Roland Dürre
Freitag, der 3. September 2010

Nochmal Multikulti

Vor kurzem habe ich zynisch die exotische Farbenpracht der deutschen Fahne als neues Symbol nicht mehr für einen vergangenen Nationalstaat sondern für ein neues Multikulti-Deutschland vorgeschlagen.

Detlev hat mir widersprochen und auf die Gefahren einer falschen “Multi-Kulti-Romantik” aufmerksam gemacht.

Deshalb versuche ich die in meinem Artikel versteckten Gedanken einfach mal ganz linear aufzulisten.

Ich glaube

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Heute Nacht im Zelt wurde ich neun mal geweckt. Zwischen 3 und 4 in der früh. Durch eine Reihe von SMS, die mich eigentlich am Samstag Nachmittag hätten erreichen sollen. Und das ging so:

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Roland Dürre
Freitag, der 27. August 2010

Nazis im Internet

Wieder mal werden Ängste geschürt. Mit einer verstärkten Internet-Präsenz versuchen die bösen Nazis die Jugend zu beeinflussen. So berichten die Innenministerien Deutschlands.

Ach ist das schlecht, das Internet. Zuerst der böse Riese Google und nun die gemeinen braunen Kobolde.

Ich meine, da wird wieder viel Wind um nichts gemacht. Um vielleicht noch ein wenig mehr Polizeistaat zu kriegen. Oder den Einsatz der Bundeswehr im Inneren vorzubereiten. Oder auch nur, um halt irgend etwas verlautbaren zu können. Ich weiß es nicht.

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Roland Dürre
Dienstag, der 24. August 2010

Ich bin ein Mensch – was bin ich? ♫

:-) Auch auf solche Gedanken kommt man im Urlaub: Ich erzähle mal von meinen Vorfahren. Vielleicht muss ich ja irgendwann mal irgendwelchen Aliens erklären, wie es zu uns gekommen ist:

Ich bin ein Mensch und stamme vom Affen ab. Meine Vorfahren sind vor langer Zeit auf allen Vieren gelaufen. Durch ein planetares Unglück (heute würde man sagen durch eine Umweltkatastrophe), ging ihr Dschungel kaputt. Dort fanden sie immer leckere Nahrung im Übermaß. Damit war Schluss. Jetzt mussten sie die vielen Proteine, die sie brauchten, wo anders suchen. Das war nicht einfach.

So sind sie gezwungen worden, sich aufzurichten. Ich bin mir nicht sicher, ob das in der Savanne passiert ist, weil sie nach Aas suchen oder ob sie ihre Nahrung aus dem flachen Wasser holen mussten und deshalb lernten, ihren Kopf so hoch zu tragen. Da streiten unsere Gelehrten heute noch, aber damit fing das Mensch sein wohl an …

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Roland Dürre
Montag, der 23. August 2010

“Meine Generation” oder “UPZZDA und Rondismus” ♫

Auf solche Gedanken komme ich im Urlaub, wenn ich so ein wenig über mein Leben reflektiere:

Ich bin 1950 geboren. Wir waren eine Generation im Aufbruch. Den Ballast der Nachkriegszeit wollten wir abschütteln. Aber jeden Tag ging es uns materiell immer besser.

Wir waren Idealisten und liebten Utopien. Manche Werte und Meinungen unserer Eltern konnten wir nicht verstehen. So zogen wir uns in verqualmte Kaffees und Kneipen zurück. Bei Rotwein und Bier diskutierten wir über Gott und die Welt, gerne auch mal im Kreis herum. Rothändle und Gauloises waren Ehrensache, Sartre und Camus unsere Lieblingsautoren. Für Barock und Romantik und die Kulturen der Vergangenheit hatten wir wenig bis nichts über.

Von den etablierten Parteien hatten wir schon damals die Nase voll. Und Karl Jaspars, der Anfang der sechziger über die Oligarchie der Parteien als Gefahr für die Demokratie schrieb, sprach uns aus dem Herzen.

Die Sinnlosigkeit des Krieges – nicht nur in Vietnam – war uns ein Gräuel. Der Overkill der Langstreckenraketen mit ihren Atombomben das größtmögliche Maximum an Absurdität. Wir waren Pazifisten. Zwangsdienst und sinnlose Zwänge waren uns zuwider und zur Bundeswehr wollten wir auf keinen Fall.

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Roland Dürre
Donnerstag, der 12. August 2010

Rentenversicherungsbetrug

Zurzeit ist die Rente wieder viel in der Diskussion. Wie eigentlich laufend in den letzten Jahren. Und manche fordern jetzt schon “Arbeiten bis 70″.

Das ist doch alles Blödsinn!

Die Renten sind zu hoch. Also muss man sie senken. Als erstes müsste man sich von solch einem Unsinn wie dem Rentensicherungsgesetz ganz schnell verabschieden. Dann sollte man einen gerne auch höheren Grundbetrag festlegen, der von der Senkung unangetastet bleibt. Und der Rest wird einfach linear abgesenkt, soweit wie eben notwendig. Und wenn es 50 % sind.

Angst vor den Rentnern sollte man dabei nicht haben. Die aktuellen Rentner in Deutschland gehören einer “goldenen Generation” an. Es war die erste Generation in Deutschland, die ihr ganzes Erwachsenenleben in Frieden verbringen durfte. Und die einen schier unendlichen Zuwachs an Wohlstand hatte. Dafür sollte sie täglich dankbar und auch bereit sein, Besitzstand aufzugeben.

