Roland Dürre
Mittwoch, der 31. Mai 2017

Kleftiko – und am Abend dann im Hospital von Plaka …

Vor zwei Tagen hatte ich meinen Artikel „Nomaden in den Kykladen“ veröffentlicht. Es ging um ein von mir in Milos gefundenem Buch mit dem Titel:
DER ARZT HANS LÖBER
Briefe aus Milos, 1943-1944

Dieser hatte in den Kriegsjahren ein Hospital auch für die einheimische Bevölkerung auf Milos in Plaka begründet. Seine Briefe hatten mich sehr beeindruckt.

Und schon vorgestern war ich dann als „Opfer“ im Hospital zu Plaka. So schnell geht es – und es ging so:

Bist Du in Milos, so ist der Ausflug nach Kleftiko immer ein lohneswertes Ziel.

Am Morgen nach meinem Post ging es per kleinem Schiff zum Ausflug nach Kleftiko. Wir hatten nach unserem Erleben von Griechenland diesmal ziemlich schlechtes Wetter – und sehr starken Wind. So war die Fahrt heftig – wahrscheinlich die heftigste Seefahrt meines Lebens. Auf der Hinfahrt nach Kleftiko ging alles gut. Nach einem schönen und längeren Aufenthalt in der stillen Bucht dort ging es am Nachmittag zurück nach Adamas, dem Haupthafen in Milos.

Die See schien auf dem Rückweg ein klein wenig ruhiger. Dafür fuhr das kleine Schiff jetzt gegen den von der Seite kommenden Wind. Da wir mittags doch einiges getrunken hatte, riskierte ich den Weg zur Toilette im Bug des Bootes. Die Bewegung des Schiffes hatte ich völlig unterschätzt – und so kam es wie es kommen musste, der Seegang liess mich ziemlich heftig im Boot stürzen. Wie man sagt: „Leichtsinn kommt vor dem Fall.“

Dabei verletzte ich mich an der linken Hand, die Kapsel des Ringfingers war wohl ziemlich beschädigt und schwoll heftig an. Eigentlich ist das kein großes Problem – desgleichen ist mir schon öfters passiert und meistens mit nur wenig bleibenden Schäden dann wieder geheilt.

Allerdings trage oder besser trug ich an diesem Finger meinen Ehering. Der ist mir im Laufe der Jahre eh ein wenig eng geworden, so dass er auch bei gesundem Finger nicht mehr abging. Am Abend wurde der Finger dann immer dicker und trotz eines köstlichen Abendessens bekam ich es dann doch mit der Angst zu tun, weil der Ring tief einschnitt.

Jetzt war nicht weit weg von unserem Restaurant ein Goldschmied, bei dem ich Hilfe suchte. Die Chefin dort bemühte sich redlich, mit einer Zange meinen Ring auf zu knipsen, hatte aber keine Chance. Gleich kamen dann noch mehr Griechen dazu und wollten mir helfen. Weil der Finger ein wenig übel aus sah, mussten die meisten Damen ihren Blick mehr oder weniger entsetzt abwenden.

Da die Runde nicht so erfolgreich war, wurde ich dringend ermahnt ins Hospital zu gehen! Ich war skeptisch, war es doch schon deutlich nach 22:00 Uhr. Die fürsorglichen Griechen beruhigten mich aber. Mit dem Taxi wären es nur 5 Minuten nach Plaka, der Arzt dort wäre sehr nett und würde mein Problem ganz schnell lösen.

Da ich irgendwie keinen anderen Ausweg sah, handelte ich wie mir empfohlen und fast befohlen. Ein Taxifahrer brachte mich mit viel Anteilnahme zum Hospital und wartete dort auf mich. Ich wurde von einer freundlichen Krankenschwester empfangen und in zwei Minuten war der Arzt da.

Er war mir schon auf dem ersten Blick hoch sympathisch. Sein fachmännisches Urteil war, dass man den Ring unbedingt öffnen sollte, er machte sich an die Arbeit und nach zwei weiteren Minuten war das Problem gelöst. Dann wurde der Finger noch untersucht und „getaped“ und ich wurde wieder entlassen.

Wie immer in Griechenland war die Gesundheitsvorsorge frei. Da ich gerade das Buch „Der Arzt Hans Löber“ gelesen hatte, das ja in Plaka geschrieben wurde, wollte ich eine kleine Spende machen. Ich erwähnte das Buch meinem Arzt – und er war so erfreut, dass ich dieses Buch kenne, dass er mir gleich ein weiteres schenken wollte. Nur mit großer Mühe gelangt es mir meine Spende los zu werden.

Ich bekam dann das Buch mit einer persönlichen Widmung meines behandelnden Arztes.

Genau so habe ich es Griechenland oft erlebt. Die Menschen sind immer außergewöhnlich freundlich und hilfsbereit. Es gibt Krankenhäuser, die zumindest für die Grundbedürfnisse freie Heilvorsorge anbieten und sich explizit keine Bezahlung erwünschen, weil Helfen sozusagen Ehrensache ist. So war das vor 20 Jahren und ist es Gott sei Dank auch noch heute.

Wie ich aus dem Hospital von Plaka wieder unten in Adamas zurück war, habe ich mich bei allen Menschen, die versucht hatten mir zu helfen, noch mal ganz sehr bedankt. Und alle haben sich so herzhaft und ehrlich mit mir gefreut, dass alles so gut geendet ist. Das habe ich sehr genossen,

Griechenland ist ein besonderes Land. Leider habe das viele Menschen in der EU und in der Administration der BRD nicht begriffen.

Am Tag nach meinem Unfall in Milos wieder gut gelaunt am Strand von Paliochori; am Abend ging es dann weiter mit dem Schiff nach Paros.

Wenn ich daran denke, mir wäre Ähnliches in München passiert. Zum Beispiel im Krankenhaus in Neuperlach hätte das bedeutet: Einen unfreundlichen Empfang, eine längere Wartezeit, eine ausführliche Diagnose (wahrscheinlich inklusive Röntgen und ähnlichem Schnickschnack) und eine Behandlung, die keiner braucht. Und natürlich eine beachtliche Rechnung für unser Gesundheitswesen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 2. Mai 2017

Bericht vom Wandern im Peloponnes

Vorsicht – Bericht ist noch nicht fertig.
(Habe ihn aus Versehen veröffentlicht. Setze ihn asap fort und verlinke dann hier).

Fotos
Bilder sind wichtig. Deswegen kommen sie zuerst. Man findet sie in Facebook bei Barbaras Album E4 Peloponnes.

Um es kurz zu machen – das Laufen war auch dringend mal wieder vonnöten. Ich bin die letzten Jahre viel zu viel Rad gefahren. Das habe ich gemerkt. Also: Runter vom Fahrrad – wieder auf die Füße!

Von 20. Apri bis zum 2. Mai sind wir auf dem Peloponnes gewandert. Mit wenig Gepäck im Rucksack. Da Ziel war der Fernwanderweg von Diakopto nach Gythio.

Es waren großartige Tage. Wir haben auch ein schönes Teilstück geschafft. Und wir wollen bald wiederkommen und weiter laufen.

Ich musste das Laufen erst wieder lernen. Und habe die hohen Berge des Peloponnes schon ein wenig unterschätzt. Nach ein paar Tagen fühlte ich mich schon wieder deutlich besser. Aber es fing grausam an. Die erste Etappe von Kalavryta nach Planitero hatte 18 km, viele Höhenmeter und schlimmer, noch mehr Meter bergab. Wir waren ja auf einer Höhe von 725 Meter in Kavralita gestartet – dem Endpunkt der Zahnradbahn von Diakopta gestartet.

Die haben wir mit Gepäck gemacht. Und das hat mir dann doch sehr zu schaffen gemacht. Am Abend hatten wir Glück. 4 Schweizerinnen im Pick-up kommen von unserem Hotel. So finden wir das Hotel ganz schnell und werden auch hinten auf dem Pick Up zum Restaurant mitgenommen. Trotzdem war ich an diesemm Abend und am nächsten Tag völlig hinüber.

Dann haben wir dazu gelernt, das Gepäck befördern lassen bzw. von einem zentralen Punkt (Kleitoria) drei Tagesrouten mit Taxi-Transfers gemacht.

Am Tag darauf haben wir Rolf Boost kennen gelernt. Er ist Schweizer und ist Autor des Buches E4 Peloponnes. Er kümmert sich um die E4 – und auch um die Wanderer.

Lehren:
Plane nicht, zumindest nicht aus der Ferne.
Die Geh-Zeiten auf den Schildern sind sehr optimistisch.

Jahreszeit:
April/Mai sehr gut – vielleicht die beste Jahreszeit, besonders wenn man sich am griechischen Frühling erfreuen will. Nachts ist es kühl – tagsüber Sommer. Für die Kälte gibt es Öfen – als ob aus einem halben Ölfass gemacht. Von oben mit Holz befeuert. In allen Kafenion und Tavernen findet man diese Öfen, die dann auch Abends schön warm machen.

Einsamkeit:
Wir sind bis auf die erwähnte Schweizer Gruppe an allen Wandertagen keinen einzigen Wanderer getroffen.

Orientierung:
Nicht immer einfach.
Gute Vorbereitung mit Karte macht Sinn – alternativ Track auf mobiles Telefon laden.

Wege:
Sehr abwechslungsreich, wenig geteerte Straßen, ab und zu durch (einfaches) Gelände.
Der Schwierigkeitsgrad ungefährlich (Keine ausgesetzten Stellen, kein Klettern  …), aber oft ganz schön anstrengend.

Landschaft & Wetter:
Einfach wunderschön, sehr abwechslungsreich, tolle Grüntöne und bunte Farben, oft Natur pur, Pflanzenwelt. Auch das Wetter war ein Traum. Regen gab es nur am zweiten Wandertag am Nachmittag. Zu Beginn der Tour war es abends kühl. Es wurde aber jeden Tag wärmer- war aber nie heiß.

Risiken:
3 Schlangen, ein paar Hunde, die laut gebellt haben, aber mehr Angst vor uns zu haben schienen als wir vor ihnen. Erfreulich war, dass wir keine Blasen bekommen haben, also das Blasenpflaster ganz umsonst dabei hatten.

Übernachtungen:
Diakopta, Hotel Chris Paul (1 Nacht, 40 €)
Planitero, Hotel Achais (1 Nacht, 40 €)
Kleitoria, Mont Helmos Hotel (3 Nächte), 100 €)
Dara, Arhontiko Kordopati Traditional Guesthous (1 Nacht, 70 €)
Vytina, Archontiko Nikonlopoulou (2 Nächte, 130 €),
Gythio, Hotel Aktaion (3 Nächte3, 135 €)
Athen, Urban Rooms (1 Nacht, 40 €)
(Alle Preisangaben immer für zwei Personen. Alle waren inkl. Frühstück außer Urban Rooms in Athen).
Sämtliche Hoteis waren zu empfehlen. Nur in das Urban News in Athen würde ich nichr mehr gehen.

Tipp:
Die Wanderung von Elati nach Vytina war ein besonderes schönes Erlebnis außerhalb der E4-Routen. In Gythio haben wir eine weitere Rundwanderung (zirka 20 km) gemacht, die man auf der Website des Camping Gythio findet.

Mobilitätskosten:
(zu zweit und immer die einfache Strecke –
nur der Flugpreis enthält Hin- und Rückflug)

Anreise
Neubiberg – München (Franz-Josef-Srauß), S-Bahn 23,50 €
Flug München-Athen (hin zurück für zwei), Lufthansa 236 €
Athen (Flughafen) – Kiato, Eisenbahn 24,50 €
Kiato – Diakopta, Bus 9,50 €
Diakopta – Kalavryta, Zahnradbahn 19,00 €

Transfer von Vatyna bis Gythio
Divese Kosten für Taxi und Gepäcktransport zirka 130 €
Vatyna – Gythio (Bus)
Vatyna – Tripolis 9,40 €
Tripolis – Gythio 21,20 €

Rückreise
Gythio – Athen (Bus) 52,20
Athen – Flughafen (U-Bahn) 15 € (10 normal, 5 für Senior)
Flieger (siehe Anreise)
S-Bahn vom Flughafen nach Neubiberg 23,50 €

Roland Dürre
Mittwoch, der 19. April 2017

Auszeit.

Auch vom Fahrrad. Auch vom Internet. Aber nicht nur.

Keine Angst – es ist noch nicht „ZEIT AUS“. Ab Morgen (Donnerstag, den 20. April) bin ich weg. Aber nicht auf der Insel. Sondern nur auf der Halbinsel.

Ich probiere etwas Neues, das ich noch nie gemacht habe und mir früher eher nicht so hätte vorstellen können: Wir wollen den Peloponnes zu Fuß durchqueren. Nur mit einem Rucksack auf dem Rücken. Der gar nicht so schwer ist und der trotzdem alles enthält, was wir brauchen. So wollen wir mehr als 250 km auf einfachen Wegen vom Norden nach Süden durch die Berglandschaft wandern. Und jeden Abend in einer schönen Taverne das Leben genießen. Ihr wisst schon – mit Tzatziki und Retsina.

Hier einer der Gründe für den Sinneswandel. Autofahren war auch für mich mal eine selbstverständliche Art der Fortbewegung. Das habe ich mir komplett abgewöhnt. Jetzt bin ich mit dem Fahrrad so verwachsen, dass ich sogar für kürzeste Strecken das Rad nehme. Es ist halt die Macht der Gewohnheit. Das finde ich gar nicht so gut.

Ich vermisse das Gehen und Laufen, dies besonders seitdem ich nicht mehr Fußball spiele. Also „Runter vom Fahrrad und wieder mehr auf die Füße!“ (Folge 2). Sozusagen als Fortsetzung meines alten Mobilitäts-Programm „Raus aus dem Auto und rauf auf’s Fahrrad!“ (Folge 1). Das möchte ich im Alltag wie auch auf unseren Reisen in Angriff nehmen.

So machen wir diesmal nicht Rad- sondern Wanderurlaub. Als Premiere wollen wir als Rucksack-Nomaden das Teilstück des Fernwanderweg E4 von Diakopto nach Gythio bezwingen. Vom 21. April bis zum 1. Mai haben wir uns dafür Zeit genommen. Am Dienstag, den 2. Mai geht es wieder von Athen nach München.

Anreise und Abreise planen wir mit Lufthansa. Vom Flughafen in Athen geht es dann gleich weiter im Zug nach Korinth und mit dem Bus weiter nach Diakopto. Dort wartet ein uns schon bekanntes Hotel auf uns und am Morgen des 21. Aprils soll es dann los gehen. Vom Ziel Gythio geht es dann am 1. Mai mit griechischen Linienbussen zurück nach Athen.

Die Talstation in Diakofto

Wahrscheinlich werden wir mit dem Wandern erst in Kalavryta starten. Auf der ersten Etappe von Diakopto nach Kalavryta (auf griechisch Οδοντωτός σιδηρόδρομος Διακοπτού – Καλαβρύτων) gibt es nämlich eine 22 km lange Schmalspurbahnstrecke, die zum Teil mit Zahnradbetrieb fährt. So sparen wir uns den Anstieg und lassen uns von der Bahn schon mal von Null auf 740 m Höhe bringen.

Kalavryta ist übrigens ein legendärer Ort. Er wird mit dem Beginn der Griechischen Revolution (1821) verbunden. Der Ort hat eine für mich sehr traurige Berühmtheit erlangt. Die 117. Jäger-Division der deutschen Wehrmacht hat dort im Dezember 1943 schnell mal Kalavryta und 25 Dörfer dem Boden gleich gemacht und mehr als 700 Menschen massakriert – einem Befehl zur „schärfsten Form der Sühnemaßnahmen“ folgend. Diesen Ort werden wir kurz besuchen, der Geschichte gedenken und uns dann auf den Weg durch den Peloponnes machen.

Damit der Rucksack leicht bleibt habe ich das Gepäck total optimiert oder besser gesagt minimiert. So werde ich im Gegensatz zu meinen Fahrradreisen auch ohne Laptop unterwegs sein. Dies erstmals seit vielen Jahren. So wird es viel Internet-Abstinenz (EU-Roaming gibt es ja auch noch nicht) und in den nächsten zwei Wochen zumindest aus meiner Feder keine neuen IF-Blog-Artikel geben.

