🙂 Ich habe ja versprochen, mehr ĂŒber Sex und elektrische FahrrĂ€der zu schreiben. Deshalb erzĂ€hle ich heute meine Erfahrungen mit meinem eWMe 627 von CONWAY.

Von unserem eCargo habe ich ja schon berichtet. Nicht nur, dass beim Einkaufen das Auto plötzlich aber auch gar keine Alternative mehr ist, auch fĂŒr die Enkel und Freizeit-AktivitĂ€ten ist das Cargo zum beliebtesten Fahrzeug der ganzen Familie geworden. Und mich hat unser eCargo auf den „elektrischen Geschmack“ gebracht.

Mein E-Enduro mit 160-mm-Fahrwerk, das Conway eWME 627 als zweites E-Bike in der Familie.

FrĂŒher war ich oft mit dem Mountain Bike in den Bergen. Bergauf war ich nie der Schnellste. Die letzten Jahre bin ich natĂŒrlich auch nicht schneller geworden.

Insofern wurde das doch sehr geliebte Radeln in den Bergen zu zweit oder in kleinen Gruppen schwieriger. Meine jĂŒngeren und sportlicheren Begleiter mussten immer ziemlich lange auf den Gipfeln warten, bis ich dann auch angeschoben kam. Das ging nicht nur mir auf die Nerven.

Dann stand der Sommer vor der TĂŒr – und damit das jĂ€hrliche Radeln in den Bergen des Peloponnes (in der Gegend von Gythio und Mani). So entschloss ich mich bei unserem Stamm-HĂ€ndler (Dully’s BIKESTATION) ein elektrisches Mountain-Bike Probe zu fahren.

Um es kurz zu machen: Ich war begeistert. So habe ich mir eins gekauft und jetzt macht mir das Mountain-Biken wieder so richtig Spaß. 2017 in Griechenland bin ich dann gleich das Doppelte an Kilometern (und auch Höhenmetern) geradelt wie in den Jahren davor.

Zum Rad und zur Technik:
Mein eCargo hat ja einen Heckmotor (GoSwissDrive), eine einfache Kettenschaltung und im Vorderrad einen Nabendynamo. Heckantrieb finde ich fĂŒr ein Cargo ideal, die Kette wird nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig belastet und dank des Nabendynamos ist es auch nachts uneingeschrĂ€nkt gebrauchstĂŒchtig, auch wenn die Batterie leer oder nicht dabei ist.

Bei meinem Mountain-Bike ist es anderes. Es hat einen Mittelmotor von Shimano an der Kurbel.  SHIMANO STEPS MTB ist ein System von E-Bike-Komponenten (Motor, Batterie, Steuerung, Reichweitenrechner …), das extra fĂŒrs Mountain-Biking entwickelt worden. Die selben RĂ€der gibt es auch mit Bosch-Technologie, bei der Probefahrt gefiel mir aber das Shimano-System wegen einer verzögerungsfreien UnterstĂŒtzung und der Abstimmung besser.

Das Herz des Steps-System ist genau wie bei Bosch der Mittelmotor. Er wie 2,8 kg und ist wo wohl einer der leichtesten Motoren auf dem Markt. Der Mittelmotor sitzt in Kurbel, im Gegensatz zum Hinter- oder Vorderradantrieb ist es kein „direct-drive“ sondern verfĂŒgt ĂŒber ein Getriebe. Man kann auch gut „ohne Strom“ fahren, der Motor bremst nicht, man hat nur das höhere Gewicht aufgrund von Motor und der Elektrik.

Das dĂŒrfte auch der Grund sein, dass Mittelmotoren immer ein leicht „schabendes GerĂ€usch machen. Relativ leise sind da wohl nur der Motor von Impulse und Brose, alle anderen Motoren (neben Bosch gibt es mittlerweile viele Anbieter, besonders aus Asien) sind wesentlich lauter als „direct-drive“-Antriebe, die man wirklich nicht hört. Man hat auch immer ein leichtes „Ruckeln“, wenn der Motor sich zur UnterstĂŒtzung einschaltet, ganz im Gegensatz zu den „direct-drives“ im Hinter- oder Vorderrad.

Trotzdem meine ich, dass der Mittelmotor der richtige Antrieb fĂŒr Mountain-Bikes ist. Das Gewicht von Motor und Batterie sitzt sehr nahe an der Kurbel. Das ist in steilem GelĂ€nde bergab wie bergauf durchaus ein Vorteil.

Die meisten elektrischen Mountain-Bikes verfĂŒgen ĂŒber eine einfache Kettenschaltung (ein Zahnrad vorne und ziemlich viele Ritzel hinten), bei meinem Conway ist es die mechanische Shimano XT.  Ein Nachteil könnte sein, dass beim Mittelmotor die gesamte Kraft (Mensch und Motor) auf die Kette und die Schaltung gehen, beim Mountain-Bike ist das nach meiner Meinung aber auch zu vernachlĂ€ssigen, da muss man eh Kette und Ritzel öfters austauschen.

Reichweite

Immer wieder werde ich gefragt: „Wie weit fĂ€hrst Du mit einer Akkuladung?“. Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. NatĂŒrlich hĂ€ngt die Reichweite von Parametern ab wie der Steigung, die die Strecke fĂŒr den Radler vorhĂ€lt. Lange Aufstiege am StĂŒck brauchen mehr Strom als wenn es hoch und runter geht. Wichtig ist die Trittfrequenz des Radlers (wenn ich mich richtig erinnere sollte man da deutlich ĂŒber 60  je Minute fahren). Und natĂŒrlich den Modus, den man wĂ€hlt.

Bei STEPS gibt es drei FahrstĂ€rken: ECO, TRAIL und BOOST. Wenn man Strom spart und ECO fĂ€hrt und bei Abfahrten den Motor ausstellt (STEP kann ja aufgrund des Pinzips „Mittelmotor“ nicht rekuperieren, also macht es den Antrieb abzuschalten und wenn man nicht tritt gibt es natĂŒrlich auch NULL motorenbedingten Widerstand) dann ist die Reichweite in der Regel ĂŒber 100 km, also dreistellig.

Im Modus TRAIL wĂŒrde ich sagen, dass dann um die 70 km mit 700 Höhenmetern eigentlich immer gut gehen. Wenn ich dagegen auf BOOST gehe und das Fahrrad den Berg so richtig raufpeitsche, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass nach 20 km der Saft zu Ende sein kann. Das ist mir noch nie passiert, wahrscheinlich wĂ€re das dann auch mehr so eine Gaudi-Fahrt.

Bei ReiserĂ€dern wĂŒrde ich den Mittelmotor nicht empfehlen, aber dazu dann mehr bei der Beschreibung meines Utopia Londons.

Mir bereitet mein e-Mountain-Bike viel Freude. Bergab muss ich nicht mehr so rasen wie frĂŒher (ich wollte immer ein wenig der Zeit bergab reinholen, die ich bergauf verloren hatte). Und vor allem, die „elektrischen“ Tages-Touren sind (zeitlich) kĂŒrzer geworden – so muss ich nicht mehr so frĂŒh aufstehen und komme auch nicht so spĂ€t heim wie frĂŒher. Wenn frĂŒher immer „der ganze Sonntag“ weg war, so bleibt jetzt noch Zeit ĂŒber fĂŒr andere Interessen.

Auf den Touren mit Barbara musste jetzt ich lange am Berg aus sie warten. Auch in Griechenland. Ich mit Strom, die Barbara ohne Strom. Die VerhÀltnisse hatten sich umgekehrt.

Barbaras elektrischer Bergesel, der 327 von Conway.

