XIV.  Shanghai   27.6.09  –  1.7.09

k12_Shanghai_1Shanghai liegt an den Ufern des Huangpu, nahe der Mündung des Jiantse in das Chinesische Meer. Wie üblich gibt es Schwierigkeiten mit dem Taxi, weil wir Namen und Adresse des Grand Mercure Baolong nicht auf Chinesisch haben.

Auf riesigen Betonpfeilern spannt sich die Stadtautobahn wie ein Spinnenetz über die breiten Boulevards, durch die tiefen Häuserschluchten der pulsierenden Inkarnation einer utopischen Vision des neuen China. Stahl, Beton und Glas greifen nach schwindelnden Höhen, Fassaden prunken in prachtvoller Breite. Baustellen klaffen, Gerüste aus Bambus ranken an wachsenden Wolkenkratzern.

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Hans-Peter Kühn
Freitag, der 4. Dezember 2009

Zeitloses Reisen für Zeithaber – Auf Schienen nach Tibet – Folge 16

XII. Lhasa – Xian  25.6.09 – 26.6.09

k10_Lahasa_Xian_1Lhasa verabschiedet sich mit leichtem Nieselregen, grauem Himmel und kühlem Wind. Wir kramen Windjacken und Pullover aus den Tiefen unseres Gepäcks.

Die Reise nach Xian ist kurz, nur zwei Tage und eine Nacht… Bald zerreisst die Wolkendecke und das tibetanische Hochplateau zeigt sich in seiner ganzen Glorie. Gipfel, Gletscher, Schneefelder und endlose Weidegründe bilden ein faszinierendes Kaleidoskop, eine Hymne an Macht und Schönheit der unberührten Natur.

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Hans-Peter Kühn
Mittwoch, der 2. Dezember 2009

Zeitloses Reisen für Zeithaber – Auf Schienen nach Tibet – Folge 15

Lhasa – Shigatse – Lhasa

k9_Tibet_19Die asphaltierte Strasse verläuft zunächst parallel zum sandigen Lauf des Kyichu, überquert ihn etwa eine Stunde hinter Lhasa und windet sich an graubraunen, nackten Gebirgshängen in die Höhe. Der Motor unseres Toyota Jeeps brummt gemächlich, trotz Steigung und immer dünner werdender Luft.

Die weisse Wolkendecke spiegelt sich im fleckenlosen blau der Mäander eines langgezogenen Bergsees, umgeben vom sanften hellbraun des vegetationslosen Hochgebirges. In über 5.000m durchqueren wir Geröllhalden in engen Hochtälern, am Fusse weisser Gletscher. Die Gipfel kulminieren hier bei weit über 6.000m. Scheu ducken sich Nomaden und Yaks auf steinigen Weiden. Migranten der Einsamkeit im grenzenlosen Universum majestätischer Stille, auf dem Dach der Welt.

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Hans-Peter Kühn
Montag, der 30. November 2009

Zeitloses Reisen für Zeithaber – Auf Schienen nach Tibet – Folge 14

XI.  Tibet   20.6.09 – 25.6.09

Die schmucklose, erschlagende Monumentalität der Bahnhofshalle wirkt wie ein Mahnmal: Hier ist China, you are in China!!! Führer, Chauffeur und  Toyota Vierradantrieb erwarten uns.

Lhasa

k9_Tibet_1Der erste Eindruck ist eher ernüchternd. Breite Strassen kanalisieren mässigen Verkehr, vorbei an Einkaufszentren, Banken, Restaurants, Elektroläden und Handyreklamen.

Die Passanten tragen die globale Mode des 21. Jahrhunderts. Lhasa ist mit  360.000 Einwohnern vor allen Dingen eine kleine, chinesische Grossstadt.

Glücklicherweise geht es auch anders.

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Hans-Peter Kühn
Freitag, der 27. November 2009

Zeitloses Reisen für Zeithaber – Auf Schienen nach Tibet – Folge 13

X.  Beijing – Lhasa   18.6.09 – 20.6.09

k8_Beijing_Lhasa_1Die Flut von eiligen Reisenden mit Koffern, Säcken und Kartons ergiesst sich durch die Gepäckkontrolle des Westbahnhofs in die hoffnungslos überfüllten Wartehallen vor den Gleisen. 20 Minuten vor Abfahrt öffnen sich die Schranken, das Einsteigen verläuft erstaunlich ruhig und diszipliniert.

Wir teilen unser Abteil mit einem chinesischen Ehepaar mittleren Alters. Die Frau zieht eine sauertöpfische Jammermiene, der Mann macht einen eher dümmlich hilflosen Eindruck. Beide sprechen noch weniger Englisch als wir Chinesisch.

