Roland DürreFreitag, der 15. März 2013
Schach & Management
Wenn man das greise Alter von mehr als 60 Jahren erreicht hat, dann blickt man auch öfters mal auf das eigene Leben zurück. Und da ich ganz zufrieden mit dem erreichten und bewirktem bin, denke ich auch ab und zu darüber nach, was und wer mir alles im Leben geholfen hat. Da gibt es einiges. Sicher war das Studium der Mathematik und Informatik eine gute Wahl. Bei Siemens habe ich viel gelernt. Im Leben bin ich immer wieder Menschen begegnet, die mich dann einen Stück des Weges begleitet und dabei sehr geholfen haben. Und wie es scheint habe ich auch die richtige Frau geheiratet.
Da war aber noch weiteres, das mir sehr gut getan hat. So zum Beispiel, dass ich im wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium Jakob Fugger schon sehr früh Buchführung und BWL erlernt habe.
Und dann gab es noch was von besonderer Wichtigkeit – das Schachspiel. Schach habe ich als kleiner Bub von meinem Vater gelernt und das Schachspiel mit ihm wurde schnell zur regelmäßigen Beschäftigung an den Sonntag-Nachmittagen. So ging es los mit der Freude am Schach. In der Unterstufe im Gymnasium habe ich dann zuerst über die Schulmannschaft und dann ernsthaft im Verein Schach als Sport betrieben. Und siehe, die Schulnoten wurden ganz schnell besser. Ganz einfach, weil ich beim Schach schnell gelernt habe, mich so richtig zu konzentrieren.
Aber Schach hat mir noch viel mehr gegeben. Ich würde sagen, dass ich beim Schach fürs Leben gelernt habe. Schwierige Situationen im Leben wie im Geschäft haben durchaus viel Ähnlichkeit mit Problemen, die man vom Schachbrett her kennt. Die Lösungsstrategien, die ich beim Schach gelernt habe, haben mir im realen Leben genutzt. Schach hilft “mit Intuition und Strategie” Schwieriges anzugehen und zu lösen.
Beim Schachspiel und -sport habe ich auch viele Freunde gewonnen. Gleichgesinnte sind zum Beispiel Dijana Dengler und Stefan Kindermann. Beide sind auch SchachsportlerInnen, allerdings deutlich besser als ich. Die Diplom-Volkswirtin Dijana ist FIDE-Meisterin und hat an zahlreichen Olympiaden teilgenommen. Schach hat sie zu ihrer Mission gemacht. Sie ist so auch die Cheftrainerin der Münchner Schachstiftung. Die Münchner Schachstiftung hat große Erfolge bei der Resozialisierung extrem benachteiligter Kinder. Ein erfahrener Street Worker der Landeshauptstadt München hat mir bestätigt, dass Schach oft das einzige Mittel ist, solche Kinder und Jugendlichen noch zu erreichen.
Stefan ist Schachgroßmeister und Geschäftsführer der Münchner Schachakademie. Auch er hat an Schach-Olympiaden teilgenommen und sich sogar einmal für die WM qualifiziert. Beruflich ist er Coach und Psychologischer Berater sowie Autor mehrerer Bücher. Gemeinsam mit Professor Dr. Robert K. Freiherr von Weizsäcker und Dijana hat Stefan den Königsplan entwickelt und trainiert Führungskräfte in Seminaren und Workshops in dieser Disziplin.
Und um den Königsplan geht es jetzt. Denn der Königsplan überträgt die Strategien des Schachspiels ins echte Leben. Und hilft “Entscheidern” durch einen klugen Wechsel der Perspektive zu einer vorteilhaften Kombination von Ratio und Intuition.
Ich erlebe immer wieder, wie mir das im Schachsport Erlernte im Leben hilft (privat wie geschäftlich, aber gehört das eh nicht zusammen?). Es gelingt mir so meine “Lage” ein klein wenig besser zu bewerten. Ob ich in einer guten oder schlechten Position bin. Und aufbauend auf dieser Bewertung gelingt es mir ein klein wenig öfters die richtige denn die falsche Entscheidung zu treffen.
Und ich glaube, so ein kleiner Vorteil kann schon wesentlich beitragen, dass es einem gut geht und man die Chance hat, ein zufriedener Mensch zu werden.
