiß, wie der Pott kochen kann.

Wie war das bei Brecht ?

Da kam einmal ein großer roter Bär daher,
der wußte nix von den Sitten hier, das brauchte er nicht als Bär.
Aber er war nicht von gestern und ging nicht auf jeden Teer —
und der fraß die Vöglein im Walde.

Da schwiegen die Vöglein im Walde nicht,
in allen Wipfeln ist Unruh,
über allen Gipfeln spürest Du
jetzt einen Hauch.

(Bertold Brecht, „Die Liturgie vom Hauch“, etwa 1920)

Und da bin ich doch ganz bei Katrin Göring-Eckhard, als sie von bevorstehenden grundlegenden Veränderungen in unserer Gesellschaft schwadronierte:

Und ja, meine Damen und Herren, ich freue mich darauf !

 

-hb, wird fortgesetzt.

Roland Dürre

SIEMENS. #MeinLeben

Technik von Siemens erlebt auf einem wunderschönen Ausflug zum Veragua-Rainforest zum Puma-Wasserfall Forschungszentrum in Costa Rica

Anfang der 70iger Jahre beim Studieren in München bin ich bei der Siemens AG gelandet. Als Werkstudent in der Kopp-Strasse. Dort war mein Büro – getestet haben wir im IT-Labor im Feurich-Bau. Die Kopp-Strasse war außerhalb, der Feurichbau innerhalb des Standortes „Hofmannstr.“.

Siemens war ein großartiges Unternehmen. Vielleicht das Deutsche Unternehmen.

Unser Motto war „Hochtechnologie für und mit allem was mit Strom zu tun hat“. Es gab mehr als 20 Bereiche, von denen ein jeder technologisch Herausragendes realisierte. Gemeinsam ergänzten sie sich synergisch. Dazu kam eine exzellente kaufmännische Führung des gesamten Unternehmens.

In den technischen Bereichen war Aufbruchstimmung. Die Herausforderungen konnten gar nicht groß genug sein, die gefundenen Lösungen waren genial.

Die Vorstände waren damals nahbar. Ein Siemens-Vorstand hat uns mal sein Rollenverständnis so erklärt:

„Den meisten der gut 25 Bereiche der Siemens AG geht es wirtschaftlich sehr gut. Einige wenige davon gibt es, die schwächeln. Meine Aufgabe ist es, die Schwachen wieder stark zu machen. Dass mir die Arbeit ausgeht, muss ich nicht befürchten, weil es ganz normal ist, dass auch mal wieder ein anderer „starker“ Bereich „schwächelt“.

Das hat mir eingeleuchtet. So ist das Leben, auch in der Wirtschaft. Ewige Top-Peformance gibt es nicht. Dann ist es normal, dass mal das eine oder andere auch schwächelt.

Die wirtschaftliche Stärke und die herausragende kaufmännische Kompetenz des Unternehmensgesamt habe ich bewundert. Das hat uns – Siemens – deutlich von Mitkonkurrenten wie AEG oder Telefunken unterschieden. Im Bereich D auch von Nixdorff. Und dass manche Siemens liebevoll ironisch als „Bank mit angeschlossenen Elektrokonzern“ bezeichnet haben, fand ich auch nicht schlecht. Wenn ein Unternehmen „Kohle“ hat, dann macht das durchaus Sinn.

Die Geisteshaltung zumindest in den Ingenieursbereichen hat mich begeistert. Wir haben in einer Art und Weise gearbeitet, wie es mir später Google (in seinen guten Jahren) von Mitarbeitern berichtet wurde. Es gab große technische Herausforderungen, ein hohes Maß an Eigenverantwortung und beim Scheitern eine faire Fehlertoleranz. Ergänzt von einem klaren Berichtswesen aber ohne hinderlichen Prozesse und Einengung durch rollen. Das waren die Tugenden, die uns technologisch nach vorne katapultiert haben. Und wir waren (oft mehr als) auf Augenhöhe mit IBM und den anderen überwiegend amerikanischen Konkurrenten. Die wenigen europäischen Konkurrenten hatten wir eh schon abgehängt.

Ende der 70iger war ich als fest angestellter Mitarbeiter bei Siemens. 1980 musste ich auch nach Neuperlach. Und habe das Unternehmen dann bald verlassen. Weil genau die oben genannten Tugenden verloren gingen.