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Hans-Peter Kühn
Mittwoch, der 25. November 2009

Zeitloses Reisen für Zeithaber – Auf Schienen nach Tibet – Folge 12

IX. Beijing   15.6.09  –  18.6.09

k7_Beijing_1Wären nicht all die Chinesen, all die unvertrauten Schriftzeichen, der Vorplatz des Zentralbahnhofs von Beijing könnte in hunderten von Grossstädten unserer modernen Welt sein. Gläserne Bürobauten, spiegelnde Fassaden, mächtige Wohnklötze ragen stolz in das massive grau des Himmels ohne Sonne einer 16 Millionen Stadt.

Emsiges Leben pulsiert. Ein nie abreissender Strom von Autos, elektrischen Fahrrädern und Passanten wälzt sich durch die breiten, oft von Bäumen gesäumten Strassen, über Stadtautobahnen, Fussgängerbrücken und im tiefen Tunnelsystem einer hochmodernen U-Bahn.

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Hans-Peter Kühn
Montag, der 23. November 2009

Zeitloses Reisen für Zeithaber – Auf Schienen nach Tibet – Folge 11

VIII.  Ulaan Baator  –  Beijing    14.6.09 – 15.6.09

k6_Ulaan Baator_Beijing_6Im Train no. 4 aus Moskau herrscht gediegener Luxus. Dicke Teppiche und mannshohe Fenster in den Gängen, geräumige Abteile mit 2 Betten, einer Sitzecke mit Tisch, rotbraune Wandverkleidung, individueller Waschraum mit Dusche, Wandschrank, air conditioning.

Im mongolischen Speisewagen blitzen weisse Tischdecken vor exotisch geschnitzten Holzpanelen, die Speisekarte verspricht viel, die Küche enttäuscht nicht.

k6_Ulaan Baator_Beijing_5Langsam erobern Sand und Staub das Flachland der horizontlosen Weidegründe. Fliehende Gazellen und wandernde Wildpferde sind rare Bewohner der trockenen Einöde, der Wüste Gobi. Phantomhafte Städte gebären unter glühender Sonne blassgraue Häuser in menschenleeren, sandigen Strassen. Ausgeweidete Kasernen und Bunker sowjetischer Militärbasen stehen verlassen.

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Hans-Peter Kühn
Freitag, der 20. November 2009

Zeitloses Reisen für Zeithaber – Auf Schienen nach Tibet – Folge 10

VII. Mongolei   10.6.09  –  14.6.09

Ulaan Baator

k5_Mongolei_1Zur frühen Morgenstunde sind die Strassen menschenleer, keine streunende Katze, kein müder Hund.

Der Taxifahrer hat einige Probleme unser Hotel zu finden. Verständlich, inmitten von ungeputzten Fassaden einer verkommenen Wohngegend. Vor einer vergessenen Baustelle, deutet er schliesslich auf ein kleines Schild: Sun Hotel.

Sun Hotel steht auch auf unserer Reservierung aber „No it’s impossible“. „Yes it’s possible“, als wir die Bauruine umrunden, stehen wir vor einem Hoteleingang.

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Hans-Peter Kühn
Mittwoch, der 18. November 2009

Zeitloses Reisen für Zeithaber – Auf Schienen nach Tibet – Folge 9

VI.  Irkusk – Ulaan Baator    8.6.09  –  10.6.09

k4_Irkusk_Ulaan Baator_1Nur ein einziger Wagen fährt bis Ulaan Baator, der Rest des Zuges leert sich in Oulan Oude und wird an der Grenze abgehängt. Wir teilen unser Abteil mit einem Chinesen aus Boston und einem jungen Iren, der nach seinem Studium und vor der Jobsuche noch mal richtig unterwegs sein will. Die Einrichtung trägt deutliche Spuren jahrelanger Abnutzung, ist jedoch sauber und durchaus komfortabel. Das Publikum ist kosmopolitisch: Engländer, Holländer, Spanier… Es herrscht freudige Erwartung, in der Mongolei wird es endlich exotisch und billig.

Im Schneckentempo verlassen wir Irkusk, bei Einbruch der Nacht.

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Hans-Peter Kühn
Montag, der 16. November 2009

Zeitloses Reisen für Zeithaber – Auf Schienen nach Tibet – Folge 8

V.  Listvianka und Irkusk  5.6.09  –  8.6.09

k3_Listvianka-und_Irkusk_1Auf dem Bahnsteig erwarten uns das charmante Lächeln, die rotblonden Haare und himmelblauen Augen von Marina, der lokalen Repräsentantin unseres Tour Operators.

Langsam kämpft sich das Tageslicht durch dunkle Regenwolken. Es ist 6:10, leichter Nieselregen und Temperaturen um die 10 Grad sind der Willkommensgruss von Sibirien.

Marina wird sich um unsere Visa für die Mongolei kümmern, übergibt uns die Bahntickets nach Ulan Baator und setzt uns in ein Taxi in Richtung Listvianka. Schade, wir hätten gern nähere Bekanntschaft mit dieser hübschen, jungen Dame gemacht.

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