Da man vom Schach viel lernen kann, gehe ich mal davon aus, dass man von den Meistern dieser Diziplin noch mehr lernen kann. So gehe ich am Samstag, den 11. Mai zu einem offenen Seminartag “Königsplan”. Das Seminar geht von 9:30 bis 17:00 und findet ganz zentral in München in der Zweibrückenstraße 8 statt. Das ist gleich neben dem Deutschen Museum.
Freue mich aufs Seminar und natürlich besonders auf die Menschen, mit denen ich den Königsplan dann gemeinsam erleben darf.
RMD
P.S.
Ein zweites Seminar findet schon früher, am Freitag, den 26. April in der selben Lokation statt. Das Seminar kostet € 580 incl. MwSt., Verpflegung für den Tag und ein signiertes Exemplar des “Königsweg” sind im Preis inbegriffen. Infos zum Königsplan findet man auf dieser Website, zur Anmeldung per E-Mail geht es hier.
Roland DürreDonnerstag, der 29. November 2012
Projekte ruinieren die Gesundheit eines Unternehmens
Und wahrscheinlich auch die Gesundheit der beteiligten Menschen! Eine Polemik über die Projektkultur.
Im Blog von Jens Hoffmann fand ich vor einiger Zeit einen schönen Beitrag, der den Sinn von Projekten in Frage gestellt hat. Ich zitiere ein paar spannende Sätze aus diesem Artikel:
“Projekte haben sich überlebt. Ihre Tage als Organisationsform sind gezählt. Agile Coaches meinen, Projekte seien ungeeignet, um aktuelle Unternehmensprobleme zu lösen. Sie verhindern die kundenorientierte Wertschöpfung und sind nicht geeignet permanten Wandel wirksam zu steuern. Welche Daseinsberechtigung haben Projekte noch?”
Ich habe den ganzen Artikel mehrfach gelesen und auch fleißig beim Jens im Blog mitkommentiert. Das hat mich inspiriert, diese kleine Polemik zu schreiben:
Sportlicher Erfolg ist vielleicht noch schwerer zu generieren als unternehmerischer. Ich nehme mal das Beispiel “Fußball”. Natürlich ist der “use case” mein Lieblingsverein, die SpVgg Unterhaching. Und unsere Supermannschaft der Saison 2012/2013, aus deren Heimspielen in der dritten Liga auch die Bilder sind.
Ich versetze mich mal in die Rolle der verantwortlichen Trainer. Wenn sie ihre Arbeit in Form von Projekten gliedern würden, dann “Gute Nacht”. Sie hätten sofort (viel zu) viele Projekte. Mit beliebig vielen Mit- und (Gegen-)streitern, bezahlten wie ehrenamtlichen Mitarbeiter und Berater. Erwünschte (wie Spielereltern) oder unerwünschte (wie Spielereltern).
Gehen wir die Projekte der Reihe nach an: Im Fußball heißt es “nach dem Spiel ist vor dem Spiel”. So wäre das nächste Spiel das priore Projekt. Beginn, Ende und Ziel sind da leicht zu definieren. Das Projekt beginnt nach dem Schlusspfiff des n-ten Spieles und hört auf mit dem Schlusspfiff des (n+1)ten Spieles (n als ein Element der Menge der natürlichen Zahlen). Und das Ziel ist ist ganz einfach zu definieren: Drei Punkte. So einfach sind unsere Projektziele ja meistens nicht.
Die Projektlänge beträgt in der Regel eine Woche. Das passt ja auch gut zu einem Sprint in Scrum. Mannschaft einstellen, Spieler heiß machen und betreuen. Richtiges und Falsches heraus arbeiten, je nach Ausgang des letzten Spieles auf bauen oder runter holen … Videoanalyse, Details anpacken usw.
So das erste Projekt. Es besteht auch gleich wieder aus vielen Teilprojekten. Da muss einiges delegiert und die Ergebnisse integriert werden. Aber noch klingt’s ja ganz einfach.
Nur – von Spiel zu Spiel denken – wird nicht ausreichen. Es muss sichergestellt werden, dass die Informationen über spätere Gegner konsequent erfasst werden. Das Training muss in vielen Dimensionen systematisiert und variiert werden.
