Roland Dürre
Donnerstag, der 8. März 2018

SPORTSOLDATEN in der SCHROTTARMEE

Während der Winter-Olympiade 2018 in Südkorea war ich in der Antarktis. Das ist keine schlechte Idee, wenn man dem kommerziellen Olympia-Terror entgehen will.

Roland in der Antarktis als Teilnehmer der Olympischen Sportart Hot Dog Pølser (original dänische rote Würste) speisen und Bier trinken.

Wenn man sich dem Rummel in den Medien nicht hingeben will, nicht ganz so „national“ eingestellt ist und weder die einzelnen Medaillen noch den 2. Platz der BRD (DEUTSCHLANDS) im Medaillenspiegel der komischen „olympischen“ Winter-Sportarten bejubeln will, dann ist es eine gute Idee, während solcher „sportlicher“ Großereignisse an einen möglichst weit entfernten Ort zu flüchten.

Da werden Sie sagen:
„Was willst Du denn nur schon wieder! Unser „DEUTSCHLAND“ war doch mal wieder richtig erfolgreich! Das ist doch etwas, auf das kann man als Deutscher nur stolz sein.“

Früher war das schlimmer:
In meinen jungen Jahren im letzten Jahrtausend wurde Menschen wie ich auf gerne mal als „Vaterlandsverräter“ tituliert, wenn sie bei der kollektiven Olympia- und WM-Euphorie nicht so richtig mit machen wollte. Besonders daneben war es, wenn man die Erfolge der DDR-Volksarmisten bewundert hat. Weil die ja eh alle gedopt waren.
Insofern ist die Welt schon besser geworden …

Ja, wir sind zweiter geworden!

1 Norwegen Norwegen  14  14  11  39
2 Deutschland Deutschland  14  10  7  31

Allerdings nur zweiter, wenn man bedenkt, dass Norwegen gerade mal 5,3 Millionen Einwohner hat! Wir, die große Nation D haben 82,7 Millionen Einwohnern. Und trotzdem 8 Medaillen weniger (4 Silberne und 4 Bronzene). Ist das nicht peinlich? So relativiert sich der Erfolg.

Schauen wir mal genau hin:
Erfolgreich (oder eigentlich als zweiter eher der Verlierer), das waren nicht wir. Das war der deutsche Zoll, die deutsche Bundespolizei und die deutsche Bundeswehr.

Ich dachte immer, dass der Zoll unsere Waffe im aufkommenden Handelskrieg mit den USA des Mr. Trump ist. Und dass die Bundespolizei wichtige Aufgaben hat wie z.B. die Menschen auf Christkindelmärkten vor Selbstmordattentätern schützen.

Und dass die Bundeswehr für die Abschreckung zuständig ist? Und dann noch unseren NATO-Partnern wie der Türkei beistehen und nebenher auch noch ein paar UNO-Sanktionen und -Einsätze qualifiziert abwickeln soll? So dachte ich.

Alles falsch! Die drei Einrichtungen sind anscheinend für Olympia-Medaillen zuständig. Wie man hört, war sogar die Bundeswehr sehr erfolgreich mit dabei. Bei der doch angeblich nichts funktionieren soll? Man sieht, man darf eben nicht alles glauben, was man so liest.

Zusammenfassend ergibt sich: Gut 100 von unseren 154 Olympiateilnehmern in Pyeongchang sind beim Staat beschäftigt (Polizei, Bundespolizei, Bundeswehr oder Zoll – Quelle).

Quelle rp-online.de

Diesmal hat sogar unsere Eishockeymannschaft „Silber“ geholt. Das waren 25 Profis (Quelle Wikipedia), die aber im Medaillenspiegel nur eine Medaille bekommen! Ist doch auch ungerecht, oder?

Wobei sich die Frage stellt, wer denn der 26. Profi war (siehe Graphik oben).

Wenn ich die 26 Profis abziehe, dann stelle ich fest, dass von 128 Teilnehmern gut 100 Staatsbedienstete sind, das sind dann gut 78 %. Somit haben Zoll, Polizei und BW eine satte 3/4-Mehrheit …

Und ich ärgere mich:
Habe ich doch meinem Vorsatz gebrochen und schon wieder  etwas belangloses geschrieben.
Und hoffe mal,
dass mir wegen diesem belanglosen Artikel nicht „Verrat am Vaterland“ vorgeworfen wird.

RMD

P.S.
Wenn ich es richtig weiß, waren auch die norwegischen Olympia-Helden überwiegend bei der dortigen Armee.

🙂 Ich habe ja versprochen, mehr über Sex und elektrische Fahrräder zu schreiben. Deshalb erzähle ich heute meine Erfahrungen mit meinem eWMe 627 von CONWAY.

Von unserem eCargo habe ich ja schon berichtet. Nicht nur, dass beim Einkaufen das Auto plötzlich aber auch gar keine Alternative mehr ist, auch für die Enkel und Freizeit-Aktivitäten ist das Cargo zum beliebtesten Fahrzeug der ganzen Familie geworden. Und mich hat unser eCargo auf den „elektrischen Geschmack“ gebracht.

Mein E-Enduro mit 160-mm-Fahrwerk, das Conway eWME 627 als zweites E-Bike in der Familie.

Früher war ich oft mit dem Mountain Bike in den Bergen. Bergauf war ich nie der Schnellste. Die letzten Jahre bin ich natürlich auch nicht schneller geworden.

Insofern wurde das doch sehr geliebte Radeln in den Bergen zu zweit oder in kleinen Gruppen schwieriger. Meine jüngeren und sportlicheren Begleiter mussten immer ziemlich lange auf den Gipfeln warten, bis ich dann auch angeschoben kam. Das ging nicht nur mir auf die Nerven.

Dann stand der Sommer vor der Tür – und damit das jährliche Radeln in den Bergen des Peloponnes (in der Gegend von Gythio und Mani). So entschloss ich mich bei unserem Stamm-Händler (Dully’s BIKESTATION) ein elektrisches Mountain-Bike Probe zu fahren.

Um es kurz zu machen: Ich war begeistert. So habe ich mir eins gekauft und jetzt macht mir das Mountain-Biken wieder so richtig Spaß. 2017 in Griechenland bin ich dann gleich das Doppelte an Kilometern (und auch Höhenmetern) geradelt wie in den Jahren davor.

Zum Rad und zur Technik:
Mein eCargo hat ja einen Heckmotor (GoSwissDrive), eine einfache Kettenschaltung und im Vorderrad einen Nabendynamo. Heckantrieb finde ich für ein Cargo ideal, die Kette wird nicht übermäßig belastet und dank des Nabendynamos ist es auch nachts uneingeschränkt gebrauchstüchtig, auch wenn die Batterie leer oder nicht dabei ist.

Bei meinem Mountain-Bike ist es anderes. Es hat einen Mittelmotor von Shimano an der Kurbel.  SHIMANO STEPS MTB ist ein System von E-Bike-Komponenten (Motor, Batterie, Steuerung, Reichweitenrechner …), das extra fürs Mountain-Biking entwickelt worden. Die selben Räder gibt es auch mit Bosch-Technologie, bei der Probefahrt gefiel mir aber das Shimano-System wegen einer verzögerungsfreien Unterstützung und der Abstimmung besser.