Rollen wurden festgelegt und Prozesse eingeführt. Bürokratie wurde dominant und alle Entscheidungen dem Kriterium des Shareholder Values unterworfen.  Eine große Lähmung kombinierte sich mit unsinnigen Planungsansätzen und machte das erfolgreiche Arbeiten immer schwieriger bis unmöglich. So ging sie „baden“, die großartige Technologie.

Nach der Gründung meines eigenen Unternehmens habe ich viel Geschäft mit Siemens gemacht. Zu Beginn war das eine ausgezeichnete Situation. Siemens war ein fairer Kunde und Geschäftspartner. Dazu kann und habe ich schon viele positive Geschichten erzählt.

In den neunzigern hat sich dann aber auch das Klima für die Lieferanten mehr und mehr verändert. Ein schönes Bonmot dazu war bei den Lieferanten, dass für Siemens „Partnerschaft ist, wenn der Partner schafft“. Auch dazu kann ich viele Geschichten erzählen.

Dann ist der Abstand von mir und auch der InterFace zu Siemens gewachsen. Den Abstieg des großen deutschen Unternehmens im dritten Jahrtausend habe ich über die Jahre mitverfolgt. Der Schmerz des Ur-Siemensianers war ließ so immer mehr nach und wurde von der morbiden Freunde am Untergang eines kranken Systems ein wenig gelindert.

Jetzt in 2018 gibt es wieder spannende Neuigkeiten aus dem einstigen Elektrokonzern. Das Unternehmen wird neu organisiert. Man will sich „am Sinn orientieren“. Aber was heißt das?

Im Übrigen sollen alle Stakeholder profitieren – aber vor allem eben die Shareholder, dann auch ein wenig die Kunden, die Menschen im Unternehmen, die Lieferanten und die externalen sozialen Systeme. Siemens scheint da aus den letzten Jahrzehnten nicht gelernt haben, dass das nicht so funktioniert.

Meine emotionale Distanz zu Siemens ist größer geworden. So kann ich heute Siemens gelassener betrachten als noch vor ein paar Jahren. Und stelle fest:

Der Mitarbeiter steht wieder mal verbal „im Mittelpunkt“. Und da eher im Wege.

Ganz vorne steht der Shareholder, also das Internationale Kapital. Nach meiner Bewertung will Siemens einen Weg gehen, den ich schon ein paar mal bei anderen Unternehmen gesehen habe.

Man zerlegt ein Unternehmen in zwei (hier drei) Teile und bringt die neuen Unternehmen an die Börse. Wenn anschließend jedes Unternehmen für sich alleine einen höheren Börsenwert hat als das alte hatte – dann dürfen die Champagner-Korken knallen. Besonders beim Kapital.

Was dann aus den dreien Nachfolge-Konzernen wird, ist eine andere Geschichte. Mit dem alten Siemens wird das aber nichts mehr zu tun hat.

Macht auch nichts, denn die Zeit des „Wir machen alles, was mit Elektrizität zu tun hat“ ist eh schon lange vorbei. Wie die der deutschen Unternehmen, die gemeinsam mit mehr oder weniger begeisterten Mitarbeitern (und vielen Gastarbeitern) für das „Wirtschaftswunder“ gesorgt haben.

RMD

Gastautor(en)
Freitag, der 20. Juli 2018

Gastbeitrag eines jungen Mannes: Der Transatlantik-Zirkus.

Als Gastautor begrüße ich (Roland Dürre) heute hier Götz, den Sohn von Detlev Six. Detlev hat in IF-Blog viele besondere Beiträge eingebracht, unter anderem die Radiophilosophie. Nur zur Erinnerung an vergangene Zeiten: Die Radiophilosophie besteht aus 80 – wie ich meine ein wenig verkannte – philosophische Beiträge, die dem Motto folgen „Erfolgreich trotz Denkens“.