Dann hat sie sich auch ein 327 von Conway gekauft und jetzt haben wir gemeinsam einen großen Spaß! Die TagesausflĂŒge in die bayerischen Alpen zeitlich ĂŒberschaubar und nicht mehr durch so lange Aufstiegszeiten belastet wie frĂŒher. Und ich freue mich schon so richtig auf den FrĂŒhling und bin mir sicher, dass wir in 2018 ziemlich viel in den Alpen unterwegs sein werden. Und freue mich schon so richtig auf die zwei Rad- / Schwimm-Wochen Ende August / Anfang September auf dem Peloponnes!

Beim nĂ€chsten Mal berichte ich dann ĂŒber mein Utopia London mit Frontantrieb, das fĂŒr mich das absolut perfekte Reise- und Alltagsrad ist. Wenn ich das eCargo mit einem VW-Transporter vergleiche, dann entspricht das eBike eher einem Jeep und mein London wĂ€re dann so etwas wie die Mercedes-Limousine der S-Klasse.

Über „meinen Mercedes“ (von Utopia) berichte ich dann in meinem nĂ€chsten Artikel zu eBikes.

RMD

P.S.
Die beiden Bilder sind von der „Conway-Website“, auf die ich öfters verlinkt habe.

Roland DĂŒrre
Donnerstag, der 18. Juni 2015

Von Helden, Gladiatoren und Konsumenten.

220px-Weltmeister_autograph_1954Eberhard Huber hat in Dornbirn bei einem der frĂŒhen PM-Camps eine tolle Session mit der Überschrift „Kulturzwiebel“ gehalten. Ich habe darĂŒber berichtet.

Die „Kulturzwiebel“ beschreibt modellhaft soziale Systeme, wie zum Beispiel auch die Bundesrepublik Deutschland eines ist. Die Schalen der „Zwiebel“ sind so z.B. ihre Symbole, Rituale, basic beliefs, Überzeugungen, Werte …. Und ganz speziell spielen die „Helden“ des Systems auch eine Rolle.

Diese Session hat mich angeregt und ich habe mich auf die Suche nach meinen „deutschen“ Helden begeben. Dabei habe ich an die großen Klassiker der Literatur (Goethe, Schiller … ) an moderne Schriftsteller (Brecht, Grass …) und an Philosophen (Kant, Nietzsche …) gedacht.  Ich habe mir weiter ĂŒberlegt, ob Politiker (Erhard, Brandt …), Menschen im Widerstand (Scholl, Staufenberg), Komponisten (Bach, Beethoven …) und Musiker (Lindenberg, Nina) und viele mehr fĂŒr mich als meine  Helden in Frage kommen.

Keine und keiner von diesen konnte niemand meinen Anspruch an einen „deutschen Helden“ oder eine „deutsche Heldin“ zufrieden stellen. Da ich leidenschaftlicher Fußballer war und bin, habe ich dort weiter gesucht. Beckenbauer, Haller und Uwe Seeler (der noch am ehesten) waren es aber auch nicht.

Und dann kam mir der Gedanke:
Die Fußball-Weltmeister von 1954 – die Helden von Bern – die sind es! Diese Mannschaft fand ich noch am ehesten wĂŒrdig, meine „Deutsche Helden“ zu sein.

Aber das ist jetzt 61 Jahre her. Jetzt leben wir im 21. Jahrhundert. Vor kurzem habe ich das Finale der Champions League Juventus gegen Barcelona 2015 in Berlin im Frensehen verfolgt. Und wieder einmal mehr war ich verwundert, wie exzessiv eigentlich all die Stars von heute tĂ€towiert sind. Und habe auch ĂŒber die ausgefallenen Frisuren gestaunt.

Und dann ist es mir schlagartig klar geworden:
Die Fußballer von heute sind die Gladiatoren unserer Zeiten. Die Tattoos und ihre gefĂ€rbten Kamm- und sonstigen Frisuren sind Teil ihrer Kriegstracht. Ihre Herren sind die Vereine und dahinter die großen Konzerne. FĂŒr die kĂ€mpfen sie und von denen werden sie fĂŒr ihren Kampf bezahlt. So und gestĂŒtzt von weiteren Marketingmaßnahmen werden die Konsumenten abhĂ€ngig gemacht und bei Kauflaune gehalten. Diese bejubeln „ihre“ Gladiatoren und kaufen folgsam die Produkte der Herren derselbigen.

So sind die WettkĂ€mpfe unserer Gladiatoren die grĂ¶ĂŸten Spektakel unserer Zeit. Wenn die „richtige Seite“ siegt, flippt das Volk aus, wenn sie verliert, sind die Fans (das Konsumentenvolkt) zu Tode betrĂŒbt und verbrennen ihre Fahnen.

Fußballer sind die modernen Söldnern der Neuzeit. Sie „spielen“  fĂŒr den, der am meisten zahlt. Aber vor allem kĂ€mpfen sie fĂŒr den Konsum der Masse. Es geht nicht mehr um panem et circenses zur Ablenkung und Unterhaltung der Menschen wie im alten Rom sondern um Umsatz und Profit, also um die „Kohle“ (vulgo das Geld) der Masse.

Ich denke mir, dass diese Entwicklung ein Anzeichen fĂŒr die Dekadenz unserer Zeit ist. Der Dekadenz, die als Vorstufe des Endes in prosperierenden sozialen Systemen kurz vor deren Untergang auftritt.

Wir aber wissen, dass Innovation kreative Zerstörung ist und freuen uns schon auf das Neue. Und genießen die morbide Freude am Untergang all derer, die an dieser Entwicklung schuld sind. Bloß sind damit wir alle gemeint.

RMD

P.S.
Es gibt auch so eine Art Ausbeutungs- und Versorgungsorganisation der Gladiatoren. Die nennt sich FIFA und verdient viel Geld mit den neuen Spielen.

Roland DĂŒrre
Montag, der 30. MĂ€rz 2015

Gesetze. Sport. Sinn.

„Der FC Bayern ist einer erfolgreichsten Fußballvereine der Welt.“

Was fĂŒr ein wunderschöner Superlativ!

Doch wenn man es genau nimmt, dann ist diese Aussage ziemlich unprĂ€zise. Der FC Bayern MĂŒnchen ist ein eingetragener Verein mit vielen Mitgliedern. ZusĂ€tzlich gibt es ein Unternehmen der Unterhaltungsindustrie, das unter dem großen Namen als FC Bayern MĂŒnchen AG  firmiert. Die FC Bayern MĂŒnchen AG ist als Aktiengesellschaft eine Tochtergesellschaft des Fußballvereins.

Weitere AktionĂ€re sind die Konzerne Audi, Adidas und Allianz SE. Die FC Bayern MĂŒnchen AG ist also zuerst mal ein ganz normales Wirtschaftsunternehmen mit Umsatz und Gewinn und muss jedes Jahr eine ganz schnöde Bilanz machen. Und fĂŒr dieses Unternehmen gelten dieselben gesetzlichen Regeln wie fĂŒr alle anderen.

Andreas Voglsammer im Spiel gegen Chemnitz 2012

Andreas Voglsammer im Spiel gegen Chemnitz 2012

Und wie jedes Unternehmen braucht und hat die FC Bayern AG Mitarbeiter mit unterschiedlichen Aufgaben und in verschiedenen Rollen. Unter anderem braucht der FCB auch Menschen, die gegen den Ball treten – die Fußballer.

Wenn ein Unternehmen ArbeitskrÀfte sucht, dann gibt es nach deutschem Recht nur wenig Möglichkeiten der Vertragsgestaltung. Entweder werden die Mitarbeiter angestellt, dann sind sie Angestellte (fest oder befristet) oder sie werden entlohnt wie quasi ein Dienstleister. Dann wÀren sie Freiberufler.

Das mit den Freiberuflern scheitert absolut an der Gesetzeslage. Auch bei großzĂŒgiger Auslegung des betreffenden Gesetzes muss man davon ausgehen, dass Fußballer in freiberuflicher BeschĂ€ftigung eindeutig ScheinselbststĂ€ndige sind (Weisungsbefugnis, AbhĂ€ngigkeit usw.).