Das Herz des Steps-System ist genau wie bei Bosch der Mittelmotor. Er wie 2,8 kg und ist wo wohl einer der leichtesten Motoren auf dem Markt. Der Mittelmotor sitzt in Kurbel, im Gegensatz zum Hinter- oder Vorderradantrieb ist es kein „direct-drive“ sondern verfügt über ein Getriebe. Man kann auch gut „ohne Strom“ fahren, der Motor bremst nicht, man hat nur das höhere Gewicht aufgrund von Motor und der Elektrik.

Das dürfte auch der Grund sein, dass Mittelmotoren immer ein leicht „schabendes Geräusch machen. Relativ leise sind da wohl nur der Motor von Impulse und Brose, alle anderen Motoren (neben Bosch gibt es mittlerweile viele Anbieter, besonders aus Asien) sind wesentlich lauter als „direct-drive“-Antriebe, die man wirklich nicht hört. Man hat auch immer ein leichtes „Ruckeln“, wenn der Motor sich zur Unterstützung einschaltet, ganz im Gegensatz zu den „direct-drives“ im Hinter- oder Vorderrad.

Trotzdem meine ich, dass der Mittelmotor der richtige Antrieb für Mountain-Bikes ist. Das Gewicht von Motor und Batterie sitzt sehr nahe an der Kurbel. Das ist in steilem Gelände bergab wie bergauf durchaus ein Vorteil.

Die meisten elektrischen Mountain-Bikes verfügen über eine einfache Kettenschaltung (ein Zahnrad vorne und ziemlich viele Ritzel hinten), bei meinem Conway ist es die mechanische Shimano XT.  Ein Nachteil könnte sein, dass beim Mittelmotor die gesamte Kraft (Mensch und Motor) auf die Kette und die Schaltung gehen, beim Mountain-Bike ist das nach meiner Meinung aber auch zu vernachlässigen, da muss man eh Kette und Ritzel öfters austauschen.

Reichweite

Immer wieder werde ich gefragt: „Wie weit fährst Du mit einer Akkuladung?“. Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Natürlich hängt die Reichweite von Parametern ab wie der Steigung, die die Strecke für den Radler vorhält. Lange Aufstiege am Stück brauchen mehr Strom als wenn es hoch und runter geht. Wichtig ist die Trittfrequenz des Radlers (wenn ich mich richtig erinnere sollte man da deutlich über 60  je Minute fahren). Und natürlich den Modus, den man wählt.

Bei STEPS gibt es drei Fahrstärken: ECO, TRAIL und BOOST. Wenn man Strom spart und ECO fährt und bei Abfahrten den Motor ausstellt (STEP kann ja aufgrund des Pinzips „Mittelmotor“ nicht rekuperieren, also macht es den Antrieb abzuschalten und wenn man nicht tritt gibt es natürlich auch NULL motorenbedingten Widerstand) dann ist die Reichweite in der Regel über 100 km, also dreistellig.

Im Modus TRAIL würde ich sagen, dass dann um die 70 km mit 700 Höhenmetern eigentlich immer gut gehen. Wenn ich dagegen auf BOOST gehe und das Fahrrad den Berg so richtig raufpeitsche, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass nach 20 km der Saft zu Ende sein kann. Das ist mir noch nie passiert, wahrscheinlich wäre das dann auch mehr so eine Gaudi-Fahrt.

Bei Reiserädern würde ich den Mittelmotor nicht empfehlen, aber dazu dann mehr bei der Beschreibung meines Utopia Londons.

Mir bereitet mein e-Mountain-Bike viel Freude. Bergab muss ich nicht mehr so rasen wie früher (ich wollte immer ein wenig der Zeit bergab reinholen, die ich bergauf verloren hatte). Und vor allem, die „elektrischen“ Tages-Touren sind (zeitlich) kürzer geworden – so muss ich nicht mehr so früh aufstehen und komme auch nicht so spät heim wie früher. Wenn früher immer „der ganze Sonntag“ weg war, so bleibt jetzt noch Zeit über für andere Interessen.

Auf den Touren mit Barbara musste jetzt ich lange am Berg aus sie warten. Auch in Griechenland. Ich mit Strom, die Barbara ohne Strom. Die Verhältnisse hatten sich umgekehrt.

Barbaras elektrischer Bergesel, der 327 von Conway.

Dann hat sie sich auch ein 327 von Conway gekauft und jetzt haben wir gemeinsam einen großen Spaß! Die Tagesausflüge in die bayerischen Alpen zeitlich überschaubar und nicht mehr durch so lange Aufstiegszeiten belastet wie früher. Und ich freue mich schon so richtig auf den Frühling und bin mir sicher, dass wir in 2018 ziemlich viel in den Alpen unterwegs sein werden. Und freue mich schon so richtig auf die zwei Rad- / Schwimm-Wochen Ende August / Anfang September auf dem Peloponnes!

Beim nächsten Mal berichte ich dann über mein Utopia London mit Frontantrieb, das für mich das absolut perfekte Reise- und Alltagsrad ist. Wenn ich das eCargo mit einem VW-Transporter vergleiche, dann entspricht das eBike eher einem Jeep und mein London wäre dann so etwas wie die Mercedes-Limousine der S-Klasse.

Über „meinen Mercedes“ (von Utopia) berichte ich dann in meinem nächsten Artikel zu eBikes.

RMD

P.S.
Die beiden Bilder sind von der „Conway-Website“, auf die ich öfters verlinkt habe.

Roland Dürre
Donnerstag, der 18. Juni 2015

Von Helden, Gladiatoren und Konsumenten.

220px-Weltmeister_autograph_1954Eberhard Huber hat in Dornbirn bei einem der frühen PM-Camps eine tolle Session mit der Überschrift „Kulturzwiebel“ gehalten. Ich habe darüber berichtet.

Die „Kulturzwiebel“ beschreibt modellhaft soziale Systeme, wie zum Beispiel auch die Bundesrepublik Deutschland eines ist. Die Schalen der „Zwiebel“ sind so z.B. ihre Symbole, Rituale, basic beliefs, Überzeugungen, Werte …. Und ganz speziell spielen die „Helden“ des Systems auch eine Rolle.

Diese Session hat mich angeregt und ich habe mich auf die Suche nach meinen „deutschen“ Helden begeben. Dabei habe ich an die großen Klassiker der Literatur (Goethe, Schiller … ) an moderne Schriftsteller (Brecht, Grass …) und an Philosophen (Kant, Nietzsche …) gedacht.  Ich habe mir weiter überlegt, ob Politiker (Erhard, Brandt …), Menschen im Widerstand (Scholl, Staufenberg), Komponisten (Bach, Beethoven …) und Musiker (Lindenberg, Nina) und viele mehr für mich als meine  Helden in Frage kommen.

Keine und keiner von diesen konnte niemand meinen Anspruch an einen „deutschen Helden“ oder eine „deutsche Heldin“ zufrieden stellen. Da ich leidenschaftlicher Fußballer war und bin, habe ich dort weiter gesucht. Beckenbauer, Haller und Uwe Seeler (der noch am ehesten) waren es aber auch nicht.

Und dann kam mir der Gedanke:
Die Fußball-Weltmeister von 1954 – die Helden von Bern – die sind es! Diese Mannschaft fand ich noch am ehesten würdig, meine „Deutsche Helden“ zu sein.

