Roland Dürre
Montag, der 9. Januar 2017

FRIEDEN

FRIEDEN darf nicht zur Religion werden, weil dann wird es schnell unfriedlich werden.

Aus dem selben Grund darf es auch kein Projekt FRIEDEN geben.

Scheint ein mächtiges Symbol für Frieden zu sein. Vielleicht zu mächtig?

Ich wollte ja ein Projekt FRIEDEN starten. Für FRIEDEN bin ich mehr denn je. Aber nicht mehr als Projekt.

Ich hatte die letzten Monate zahlreiche Dialoge mit klugen und friedvollen Menschen. Die wie ich davon überzeugt sind, dass Frieden das wichtigste Gut der Menschheit ist. Und habe viel von diesen gelernt und darüber nachgedacht, was ich für FRIEDEN tun kann.

Die Zusammenfassung des aktuellen Standes meiner Gedanken könnte so sein:

Ich glaube nicht mehr, dass Frieden mit Organisationen und durch Projekte erreicht werden kann.

Vor kurzem kam eine starke Frau zu mir und sagte:
„Roland, ich bin jetzt in Rente, habe unendlich viel Zeit und möchte Dich beim Projekt FRIEDEN unterstützen!“

Ich musste ihr sagen, dass nach meinem Verständnis von FRIEDEN es kein erfolgreiches Projekt FRIEDEN geben kann:

Das Projekt kann nur sein, selbst für FRIEDEN zu leben.

Zuerst mal ganz allein und nur bei sich selber. So habe ich sie gebeten, ihr ganz eigenes „Projekt“ zu starten und so für ihren eigenen und unser allen FRIEDEN einfach nur zu leben (und arbeiten). So meine ich, dass es viele kleine Projekte Frieden geben muss, die jeder für sich und zuerst mal für sich selbst macht.

Und dass man ganz bewusst auf Koordination und Abstimmung verzichten muss. Dies ist gefährlich, führt schnell zu Manipulation und Ideologie. Und schadet wahrscheinlich mehr als es nützt.

Mein Gedanke ist also, sich eben nicht organisieren, jedoch die Sensoren weit zu öffnen und achtsam und frei – vielleicht im Schwarm mit anderen FRIEDEN-Wollenden – zu handeln. Das klingt religiös. Ich mag keine religiösen Muster.

Aber vielleicht kann FRIEDEN gelingen, wenn friedvolle Menschen ihre Überzeugungen ausschließlich für sich leben und ihre Überzeugung in eigener sittlich verantworteter Prüfung im Einklang steht mit den Werten der Menschheit (wie die Goldene Regel, Biophilie-Prinzip, Würde des Menschen ist untastbar …).

Ich meine, dass auch „friedvolle“ Menschen andere Menschen NICHT aktiv für FRIEDEN überzeugen oder missionieren dürfen. Dass FRIEDEN die Voraussetzung für alles, zu dieser Überzeugung muss jeder ganz allein kommen. Sonst wird es nicht funktionieren.

Und vor allem dürfen sie auch NICHT willens und fähig sein, sich für ihre Überzeugungen auf zu opfern und so zum Märtyrer zu werden! Weil so FRIEDEN NICHT gelingen kann. Deshalb wird keine Organisation und kein Projekt für FRIEDEN Erfolg haben und FRIEDEN bringen. Und so ist vielleicht sogar das von mir gewählte Symbol für FRIEDEN links oben kritisch zu hinterfragen.

Es ist für mich nicht einfach, meine komplexen Gedanken zu formulieren. Wenn ich ein wenig verständlich machen konnte, was mich bewegt, dann freue ich mich!

🙂 Und ich mache weiter mit der Suche nach dem eigenen FRIEDEN.

RMD

P.S.
Vielleicht ist das so ein Prozess, den wir Evolution nennen.

Roland Dürre
Montag, der 27. Oktober 2014

Toleranz & Religion

Zurzeit denke ich viel über Moral und Ethik nach. Auch weil ich entdeckt habe, dass in fast allen Entscheidungen fast aller Menschen die moralische Vorgaben dominieren. So auch gerade bei meinen falschen Entscheidungen.

Bis vor kurzem dachte ich, dass sich Entscheidungen auf Vernunft und Menschenverstand (Kopf, Ratio) und auf Intuition und Heuristik (Bauch) begründen. Das hatte ich mir auch für meine eigenen so gedacht.

Und jetzt stelle ich fest, dass ich doch öfters völlig (und folgenreich) daneben gelegen bin. Einfach weil ich meinte, „ich müsse so entscheiden, weil es sich so gehören würde.“ Oder mit anderen Worten weil ich unfähig (zu feig?) war, dem „Man macht das so“ oder dem „So geht das nicht“ zu widerstehen. Weil meine Entscheidungen (besonders die schlechten) so von Moral und Moralismen wesentlich beeinflusst wurden. Wie ich meine zu meinem und zum Nachteil Dritter.