Aber jetzt und heute überlassen wir seinem Sohn die Bühne zum Thema:

Der Transatlantik-Zirkus:

Man sollte meinen, dass es etwas positives ist, wenn sich die Präsidenten der zwei größten Atommächte treffen um zu reden und Spannungen abzubauen, zumal es nicht das erste Mal ist, dass sich amerikanische und russische Präsidenten in diesem Format treffen. Nun gibt es aber bekanntermaßen Leute, die das anders sehen. Einer davon ist Zeit Kolumnist Matthias Naß, der Trumps Politik „zum Fürchten“ findet. Assistiert wird er dabei von Stefan Kornelius, dem Auslandschef der Süddeutschen, der schreibt: „Die Demokratie erlebt in diesen Zeiten den schlimmsten Rückschlag seit den faschistischen Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts“. Dass Trump und Putin miteinander reden erinnert Kornelius also an den Aufstieg Adolf Hitlers und für diese Aussage bekommt er von Naß dann auch noch attestiert, ein „besonnener Transatlantiker“ zu sein[1]. Vielen Danke für die Steilvorlage Jungs. Beide sind übrigens Mitglied in der transatlantischen Polit-Lobby Atlantik Brücke, genau wie so viele andere Journalisten[2].

Nun könnte man ja lachen über diese Zirkusveranstaltung, doch es gibt dabei mehrere Probleme: Naß und Kornelius sind keine unbedeutenden Clowns, sondern bedeutende Clowns. Außerdem ist mit diesem einen Beispiel traurigerweise das komplette Meinungsspektrum der Mainstream Medien abgedeckt. Dazu kommt dann, dass es immer noch viele Leute gibt, die sowas für Journalismus halten. Beschäftigen wir uns also mit den Gründen, welche die Mainstream Presse dafür anführt, dass man nicht mit Putin reden solle.

Die „Annexion“ der Krim:

In der UN Charta, dem sog. Völkerrecht, kommen die Begriffe Annexion und Sezession nicht vor, d.h. diese Begriffe sind nicht definiert. Was darin vorkommt ist das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ und die „territoriale Integrität der Staaten“ . Letzteres hat Russland verletzt, als es die grünen Männchen auf die Krim schickte um den Bewohnern dort ersteres zu ermöglichen. Obwohl das Völkerrecht also Abspaltung via Referendum zulässt, die sog. Sezession, argumentiert eine Mehrheit der Experten, dass das Votum nicht völkerrechtskonform sein könne, da es auf einem völkerrechtswidrigem Wege zu stande kam. Es gibt aber auch Experten, die für eine Sezession argumentieren[3]. Auf jeden Fall handelt es sich bei der sog. Annexion der Krim nicht um eine Tatsache, sondern um eine Meinung. Unbestritten ist dagegen, dass die USA z.B. die Insel Guam annektiert haben[4].

Der Krieg in der Ostukraine:

Knallhart verschwiegen wird von den MSM stets die Tatsache, dass Janukovich nicht vom Volk, sondern durch Scharfschützen gestürzt wurde. Diese schossen aus Gebäuden, die zum besagten Zeitpunkt von der Opposition kontrolliert wurden[5]. Nachdem die Bürger im Osten des Landes, die den gewaltsamen Putsch nicht akzeptierten, ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, war es die neue ukrainische Regierung, welche die Armee nach Osten schickte und dies „Anti Terror Operation“ nannte. Diese Aktion löste die Kampfhandlungen im Donbass aus und machte die Gegend zu einem beliebten Urlaubsziel für russische Soldaten. Russland macht diesen Krieg zwar möglich durch die Unterstützung ethnischer Russen im Nachbarland, aber ausgelöst haben diesen Konflikt andere.

Die Wahlbeeinflussung:

Zwischen 1946 und 2000 haben die USA 81 Wahlen beeinflusst und Russland bzw. die Sowjetunion 36 [6]. Wenn sich die USA jetzt über eine mutmaßliche Wahlbeeinflussung aufregen, dann ist das ungefähr so, als wenn der Boss eines mexikanischen Drogenkartells die Rocker-Kriminalität in Europa als unethisch kritisieren würde. Dazu kommt noch, dass es bis heute keine öffentlich einsehbaren Beweise gibt. Das meiste beruht auf den Behauptungen der selben Geheimdienste, die schon die Beweise für die Massenvernichtungswaffen des Irak gefälscht haben und selbst diese Behauptungen beinhalten nicht mal den Vorwurf, dass das was Russland getan haben soll, einen Einfluss auf den Ausgang der Wahl gehabt hätte[7]. Moment, was ist mit Muellers Anklagen? Ja, mag sein, dass hier endlich mal Butter bei die Fische kommt, aber zumindest Zweifel kann man auch daran anmelden. Die Angeklagten sind allesamt russische Staatsbürger und in Russland ansässige Firmen. Es war eigentlich nicht damit zu rechnen, dass irgendjemand davon vor Gericht auftauchen würde und somit könnte Mueller damit rechnen, nie Beweise vorlegen zu müssen. Nun ist überraschenderweise doch eine der als Trollfarmen bezichtigten Firmen vor Gericht aufgetaucht, plädiert auf „nicht schuldig“ und möchte Beweise sehen, woraufhin Mueller erst mal versucht hat, die Herausgabe jener Beweise zu verzögern[8]. Die deutschen Medien hatten leider keine Zeit, darüber zu berichten.