So bleibt nur, den Fußballern wie den anderen Mitarbeitern ĂŒber einen Anstellungsvertrag zu verpflichten, fĂŒr das Unternehmen zu arbeiten. Das macht der FC Bayern genauso wie alle anderen Vereine, die Profi-Fußballer sind also angestellt wie die anderen Mitarbeiter auch. Dazu schließen schon seit Jahrzehnten die Fußballvereine ZeitvertrĂ€ge mit ihren angestellten Fußballern ab, die nach Bedarf und Situation auch ein oder mehr mal verlĂ€ngert werden.

Blick auf die HauptribĂŒne - da bin ich bei jedem Heimspiel.

Blick auf die HauptribĂŒne – da bin ich bei jedem Heimspiel.

Und da liegt der Haken. Denn ZeitvertrĂ€ge sind befristete AngestelltenvertrĂ€ge! Und befristete ArbeitsverhĂ€ltnisse sind gesetzlich streng geregelt durch das „Teilzeit- und Befristungsgesetz“. Dieses bezieht sich auf alle Arbeitnehmer, seien sie Handwerker, Ingenieure, Programmierer oder eben Fußballer.

Die Höhe des Einkommens oder die Art der TĂ€tigkeit sind dem Gesetz folgend nebensĂ€chlich. FĂŒr befristete VertrĂ€ge gelten strenge Regeln und die mĂŒssen eingehalten werden. BASTA! Diese Regelungen waren frĂŒher noch viel eingeschrĂ€nkter als heute, so dass die RegelverstĂ¶ĂŸe in der Vergangenheit eher noch schwerwiegender waren!

TatsĂ€chlich ist mir diese Ungesetzlichkeit (und Ungerechtigkeit) bei SportvertrĂ€gen schon 1983 bei der GrĂŒndung der InterFace Connection GmbH aufgefallen. Ich habe nicht verstanden, dass im Profisport erlaubt ist was fĂŒr ein normales Unternehmen verboten ist. So wie Wolf und ich bei der GrĂŒndung 1984 auch deshalb ein Produkt entwickelt haben, weil wir nicht sicher waren, wie lange in unserer Branche die dem Gesetz zur AÜG (ScheinselbststĂ€ndigkeit) ja ziemlich eindeutig widersprechende Praxis des „body leasing“ noch gut gehen wĂŒrde.

Und noch mal der Andreas, der jetzt beim FC Heidenheim spielt.

Und noch mal der Andreas, der jetzt beim FC Heidenheim spielt.

Wir sind jetzt gut 30 Jahre weiter – und auf dem Gebiet der „ScheinselbststĂ€ndigkeit“ tut sich plötzlich etwas. Denn jetzt haben auch die Legal Service Abteilungen der großen DAX-Unternehmen (von denen ja ein paar bei der FC Bayern Fußball AG beteiligt sind) erkannt, dass die ĂŒber Jahrzehnte ausgeĂŒbte Praxis nicht immer dem Gesetz zur Überlassung von ArbeitskrĂ€ften folgt. Und suchen deshalb nach Möglichkeiten sich zu schĂŒtzen.

Und jetzt hat ein Fußballer gemerkt, dass die VertragsverhĂ€ltnisse angestellter Fußballer hĂ€ufig gegen das „Teilzeit- und Befristungsgesetz“ verstoßen. In der Tat wird dieses Gesetz im Profi-Sport weitlĂ€ufig ignoriert. Der frĂŒhere Bundesliga-Torwart Heinz MĂŒller – und seine schlitzohrigen Berater kamen auf die Idee, beim Arbeitsgericht Mainz auf WeiterbeschĂ€ftigung zu klagen. Das Arbeitsgericht Mainz hat – ganz einfach dem klar formulierten Gesetzestext folgend – der Klage stattgegeben und ein Urteil zu seinen Gunsten gefĂ€llt. Dieses Urteil bewertet die gĂ€ngige Praxis befristeter VertrĂ€ge im Profifußball als eindeutigen Gesetzesverstoß.

Denn der Torwart hatte bei Mainz einen Dreijahresvertrag von 2009 bis 2012. Dieser wurde vom Fußball-Bundesligisten im Sommer 2012 um zwei Jahre verlĂ€ngert. Und das ist eindeutig gegen das Gesetz. Nach dem Ablauf dieses Vertrags klagte Heinz MĂŒller auf „Feststellung des Fortbestandes als unbefristetes ArbeitsverhĂ€ltnis“ und bekam natĂŒrlich recht.

Kampf um den Ball im Sportpark

Kampf um den Ball im Sportpark

Mir geht es in diesem Artikel aber nicht darum, dem Profifußball oder gar den großen FC Bayern MĂŒnchen zu Ă€rgern. Das kann ein kleiner Roland DĂŒrre eh nicht. Aber ich möchte zeigen, wie unsinnig so manche Gesetze sind. Weil sie einfach den gesellschaftlichen RealitĂ€ten nicht mehr genĂŒgen.

Solche Gesetze werden dann von „vernĂŒnftigen Vertragspartnern (wie hier Profi-Vereine und Profi-Fußballern) ignoriert und unterlaufen. Bis dann halt mal einer wie der Herr MĂŒller sich nicht an die insgeheim geltenden Spielregeln hĂ€lt und das gesetzlich Mögliche einklagt. Und solche Situationen gibt es natĂŒrlich nicht nur im Berufssport, sondern in vielen Branchen.

🙂 Als findiger Unternehmer habe ich natĂŒrlich sofort drei LösungsvorschlĂ€ge, mit denen man der aktuellen Rechtslage genĂŒgen oder sie umgehen könnte.

Leiharbeit:
Um deutschem Gesetz zu genĂŒgen, könnte man das Problem mit Leiharbeit lösen. Die Fußballer mĂŒssten dann bei einem Unternehmen, wie z.B. beim DFB, der deutschen Fußball-Liga oder den LandesverbĂ€nden (z. B. in Bayern der BFV) als Angestellte beschĂ€ftigt werden und dann nach den Regeln der Arbeitnehmer-Überlassung von den Vereinen ausgeliehen werden.
Juristisch wĂ€re das ganz einfach – allerdings wĂŒrde der KĂŒndigungsschutz dann dem DFB ein Zukunftsproblem bewirken 🙂

Ein spezieller Tarifvertrag:
So wie in der normalen Wirtschaft könnte man fĂŒr die Branche „Profi-Sport“ oder „Profi-Fußball“ einen ganz besonderen Tarifvertrag bilden zwischen einer zu grĂŒndenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisation.
Ob so etwas sinnvoll in einem von FIFA, UEFA und DFB regiertem System regierten durchsetzbar wÀre ist die andere Frage.

Fußballer werden VorstĂ€nde:

🙂 Wenn der Arbeitgeber wie die FC Bayern AG ein Aktiengesellschaft ist, kann man das Problem elegant umgehen. Man mĂŒsste die Spieler dann nur zu VorstĂ€nden machen. Da sind befristete VertrĂ€ge bis zu einer Laufdauer von 5 Jahren erlaubt. Und man wĂŒrde sich auch noch die Sozialversicherung fĂŒr die Spieler sparen. Das wĂŒrde zwar nicht dem Geist des Gesetzes entsprechen, aber wĂ€re völlig legal.
🙂 Und ein Thomas MĂŒller hat doch das Zeug zum Vorstand.

Die letzten drei VorschlÀge sind zwar korrekt aber nicht ganz ernst gemeint. Aber man sieht, auf welche absurde Gedanken uns eine unter optimale Gesetzeslage bringen kann.