Ich freue mich natürlich trotzdem, wenn Ihr in den IF-Blog.de reinschaut. Meine Empfehlung: Einfach mal IF-Blog zufällig lesen. Zum Beispiel im Suchfeld einen „Begriff“ eingeben und schauen, was da so alles an Artikeln raus kommt.

🙂 Immerhin enthält IF-Blog.de bis heute 3.118 Artikel, davon mehr als 2.400 von mir. Dies zu allen möglichen und unmöglichen Themen. Da sollte für jeden etwas dabei sein.

Und wenn Euch ein Artikel gefällt, dann dürft Ihr diesen gerne teilen – auf Twitter, Facebook, Google+ oder wo auch immer. Das wäre schön und freut den Wanderer ganz sehr. Und als Dankeschön denkt er auf dem Peloponnes ganz oft an Euch. Und vielleicht gibt es dann auch wieder einen Bericht.

RMD

Als letzter Teil meines Berichts ein paar Infos, Tipps und Kommentare – so als Quintessenz der Reise.

Karibik

Meer und Sonne, ein wunderbares Klima, warmes Wasser von unten und oben, eine exotische Welt, das alles ist für mich ein Traum – gerade im Dezember – und war mein wichtigster Beweggrund für die Reise.

Reisen mit dem Schiff

Die Karibik ist mit dem Schiff ideal zu bereisen. MeinSchiff 4 dient als Hotel, das in der Nacht fährt und am Tag meistens an Land liegt. So konnten wir komfortabel 8 Länder und 10 Hafenstädte besuchen. Dazu brauchten wir kein einziges Visa. Passkontrollen hatten wir nur bei der Aus- und Einreise in Deutschland und der Ausreise aus der R.D. (Dominikanische Republik). Für die Landgänge ist der Schiffsausweis das einzige notwendige Dokument. Der Pass blieb die ganze Reise im Safeder Suite.

Das Schiff

Mein Schiff 4 ist ein deutsch-sprachiges Schiff. Es ist modern und wirkt gut organisiert. Die Mannschaft strahlt eine gute Stimmung aus. Es erscheint aber auch als ein „convenient“ Produkt und folgt strengen Prozessen, die wohl allen Kreuzfahrtschiffen gemeinsam sind. Für mehr als 2.000 nur Gästen geht das wohl nicht anders. Die Sicherheitsvorkehrungen sind gut, allerdings fragt man sich, ob diese im Ernstfall tatsächlich funktionieren werden.

Die Suiten sind geräumig, zweckmäßig und haben eine gute Anmutung. Die meisten Suiten sind haben einen Balkon. Früher wurden Kreuzfahrtschiffe eher in horizontaler Bauweise erstellt. Die unteren Decks beherbergten neben großen Gemeinschaftsräumen wie die Restaurants, die Theater und Einkaufsbereiche auch die Mannschaftsunterkünfte und Betriebsräume wie Küche, Wäscherei und vieles mehr. Die oberen Decks gehörten den Passagieren. Da die Schiffe ziemlich breit waren, gab es dann mehrere Gänge mit Außen- und Innenkabinen für die Reisenden.

Mit der zunehmenden Breite der modernen Schiffe ändert sich das. „Vertikal“ befindet sich bei modernen Schiffen auf fast allen mittleren Ebenen im Inneren des Schiffes der Mannschafts- und Dienstleistungsbereich. Das ist ein abgeschlossener Bereich mit eigenen Treppenhäusern und Lifts. In den unteren Decks sind so die Gemeinschaftsräume noch größer. Der Passagierbereich liegt jetzt ausschließlich außen, sozusagen um diesen „Mannschafts-Tower“ herum.

So haben fast alle Suiten jetzt einen Balkon. Wir haben unseren sehr genossen. Immer wenn wir im Zimmer waren, kam frische Luft vom Meer über die offene Balkontür zu uns. Gerade Nachts war sehr schön, wir konnten im Zimmer bei ausgeschalteter Klimaanlage die Luft des Ozeans schmecken und das Rauschen des Meeres hören.

MeinSchiff 4 hat zwei Swimming-Pools, beide auf Deck 14 (ein Deck 13 gibt es nicht). Einer davon ist im Aussenbereich und mit 25 Meter erstaunlich groß. Leider werden beide mit „Süsswasser“ und nicht mit Meerwasser betrieben. Das auf dem Schiff vorhandene Nutzwasser wird natürlich per Osmose und/oder Destillation aus Meerwasser gewonnen und tut den Schleimhäuten wie der restlichen Haut nicht gut. Deshalb habe ich ihn kaum genutzt.

Beeindruckend sind die gigantischen Liegestuhl-Lager an den diversen Sonnen- und Innendecks. Fast musste ich an Flüchtlingslager denken. Bei wirklich mehr als 2.000 Passagieren geht das wohl nicht anders. Trotz der Unmengen von Liegen feierte das Deutsche Handtuch-Syndrom kräftig Urstand. Schon früh am Morgen waren die meisten Ligen mit Handtüchern und kleinen ergänzenden Gegenstände wie Büchern, Sonnencrème, Käppies oder ähnlichem reserviert. Dass in der Bordliteratur die Gäste explizit gebeten wurden, dies nicht zu tun, störte offensichtlich niemanden bei diesem Bereich.

„Willkommen zurück in Deutschland“

Nach einem langen Landtag tut das Ankommen im Schiff gut. Schiff und Crew begrüßen dann gerne mit „Willkommen zurück in Deutschland“. Auf dem Schiff ist es erst auch mal wie in Deutschland. Alles scheint zumindest auf dem ersten Blick ordentlich und sauber zu sein und ist es wohl auch im normalen Rahmen tatsächlich. Das gesamte Angebot folgt deutlich dem „deutschem Mainstream“.

Der Service wird allerdings noch stärker als in Deutschland vor allem durch Menschen aus der ganzen Welt erbracht. So habe ich viele Service-Kräfte aus Ost- und Südeuropa aber auch Asien  kennen gelernt. Aber ganz gleich ob es der Zimmerservice ist oder im Restaurant oder an der Bar, man trifft im Service eigentlich nie auf einen deutschen Mitarbeiter.

Die Menschen, die auf dem Schiff werkeln, haben überwiegend auch keinen deutschen Arbeitgeber. In der Regel sind sie bei Agenturen zum Beispiel in der Schweiz (Offiziere), in Zypern (Service) oder auch Manila (Nautik) angestellt. Wie auf Meinschiff werden sie dann von den Betreibern“body geleast“. Das ist natürlich nicht nur bei TUI sondern in der ganzen Branche so.

Auch die Arbeitsweise entspricht wenn dann nur bei sehr großzügiger Auslegung dem Deutschen Arbeitsrecht. Arbeitszeit ist 10 Stunden pro Tag und das 7 Tage die Woche. Bei Bedarf sind Überstunden selbstverständlich. Es gibt nur wenige Tage Urlaub. Bei besonderer Leistung gibt es einen freien Tag – der dann in der Regel für Landgänge eingesetzt wird.

Die Mitarbeiter sind mit ihren Jobs und ihrer Entlohnung zufrieden. Abzüge durch Sozialversicherung gibt es nicht. Die Länder, in denen sie angestellt sind haben sehr günstige steuerliche Konditionen speziell für Seefahrer. Dazu kommt eine verblüffend günstige Krankenversicherung für die meistens jungen Menschen, die allerdings nur die medizinisch wirklich notwendigen Kosten abdeckt. Was nebenbei bemerkt dazu geführt hat, dass in keinem Land Europas so viel Seeleute beschäftigt werden wie in der Schweiz.

Seefrau oder Seemann ist übrigens ein jeder, der auf dem Schiff fährt, ganz gleich ob er in der Nautik, im Hotelbetrieb oder in der Touristik tätig ist. So bleibt trotz eines eher niedrigen Bruttoverdienstes netto ganz gut was über.  Die Lebenskosten sind gering, Trinkgelder gibt es auch noch und man sieht etwas von der Welt. Was will man mehr?

All inclusive

Die TUI hat für Kreuzschifffahrt ist ein „all inclusive“ Geschäftsmodell. Das hat Vorteile und Nachteile. Man konsumiert doch oft mehr als man will (und sollte ?), dafür ist die Abwicklung sehr einfach und bei hohem Konsum spart man richtig Geld. Bei MeinSchiff 4 ist das „all inclusive“ ehrlich. Es ist (fast) alles im Preis mit drin. Auch an den Bars. Ob Cocktails in exzellenter Qualität, der Long Drink, viel Bier und Wein, es gibt ein großes Angebot ausschließlich an Markenprodukten, das komplett im Festpreis enthalten ist.

Nur weniges kostet extra, wie die Spezialitäten in drei Restaurants. An den Bars sind nur ganz wenige und besonders prominente Spirituosen und Weine nicht inklusiv. Das gilt auch für frisch gepressten Orangensaft und Champagner.

Bei den Speisen sind Kaviar und Langusten nicht inklusiv. Kaviar aber gibt es dann auch alle Woche als Teil des normalen Frühstücks. Das Glas frisch gepresster Orangen-Saft und das Wasser in Mein-Schiff gelabelten Flaschen kosten extra. Wobei in den Restaurants und Bars gesprudeltes wie nicht gesprudeltes Wasser inklusiv sind. Auf jedem Deck gibt es Wasserabfüllstellen, bei denen man die auf den Suiten vorhandenen Karaffen umsonst befüllen kann.

Essen

Die Qualität des Essen war gut. Auf dem Niveau wie in guten deutschen Kantinen. Eher wie bei der Münchner Rück (MR) oder Allianz als bei der Siemens AG.

In den (auch inklusiven) „feinen Restaurants“ wie im großen Hauptrestaurant wird ein Menü mit mehreren Gängen und „vornehmen“ Service serviert. Da ist das Essen auch von derselben (guten Qualität) und halt auch noch fürs Auge angerichtet.

Selbstservice und Service sind gut gewichtet, in manchen Restaurants gibt auch beides in benachbarten aber abgegrenzten Bereichen. Der Service kostet keinen Aufpreis, ist also auch immer inklusiv, so auch bei GOSCH am Heck auf Deck 12. Dort waren wir gerne, besonders weil es einen großen Freiluftbereich hat. Die Grill-Bar, ein Deck höher auf 14, ausschließlich im Freiluftbereich, war unser zweiter Favorit. Und die beiden Bars in Richtung Bug am Swimming Pool und ein Deck höher mit ihren wirklich ausgezeichneten Cocktails, auch alles im Freien.

Bewegung

Um genug körperliche Bewegung im Schiff zu haben, gibt es einen ganz einfachen Trick: Nur die Treppen nehmen und prinzipiell nie die Aufzüge nutzen. Wenn man sich das zur festen Regel macht, dann bleibt man bei 14 Decks, der Rezeption auf Ebene 3 und dem Ausstieg an der Wassergrenze bei Deck 2 gut in Schwung …

Unterhaltung

Das „Entertainment“ an Schiff ist wie der Rest. Gut organisiert, akzeptable Qualität, deutscher Mainstream wie Helene Fischer. Das zwar nicht unbedingt meines – aber den meisten Menschen schien es gut zu gefallen. Wie auch die Band, die sicher aus guten Musikern bestand, die aber nach meinem Geschmack ziemlich lustlos gespielt haben. Lokale Musik – wie lokales Essen – ist aber auf solch einem deutschen Schiff nicht angesagt. Dabei wäre es sicher leicht gewesen, zum Beispiel zwischen den beiden Häfen Jamaikas einen Reggae-Band an Bord zu nehmen …

Nicht vergessen darf ich die Fußball-Bundesliga. Da gab es „public-viewing“ auf großer Leinwand  mit englischem Kommentator in der Arena im Freien sowie auch unter Deck. Freitag, Samstag und Sonntag gab es so live ein bis zwei Bundes-Liga-Spiele, was bei Seetagen schon Sinn macht. Dazu gibt es natürlich Bier – in großen Schüsseln liegt das 3-Stripes-Biergut geeist aus Jamaika zum Verzehr bereit. Die Regel heißt Holen und Trinken. Wenn einem das 3-Stripes nicht schmeckt kann sich auch ein Korona (aus Mexiko – mein Favorit) oder eine der vorhandenen InBev Marken (Becks, Franziskaner …) holen. Alles dank „all inclusive“ for free.

Meine persönlich liebste Unterhaltung auf dem Schiff ist aber das Genießen der tollen Aussicht von ganz oben. Besonders in den Häfen oder bei Ein- und Ausfahrten kann ich die „Schönen Ausblicke“ richtig sammeln und Stunden nur mit Schauen verbringen.

Hier der Blick nicht vom großen Schiff sondern nur von der Fähre nach Durchfahrt des Panama-Kanals vom Pazifik auf Panama City.

Internet

Aus anderen Erfahrungen weiß ich, dass Internet auf Schiffen in der Regel über Satellit läuft und so für einen intensiven Nutzer eine echte Zumutung ist. Auf MeinSchiff habe ich es nicht probiert, so weiß ich auch nicht, wie gut es dort war. Aber es war ziemlich teuer.

Also betanke ich mein Mobile Telefon am besten bei den Landgängen. Eine mögliche Art ist dann die Nutzung von Hafen-nahen HotSpots, die für Stundenpässe ein paar USD verlangen. Ich würde aber empfehlen in die Orte zu gehen und entweder einen öffentlich Gratis-Hotspot oder ein Café zu suchen, in dem WLAN als Teil des Konsums im Preis mit drin ist.

Digital

MeinSchiff 4 ist ein ziemlich digitales Schiff. Überall im Schiff sind große „Touch Screens“, die über das Schiff, die Restaurants und das Programm informieren. Die Photos vom Schiffs-Team werden digital angezeigt und erst nach Bestellung ausgedruckt. Die Schiffs-App ist leicht zu nutzen. Über sie kann man auch Ausflüge buchen oder den Stand seines Bordkonto einsehen.

Fahrrad
Auf MeinSchiff 4 gibt es keine Fahrräder, die man sich für private Landausflüge ausleihen kann. Das war ein Service auf MS Europa, den ich sehr geschäft habe. Auf MeinSchiff 4 gibt es Fahrräder nur im Rahmen von organisierten Touren. Die aber sowohl als normal Trecking Räder wie auch als eBike. Sogar e-Roller waren an Bord. Nur fährt man dann die Ausflüge in mann-starken Kolonnen, was mich nicht so begeistert.

Das private Ausleihen von Fahrrädern war in den Zielhäfen war nur einmal möglich. Das scheint in Mittelamerika noch nicht so verbreitet zu sein.

Landausflüge

Im Angebot ist alles – von Ausflügen zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus und mit Booten unterschiedlicher Größe. Der Jeep-Ausflug ist genauso dabei wie der mit dem Monster-LKW, sogar Ausflüge mit Flugzeugen wurden angebooten. In Cartageno ist mir eine Stadtführung  für MeinSchiff  mit einfachen elektrischen Scootern auf drei Rädern aufgefallen.

Die Schwerpunkte sind Land & Leute wie auch kulturelle, geschichtliche, geographische und geologische Sehenswürdigkeiten. Bei vielen Ausflügen ist der Besuch eines Abenteuer- oder Vergnügungsparks dabei.

Die Ausflüge sind gut organisiert – natürlich immer abhängig von den lokalen Agenturen. Darauf wird auch in den Geschäftsbedingungen klar hingewiesen. Die Führungen sind auf Deutsch und Englisch. Die Sprachkenntnisse der lokalen Guides waren oft schlecht bis absolut ungenügend. Die Ausflüge sind nicht billig, allerdings sind die besuchten Länder auch nicht billig.

Bei unseren privaten Ausflügen hatten wir überwiegend sehr schöne und erfreuliche Kontakte mit den Einheimischen.

Tag & Nacht

Aufgrund der Jahreszeit ist die Sonne ja im Dezember im Süden, die Karibik ist aber nördlich vom Äquator. So war es um die 11 Stunden hell und 13 Stunden dunkel. Das stört aber nicht, denn 10 Stunden Sonne am Tag sind völlig ausreichend.

Die Gäste

Auf dem Schiff durften wir einen Querschnitt durch einen Teil unserer Gesellschaft erlebt haben. Genau die Menschen halt, die sich einen Fernurlaub leisten können. MeinSchiff  ist da eine durchaus preiswerte Variante. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass ein paar der Gäste für ihren Urlaub ganz schön lange gespart hatten oder ihn sogar mit einem Kredit finanziert hatten.