Jeder Spieler stellt (mindestens) ein eigenes Projekt dar. Ganz gleich, ob er Stammspieler ist, die Bank drücken muss oder gar nicht aufgestellt werden kann.
Das innere und das äußere Umfeld muss beachtet, divergierende Interessen ausgeglichen werden. Nebenher muss auch noch der Kader für die nächste Saison zusammen gestellt werden. Die Beobachtung von Jugendspielern und die Sichtung von Talenten in der Region ist zu steuern.
Es werden immer mehr Projekte, die “gemanagt” werden muss. Und überall gibt es Mitstreiter. Bezahlte und ehrenamtliche, erwünschte (wie z.B. Spielereltern) oder unerwünschte (wie z.B. Spielereltern). Stakeholder ohne Ende. Und viele Besserwisser – nicht nur bei den Fans.
Die Komplexität bei so einem Fußballverein ist enorm. Und jetzt soll mal einer die große Planung machen. Der zwingt das alles in Prozesse und baut dazu ganz klassisch eine mechanistische Organisation auf. Wie lange braucht man dann, bis die Übersicht verloren geht?
Das System “Sport” hat in sich so viele zusammenhängende und vernetzte Aufgaben. Wenn man die in Projekte gießt, gerät das klassische Projekt Management schnell an seine Grenze. Und das Ziel Aufstieg wird ganz schnell in die Brüche gehen und statt dessen kommt das Abstiegsgespenst ins Stadion.
Für sportlichen Erfolg notwendig ist zuallererst die Kompetenz des handelnden Teams. Möglichst verbunden durch ein tiefes Vertrauensverhältnis und fast blindes Verständnis der Mitmacher. Besonders muss es zwischen den Protagonisten im Club stimmen. Es muss “an einem Strick gezogen” werden. Jeder muss intuitiv das “Richtige” entscheiden und tun. Verantwortung muss übernehmen werden. Das im gemeinsamen Streben alles immer besser zu machen und selbst immer besser zu werden. Geeint durch den gemeinsamen großen Wunsch zu gewinnen.
Aber ist das soviel anders als in einem mittelständischen Unternehmen?
RMD
P.S.
Die schönen Bilder sind natürlich alle von Heimspielen der SpVgg Unterhaching (von woher auch sonst ). Im Sportpark fotografiert hat Stefan Kukral.
P.S.1
Und morgen am Freitag Abend spielen sie wieder – im Sportpark um 19:00 gegen Darmstadt. Unbedingt kommen!
Roland DürreDienstag, der 2. Oktober 2012
Fußball in Haching – Die Spielvereinigung!
Ich bin ein Fußballer, der sein Hobby mit großer Leidenschaft pflegt, aktiv wie passiv. Der Bolzplatz hat eine zentrale Bedeutung in meinem Leben, genauso wie es das Rosenau-Stadion hatte. Und auch heute freue ich mich sehr, wenn ich ein wenig mitkicken darf.
Als Kind war es mir das Schlimmste, wenn ich bei einem Heimspiel des BCA (Ballspiel Club Augsburg) nicht dabei sein konnte. In 1969 fusionierten der BCA und die Schwaben (TSV 1847 Schwaben Augsburg) zum “Retorten-Verein” FCA.
Zur Erläuterung: Für Augsburg war das damals so, als ob in München 1860 und die Bayern fusionieren würden.
Damals zerbrach für mich eine große Tradition, zudem verließ ich meine Heimatstadt und wurde “fußballerisch” heimatlos. Erst Jahre später entdeckte ich die SpVgg Unterhaching unweit des Headquarters der InterFace AG. Da entstand eine neue Fußball-Liebe und seither pilgere ich regelmäßig mit meinen kleinen und großen Kindern in die Grünau und später in den Sportpark.
Hier ein aktuelles Bild vom Spiel am letzten Sonntag “SpVgg Unterhaching – Kickers Offenbach”. Leider haben wir 0:3 verloren, das Pech hat nur so an den Hachinger Kickstiefeln geklebt. Natürlich war ich dabei und habe mit gelitten.
Im Sportpark haben wir aber schon viele tolle Spiele erlebt und zahlreiche Aufstiege gefeiert. 1999/2000 waren wir plötzlich in der Bundesliga. Und ich und viele meiner Freunde erinnern sich noch ganz genau an das legendäre Eigentor in der 21. Spielminute am 20. Mai 2000. Der damalige “Noch-Leverkuser” Ballack hat es mit der Hacke erzielt und verhalf damit Haching zum Siege und den Bayern zur Deutschen Meisterschaft.