Den Profisport wird noch weiteres neues Gesetz treffen  – der Mindestlohn. Bei korrekter Arbeitszeitmessung wird so mancher Jung-Profi auf mehr als 50 Stunden die Woche kommen (Training, Spiele, Reisezeiten, ergĂ€nzende Ausbildung, LehrgĂ€nge, Hausaufgaben).
Ich kenne ĂŒbrigens auch SchĂŒler und Studenten, die weit mehr als 50 Stunden in der Woche fĂŒr ihre Ausbildung und Zukunft aufwenden. Die fallen aber nicht unters Mindestlohn- und Arbeitszeitgesetz.

Aber nur 50 Stunden die Woche sind dann gut 200 im Monat. Das wĂŒrde ein Gehalt von 200 mal 8,50 € bedeuten sprich von mindestens 1.700 €. Und manch ein Verein dĂŒrfte sich das nicht leisten können und wollen. Aber wahrscheinlich ist die Ausbildung von jungen Fußballern oder anderen Sportlern heute eh schon ein regelmĂ€ĂŸiger Verstoß gegen verschiedene Gesetze.

RMD

P.S.
Das erste Bild ist anlĂ€sslich eines Heimspiels der SpVgg Unterhaching gegen Chemnitz am 23. November 2013 aufgenommen worden. Im Sportpark fotografiert hat es Stefan Kukral. Auch die anderen Bilder sind vom Stefan, die SpVgg hat sie fĂŒr IF-Blog freigegeben.

Mit den Bildern will ich daran erinnern, dass die SpVgg mein Verein ist und möglichst viele Freunde und Leser bitten, zu den letzten drei Heimspielen dieser Drittliga-Saison in den Sportpark zu kommen um die Mannschaft beim Kampf gegen den Abstieg zu unterstĂŒtzen.

Seit vielen Jahren bin ich mit Schachgroßmeister Gerald Hertneck befreundet. Gerald ist deutlich jĂŒnger als ich, Ende der 70iger Jahren habe ich mit dem damals noch sehr jungen Gerald und seinem Freund Robert Zysk viel „geblitzt“. Das war im SK Obermenzing. Ich und meine Schachfreunde waren schon „erwachsen“ und wir hatten viel Spaß mit den jungen und lustigen Burschen.

Gerald hat spĂ€ter als schon sehr erfolgreiches Schachspieler gemeinsam mit weiteren Mitstreitern die MĂŒnchner Schachstiftung gegrĂŒndet.

Aufgrund der aktuell laufenden Schach-WM hat er uns eine E-Mail gesendet:

Liebe Schachfreunde,

GeraldHertneckder Count-Down fĂŒr das Schach-Ereignis des Jahres lĂ€uft! Am Samstag den 8. November startet in Sotschi das WM-Duell zwischen Titelverteidiger Magnus Carlsen und dem indischen Herausforderer Vishy Anand! Die offizielle Turnierseite findet sich hier (http://www.sochi2014.fide.com/).

Vor einem Jahr in Chennai siegte Carlsen deutlich und ohne Niederlage mit 6,5:3,5. Magnus Carlsen ist zwar nach wie vor die Nummer 1 der Welt und geht daher als Favorit in das Duell. Doch bei seinen letzten beiden Turnieren, der Schacholympiade in Tromsö und dem GM-Turnier in St. Louis musste sich Carlsen jeweils mit dem zweiten Platz begnĂŒgen. Vishy Anand ĂŒberraschte im MĂ€rz viele Experten mit seinem souverĂ€nen Sieg beim Kandidatenturnier, und noch im September gewann er in Bilbao das Grand Slam-Finale.

Meines Erachtens liegt der psychologische Vorteil auf Seiten des langjĂ€hrigen Weltmeisters Anand, da er diesmal als Herausforderer ins Rennen geht, der wenig zu verlieren hat, wĂ€hrend Carlsen im schlimmsten Fall den WM-Titel abgeben muss, was auch zur Verringerung seines Marktwerts fĂŒhren wĂŒrde.

Auch bin ich der Meinung, dass Anand eröffnungstheoretisch besser vorbereitet in den Kampf gehen wird, und aus der Niederlage vom letzten Jahr gelernt hat – insbesondere wird er wohl versuchen, dynamischer zu spielen, und sich nicht so oft in die LieblingsdomĂ€ne von Carlsen drĂ€ngen lassen. Ich rede hier von leicht besseren Endspielen, die Carlsen mit großer Geduld und enormer Ausdauer zum Sieg fĂŒhren kann.

Kurzum, aus meiner Sicht sind die Chancen in diesem spannenden Match völlig ausgeglichen, auch wenn der Unterschied der ELO-Zahl eine deutliche Sprache spricht, nĂ€mlich 2792 bei Anand zu 2863 ELO bei Carlsen. Dies entspricht einer statistischen Gewinnerwartung von etwa 60 zu 40 Prozent. Aber gerade in einem Match ĂŒber 12 Partien spielen auch die Psychologie sowie die Wettkampfdynamik eine nicht unerhebliche Rolle!

Nun stellt sich natĂŒrlich noch die Frage, wie man den Partien des WM-Kampfes am besten folgen kann. Heuer hat sich die SĂŒddeutsche Zeitung entschieden, erstmals in Kooperation mit der MĂŒnchener Schachakademie eine Online Berichterstattung zu bieten. Unter diesem Link (http://www.sueddeutsche.de/thema/Schach-WM) wird Ihnen nach jeder Partie ein bis zu 10-minĂŒtiges Video mit Großmeister Stefan Kindermann geboten, in dem er die Höhepunkte der Partie bespricht und anschaulich illustriert. Wir wĂŒrden uns freuen, wenn Sie sich die Zeit nehmen, diesen Berichten zu folgen.

Gerald Hertneck

Hier noch ein paar Informationen und die Kontaktdaten der MĂŒnchner Schachstiftung:

Mit dem innovativem Trainingskonzept „Schach nach Königsplan“ vermittelt die MĂŒnchner Schach Stiftung Kindern und Jugendlichen wertvolle FĂ€higkeiten fĂŒr ihre weitere Entwicklung.

Neben der KonzentrationsfÀhigkeit und der Entwicklung effektiver Denkstrukturen stehen Motivation und Vertrauen in die eigenen geistigen FÀhigkeiten im Zentrum des Förderprogramms.

Die positiven Auswirkungen des Schachtrainings auf mathematische FĂ€higkeiten, Lese-und Rechtschreibkompetenz sowie die emotional-soziale Entwicklung von Schulkindern sind in zahlreichen wissenschaftlichen Studien klar belegt.

Ich selbst habe das auch erlebt. Wie ich mit zirka 12 Jahren begonnen habe, im Verein Schach zu spielen, sind meine „Schulischen Leistungen“ im Gymnasium schlagartig nach oben gegangen. Und ich bin fest ĂŒberzeugt, dass ich in meiner ganzen beruflichen Zeit der BeschĂ€ftigung mit dem Schachsport viel zu verdanken habe.

An der Stiftung bewundere ich besonders, dass sie in der Tat vielen Kindern, die in einer unterprivilegierten Lebenssituation schon als fĂŒr die Gesellschaft verloren schienen wieder ins soziale Leben zurĂŒckgebracht und erfolgreich gemacht hat.

Kontaktdaten:
MĂŒnchener Schachstiftung
ZweibrĂŒckenstraße 8
80331 MĂŒnchen
fon (0 89) 95 89 43 30
fax (0 89) 95 89 43 32
info@mucschach.de
www.mucschach.de

Roland DĂŒrre
Freitag, der 15. August 2014

Start-up (1) – Scheitern

Wie so manchen Sommer schon befinde ich mich beim Zelten in Porto Ageranos. Der Platz liegt auf dem Peloponnes auf dem mittleren Finger, zirka 10 km sĂŒdlich von Gythio, kurz bevor das wilde Mani beginnt. Vom Zelt sind es gerade 10 Meter zum Meer, die erste Nacht war schon mal so richtig gut. Und da wir die Gegend gut kennen sind wir sofort wieder so richtig zu Hause!