Aber das ist jetzt 61 Jahre her. Jetzt leben wir im 21. Jahrhundert. Vor kurzem habe ich das Finale der Champions League Juventus gegen Barcelona 2015 in Berlin im Frensehen verfolgt. Und wieder einmal mehr war ich verwundert, wie exzessiv eigentlich all die Stars von heute tätowiert sind. Und habe auch über die ausgefallenen Frisuren gestaunt.

Und dann ist es mir schlagartig klar geworden:
Die Fußballer von heute sind die Gladiatoren unserer Zeiten. Die Tattoos und ihre gefärbten Kamm- und sonstigen Frisuren sind Teil ihrer Kriegstracht. Ihre Herren sind die Vereine und dahinter die großen Konzerne. Für die kämpfen sie und von denen werden sie für ihren Kampf bezahlt. So und gestützt von weiteren Marketingmaßnahmen werden die Konsumenten abhängig gemacht und bei Kauflaune gehalten. Diese bejubeln „ihre“ Gladiatoren und kaufen folgsam die Produkte der Herren derselbigen.

So sind die Wettkämpfe unserer Gladiatoren die größten Spektakel unserer Zeit. Wenn die „richtige Seite“ siegt, flippt das Volk aus, wenn sie verliert, sind die Fans (das Konsumentenvolkt) zu Tode betrübt und verbrennen ihre Fahnen.

Fußballer sind die modernen Söldnern der Neuzeit. Sie „spielen“  für den, der am meisten zahlt. Aber vor allem kämpfen sie für den Konsum der Masse. Es geht nicht mehr um panem et circenses zur Ablenkung und Unterhaltung der Menschen wie im alten Rom sondern um Umsatz und Profit, also um die „Kohle“ (vulgo das Geld) der Masse.

Ich denke mir, dass diese Entwicklung ein Anzeichen für die Dekadenz unserer Zeit ist. Der Dekadenz, die als Vorstufe des Endes in prosperierenden sozialen Systemen kurz vor deren Untergang auftritt.

Wir aber wissen, dass Innovation kreative Zerstörung ist und freuen uns schon auf das Neue. Und genießen die morbide Freude am Untergang all derer, die an dieser Entwicklung schuld sind. Bloß sind damit wir alle gemeint.

RMD

P.S.
Es gibt auch so eine Art Ausbeutungs- und Versorgungsorganisation der Gladiatoren. Die nennt sich FIFA und verdient viel Geld mit den neuen Spielen.

Roland Dürre
Montag, der 30. März 2015

Gesetze. Sport. Sinn.

„Der FC Bayern ist einer erfolgreichsten Fußballvereine der Welt.“

Was für ein wunderschöner Superlativ!

Doch wenn man es genau nimmt, dann ist diese Aussage ziemlich unpräzise. Der FC Bayern München ist ein eingetragener Verein mit vielen Mitgliedern. Zusätzlich gibt es ein Unternehmen der Unterhaltungsindustrie, das unter dem großen Namen als FC Bayern München AG  firmiert. Die FC Bayern München AG ist als Aktiengesellschaft eine Tochtergesellschaft des Fußballvereins.

Weitere Aktionäre sind die Konzerne Audi, Adidas und Allianz SE. Die FC Bayern München AG ist also zuerst mal ein ganz normales Wirtschaftsunternehmen mit Umsatz und Gewinn und muss jedes Jahr eine ganz schnöde Bilanz machen. Und für dieses Unternehmen gelten dieselben gesetzlichen Regeln wie für alle anderen.

Andreas Voglsammer im Spiel gegen Chemnitz 2012

Andreas Voglsammer im Spiel gegen Chemnitz 2012

Und wie jedes Unternehmen braucht und hat die FC Bayern AG Mitarbeiter mit unterschiedlichen Aufgaben und in verschiedenen Rollen. Unter anderem braucht der FCB auch Menschen, die gegen den Ball treten – die Fußballer.

Wenn ein Unternehmen Arbeitskräfte sucht, dann gibt es nach deutschem Recht nur wenig Möglichkeiten der Vertragsgestaltung. Entweder werden die Mitarbeiter angestellt, dann sind sie Angestellte (fest oder befristet) oder sie werden entlohnt wie quasi ein Dienstleister. Dann wären sie Freiberufler.

Das mit den Freiberuflern scheitert absolut an der Gesetzeslage. Auch bei großzügiger Auslegung des betreffenden Gesetzes muss man davon ausgehen, dass Fußballer in freiberuflicher Beschäftigung eindeutig Scheinselbstständige sind (Weisungsbefugnis, Abhängigkeit usw.).

So bleibt nur, den Fußballern wie den anderen Mitarbeitern über einen Anstellungsvertrag zu verpflichten, für das Unternehmen zu arbeiten. Das macht der FC Bayern genauso wie alle anderen Vereine, die Profi-Fußballer sind also angestellt wie die anderen Mitarbeiter auch. Dazu schließen schon seit Jahrzehnten die Fußballvereine Zeitverträge mit ihren angestellten Fußballern ab, die nach Bedarf und Situation auch ein oder mehr mal verlängert werden.

Blick auf die Hauptribüne - da bin ich bei jedem Heimspiel.

Blick auf die Hauptribüne – da bin ich bei jedem Heimspiel.

Und da liegt der Haken. Denn Zeitverträge sind befristete Angestelltenverträge! Und befristete Arbeitsverhältnisse sind gesetzlich streng geregelt durch das „Teilzeit- und Befristungsgesetz“. Dieses bezieht sich auf alle Arbeitnehmer, seien sie Handwerker, Ingenieure, Programmierer oder eben Fußballer.

Die Höhe des Einkommens oder die Art der Tätigkeit sind dem Gesetz folgend nebensächlich. Für befristete Verträge gelten strenge Regeln und die müssen eingehalten werden. BASTA! Diese Regelungen waren früher noch viel eingeschränkter als heute, so dass die Regelverstöße in der Vergangenheit eher noch schwerwiegender waren!

Tatsächlich ist mir diese Ungesetzlichkeit (und Ungerechtigkeit) bei Sportverträgen schon 1983 bei der Gründung der InterFace Connection GmbH aufgefallen. Ich habe nicht verstanden, dass im Profisport erlaubt ist was für ein normales Unternehmen verboten ist. So wie Wolf und ich bei der Gründung 1984 auch deshalb ein Produkt entwickelt haben, weil wir nicht sicher waren, wie lange in unserer Branche die dem Gesetz zur AÜG (Scheinselbstständigkeit) ja ziemlich eindeutig widersprechende Praxis des „body leasing“ noch gut gehen würde.

Und noch mal der Andreas, der jetzt beim FC Heidenheim spielt.

Und noch mal der Andreas, der jetzt beim FC Heidenheim spielt.

Wir sind jetzt gut 30 Jahre weiter – und auf dem Gebiet der „Scheinselbstständigkeit“ tut sich plötzlich etwas. Denn jetzt haben auch die Legal Service Abteilungen der großen DAX-Unternehmen (von denen ja ein paar bei der FC Bayern Fußball AG beteiligt sind) erkannt, dass die über Jahrzehnte ausgeübte Praxis nicht immer dem Gesetz zur Überlassung von Arbeitskräften folgt. Und suchen deshalb nach Möglichkeiten sich zu schützen.