Da ist die Tribüne, auf der ich, wenn irgendwie möglich, bei jedem Heimspiel sitze. Und natürlich meistens jubeln darf, weil die SpVgg zu Hause eine Macht ist und fast immer gewinnt!
Viel ist seit dem Jahr 2000 passiert. Es gab Höhen und Tiefen. Zwischendurch haben wir Hachinger Fans ganz schön gelitten. Seit einem Jahr geht es aber richtig aufwärts. Das alte Präsidium hat vor der Saison 2011/2012 einen radikalen Umbruch eingeleitet. Der wurde vom neuen Team um Manfred (Manni) Schwabl konsequent fortgesetzt und weiter verbessert.
Gemeinsam mit seinen Geschäftsführern Markus Sieger und Florian Rensch hat der neue Präsident den Verein komplett verwandelt. Hut ab! Es wurde eine junge Mannschaft aufgebaut, ausschließlich mit Spielern aus der Region. Das Trainer-Team bestehend aus Claus Schromm und Manuel Baum, unterstützt von Florian Ernst hat diese Mannschaft zu einem Team geformt, das jungen und frischen Zauberfußball spielt. So wie Borussia Dortmund in der Bundesliga.
Ein wichtiges Auswahlkriterium beim Aufbau der neuen Mannschaft war neben dem fußballerischem Können der Charakter der Spieler. Und schon geht es wieder aufwärts. So spielt die SpVgg Unterhaching mit dem mit Abstand niedrigstem Budget der 3. Liga plötzlich wieder vorne mit. Wir bleiben aber demütig und wissen, dass es in diesem Jahr vor allem darum geht, den Platz in der dritten Liga zu festigen.
Aber wir freuen uns auf die Zukunft. Mit den drei “Erfolgs-K“, wie sie der mir gut bekannte Sport-Professor und -Berater Dr. Alfons Madeja formuliert hat, sind wir auf einem guten Weg: Dank der hohen Kompetenz des handelnden und verantwortlichen Teams um Manni Schwabl und eines klaren, bescheidenen aber wohlüberlegtem Konzeptes wird auch das benötigte Kapital bald wieder kommen.
Meine kleine Isetta geht übrigens auch gerne in den Sportpark, um dort Fußball zu schauen. Und so möchte Euch alle bitten, es genau so zu machen und möglichst oft zu unseren Heimspielen im Sportpark zu kommen! Es gibt Traumfußball. Und Mannschaft und Management haben wirklich noch mehr Zuschauer verdient!
RMD
P.S.
Die beiden Fußballphotos sind von Stefan Kukral (Eventfotografie Kukral, Ringstrasse 163, 82041 Oberhaching). Die Isetta vor dem Sportpark wurde von Johannes Naumann, InterFace AG, aufgenommen.
P.S.1
Und zum nächsten Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt am Samstag, den 20. Oktober, sind wir dann alle wieder im Sportpark!
Roland DürreDienstag, der 29. Mai 2012
Utb Planwagen #2 – Mein erster Tag in Tschechien
In bin das erste Mal in diesem “neuen” Land, dem Ergebnis einer freiwilligen und friedlichen Scheidung der “Länder(-zwangs-)ehe Tschechoslowakei”. Die Slowakei habe ich schon bei Radtouren unter anderem ans schwarze Meer erlebt, Tschechien ist für mich ganz neu!
Wir sind in einer ländlichen Gegend und der Radius unserer Ausflüge durch unsere Verkehrsmittel Kutsche und Fahrrad beschränkt. So sind die Eindrücke sicher nicht repräsentativ.
Uns sind ausnahmslos sehr freundliche und immer hilfsbereite Menschen begegnet. Die Verständigung war oft schwierig. Obwohl die Gegend, in der wir reisen, früher wohl eher zweisprachig (tschechisch und deutsch) war und die Orte mit ihren ehemaligen deutschen Namen in Wikipedia beschrieben sind, ist die Verständigung schwierig.