In dem Hotpot der Philosophie finden sich neben Moral und Ethik auch oft schwer verdauliche Zutaten wie die „Religion“ oder die Tugend der „Toleranz“.

Denn:

„Religion ist uns heilig!“

und

„Man muss tolerant sein!“

Ich meine auch, dass Toleranz ein hoher Wert ist. Der Ethiker formuliert es so:

Sei immer tolerant!
Toleranz geht vor Moral!
Nur gegen Intoleranz sei intolerant!

Dabei könnte man dem Ethiker entgegnen, dass Intoleranz gegen Intoleranz ja auch schon wieder Intoleranz ist

Betrachten wir die Toleranz in der Praxis am Beispiel der Religion. So schützen Grundgesetz wie die Bayerische Verfassung die „Freiheit der Religionsausübung“ in ganz besonderem Maß, fast auffällig. Und das abgeleitete Gesetz verbietet streng die Verletzung „religiöser Gefühle“. Es fordert nicht Toleranz und Respekt ein, sondern in letzter Konsequenz die Unterwerfung vor den religiösen Gefühlen Dritter.

Diese Forderung geht mir zu weit. Wer will denn festlegen, was eine Religion und was keine Religion ist. Eine Masse verpflichtet sich absolut gegen durchaus hinterfragbare Annahmen und Regeln, die sie letzten Endes selbst erfunden hat. Dabei beruft sie sich auf eine besondere, höhere, externe und nicht erklärbare Instanz. Und gibt diesen „Glauben“ systemisch von Generation zu Generation weiter, was letzten Enden zur Entstehung von Systemen wie den Kirchen führt mit all ihren Vor- aber auch wesentlichen Nachteilen.

Aber wie will man denn entscheiden können, welche Art von zum System gewordenen Glauben überhaupt eine Religion ist? Und wer soll das tun? Lese ich die Kapitel zur Religion in der Bayerischen Verfassung genau nach, so gewinne ich den Eindruck, dass die Väter der Verfassung vor allem an die christliche Religion gedacht haben. Und auch nur an diese in der „besseren“ Variante.

Ist diese absolute Toleranzforderung für „religiöse Gefühle“ also wirklich akzeptabel? Gerade wenn die in ihrer Religion gefangenen Menschen sich im Besitz der absoluten Wahrheit zu wähnen und Dinge fordern oder machen, die im schlimmsten aber häufigen Fall gegen die Menschlichkeit sind?

Vielleicht ist deswegen der schöne Begriff der Toleranz zu einem „buzzword“ verkommen ist wie leider auch Freiheit, Gemeinwohl und Nachhaltigkeit.

Vor kurzem habe ich in einem Kommentar auf einem Blog Toleranz gefordert und diese als herausragende „Primärtugend“ bezeichnet. Und musste aus den Reaktionen lernen, dass es schon Ethiker gibt, die allen Ernstes eine „Toleranzpolizei“ fordern.

RMD

P.S.
😉 Das ist jetzt vorläufig mein letzter Post zu Moral und ähnlichem. Weil gegen Moral und Moralismen zu sein ja auch schon wieder Moral und moralisieren ist.

Ab morgen schreibe ich wieder, was mir so aus dem Alltag einfällt.

Roland Dürre
Freitag, der 17. Oktober 2014

Moral & Ethik vor Werte & Tugend ???

Viele Menschen in meiner kleinen Welt schätze und mag ich sehr. Manche davon meinen, dass Moral heißt „als guter Menschen den gemeinsamen Werten und Tugend folgend zu handeln“. Ich sehe die Moral ja nicht so positiv, deshalb entgegne ich ihnen dann:

Was ist denn Moral und Ethik? Was sind denn Werte und Tugenden?

Und bringe Beispiele und stelle die Frage, was denn da „moralisch“ richtig ist:

  • „Für Ordnung und Ruhe sein.“ oder „Für Freiheit auf die Straße gehen.“?
  • „Fortschritt und Veränderung sind gut und verlangen Opfer.“ oder „Fortschritt und Veränderung dürfen nie Selbstzweck sein“?
  • „Du musst zum Wählen gehen!“ oder „Man darf an der Urne aus Protest seine Stimme verweigern.“?
  • „Die Freiheit ganz selbstverständlich Autofahren zu dürfen ist ein Grundrecht!“ oder „Komplett aufs Auto verzichten, weil beliebig Ressourcen zerstört werden, ist eine Grundpflicht.“?
  • „Jeder soll so viel Fliegen wie er Lust hat!“ oder „Das Flugzeug darf man nur als Ultima ratio nehmen.“?
  • „In der Sexualität darf Freiheit beliebig ausgelebt werden.“ oder „Man darf es nur mit einem Partner und sollte da nur eingeschränkte Sex-Praktiken haben“?
  • „Frauen dürfen sich locker bekleiden.“ oder „Frauen müssen schamhaft verhüllt sein!“?
  • „Prostitution muss verboten werden!“ oder „Fairness für sich Prostituierende fordern.“?
  • „Frauen müssen lange Haare tragen, Männer kurze!“ oder „Jeder darf seine Haare so lange tragen, wie er es will!“?
  • „Entfernung von Körperbehaarung ist hygienisch und schön!“ oder „Entfernung von Körperbehaarung ist unmoralisch (!)?
  • „Kurze Hosen sind auch im Business ein normales Kleidungsstück.“ oder „Anzug und Krawatte gehören sich im Business!“?
  • „Streiken ist ein NOGO, wenn es die Öffentlichkeit schädigt.“ oder „Streiken ist eine gesellschaftliche Pflicht.“?
  • „Man muss sein Grundstück einzäumen.“ oder „Man darf keinen Zaun um seinen Grund errichten.“?
  • „Jeder muss bereit sein für sein Vaterland zu sterben!“ oder „Desertiere wenn Krieg droht!“?

Beispiele dieser Art lassen sich beliebig viele finden.

Aber WER kann, soll, muss, darf denn bestimmen, was hier falsch und richtig ist?

Die Ethik versucht das. Sie will zwischen verschiedenen moralischen Standpunkten vermitteln. Indem Sie einen zur Gesellschaft und in die Zeit passenden Konsens sucht und diesen rechtfertigt. Aber auch ihr gelingt das nie.

Es gibt sogar „Ethik-Kommissionen“, die die schwierigen Fragen des Lebens beantworten wollen und sollen. An Stelle von Konsens werden dort aber immer nur Kompromisse gefunden, die so schal wie ihre Begründungen sind. Die gefundenen Kompromisse jedoch werden in den Stand einer „neuen“ Moral erhoben.

Moral entlarvt sich fast immer als von Interessen (sei es bewusst oder unbewusst) getriebene Besser-Wisserei. „Man“ weiß doch, was richtig und falsch ist. „Man“ ist im Besitz der „Wahrheit“ und schreibt anderen vor, was sie zu tun haben. „Man“ erhebt sich so über seine Mitmenschen.

Ich meine, dass „Moral“ vor allem Feindseligkeit und Frust generiert – und Trotz bewirkt. Die „Moralischen Regeln“ nähren sich zu oft aus fragwürdigen Quellen wie Religionen und ihren Äquivalenten. Die kollektiven Konstrukte von Systemen, die sich mit ihre Dogmen über die Menschen setzen, bestimmen was „moralisch“ ist und was nicht. Und die Folgen sind Hass, Streit, Zank, Angst, Intoleranz – und Krieg! Im Großen wie im Kleinen.

Das sind so meine Argumente gegen die Moral-Gläubigkeit vieler Menschen. Ich verstehe aber die Befürworter der Moral gut. Denn verlässt man den Glauben an die Moral, so ist es als ob einem der Lebensteppich weggezogen wird. Sind wir doch alle „moralisch erzogen“ worden und in unserem Moralismus mehr oder weniger gefangen.

Verlassen wir den Schutzanzug der Moral, so müssen wir uns auf die Suche nach persönlichem Sinn und Wirken begeben. Und es ist nicht immer ganz einfach, das Gefundene mit der gesellschaftlichen Realität (und deren Moral) in Einklang zu bringen.

RMD

P.S.
Diesen Artikel habe ich für die Community „Strategische Moral“ in Google+ geschrieben.

Roland Dürre
Dienstag, der 14. Oktober 2014

Gegen Beschneidung aller Art! Oder: Ekel stärker als Menschlichkeit?

Groß war die Aufregung vor nicht allzu langer Zeit. Ein Grundsatzurteil hatte die Beschneidung für ungesetzlich erklärt. So waren Beschneidungen strafbare Handlungen. Das ging aber nicht, denn „man“ musste ja auf „religiöse Gebräuche“ und „Religionsfreiheit“ Rücksicht nehmen. So wurde ganz schnell ein neues Beschneidungs-Gesetz verabschiedet werden, das es erlaubt, in Deutschland Beschneidungen aus religiösen Gründen wieder durchzuführen.

Und jetzt ist wieder ganz ruhig. Wie ich finde zu ruhig. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht, ob das Gesetz in der Tat verabschiedet wurde oder ob man nur jetzt so jetzt handelt darf, weil man meint, man hätte es verabschiedet. Auch weil seither so viele neue Gesetze gekommen sind und unsere „großen Koalition“ wie auch die EU fleißig ein Gesetz nach dem anderen verbricht.