Und jetzt hat ein Fußballer gemerkt, dass die Vertragsverhältnisse angestellter Fußballer häufig gegen das „Teilzeit- und Befristungsgesetz“ verstoßen. In der Tat wird dieses Gesetz im Profi-Sport weitläufig ignoriert. Der frühere Bundesliga-Torwart Heinz Müller – und seine schlitzohrigen Berater kamen auf die Idee, beim Arbeitsgericht Mainz auf Weiterbeschäftigung zu klagen. Das Arbeitsgericht Mainz hat – ganz einfach dem klar formulierten Gesetzestext folgend – der Klage stattgegeben und ein Urteil zu seinen Gunsten gefällt. Dieses Urteil bewertet die gängige Praxis befristeter Verträge im Profifußball als eindeutigen Gesetzesverstoß.

Denn der Torwart hatte bei Mainz einen Dreijahresvertrag von 2009 bis 2012. Dieser wurde vom Fußball-Bundesligisten im Sommer 2012 um zwei Jahre verlängert. Und das ist eindeutig gegen das Gesetz. Nach dem Ablauf dieses Vertrags klagte Heinz Müller auf „Feststellung des Fortbestandes als unbefristetes Arbeitsverhältnis“ und bekam natürlich recht.

Kampf um den Ball im Sportpark

Kampf um den Ball im Sportpark

Mir geht es in diesem Artikel aber nicht darum, dem Profifußball oder gar den großen FC Bayern München zu ärgern. Das kann ein kleiner Roland Dürre eh nicht. Aber ich möchte zeigen, wie unsinnig so manche Gesetze sind. Weil sie einfach den gesellschaftlichen Realitäten nicht mehr genügen.

Solche Gesetze werden dann von „vernünftigen Vertragspartnern (wie hier Profi-Vereine und Profi-Fußballern) ignoriert und unterlaufen. Bis dann halt mal einer wie der Herr Müller sich nicht an die insgeheim geltenden Spielregeln hält und das gesetzlich Mögliche einklagt. Und solche Situationen gibt es natürlich nicht nur im Berufssport, sondern in vielen Branchen.

🙂 Als findiger Unternehmer habe ich natürlich sofort drei Lösungsvorschläge, mit denen man der aktuellen Rechtslage genügen oder sie umgehen könnte.

Leiharbeit:
Um deutschem Gesetz zu genügen, könnte man das Problem mit Leiharbeit lösen. Die Fußballer müssten dann bei einem Unternehmen, wie z.B. beim DFB, der deutschen Fußball-Liga oder den Landesverbänden (z. B. in Bayern der BFV) als Angestellte beschäftigt werden und dann nach den Regeln der Arbeitnehmer-Überlassung von den Vereinen ausgeliehen werden.
Juristisch wäre das ganz einfach – allerdings würde der Kündigungsschutz dann dem DFB ein Zukunftsproblem bewirken 🙂

Ein spezieller Tarifvertrag:
So wie in der normalen Wirtschaft könnte man für die Branche „Profi-Sport“ oder „Profi-Fußball“ einen ganz besonderen Tarifvertrag bilden zwischen einer zu gründenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisation.
Ob so etwas sinnvoll in einem von FIFA, UEFA und DFB regiertem System regierten durchsetzbar wäre ist die andere Frage.

Fußballer werden Vorstände:

🙂 Wenn der Arbeitgeber wie die FC Bayern AG ein Aktiengesellschaft ist, kann man das Problem elegant umgehen. Man müsste die Spieler dann nur zu Vorständen machen. Da sind befristete Verträge bis zu einer Laufdauer von 5 Jahren erlaubt. Und man würde sich auch noch die Sozialversicherung für die Spieler sparen. Das würde zwar nicht dem Geist des Gesetzes entsprechen, aber wäre völlig legal.
🙂 Und ein Thomas Müller hat doch das Zeug zum Vorstand.

Die letzten drei Vorschläge sind zwar korrekt aber nicht ganz ernst gemeint. Aber man sieht, auf welche absurde Gedanken uns eine unter optimale Gesetzeslage bringen kann.

Den Profisport wird noch weiteres neues Gesetz treffen  – der Mindestlohn. Bei korrekter Arbeitszeitmessung wird so mancher Jung-Profi auf mehr als 50 Stunden die Woche kommen (Training, Spiele, Reisezeiten, ergänzende Ausbildung, Lehrgänge, Hausaufgaben).
Ich kenne übrigens auch Schüler und Studenten, die weit mehr als 50 Stunden in der Woche für ihre Ausbildung und Zukunft aufwenden. Die fallen aber nicht unters Mindestlohn- und Arbeitszeitgesetz.

Aber nur 50 Stunden die Woche sind dann gut 200 im Monat. Das würde ein Gehalt von 200 mal 8,50 € bedeuten sprich von mindestens 1.700 €. Und manch ein Verein dürfte sich das nicht leisten können und wollen. Aber wahrscheinlich ist die Ausbildung von jungen Fußballern oder anderen Sportlern heute eh schon ein regelmäßiger Verstoß gegen verschiedene Gesetze.

RMD

P.S.
Das erste Bild ist anlässlich eines Heimspiels der SpVgg Unterhaching gegen Chemnitz am 23. November 2013 aufgenommen worden. Im Sportpark fotografiert hat es Stefan Kukral. Auch die anderen Bilder sind vom Stefan, die SpVgg hat sie für IF-Blog freigegeben.

Mit den Bildern will ich daran erinnern, dass die SpVgg mein Verein ist und möglichst viele Freunde und Leser bitten, zu den letzten drei Heimspielen dieser Drittliga-Saison in den Sportpark zu kommen um die Mannschaft beim Kampf gegen den Abstieg zu unterstützen.

Seit vielen Jahren bin ich mit Schachgroßmeister Gerald Hertneck befreundet. Gerald ist deutlich jünger als ich, Ende der 70iger Jahren habe ich mit dem damals noch sehr jungen Gerald und seinem Freund Robert Zysk viel „geblitzt“. Das war im SK Obermenzing. Ich und meine Schachfreunde waren schon „erwachsen“ und wir hatten viel Spaß mit den jungen und lustigen Burschen.

Gerald hat später als schon sehr erfolgreiches Schachspieler gemeinsam mit weiteren Mitstreitern die Münchner Schachstiftung gegründet.

Aufgrund der aktuell laufenden Schach-WM hat er uns eine E-Mail gesendet:

Liebe Schachfreunde,

GeraldHertneckder Count-Down für das Schach-Ereignis des Jahres läuft! Am Samstag den 8. November startet in Sotschi das WM-Duell zwischen Titelverteidiger Magnus Carlsen und dem indischen Herausforderer Vishy Anand! Die offizielle Turnierseite findet sich hier (http://www.sochi2014.fide.com/).

Vor einem Jahr in Chennai siegte Carlsen deutlich und ohne Niederlage mit 6,5:3,5. Magnus Carlsen ist zwar nach wie vor die Nummer 1 der Welt und geht daher als Favorit in das Duell. Doch bei seinen letzten beiden Turnieren, der Schacholympiade in Tromsö und dem GM-Turnier in St. Louis musste sich Carlsen jeweils mit dem zweiten Platz begnügen. Vishy Anand überraschte im März viele Experten mit seinem souveränen Sieg beim Kandidatenturnier, und noch im September gewann er in Bilbao das Grand Slam-Finale.

