Roland Dürre
Montag, der 4. Februar 2019

Wert, Moral, Prinzip – was bedeutet was?

 Freiheit? Moral? Wert? Prinzip? Wahrheit? Gewissheit?

Mit schön klingenden Begriffen und durch die Nutzung von „buzzwords“ versuchen Politiker und das Marketing der großen Konzerne die Menschen zu beeindrucken (und zum Kaufen zu bringen). Die einen, weil sie unsere Stimme wollen, die anderen, weil sie unser Bestes – unser Geld – wollen.

Der vorsätzlich schlampige Umgang mit Sprache ist Teil der „neuen Unredlichkeit“.

Sprache soll manipulieren. Es gibt soviele Begriffe, die gut geeignet sind, Menschen zu verführen. Die werden in den großen Aussagen benutzt. Dies besonders gern von Leuten, die sich selbst im Besitz einer wie auch immer gearteten Wahrheit meinen (korrekt wäre das als Gewissheit zu bezeichnen). Sie nutzen Begriffe, die sie zwar selber nicht verstehen, von denen sie jedoch erhoffen, dass sie helfen ihre Gewissheiten zu verkaufen.

Sie beschäftigen sich nicht damit, was diese Worte eigentlich bedeuten, sondern plappern sie einfach nach. Wir sollten wir die Aussagen, die auf uns prallen, genauso wie die verwendeten Worte gründlich auf den Prüfstand stellen. Den wir leben im Zeitalter des unverantworteten Geschwätzes.

1983 hatte ich das Glück an einem sehr hochwertigen Management Seminar zum Thema Dialektik in Frankfurt bei Rupert Lay Teil haben zu dürfen. Rupert Lay galt damals als der Nestor in Deutschland für das Themas „Ethik im Management“, das damals sehr modern, ja fast „hype“ war. Da habe ich viel gelernt und mein Leben lang versucht weiter zu lernen.

Als ich Sprache lernte, was Sprechen heißt, da war ich 33 Jahre alt. Ziemlich spät, hätte auch früher sein dürfen. Meine sechs Seminar-Kollegen waren Spitzen-Manager aus der Industrie, Präsidenten mächtiger Verbände und Politiker in herausragenden Ämtern. Sie  alle waren um die 30 Jahre älter als ich. Die waren mit dem Lernen also noch später dran.

Nach einem kurzen Diskurs zum Aufwärmen waren alle sechs der inbrünstigen Meinung, dass die Freiheit ihr wichtigste Gut wäre und sie sofort bereit wären, für dieses Gut zu sterben. Als ich mich von beiden Aussagen distanzierte, wurde ich wie ein Aussätziger behandelt. Gut, ich war der Jüngste, hatte die längsten Haare auf dem Kopf und keine Krawatte an. So konnten mich die älteren Silberschläfen ja gar nicht ernst nehmen.

Dummerweise war das ganze symmetrisch. Denn mir kamen die Sechs ziemlich fremdgesteuert vor, also als genau das Gegenteil von frei. Wenn ich ehrlich bin, empfand ich meine sechs Seminar-Kollegen als Prototypen von unfreien Menschen. Typische Systemagenten, die in ihrem faschistischem Gefängnis gefangen waren.

Das war keine gute Voraussetzung für das Gelingen des Seminars. Trotzdem habe ich in diesem Seminar begonnen, Philosophie und Rethorik als für mich wichtig zu sehen und Wert zu schätzen. So habe ich gelernt, genau hinzuhören, Sprache zu analysieren und mit schwierigen Begriffen nicht unachtsam sondern kritisch umzugehen. Und versuche das seit dem aktiv zu leben.