Nur ganz wenige der Menschen sprechen hier deutsch. Englisch oder gar französisch ist auch mit jungen Menschen nicht Ziel führend, die Schulbildung in unserer Gegend scheint sehr einsprachig zu erfolgen.
Am ersten Abend fanden wir (nicht ganz einfach) ein offenes Lokal. Die Bestellung war noch schwieriger.
Aber in die tschechische Sprache scheinen sich viele Anglizismen wie “Kola” und “Pommfrits” eingeschlichen zu haben. So konnten zumindest unsere Kinder, die Tochter Maresa (16 Jahre) und ihre Freundin Susanne (18 Jahre) beim ersten Abendessen etwas bestellen, was sie kannten.
Die drei “Erwachsenen” (die Gudrun aus Stralsund, die Barbara und ich) bestellten ihr Essen aber blind und waren dann positiv überrascht. Auf den Tisch kamen dann zum Beispiel “Gebratene Knödelscheiben mit Käse” oder “Gebackener Käse mit Kartoffeln”. Einen Salat zu bestellen aber zum Beispiel war unmöglich. Ob sprachlich bedingt oder weil nicht vorrätig, das weiß ich nicht.
Das Land ist für den EURO-Ländler sehr preiswert. Für den Südländer vielleicht noch preiswerter als für den Bundesdeutschen. Im kleinen Lokal zu fünft für 600 Tschechische Kronen gespeist, was umgerechnet in etwa 25 EURO betrifft. Ein vergleichbares Pizza-Essen in Palermo war vor zwei Monaten teurer als im “Hochpreisland” Bayern.
Und das obwohl die drei “Erwachsenen” jeweils zwei Halbe des uns schon vom Bahnhof Pilsen gut bekannten Gambrinus und die beiden Kinder zwei “tschechische Kola” hatten. Wobei mir auffällt, dass Länder mit eigener Währung wohl immer noch ein lokales Kola haben. Das dann noch mal billiger als der Import-Stoff ist.
Die Einkommen sind hier aber so niedrig, dass das Leben für die Menschen alles andere als billig ist. Sie erleben die Preise in den Geschäften von Lidl, Billa und Kaufland (fest in der Hand von “westlichen” Konzernen) als sehr teuer.
Am häufigsten haben wir “Konzum-Läden” gesehen. Ein Teil des Handels scheint also noch in tschechischer Hand zu sein.
Der Eigentümer und Betreiber unseres Hofes ist ein Schweizer Ehepaar. Es ist eine ganz bewusst klein gehaltene Anlage. So stehen auf einem riesengroßen Freigelände nur 5 Planwagen für Gäste bereit. Vier davon sind mit Familien mit mehreren kleinen und mittelalten Kindern bewohnt, so dass hier alles sehr angenehm und überschaubar ist.
Hinter dem Camp ist ein großer Weiher, in dem man exzellent schwimmen und (auf ihm) Boot fahren kann.
Heute steht eine längere Tour (15 km) auf dem Programm und die Barbara – unsere Kutscherin – darf den Planwagen alleine – nur mit unserer Hilfe steuern. Und morgen geht es zu einem anderen Camp, an dem wir übernachten werden.
RMD
P.S.
Dieser Artikel wurde mit selbst erzeugtem Solarstrom kreiert, gewonnen von einer sehr angenehmen tschechischen Sonne, inspiriert von einem Becher Becherova.
Und hier der Link zum Pferdecamp!
Roland DürreDonnerstag, der 24. Mai 2012
Niedergang des Fahrrads
Gestern hatte ich einen Termin in Pasing. Google Maps hat mir von Unterhaching knapp 20 km zum Ziel angezeigt, also bin ich rechtzeitig mit dem Fahrrad los gefahren.
Natürlich war ich wieder zu früh am Treffpunkt, den Pasing-Arcaden. Gut 20 Minuten hatte ich jetzt Zeit. Der Hinweis auf eine Ausstellung “Geschichte des Velos” lockte mich in den Verkaufstempel, die “Mall”, wie es auf neudeutsch heißt.
Die Ausstellung ist übrigens sehr zu empfehlen. Es gibt schöne Objekte zu sehen und informative Texte zu lesen. Allerdings geht die Ausstellung in den Arcaden nur bis zum 25. Mai – das heißt bis morgen. Also muss man sich sputen.