Meines Erachtens liegt der psychologische Vorteil auf Seiten des langjährigen Weltmeisters Anand, da er diesmal als Herausforderer ins Rennen geht, der wenig zu verlieren hat, während Carlsen im schlimmsten Fall den WM-Titel abgeben muss, was auch zur Verringerung seines Marktwerts führen würde.

Auch bin ich der Meinung, dass Anand eröffnungstheoretisch besser vorbereitet in den Kampf gehen wird, und aus der Niederlage vom letzten Jahr gelernt hat – insbesondere wird er wohl versuchen, dynamischer zu spielen, und sich nicht so oft in die Lieblingsdomäne von Carlsen drängen lassen. Ich rede hier von leicht besseren Endspielen, die Carlsen mit großer Geduld und enormer Ausdauer zum Sieg führen kann.

Kurzum, aus meiner Sicht sind die Chancen in diesem spannenden Match völlig ausgeglichen, auch wenn der Unterschied der ELO-Zahl eine deutliche Sprache spricht, nämlich 2792 bei Anand zu 2863 ELO bei Carlsen. Dies entspricht einer statistischen Gewinnerwartung von etwa 60 zu 40 Prozent. Aber gerade in einem Match über 12 Partien spielen auch die Psychologie sowie die Wettkampfdynamik eine nicht unerhebliche Rolle!

Nun stellt sich natürlich noch die Frage, wie man den Partien des WM-Kampfes am besten folgen kann. Heuer hat sich die Süddeutsche Zeitung entschieden, erstmals in Kooperation mit der Münchener Schachakademie eine Online Berichterstattung zu bieten. Unter diesem Link (http://www.sueddeutsche.de/thema/Schach-WM) wird Ihnen nach jeder Partie ein bis zu 10-minütiges Video mit Großmeister Stefan Kindermann geboten, in dem er die Höhepunkte der Partie bespricht und anschaulich illustriert. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich die Zeit nehmen, diesen Berichten zu folgen.

Gerald Hertneck

Hier noch ein paar Informationen und die Kontaktdaten der Münchner Schachstiftung:

Mit dem innovativem Trainingskonzept „Schach nach Königsplan“ vermittelt die Münchner Schach Stiftung Kindern und Jugendlichen wertvolle Fähigkeiten für ihre weitere Entwicklung.

Neben der Konzentrationsfähigkeit und der Entwicklung effektiver Denkstrukturen stehen Motivation und Vertrauen in die eigenen geistigen Fähigkeiten im Zentrum des Förderprogramms.

Die positiven Auswirkungen des Schachtrainings auf mathematische Fähigkeiten, Lese-und Rechtschreibkompetenz sowie die emotional-soziale Entwicklung von Schulkindern sind in zahlreichen wissenschaftlichen Studien klar belegt.

Ich selbst habe das auch erlebt. Wie ich mit zirka 12 Jahren begonnen habe, im Verein Schach zu spielen, sind meine „Schulischen Leistungen“ im Gymnasium schlagartig nach oben gegangen. Und ich bin fest überzeugt, dass ich in meiner ganzen beruflichen Zeit der Beschäftigung mit dem Schachsport viel zu verdanken habe.

An der Stiftung bewundere ich besonders, dass sie in der Tat vielen Kindern, die in einer unterprivilegierten Lebenssituation schon als für die Gesellschaft verloren schienen wieder ins soziale Leben zurückgebracht und erfolgreich gemacht hat.

Kontaktdaten:
Münchener Schachstiftung
Zweibrückenstraße 8
80331 München
fon (0 89) 95 89 43 30
fax (0 89) 95 89 43 32
info@mucschach.de
www.mucschach.de

Roland Dürre
Freitag, der 15. August 2014

Start-up (1) – Scheitern

Wie so manchen Sommer schon befinde ich mich beim Zelten in Porto Ageranos. Der Platz liegt auf dem Peloponnes auf dem mittleren Finger, zirka 10 km südlich von Gythio, kurz bevor das wilde Mani beginnt. Vom Zelt sind es gerade 10 Meter zum Meer, die erste Nacht war schon mal so richtig gut. Und da wir die Gegend gut kennen sind wir sofort wieder so richtig zu Hause!

Die Zeit hier nutze ich zum Entspannen, Nachdenken, und nicht zuletzt zum Pläne schmieden. Und natürlich zum Schwimmen und Radfahren, gut Essen und einfach nur so mit den Lieben zusammen zu sein. Und natürlich zum Artikel schreiben (für IF-Blog.de).

Diesmal ist das Schwerpunktthema start ups

Ich kenne viele Menschen. Mit manchen davon bin ich freundschaftlich verbunden. Da sind auch viele junge Kollegen dabei. Mir scheint, dass ich mit der jungen Generation gut kann.

Seit ein paar Jahren beschäftige ich mich mit Gründungen von Unternehmen. So bin ich immer wieder in der Jury eines Business Plan Wettbewerbs, als Mentor betreue ich Menschen und Unternehmen, die im Werden sind (start ups). Dies mal enger, gelegentlich sporadisch. Und stecke so ein wenig in der Szene drin.

Die meisten Teams, die ich kenne und erlebe, sind toll. Fleißig und kreativ versuchen sie mit höchstem persönlichen Engagement auf vielen Ebenen basierend auf einer spannenden Idee ihr Leben eigenverantwortlich zu führen und ein Unternehmen aufzubauen.

Und dann scheitern sie.

Manche scheitern schon beim Start, andere nach Auslauf eines Förderprogrammes wie EXIST oder nach der ersten Finanzierung. Oft dauert der Leidensweg dann eine Weile bis zum endgültigen „Aus“, ab und zu wird am Schluss noch ein „Notausgang“ gefunden. Und nur ganz, ganz wenige werden erfolgreich, allerdings meist auf andere Art und Weise als vorher geplant.

Die meisten, die scheitern, haben einiges an Kraft und oft auch Geld gelassen. Ihnen bleibt nur der Trost, dass sie viel gelernt haben, also irgendwie dann doch „erfolgreich gescheitert“ sind. Das ist aber ein schwacher Trost, denn in bei einer alternativen Lebenslinie zum Beispiel in einem guten Job bei einem Mittelständler hätten sie vielleicht noch mehr für ihre persönliche Zukunft lernen können.

Das bewerte ich als eine gigantische Verschwendung von Kapital, Kreativität, Fleiß („waste“ im Sinne von Kaizen). Auch die Enttäuschung und der Frust der vielen betroffenen jungen Menschen schmerzt mich. Und ich denke mir oft, dass dieses häufige Scheitern in vielen Fällen vermeidbar gewesen wäre.

Denn das massenhafte Scheitern ist gut erklärbar. Die Gründer arbeiten in der Regel genauso, wie es die Expertise einer vergangenen Epoche ihnen vorgibt. Und dieses Muster hat noch nie besonders gut funktioniert, heute geht es in der Regel gar nicht mehr auf. Wie sollen in der Welt von morgen die Erfolgsmuster von gestern auch noch funktionieren?