Wegen dem Bild unten:

Keine Angst, ich mache in diesem Blog keine CDU-Reklame. Eine Partei, deren Vertreter kurz nach dem 2. Weltkrieg konspirativ und in Geheimverhandlungen die Wiederbewaffnung vorbereitet und dann gegen die Proteste der Menschen durchgesetzt hat (und damit auch die Wiederauferstehung der deutschen Rüstungsindustrie ermöglicht hat), wähle und unterstütze ich nicht. Weil ich glaube, dass damals in Deutschland eine historisch einmalige Chance für uns Menschen aus Angst für immer kaputt gemacht wurde.

Nein, es geht mir um dem Text im Plakat, bzw. den Text im dazu gehörigen Tweet.

Das Bild illustriert einen Tweet, den der  verifizierte Account der CDU Deutschlands‏ (bitte ohne Bayern) geteilt hat.

Frau Annegret Kramp-Karrenbauer hat diesen Tweet unter Ihrem Account @akk  weitergeleitet. So kam er zu mir.

Hier der Text des von @akk  weitergeleiteten – Tweets mit diesem Bild:


Im Interview mit mahnte : „Ich erwarte von Menschen, die zu uns kommen, dass sie unsere Werte akzeptieren – und vor allem erwarte ich von uns selbst, dass wir dafür eintreten!“


Der Satz scheint mir vom Marketing zu kommen. Irgendwie ist er in seiner Bipolarität genial. Enthält der Satz doch eine scheinbar einfache Forderung an die Menschen.

Die „zu uns kommen“ sollen „unsere Werte“ akzeptieren. Wir, die wir „uns selbst“ sind, weil wir schon hier sind sollen für diese „unsere Werte“ eintreten!.

Die Schwachstelle in diesem Satz ist natürlich der Begriff „Werte“. Was sind denn überhaupt“Werte“? Und noch schwieriger: Was sind den „unsere Werte“.

Wie sollen die, die zu uns kommen, unsere Werte kennen, wenn wir selber sie nicht wissen?

Ich meine, dass es eine sehr große gesellschaftliche Aufgabe wäre, einen Konsens zu erarbeiten, was denn unsere Werte sind? Auch wenn diese Aufgabe nicht lösbar zu sein scheint.

Hierzu ein paar Gedanken.

Wenn ich den Begriff „Wert“ verstehen will, dann suche ich zuerst Mal nach verwandten Begriffen, wie Moral oder Prinzip. Ich suche einen Oberbegriff (weil ich mich beim Verstehen und auch Beschreiben eines Begriffes leichter tue, wenn es einen Oberbegriff gibt, den ich nutzen kann und die Unterbegriffe voneinander abgrenze. Das ist erstes Semester in Philosophie).

In Wikipedia gibt es eine Übersichtsseite zu den vier Buchstaben „WERT“. Der erste Block dort enthält eine Aufzählung allgemeiner Begriffsnutzungen des Wortes „WERT“, die für unser Thema nicht hilfreich sind. Auch dieser Block ist übrigens nicht vollständig, z.B. fehlt der Begriff, der den „Wert“ (Inhalt) einer Variablen im Sprachspiel des Programmierens beschreibt.

In unserem Kontext ist der zweite Block des Artikels wichtig, den ich hier kopiert habe.


(Wikipedia – Wert – Stand 3. Februar 2019, zweiter Textblock)

Werte steht für:


Jetzt weiss ich nicht, wass die christlichen Werte in dieser Aufzählung sollen. Richtiger wäre hier „religiöse“ Werte. Man könnte die „christlichen“ als Beispiel nehmen. Und müsste die „Werte“ anderer Religionen aufnehmen. Vielleicht kann man die Werte auch irgendwie mit Mentalität (neudeutsch mindset) beschreiben. Unsere Werte wären dann unser gemeinsamer „mind set“. Aber haben wir den?