Mir geht es aber gar nicht um Gesetze, sondern mehr um Menschlichkeit. Um gesunden Menschenverstand, um Philosophie und Psychologie. Die beschäftigen sich mit Tabus, die ja in unserem Leben als Regeln eine wichtige Rolle spielen. Sexuelle Handlungen eines Vaters mit seiner Tochter sind zum Beispiel tabu. Das hat die Natur gut eingerichtet. In diesem Fall ist das Tabu nützlich, um eine ungünstige Form von Vermehrung (Inzucht) zu vermeiden.

Kannibalismus ist auch ein Tabu. Der Gedanke, Menschenfleisch zu Essen, erzeugt in der Regel Ekel, individuell und kollektiv. Ein Tabu, das wie vermute daher kommt, weil wir wahrscheinlich auch selbst nicht gefressen mögen werden.

Wenn ich mich richtig erinnere, wurde das neue „Beschneidungsgesetz“ mit hohem Tempo durchgeboxt. Die Begründung hieß: „Dem Religionsfrieden zu Liebe!“. Es war wieder mal eine alternativlose Situation. Wobei ich mich immer frage, warum wir noch Parlamente und Politiker brauchen, wenn die gesellschaftlichen Entscheidungen eh alternativlos sind?

In der Diskussion damals finde ich viele Argumente gegen dieses Gesetz. Es passt nicht zu einer entwickelten Gesellschaft und ist mit einem Rechtsstaat nicht vereinbar. Es wirft Aufklärung und Menschlichkeit wesentlich zurück. Den meisten Menschen in unserem Lande scheint das leider gleichgültig zu sein. Sie sind davon ja nicht betroffen. Und die archaischen Gepflogenheiten von Religionsgemeinschaften sind den meisten auch ziemlich egal.

Wahrscheinlich wäre das ganz anders, wenn die Beschneidung gegen ein wirkliches Tabu verstoßen würde und nicht nur Leben beschädigen. 

Deshalb konstruiere ich jetzt mal künstlich so eine Situation. Um die Absurdität sowohl unseres gesellschaftlichen Denkens wie auch von religiöser Beschneidung klar zu machen, verlängere ich die religiöse Beschneidungszeremonie in Gedanken ein wenig.

Und nehme mal an, dass es einen ganz frisch entdeckten Stamm in Afrika gibt, der seine Kinder – Knaben wie Mädchen – beschneidet. Bei den Buben wie in manchen Religionen und Kulturkreisen üblich ganz „normal“, bei den Mädchen – um hier die Grausamkeiten einzuschränken – die harmlose Variante (bei der nur die äußeren Schamlippen entfernt werden). Das an sich aber auch schon grausam und völlig sinnlos ist.

Jetzt konstruiere ich bewusst weiter und nehme an, dass bei diesem angenommenen Stamm das bei der Beschneidung gewonnene Fleisch in die Festsuppe gemischt und von der Festgesellschaft verspeist wird. Um irgendeinem Aberglauben zu huldigen.

Und plötzlich kommt der Ekel über uns. Ein Aufschrei der Entrüstung würde durchs Land gehen. Nicht wegen der Beschneidung, die ja keinen interessiert. Sondern weil etwas passiert, das als absolut „widerlich“ und „unnatürlich“ empfunden wird. Als völlig unmoralisch …

Und alle wären dafür, diesem kleinen Stamm in Afrika ganz schnell klar zu machen, dass es so nicht geht und er sein unglückseliges Treiben beenden muss. Auch wenn es traditionell seit Jahrtausenden stattfindet.

Mit diesem vielleicht von manchen Lesern als geschmacklos empfundenen Beispiel will ich nur klarmachen:

Nicht die Grausamkeit der Beschneidung von Kindern und der lebenslängliche Schaden für die Betroffenen kann die Menschen aktivieren. Der Ekel jedoch würde die Menschen aber sofort auf die Barrikaden bringen.

Und das finde ich schlimm.

Und noch entsetzlicher finde ich es, wenn am Schluss „Beschneiden“ als moralisch hingestellt wird. Und wir fast schon wieder so weit sind.

Im übrigen:
Besagtes „Beschneidungsgesetz“ hätte man auch anders machen können. So wie früher mal bei der Abtreibungs-Reform. In dem man die Beschneidung als ungesetzlich beibehalten hätte, sie aber in religiösen Fällen unter gewissen Voraussetzungen von Bestrafung freigestellt hätte. Also ein klares Verbot mit Ausnahmen bei der Tatverfolgung. Dann wäre zumindest die Unrechtmäßigkeit der Tat festgestellt.

RMD

Noch ein paar Anmerkungen zum Thema:

P.S. 1
In Ägypten ist jede zweite Frau zwischen 16 und 30 beschnitten. Was machen die „Hüter der Freiheit“ im Westen?