Die Barbara hat gemeint, dass die Tattoo-Dichte deutlich höher gewesen wäre als im Unterhachinger Freibad. Mich stört das nicht, auch wenn ich persönlich Tattoos eher skeptisch gegenüber stehe. So ziert meinen Körper kein Tattoo, nicht einmal das schöne IF-Logo.

Mehrheitlich hatten wir Kontakte mit angenehmen Menschen. Nur einmal musste ich bei Tisch ein paar AfD-Thesen ertragen …

Verschiedenes

  • Sonnencreme
    Immer sinnvoll, die häufige Bewölkung hat es uns jedoch leichter gemacht Sonnenbrand zu vermeiden.
  • Mückenschutz
    Braucht man nicht.
  • Diamanten
    Gibt es überall, auch blau, mit Rückerstattung. Aber auch zu stattlichen Preisen. Mir fehlt das Know-How um zu Bewerten ob sich der Schmuckkauf da lohnen würde.
  • Zigarren
    Riechen gut, sind aber auch teuer und ich rauche ja nicht mehr (ab und zu leider).
  • Kaffee
    gibt es überall – allerdings immer recht stark geröstet und deswegen nicht unbedingt etwas für deutschen Mainstream-Geschmack.
  • Rum
    Gibt es überall – in Hülle und Fülle. Und schmeckt verdammt gut.

Jetzt ist dann bis zur nächsten Fahrt Schluss in IF-Blog.de mit Karibik und Schiffsreise.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 2. Januar 2017

Mobil in Mittelamerika vom 17. – 23. Dezember (Zweite Woche)

In diesem Artikel berichte ich über die zweite Woche unserer Rundfahrt mit MeinSchiff 4 durch die nördliche Karibik. Im vorletzten Post hier im IF-Blog habe ich meine Erlebnisse in der ersten Woche dieser Reise vom 9. bis zum 16. Dezember wiedergegeben. Die ersten sieben Tage waren am 16. Dezember in Roatán in Honduras vorbei. Dort waren wir privat unterwegs gewesen und hatten einen wunderschönen langen Spaziergang zu den Westbays.

Von Roatán ging es am Abend in die zweite Woche, die mit einem Seetag am 17. Dezember begann. Puerto Limón in Costa Rica war der erste Zielhafen.

18. Dezember – Puerto Limón – Costa Rica – – BOOT, BUS, ZU FUSS
Ankunft um 7:00 /Abfahrt 22:00; organisierter Ausflug

Heute ist der vierte Advent und wir sind im schönen und warmen Costa Rica angekommen. Dort haben wir einen Ganztages-Ausflug gebucht.

Zuerst geht es mit dem Boot durch die Tortuguero-Kanäle und dann per Bus hoch in den Varagua Regenwald. Wir haben  Glück. Denn unser „Guide“ kommt aus Deutschland und heißt Susanne. Susanne ist als junge Frau 1981 in Costa Rica hängen geblieben und hat einen Costa Ricaner geheiratet. So hat sie in diesem besonderen Land 35 intensive Jahre erlebt. Und hat so viel zu erzählen.

Heute ist sie Großmutter und lebt mit ihrer Familie in Costa Rica. Ihr kleines und großes Glück ist es, mit ihren Enkeln die eigenen Hühner zu füttern.

Außerdem engagiert sie sich in Organisationen für den Schutz der Umwelt und für nachhaltigen und auch für die Einheimischen nutzbringenden Tourismus. Und macht Führungen für Schiffs-Touristen.


Glück hatten wir deswegen, weil es drei Gruppen gab, die dieselbe Tour machten. Die zweite war angekündigt als englisch-sprachige Führung – und so als nur für Leute geeignet, die des englischen mächtig waren. Leider konnte der Guide dieser Gruppe aber kaum Englisch (und natürlich auch kein Deutsch). Die dritte Gruppe war wieder „deutsch-sprachig“. Deren Führer konnte allerdings kaum Deutsch (und überhaupt kein Englisch).


Schlechte Neuigkeiten für die Natur …

Ein trauriger Ausflug auf den Tortuguero-Kanäle, weil das alles verschwinden wird …

Was Susanne uns über die Tortuguero-Kanäle erzählt hat, macht mich ziemlich traurig. Costa Rica hat – wohl aufgrund seiner geographischen Lage – einen einzigartigen Artenreichtum. Den konnten wir auch vom Ausflugsboot so richtig gut bewundern. Da gab es Faultiere mit zwei und drei Zehen, besondere Wasservögel, Krokodile und vieles mehr, was wir alles an den Ufern sehen. Wir bewundern die Mangroven-Wälder und verstehen, wie wichtig sie für das Ökosystem sind.

Und dann erfahren wir, dass dieses ganze Idyll bald verschwinden wird, weil genau hier ein gigantisches Containerterminal für den neuen und ziemlich großen Industriehafen gebaut wird. Und dass die Gebäude an den Ufern so verfallen sind, weil die Bewohner schon lange das Gelände verlassen haben.

Offensichtlich meint die Administration von Costa Rica, dass für die Zukunft eine solch gigantische Infrastruktur gebraucht wird. Warum weiß keiner so richtig. Aber das zählt nicht. Und jetzt wird das Großprojekt nach vielen Jahren des Protests trotz allem gebaut und so manche Hoffnung zerstört. Dies trotz des intensiven und auch internationalen Protestes mit vielen guten Begründungen.

Mein allgemeiner Eindruck auf unserer Reise war, dass die meisten Kräne, die ich in den Häfen von Mittelamerika gesehen habe, eher in ewigen „Dornröschenschlaf“ liegen. Sogar später in Panama, das ja ein richtiger Handel- und Umschlagplatz für Güter ist, hatten die meisten Kräne nichts zu tun.

Aber so ist das wohl auf dieser Welt. Die Politik meint – getrieben von den Lobbyisten der Industrie – mit großen Infrastruktur-Investitionen die lokale Wirtschaft ankurbeln zu können. Und wenn die Dinge dann gebaut sind, kommt in der Regel der große Kater.

In Costa Rica hat Intel mal viele Chips produziert. Die werden jetzt in Asien hergestellt. Wo auch sonst. Letzten Endes leben Länder wie Costa Rica vom Tourismus. Und der lebt von der Natur (übrigens auch in Panama bringt der Tourismus mehr als die cash cow Kanal).

Die Costa Ricaner sind trotzdem gut drauf. Ihr Gruß ist „pura vida“, übersetzt heißt das so etwas wie „Pures Leben“. Wenn sich Menschen in Costa Rica treffen, rufen sie sich „Pura Vida“ zu und sind glücklich. So werde ich das in Zukunft auch machen.

Nach der Bootsrundfahrt geht es weiter mit dem Bus in den Varagua Regenwald. Die Busfahrt ist allein schon ein Abenteuer. Über extrem schlechte und enge Straßen mit vielen schmalen Windungen kämpft sich der Bus extrem langsam nach oben. Der Bus-Fahrer strahlt dabei eine durch nicht zu erschütternde Ruhe aus und zeigt keine Anzeichen von Ungeduld. Obwohl es  ab und zu wirklich zum Atem anhalten ist.

Oben angekommen wird unsere Stimmung gleich wieder besser. Nicht nur weil es ein ordentliches lokales Essen gibt. Sondern weil es ein so schöner Ort ist und uns die pralle Natur des Regenwalds in ihren Bann schlägt.

Wir haben hier ein sehr abwechslungsreiches Programm. Nachttiere wie den Rotaugenfrosch können wir in einem Gebäude sehen, in dem am Tage die Nacht herrscht. Es gibt eine wunderschöne Voliere für viele bunte Schmetterlinge und einen kleinen Zoo mit Reptilien aller Art. Wir lernen viel, über die Farben der Schmetterlinge, das Gift der Frösche und Schlangen, das Leben im Regenwald und Manches mehr.

Ein wenig nachdenklich bin ich dann doch auf den 350 Stufen wieder nach oben vom Puma-Wasserfall zur Talstation der Seilbahn.

Ein Highlight ist der Vortrag eines jungen Mannes, der uns berichtet, was er als Forscher und sein Institut für das Überleben für zum Beispiel vom Aussterben bedrohten Froscharten tun. Er erläutert seine spanischen Folien auf Spanisch. Susanne übersetzt ihn ausgezeichnet wie auch alle ihre  Erläuterungen wertvoll und unterhaltsam sind.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Fahrt mit der Seilbahn in das Tal der Puma-Wasserfälle steil hinab durch den Regenwald. Wir sehen unter anderem auf Augenhöhe zahlreiche Affen, die in den Bäumen turnen. Es ist das „pura vida“ – auch wenn es mich ein wenig nachdenklich macht, dass wir nicht mehr die Schönheit des ursprünglichen Regenwaldes mit seinen großen Bäumen erleben dürfen, sondern nur noch die Ausprägung des sekundären und tertiären Regenwaldes. Denn die großen Baum-Riesen des ursprünglichen Regenwalds hat homo sapiens dort auch schon vor langer Zeit durch Raubbau beseitigt.

Als Alternative zu unserem Ausflug hätten wir auch eine Fahrt mit einem Oldtimer-Zug buchen können. So etwas gibt es in Costa Rica auch. Die Bahn wurde wohl beim großen Erdbeben Anfang der 90iger Jahre zerstört. Das Unternehmen, das geprüft hat, ob sich ein Wiederaufbau lohnen würde, war gleichzeitig der größte Busbetreiber in Costa Rica. Und so wurde nur in Puerto Limón eine Teilstrecke für touristische Zwecke wieder aufgebaut und der Rest der Strecke aufgegeben.

19. Dezember – Colón – Panama – – BUS, BOOT
Ankunft um 7:00 /Abfahrt 17:00; organisierter Ausflug

Die Fahrt von Puerto Limón nach Colón war mit neu Stunden eher kurz. Und in Colón hatten wir wieder einen Ausflug gebucht. Denn Barbara und ich wollten doch mal wieder – wenn auch nur für kurze Zeit – auf dem Pazifik sein, von dort die Sky Line von Panama City sehen und vor allem einen Teil des Panama-Kanals befahren.

Das wollten wohl viele. So war dieser Ausflug sehr beliebt. Sechzehn Busse standen nur für unser Schiff bereit, die Einteilung Passagiere der Busse erfolgte in fast militärischer Block-Abfertigung im Theater. Alle wollen den Panama-Kanal (oder zumindest einen Teil davon) durchfahren. Und ich meine, dass sich hat sich dieser Ausflug gelohnt hat.

Von Colón aus fahren wir zuerst zirka eine Stunde nach Gamboa. Wir haben eine wunderbare Führerin, die das pure Leben ausstrahlt. Ihr Englisch ist zwar ein wenig „restricted code“ aber ausgezeichnet zu verstehen. Ihr Vortrag ist großartig, ab und zu legt sie ein beachtliches kabarettistisches Talent an den Tag. Es macht richtig Spaß, die Zeit auf der Fahrt geht im Flug dahin.

Wir fahren vorbei am Gefängnis von Manuel Noriega vorbei, das auf mich wie ein Gebäude so zwischen Schloss und Festung wirkt. Gamboa liegt ziemlich in der Mitte der 82 km, die der Schiffsweg auf dem Panama-Kanal vom Atlantik zum Pazifik misst. In Gamboa sind wir in zwei große Fähren (zumindest deutlich größer als die bisherigen Ausflugsboote) umgestiegen, die uns zum Pazifik bringen sollen. Es sind einfache Schiffe mit offenen Decks auf zwei Ebenen. Da es ein richtig warmer Tag ist und die Schiffe gut voll sind, sind die schattigen Plätze sehr begehrt und werden schnell rar.

Der Führer auf dem Schiff hat leider nicht die Qualitäten der Dame im Bus. Die Lautsprecher sind zu laut eingestellt und die Fahrt wird ziemlich anstrengend. Die Fahrtzeit kann nicht exakt vorhergesagt werden, da sie vom Verkehr abhängt. Wenn ein großer Brummer kommt, dann hat er Vorfahrt. Er zahlt ja auch enorm für den Transfer. Die Maut für die ganz großen Schiffe, die aufgrund eines Neubaus einer Teilstrecke jetzt auch durch können, soll bis zu einer Million USD betragen.

Die Fahrt soll vier bis fünf Stunden dauern. Die Passage der Schleusen auf dem Weg nach Panama-City, mit denen wir je nach Wasserstand einen Höhenunterschied von zirka 30 Metern überwinden, beeindruckt uns jetzt nicht so sehr. Immerhin sind wir ja erfahrende Hausboot-Fahrer und kennen uns mit Schleusen gut aus. Zudem waren wir schon oft am ruhigen Rhein-Main-Donau-Kanal und haben vor kurzem das Oder-Schiffs-Hebewerk auf unserer Radtour von Penemünde nach Berlin besucht. So beeindrucken uns die Schleusen nicht so sondern eher die große künstlich geschaffene Seen-Landschaft.

Die engste Stelle des Kanals, der Gaillard Cut, liegt auf unserem Weg. Die beiden Gipfel – mindestens einer davon gestutzt – sind sehenswert. Bei den Schleusen kommen wir am ziemlich vollen Kanal-Beobachtungsgebäude vorbei. Da ist ziemlich viel los.

Ein wenig überraschend kommt, gerade wie wir in den Miraflores-See einfahren, die Durchsage, dass wir heute den Kanal sehr schnell durchfahren haben und wir schon in einer Dreiviertel-Stunde am Ziel sein werden. Das wären dann nur 3,5 Stunden Fahrtzeit. Aber bevor es durch die Puente de las Américas geht stoppt die Kanal-Verwaltung unser Fährboot.

Wir müssen waren, bis ein Container-Gigant kommt. Wir warten, fast zwei Stunden bis der vorbei ist, dann es geht weiter. So werden es dann doch noch an die fünf Stunden Fahrtzeit.

Raus aus dem Miraflores-See geht es in den Pazifik bis nach Balboa, die äußerste Insel einer kleinen Reihe von Inseln, die über einen Damm mit dem Festland verbunden sind. Wir stehen am Heck und sehen, wie die Puente de las Américas immer kleiner wird.  Die Silhouette von Panama City zieht an Backbord an uns vorbei, das ist schon alles sehr beeindruckend.

In Balbao verlassen wir unsere Fähre und steigen wieder in den Bus. Unser toller Guide erwartet uns wieder und verkürzt uns die Zeit im Bus. Der fährt die komplette Autobahn vom Pazifik an den Atlantik durch und wir sind wieder beim Schiff – rechtzeitig zur Abfahrt um 18:00. Die macht besonders viel Spaß – denn um 18:00 local time sieht man noch einiges von Panama im Licht der untergehenden Sonne.

20. Dezember – Cartagena – Kolumbien – – ZU FUSS / TAXI
Ankunft um 9:00 /Abfahrt 20:00; privat unterwegs

Die beiden letzten Tage hatten wir zwei Tagesausflüge, die uns durchaus gefordert haben. So wollen wir es heute geruhsam angehen lassen und gehen mal wieder privat los.

Kurz vor der Altstadt nach einem längeren Fußweg vom Containerhafen. Eine Brücke fehlt noch – dann sind wir da.

Cartagena ist mit mehr als einer Million Einwohnern eine richtig große Stadt. Die Silhouette der Stadt besteht aus vielen Hochhäusern und ist nicht weniger beeindruckend als die von Panama City.  Es gibt aber – zum Teil noch umgeben von der ursprünglichen und gut erhaltenen Stadtmauer – auch eine gemütliche Altstadt, die mit vielen Museen und anderen Attraktionen lockt.

Unser Schiff liegt im Containerhafen. Der Stadtplan der Hafen-Info lässt vermuten, dass es fast 10 km bis zur Altstadt sind. Aber der Weg ist ziemlich klar, also spazieren wir los. Und wieder dasselbe Spiel mit den vielen vielen Taxifahrern, die uns alle erklären wollen, dass der Weg viel zu weit wäre. Wir haben es aber mittlerweile gut geübt, den Sirenen widerstehen zu können …

Der Verkehr auf der zweispurigen und trotzdem schmalen Einbahnstraße ist dicht. Auch die Fußwege sind ziemlich belebt. Oft sind wir zu Fuß schneller als die Autos. Wir freuen uns, wenn wir zu Fuß einen Bus mit den „organisierten Ausflüglern“ von MeinSchiff 4 überholen.

In den Staus stecken auch viele kleine gelben Taxis , die hier als öffentlicher Nahverkehr etikettiert sind. Es gibt aber auch viele öffentliche Busse. Ich entdecke, dass eine ganze Reihe der gelben Taxis rein elektrisch unterwegs sind. Es sind Fahrzeuge von KIA.