Wenn die geschichtliche Tradition unser christlich-abenländische Werte beschworen wird, muss ich immer daran denken, dass bei uns bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Tradition der auch vom Christentum unterstützten und genutzten Leibeigenschaft gepflegt wurde, die man auch als Sklaverei bezeichnen kann. Das macht zumindest für mich die Tradition nicht besser. Nur zur Erinnerung: Meist waren Leibeigene auch Grundhörige, oft war der Grundherr zugleich der Leibherr des Bauern. Und wem gehörte der Grund?

Der erste Eintrag im oberen Block Wertvorstellungen trifft es schon besser. Wir lernen, dass es um Vorstellungen von Werten geht. Was sind eigentlich Vorstellungen? Visionen oder Halluzinationen? Der Eintrag zeigt uns auch, wie schnell wir mit Werten in die Nähe von wertender Moral kommen. Die meint, wir verfügen über die Wahrheit, was gut und was schlecht ist. Aber was ist schon gut oder schlecht?

Wenn wir bei Wikipedia weiterlesen, dann finden wir zu Moral:


Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen. Der Verstoß gegen Moralvorstellungen wird als Unmoral bezeichnet, Amoral benennt das Fehlen bzw. die bewusste Zurückweisung von Moralvorstellungen, bis hin zur Abwesenheit von moralischer Empfindung.


Wow, schon sind wir bei Mustern, Konventionen, Regeln und Prinzipien! Also treiben wir das Spiel weiter und lesen den Artikel zum Prinzip. Jetzt wird es wirklich kompliziert. Deshalb beschränken wir uns auf einen Satz:


Allgemeinsprachlich handelt es sich bei einem Prinzip um einen Grundsatz, eine feste Regel, an die man sich hält.


Jetzt stellt sich die Frage:
Hat der Autor (AKK hat diesen Satz ja bestimmt nicht selber geschrieben) von dem schönen Werbesatz wirklich Werte gemeint? Oder Moral? Oder Prinzipien?

Oder soll das heißen, dass die, die zu uns kommen, gefälligst an die bei uns gültigen Regeln und Grundsätze halten müssen und wir die Aufgabe haben, dafür zu sorgen, dass sie eingehalten werden?
Und schon klingt das alles ganz anders.

Ich vermute mal, dass die Person, die diesen Satz formuliert hat, selbst nicht weiß, was sie da sagen wollte.

Weil sie an so etwas gar nicht gedacht hat (und wahrscheinlich überhaupt nicht in der Lage dazu war). Es sollte halt nur ein schöner Marketing-Satz werden, der gut klingt und ankommt. Treu der „neuen Unredlichkeit“ unserer Kommunikation verhaftet.

Wenn Ihr Euch interessiert, wie Frau Annegret Kramp-Karrenbauer den Satz auf diesem Plakat interpretiert, könnt Ihr sie ja unter @akk dazu mal befragen.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 15. Oktober 2017

Große Redner und ihre Geschichten – #7 Jolly Kunjappu

Mit dem „Tagelöhner“ Alain Neumann bin ich gestartet. Dann habe ich von Hans-Jörg Bullinger und Hans Strack Zimmermann berichtet und bin schließlich bei Augustinus Heinrich Graf Henckel von Donnersmarck, Klaus-Jürgen Grün und Rupert Lay gelandet.

Heute ist es mir eine Ehre, meinen Freund Jolly Kunjappu in meine persönliche „Ruhmeshalle“ auf zu nehmen.

Das Motto von Jolly ist „INSPIRING PEOPLE. Er sieht sich selbst heute als Performance Artist, Keynote Speaker und Philosopher. Jolly Kunjappu hat in seinem Leben schon sehr viel verschiedene Rollen gelebt. Unter anderem war er als Musiker mit vielen bekannten Musikern wie Mick Jagger zusammengespielt und hat Seminare „Trommel“ für viele Spitzenmanager.

Ich habe mit ihm unter anderem eine Vortragskombination zum Thema Frieden gemacht. Lassen wir ihn hierzu selber zu Worte kommen.

In IF-Blog findet man eine Reihe von Artikeln zu seinem Wirken.