Die Zeit hier nutze ich zum Entspannen, Nachdenken, und nicht zuletzt zum PlĂ€ne schmieden. Und natĂŒrlich zum Schwimmen und Radfahren, gut Essen und einfach nur so mit den Lieben zusammen zu sein. Und natĂŒrlich zum Artikel schreiben (fĂŒr IF-Blog.de).

Diesmal ist das Schwerpunktthema start ups

Ich kenne viele Menschen. Mit manchen davon bin ich freundschaftlich verbunden. Da sind auch viele junge Kollegen dabei. Mir scheint, dass ich mit der jungen Generation gut kann.

Seit ein paar Jahren beschĂ€ftige ich mich mit GrĂŒndungen von Unternehmen. So bin ich immer wieder in der Jury eines Business Plan Wettbewerbs, als Mentor betreue ich Menschen und Unternehmen, die im Werden sind (start ups). Dies mal enger, gelegentlich sporadisch. Und stecke so ein wenig in der Szene drin.

Die meisten Teams, die ich kenne und erlebe, sind toll. Fleißig und kreativ versuchen sie mit höchstem persönlichen Engagement auf vielen Ebenen basierend auf einer spannenden Idee ihr Leben eigenverantwortlich zu fĂŒhren und ein Unternehmen aufzubauen.

Und dann scheitern sie.

Manche scheitern schon beim Start, andere nach Auslauf eines Förderprogrammes wie EXIST oder nach der ersten Finanzierung. Oft dauert der Leidensweg dann eine Weile bis zum endgĂŒltigen „Aus“, ab und zu wird am Schluss noch ein „Notausgang“ gefunden. Und nur ganz, ganz wenige werden erfolgreich, allerdings meist auf andere Art und Weise als vorher geplant.

Die meisten, die scheitern, haben einiges an Kraft und oft auch Geld gelassen. Ihnen bleibt nur der Trost, dass sie viel gelernt haben, also irgendwie dann doch „erfolgreich gescheitert“ sind. Das ist aber ein schwacher Trost, denn in bei einer alternativen Lebenslinie zum Beispiel in einem guten Job bei einem MittelstĂ€ndler hĂ€tten sie vielleicht noch mehr fĂŒr ihre persönliche Zukunft lernen können.

Das bewerte ich als eine gigantische Verschwendung von Kapital, KreativitĂ€t, Fleiß („waste“ im Sinne von Kaizen). Auch die EnttĂ€uschung und der Frust der vielen betroffenen jungen Menschen schmerzt mich. Und ich denke mir oft, dass dieses hĂ€ufige Scheitern in vielen FĂ€llen vermeidbar gewesen wĂ€re.

Denn das massenhafte Scheitern ist gut erklĂ€rbar. Die GrĂŒnder arbeiten in der Regel genauso, wie es die Expertise einer vergangenen Epoche ihnen vorgibt. Und dieses Muster hat noch nie besonders gut funktioniert, heute geht es in der Regel gar nicht mehr auf. Wie sollen in der Welt von morgen die Erfolgsmuster von gestern auch noch funktionieren?

Und die ganz wenigen Ausnahmen – die ĂŒbrigens ausnahmslos aufgrund eines zusammen Kommens besonders glĂŒcklicher ZufĂ€lle basieren – bestĂ€tigen diese Regel.

Warum ist das Scheitern normal?

Die Antwort ist einfach. Zum Beispiel versuchen auch große Konzerne immer wieder, neue Produkte in den Markt zu bringen. Diese Konzerne verfĂŒgen ĂŒber alles, was man fĂŒr eine neue Produkt-Idee braucht: Beliebig viel Kapital, eine renommierte Marke, ein geniales Marketing, eine starke Marketing- und Vertriebs-Organisation, weltweiten Zugang zu den MĂ€rkten, tolle Ingenieure und Lieferanten und vieles mehr. Und vor allem, sie kennen ihren Markt, weil sie ihn sich oft ĂŒber Jahrzehnte „erlernt“ und „erarbeitet“ haben.

Und trotzdem scheitern ihre Produkt-Entwicklungen. Im besten Fall sind nur 10 % solcher Entwicklungen am Markt leidlich erfolgreich. Bei strengeren Messkriterien noch viel weniger.

Nur wie will ein junges Team, das all das nicht hat, da mit halten? Nur mit jugendlicher Unbeschwertheit und KreativitÀt? Das ist doch Unsinn.

Ein Schluss könnte sein, dass junge GrĂŒnder nur eine reelle Chance in ganz neuen MĂ€rkten haben. Dann sollten junge GrĂŒnder (fast) alle GeschĂ€ftsideen, die sich in vorhandenen Technologien und Lösungen meiden. Die Entwicklung scheint diese Annahme zu bestĂ€tigen. Hier vielleicht eine erste vorsichtige Empfehlung an start-ups:

Aufpassen beim Eintritt in MĂ€rkte, die schon besetzt sind!

Große Konzerne stehen sich natĂŒrlich bei kreativen Themen mit ihrer Organisation und ihren Prozessen selber im Weg. Ihr Erfolg hat die negative Seite, dass man zwangslĂ€ufig in alten Mustern denkt. Das erkennen sie auch und sie suchen so die Innovation von außen. Sie grĂŒnden „acceleration“- und „invest“-Abteilungen und suchen die Kooperation mit „start-ups“. Das ist ja auch die neueste Idee von „unternehmerTUM“ der Technischen UniversitĂ€t wie auch vom neuen OberbĂŒrgermeister der Landeshauptstadt MĂŒnchen, Herrn Reiter.

Das Zauberwort „Kooperation von Konzernen und Start-ups“ wird aber auch nicht funktionieren. Denn zum einen leben die alten Unternehmen intensiv die Ablehnung von außen. Das Motto heißt, dass „not invented here“, im eigenen Unternehmen nichts wert ist und nicht sein darf.

Ich habe das beliebig oft beobachtet und auch selbst in einer strategischen Kooperationen mit einem großen Konzern erlebt – dies sogar zweimal. Und ich kenne eine ganze Reihe von Beispielen, bei denen die „unternehmerischen“ Ergebnisse von XXX-Acceleration oder XXX-invest gescheitert sind.

Aber auch das „alte“ Vorgehen ist nur noch in wenigen Ausnahme-FĂ€llen erfolgreich. Ich bringe als Beispiel das Scheitern fast aller „Steuerspar-Modelle“. Wir erleben das seit Jahren nicht nur in den Branchen „Film“, „Immobilien“ ,„Schifffahrt“ oder „alternative Energien“. Auch die großen Verluste von Anlegern bei Projekten im Eisenbahn- oder Kanal-Bau sind gute Beispiele.

Das Scheitern hatte mehrheitlich als Ursache nicht, dass BetrĂŒger oder unseriöse GeschĂ€ftsleute am Werk waren. Das hat es auch gegeben. Aber meistens ist die Ursache des Scheiterns solcher Projekte, dass die dahinter liegenden GeschĂ€ftsmodelle und -plĂ€ne falsch waren. Obwohl sie von Experten „professionell“ erstellt wurden, die ihren Markt bestens kannten.

Und von anderen Experten, wie zum Beispiel von Banken kritisch geprĂŒft wurden. Und das ehrlich, denn die Banken haben ja geprĂŒft, weil sie sich selbst auch dran beteiligen wollten – und sie wollten ja auch keine Verluste machen.

Auch da habe ich ganz persönliche Erfahrungen. In einem Fall hat die von mir hoch eingeschĂ€tzte Sparkasse MĂŒnchen einen geschlossenen Immoblilien-Fonds in jena auf „Herz und Nieren“ geprĂŒft, und ein paar Millionen verloren. Ich war auch dabei, den ich habe der PrĂŒfung der Stadtsparkasse vertraut, aber glĂŒcklicherweise nur einen Betrag im unteren fĂŒnfstelligen Bereich verloren.