Es ist ein sehr beeindruckender Spaziergang hin zum alten Hafen. Wir überqueren die Mündung und sehen ein großes Tor in der Stadtmauer. Da ist sie, die Altstadt. Sehr verlockend, es gibt viele Museen, Bars und Lokale und Geschäfte.

Wir nehmen uns viel Zeit und bummeln und stöbern herum. Dann sind wir so richtig müde. Also geht es zurück zum Genießen aufs Schiff und wir suchen uns ein Taxi. Das finden wir schnell und haben einen wunderschönen Spätnachmittag auf dem Schiff.

Unsere Reise geht nun langsam zu Ende. Wir müssen jetzt wieder zurück von Kolumbien in die Dominikanische Republik. Unser vorletztes Ziel vor dem Heimflug von La Romana ist Santo Domingo. Bis dahin ist es noch ein gutes Stück des Weges, deshalb geht es am Abend um 20 Uhr los zu unserem letzten Seetag am 21. Dezember.

Es wird eine wunderschöne Ausfahrt, noch ziemlich lange sehen wir die Lichter von Cartagena und Kolumbien und nehmen langsam Abschied von Mittelamerika. Auch wenn wir nicht mehr in Panama sind, leiste ich mir für den deutschen und griechischen Sommer 2017 einen Panama-Hut.

Auch die Barbara wird schwach und bekommt sich einen wunderschönen Damenhut – auch für den heißen Sommer 2017. Nach kurzem aber entschlossenem Handeln mit dem fliegenden Hut-Händler bekommen wir beide Hüte zusammen für 14 USD. Am Flughafen-Shop kostet mein Hut dann 20 USD – die Damenhüte aber deutlich mehr.

22. Dezember – Santo Domingo – Domikanische Republik – – ZU FUSS
Ankunft um 8:00 /Abfahrt 20:00; privat unterwegs

Noch zwei Tage bis Heiligabend.

Das Ende der Reise kommt immer näher. Noch ein voller Tag in der Karibik und noch eine Nacht auf dem Schiff – und dann geht es zurück aus der Wärme. An Heilig Abend wollen wir in München ankommen und dann mit unseren Kindern und deren Partnern feiern.

Also gehen wir noch mal spazieren. Der Weg vom Hafen in die Stadt scheint diesmal richtig kurz. Also auf zu einem letzten Spaziergang in Mittelamerika. Gar nicht weit weg von unserer Anlegestelle überquert eine schwimmende Brücke den Meeresarm zum Hafen. Und dann sind wir auch schon da.

Obwohl Santo Domingo eine Riesenstadt ist – mit vielen Menschen in der Umgebung. Trotzdem hat Santo Domingo hat aber auch eine wirklich liebenswürdige Altstadt. Die war so richtig zum Bummeln für uns. Sie ist ziemlich übersichtlich und besteht aus lauter flachen Gebäuden und ein paar kleinen Parks.

In einem wird gerade ein Film gedreht. Mit großem Aufgebot werden Teile der Straße frei gehalten. Für uns gibt es so viel zu sehen. Und immer wieder begegnen wir einer Gruppe vom Schiff, vorne weg der Guide mit dem schon gut bekannten Schild über dem Kopf haltend.

Bars und Gaststätten mit „free WLAN“ gibt es hier auch. So machen wir Kaffeepause und füttern unsere Handy. Die Rechnung kommt dann in lokaler Währung und umgerechnet in USD und EURO. Die Welt ist klein geworden.

Die Abkürzung der dominikanischen Republik ist übrigens R.D. Das sind meine Initialen. Überall sehe ich Käppies, T-Shirts und andere Andenken-Artikel mit meinen Initialen. So werde ich schwach und kaufe mir ein R.D.-Käppie. An Weihnachten werde ich es meinem Sohn Rupert Dürre (auch ein R.D.) schenken.

Ansonsten genießen wir an diesem Tage unsere Zweisamkeit und freuen uns auf Weihnachten.

23. Dezember – La Romana – Domikanische Republik – – BOOT
Ankunft um 8:00 / Transfer zum Flughafen 14:45; organisierter Ausflug

Es ist unser letzter Tag. Wir haben schon ein paar Tage vorher auf dem Schiff einen organisierten Ausflug für den Vormittag gebucht. Es ist eine Bootsfahrt mit Schnorcheln und Strandbesuch. Er soll um 14:00 zu Ende sein, so haben wir noch genug Zeit bis zum direkten Transfer zum Flieger.

Unser Gepäck haben wir schon am Vorabend gepackt. Die Koffer mussten bis Mitternacht vor die Tür gestellt werden und sind schon abgeholt. Meinen Rucksack mit meinen warmen Kleidern habe ich auch dazu gestellt. Wir sind also vogelfrei und müssen heute am Flughafen das Gepäch nur noch identifizieren und die beiden Koffer beim Check-In abgeben.

Der Ausflug ist wieder gut organisiert. Unser Boot steht am Heck von MeinSchiff 4 zum Einstieg bereit. Die Mannschaft ist zu dritt, eine Schweizerin und zwei Einheimische. Alle sind richtig gut darauf. Unterwegs gibt es Kola, Sprite … und viel Rum. Cuba libre! Zum Essen haben sie Pastelitos dabei, das sind gefüllte Teigtaschen.

Zuerst machen wir einen Schnorchelstopp, dann fahren wir zu einem Strand. Der Bereich mit den blauen Liegestühlen ist für uns reserviert. Die Nutzung eines Liegestühle kostet 2 USD, das Liegen auf einem Handtuch am Strand wie das Schwimmen im Meer sind im Preis mit drin. Ein Kreuzfahrschiff der Reederei „Costa“ ankert vor dem Strand und „tendert“ fleißig offensichtlich überwiegend italienische Gäste an Land. Es geht zu wie am Marienplatz in München.

Es ist der Tag vor Heilig-Abend. Essen, Trinken, Sonne und Wasser genießen und „faul sein“ ist angezeigt. Besonders das Meer in tropischer genießen wir noch mal so richtig und gehen öfters ins Wasser als auf der ganzen Reise. Dann geht es mit dem Boot zurück zum Schiff – Ade Karibik!

Pünktlich setzt uns das Ausflugsboot wieder beim Schiff ab. In der Grillbar auf dem 12. Deck von MeinSchiff 4 verspeisen wir unseren letzten Hamburger und spülen die Reste mit Corona runter. Dann geht es runter zum Bus und ab in den Flieger. Wir wollen ja am nächsten Tag unter dem grünen Baum bei uns zu Hause Weihnachten zu feiern

Am Heilig Abend stehen wir dann morgens um 8:30 am Bahnsteig des Flughafen und warten auf die S-Bahn der Linie 8 zum Ostbahnhof. Der Umstieg zu S7 klappt problemlos, alle Züge sind pünktlich.  In Neubiberg kommen wir gegen 10:00 an. Ich radle zuerst Mal zum Metzger Schlammerl in Ottobrunn und kaufe mir ein paar Weißwürste. Dann geht es zum Bäcker Schlank in Putzbrunn für die Brezeln dazu. Die Mittagsbrotzeit ist gerettet – und – Heilig Abend kann kommen!

Das Hotel, das uns für vierzehn Nächte beherbergt hat und mit uns durch die Karibik fuhr.

Das war es! Ich werde noch einen Artikel mit ein paar Tipps zur Kreuzschifffahrt schreiben – und mich dann wieder anderen Themen zu wenden.

🙂 Wie z.B. was denn eigentlich system-theoretisch betrachtet ein Problem ist.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 30. Dezember 2016

Mobil in Mittelamerika vom 9. – 16. Dezember (Erste Woche)

Ganz allgemein: Das Auto dominiert auch in Mittelamerika das „Mobile Leben“. Das war mir schon klar. Aber die Anzahl und Dichte der Staus in den großen wie den kleinen Städten hat mich dann doch überrascht. Wie die (wahrscheinlich ja nur scheinbare) Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor aller Art.

Zuerst mal zum Thema Kreuzfahrt:

Wir fuhren ja mit dem großen Schiff „MeinSchiff 4“ von TUI eine Runde durch die Karibik – mit 4 Seetagen und 10 Landtagen. Das Schiff dreht diese Route ein paar Mal in der Jahreszeit vom Dezember bis Februar, ein anderes „MeinSchiff“ fährt eine andere Runde im selben Raum mit anderen Zielen. Dann fahren sie weiter in neues Gewässer und drehen dort ihre Runden. Kreuzfahrt ist so zu einer Art „Linienverkehr“ geworden, was sicher die Logistik vereinfacht, aber das Reiseerlebnis eben auch ein wenig mehr „convenient“ macht. Und natürlich drehen in der Karibik verschiedene Schiffe von zahlreichen Reedereien ihre Runden.

Individuell gestaltete Weltreisen z.B. von Hamburg nach Hamburg über einen Zeitraum von einem dreiviertel Jahr mit immer wieder neuen Teilstrecken sind selten geworden. Das gilt für alle mir bekannten Reedereien, für die großen wie Costa, Celebrity oder eben MeinSchiff (TUI) wie auch für die kleinen.

Das ist aber nicht so schlimm, denn auch so hat das Reisen per Schiff einen großen Vorteil. Man ist tagsüber an vielen Orten in verschiedenen Länder und kann diese durchaus individuell und intensiv erleben. Der oft lästige Transport findet nachts und sehr komfortabel statt. So ist ein Schiff letzten Ende ein mobiles Hotel, in dem man jeden Morgen an einem anderen Platz ist.

Die Problematik von Kreuzfahrten (und Fernurlaub im allgemeinen) ist mir sehr wohl bewusst. In der Regel führt nur ein Langstreckenflug zum Ziel – und das Schiff ist ein starker „Umweltsünder“. So zerstört eine Kreuzfahrt im Jahr alle meine Versuche, meinen Kohlendioxid-Fußabdruck mit der Umwelt verträglich zu gestalten. Da hilft auch der Fakt nur wenig, dass ich nicht mehr Auto fahre und in Deutschland nur noch mit dem Fahrrad oder öffentlich unterwegs bin.

Aber der Reihe nach:

Auf unserer zweiwöchigen Rundfahrt durch Mittelamerika „checken“ die Menschen in zwei Häfen ins Schiff ein und wieder aus. Dies sind La Romana oder Montego Bay, beides Orte mit Hafen und Flughafen in Jamaika.

In der Regel verlässt man das Schiff dort, wo man eingestiegen ist. Man fliegt also bei solchen „convenient“ Kreuzfahrten von dem Ort zurück, an dem man angekommen ist. Es braucht also keinen Gabelflug. Wir sind in La Romana in der Dominikanischen Republik (R.D.) an Schiff gegangen und dort auch wieder ausgestiegen. Wir hatten das Glück, dass wir so von München die kürzeste Flugstrecke in die Karibik hatten.

Wir wollten viel vom Land sehen und unsere Eindrücke nicht nur durch Fensterscheiben von Autos und Bussen sammeln, sondern viel mit „Land und Leute“ in Kontakt kommen. Das haben wir auch geschafft. So waren wir häufig zu Fuß und – leider – nur ein Mal auf dem Fahrrad unterwegs. Dreimal nutzten wir ein Auto (Taxi). An vier organisierten Ausflüge haben wir teil genommen und sind dazu öfters Bus gefahren und auf unterschiedlich großen Booten gewesen. Einmal war eine Seilbahn als Verkehrsmittel dabei.

So fing es an:

Am 9. Dezember sind wir am Flughafen von La Romana in der Dominikanischen Republik gegen 16:00 nach einem über zehnstündigen Direktflug gelandet. Vom Flugfeld ging es direkt in den Bus. Der Transfer hat zirka 10 Minuten für die wenigen Kilometer vom Flughafen zum Hafen gedauert. Das Gepäck wurde direkt aus dem Flieger vor die Kabine geliefert – eine logistisch wirklich optimale Anreise.

Der Check-In ins Schiff hat allerdings ziemlich lange gedauert. Das Schiff hat auf dieser Route nur zwei „Wechseltage“ (früher hätte man An- und Abreise-Tage gesagt) und da kommen dann so um die 1.000 neue Passagiere mit eigenen Charterflügen innerhalb eines kurzen Zeitraumes gleichzeitig an. Wir kamen so ziemlich als die Letzten an. So hat es ein wenig gedauert, bis wir an Bord kamen, obwohl auch der „Check in“ recht gut mit vielen Schaltern organisiert war. Aber wie schon berichtet, die gute Nachricht: Das Gepäck stand da schon vor der Kabinentür.

Die Reise beginnt!

Am 9. Dezember sind wir angekommen. Der 10. Dezember war ein Seetag auf dem Wege nach Jamaika. Das war schon mal gut zum Erholen vom Flug. Die Ankunft im Hafen von Ocho Rios war am Morgen des 11. Dezember.

11. Dezember – Ocho Rios – Jamaika – – ZU FUSS
Ankunft um 7:00 / Abfahrt 20:00

Es ist der erste Landtag auf unserer Reise und ich bin das erste Mal in Jamaika, dem Lande Bob Marleys!

Eine der Attraktionen von Ocho Rios sind die Dunn’s River Falls. Das sind „Wasserfälle“, auf denen sich das Wasser auf einem „plateau-artigen“ Gefälle nach unten bewegt. Da kann man unten vom Meer zirka 50 Höhenmeter durch die Fluten wieder nach oben klettern. Das sieht gewaltig aus – und auch viel gefährlicher als es ist. Das Süßwasser ist angenehm warm, so dass das Ganze ein schöner Spaß ist. Die seichten Stellen findet man leicht und kommt so auch gut ohne Führer zurecht.

Die Barbara in den Dunn’s River Waterfalls auf dem Wege nach oben!

Auf dem Schiff gibt es jeden Tag (auch auf Papier) ein „Tagesprogramm“ und außer an den Seetagen eine „Hafeninformation“. Die enthält nützliche Infos und eine Karte des Hafen. Auf der sehen wir, dass es von unserem Anlegepunkt  in Ocho Rios zu den Dunn’s River Falls wohl gar nicht so weit ist. Die Entfernung vom Schiff dorthin schätzen wir so auf 5 bis 10 km.

Also machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Es ist ein bisschen wolkig, das ist natürlich gut für unsere Dezember-Blässe. Immer wieder regnet es zwischendurch, der Regen ist aber warm und stört uns nicht. Er ist eher eine wohltuende Erfrischung. Ab und zu stellen wir uns unter und haben die ersten Kontakte mit den Menschen, die hier leben.

Für uns Touristen kostet der Eintritt zu den Dunn’s River Falls 20 USD pro Person. 🙂 Eine Ermäßigung für Rentner gibt es nicht. Viele  einheimische Familien mit zahlreichen Kindern stehen auch an den Kassen an. Die Vorfreude steht ihnen schon in den Gesichtern. Sie zahlen die Hälfte. Der vom Schiff organisierte Ausflug zu den Wasserfällen hätte um die 50 USD gekostet, dann aber ohne Spaziergang dafür mit Bus und Führer.

Am frühen Nachmittag sind wir wieder auf dem Schiff, es waren dann vielleicht zusammen gut 15 Kilometer. Ist schon mal nicht schlecht. Am Nachmittag geht es dann nochmal raus ins „Dorf“. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, es ist ja Sonntag, der 3. Advent. Mein Ziel ist, mir ein Bob Marley T-Shirt zu kaufen. Und in der Tat, wegen des Sonntags haben viele Geschäfte geschlossen, es gibt aber noch genug offene Läden.

Bob Marley wird hier wirklich verehrt. Er ist der Nationalheld Jamaikas. T-Shirts sind allgemein richtig billig, nur der Bob Marley kostet seinen Preis. Wir besuchen eine Reihe von Geschäften und finden ein offizielles T-Shirt, das mir sehr gut gefällt. Allerdings kostet es je nach Geschäft zwischen 36 und 20 USD. Im Gegensatz dazu gibt es die „normalen“ T-Shirts für 5 und (deutlich) weniger US-Dollar. Die Verkäufer wehren sich, das Bob Marley Shirt unter magische 18 USD zu verkaufen. Mir scheint, dass ein billigerer Verkauf des Nationalhelden ein Sakrileg wäre.