Das ist es, wie in der Quintessenz Propaganda funktioniert. Es wird hier eine Information und dort ein Zusammenhang verschwiegen. Fragmentierung und Dekontextualisierung von Informationen nennt man das. Dadurch entsteht ein Zerrbild, auf das dann ein unnatürlich verengtes Meinungsspektrum aufsetzt, welches dieses Zerrbild wie die ganze Wahrheit behandelt. So kann man lügen ohne zu lügen und es wirkt alles sehr realistisch, denn die präsentierten Informationsfragmente sind meist wahr. Das Gesamtbild, das sie ergeben aber nicht. Zur Zeit trommeln die Presstituierten massiv für den kalten Krieg. Eine Annäherung und Entspannung mit Russland soll auf jeden Fall verhindert werden. Es ist aber wichtig, sich von dieser Propaganda nicht das Hirn weichspülen zu lassen. Trump hat seine Fehler, aber sein Kurs gegenüber Russland ist richtig.

[1] https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-07/donald-trump-nato-gipfel-usa-demokratie-5vor8
[2] http://spiegelkabinett-blog.blogspot.com/2013/03/journalisten-der-atlantikbrucke-in.html
[3] http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-krim-und-das-voelkerrecht-kuehle-ironie-der-geschichte-12884464.html
[4] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kolonien_und_Protektorate_der_Vereinigten_Staaten
[5] https://www.rubikon.news/artikel/propaganda-statt-journalismus
[6] https://en.m.wikipedia.org/wiki/Foreign_electoral_intervention
[7] https://m.youtube.com/watch?v=PSieUmpeDSw
[8] https://www.politico.com/story/2018/05/04/mueller-russia-interference-election-case-delay-570627

Soweit Götz Six.

Mein Resumée? Vielleicht sollten wir mehr den jungen Menschen zuhören und sie auch in Politik und in den Unternehmen ein wenig mehr ans Ruder lassen.

RMD

Hans Bonfigt
Sonntag, der 8. Juli 2018

Papa, Charlie hat gesagt …

… so hieß eine Radiosendung.  Ein eher konservativ eingestellter Vater wurde von seinem Sohn mit den teilweise recht kritischen Thesen eines Mitschülers konfrontiert und hatte seine liebe Not damit, diese zu widerlegen.

Mir erschien als kleiner Junge die Welt als undeterministisch.  Mir war nicht klar, wie weit sich die Menschen, die sich nicht schämen, sich selbst als „politische Klasse“ zu bezeichnen, vom tatsächlichen Leben entfernt waren.

Und so fragte ich meinen Vater oft nach Ursachen und Wirkungen und erhielt verblüffend einfache Erklärungen, über die meine Mutter sagte, daß ich so etwas nie, nie, niemals in der Schule weitererzählen solle.

 

Auch jetzt noch hätte ich einige Fragen an meinen Vater, und ich weiß verdammt genau, was er gesagt hätte.

Papa, warum werden amerikanische VW-Kunden entschädigt und deutsche nicht ?

„Nun, Junge — weil sich die Bundesregierung wieder völlig unnötig und unqualifiziert eingemischt hat.  Für diejenigen Fahrzeuge, welche ohne Manipulation die Zulassungskriterien nicht mehr erfüllen können, muß die ‚Allgemeine Betriebserlaubnis‘ durch das Kraftfahrt-Bundesamt entzogen werden.

Dadurch entstünde den Kraftfahrzeugbesitzern ein tatsächlicher Schaden, welchen sie umgehend und einfach gerichtlich geltendmachen könnten.  Gleichzeitig hätte man, national wie international, ein starkes Zeichen gesetzt, daß die Politik nicht die Marionette unserer Schlüsselindustrie ist.