Aber wenn die von Experten geschriebenen und von vielen anderen Experten validierten Business PlĂ€ne nicht funktionieren, wie soll dann ein junges GrĂŒndungs-Team ohne Erfahrungen und Marktkenntnis ihr neues Unternehmens-Schiffchen erfolgreich in eine nicht vorhersagbare Zukunft fĂŒhren?

So gesehen erscheinen doch GrĂŒndungen von neuen Unternehmen als aussichtslos oder zumindest als tollkĂŒhne Abenteuer, auf die sich eigentlich kein ernsthafter Mensch einlassen darf.

Ich denke mir aber, dass es möglich ist,die Erfolgswahrscheinlichkeit eines start-ups von gefĂŒhlten 1 : 100 vielleicht sogar auf 1 : 1 (Erfolg zu Scheitern) zu verbessern.

Ich weiß, dass das dies eine sehr mutige Aussage ist und habe mir vorgenommen, in meinen zwei Wochen auf einem Zeltplatz ganz im SĂŒden des Peleponnes auf Mani ein paar Artikel zum Thema „start-up“ hier im IF-Blog zu schreiben. FĂŒr die von mir betreuten „start-ups“ wie fĂŒr alle anderen Leser auch.

RMD

P.S.
Beginnen werde ich in der nÀchsten Folge mit meinem eigenen Werdegang. Ich glaube, da kann man schon viel daraus lernen.

Roland DĂŒrre
Donnerstag, der 3. Juli 2014

Tweets zum Twittern und Bloggen #226

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema: Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

140626 Zu Ehren soll man nichts sparen – so auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140627 Zu einem Ohr hinein, zum andern wieder heraus – normal beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140628 Zu einer LĂŒge gehören immer sieben LĂŒgen – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140629 Zu frĂŒh gefreit hat manchen gereut – so auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140630 Zu grober LĂŒge soll man pfeifen – auf geht es, Blogger und Twitterer! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140701 Zu große Ehre ist halbe Schande – dran denken beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140702 Zu höflich wird tölpelig – Vorsicht beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Immer mehr werde ich zum „aktiven Mobilen“, d.h. bewege ich mich immer mehr aus eigener Körperkraft zu meinen Zielen. Habe auch ein neues persönliches MobilitĂ€tsprogramm in mein Leben gerufen, das ich „Weg vom Fahrrad“ nenne. Einfach weil ich entdeckt habe, dass zu Fuß gehen auch ganz schön sein kann.

Mein (gar nicht so) altes Winterrad (ein Corratec-Alu-Fahrzeug) hat jetzt schon bald 10.000 km auf dem Tacho und ich es noch nie so gemocht. Wie ich jetzt entdeckt habe, dass es bei Utopia mein Traummodell „LONDON“ zu einem einzigartigen Preis als Sonderangebot „Klassik Line“ gibt, bin ich schwach geworden. Und der Konsumteufel hat mich gepackt; ich habe ein mir ein ganz einfaches „Utopia London“ – allerdings mit einer Rohloff-Schaltung – bestellt.

328_Klassik_Line_111003Das gibt es ziemlich komplett inklusive der 14-G. Rohloff zu einem Grundpreis von 2.359,00 €. Das ist fĂŒr ein Utopia London mit dem schönen Kreuz-Stahl-Rahmen ein fast sensationeller Preis, wobei es das Angebot auch nur bis Ende Januar gibt.

Wie ich die technischen Daten lese, fÀllt mir das Gewicht des Fahrrades auf: 16,8 bei einem zulÀssigen Gesamtgewicht von 180 Kilo, also um die 160 Kilo Nutzgewicht.

Und dann denke ich mir, dass 16,8 Kilo schon ganz schön schwer ist. Aber keine Sorge, voll ausgestattete TourenrÀder kommen in der Regel immer in diese Gewichtsklasse.

Ich rechne weiter. Wenn ein Rad 16,8 Kilo wiegt, dann wiegen doch 10 RÀder 168 Kilo. Und 10 mal 10 gleich 100 RÀder wiegen dann 1.680 Kilo. Und dann fÀllt mir ein, dass ein normales Mittelklasse-Fahrzeug im auto-mobilen (also nicht aktiv-mobilen Bereich) ziemlich genauso schwer ist wie 100 solcher schöner Utopia-RÀder. Und dass mit einem solchen Fahrzeug die meiste Zeit auch nur ein Mensch fÀhrt.

100 FahrrĂ€der sind ĂŒbrigens ziemlich viele. Um mir das vorstellen zu können, ĂŒberlege ich mir mal, wie ich 100 solcher FahrrĂ€der auf meinen jetzt kleiner gewordenen GrundstĂŒck unterbringen könnte: 10 FahrrĂ€der hier auf die Einfahrt, 10 FahrrĂ€der dort auf die Terasse, 10 FahrrĂ€der neben dem Gartenhaus, 10 neben dem Komposthaufen, 10 auf dem Schachbrett … verdammt es wird eng. Und ich muss immer noch 50 unterbringen. Wahrscheinlich mĂŒssen die GĂ€stezimmer dann auch noch daran glauben.

Zum Spaß rechne ich weiter. Wenn ich die 2.359 € durch 16,8 Kilo dividiere komme ich auf einen Fahrrad-Kilopreis von 140,42 €. Da ist der Auto-Kilopreis richtig billig dagegen, bei einem angenommenen Preis von 30.000 € fĂŒr einen Mittelklassewagen von 1.680 Kilo kommen da nur 17,86 fĂŒr das „Kilo Auto“ heraus (und bei einem Daczia zum halben Preis nur die HĂ€lfte!). Eigentlich ziemlich wenig, wenn ich mir ĂŒberlege wie viel Stahl, Elektronik, Plastik, seltene Erden und was weiß ich noch alles in so einem Auto steckt. Ganz zu schweigen von den 5 – 10 Tonnen Öl (Quelle), die fĂŒr den Bau des Automobils aufgewendet werden mussten.

Verflixt, Radfahren ist teuer. Wie kann man nur so dumm sein, sich ein Fahrrad zu kaufen?

Aber ich rechne weiter. Unser Auto mit dem Leergewicht von 1.680 Kilo hat eine Zuladung von in der Regel bestenfalls so 500 Kilo. Schon steigt der Nutzlast-Kilopreis auf 60 EURO. Die 100 Utopias dagegen schaffen eine Zuladung von 16.000 Kilo. Macht dann nur noch einen Preis von 14,74 pro Nutzlast-Kilo. Sieht doch schon wieder besser aus.

So könnte man weiter rechnen. Damit will ich Euch aber nicht belasten. Ist ja eh alles nur Spaß.

Das einzige was klar ist: Aktive MobilitĂ€t ist schon irgendwie vernĂŒnftiger als automobile. Nur: Zu Fußgehen ist noch besser.

RMD

P.S.
Das Bild habe ich von Website von utopia-velo.de.

Roland DĂŒrre
Freitag, der 15. MĂ€rz 2013

Schach & Management

Wenn man das greise Alter von mehr als 60 Jahren erreicht hat, dann blickt man auch öfters mal auf das eigene Leben zurĂŒck. Und da ich ganz zufrieden mit dem erreichten und bewirktem bin, denke ich auch ab und zu darĂŒber nach, was und wer mir alles im Leben geholfen hat. Da gibt es einiges. Sicher war das Studium der Mathematik und Informatik eine gute Wahl. Bei Siemens habe ich viel gelernt. Im Leben bin ich immer wieder Menschen begegnet, die mich dann einen StĂŒck des Weges begleitet und dabei sehr geholfen haben. Und wie es scheint habe ich auch die richtige Frau geheiratet.

Da war aber noch weiteres, das mir sehr gut getan hat. So zum Beispiel, dass ich im wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium Jakob Fugger schon sehr frĂŒh BuchfĂŒhrung und BWL erlernt habe.