Im Dunklen legen wir ab und weiter geht es entlang der Küste von Jamaika nach Montego Bay (Mo Bay). Und in meiner „Suite“ ist ein schönes rotes Original-T-Shirt von Bob Marley. Das ziehe ich dann an Silvester daheim an.

12. Dezember – Montego Bay – Jamaika – – ZU FUSS, Taxi
Ankunft um 7:00 / Abfahrt 22:00; privat unterwegs

So sehen die Weihnachtsbäume in Jamaika aus. Dieser hier wird gerade im Zentrum von Montega Bay aufgestellt.

In Montego Bay war übrigens der zweite Wechseltag dieser Route. Das bedeutet, dass ungefähr 1.000 Menschen  das Schiff  verlassen und 1.000 neue kommen werden … Davon bekommen wir aber nichts mit. Denn wir wollen ja wieder aufs Land.

Die Karte in der „Hafeninformation“ zeigt uns, dass der Weg ins Zentrum so um die 7 km sein dürfte. Zu Fuß erscheint die Entfernung also durchaus machbar.

Also starteten wir, zuerst den Southern Cros Blvd, dann nach links den Howard Cooke Hwy. Diesmal gibt es wenig Wolken und Schatten, trotzdem sind wir nach gut einer Stunde am Montega Bay Market.

Wir amüsieren uns in Mo Bay ziemlich lange. Der Rückweg erscheint uns ein wenig länger und wir denken auf halber Strecke daran, für den Rest vielleicht doch ein Taxi zu nehmen. Da fragt uns ein Taxifahrer, der am Straßenrand steht, ob er uns zum Schiff bringen darf. Umsonst, weil er dann in den Taxibereich des Hafens darf. Dort gibt es nämlich wirklich gute Preise zu erzielen. Wir werden noch lernen, dass die Taxis vom Schiff im Hafen zu den diversen Zielen immer ein Mehrfaches von dem kosten, was üblich ist. Wir sind doch ein wenig ermattet und nehmen das verlockende Angebot an.

Am späten Abend geht es dann weiter in Richtung Mexiko. Zwischen Mo Bay und Cozumel liegt allerdings noch der zweite Seetag am 13. Dezember.

14. Dezember – San Miguel/Cozumel – Mexiko – – AUF DEM FAHRRAD
Ankunft um 6:30 / Abfahrt 20:00; privat unterwegs

Cozumel ist eine der östlichen Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán vorgelagerte Insel. Ziemlich früh verlassen wir das Schiff und strolchen erst mal in Richtung Innenstadt des kleinen Orts San Miguel. Der Weg sieht auf der Hafeninformation deutlich kürzer aus als es der nach Montega Bay war (und ist es auch). Trotzdem erzählen uns gefühlt um die 100 Taxifahrer, dass der Weg zu Fuß viel zu weit wäre.

Bis in die Innenstadt kommen wir allerdings nicht, weil wir  auf der rechten Seite stadteinwärts neben einem Motorradverleih (ausschließlich mit der Marke Harley-Davidson) einen Fahrradverleih entdecken. Der schließt zwar um 16:00 (es wird dann ja bald dunkel), aber da es früher Vormittag ist bleibt uns noch genug Zeit.

Im Angebot sind ganz einfache Räder zu 10 USD – nur mit Rücktrittbremse, ohne Schaltung und ohne ergänzende Handbremse. Für 15 USD gibt es dann so eine Art Trekking-Rad, mit Schaltung und Freilauf. Dann stehen noch ein paar elektrisch unterstützte „Fatboys“ herum, die man für 20 USD haben kann. Die Preise gelten jeweils für ein Rad und einen Tag.

Die elektrischen Fatboys auszuprobieren, das würde mir gefallen. Die Vermieter warnen uns jedoch, dass deren Akkus gerade geladen werden und noch lange nicht voll wären. Da ich mich nur mit Rücktritt ein wenig „ungewohnt“ fühle, nehmen wir zwei „Trecking-Räder“ für zusammen 30 USD.

Eine schöne lange Radfahrt führt uns an die Nordstrände der Insel Cozumel vor Mexiko.

Die Räder sind gut geölt, die Reifen fest aufgepumpt. Bei meinem Rad hat das Tretlager einen Schaden und knackst, trotzdem ist der Spaß am Radeln groß.

Zuerst fahren wir weiter hinein nach San Miguel. Dort gucken wir uns ein paar Geschäfte an.  Auch hier gibt es viele Schmuckgeschäfte, spezialisiert auf Diamanten. Die werden uns die ganze Reise verfolgen.

Dann geht es am Fahrrad-Geschäft vorbei zurück nach Norden, wieder am Schiff vorbei eine Straße entlang der Ostküste nach Norden. Wie Perlen, aber in angemessenen Abstand von ein paar 100 Metern bis zu auch mal ein bis zwei Kilometer, fahren wir an nobel und teuer anmutenden Hotelanlagen vorbei. Es geht ziemlich weit am Meer entlang und macht richtig Spaß – dann kommen Hunger und Durst auf. Wir kehren um, fahren wieder am Schiff vorbei zum Fahrradverleih, geben die Räder zurück und gehen den guten Kilometer zurück zum Schiff. Es war ein toller Tag. Am Abend geht es weiter nach Belize.

Fast vergessen:
🙂 In Cozumel, kurz nach dem Radverleih, besuchen wir eine kleine Bar in einer Nebenstraße  und haben dort „freies WLAN“. Gegen zwei Kaffee und eine Flasche Wasser zu drei mal drei USD durften wir inx Netz und konnten so unsere E-Mails lesen und schreiben, Chats beantworten, SZ runter laden und erledigen, was halt sonst noch so ansteht.

15. Dezember – Belize City – Belize – – BUS, BOOT, ZU FUSS
Ankunft um 9:00 / Abfahrt 20:00; organisierter Ausflug

Belize City hat wohl keinen Hafen, der für so große Schiffe wie die MeinSchiff 4 anfahrbar ist. Es ist auf dieser einzige Landbesuch, bei dem das Schiff nicht in einem Hafen anlegt sondern das Schiff ziemlich weit draußen ankert. Es muss also „tendern“. Normalerweise werden dazu  die eigenen Rettungsboote zu Wasser gelassen und pendeln dann zwischen Schiff und Festland hin und her. In Belize gibt es einen eigenen Tenderdienst, der diese Aufgabe übernimmt. Dawir uns einen organisierten Ausflug geleistet haben, der früh weggeht, dürfen wir schon mit dem zweiten „Tender“ ans Festland.

Unser Ausflug scheint sehr beliebt zu sein, es werden zwei Busse gebraucht. Alle wollen das Erbe der Mayas sehen. Wir sind zu früh, die Busse sind noch nicht da. So warten wir in im Hafengebäude. Ich fühle mich so ein wenig wie früher in der Grundschule – in Zweierreihen stehen uns warten. Dann kommt unser Bus und wir werden nach Tower Hill gebracht. Hier gibt es auch endlich mal „lokales Futter“ – Hühnchen mit eingelegten Zwiebeln an einem leckeren Gemüse. Dazu die übliche „Hochzeit“ – sprich Reis mit schwarzen Bohnen. Die „Hochzeit“ kenne ich von unserer Radtour in Cuba vor zwei Jahren, da ich keinen Reis mag verzichte ich darauf. Aber der Rest ist wirklich gut – einfach aber lecker.

Gesättigt steigen wir in kleine aber sehr schnelle Boote um, die uns nach Laimanai bringen sollen. Wir steigen als Letzte ein und sitzen so ganz hinten. Die Boote rasen in einem Affenzahn nach Laimanai, wir sehen nur links und rechts die Wasserfontänen. Auf der Rückfahrt werden wir das besser machen.

Endlich bei den Maya-Tempeln in Lamanai.

So wird es dann. Auf der Rückseite sitzen wir ganz vorne. Und haben eine wunderbare Sicht. Das Boot kommt uns auch nicht mehr ganz so irre schnell vor.

Die Maya-Stadt Laimanai war wirklich sehr beeindruckend. Aber auf der Rückfahrt kommt es zu kleinen Problemen. Zuerst muss unser Kapitän einem liegen gebliebenen Boot helfen. Und dann kommt der Bus in einen Megastau.

So wird es 19:30 Uhr, Ende des Landganges. Für einen Bummel durch Belize City ist keine Zeit mehr. Wir können nur das berichten, was wir vom Bus so gesehen haben. Belize hat auf uns sehr britisch gewirkt, nicht nur wegen des Linksverkehrs, den wir von Jamaika her ja schon gut kennen.

Kaum sind wir auf dem Schiff, dann legt es auch schon ab. Zwar nicht ganz so pünktlich wie sonst, sondern ein wenig nach 20:00 ab. Es musste noch auf eine ein wenig verspätet andere Ausflugs-Gruppe warten. Auf geht es nach Honduras.

16. Dezember – Roatán – Honduras – – ZU FUSS, Taxi
Ankunft um 9:00 / Abfahrt 20:00; privat unterwegs

Der Blick vom Schiff – in Richtung West Bays, da wo wir hin wollen.

Roatán ist eine Insel und liegt eine halbe Schiffstunde vor dem Festland Honduras. Wir wollen heute zu den „Westbays“. Weil da der Strand so schön sein soll. Und wenn möglich, mal wieder radeln.

Wir gehen also zuerst mal in die kleine Stadt östlich vom Hafen und fragen dann Einheimische, wo man Räder mieten könnte. Die Antwort: Hier nirgendwo, aber es könnte sein, dass es auf der Nord-Seite der Insel, also hinter den Bergen auf der anderen Seite, einen Fahrradverleih gäbe. Da könnten wir mit dem Taxi hinfahren.

Das ist aber nicht der Sinn der Sache. Dann versuchen wir raus zu bekommen, wie weit es bis zu den „Westbays“ ist. Wir kriegen unterschiedliche Angaben und einigen uns auf die Zahl sieben. Allerdings in Meilen. Also gehen wir dann mal los. Und entdecken vorher noch im Ort einen besonderen Platz. Es ist eine kleine Parkanlage mit Bänken, die wohl den Freunden Honduras aus Taiwan gewidmet ist. Hier gibt es recht gutes öffentliches WLAN. Das zweite Mal auf der Reise sind wir im Netz und laden alles runter, was wir brauchen.

Dann marschieren wir los. Zurück zum Schiff, am Schiff vorbei in Richtung der „Westbays“. Es regnet immer wieder. Zuerst stellen wir uns bei Schauern unter die Palmen am Straßenrand. Da das nicht viel nutzt , laufen wir schließlich auch bei Regen weiter. Der Regen ist ja schön warm.

Immer wieder halten Taxis an und bieten uns unsere Dienste an. Und warnen uns, dass der Weg zu den „Westbays“ ganz schön weit und sehr beschwerlich wäre. Dann haben wir die Hälfte geschafft. Wir machen Pause und gehen in eine Bar. Und trinken ein paar Fläschen Salva Vida, eines der lokalen Biere von Honduras. Und genießen auf einem Steg die mittelamerikanische Sonne. If paradise is half as nice …

Bisher ging die Straße schön flach die Südküste entlang. Es war ein schöner Weg. Jetzt müssen wir ins Land abbiegen. Wir überlegen uns, ob wir umkehren sollen. Oder bis ans Ziel gehen und uns von einem Taxi heimbringen lassen.

Es regnet wieder. Ziemlich heftig. Bisher sind wir immer wieder „getrocknet“, bis der nächste Regenschauer kam. Das funktioniert nicht mehr. Der Regen hat endgültig die Kleider komplett durchnässt, der Weg führt jetzt in die Berge. Der Blick wird immer schöner – der Weg immer steiler. Zuerst geht es nur hoch, dann plötzlich immer auf und ab. Ganz oft. Und wenn wir nach einem kräftigen Abstieg denken, jetzt geht es endlich wieder runter ans Meer, kommt die nächste Steigung.

Unterwegs kommen wir an einer Reihe von Touristik-Attraktionen vorbei. Mehrere „Flying Dogs“, „Cool Runnings“, ein Monkey-Park und ähnliches sollen den Wanderer locken. Allerdings sieht alles geschlossen aus – vielleicht auch wegen des Regen.

Wir schaffen es und kommen an den schönen Stränden der Westbays an. Die sind sicher sehr schön, aber voller Liegestühle. Im Wasser davor liegt ein Boot neben den anderen. Ein wenig ernüchternd. Aber was soll es, wir haben es geschafft und unser Ziel erreicht.

Es war ein anstrengender Spaziergang. Wir sind jetzt wirklich durch und durch nass. Und finden ein Taxi. Es bringt uns für 10 USD heim zum großen Schiff. Im Taxi frieren wir. Also: Klimaanlage aus, Fenster auf und schon geht es wieder. Was für ein toller Tag!

Durch und durch nass, ein wenig erschöpft aber sehr glücklich, angekommen am Strand der West Bays in Roatán in Honduras.

Soweit mal die erste Woche! Im nächsten Post berichte ich dann die zweite Woche vom 17. bis zum 23. Dezember dran. Die dann mit einem Seetag beginnt.

RMD

Ich fahre sehr gerne die Fahrräder von Utopia Velo. Utopia Velo ist eine „kleine“ Fahrradmanufaktur in Saarbrücken. Utopia-Räder haben immer einen ganz besondere Rahmen, der in Holland (bei Rainbow in Aalten/Nederland) in kleiner Stückzahl in Handarbeit gefertigt wird. Die „kleine Stückzahl“ ist übrigens relativ, denn der Roadster (mit einem „Kreuz-Rahmen“ wie auch beim London) wurde innerhalb von nur ein paar Jahren jetzt auch schon über 5.000 Mal gebaut. Jeweils eines dieser Modelle steht auch in meinem Fahrradschuppen, mit beiden war ich in den letzten Jahre über 30.000 km unterwegs.

Die Firma Utopia veranstaltet jeden Sommer ein Sommerfest. Am Tag davor ist dort so eine Art Investoren-Treffen. Dieses Jahr war das am 25. und 26. Juni. Weil ich auch ein wenig Geld bei Utopia investiert habe, wollte ich natürlich dabei sein. Allerdings fahre ich nicht für nur zwei Tage von Neubiberg nach Saarbrücken. Das lohnt nicht.

Deshalb haben Barbara und ich beschlossen, schon am Mittwoch, den 22. Juni zu starten und diese Reise mit einer kleinen Radtour zu verbinden. So haben wir beschlossen, mit dem Zug nach Freiburg (der heimlichen Hauptstadt der Radfahrer und Solar-Fans?) zu reisen, um dann mit den Rädern durch Frankreich nach Saarbrücken zur Utopia-Veranstaltung zu fahren.

Vorbei geht es auch an zahlreichen Schleusen. Die erinnern uns an schöne Hausboot-Fahrten mit allen.

Vorbei geht es auch an zahlreichen Schleusen. Die erinnern uns an schöne Hausboot-Fahrten mit allen.

Hier ein kurzer Reisebericht. Auch weil wir einen ganz großen Höhepunkt auf dieser Reise erlebten – den Besuch in der Völklinger Hütte, einem würdigem Weltkulturerbe. Deren Besuch ich Euch ganz besonders empfehlen will.

Mittwoch, 22. Juni 2016: Anreise mit Zug nach Freiburg

Die Anreise ging in Neubiberg um 9:11 los zum Ostbahnhof. Dann ging es mit einem EC nach Heidelberg, der aus Salzburg kommend Frankfurt als Endziel hatte. In Heidelberg sollten wir laut Plan mit der S-Bahn weiter nach Karlsruhe fahren, um dann mit dem EC nach Basel zu fahren. Da unser Zug Verspätung hatte, haben wir die S-Bahn verpasst. Wir hatten aber Glück, eine andere S-Bahn brachte uns nach Mannheim und dort haben wir den ebenfalls gut verspäteten EC nach Basel über Freiburg erreicht.

So waren wir um 16:00 in Freiburg und es ging nach zuerst Mal in Richtung Rhein. Der Mittwoch war der erste der drei besonders schönen Sommertage, die Ende Juni in Deutschland für viel Sonne und eine große Wärme sorgten.

Am Abend nach um die 60 km um den Rhein tragen wir um 19:00 in Diebolsheim an. Wir waren in Sorge wegen des Quartiers, denn die Gegend ist da erstaunlicherweise nicht so belebt. Aber wir hatten Glück, gleich angekommen in Diebolsheim entdeckten wir da ein Schild GÎTES d’ÉTAPE. Wir klingelten und eine freundliche Dame öffnete uns. Und wir hatten ein wunderbares Nachtquartier. Da kein Lokal in der näheren Umgebung, haben wir uns bei unserer Wirtin mit einem Baguette und zwei Flaschen Rotwein eingedeckt (alles inklusive Übernachtung für 50€). Und hatten den ersten wunderbaren Abend.