Aber Du kennst unsere Bundeskanzlerin, die leider „Richtlinienkompetenz“ hat, die sie häufig bis zum Rechtsbruch überzieht.  Sie hatte nicht das Rückgrat, die Verärgerung der vielen hunderttausend VW – Fahrer auf sich zu laden.  Auf einen Rechtsbruch mehr oder weniger kommt es Frau Merkel nicht an, wenn sie dadurch vermeiden kann, vom Wähler abgestraft zu werden.“

 

Papa, warum bekommt eine „geflüchtete“ Großfamilie 7.000 Euro im Monat ?

„Tja, Junge – die Behörden sagen, die bekommen das gleiche wie eine einkunftslose deutsche Familie.

Und weißt Du was ?  Eigentlich ist das richtig.  Wer sind wir denn, daß wir sagen, ‚für die menschenwürdige Versorgung eines fremden Kindes brauchen wir weniger als für ein deutsches‘ ?   Es gibt keine Menschen erster und zweiter Klasse.  Das ist ein ganz wichtiger Grundwert unserer Kultur, den es zu schützen gilt — auch und gerade vor den respektlosen Sozialschmarotzern, die hier einfallen.

Daß eine große Familie ohne Ernährer zwischen 4.000 und 10.000 Euro vereinnahmt (denke an Krankenkassen, Kosten für Sozialarbeiter, Justiz- und Gefängniskosten für die ältern Kinder usw., usf.), das ist der Siegeszug der möchtegernsozialistischen Verteilungspolitik des Willy Brandt.

Denn das Beipiel der Asyltouristen, über das sich so viele aufregen, zeigt einfach nur, zu welchem Exzeß die vermeintliche ‚Förderpolitik für sozial Schwache‘ geführt hat.   „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“.  Das haben die grünen Schmeißfliegen genausowenig begriffen wie die Sozis.  Die einen wollen die Kinder in Ganztagsschulen zwangsindoktrinieren, die anderen blasen der asozialen Unterschicht Zucker in den Arsch, um sich eine Stammwählerschaft zu sichern.

Also:  Eigentlich müßte man verantwortungslosen Eltern, die Kinder in die Welt setzen, ohne dafür aufzukommen, die Stütze auf ein Minimum kürzen — dann gäbe es im Falle der Asyltouristen ebenfalls keine Exzesse“.

 

Papa, warum gibt es Streit über den Umgang mit kriminellen Einwanderern ?

„Tja, Junge:  Du glaubst mir ja nicht, daß rot/grün den Untergang Deutschlands will.  Dabei siehst Du doch selbst die Plakate:  ‚Deutschland, Du dreckiges Stück Scheiße‘ hängt direkt neben einem mit ‚Refugees welcome — bring your families‘.  Ist das eine Art, Gäste zu begrüßen — in einem ‚dreckigen Stück Scheiße‘ ?   Hier kannst Du sehen:  Denen gehen die Leute am Arsch vorbei, aber sie wollen die Chance nutzen, um uns zu schädigen.

Ansonsten kann ich nicht nachvollziehen, warum über neue Gesetze diskutiert wird, wo wir doch ein funktionierendes Rechtssystem haben ?  Wenn einer nach einem illegalen Grenzübertritt erwischt wird, besteht zunächst einmal ein Anfangsverdacht einer kriminellen Handlung.   Das rechtfertigt Untersuchungshaft, ohne Mobiltelephone und ohne Möglichkeiten, weiter straffällig zu werden.

Die Polizei müßte einfach nur so aufmerksam gegenüber sogenannten „Migranten“ sein wie gegenüber den Deutschen.  Und wenn die merken, sie können sich hier nicht aufführen wie zuhause, dann kehrt sofort wieder Ruhe ein.

Wir können stolz sein auf unser Asylrecht – aber diejenigen, die es mißbrauchen, nehmen denen, die wirklich auf unsere Hilfe angewiesen sind, dringend benötigte Ressourcen weg und stiften sozialen Unfrieden.  Und da weiß ich gar nicht, wieso wir verpflichtet sein sollen, Betrüger wieder genau dorthin zu bringen, wo sie hergekommen sind.

Aber weißt Du — alle drei Situationen haben eines gemeinsam:

Sondergesetze helfen niemandem — wir müssen nur unserem bestehenden Rechtsrahmen Geltung verschaffen !“

 

Nun war mein Vater strammer CDU-Wähler und ich bin RAF-Sympathisant, insofern glaube ich, daß er zuviel Angst vor den „Sozis“ gehabt hat, welche weder unter August Bebel noch unter Willy Brandt etwas zuwege gebracht haben.  Denen eine ernsthafte Absicht zu unterstellen, und sei es nur eine zerstörerische, halte ich für abwegig.