P.S. 2
Die Entsorgung der Ergebnisse der Beschneidungszeremonie ist meines Wissens in Deutschland übrigens nicht besonders geregelt. Wahrscheinlich ist das dann medizinischer Abfall.

P.S. 3
Das Essen von Menschenfleisch ist ein Tabu. Trotzdem werden Menschen, die in Notsituationen (Flugzeugabsturz) die Leichen ihrer Gefährten aufgegessen haben um das eigene Leben zu erhalten, auch schon mal als Helden beschrieben.

P.S. 4
In Peking habe ich mal Ente gegessen. Das Gehirn der Ente war die große Spezialität und dem Ältesten vorbehalten. Ich war der Älteste. Dank der Freundschaft meiner Gastgeber wurde toleriert, dass ich das Gehirn nicht gegessen habe.

Roland Dürre
Freitag, der 4. Juli 2014

Adam und Eva

AdamundEva-M._v._Heemskerck-Musée_des_Bx-Arts_Strasbourg-Gédéon-Adam_Eve-Ausschnitt_2Adam und Eva waren ja – unserem westlichen Mythos folgend – die ersten beiden Menschen. Und die beiden haben für uns alle das Paradies verschusselt – so die Saga. Weil sie zu gierig waren und sich von der als Schlange verkleidetem Teufel verführen ließen. So habe ich die Geschichte nach meiner Erinnerung in der Schule gelernt.

Zu diesem Thema habe ich vor kurzem einen netten Witz gehört. Der geht so:

Person A: Was wäre, wenn Adam und Eva Chinesen gewesen wären?

Person B: Weiß ich nicht.

Person A: Wir wären noch im Paradies!

Person B: Wieso?

Person A: Weil die beiden die Schlange gegessen und den Apfel links liegen gelassen hätten
(Der Adam hätte die Schlange gefangen und die Eva sie gekocht). …

Leider ist die Pointe schon fast zu zwingend …

Dafür kann ich aus diesem Blickwinkel auch der „Adam & Eva-Story“ etwas Positives abgewinnen. Ist sie dann doch eine schöne Metapher für verblüffend einfache aber sehr wirksame Lösungen.

🙂 Mann muss nur im richtigen Moment das Richtige machen!

Und sie lehrt auch, dass Gier immer ein schlechtes Leitmotiv ist.

RMD

P.S.
Das Bild ist von der Wikipedia-Seite. Hier auch die Anmerkung von dort zum Bild_
Adam und Eva (Maarten van Heemskerck, Musée des Beaux-Arts de Strasbourg). Man beachte die Hervorhebung des Geschlechtsunterschieds durch die Verwendung verschiedenfarbiger Inkarnate.

P.S.1
Eine gute Freundin in meinem Alter hat mir glaubhaft berichtet, dass für sie das Thema mit Adam und Eva und manch religiösem mehr in der zweiten Klasse Volksschule (so hieß das damals noch) im Alter von 12 vorbei war. Da hat sie den Religionslehrer erzählt, dass sie gehört hätte, dass die Menschen von den Affen abstammen würden und ihn ganz unschuldig gefragt, wie sich das mit Adam & Eva vertragen würde.

Und sie war sehr überrascht, dass sie als Antwort ganz wortlos eine ziemlich kräftige Watschen bekam. Seitdem wollte sie dann von Religion nichts mehr wissen.

Ich hatte es da besser, habe ich doch als Kind im Religionsunterricht gelernt, dass nur das neue Testament gelten würde und man den Rest nicht so ernst nehmen dürfe. Und intuitiv habe ich Adam & Eva dann ins alte Testament verlegt.

Roland Dürre
Freitag, der 22. November 2013

Indische Götter

Hier noch eine kleine Nachlese zu meiner Reise durch Indien, von der ich vor knapp zwei Wochen zurückgekommen bin.

shiwaDie Religiosität der Inder – soweit ich diese durch unsere Guides und eigenes Beobachten vermittelt bekommen habe – verwirrt mich. Offensichtlich gibt es in Indien sehr viele Götter.

Da gibt es natürlich böse und gute. Es gibt „Gebrauchs-Götter“, die man für einen bestimmen Zweck nutzt. Zum Beispiel, damit man als Kaufmann zu Wohlstand gelangt oder als Dieb nicht erwischt wird. Manche Götter scheinen nur aus Luxus dazusein. Man braucht sie nicht, aber sie sind ganz beeindruckend. Für die Liebenden soll es auch ganz romantische geben.

Die Götter stehen auch immer irgendwie in einem Bezug zu einem oder mehreren Tieren. So wurde mir berichtet, dass sich im Magen einer Kuh mehr als drei Millionen Götter befänden, die alle gleichwohl irgendwie verschieden wären.

Ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass Inder sich gelegentlich auch ihren eigenen Gott kreieren. Diesen Gedanken finde ich sympathisch – sich einen „do it yourself“-Gott genau für die persönlichen Bedürfnisse zu schaffen. Sind wir doch alle einzigartig und haben unsere ganz eigene persönliche „Welt“, warum dann nicht auch einen privaten/persönlichen Gott haben?

Oft habe ich den Eindruck, dass man in Indien religiös sehr frei ist. Allerdings gibt es da auch die Christen und den Islam. So sahen wir in Südindien ganz viele Kirchen. Dies ganz besonders in den Gebieten wie GOA, in denen der portugiesische Einfluss sehr stark war. Die christlichen Götter sind vor allem Jesus und Maria, man findet viele Darstellungen von diesen, oft in rührend kitschiger Anmutung.

Den Islam habe ich vor allem bemerkt, weil ich überall nachts den Ruf des Muezzin zum Gebet gehört habe. In islamischen Gebieten sind dann in meiner Wahrnehmung weniger Frauen auf den Straßen und wenn dann überwiegend in der Burka. Kopftücher habe ich nicht so häufig gesehen. Der süd-indische Islam scheint also eher eine strengere Variante zu sein. Gottesabbildungen sieht man hier natürlich nicht.

RMD

P.S.
🙂 Das Bild zeigt meinen Büro-Gott Ganesh. Er steht in meinem Vorstandszimmer und hilft, dass die Geschäfte der InterFace funktionieren.

Roland Dürre
Donnerstag, der 7. November 2013

Philosophische Übungen in Indien

Auf unserer Indien-Reise schaue ich meiner Tochter zu, wie sie sich auf eine „Philosophie-Klausur“ vorbereitet. Um mein Wissen zu testen, stellt sie mir Fragen aus ihrem Lehrbuch. Zum Beispiel:

„Was ist der Nutzen der Philosophie?“

So ganz spontan fällt mir da keine richtige Antwort ein. Ich passe lieber mal, bevor ich etwas Falsches sage. Sie gibt mir die wohl offiziell richtige Antwort aus ihrem Schulbuch:

„Die Philosophie lehrt uns, wo wir herkommen, wo wir hingehen und wer wir sind“.

Das stimmt doch nicht, denke ich mir. Wenn man diese Definition im Wortsinne präzise liest, so ist sie doch völlig falsch. Die Philosophie trägt doch zu diesen Fragen keine konstruktiven Antworten bei. Diese Definition erscheint mir als mindestens „vor-darwinistisch“. Ich betrachte die drei Fragen mal näher.

„Wo kommen wir her?“
Gibt es da nicht Wissenschaften, wie Anthropologie und Biologie oder die Evolutionswissenschaft, die die Entwicklung der Menschen aus den „Menschenartigen“ erklärt. Ist bei dieser Frage nicht mehr die Archäologie und die Erforschung der menschlichen Geschichten gefragt, denn als die Philosophie? Vielleicht kann hier sogar die „Religions-Geschichte“ helfen. Und absolut gesehen natürlich auch die Physik, wenn sie sich mit dem Urknall beschäftigt. Gemeinsam mit ihrem mächtigen Partner, der Mathematik.

„Wer sind wir?“
Auch hier sehe ich wenig Raum für die Philosophie. Hier suche ich die Antwort eher bei Psychologie, Gehirnforschung und vielleicht auch Soziologie, wenn es um menschliche Gemeinschaft geht.

„Wo gehen wir hin?“
Als Jugendlicher wollte ich mal Zukunftforscher werden. Das war zu der Zeit, in der ich begeisterter Leser von Science Fiction-Literatur war. Ich dachte mir, dass es sehr spannend wäre, aus dem „kybernetischen“ Verständnis komplexer Abläufe der Gegenwart und Vergangenheit Zukunftsprognosen zumindest in Form von möglichen Varianten zu erstellen. Bin dann aber als Student bei der Mathematik gelandet.

Heute soll es ja so etwas geben wie Zukunfts-Forschung und -Management. Wobei mir vor kurzem ein „Zukunfts-Manager“ (der gutes Geld damit verdient) gesagt hat, dass die Zukunftsforschung eigentlich nur ein Missverständnis wäre, denn man könne die Zukunft nicht erforschen. Wohl könne man sie aber „Managen“. Ich kann dazu nichts sagen, außer dass ich „Zukunfts-Forscher“ kenne, die mit ihrer Beratungsarbeit auch (sehr) gutes Geld verdienen.

Man sieht, wir haben so viele wissenschaftliche Disziplinen, die sich mit uns Menschen und unserem Leben beschäftigen. Ich nenne sie gerne die „Lebenswissenschaften“. Und wie immer sollten die zusammen arbeiten und sich ergänzen.

Aber was ist dann der Auftrag der Philosophie? Ich meine, dass die Philosophie das menschliche Denken schärfen soll. Uns zu lehren, wie wir klug die Dinge hinterfragen können.