Donnerstag, 23. Juni: Von Dieboldsheim nach Graufthal.

Des öfteren geht es entlang an den Kanälen des Elsass.

Des öfteren geht es entlang an den Kanälen des Elsass.

Früh geht es raus. Bald sind wir am Kanal Rhone-Rhin. Wunderbares Radeln an einem wunderschönen Sommermorgen. In Strasbourg gibt es Frühstück bei einer kleinen Bäckerei und dann noch eine zweite Pause bei einer Bar. Es ist wie im Märchen oder im Kino.

Nach Strasbourg wird es abwechslungsreich. Wir durchqueren die Landschaft, folgen dann wieder Kanälen und kommen dann mit ein paar Steigungen in Graufthal an. Ein Dorf im Naturschutzgebiet, sicherlich ein wenig touristisch aber von der sehr angenehmen Seite.

Wir finden ein wunderschönes Hotel. Das Au vieux moulin passt zur Landschaft und zum malerischen Ort, das Zimmer ist wunderbar und der Preis angenehm. Am Abend gibt es köstliche Menüs, die Auswahl fällt nicht leicht. Wir genießen und ich verstehe wieder, was mit „Leben wie Gott in Frankreich“ gemeint ist.

Nicht zu spät geht es ins Bett, denn am nächsten Morgen warten ein die Anstiege der Vogesen auf uns. Und weil es wieder warm werden soll, wollen wir dies möglichst am frischen Morgen schaffen.

Freitag, 24. Juni: Über die Vogesen nach Saarbrücken.

Wir starten vor 8 Uhr und verzichten auf das sicher köstliche Frühstück in „der alten Mühle“. Die sanften Aufstiege der Vogesen sind von der Art, an der sogar ich Spaß habe. Trotzdem kommen in der Summe einige Höhenwerte zusammen. Das Frühstück holen wir in einer wunderbaren Bäckerei in einem kleinen Städtchen am Vormittag auf ungefähr halbem Wege nach Saarbrücken nach. Wir sitzen in der Nähe der Backstube, aus der wir mit Köstlichkeiten verwöhnt werden und und sehen den Bäcker bei der Arbeit zu.

Dann fahren wir weiter und kreuzen ein wenig auf und abdurch eine sanfte Landschaft. Dann geht es wieder abwärts und wir erreichen die Saar. Dem „Schlingelschlangel“ des Flusses folgen wir ruhigen Uferwegen bis Saarbrücken. Wir entdecken Überreste der Maginot-Linie, Schilder am Wege weisen uns auf dieses Ungetüm und seine Tragik hin. Soldatenfriedhöfen sind wir auf unserer Reise auch öfters begegnet.

Mittags sind wir noch in Frankreich kehren und finden wieder ein wunderbares Lokal. Das liegt direkt an der Saar und ist ein typisch elsässisches Restaurant. Wir genießen das Tagesmenü mit drei so richtig schmeckenden Gängen bei einer Flasche Wein. Ich habe es schon geschrieben – es ist wieder „Leben wie Gott in Frankreich“.

Dann geht es weiter. Nach kurzer Radfahrt immer entlang der Saar sind wir am frühen Nachmittag in Saarbrücken. Erst vor 48 Stunden sind wir in Freiburg angekommen. Wir könnten jetzt zum Bahnhof fahren und wären am Abend wieder in München. Wir haben aber noch etwas in und um Saarbrücken vor und suchen uns wieder eine Unterkunft. Die ersten Hotels gefallen uns nicht so sehr. Wir finden das La Résidence mitten in der City, der Preis passt, also mieten wir uns für die nächsten zwei Nächte hier ein. Am Nachmittag wird ein bisschen durch Saarbrücken gebummelt – wir nehmen die Hauptstadt des Saarlands als sehr lebendige Metropole wahr.

Abends genießen wir die Promenade an der Saar. Ich fühle mich wirklich wie in einer Weltstadt. Es gibt tolle Lokale. Wind kommt auf, die Sommertage scheinen vor bei. Wir haben Glück,  das Wetter hält und wir beschließen mit wieder wirklich gutem Essen drei wunderbare und sehr warme Sommertage auf dem Fahrrad. Es war zwar nur eine kleinen Radtour mit gut 200 km. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel schöne Sachen man in drei Tagen inklusive An- und Abreise auch weit weg von München erleben kann. Dann kommt er doch noch, der große Regen und wir flüchten ins nahe gelegene Hotel.

Samstag, 25. Juni 2016 – Das Highlight – Vormittag in der Völklinger Hütte.

Die Winderhitzer der Völklinger Hütte.

Die Winderhitzer der Völklinger Hütte. (Wikipedia – Owner LoKiLeCh).

Nach großem Frühstück im La Résidence geht es los. Zur Völklinger Hütte sind es mit dem Rad gut 10 Kilometer. Es macht Spaß, denn der Regen hat aufgehört. Die Hütte ist ein großes industrielles Museum und Weltkulturerbe. Schon bei unserer Saarland-Rundfahrt wollten wir sie besuchen, das hat das aber zeitlich nicht gepasst.

An diesem Morgen holen wir dies nach. Wir haben ein Riesenglück, genau an diesem Tag eröffnet auch die „Bhudda-Ausstellung“ im Weltkulturerbe. Die sensationelle Fotoausstellung von Steve McCurry: „Buddhismus – Fotografien 1985 bis 2013“ ist schon ab dem 1. Mai in der Hütte installiert. Im Preis von 15 € ist alles mit drin. Die meisten Besucher zahlen sogar nur 13, denn es gibt auf so vieles 2 € Rabatt wie z.B. für ADFC-Mitglieder oder Bahncard-Inhaber …

Die Ausstellung vereint viele Botschaften und Angebote. Man erlebt die brutale Seite des Industriezeitalters. Media-Shows machen klar, wie man hier gearbeitet hat. Die Integration der Buddhas und Fotos in die „antike“ Technologie passt wunderbar. Die Buddha-Statuen werden exzellent erklärt. Der Kontrast der Fotografien zur Umgebung ist phantastisch. Es ist wirklich eine starke Installation.

Und die Hütte bietet auch alles Mögliche an. Technik, Geschichte, aber auch Abenteuer und körperliche Anstrengung. Es gibt einen langen Rundweg, auf dem es nie langweilig wird. Und einen Höhenweg im Freien, auf des es auch geübten Kletterern schwindelig werden kann.

Auch ohne Radtour ist allein der Besuch dieser „drei Ausstellungen in einer“ eine Reise ins Saarland wert.

Am späten Vormittag schüttet es wieder und wir fliehen in den Innenbereich des Weltkulturerbes. Dann regnet es wieder, wir brechen auf und kommen relativ trocken bei Utopia an. Der Empfang ist freundlich, wir erleben spannende Vorträge. Abends ist der Wettergott auch wieder freundlich zu uns. Wir kommen gut heim und genießen noch mal die Saar-Promenade. Das Abendessen gibt es allerdings dann „inhouse“, denn es ist kühl bis kalt geworden. Zum Fenster herein schaut aber schon wieder die Abendsonne, stört uns aber nicht beim speisen.

Sonntag, 26. Juni 2016 – Sommerfest bei Utopia.

Wir checken aus dem „Residence, radeln mit Roadster und Silbermöwe (Barbaras Fahrad) und unserem Gepäck zum Sommerfest. Wir hören interessante Diskussionen, lernen viel Neues und machen einige Probefahrten mit „normalen“ Rädern und „pedelecs“.  Wir sind überrascht, das ein moderner Fahrrad-Rahmen, gleich ob aus Stahl oder Alu, leichter ist als ein gutes Fahrradschloß, das einem Dieb ernsthaften Widerstand leistet. Oder, wie man eine Fahrradkette am besten ölt (nach gründlicher Reinigung mit einem Pinsel) und viele andere Tricks. Die Versuchung, uns ein neues Fahrrad zu kaufen ist groß. Gerade die Pedelecs mit ihrer Leichtigkeit locken uns sehr. Wir können so gerade noch widerstehen.

Am Nachmittag geht es dann direkt zum Hauptbahnhof von Saarbrücken. Die  Zugfahrt ist ziemlich unproblematisch, mit einer kleinen Unannehmlichkeit. Die einzige Toilette im Nahverkehrszug von Neustadt (Weinstr) ist defekt und gesperrt.  Trotzdem sind wir kurz noch vor 22:00 nach 5 wunderbaren Tagen wieder zu Hause in unserem „sweet sweet home“.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 4. Juli 2016

Insel Hopping – so war es!

Und es war wunderschön!

Vom 28. Mai bis zum 8. Juni haben wir (Barbara und ich) das erste Mal in unserem Leben die Kykladen im Ägäischen Meer besucht und so eine Art „Insel-Hopping“ gemacht. Ohne Fahrrad und nur mit ganz kleinem Gepäck. In Griechenland waren wir schon recht häufig, in den letzten Jahren jedes Jahr auf dem Peloponnes – aber nie auf diesen wunderbaren Inseln. Ein paar mal waren wir auf Kreta, mit Familie und zu zweit auf zwei wunderschönen Fahrradtouren, das ist aber ungefähr 30 Jahre her.

Ein Grund für die Reise waren Erlebnisberichte unserer Kinder. Die hatten schon ein paar Mal Insel-Hopping gemacht und uns so begeistert davon berichtet, dass wir das auch mal machen und erleben wollten. Uns so haben wir in diesem Frühsommer das erste Mal die Kykladen besucht.

Barbara hat sich gründlich auf die Reise vorbereitet, sprich über die Geschichte, Geographie und vieles mehr zu den Kykladen an sich, die Fährverbindungen, Übernachtungsmöglichkeiten und ähnliches informiert. Geplant und gebucht hat sie dann nur den Hin- und Rückflug nach Athen und das erste Hotel in Piräus. Alles andere wurde dann immer ganz agil vor Ort erledigt – für mich die beste Art für „freies Reisen“.

Elf Nächte waren wir mit wenig Gepäck unterwegs. Hier der Bericht von diesen zwölf wunderschönen Tagen. Wie alles in IF-Blog habe ich es für mich aufgeschrieben – aber es könnte ja sein, dass jemand von Euch auch mal von Insel zu Insel hopsen will. Dann bekommt er hier hoffentlich viele Informationen und Anreize. Und wenn er mehr wissen will, darf er mich gerne fragen.

Abstieg zur Chora in Serifos am letzten Tag.

Abstieg zur Chora in Serifos am letzten Tag.

Samstag, 28. Mai – Abflug nach Athen

Wir fliegen mit Lufthansa LH1750. Der Flieger nach Athen soll um 8:55 starten. Das ist eine relativ angenehme Zeit. So können wir die S-Bahn in Neubiberg um 6:31 nehmen. Das heißt so um 6:15 von zu Hause weg und zu Fuß zur S-Bahn-Station. Für so ein Insel-Hopping nehme ich das frühe Aufstehen gerne in Kauf. Das Gruppenticket für die Fahrt zum Flughafen kostet 23 EURO, man könnte es dann noch den ganzen Tag nutzen … Geht aber nicht, da wir ja weg fliegen.

Der Zug der Linie S7 kommt pünktlich in Neubiberg an, bis zum Ostbahnhof verspätet sie sich dann doch noch (leider sind Verspätungen auf unserer Linie eher die Regel). So verpassen wir den Anschluss an die S8 zum Flughafen wegen der kurzen Umsteigezeit. Macht aber nichts, wir wissen dass Optimismus bei der S-Bahn nicht angebracht ist und haben die Verspätung erwartet und eingerechnet.

Schon am Tag vorher hatten wir übers Internet eingecheckt und unsere „Boarding Pässe“ daheim ausgedruckt. Da wir „Economy Light“ fliegen, müssen wir auch kein Gepäck aufgeben und können gleich direkt durch die Sicherheitskontrolle zum Gate gehen. Der Flug – zwei Personen, hin und zurück – hat inklusive aller Gebühren und Steuern 236,02 € gekostet, der Anteil des Fluges ist dabei recht gering (22 € einfach pro Person, also 88 € vom Gesamtbetrag). Dass fliegen so billig ist, verstehe ich nicht. Wahrscheinlich liegt es auch an den Subventionen und Steuerbefreiungen zum Beispiel für Kerosin.

Der Boarding-Aufruf ist pünktlich und auch der Start. Die Reisezeit beträgt 02h 20min. In Athen sind die Uhren eine Stunde weiter als bei uns, die Ankunft (ETA) soll 12:15 (local time) sein. Wir kommen ein wenig vor Plan am Flughafen Athens Eleftherios Venizelo … an.

Zuerst geht es zu unserem Hotel in Piräus. Dazu nehmen wir die Metro. Zum Flughafen fährt die „rote“ Linie, nach Piräus die grüne. So müssen wir nach gut als 10 Stationen umsteigen. Insgesamt betrug die Fahrzeit eine gute Stunde, die Kosten sind günstig – wir zahlen zusammen 15 € – die einfache Fahrt für eine Person vom Flughafen kostet 10 €, ich bin ermäßigt weil über 65 Jahre und koste so nur 5 €. Ein Zwei-Personen-Ticket für „Normalzahler“ hätte 18 € gekostet. Die „normalen“ Tickets (nicht zum Flughafen) in der Metro in Athen sind aber deutlich billiger.

Das Hotel hat Barbara so ausgesucht, dass es sowohl ganz nahe bei der Endstation der grünen Linie wie auch beim Hafen liegt. Es heißt Anita Hotel, ich kann es empfehlen. Wir haben über booking.com gebucht und bezahlt – der Betrag war 35 € für uns beide und eine Nacht ohne Frühstück. Das Frühstück kostet 6 € pro Person extra und beinhaltet den Transfer zum Hafen. Das Anita ist sauber, die Menschen sehr freundlich und hat ordentliche Zimmer. Es liegt ganz nah am Zentrum von Piräus und am großen Hafen.

Am frühen Nachmittag sind wir im Hotel und haben so noch viel Zeit für Piräus. Die haben wir auch genossen. Vor dem Genießen haben wir erst noch unsere Weiterfahrt beschlossen: Wir wollen nach Santorin! Also noch schnell zum Hafen, die Tickets kaufen. Und dann ab ins Vergnügen. Beim Yacht-Hafen nehmen wir ein kleines griechisches Essen (mit Wein), gehen  in der Altstadt spazieren und schon ist es Abend.

Sonntag, 29. Mai – Die Fähre nach Santorin

Um 7:25 sticht die Delos der Blue Star Ferries mit uns an Bord in See. Die Fahrt nach Santorin ist ziemlich lange. Sie dauert gut sechs Stunden, denn Santorin liegt im Süden der Kykladen. Die Delos ist wie alle Schiffe, die wir genutzt haben, kein High Speed Schiff. Das Ticket kostet pro Person 39,50 €, das ist durchaus ein stolzer Preis. Die „High Speeds“ sind deutlich teurer und schneller, dafür laut und wenig komfortabel. Auf diesen schnellen Schiffen gibt es kaum Plätze im Freien und sich dort aufzuhalten macht keinen Spaß.

Auf der Delos genießen wir die Sonne, den Wind in den Haaren, den Blick auf das Mittelmeer und die Inseln, an denen wir vorbeifahren. Jede Hafeneinfahrt bei den Zwischenstopps ist immer wieder ein Erlebnis und schenkt uns ganz besondere Eindrücke. Gegen 15:00 kommen wir im Hafen Thira der Insel Santorin an. Das ist der „neue“ Hafen für die Fähren.

Vom Hafen geht die Straße hoch nach Santorin. Es ist viel los, trotz Vorsaison. Viele Busse, davon eine ganze Reihe von „local buses“ warten auf die Reisenden, die sich aus dem Schiff auf die Insel ergießen. Das Busticket im „local bus“ kostet 2,30 € pro Person, die Fahrt dauert geht steil nach oben und dauert ungefäht 20 Minuten. Oben in der Stadt gibt es einen „Busbahnhof“, dort steigen wir aus  und sind schon mitten im Trubel.