Ich verneige mich von Jolly und seinem Lebenswerk.

RMD

Hans Bonfigt
Freitag, der 25. Dezember 2015

Freislers Enkel

Etwa 15 Kelvin und 3.500 Km auf dem großen Kreis trennen meine Frau und mich von Deutschland und vor allen Dingen von Weihnachten. Nur für die schlimmsten Notfälle habe ich ein Notebook mitgenommen – aber dummerweise hat das Hotel ein gut angebundenes WLAN installiert. Und so kam, was kommen mußte – zum Zeitvertreib habe ich „mal eben“ http://www.zeit.de aufgerufen.

Und schon ist die Urlaubsstimmung dahin. Aber der Reihe nach:

Es ist schon einige Zeit her, da hängte die bei uns in Westdeutschland bedeutungslose „NPD“ ein paar Plakate auf, zum Beispiel mit einem Motorradfahrer und der Unterschrift „Gas geben!“ oder mit einer alten Dame, kommentiert mit „Mehr Geld für Oma statt für Sinti und Roma“.

Was soll ich sagen, ich habe mich durchaus amüsiert. In Berlin hatten tagsdrauf einige Aktivisten unter das „Gas geben“ – Plakat ein großformatiges Bild des zerlegten Autos von „FPÖ“-Chef a.D. Jörg Haider gehängt. Saubere Replik. Auch der, zumal für „NPD“ – Verhältnisse, gelungene Reim auf dem „Oma“ – Plakat gefiel mir.

Zunächst einmal: Seit Jahrzehnten öden uns diese Spinner mit Stereotypen wie „Deutschland den Deutschen“ etc. an, und jetzt bieten sie immerhin schon einen ganzen Satz ?  O.K., das Prädikat fehlt noch, aber dafür gibt es ein Plus für angewandte Ironie: Sie hätten ja auch einen Opa abbilden können mit der Unterschrift, „Mehr Geld für Heiner statt für Zigeuner“, aber die Verballhornung des notorischen Grünen-Sprechs,

„Es sind keine Zigeuner, sondern SINTI UND ROMA !!1!“,

verdient Anerkennung.

Ziemliche Beachtung fand das Plakat auch in diversen „Stadtparlamenten“, die das „rassistische, diskriminierende Plakat“ kurzerhand entfernen ließen. Die „NPD“ klagte gegen die Maßnahme und bekam gottseidank recht. Denn: Seit wann sind Sinti oder Roma eine „Rasse“? Und vor allen Dingen, wo werden die im Plakat „diskriminiert“? Da schlägt jemand vor, mehr Geld in die Förderung der Rentner zu investieren anstatt in zusätzliche „Integrationsprojekte“.

Wer, zum Teufel, wird hier verunglimpft? Richtig, Niemand.

Nun wissen wir, spätestens seit Claude Shannon, daß eine Nachricht immer aus Inhalt und Botschaft besteht, und im gegebenen Zusammenhang schwingt ein unappetitlicher Subtext mit, der sich an ziemlich niedere Instinkte im Menschen richtet. Nun wohnen einem demokratischen Menschen allerdings nicht nur niedere Instinkte inne und so erreicht das Plakat der peinlichen selbsternannten „Nationalisten“ das genaue Gegenteil. Naja, in Westdeutschland zumindest.

Aber ich sprach ja auch von Demokraten und nicht von einem Gemenge, welches zu 1/3 gar nicht und zu 1/3 SED, „NPD“ und sonstige geistigen „Führer“ wählt.

Das Urteil erging also sicherlich zu Recht, ich habe dies mit einer gewissen Genugtuung zur Kenntnis genommen und mich auch gefreut, daß die Justiz immer noch ein gewisses Korrektiv in unserem zum „Gesinnungskonsens“ verkommenen politischen Wertekanon darstellt.