Und die ganz wenigen Ausnahmen – die übrigens ausnahmslos aufgrund eines zusammen Kommens besonders glücklicher Zufälle basieren – bestätigen diese Regel.

Warum ist das Scheitern normal?

Die Antwort ist einfach. Zum Beispiel versuchen auch große Konzerne immer wieder, neue Produkte in den Markt zu bringen. Diese Konzerne verfügen über alles, was man für eine neue Produkt-Idee braucht: Beliebig viel Kapital, eine renommierte Marke, ein geniales Marketing, eine starke Marketing- und Vertriebs-Organisation, weltweiten Zugang zu den Märkten, tolle Ingenieure und Lieferanten und vieles mehr. Und vor allem, sie kennen ihren Markt, weil sie ihn sich oft über Jahrzehnte „erlernt“ und „erarbeitet“ haben.

Und trotzdem scheitern ihre Produkt-Entwicklungen. Im besten Fall sind nur 10 % solcher Entwicklungen am Markt leidlich erfolgreich. Bei strengeren Messkriterien noch viel weniger.

Nur wie will ein junges Team, das all das nicht hat, da mit halten? Nur mit jugendlicher Unbeschwertheit und Kreativität? Das ist doch Unsinn.

Ein Schluss könnte sein, dass junge Gründer nur eine reelle Chance in ganz neuen Märkten haben. Dann sollten junge Gründer (fast) alle Geschäftsideen, die sich in vorhandenen Technologien und Lösungen meiden. Die Entwicklung scheint diese Annahme zu bestätigen. Hier vielleicht eine erste vorsichtige Empfehlung an start-ups:

Aufpassen beim Eintritt in Märkte, die schon besetzt sind!

Große Konzerne stehen sich natürlich bei kreativen Themen mit ihrer Organisation und ihren Prozessen selber im Weg. Ihr Erfolg hat die negative Seite, dass man zwangsläufig in alten Mustern denkt. Das erkennen sie auch und sie suchen so die Innovation von außen. Sie gründen „acceleration“- und „invest“-Abteilungen und suchen die Kooperation mit „start-ups“. Das ist ja auch die neueste Idee von „unternehmerTUM“ der Technischen Universität wie auch vom neuen Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Herrn Reiter.

Das Zauberwort „Kooperation von Konzernen und Start-ups“ wird aber auch nicht funktionieren. Denn zum einen leben die alten Unternehmen intensiv die Ablehnung von außen. Das Motto heißt, dass „not invented here“, im eigenen Unternehmen nichts wert ist und nicht sein darf.

Ich habe das beliebig oft beobachtet und auch selbst in einer strategischen Kooperationen mit einem großen Konzern erlebt – dies sogar zweimal. Und ich kenne eine ganze Reihe von Beispielen, bei denen die „unternehmerischen“ Ergebnisse von XXX-Acceleration oder XXX-invest gescheitert sind.

Aber auch das „alte“ Vorgehen ist nur noch in wenigen Ausnahme-Fällen erfolgreich. Ich bringe als Beispiel das Scheitern fast aller „Steuerspar-Modelle“. Wir erleben das seit Jahren nicht nur in den Branchen „Film“, „Immobilien“ ,„Schifffahrt“ oder „alternative Energien“. Auch die großen Verluste von Anlegern bei Projekten im Eisenbahn- oder Kanal-Bau sind gute Beispiele.

Das Scheitern hatte mehrheitlich als Ursache nicht, dass Betrüger oder unseriöse Geschäftsleute am Werk waren. Das hat es auch gegeben. Aber meistens ist die Ursache des Scheiterns solcher Projekte, dass die dahinter liegenden Geschäftsmodelle und -pläne falsch waren. Obwohl sie von Experten „professionell“ erstellt wurden, die ihren Markt bestens kannten.

Und von anderen Experten, wie zum Beispiel von Banken kritisch geprüft wurden. Und das ehrlich, denn die Banken haben ja geprüft, weil sie sich selbst auch dran beteiligen wollten – und sie wollten ja auch keine Verluste machen.

Auch da habe ich ganz persönliche Erfahrungen. In einem Fall hat die von mir hoch eingeschätzte Sparkasse München einen geschlossenen Immoblilien-Fonds in jena auf „Herz und Nieren“ geprüft, und ein paar Millionen verloren. Ich war auch dabei, den ich habe der Prüfung der Stadtsparkasse vertraut, aber glücklicherweise nur einen Betrag im unteren fünfstelligen Bereich verloren.

Aber wenn die von Experten geschriebenen und von vielen anderen Experten validierten Business Pläne nicht funktionieren, wie soll dann ein junges Gründungs-Team ohne Erfahrungen und Marktkenntnis ihr neues Unternehmens-Schiffchen erfolgreich in eine nicht vorhersagbare Zukunft führen?

So gesehen erscheinen doch Gründungen von neuen Unternehmen als aussichtslos oder zumindest als tollkühne Abenteuer, auf die sich eigentlich kein ernsthafter Mensch einlassen darf.

Ich denke mir aber, dass es möglich ist,die Erfolgswahrscheinlichkeit eines start-ups von gefühlten 1 : 100 vielleicht sogar auf 1 : 1 (Erfolg zu Scheitern) zu verbessern.

Ich weiß, dass das dies eine sehr mutige Aussage ist und habe mir vorgenommen, in meinen zwei Wochen auf einem Zeltplatz ganz im Süden des Peleponnes auf Mani ein paar Artikel zum Thema „start-up“ hier im IF-Blog zu schreiben. Für die von mir betreuten „start-ups“ wie für alle anderen Leser auch.

RMD

P.S.
Beginnen werde ich in der nächsten Folge mit meinem eigenen Werdegang. Ich glaube, da kann man schon viel daraus lernen.

Roland Dürre
Donnerstag, der 3. Juli 2014

Tweets zum Twittern und Bloggen #226

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema: Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

140626 Zu Ehren soll man nichts sparen – so auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140627 Zu einem Ohr hinein, zum andern wieder heraus – normal beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140628 Zu einer Lüge gehören immer sieben Lügen – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140629 Zu früh gefreit hat manchen gereut – so auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140630 Zu grober Lüge soll man pfeifen – auf geht es, Blogger und Twitterer! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140701 Zu große Ehre ist halbe Schande – dran denken beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140702 Zu höflich wird tölpelig – Vorsicht beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Immer mehr werde ich zum „aktiven Mobilen“, d.h. bewege ich mich immer mehr aus eigener Körperkraft zu meinen Zielen. Habe auch ein neues persönliches Mobilitätsprogramm in mein Leben gerufen, das ich „Weg vom Fahrrad“ nenne. Einfach weil ich entdeckt habe, dass zu Fuß gehen auch ganz schön sein kann.

Mein (gar nicht so) altes Winterrad (ein Corratec-Alu-Fahrzeug) hat jetzt schon bald 10.000 km auf dem Tacho und ich es noch nie so gemocht. Wie ich jetzt entdeckt habe, dass es bei Utopia mein Traummodell „LONDON“ zu einem einzigartigen Preis als Sonderangebot „Klassik Line“ gibt, bin ich schwach geworden. Und der Konsumteufel hat mich gepackt; ich habe ein mir ein ganz einfaches „Utopia London“ – allerdings mit einer Rohloff-Schaltung – bestellt.