Wir suchen uns zuerst mal ein Hotel und finden das malerische Lepa. Wir dürfen zwischen einem einfachen Zimmer mit Balkon und einem ein wenig luxeriöserem ohne Balkon/Terrasse wählen – und nehmen das mit Balkon. Der Blick geht auf die zauberhafte Hotelanlage mit einem kleinen Swimmingpool, ein Blick wie er als Bild in einem (älteren) griechischen Touristik-Prospekt sein könnte. Das Hotel ist preiswert, unser Zimmer kostet 60 € für zwei Personen und zwei Nächte. Das Hotel liegt sehr günstig, ganz nahe am Zentrum, nicht weit weg vom „Busbahnhof“.

Von unserem Balkon sehen wir das Meer im Nordosten. Der Blick ist zwar nicht so pompös und aufregend wie die berühmte Silhouette im Westen sondern eher von stiller Schönheit. Wir erleben das Glück des Vorsaison-Urlaubers, denn die Zimmer kosten in der Hauptsaison das dreifache – wenn man überhaupt billige findet. In Santorin gibt es bei den Zimmerpreisen schon jetzt keine Grenze nach oben. Zur Hochsaison dürfte „agiles“ Reisen nicht mehr ganz so einfach und günstig möglich sein.

Wir haben noch genug Zeit für schöne Spaziergänge. Wieder im Hotel befreunden wir uns mit unserer Wirtin. Sie empfiehlt uns ein Restaurant. Der Abendspaziergang führt uns entlang der Caldera. Obwohl noch Nebensaison ist, ist einiges los. Ich habe den Eindruck, dass die Hälfte der Menschen aus Asien kommt. Wir hören kaum deutsch – neben den Asiaten sind vor allem Franzosen, Italiener und Engländer unterwegs. Auf unserer weiteren Reise werden wir kaum mehr Asiaten sehen, aber auch kaum mehr Deutsche.

In der Abendsonne ist das Panorama noch schöner. Weit unten sieht man den alten Hafen (da wo wir nicht angekommen sind). Vor ihm liegen zwei Kreuzfahrtschiffe, ihre Tender pendeln zwischen den Schiffen und dem Hafen. Wir sehen den steilen Pfad, der sich zum alten Bootshafen windet. Unten sehen wir auch noch Touristikboote an- und ablegen.

Wie es dunkel wird gehen wir in das uns von unserer Wirtin empfohlene Lokal. Der Tipp hat sich gelohnt und zufrieden und satt gehen wir nach Hause ins Hotel Lepa. Wie unsere Wirtin uns entdeckt, serviert auf dem Balkon uns sie zwei Gläser mit kühlem Weißwein. Sie gibt uns Tipps für den nächsten Tag. Wir wählen den billigsten Bootsausflug aus (20 € pro Person für zirka 3,5 Stunden) und buchen ihn auch gleich. Dann genießen wir den Abend auf unserem Balkon auf Santorin und freuen uns auf den nächsten Tag!

Montag, 30. Mai – Ein Tag auf Santorin

Der Tag beginnt mit einem Kaffee auf dem Dach des Hotels. Wir freuen uns über die wunderschöne Aussicht. Es ist ein wunderbarer Morgen, angenehm warm mit einem leichten und erfrischenden Wind. Gemütlich machen wir uns auf dem Wege zum alten Hafen, wo unsere Schiffstour um 11:00 starten soll. Wir kommen an einer Bäckerei vorbei und kaufen uns ein wenig „Reise-Proviant“. Zu Fuß geht es den Pfad runter zum Hafen. Die Alternativen wären ein Ritt auf einem Esel oder die Seilbahn gewesen.

Pünktlich um 11:00 kommt das Schiff an. Es wirkt ein wenig touristisch. Mit uns gehen ganz viele Asiaten an Bord, mit ein paar jungen Damen aus Hongkong haben wir gleich einen sehr sympathischen Kontakt. Das Programm beinhaltet einen Badestopp im warmen Schwefelwasser am Meer und eine Wanderung auf dem Krater. Es lohnt sich, ich kann den Ausflug nur empfehlen.

Gegen 14:30 kommen wir wieder am alten Hafen an. Wir müssten jetzt wieder den schmalen Pfad hoch. Es ist doch ziemlich warm und wir sind faul. Als Alternative gibt es ja die Seilbahn und Esel. Die Barbara nimmt einen Esel und ich die Seiĺbahn, beides kostet jeweils 5 € … Und dann heißt es ausruhen.

Am späten Nachmittag treffen wir unsere Wirtin wieder. Wir fragen sie um Rat, denn wir suchen eine Insel, die ein wenig ruhiger ist. Mit nicht soviel Touristen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Santorin ist „touristisch“ keinesfalls so penetrant wie ich es in Ländern in Nordafrika wie Ägypten, Marokko oder Tunesien oder gar in Indien und auch in China erlebt habe. Eher sehr dezent und auf hohem Niveau – vielleicht ein wenig „schicky micky“. Mit vielen Discos, die wir allerdings nicht besucht haben. Man muss es gesehen haben.

Unsre Wirtin empfiehlt uns Folégandros. Wie wir feststellen werden, eine sehr gute Empfehlung. Wir entdecken, dass sich am nächsten Tag ziemlich früh ein Schiff von Thira auf den Weg nach Folégandros auf den Weg machen wird. Abfahrt wird um 7:00 sein, eine Stunde vor Abfahrt der Fähre soll man an der Busstation sein. Das heißt früh aufstehen.

Dienstag 31. Mai,  – Weiter nach Folégandros

Beim Kauf der Fährkarte hat man uns gesagt, dass wir den Bus nehmen müssen, der um 6:00 zum Hafen fährt. Am zentralen Busbahnhof steht aber kein Bus bereit. Jedoch hängt ein handgeschriebener Zettel an der Tafel, der besagt, dass unser Bus ausfällt. Da ist es gut, dass gleich nebenan der Taxi-Stellplatz ist. So fahre ich das erste Mal seit langem wieder Taxi. Der Festpreis zum Hafen beträgt 15 €, der Fahrer überholt alles was ihn in Weg steht und so geht es ganz schön schnell die Windungen hinab.

Die Fähre heißt ADAM. KORAIS und gehört zu ZANTE FERRIES.  Wie alle Fähren in Griechenland erzeugt sie eine große schwarze Rauchfahne, die dem Schiff hinterher hängt und in der Ferne gelb wird. Etwas, das  auch vermeidbar wäre, aber halt Geld kosten würde. Geld scheint für so etwas aber nicht nur in Griechenland nicht vorhanden zu sein.

Wir steigen ein und bald verlässt die Korais mit uns an Bord Thira und „dampft“ in Richtung Folégandros. Die unterhaltsame Fahrt dauert drei Stunden, das Ticket kostet 25 € pro Person. Auf dem Weg nach Folégandros machen wir an zwei weiteren Inseln halt. Kurz vor 10:00 kommen wir in Folégandros an und die KORAIS macht sich auf ihren Weg zu weiteren Inseln – unter anderem auch nach Milos.

In Folégandros ist in der Tat schon am Hafen alles anders als in Santorin. Wir überlegen, in der Chora zu übernachten und schauen nach dem „local bus“. Der „local bus“ ist ein wunderschöner Oldtimer, ein alter Mercedes Kleinbus mit weniger als 20 Sitzplätzen, der eher aus den 70iger als aus den 80igern Jahren zu stammen scheint.

Der sympathische Fahrer, den wir die nächsten Tage dann noch öfters treffen werden, empfiehlt uns die Chora und dort das Hotel MELTEMI. Mit dem Bus geht es bei offenen Fenstern nach oben zur Chora. Chora heißt eigentlich „Zentralort“, so heißen die kleinen Städte, die sich auf den Inseln der Kykladen sehr malerisch weit oben an einen schroffen Hang zu klammern scheinen.

Das empfohlene Hotel ist ganz nahe bei der Busstation unweit vom Zentrum der Chora. Es gefällt uns richtig gut. Wir haben ein sehr schickes Zimmer mit schönen sanitären Anlagen, diesmal mit Terrasse. Wir buchen uns für zwei Nächte ein (zusammen für 60 €) und entdecken, dass der Bus um 11:00 nach Agali weiterfährt. Agali liegt an einer Bucht, die im Prospekt als die schönste der Insel beschrieben wird. So nehmen wir schnell unser Badezeug und gehen zurück zu unserem Oldtimer-Bus, der uns dann gleich weiter nach Agali bringt. Die Bucht liegt voll im Süden. Alles ist ruhig und still. Auf der an Wasser sehr armen Insel wächst nicht viel, besonders keine Bäume. So liegt die Bucht voll in der Sonne. Aufgrund der kleinen Tavernen in Agali lässt es sich aber gut aushalten. Um 16:45 kommt dann der lokale Bus wieder und bringt uns heim ins Meltemi.

Den wunderbaren Tag beschließen wir mit der Planung der nächsten Tage. Wir finden eine sehr preiswerte Fähre, die drei Tage später nach Milos fährt. 8 € (acht EURO) pro Person kostet das Ticket. Auf Folégandros gefällt es uns so richtig gut. Es ist eine sehr ruhige Insel, ohne „touristisches Ausbeutungszentrum“. Ein Ort, an dem man die Seele so richtig baumeln lassen kann. So verlängern wir unseren Aufenthalt im Hotel Meltemi um eine Nacht und spazieren dann durch die Chora. Vor dem Abendessen kaufen wir in einem Reisebüro die Tickets für die ARTEMIS (Reederei HELLENIC SEAWAYS) am 3. Juni nach Milos.

Und finden im Reisebüro noch ein Angebot, dass uns gefällt. Am nächsten Tag gibt es eine Schiffstour. Für 30 EURO geht es rund um die Insel, es ist ein Ganztages-Ausflug inklusive Verpflegung mit vielen Zwischenstopps zum Baden und Schauen. Wir buchen es. Die Pflicht ist getan – jetzt komme das leibliche Vergnügen. Zum Abendessen finden wir eine Taverne, die uns echt begeistert. Ein letzter Spaziergang durch Chora – und wieder ist ein wunderschöner Tag vorbei.

Mittwoch, 1. Juni – Umrundung der Insel

Heute geht es mit dem Schiff rund um die Insel, Abfahrt in Chora-Port ist um 11:00. So machen wir uns einen gemütlichen Vormittag und nehmen um 10:30 „unseren“ Bus – immer mit dem selben Fahrer – runter zum Hafen. Die Rundfahrt macht richtig Spaß. Das Schiff ist geräumig, wir sind eine kleine und recht internationale Gruppe. Außer uns sind keine Deutschen dabei. Die Tour lohnt sich, von den Badebuchten ist eine schöner als die andere. Ein paar Sehenswürdigkeiten gibt es auch. Vom Boot gleich ins tiefe Wasser zu gehen hat etwas. Das Wasser der ägäischen See ist schon in der Vorsaison recht warm, das Essen auf dem Schiff schmeckt ausgezeichnet, die Menschen auf dem Schiff sind sympathisch. Was wollen wir mehr. Wir lernen die Insel aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Es macht in den Kykladen durchaus Sinn, die Inseln zum Kennenlernen erst mal mit dem Boot zu umrunden.

Nach einem tollen Tag mit viel Eindrücken kommen wir gegen 17:00 wieder beim Hafen zur Chora an, der Bus wartet schon auf uns und bringt uns wieder hoch zu unserem Hotel. Bevor wir in die Chora zum Abendessen gehen, spazieren wir hoch zu einer Kirche, die von einem Berg auf die Chora runterschaut. Die kleine Kirche ist eine der wenigen baulichen Sehenswürdigkeiten der Insel. Dann geht es den gewundenen Weg wieder runter zum Abendessen. Wir testen heute ein anderes Lokal, das Essen ist gut, nur der Wirt macht einen ein wenig arroganten Eindruck. So empfinden wir es zumindest. Das haben wir auf der ganzen Reise nur einmal erlebt. So lassen wir uns davon unsere gute Laune auch nicht verderben und freuen uns über einen weiteren wunderschönen Tag auf Folégandros.

Donnerstag, 2. Juni – Wandern und Baden

Durch die Bootsfahrt haben wir die Insel kennengelernt. Wir finden auf der Karte einen wunderschönen Wanderweg nach Agalis, zu der Bucht, in der wir am ersten Tag auf Folégandros waren. Wir machen uns auf den Weg. Der Weg ist gut markiert. Zuerst geht es nach oben. Es ist alles so schön, das Meer, die Berge, der Himmel – in den  leuchtenden Farben wie sie halt besonders im Mittelmeerraum ganz natürlich existieren.

Kurz vor Agali finden wir eine weitere Bucht namens Fira. Wir wollen ein wenig schwimmen – und sind ganz alleine. Auf der Wanderung haben wir auch niemanden getroffen. Warum das Badezeug anziehen? Also – ausziehen und ins Wasser. Es ist ein Traum. Nach dem Schwimmen geht zu unserem eigentlichen Ziel nach Agali. Das Laufen macht richtig Spaß. Der Weg geht weiter geht in Richtung Agios Nikolaus, das es so schön ist folgen wir ihm weiter.

Nach wenigen Kilometern durchquert er eine Taverne, die gerade geöffnet wird. Da bleiben wir zum späten Mittagessen. Die Taverne kann nur zu Fuß oder per Schiff erreicht werden. Vom Steg aus unten im Meer gibt es einen Lastenaufzug. Der Wirt freut sich, wir sind tatsächlich die ersten Gäste der Saison. So gibt es nur eine kleine Auswahl. Die natürlich völlig ausreichend ist. Wein, gegrillte Tintenfische, ein wunderbarer griechischer Salat, Patates … Wieder gilt: Was will man mehr?

Nach einer langen Pause mit schöner Aussicht machen wir uns auf den Wege zurück ins Hotel. Natürlich mit einer Badepause. Auf dem Rückweg gibt es sogar noch ein paar Regentropfen, wohl eine Seltenheit. Nach einem kleinen Rundgang durch Chora gehen wir in die Taverne, in der es uns am ersten Tag so gut geschmeckt hat. Und es schmeckt wieder genauso gut.

Freitag, 3.  Juni – Milos ruft

Die Abfahrt nach Milos ist erst am Abend um 19:10. Unser Zimmer im Meltemi dürfen wir bis zur Abfahrt behalten. So machen wir uns einen gemütlichen Vormittag in der Chora mit einem wunderbaren späten Frühstück. Unter anderem mit einer Besonderheit – es gibt weißes Taramas, eine lokale Spezialität die hervorragend schmeckt.

Dann wollen wir noch mal baden. Von der Chora aus geht es ein paar Kilometer erst hoch zu drei alt Windmühlen und dann runter zu einer Bucht namens Vorina. Wieder ist es eine wunderbare Wanderung, quasi zur Belohnung gibt es wieder einen besonderen Badeplatz. Faul sein ist angesagt, ein paar Mal geht es ins Wasser. Dann wieder hoch

Dann geht es hoch und wieder zurück ins Hotel. Wir duschen für die Reise, bezahlen die 90 € für die drei Nächte, packen unser Gepäck und sind rechtzeitig an der Busstation. Pünktlich um 18:30 bringt uns unser Fahrer mit dem kleinen Mercedes runter zum Hafen.

Um gut 20 Minuten verspätet startet die ARTEMIS gegen 19:30 in See. Sie besucht noch eine Insel in der Nähe, dann nimmt sie Kurs auf Milos. Es wird eine beeindruckende Fahrt in die Dämmerung. Der Himmel leuchtet rot, die Wolken sind noch malerischer als tagsüber. Da die Ankunft in Milos spät werden wird, suchen wir vom Schiff über booking.com ein Hotel im Hafen von Milos aus. Wir finden das Hotel Rigas. Dort ist noch ein Luxus-Appartment mit Frühstück für zwei Nächte zu 90 € zu haben. Wir nehmen es. Der Hotelchef holt uns persönlich ab, obwohl das Hotel kaum einen Kilometer vom Hafen weg ist. Das ist hier so üblich. Diesmal schlafen wir nicht in der Chora, sondern unterhalb der Chora an der Papikinos Beach gegenüber des Hafen. Gegen Mitternacht sind wir im Hotel installiert – und haben Hunger bekommen. Wir finden am Hafen noch einen kleinen Pita-Imbiß, der gerade am Schließen ist. Für uns gibt es aber noch etwas. Wir sind in Milos – ein wenig erschöpft aber sehr glücklich.