Die Philosophie sollte eine angewandte Wissenschaft sein. Die Professoren sollten dies wollen. Sie müssten es so schaffen, dass möglichst viele Menschen in die Lage versetzt werden, eine hohe eigene Urteilsfähigkeit zu entwickeln.

Insofern sehe ich die Philosophie vor allem als eine Wissenschaft, die die Menschen ausbilden muss. Und die dann von den ausgebildeten Menschen weiter entwickelt wird. Wir brauchen Sie, damit wir uns sinnvoll zwischen unseren individuellen und kollektiven Bedürfnissen bewegen können. Damit wir mehr richtige denn falsche Bewertungen erzielen und so in die Lage kommen, mehr gute als schlechte Entscheidungen und Handlungen zu begehen.

In der letzten Zeit war die Philosophie zumindest in Europa der Träger der Aufklärung. Das ist für mich eine ihrer wichtigen Aufgaben.Philosophie muss auch weiter ein Ringen um Aufklärung beinhalten. Sie soll uns lehren, die Dinge zu hinterfragen. Denn die Aufklärung ist und wird nie abgeschlossen sein.

🙂 Im Internet würden wir sagen, wir in Europa erleben gerade „Aufklärung 4.0“.

Bei der Philosophie geht es um das Streben nach Erkenntnis durch Denken. Die Philosophie wird sich so auch immer mit Dingen wie Moral und Ethik beschäftigen. Vielleicht kann sie die negativen Seiten, die wir in allen Religionen finden, ein wenig zurückdrängen. Mag sein, dass Philosophie Menschen helfen kann, ihren eigenen und humanen Gott oder das Göttliche in sich selbst zu finden

Dann wäre die Philosophie eine wunderbar nützliche Wissenschaft, die den Elfenbeinturm, in dem sie sich selbst eingesperrt hat, verlassen kann. Deshalb ärgert es mich, wenn im bayerischen Schulunterricht die Philosophie so gedankenlos als die Wissenschaft des „Wo kommen wir her, wo gehen wir hin, wer sind wir?“ definiert wird. Das ist zu einfach

Sogar wenn diese ja fast schon religiöse Definition von Philosophie im Schulbuch nur als Metapher gemeint wäre, macht sie keinen Sinn. Viel zu oft werden unsinnige Aussagen dadurch entschuldigt, dass sie doch nur „metapherhaft“ gemeint wären.

Denn aufbauend auf Geschichten, die das kollektive Denken von Menschen erschaffen hat und derer spitzfindiger und einseitiger Interpretation kann man doch keine absolute Wahrheiten ableiten und Moralismen entwickeln. Das passiert in der Religion und genau davor muss die Philosophie sich hüten.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 10. Oktober 2013

Rupert Lay, Ethik und Konstruktivismus

Nach ein wenig Pause hat Rupert wieder einen langen Vortrag gehalten. Es war am 7. September 3013 in Frankfurt. Er hat ihn für seine Freunde und den Ronneburger Kreis erarbeitet, ich habe mich sehr gefreut, dabei sein zu dürfen.

Eilika Emmerlich hat die  Aufnahme des Vortrages organisiert und gemeinsam mit Studio Pieper die Produktion realisiert.

So freue ich mich, dass ich zwei brandneue Videos von diesem Vortrag von Rupert Lay veröffentlichen darf. Wegen der Länge des Vortrages sind es zwei Videos geworden, denn Rupert hat viele Erkenntnisse seines Lebens an diesem Tag in einem Vortrag verdichtet.

Hier sind

Teil 1

und

Teil 2

Viel Freude und Gewinn beim Anschauen!

RMD

P.S.
Und am 29. März 2014 will Rupert Lay wieder für uns sprechen.

Roland Dürre
Donnerstag, der 9. Mai 2013

Die Tugenden der Zukunft

😉 Man verzeihe mir diesen Artikel zu Christi Himmelfahrt – mittlerweile besser bekannt als „Vatertag“. Ich habe aber gerade wieder mal erlebt, wie Menschen traumatisiert werden, weil andere Menschen (und deren soziale Systeme) meinen, dass sie im Besitze der absoluten „Wahrheit“ wären. Das tut mir weh. Deshalb schreibe ich wieder mal einen Appell zu Tugenden und Untugenden. Auf die Gefahr dass ich mich über meine eigene Kompetenz erhebe.

Ich zweifle, ob es „die Wahrheit“ überhaupt geben kann. In unserer menschlichen Beschränktheit verfügen wir nur über Gewissheiten, die mit dem radikalen Begriff der Wahrheit überhaupt nichts zu tun haben.