Umso schlechter wurde meine Laune dann bei Ansicht des „Zeit“-Artikels:

Bundesjustizminister Heiko Maas stank dieses Urteil und er bemühte eine „Rechtsprofessorin“ um der kraft Gesetz unabhängigen Richterschaft einmal deutlich aufzuzeigen, wie sie demnächst zu urteilen hätten.

Es wäre ein Fehler, auf den verbalen Dünnschiß der „Schmahl“-Juristin genauer einzugehen, weil er auf einer, im wortwörtlichen Sinne, furchtbaren Fehlannahme basiert:

„Schmahl verweist unter anderem darauf,

  • dass das Verbot systematischer Rassendiskriminierung zu den „unbestrittenen Normen“ des unveränderbaren Völkerrechts gehört. Das Verbot sei nicht nur in der EU-Grundrechtscharta, sondern in vielen Erlassen der Europäischen Union und diversen Menschenrechtsverträgen verankert, darunter in der Antirassismuskonvention ICERD.
  • dass der ICCPR-Pakt über bürgerliche und politische Rechte nach Auslegung des UN-Menschenrechtsausschusses die Meinungsfreiheit „explizit herausstellt“. Rassenhetze sei damit allerdings nicht vereinbar.
  • dass der Europäische Menschenrechtsgerichtshof bei rassistischen und xenophoben Äußerungen „einen eher restriktiven Kurs zu Lasten der Meinungsfreiheit verfolgt“.“

Nun weiß jeder Besucher einer allgemeinbildenden Schule: SICHER gibt es unterschiedliche Rassen, Katzen, Vögel, Menschen, Esel — aber nun überhaupt keine unterschiedlichen MENSCHENrassen! Der Wahn von der Existenz unterschiedlicher Menschenrassen war der Antrieb für Heinrich Himmlers idiotischen Rassenwahn mit seinen entsetzlichen Auswirkungen!

Denn wo es mehrere „Rassen“ geben kann, ergibt sich fast zwangsläufig die Frage nach einer „höherwertigeren“.  Nicht zu reden von den entsetzlichen Konsequenzen, wenn jemand eine „Rasse“ ‚reinhalten‘ oder gar ‚reinigen‘ will!

Auch wenn die Autorin innerhalb ihres Schlechtachtens konzediert, daß man den Begriff der ‚Rasse‘ eigentlich seriös gar nicht verwenden könne, tut sie es weiterhin – und entblödet sich auch nicht, schon im Titel ihres Elaborates die Plakate, die Gegenstand ihrer Untersuchung sind, als „rassistisch“ zu bezeichnen.

Wer aber andere als „rassistisch“ zeiht, bejaht damit implizit die Existenz von „Rassen“ und ist damit vielleicht subtiler in der Argumentation, aber ganz sicher um keinen Deut besser als der böse „Rassist“.

Wo aber nun überhaupt die Plakate diskreditieren oder „ausgrenzen“, bleibt die Verzapferin des „Gutachtens“ schuldig, stattdessen sondert sie ab, daß es sich bei „Schmähungen“ wie auf den Plakaten „um einen Angriff auf die Menschenwürde“ handele, „die sich jeder Abwägung entzieht“.

„Sie sind ja ein schäbiger Lump, Sie!“, so hätte sich ein bekannter deutscher Jurist ein paar Jahre früher die Arbeit erleichtert.

Heinrich Himmler hat sich seinen Richtern durch Suizid entzogen. Lebte er noch, er müßte fasziniert und begeistert sein, daß der Schoß für seine kruden Rassentheorien immer noch so fruchtbar ist – und das vor allem in der deutschen Justiz, die bis heute nicht wirklich geläutert ist. Denn hier wurde ein „Gefälligkeitsgutachten“ verzapft, denn sonst wäre ein solches Geplapper von einer deutschen Professorin nicht erklärbar.