Samstag, 4. Juni – Kleftiko

Am Morgen gehen wir nach einem guten Frühstück im Rigas zum Hafen. Wir haben gelernt, dass es nicht ungeschickt ist, eine Insel zuerst mal mit dem Schiff zu umrunden. In Milos gibt es ganz viele Ausflugs-Boote. Sie konkurrieren um die Spaziergänger am Hafen. Wir suchen uns die Yacht von Marco aus. Marco ist der Skipper, ihm gehört der Kataraman. Er ist in Milos geboren. Sein Matrose heißt Happy und kommt von Kreta. Die Fahrt geht nicht um die ganze Insel sondern nur nach Kleftiko und zurück. Sie kostet 50 € pro Person, inklusive Verpflegung und alle Getränke (Softdrinks, Wein und Bier). Es gibt billigere aber auch teuere Angebote. Wir sind 12 Gäste an Board, möglich wären 24. Es ist alles sehr locker und macht viel Spaß.

Marco ist auf Milos geboren worden und kennt sich gut  aus. Er erzählt viel über die Piraten, die in Kleftiko gehaust haben. Da wir wandern wollen, frage ich ihn, ob es auf Milos giftige Schlangen gäbe. Er bejaht dies und erzählt von der hochgiftigen „red viper“, der „Kykladen-Schlange“. Angeblich wirke ihr Biss innerhalb von weniger als 20 Minuten tödlich. Es gäbe auch kein Gegengift. Glücklicherweise wäre die Schlange sehr selten und scheu. Die spätere Lektüre in Wikipedia entschärft die Gefährlichkeit der Schlange ein wenig und wir trauen uns wieder zu wandern.

Happy, der Matrose – so heißt er wirklich – bereitet am Mittag ein ausgezeichnetes Essen zu. Wir schlemmen Spaghetti in Thunfisch-Soße, trinken kühlen Weißwein und genießen Sonne, Wasser und Wind. Gegen 18:00 ist das Schiff wieder im Hafen. Zufrieden, satt und ein wenig müde, gehen wir vom Schiff und heim ins Hotel.

Das Hotel Rigas liegt direkt hinter dem Bergbau-Museum, so besuchen wir es auf dem Rückweg. Milos war eine Bergbau-Insel. Zahlreiche metallische Erze und Mineralien wie auch Kaolin wurden hier abgebaut. Während des zweiten Weltkrieges war es von den Deutschen besetzt, weil es da etwas zu holen gab. Der Besuch des Museums lohnt sich. Es gibt ein paar gut gemachte Videos, die uns informieren, wie hart damals die Menschen im Bergbau geschuftet haben. Und eine gute Ausstellung der abgebauten Minerale, von Werkzeugen etc.

Im Vorraum hängen Karten mit den markierten Wanderwegen von Milos. Da gibt es einiges. Leider geht da für uns nicht mehr viel, da wir am nächsten Nachmittag weiter nach Serifos fahren werden. Jetzt ruhen wir uns erst mal aus, immer noch satt. Am Abend kommt dann doch der Hunger. Wir gehen einkaufen – Tomaten, Zwiebeln und Oliven im Glas. In der der Küche unseres Appartments bereiten wir einen großen Tomatensalat zu. Öl und Essig gibt’s vom Hotel dazu. Auf unserer großen Terrasse verspeisen wir dann einen der besten Tomaten-Salate, den wir jemals gegessen haben. Und wieder war es ein Traum-Tag in der Ägäis.

Sonntag, 5. Juni – Weiter nach Serifos

Von Milos geht es weiter nach Serifos. Wir fahren das zweite mal mit der ARTEMIS. Das Ticket kostet wieder nur 8 €. Um 14:05 soll sie ablegen. Die Karten im Museum hatten uns zum Wandern inspiriert. Bis um 14:00 ist noch viel Zeit. So nutzen wir diese Zeit für eine Wanderung hoch nach Plaka und „ancient“ Milos. Es ist ein schöner Weg. Mittags machen wir Pause in einem Restaurant auf der Höhe mit wunderbaren Blick. Und sind dann rechtzeitig im Hotel. Duschen und frisch machen. Unser Wirt will uns wieder zum Hafen fahren. Wir nehmen das gerne an.

Nach Serifos ist es nicht so weit. Wir kommen am späten Nachmittag an. Weil es auf Milos so gut geklappt hat, nutzen wir wieder booking.com fürs Buchen. Und finden wieder ein ganz tolles Hotel. Werden wieder von der Chefin abgeholt. Es macht Spaß, vom Schiff kommend das Schild mit Barbara Dürre zu sehen. Wieder werden wir überaus freundlich begrüßt und verstehen uns gleich wieder richtig gut. Der Weg zum Hotel ist nicht so richtig weit, vielleicht 800 Meter. Gleich nach dem wir uns im Hotel eingerichtet haben geht es zum Baden – in der Bucht direkt vor dem Hotel. In der Bucht kann man wunderbar schwimmen. Am Abend strolchen wir durch den Hafen. Wir suchen ein Restaurant, das uns unser Sohn Martin empfohlen hat. Leider ist es geschlossen. Wir bekommen eine Empfehlung für ein „Fleisch-Restaurant“. Wir finden es – das Essen ist deftig und lecker. Der nächste Tag kann kommen.

Montag, 6. Juni – Serifos ist eine Schönheit

Wir schlafen gründlich aus und starten gemütlich in den Tag. Am Vormittag gehen wir zuerst Mal die kleine Tour 1a hoch zur Chora, die hoch über uns zu liegen scheint. Für den Weg brauchen wir gut eine Stunde. Wir steigen ganz hoch bis zum „castel“, dann wieder runter in die Chora. Auch hier gibt es kein „Touristenausbeutungszentrum“, nur ein paar kleine Geschäfte und Bars. In einer davon trinken wir einen Kaffee und essen einen äußerst leckeren Kuchen. Dann geht es wieder runter.

Der Weg hat Appetit gemacht. So machen wir am Nachmittag noch eine Tour. Wir fahren mit dem „local bus“ nach Kalisto. Da beginnt die Tour Nummer 1, von Kalisto nach Chora. Zuerst geht es auf schmalen und ziemlich zugewachsenen Wegen den Berg hoch. Wir denken an die Geschichte von Marco betreffend die „red viper“. Oben angekommen sehen wir runter auf Chora und weiter unten den Hafen. Es ist wieder ein Traum. Der Anblick belohnt unsere Mühen – und beruhigt die leichten Ängste vor der red viper. Auf dem weiteren Weg wird das Gestrüpp weniger und das Glücksgefühl immer größer. Einmal kommen wir vom markierten Weg ab, der irgendwie nicht mehr zu entdecken ist. Wir verlaufen uns aber nur unwesentlich. Es ist mal wieder wunderschön – in Chora erreichen wir den Bus, der uns dann wieder runter bringt. Da kommen einige Tickets des öffentlichen Nahverkehrs von Serifos zusammen, die aber immer je nach Entfernung zwischen 1,30 € oder knapp über 2 € kosten.

Zeit zum Baden und Schwimmen bleibt auch noch. Das können wir direkt vor dem Hotel erledigen. Am Abend nutzen wir wieder eine Essensempfehlung und werden in einer Taverne direkt am Meeresstrand verwöhnt.

Dienstag, 7. Juni – zurück nach Athen!

Wir stehen früh auf, denn der Bus fährt um 6:30 nach Panagia. So können noch zwei Routen laufen. Die Route 4 von Panagia nach Glyfada (da wo auch der Helikopter-Flugplatz ist) verketten wir mit der 2 weiter nach Chora. Und dann mit dem Bus wieder runter zum Hafen. Denn um 15:30 wollen wir ja wieder am Hafen sein, um mit der ADAM. KORAIS zurück nach Piräus zu fahren. Es ist die letzte Schifffahrt unseres Insel-Hopping. Das Ticket nach Athen kostet übrigens 30,50 € pro Person.

Die Wanderung ist wieder ein überragendes Erlebnis. Wir kommen früh zurück – das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Es bleibt noch Zeit fürs Schwimmen und ein spätes Mittagessen. Wieder in der Taverne vom Vorabend. Dann geht es zurück zum Hafen. Unsere Wirtin will uns gerne hinbringen, aber es ist so nah, dass es sich nicht lohnt. Pünktlich sind wir am Hafen, allerdings hat auch die ADAM. KORAIS kräftig Verspätung.

So warten doch eine Zeitlang, bis sie „angedampft“ kommt. Auf geht es nach Piräus und die Reise zu Ende. In Piräus bei der Ankunft gibt es nochmal ein Pita am Hafen, dann geht es mit der Metro die ganz wenige Stationen ins Zentrum von Athen. Das Hotel Euripides liegt ganz nah an der Akropolis – von der Metrostation ist es nicht weit zum Hotel. Aufgrund der Verspätung der KORAIS komme ich zu spät zu einem mir wichtigen Hangout. Das wichtigste kriege ich noch mit. Fast beginnt der Alltag wieder.

Mittwoch, 8. Juni – Abflug nach München

Der Tag beginnt mit einem wunderbaren Frühstück im 8. Stock des Euripides (65 € für eine Nacht für zwei – mit Frühstück). Athen und die Akropolis liegen zu den Füßen, es ist ein atemberaubender Blick über die Häuser von Athen. Wir sehen, dass es im Euripides noch einen Stock höher eine Aussichtsterrasse mit Liegestühlen gibt. Sofort wissen wir, wie wir die letzten Stunden in Athen verbringen werden. Vorher machen wir noch am Computer in der Lounge den Check-In für den Rückflug und drucken die „boarding cards“ aus. Dann geht es in die Altstadt von Athen, auch um die Lage zu prüfen, denn wir wollen dann ja wieder mit der Metro zum Flughafen kommen. Und entdecken, dass die Metro bestreikt wird. Allerdings an diesem Tage nur von 12:00 – bis 16:00. Das stört uns nicht, denn der Rückflug geht ja erst um 19:15.

Also: Bummeln in Athen, Kaffee trinken, ein paar „Mitbringserl“ kaufen. Anschließend geht es auf die Terrasse des Euripides, im Liegestuhl gammeln, ein Bier trinken und auf die große Stadt schauen. Pünktlich um 16:00 öffnen sich wieder die Tore des Bahnhofs Monastiraki, dem Metro-Bahnhof unweit vom Euripides  und wir machen uns auf den Weg. Es wird ein angenehmer Rückflug. Die Ankunft in München ist um 22:50. Den langen Weg vom Terminal 3 über das Terminal 2 zum Ausgang schaffen wir auch noch. Die S-Bahn bringt uns heim. Diesmal ist alles pünktlich und so klappt das knappe Umsteigen am Ostbahnhof. So sind wir um 23:30 wieder in den eigenen Mauern. Es waren zwölf wunderbare Tage – die wir so richtig genossen haben. Und wir haben fest vor, im nächsten Frühjahr wieder ein Insel-Hopping auf den Kykladen zu machen.

Anmerkungen

🙂 Überall gutes WLAN. Immer freundliche Menschen. Hervorragendes Essen. Und die schönsten Eindrücke der Welt.

RMD

P.S.
Natürlich haben Barbara und ich viele Bilder gemacht. Eigentlich wollte ich hier für jeden Tag zwei davon integrieren. Aber der Artikel ist so lange geworden – und es hat auch lange gedauert, bis ich ihn geschrieben hatte. Deshalb habe ich jetzt mal nur ein Bild eingefügt. Es zeigt unseren Abstieg in Serifos am letzten Tag. Am Nachmittag ging es dann mit dem Schiff weiter nach Athen. Wer mehr Bilder sehen will, kann dies aber schon in einem Album von Barbara in Facebook sehen. Es lohnt sich! Und wer noch mehr Bilder sehen und Geschichten von dieser Reise auf den Kykladen hören möchte, der kann uns mal zu einem „modernen“ Dia-Abend in Neubiberg besuchen.

Roland Dürre
Sonntag, der 5. Juni 2016

Auf den Kykladen im Urlaub auf unserem Planeten.

Heute sind Barbara und ich in Adamas aufgewacht, der Hafenstadt von Milos. Es war die achte Übernachtung auf unserer Reise. Die erste war im lauten Piräus, dann ging es auf die Inseln. Zwei Nächte haben wir auf dem schicken Santorini, drei auf der besinnlichen Insel Folégandros und nun noch zwei auf Milos verbracht. Wir waren viel auf dem Wasser, haben drei große Schiffe genutzt und haben mit drei kleineren wunderbare Ausflüge gemacht. Und sind gerade auf Folégandros viel gewandert.

"<em

Auch in Milos hatten wir wie auf der ganzen Reise wunderbare Gastgeber, so wie wir auf der ganzen Reise unsere Zeit mit sehr angenehmen Menschen verbracht haben. Zu meinem Erstaunen haben wir kaum Deutsche getroffen, so waren wir auch gestern bei unserem Ausflug wieder die einzig beiden „Germans“ an Bord neben vierzehn Menschen aus Frankreich, Großbritannien, Island, Kanada, Italien, Spanien und Neuseeland.

Heute geht es um 14:05 weiter nach Serifos. Dort wollen wir noch zwei Nächte verbringen, dann geht es zurück nach Piräus und mit der U-Bahn zur letzten Übernachtung vor dem Rückflug nach München ins Hotel in Athen fahren.

Es war eine agile und schlanke Reise, mit leichtem Gepäck und der simplen Idee, dass wir uns ein paar griechische Inseln der Kykladen besuchen. Barbara hatte sie gut vorbereitet, aber nichts geplant außer dem Hin- und Rückflug und dem ersten Hotel in Piräus. Die Reiseroute ist erst auf dem Weg entstanden. Zum Beispiel wusste ich bei der Abfahrt in München noch nicht, dass es Folégandros überhaupt gibt. Aber die Empfehlung unserer Wirtin in Santorini war so eindeutig, dass wir einfach hin mussten. Und siehe da, am nächsten Morgen fuhr ein Schiff …

In der griechischen Sonne kam ich auf einen Gedanken. Manche nennen so eine Reise ja Urlaub und haben mir zum Beispiel geschrieben: Dann lass uns doch gleich nach deinem Urlaub wieder treffen“. Dabei habe ich hier das selbe gemacht, was ich immer mache, auch wenn ich „zu hause“ bin:
Ich war viel mobil unterwegs, halt nicht mit dem Fahrrad. Und habe gelernt, gearbeitet, geschrieben und das Leben genossen … Und getwittert. Gestern zum Beispiel vor 11 Stunden auf meinen Account rolandduerre (https://twitter.com/RolandDuerre):


Mein Leben ist ein Urlaub auf diesem schönen Planeten Erde – so eine Art travel&work on earth.
zum


Dieser Gedanke mich lässt nicht los, so berichte ich ihn hier.

Ist mein ganzes Leben nicht nur einziger „Urlaub“ auf dem Planeten Erde?

66 Jahre durfte ich hier verbringen. Ich bin sehr freundlich empfangen worden. Dann kamen in meiner Erinnerung allerdings ein paar Jahre, in denen ich erzogen, gebildet und zu einem guten und leistungsfähigen Menschen ausgerichtet werden sollte. Sogar in einer (medizinischen) Gips-Schale musste ich schlafen – um meinen „Morbus Scheuermann“ zu korrigieren. Da war Schluss mit der Freude am Kindsein. Ich war unglücklich, weil man mich zu etwas machen wollte, das ich nicht wollte und auch nicht verstanden habe. Öfters habe ich den Satz gehört:
„Aus dir wird nie etwas, wenn Du so weiter machst!“
Glücklicherweise habe ich zumindest ein wenig so „weiter gemacht“ und hätte es rückblickend noch viel mehr tun sollen. Und dann kamen fünfzig überwiegend sehr schöne Jahre. Jetzt bleiben nur noch deutlich weniger Jahre, als ich sie hinter mir habe. Wie jetzt auf unserer Griechenlandreise die Tage.

So bin ich fest entschlossen, die letzten Tage meiner Reise durch die Kykladen genauso zu genießen wie die vielleicht noch kommenden Jahre meines Lebens. Aber auch zu nutzen. Für’s glücklich Sein und für mein Projekt FRIEDEN.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 28. Juli 2015

Radtour von Bayerisch Eisenstein nach Prag („Moldau“)

Hier ein paar Bilder von gestern – die zweite Etappe von #MODRAVA nach #LIPNO.

🙂 Schön!

🙂 Noch schöner!

20150727_170459_resized

🙂 Am allerschönsten.

Ich liebe es, den ganzen Tag durch solche Bilder in der freien Luft zu radeln.

RMD