Ansonsten kann ich meinem alten Herrn nur rechtgeben.

 

Aber vielleicht haben Sie, lieber Leser, plausiblere Antworten für mich ?

-hb

Roland Dürre
Montag, der 9. April 2018

Doppelagenten

 

Doppelagent Dnalor in Warnemünde

Ironie und Realität

Als leidenschaftlicher Leser von John le Carré (Verräter wie wir) und Herbert Rosendorfer (Das Messingherz) kenne ich mich mit Geheimdiensten und deren Praktiken natürlich bestens aus.

Zurzeit gibt es ja wieder einen genialen „use case“, den ich heute kompetent besprechen und fachlich analysieren will. Lapirks oder so ähnlich.

Die beiden erwähnten Bücher sind übrigens zwei absolut geniale und lesenswerte Werke, vielleicht empfehle ich das Messingherz noch einen Hauch mehr. Aber jetzt zum Thema – es geht heute um den „Doppelagentenmord“!


Gehen wir davon aus, Sie sind ein Geheimdienstler eines noch EU-Landes und wollen einen Doppelagenten beseitigen, der Ihnen stinkt.

Ein Doppelagent hat zwei „Arbeitgeber“ über Jahre gegeneinander ausgespielt. Von beiden wurde er gut bezahlt. Keiner der beiden kann sich jemals ganz sicher sein, wem seine Gunst wirklich gehört hat. Vielleicht beiden? Dies gilt auch für den Arbeitgeber, der ihn am Schluss als (lästige?) Laus im Pelz sitzen hat und ihm die Rente finanziert.

So ist Doppelagent schon so eine von Art Königsklasse der Geheimdienstliga, übertroffen wahrscheinlich nur von dem sehr seltenen 3- oder 4-fach Agenten. Andererseits – ein Doppelagent dürfte doch immer zuerst mal ein Agent der eigenen Sache sein …

Die Arbeitgeber eines Doppelagenten sind in einer blöden Situation. Denn immer bleibt ihnen der Verdacht, dass in „Wirklichkeit“ sie die Beschissenen waren. Aber „Wirklichkeit“ ist bei Geheimdiensten eh unwichtig, geht es da doch viel mehr um „Unwirklichkeit“!

Wenn Sie jemand umbringen, dann geben Sie natürlich nicht  gerne zu, dass Sie es waren. Auch nicht bei einem Doppelagenten. Bei diesem bietet es sich jedoch förmlich an, den Verdacht auf den zweiten Arbeitgeber zu richten.

Dazu gibt es für den Doppelagentenmord zwei Möglichkeiten, die einfache oder die doppelte Indirektion. Die intelligentere aber auch aufwändigere Variante ist zweifelsfrei die doppelte Indirektion. In Kurzform geht diese so:

Sie richten den Verdacht – zum Schein – ein wenig auf sich selber. Und beweisen ganz ruhig, dass Sie es gar nicht selber gewesen sein können. Sondern es der andere Arbeitgeber des Ermordeten (eigentlich Hingerichteten?) gewesen sein muss.

Natürlich lassen Sie in keiner der beiden Variante den Doppelagenten durch Ihre eigenen Agenten umbringen. Das erledigt in der Regel ein befreundeter Geheimdienst. Gemeinsam mit diesem legen Sie (unbedingt leicht widerlegbare) Spuren aus, die auf ihre eigenen Organisation deuten und (möglichst unwiderlegbare), die zeigen, dass es der Andere war.

Mit gut vorbereiteten Indizien zeigen Sie, dass Sie es ja gar nicht gewesen sein können! Aber der Andere die Schuld auf Sie schieben will! Ungeheuerlich! Und schon ergibt sich der einfache Schluss, dass es nur der Andere gewesen sein kann. Der ist ja sowieso ein Böser, was leicht zu beweisen ist, denn Sie sind ja der Gute.

Diese Variante (sich selbst zum Schein in Verdacht bringen und dann herausfinden, dass es der andere war) kann durchaus klappen, besonders wenn sie virtuos und geduldig gespielt wird. Und der andere kann dann ganz schön bescheuert am Schluss dastehen.

Allerdings ist sie eher etwas für intelligente Menschen. Und bei Lapirks haben diese Methode wenn dann höchstens die Russen angewendet.