Und dann gab es noch was von besonderer Wichtigkeit – das Schachspiel. Schach habe ich als kleiner Bub von meinem Vater gelernt und das Schachspiel mit ihm wurde schnell zur regelmĂ€ĂŸigen BeschĂ€ftigung an den Sonntag-Nachmittagen. So ging es los mit der Freude am Schach. In der Unterstufe im Gymnasium habe ich dann zuerst ĂŒber die Schulmannschaft und dann ernsthaft im Verein Schach als Sport betrieben. Und siehe, die Schulnoten wurden ganz schnell besser. Ganz einfach, weil ich beim Schach schnell gelernt habe, mich so richtig zu konzentrieren.

Aber Schach hat mir noch viel mehr gegeben. Ich wĂŒrde sagen, dass ich beim Schach fĂŒrs Leben gelernt habe. Schwierige Situationen im Leben wie im GeschĂ€ft haben durchaus viel Ähnlichkeit mit Problemen, die man vom Schachbrett her kennt. Die Lösungsstrategien, die ich beim Schach gelernt habe, haben mir im realen Leben genutzt. Schach hilft „mit Intuition und Strategie“ Schwieriges anzugehen und zu lösen.

Beim Schachspiel und -sport habe ich auch viele Freunde gewonnen. Gleichgesinnte sind zum Beispiel Dijana Dengler und Stefan Kindermann. Beide sind auch SchachsportlerInnen, allerdings deutlich besser als ich. Die Diplom-Volkswirtin Dijana ist FIDE-Meisterin und hat an zahlreichen Olympiaden teilgenommen. Schach hat sie zu ihrer Mission gemacht. Sie ist so auch die Cheftrainerin der MĂŒnchner Schachstiftung. Die MĂŒnchner Schachstiftung hat große Erfolge bei der Resozialisierung extrem benachteiligter Kinder. Ein erfahrener Street Worker der Landeshauptstadt MĂŒnchen hat mir bestĂ€tigt, dass Schach oft das einzige Mittel ist, solche Kinder und Jugendlichen noch zu erreichen.

Stefan ist Schachgroßmeister und GeschĂ€ftsfĂŒhrer der MĂŒnchner Schachakademie. Auch er hat an Schach-Olympiaden teilgenommen und sich sogar einmal fĂŒr die WM qualifiziert. Beruflich ist er Coach und Psychologischer Berater sowie Autor mehrerer BĂŒcher. Gemeinsam mit Professor Dr. Robert K. Freiherr von WeizsĂ€cker und Dijana hat Stefan den Königsplan entwickelt und trainiert FĂŒhrungskrĂ€fte in Seminaren und Workshops in dieser Disziplin.

Und um den Königsplan geht es jetzt. Denn der Königsplan ĂŒbertrĂ€gt die Strategien des Schachspiels ins echte Leben. Und hilft „Entscheidern“ durch einen klugen Wechsel der Perspektive zu einer vorteilhaften Kombination von Ratio und Intuition.

Ich erlebe immer wieder, wie mir das im Schachsport Erlernte im Leben hilft (privat wie geschĂ€ftlich, aber gehört das eh nicht zusammen?). Es gelingt mir so meine „Lage“ ein klein wenig besser zu bewerten. Ob ich in einer guten oder schlechten Position bin. Und aufbauend auf dieser Bewertung gelingt es mir ein klein wenig öfters die richtige denn die falsche Entscheidung zu treffen.

Und ich glaube, so ein kleiner Vorteil kann schon wesentlich beitragen, dass es einem gut geht und man die Chance hat, ein zufriedener Mensch zu werden.

Da man vom Schach viel lernen kann, gehe ich mal davon aus, dass man von den Meistern dieser Diziplin noch mehr lernen kann. So gehe ich am Samstag, den 11. Mai zu einem offenen Seminartag „Königsplan“. Das Seminar geht von 9:30 bis 17:00 und findet ganz zentral in MĂŒnchen in der ZweibrĂŒckenstraße 8 statt. Das ist gleich neben dem Deutschen Museum.

Freue mich aufs Seminar und natĂŒrlich besonders auf die Menschen, mit denen ich den Königsplan dann gemeinsam erleben darf.

RMD

P.S.
Ein zweites Seminar findet schon frĂŒher, am Freitag, den 26. April in der selben Lokation statt. Das Seminar kostet € 580 incl. MwSt., Verpflegung fĂŒr den Tag und ein signiertes Exemplar des „Königsweg“ sind im Preis inbegriffen. Infos zum Königsplan findet man auf dieser Website, zur Anmeldung per E-Mail geht es hier.

Roland DĂŒrre
Donnerstag, der 29. November 2012

Projekte ruinieren die Gesundheit eines Unternehmens

Und wahrscheinlich auch die Gesundheit der beteiligten Menschen! Eine Polemik ĂŒber die Projektkultur.

Im Blog von Jens Hoffmann fand ich vor einiger Zeit einen schönen Beitrag, der den Sinn von Projekten in Frage gestellt hat. Ich zitiere ein paar spannende SÀtze aus diesem Artikel:

„Projekte haben sich ĂŒberlebt. Ihre Tage als Organisationsform sind gezĂ€hlt. Agile Coaches meinen, Projekte seien ungeeignet, um aktuelle Unternehmensprobleme zu lösen. Sie verhindern die kundenorientierte Wertschöpfung und sind nicht geeignet permanten Wandel wirksam zu steuern. Welche Daseinsberechtigung haben Projekte noch?“

Ich habe den ganzen Artikel mehrfach gelesen und auch fleißig beim Jens im Blog mitkommentiert. Das hat mich inspiriert, diese kleine Polemik zu schreiben:

Sportlicher Erfolg ist vielleicht noch schwerer zu generieren als unternehmerischer. Ich nehme mal das Beispiel „Fußball“. NatĂŒrlich ist der „use case“ mein Lieblingsverein, die SpVgg Unterhaching. Und unsere Supermannschaft der Saison 2012/2013, aus deren Heimspielen in der dritten Liga auch die Bilder sind.

Ich versetze mich mal in die Rolle der verantwortlichen Trainer. Wenn sie ihre Arbeit in Form von Projekten gliedern wĂŒrden, dann „Gute Nacht“. Sie hĂ€tten sofort (viel zu) viele Projekte. Mit beliebig vielen Mit- und (Gegen-)streitern, bezahlten wie ehrenamtlichen Mitarbeiter und Berater. ErwĂŒnschte (wie Spielereltern) oder unerwĂŒnschte (wie Spielereltern).

Gehen wir die Projekte der Reihe nach an: Im Fußball heißt es „nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. So wĂ€re das nĂ€chste Spiel das priore Projekt. Beginn, Ende und Ziel sind da leicht zu definieren. Das Projekt beginnt nach dem Schlusspfiff des n-ten Spieles und hört auf mit dem Schlusspfiff des (n+1)ten Spieles (n als ein Element der Menge der natĂŒrlichen Zahlen). Und das Ziel ist ist ganz einfach zu definieren: Drei Punkte. So einfach sind unsere Projektziele ja meistens nicht.

Die ProjektlĂ€nge betrĂ€gt in der Regel eine Woche. Das passt ja auch gut zu einem Sprint in Scrum. Mannschaft einstellen, Spieler heiß machen und betreuen. Richtiges und Falsches heraus arbeiten, je nach Ausgang des letzten Spieles auf bauen oder runter holen … Videoanalyse, Details anpacken usw.

So das erste Projekt. Es besteht auch gleich wieder aus vielen Teilprojekten. Da muss einiges delegiert und die Ergebnisse integriert werden. Aber noch klingt’s ja  ganz einfach.

Nur – von Spiel zu Spiel denken – wird nicht ausreichen. Es muss sichergestellt werden, dass die Informationen ĂŒber spĂ€tere Gegner konsequent erfasst werden. Das Training muss in vielen Dimensionen systematisiert und variiert werden.