Aber unsere Gewissheiten sind es, mit denen wir Menschen uns nur zu oft gegenseitig quälen. So hoffe ich, dass die Zeit von solchen Wahrheitsansprüchen irgendwann mal vorbei sein wird. Genauso wie ich meine, dass Begriffe wie Schuld, Moral oder gar Rache auch langsam ausgedient haben sollten.

Leider wird immer noch vermeintliche Wahrheit in Dogmen gegossen und dann von möglichst allen Mitmenschen oft mit psychischer Gewalt eingefordert. Und die daraus folgende Moralisierei schafft Leiden und macht viele von uns unglücklich bis krank. Das ist schlecht!

Die wichtigen Tugenden für ein in Sozialität verantwortetes Leben sind Toleranz, ethisches Handeln im Sinne von humanem Entscheiden abgeleitet von gemeinsam und sittlich verantwortet übernommenen Werten, Transparenz und dies alles gepaart mit Zivilcourage (Bürgermut)!

So glaube ich, dass Menschen eigentlich nur autonom und trotzdem sozialverträglich in Gemeinschaften leben wollen. Und menschliches Glück eigentlich nur heißt, dass der Spagat zwischen Individualität und Kollektivem gesund gelingt. Und den Rest sollte man autonom mit Respekt, Vernunft und gesundem Menschenverstand erledigen!

Dann kommt auch der Mut und die Freude am Leben wieder.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 2. Mai 2013

Nicht nur die großen Abenteuer finden im Kopf statt

Ethik und Aufklärung sind auch nur eine Art von Glauben

Das hat mich schon eiskalt getroffen.

Ich dachte immer, ich würde nicht glauben. Würde alles in Frage stellen und Aufklärung und Vernunft folgen. Würde versuchen „ethisch“ zu handeln. Ethisch im dem Sinne, dass ich versuche Entscheidungen einer Güterabwägung zu unterwerfen, die einem von mir sittlich verantwortetem Wertesystem folgt. Also einem Wertesystem, das ich mir bewusst erarbeitet habe und bei dessen Erarbeitung ich darauf geachtet habe, dass dieses mit dem Weltkonsens, der sich z.B. in der Goldenen Regel oder in der UNO-Charta findet, kompatibel ist. Und bei dem Werte wie Toleranz und Zivilcourage sehr wichtig sind.

Und dann ist mir aufgefallen, dass diese meine Gewissheit auch nur ein Glaube ist. So habe ich an etwas geglaubt, so wie etwa die Christen, Juden, Moslems an einen personalisierten Gott glauben, so wie Menschen anderer Religionen an andere Götter oder allgemein etwas Höheres glauben. Oder so wie die Atheisten halt glauben, dass es eben keinen Gott gibt. Und wahrscheinlich schon bald eine atheistische Religion gründen werden. Was ich zwar logisch finde aber doch auch ein Widerspruch in sich ist.

Die Gottesfrage habe ich mir übrigens nie gestellt. Zumindest solange nicht wie ich mich erinnern kann. Einfach weil mir klar war, dass ich solchen Themen nicht kann. Wußte ich doch, dass ich nichts weiß.

Heute würde ich sagen „Ich glaube, dass ich nichts weiß“. Ich weiß ja nichts und kann ja gar nichts wissen … Findet ja alles nur im Kopf statt. Und wie soll ich wissen, ob es etwas gibt, dass wir Menschen ja selber erfunden haben?

Ein Teil meines Glaubens ist auch, dass es keine Wahrheit gibt. Weil auch die Wahrheit nur im Kopf statt findet. Und nicht nur, dass es in den Köpfen sehr chaotisch zu geht. Nein, der Kopf hat zwar viel Fantasie, aber für die Realität ist er wohl zu begrenzt. Wie sollen da Wahrheiten herauskommen – wenn wir eh alles nur selber erfunden und empfunden haben?

So meine ich heute zu wissen, dass alles was wir meinen zu wissen, nur ein Glaube ist, sozusagen eine Art von Religion. Und mir  bleibt nur die Hoffnung, dass mir mein Glaube – an Aufklärung und Vernunft (die es ja wahrscheinlich auch nicht gibt, weil es ja auch nur unsere Erfindungen sind) – mir  persönlich mehr hilft als der Glaube anderer. Besonders wenn diese mir (und uns) ihren Glauben immer wieder aufzwingen wollen – und mit Strafe drohen, wenn wir ihn nicht annehmen.

Die zweite Hoffnung ist,  dass mein Glaube an Aufklärung, Ethik und Vernunft vielleicht ein klein weniger humaner und sozialer ist, als die Glaubensvarianten, die sich auf dieser Welt so tummeln.

Von der Illusion, dass Aufklärung und Vernunft und Ethik Wahrheit wäre, habe ich aber Abschied genommen.

RMD

P.S.
Das war jetzt so ein Text, wie er nur auf einsamen Zugfahrt entsteht, diesmal von München nach Stuttgart.