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Roland Dürre
Dienstag, der 3. August 2010

IT-Befreiungsorganisation

Eine der schriftlichen Fragen eines Studenten zu meinem TUM-Vortrag war:

“Ihr Unternehmen hat eine Entwicklung von einem Produktunternehmen zu einer IT-Befreiungsorganisation genommen … Wie veränderten sich dabei Ihre persönlichen Aufgaben, Herausforderungen und Herangehensweisen?”

(Aus Fragen&Antworten zu InterFace)

Ich gehe mal davon aus, dass der Student IT-Beratungsorganisation anstelle von IT-Befreiungsorganisation gemeint hat und das nur ein Freud’scher Verschreiber war?

Der Gedanke ist aber alles anders als dumm!

Wenn wir das schaffen könnten:

IT-Berater als Befreier von IT!

Damit könnte man die Welt erobern. Und als Chef der Bewegung würde man sicher sehr reich werden. Da sehe ich mich doch schon wie so ein russischer Milliardär auf meiner 60-Meter-Yacht im Liegestuhl sitzen, unter mir die Meere der Welt, in der linken Hand das Glas Champagner und die rechte auf dem Knie der jungen Gespielin.

Aber daraus wird wohl nichts. Glaube nicht, dass ich es schaffen werde, eine weltweit tätige IT-Befreiungsorganisation aufzubauen. Und gehe dann doch heute früh wieder ins InterFace-Büro.

Doppelt schade, ich würde sicherlich viele Menschen glücklich machen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 15. Juni 2010

Reiches Afghanistan

Honi soit qui mal y pense

Jetzt wurde eine Studie veröffentlicht (von amerikanischen Forschern), die Afghanistan zu einem an Bodenschätzen reichem Land macht, vielleicht zu einem der reichsten der Welt.

Der Berliner würde sagen:

Nachtigall ick hör dir trapsen!

Im Prinzip war der afghanische Reichtum vielen bekannt. Mir war das nicht so ganz bewusst, fällt aber wieder ein, dass man früher gemunkelt hat, dass die Russen da unten vor allem wegen der Rohstoffe wären.

Aber jetzt verstehe ich das doch ein wenig wirre Interview, dass ich von unserem damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler im Bayerischen Rundfunk gehört habe und welches wohl die Ursache für seinen Rücktritt war.

So spekuliere ich mal:

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Roland Dürre
Montag, der 31. Mai 2010

Wirtschaftskrieg

Gerade lese ich, dass Horst Köhler zurückgetreten ist. Diesen Post hatte ich gestern schon vorbereitet und wollte ihn nochmal überarbeiten. Aus aktuellem Anlass veröffentliche ich ihn jetzt unverändert.

Unser Bundespräsident, Horst Köhler hat in der letzten Maiwoche kurz vor seinem Abflug aus Afghanistan ein Interview gegeben. Da hat er Stellung genommen zum Einsatz der Bundeswehr im Ausland.

Und gesagt, dass Auslandseinsätze der Bundeswehr notwendig wären, da

für ein Land unserer Größe mit dieser Aussenhandelsorientierung auch militärische Einsätze für freie Handelswege notwendig seien …

und auch um

regionale Instabilität zu verhindern, die negativ auf unsere Chancen zurückschlagen, um dadurch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern

Jetzt wird er von Opposition und Medien deswegen kritisiert. Und die Regierung hat behauptet, dass er vom Einsatz der Bundeswehr vor Somalia gesprochen hat, obwohl er zweifelsfrei zu Afghanistan befragt wurde.

Ich glaube, dass Horst Köhler einen Anfall von Zivilcourage hatte und einfach die Wahrheit gesagt hat.

Und die ist wohl, dass der militärische Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan natürlich nur vordergründig dazu dient, humanistische Ideale und Menschen- bzw. Frauenrechte zu verteidigen (das wird in diesem Land eh zumindest in diesem Jahrhundert nicht möglich sein) oder den Terrorismus auszurotten (Auch das ist so wie es gemacht wird, garantiert nicht erfolgreich, es wird eher das Gegenteil bewirkt).

Afghanistan dürfte nur ein Schauplatz von vielen in einem hochkomplexen Wirtschaftskrieg sein, mit dem der privilegierte Teil dieser Welt mir einer sehr eigenartigen Aufgabenteilung versucht, mit allen Mitteln seine Vormachtstellung zu bewahren.

Mein Kommentar: Da sagt er einmal die Wahrheit – und wird er so angegriffen, dass er zurücktritt …

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 25. Mai 2010

Sparen dank China

Sechs Millionen Absolventen spucken Chinas Hochschulen zurzeit jährlich aus, davon haben die meisten einen Abschluss in einem naturwissenschaftlichen Fach.

Gebraucht werden in China davon nur drei Millionen, dies trotz des großen Booms. Der Rest findet keinen “adäquaten” Job.

Was machen dann jedes Jahr die anderen drei Millionen? Taxi Fahren oder Chauffeur werden? Oder bei MacDonalds an der Theke stehen und Hamburger verkaufen?

Klingt nicht gut.

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