328_Klassik_Line_111003Das gibt es ziemlich komplett inklusive der 14-G. Rohloff zu einem Grundpreis von 2.359,00 €. Das ist für ein Utopia London mit dem schönen Kreuz-Stahl-Rahmen ein fast sensationeller Preis, wobei es das Angebot auch nur bis Ende Januar gibt.

Wie ich die technischen Daten lese, fällt mir das Gewicht des Fahrrades auf: 16,8 bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 180 Kilo, also um die 160 Kilo Nutzgewicht.

Und dann denke ich mir, dass 16,8 Kilo schon ganz schön schwer ist. Aber keine Sorge, voll ausgestattete Tourenräder kommen in der Regel immer in diese Gewichtsklasse.

Ich rechne weiter. Wenn ein Rad 16,8 Kilo wiegt, dann wiegen doch 10 Räder 168 Kilo. Und 10 mal 10 gleich 100 Räder wiegen dann 1.680 Kilo. Und dann fällt mir ein, dass ein normales Mittelklasse-Fahrzeug im auto-mobilen (also nicht aktiv-mobilen Bereich) ziemlich genauso schwer ist wie 100 solcher schöner Utopia-Räder. Und dass mit einem solchen Fahrzeug die meiste Zeit auch nur ein Mensch fährt.

100 Fahrräder sind übrigens ziemlich viele. Um mir das vorstellen zu können, überlege ich mir mal, wie ich 100 solcher Fahrräder auf meinen jetzt kleiner gewordenen Grundstück unterbringen könnte: 10 Fahrräder hier auf die Einfahrt, 10 Fahrräder dort auf die Terasse, 10 Fahrräder neben dem Gartenhaus, 10 neben dem Komposthaufen, 10 auf dem Schachbrett … verdammt es wird eng. Und ich muss immer noch 50 unterbringen. Wahrscheinlich müssen die Gästezimmer dann auch noch daran glauben.

Zum Spaß rechne ich weiter. Wenn ich die 2.359 € durch 16,8 Kilo dividiere komme ich auf einen Fahrrad-Kilopreis von 140,42 €. Da ist der Auto-Kilopreis richtig billig dagegen, bei einem angenommenen Preis von 30.000 € für einen Mittelklassewagen von 1.680 Kilo kommen da nur 17,86 für das „Kilo Auto“ heraus (und bei einem Daczia zum halben Preis nur die Hälfte!). Eigentlich ziemlich wenig, wenn ich mir überlege wie viel Stahl, Elektronik, Plastik, seltene Erden und was weiß ich noch alles in so einem Auto steckt. Ganz zu schweigen von den 5 – 10 Tonnen Öl (Quelle), die für den Bau des Automobils aufgewendet werden mussten.

Verflixt, Radfahren ist teuer. Wie kann man nur so dumm sein, sich ein Fahrrad zu kaufen?

Aber ich rechne weiter. Unser Auto mit dem Leergewicht von 1.680 Kilo hat eine Zuladung von in der Regel bestenfalls so 500 Kilo. Schon steigt der Nutzlast-Kilopreis auf 60 EURO. Die 100 Utopias dagegen schaffen eine Zuladung von 16.000 Kilo. Macht dann nur noch einen Preis von 14,74 pro Nutzlast-Kilo. Sieht doch schon wieder besser aus.

So könnte man weiter rechnen. Damit will ich Euch aber nicht belasten. Ist ja eh alles nur Spaß.

Das einzige was klar ist: Aktive Mobilität ist schon irgendwie vernünftiger als automobile. Nur: Zu Fußgehen ist noch besser.

RMD

P.S.
Das Bild habe ich von Website von utopia-velo.de.

Roland Dürre
Freitag, der 15. März 2013

Schach & Management

Wenn man das greise Alter von mehr als 60 Jahren erreicht hat, dann blickt man auch öfters mal auf das eigene Leben zurück. Und da ich ganz zufrieden mit dem erreichten und bewirktem bin, denke ich auch ab und zu darüber nach, was und wer mir alles im Leben geholfen hat. Da gibt es einiges. Sicher war das Studium der Mathematik und Informatik eine gute Wahl. Bei Siemens habe ich viel gelernt. Im Leben bin ich immer wieder Menschen begegnet, die mich dann einen Stück des Weges begleitet und dabei sehr geholfen haben. Und wie es scheint habe ich auch die richtige Frau geheiratet.

Da war aber noch weiteres, das mir sehr gut getan hat. So zum Beispiel, dass ich im wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium Jakob Fugger schon sehr früh Buchführung und BWL erlernt habe.

Und dann gab es noch was von besonderer Wichtigkeit – das Schachspiel. Schach habe ich als kleiner Bub von meinem Vater gelernt und das Schachspiel mit ihm wurde schnell zur regelmäßigen Beschäftigung an den Sonntag-Nachmittagen. So ging es los mit der Freude am Schach. In der Unterstufe im Gymnasium habe ich dann zuerst über die Schulmannschaft und dann ernsthaft im Verein Schach als Sport betrieben. Und siehe, die Schulnoten wurden ganz schnell besser. Ganz einfach, weil ich beim Schach schnell gelernt habe, mich so richtig zu konzentrieren.

Aber Schach hat mir noch viel mehr gegeben. Ich würde sagen, dass ich beim Schach fürs Leben gelernt habe. Schwierige Situationen im Leben wie im Geschäft haben durchaus viel Ähnlichkeit mit Problemen, die man vom Schachbrett her kennt. Die Lösungsstrategien, die ich beim Schach gelernt habe, haben mir im realen Leben genutzt. Schach hilft „mit Intuition und Strategie“ Schwieriges anzugehen und zu lösen.

Beim Schachspiel und -sport habe ich auch viele Freunde gewonnen. Gleichgesinnte sind zum Beispiel Dijana Dengler und Stefan Kindermann. Beide sind auch SchachsportlerInnen, allerdings deutlich besser als ich. Die Diplom-Volkswirtin Dijana ist FIDE-Meisterin und hat an zahlreichen Olympiaden teilgenommen. Schach hat sie zu ihrer Mission gemacht. Sie ist so auch die Cheftrainerin der Münchner Schachstiftung. Die Münchner Schachstiftung hat große Erfolge bei der Resozialisierung extrem benachteiligter Kinder. Ein erfahrener Street Worker der Landeshauptstadt München hat mir bestätigt, dass Schach oft das einzige Mittel ist, solche Kinder und Jugendlichen noch zu erreichen.

Stefan ist Schachgroßmeister und Geschäftsführer der Münchner Schachakademie. Auch er hat an Schach-Olympiaden teilgenommen und sich sogar einmal für die WM qualifiziert. Beruflich ist er Coach und Psychologischer Berater sowie Autor mehrerer Bücher. Gemeinsam mit Professor Dr. Robert K. Freiherr von Weizsäcker und Dijana hat Stefan den Königsplan entwickelt und trainiert Führungskräfte in Seminaren und Workshops in dieser Disziplin.

Und um den Königsplan geht es jetzt. Denn der Königsplan überträgt die Strategien des Schachspiels ins echte Leben. Und hilft „Entscheidern“ durch einen klugen Wechsel der Perspektive zu einer vorteilhaften Kombination von Ratio und Intuition.