Jeder Spieler stellt (mindestens) ein eigenes Projekt dar. Ganz gleich, ob er Stammspieler ist, die Bank drĂŒcken muss oder gar nicht aufgestellt werden kann.

Das innere und das Ă€ußere Umfeld muss beachtet, divergierende Interessen ausgeglichen werden. Nebenher muss auch noch der Kader fĂŒr die nĂ€chste Saison zusammen gestellt werden. Die Beobachtung von Jugendspielern und die Sichtung von Talenten in der Region ist zu steuern.

Es werden immer mehr Projekte, die „gemanagt“ werden muss. Und ĂŒberall gibt es Mitstreiter. Bezahlte und ehrenamtliche, erwĂŒnschte (wie z.B. Spielereltern) oder unerwĂŒnschte (wie z.B. Spielereltern). Stakeholder ohne Ende. Und viele Besserwisser – nicht nur bei den Fans.

Die KomplexitĂ€t bei so einem Fußballverein ist enorm. Und jetzt soll mal einer die große Planung machen. Der zwingt das alles in Prozesse und baut dazu ganz klassisch eine mechanistische Organisation auf. Wie lange braucht man dann, bis die Übersicht verloren geht?

Das System „Sport“ hat in sich so viele zusammenhĂ€ngende und vernetzte Aufgaben. Wenn man die in Projekte gießt, gerĂ€t das klassische Projekt Management schnell an seine Grenze. Und das Ziel Aufstieg wird ganz schnell in die BrĂŒche gehen und statt dessen kommt das Abstiegsgespenst ins Stadion.

FĂŒr sportlichen Erfolg notwendig ist zuallererst die Kompetenz des handelnden Teams. Möglichst verbunden durch ein tiefes VertrauensverhĂ€ltnis und fast blindes VerstĂ€ndnis der Mitmacher. Besonders muss es zwischen den Protagonisten im Club stimmen. Es muss „an einem Strick gezogen“ werden. Jeder muss intuitiv das „Richtige“ entscheiden und tun. Verantwortung muss ĂŒbernehmen werden. Das im gemeinsamen Streben alles immer besser zu machen und selbst immer besser zu werden. Geeint durch den gemeinsamen großen Wunsch zu gewinnen.

Aber ist das soviel anders als in einem mittelstÀndischen Unternehmen?

RMD

P.S.
🙂 Die schönen Bilder sind natĂŒrlich alle von Heimspielen der SpVgg Unterhaching (von woher auch sonst ). Im Sportpark fotografiert hat Stefan Kukral.

P.S.1
Und morgen am Freitag Abend spielen sie wieder – im Sportpark um 19:00 gegen Darmstadt. Unbedingt kommen!

Roland DĂŒrre
Dienstag, der 2. Oktober 2012

Fußball in Haching – Die Spielvereinigung!

Ich bin ein Fußballer, der sein Hobby mit großer Leidenschaft pflegt, aktiv wie passiv. Der Bolzplatz hat eine zentrale Bedeutung in meinem Leben, genauso wie es das Rosenau-Stadion hatte. Und auch heute freue ich mich sehr, wenn ich ein wenig mitkicken darf.

Als Kind war es mir das Schlimmste, wenn ich bei einem Heimspiel des BCA (Ballspiel Club Augsburg) nicht dabei sein konnte. In 1969 fusionierten der BCA und die Schwaben (TSV 1847 Schwaben Augsburg) zum „Retorten-Verein“ FCA.
Zur ErlĂ€uterung: FĂŒr Augsburg war das damals so, als ob in MĂŒnchen 1860 und die Bayern fusionieren wĂŒrden.

Damals zerbrach fĂŒr mich eine große Tradition, zudem verließ ich meine Heimatstadt und wurde „fußballerisch“ heimatlos. Erst Jahre spĂ€ter entdeckte ich die SpVgg Unterhaching unweit des Headquarters der InterFace AG. Da entstand eine neue Fußball-Liebe und seither pilgere ich regelmĂ€ĂŸig mit meinen kleinen und großen Kindern in die GrĂŒnau und spĂ€ter in den Sportpark.

Hier ein aktuelles Bild vom Spiel am letzten Sonntag „SpVgg Unterhaching – Kickers Offenbach“. Leider haben wir 0:3 verloren, das Pech hat nur so an den Hachinger Kickstiefeln geklebt. NatĂŒrlich war ich dabei und habe mit gelitten.

Im Sportpark haben wir aber schon viele tolle Spiele erlebt und zahlreiche Aufstiege gefeiert. 1999/2000 waren wir plötzlich in der Bundesliga. Und ich und viele meiner Freunde erinnern sich noch ganz genau an das legendĂ€re Eigentor in der 21. Spielminute am 20. Mai 2000. Der damalige „Noch-Leverkuser“ Ballack hat es mit der Hacke erzielt und verhalf damit Haching zum Siege und den Bayern zur Deutschen Meisterschaft.

Da ist die TribĂŒne, auf der ich, wenn irgendwie möglich, bei jedem Heimspiel sitze. Und natĂŒrlich meistens jubeln darf, weil die SpVgg zu Hause eine Macht ist und fast immer gewinnt!

Viel ist seit dem Jahr 2000 passiert. Es gab Höhen und Tiefen. Zwischendurch haben wir Hachinger Fans ganz schön gelitten. Seit einem Jahr geht es aber richtig aufwÀrts. Das alte PrÀsidium hat vor der Saison 2011/2012 einen radikalen Umbruch eingeleitet. Der wurde vom neuen Team um Manfred (Manni) Schwabl konsequent fortgesetzt und weiter verbessert.

Gemeinsam mit seinen GeschĂ€ftsfĂŒhrern Markus Sieger und Florian Rensch hat der neue PrĂ€sident den Verein komplett verwandelt. Hut ab! Es wurde eine junge Mannschaft aufgebaut, ausschließlich mit Spielern aus der Region. Das Trainer-Team bestehend aus Claus Schromm und Manuel Baum, unterstĂŒtzt von Florian Ernst hat diese Mannschaft zu einem Team geformt, das jungen und frischen Zauberfußball spielt. So wie Borussia Dortmund in der Bundesliga.

Ein wichtiges Auswahlkriterium beim Aufbau der neuen Mannschaft war neben dem fußballerischem Können der Charakter der Spieler. Und schon geht es wieder aufwĂ€rts. So spielt die SpVgg Unterhaching mit dem mit Abstand niedrigstem Budget der 3. Liga plötzlich wieder vorne mit. Wir bleiben aber demĂŒtig und wissen, dass es in diesem Jahr vor allem darum geht, den Platz in der dritten Liga zu festigen.

Aber wir freuen uns auf die Zukunft. Mit den drei „Erfolgs-K„, wie sie der mir gut bekannte Sport-Professor und -Berater Dr. Alfons Madeja formuliert hat, sind wir auf einem guten Weg: Dank der hohen Kompetenz des handelnden und verantwortlichen Teams um Manni Schwabl und eines klaren, bescheidenen aber wohlĂŒberlegtem Konzeptes wird auch das benötigte Kapital bald wieder kommen.

Meine kleine Isetta geht ĂŒbrigens auch gerne in den Sportpark, um dort Fußball zu schauen. Und so möchte Euch alle bitten, es genau so zu machen und möglichst oft zu unseren Heimspielen im Sportpark zu kommen! Es gibt Traumfußball. Und Mannschaft und Management haben wirklich noch mehr Zuschauer verdient!

RMD

P.S.
Die beiden Fußballphotos sind von Stefan Kukral (Eventfotografie Kukral, Ringstrasse 163, 82041 Oberhaching). Die Isetta vor dem Sportpark wurde von Johannes Naumann, InterFace AG, aufgenommen.

P.S.1
Und zum nĂ€chsten Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt am Samstag, den 20. Oktober, sind wir dann alle wieder im Sportpark!