Besonders interessant war für mich der Bereich, der die Rolle des Fahrrades nach dem 2. Weltkrieg beschrieb. Da ging es unter anderem um den Niedergang der Nutzung von Fahrrädern in den 50iger und 60iger Jahren, dies trotz seiner de facto Überlegenheit nicht nur im urbanen Verkehr.
Zwei Gründe wurden dafür als wesentlich angegeben:
- Fahrradfahren galt damals als die Mobilität der Armen!
Im Wirtschaftswunderland Deutschland war Motorisierung ein Synonym für Reichtum. Motorisierte Fahrzeuge, wie Moped, der Kleinwagen und natürlich später die Limousine, waren die Symbole des Wohlstands. Ich kann nur raten, ob das eine Folge eines genialen Marketings war oder ein Ausdruck des sich im Wirtschaftswunderland Deutschland neu entwickelnden Lebensgefühls. Wahrscheinlich eine Mischung von beidem. - Fahrradfahren macht nur Ärger!
Diese Erfahrung mussten viele Radler ganz neu machen. Als wesentliche Ursache dafür wurden die von Kauf- und Versandhäusern angebotenen Billigräder genannt. Diese hatten (natürlich) eine schlechtere Qualität als die alten Fahrräder aus den Manufakturen, wurden aber trotzdem aufgrund des Preises und einer attraktiven Lackierung bevorzugt zu Lasten der Qualitätsräder gekauft und machten dann nur Ärger …
Und wer will das schon? Als arm gelten und nur Ärger haben!
So haben wir es wieder mal. Das Marketing schafft Werte und Emotion und der Billigkult exekutiert dann. Und das zum Nachteil von uns allen.
RMD
P.S.
Das Bild habe ich aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons eingebunden.
Roland DürreDienstag, der 27. Dezember 2011
Treppen steigen
Ich habe einen Freund, der denkt so ein wenig wie ich. Fährt wenn möglich Fahrrad oder öffentlich und lebt ohne Auto. Anders als ich arbeitet er beim Freistaat. Der hat ihm ein tolles Büro zur Verfügung gestellt. Das liegt sehr zentral in einer schönen Gegend der Landeshauptstadt. Sein Zimmer ist im vierten Stock.
Aus Prinzip nimmt er immer die Treppe, wenn er hoch in sein Büro muss. Und auch sonst ist er viel zu Fuß und mit dem Rad unterwegs. Macht aber außer Schi Fahren eigentlich keinen Sport.
Mein Freund hat einen sympathischen Chef. Der ist überzeugter Autofahrer. Er erledigt alle Wege mit dem Auto. Zu Hause hat er einen Tiefgaragen-Stellplatz. Sein Leben führt ihn sozusagen von Tiefgarage zu Tiefgarage, von Parkhaus zu Parkhaus. Dies Tag ein und Tag aus, das ganze Jahr.
Konsequenter Weise nimmt er auch immer den Aufzug auf den Weg von der Tiefgarage in sein Büro – das sich auch im vierten Stock befindet.
Der Chef lebt sehr bewusst. Er ernährt sich vernünftig und macht regelmäßig Sport. Das nimmt er sehr ernst und besucht regelmäßig zwei mal die Woche ein Fitness-Center. Dort trainiert er gewissenhaft unter wissenschaftlich fundierter Anleitung.
Vor kurzem gelang es meinem Freund, seinen Chef nach dem Mittagessen mal dazu zu bewegen, auf den Aufzug zu verzichten und mit ihm gemeinsam die Treppe vom Erdgeschoss in den vierten Stock zu nutzen.
Schon auf der dritten Etage war der Chef völlig außer Atem …
Nur so zum schmunzeln.
RMD
Roland DürreDienstag, der 11. Oktober 2011
MVV im Chaos
Gestern in der Frühe muss es beim MVV wieder so richtig chaotisch zugegangen sein. Verkehrschaos am Marienplatz lese ich.
Bis Mittag sollen die S-Bahnen unregelmäßig und verspätet gefahren sein. Und Tausende von Pendlern haben massive Verspätungen erlebt.
Die AZ erklärt ausführlich die Ursachen. Ein durchaus lesenswerter Artikel, diesmal in der “Regenbogenpresse”.