Ich erlebe immer wieder, wie mir das im Schachsport Erlernte im Leben hilft (privat wie geschäftlich, aber gehört das eh nicht zusammen?). Es gelingt mir so meine „Lage“ ein klein wenig besser zu bewerten. Ob ich in einer guten oder schlechten Position bin. Und aufbauend auf dieser Bewertung gelingt es mir ein klein wenig öfters die richtige denn die falsche Entscheidung zu treffen.

Und ich glaube, so ein kleiner Vorteil kann schon wesentlich beitragen, dass es einem gut geht und man die Chance hat, ein zufriedener Mensch zu werden.

Da man vom Schach viel lernen kann, gehe ich mal davon aus, dass man von den Meistern dieser Diziplin noch mehr lernen kann. So gehe ich am Samstag, den 11. Mai zu einem offenen Seminartag „Königsplan“. Das Seminar geht von 9:30 bis 17:00 und findet ganz zentral in München in der Zweibrückenstraße 8 statt. Das ist gleich neben dem Deutschen Museum.

Freue mich aufs Seminar und natürlich besonders auf die Menschen, mit denen ich den Königsplan dann gemeinsam erleben darf.

RMD

P.S.
Ein zweites Seminar findet schon früher, am Freitag, den 26. April in der selben Lokation statt. Das Seminar kostet € 580 incl. MwSt., Verpflegung für den Tag und ein signiertes Exemplar des „Königsweg“ sind im Preis inbegriffen. Infos zum Königsplan findet man auf dieser Website, zur Anmeldung per E-Mail geht es hier.

Roland Dürre
Donnerstag, der 29. November 2012

Projekte ruinieren die Gesundheit eines Unternehmens

Und wahrscheinlich auch die Gesundheit der beteiligten Menschen! Eine Polemik über die Projektkultur.

Im Blog von Jens Hoffmann fand ich vor einiger Zeit einen schönen Beitrag, der den Sinn von Projekten in Frage gestellt hat. Ich zitiere ein paar spannende Sätze aus diesem Artikel:

„Projekte haben sich überlebt. Ihre Tage als Organisationsform sind gezählt. Agile Coaches meinen, Projekte seien ungeeignet, um aktuelle Unternehmensprobleme zu lösen. Sie verhindern die kundenorientierte Wertschöpfung und sind nicht geeignet permanten Wandel wirksam zu steuern. Welche Daseinsberechtigung haben Projekte noch?“

Ich habe den ganzen Artikel mehrfach gelesen und auch fleißig beim Jens im Blog mitkommentiert. Das hat mich inspiriert, diese kleine Polemik zu schreiben:

Sportlicher Erfolg ist vielleicht noch schwerer zu generieren als unternehmerischer. Ich nehme mal das Beispiel „Fußball“. Natürlich ist der „use case“ mein Lieblingsverein, die SpVgg Unterhaching. Und unsere Supermannschaft der Saison 2012/2013, aus deren Heimspielen in der dritten Liga auch die Bilder sind.

Ich versetze mich mal in die Rolle der verantwortlichen Trainer. Wenn sie ihre Arbeit in Form von Projekten gliedern würden, dann „Gute Nacht“. Sie hätten sofort (viel zu) viele Projekte. Mit beliebig vielen Mit- und (Gegen-)streitern, bezahlten wie ehrenamtlichen Mitarbeiter und Berater. Erwünschte (wie Spielereltern) oder unerwünschte (wie Spielereltern).

Gehen wir die Projekte der Reihe nach an: Im Fußball heißt es „nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. So wäre das nächste Spiel das priore Projekt. Beginn, Ende und Ziel sind da leicht zu definieren. Das Projekt beginnt nach dem Schlusspfiff des n-ten Spieles und hört auf mit dem Schlusspfiff des (n+1)ten Spieles (n als ein Element der Menge der natürlichen Zahlen). Und das Ziel ist ist ganz einfach zu definieren: Drei Punkte. So einfach sind unsere Projektziele ja meistens nicht.

Die Projektlänge beträgt in der Regel eine Woche. Das passt ja auch gut zu einem Sprint in Scrum. Mannschaft einstellen, Spieler heiß machen und betreuen. Richtiges und Falsches heraus arbeiten, je nach Ausgang des letzten Spieles auf bauen oder runter holen … Videoanalyse, Details anpacken usw.

So das erste Projekt. Es besteht auch gleich wieder aus vielen Teilprojekten. Da muss einiges delegiert und die Ergebnisse integriert werden. Aber noch klingt’s ja  ganz einfach.

Nur – von Spiel zu Spiel denken – wird nicht ausreichen. Es muss sichergestellt werden, dass die Informationen über spätere Gegner konsequent erfasst werden. Das Training muss in vielen Dimensionen systematisiert und variiert werden.

Jeder Spieler stellt (mindestens) ein eigenes Projekt dar. Ganz gleich, ob er Stammspieler ist, die Bank drücken muss oder gar nicht aufgestellt werden kann.

Das innere und das äußere Umfeld muss beachtet, divergierende Interessen ausgeglichen werden. Nebenher muss auch noch der Kader für die nächste Saison zusammen gestellt werden. Die Beobachtung von Jugendspielern und die Sichtung von Talenten in der Region ist zu steuern.

Es werden immer mehr Projekte, die „gemanagt“ werden muss. Und überall gibt es Mitstreiter. Bezahlte und ehrenamtliche, erwünschte (wie z.B. Spielereltern) oder unerwünschte (wie z.B. Spielereltern). Stakeholder ohne Ende. Und viele Besserwisser – nicht nur bei den Fans.

Die Komplexität bei so einem Fußballverein ist enorm. Und jetzt soll mal einer die große Planung machen. Der zwingt das alles in Prozesse und baut dazu ganz klassisch eine mechanistische Organisation auf. Wie lange braucht man dann, bis die Übersicht verloren geht?

Das System „Sport“ hat in sich so viele zusammenhängende und vernetzte Aufgaben. Wenn man die in Projekte gießt, gerät das klassische Projekt Management schnell an seine Grenze. Und das Ziel Aufstieg wird ganz schnell in die Brüche gehen und statt dessen kommt das Abstiegsgespenst ins Stadion.

Für sportlichen Erfolg notwendig ist zuallererst die Kompetenz des handelnden Teams. Möglichst verbunden durch ein tiefes Vertrauensverhältnis und fast blindes Verständnis der Mitmacher. Besonders muss es zwischen den Protagonisten im Club stimmen. Es muss „an einem Strick gezogen“ werden. Jeder muss intuitiv das „Richtige“ entscheiden und tun. Verantwortung muss übernehmen werden. Das im gemeinsamen Streben alles immer besser zu machen und selbst immer besser zu werden. Geeint durch den gemeinsamen großen Wunsch zu gewinnen.

Aber ist das soviel anders als in einem mittelständischen Unternehmen?

RMD

P.S.
🙂 Die schönen Bilder sind natürlich alle von Heimspielen der SpVgg Unterhaching (von woher auch sonst ). Im Sportpark fotografiert hat Stefan Kukral.

P.S.1
Und morgen am Freitag Abend spielen sie wieder – im Sportpark um 19:00 gegen Darmstadt. Unbedingt kommen!