Und die ganzen Claqueure, angefangen bei den Grünen, den Desinformationspostillen wie „Spiegel“, „Sueddeutsche“ und seit einiger Zeit auch der „Zeit“ – eine illustrere Akklamationsgemeinschaft könnte sich Himmler auch heute nicht vorstellen.

Wo soll die Hexenjagd enden? Wenn jemand postuliert, „Kein Geld mehr für den DFB und die widerwärtig randalierenden Fußball-Hooligans“ – muß er dann als „Rassist“ weggesperrt werden?

Oder wenn jemand „die große Verschwulung“ beklagt? Naja, der Buchhandel wollte Pirinccis Bücher, wenn schon nicht verbrennen, so aber doch öffentlich shreddern.

Mein alter Herr pflegte zu sagen,
„Wir gehen nicht daran kaputt, daß wir zu viele Extremisten haben,
wir gehen daran kaputt, daß wir zu wenige Demokraten sind.“

Das trifft es immer wieder.
Von einer lächerlichen „NPD“ geht seit fünfzig Jahren keine Gefahr aus, sehr wohl aber von einer Gefälligkeits- und Gesinnungsjustiz, die von einem opportunistischen „Minister“, der gerade eben wieder in einer zentralen politischen Frage „umgekippt“ ist, initiiert wird.

 

Nachtrag

Per Mail werde ich darauf hingewiesen, daß die Überschrift vielleicht ein wenig „grob“ sei für eine „einfache gutachterliche Rechtsbeugung“.

Dem kann ich zwar nicht folgen, aber ich habe den fatalen Zusammenhang zwischen der Freislerschen Gesinnungsjustiz und dem vorliegenden Gefälligkeitsgutachten nicht dargestellt.

Eigentlich auch nicht notwendig, denn nachdem es klar keine „Rassen“ unter Menschen gibt, sind natürlich auch alle albernen EU- und sonstigen „Ratifizierungen“ Makulatur.

Daß sich Opportunisten wie Heiko Maas einen feuchten Kehricht um den „EUMGH“ kümmern, zeigt sich auch darin, daß er soeben eine Generalüberwachung aller Bürger installiert hat, die eben dieser EUMGH vor kurzer Zeit als menschenrechtswidrig untersagt hat.

Ganz am Schluß ihrer Ausführungen läßt die Autorin definitiv die Sau heraus, mit „Überlegungen“ wie:

  • „Geld für Oma statt für Sinti und Roma“ könne man ja auch so lesen, daß beabsichtigt sei, den Sinti und Roma Geld wegzunehmen,
  • weil es ihnen nicht zustehe.
  • Wenn aber die Sinti und Roma Geld bekommen würden, was ihnen nicht zusteht, dann wären sie ja kriminelle Sozialschmarotzer!
  • Eine Herabwürdigung als kriminelle Sozialschmarotzer aber stellt eine klare Diskriminierung einer ethnischen Gruppe dar. Zwar erkenne sie als Gutachterin an, daß ein Gericht immer die „mildere“ Intention berücksichtigen müsse, aber aus herbeigezerrten „Unterlagen“ gehe zweifelsfrei hervor, daß die erste, unmittelbar einleuchtende und allgemein verständliche Aussage keinesfalls gemeint sein könne.

Eine solche perfide, mit allerlei Vermutungen gespickte „Deduktion“ ist genau die Art und Weise der Rechtsbeugung, wie sie Roland Freisler zwar nicht am „EUMGH“, sondern am „VGH“ zelebriert hat. Mir wird Angst und Bange, wenn ich das lese und ich fühle mich an Brechts „anachronistischen Zug“ erinnert,

„Einige uns’rer besten Bürger,
einst geschätzt als Judenwürger,
nun geknebelt, seht Ihr schreiten
für das Recht der Minderheiten“

Ähnlich peinlich, vor allen Dingen aber immer auf obskuren Vermutungen basierend, erfolgt die „Beurteilung“ des Aussagegehaltes der anderen Plakate.

HB