Die Anlässe für die Verspätung sind ganz klitzeklein. Bei der U-Bahn ist ein Signal auf “ROT” stehen geblieben. Und bei der S-Bahn ist auf der Stammstrecke ein Mann ohnmächtig geworden. Beides hat genügt, um zu einem öffentlichen Verkehrsinfarkt zu führen.
Heute Abend spielt Deutschland gegen Belgien. Ein Fußballspiel. Wenn sich da ein Spieler – auch schwerwiegend – verletzt, wird er auf einer Bahre vom Spielfeld getragen. Und das Spiel geht weiter.
Roland DürreSonntag, der 9. Oktober 2011
Wirklich Wichtiges!
Ich könnte ja heute zum Sonntag über den gerade entdeckten Bundestrojaner schreiben (ARD). Experten-Urteil dazu: Schlecht geschützt und verstößt gegen geltendes Recht. Nur: Dass es so etwas gibt, ist doch klar. Und dass so ein Bundestrojaner nicht gut gemacht ist, war doch auch zu erwarten. Und wen interessiert heute noch, was rechtens ist? Die Regierung bestimmt nicht.
Ich könnte auch über die Bankenrettung in Frankreich schreiben. Wo die französischen Banken so viele griechische Anleihen in den Depots haben sollen und sie so bei einer Pleite von Griechenland pleite gehen würden. Und die jetzt auch einen Schutzschirm bekommen sollen. Dabei wird Griechenland doch gerade von einem Schutzschild gerettet und die EZB hat doch angeblich dank ihres französischen Präsidenten schon vor geraumer Zeit die faulen Griechenland-Anleihen der französischen Banken aufgekauft. Zum Ärger der deutschen Banken.
Aber auch das ist doch alles Unsinn und interessiert mittlerweile keinen vernünftigen Menschen mehr. Nach meiner Meinung zu recht. Das System hat sich entpersonalisiert und verselbstständigt. Wir können nur noch abwarten, was passiert, uns durch mogeln und wenn es irgendwie geht, ethisch fundierten Widerstand gegen die aktuelle Unmoral leisten.
Also folge ich unserer IF-Blog-Autorin Sabine (2s) und schreibe über das wirklich Wichtige im Leben – Schuhe!
Sabine SammerSamstag, der 8. Oktober 2011
Die Qual der Wahl …
Die Qual der Wahl – oder warum es manchmal besser ist doch keine Wahl zu treffen
Das Wandern ist des Müllers Lust….
und bei positiver herbstlicher Wetterprognose auch die meine…..
Allerdings wollte ich für diesjährige Wandersaison in neues Schuhwerk investieren. Wie kam ich nur auf diese komische Idee???
Also zog ich eines schönen Samstags los und machte mich auf in die Münchner Innenstadt – eine denkbar ungünstige Idee – oder schon wieder so genial, denn genau die gleiche hatten unzählige andere Menschen auch.
Bester Laune und frohen Mutes betrat ich ein für Outdooraktivitäten (gehört da Wandern dazu?) ausgerüstetes Fachgeschäft. Trekkingausrüstung 4. OG verriet die Infotafel – der Aufzug heillos überfüllt und in einem Schneckentempo unterwegs. Offensichtlich soll schon hier die jeweilige Kondition getestet werden – also auf die Treppe – fertig – los. Wer durchhält darf auch einkaufen….
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Roland DürreMittwoch, der 5. Oktober 2011
Radeln in den goldenen Oktober – RTB #5 – Von Udine nach Cáorle
Auch von dieser Etappe gibt es eigentlich nur zu berichten, dass sie auch wieder wunderschön war. Wieder mal bestes Wetter. Könnte für den geneigten Leser ja langsam langweilig werden.
Diesmal mussten wir uns ohne unseren “Papier-Führer” selbst orientieren. Mit Karte und GPS haben wir eine recht gute Wegführung gefunden, die uns auch ein paar sehr befahrene Wegstrecken umgehen ließ.
So ging es fast immer geteerte kleine Landstraßen. Die Räder liefen ausgezeichnet, unterbrochen von zwei Pausen:
Ein schöner Imbiss am frühen Mittag mit perfektem italienischen Eis an der Bar einer Pamalata-Fabrik, am frühen Nachmittage eine kleine zweite Pause im unten abgebildeten Restaurant.
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