Wenn die Engländer die Täter waren, dann haben sie – wie Geheim-Dienstler in der Regel – die Variante der einfachen Indirektion verwendet. Zwar klappt diese wegen ihrer Plumpheit meistens nicht. Aber das spielt keine Rolle, denn bei Geheimdiensten klappt eh meistens nichts. Nur die Folgen ihrer Aktionen sind oft schlimm.

Die (natürlich nicht in den anspruchsvollen Romanen von le Carré) häufig angewendete Methode der einfachen Indirektion geht so:

Sie (als Geheimdienst) bitten einen (jetzt wirklich nur so zum Beispiel) guten Kumpel aus dem ehemaligen Warschauer Pakt um Unterstützung. Der könnte z.B. einem heute verbündeten Geheimdienst aus dem ehemaligen Ostblock angehören. Also einer, der die Seiten gewechselt hat und von früher Know-How und Materalien aus dem Umfeld des zweiten Arbeitgebers des zu beseitigendem Doppelagenten hat. Dieser beseitigt für ein kleines Entgegenkommen Ihrerseits mit „quasi-russischen“ Methoden den Doppelagenten. Er macht das gerne, denn er mag die Russen ja nicht (mehr) und wischt ihnen gerne eins aus.

Dass er dabei pfuscht und der Doppelagent überlebt ist durchaus normal und nicht schlimm. Wahrscheinlich geht es ja eh um etwas ganz anderes. Das ist dann höheres Geheimdienst-ABC.

Sie melden dann sofort Ihren politischen „Vorgesetzten“, dass die Russen etwas für sie Typisches und sehr Böses angestellt haben. Der Begriff „Vorgesetzten“ ist natürlich Blödsinn, denn als Geheimdienst machen Sie ja eh was sie wollen, von wegen parlamentarischer Kontrolle und so …

Ein Motiv findet sich im Falle eines Doppelagenten immer leicht – in diesem Fall sollen die Mörder damit eine Warnung an andere Doppelagenten bezweckt haben. Klingt zwar ein wenig konstruiert, aber was ist bei Geheimdiensten nicht konstruiert?

Ihre Regierung glaubt das gerne, denn die will sich ja nach vielen Flops profilieren und Stärke demonstrieren. Und will auch gar nicht wissen, wer es wirklich wahr. Denn es könnten ja auch Sie (der eigene Geheimdienst gewesen) sein, denn wie gesagt, welche Regierung traut schon ihrem Geheimdienst? Und so eine unerfreuliche Wahrheit will man ja wirklich nicht wissen.

So ist es für die Regierung am Besten, in die Offensive zu gehen und die andere Seite zu beschuldigen. Je massiver und entschlossener, desto besser, damit auch keiner ins Zweifeln kommt.

Natürlich müssen Sie alle Zeugen beseitigen, in unserem Fall eine verstörte Katze. Da der Geheimdienst ja ein Herz für Katzen hat, wird diese ganz schnell aus „humanen“ Gründen getötet. Und natürlich muss der übliche Prozess ausgelöst werden wie alle Akten vernichten und alle Daten löschen.

Belege kann man auch nicht vorlegen, man darf ja nicht die Quellen (andere Doppelagenten) gefährden. Sonst werden die auch noch ermordet. Ein selten dümmliches Argument übrigens, dass jedoch alle Möglichkeiten eröffnet.


Soweit die Satire

Es könnte aber auch ganz anders gewesen sein. Gerade bei Doppelagenten. Vielleicht hat ein Dritter beide reingelegt, die Briten wie die Russen. Das könnte irgendeine Mafia oder die Amis gewesen sein. Oder ein Einzeltäter? Einfach nur aus Rache. Oder was auch immer? Wir wissen Nichts! Viele Varianten sind denkbar und die „Wahrheit“ dürfte nie herauskommen. Nur eins scheint sicher, die „offizielle“ vom britischen Geheimdienst dargestellte Variante ist sehr unwahrscheinlich.

Und ich stelle mir wieder mal die Frage, was die Geheimdienste eigentlich bringen. Und ob diese per se unkontrollierbaren polizeilich-militärischen Einheiten, die jenseits des Rechtsstaates operieren dürfen, nicht ziemlich gefährlich für Rechtsstaaten wie demokratisch legitimierte Regierungen sind?

RMD