Roland DürreFreitag, der 17. Mai 2013
Referent bei Craftsmanship: Kristin Block im IF-Forum
Elmar Jürgens und Bernhard Findeiss als Referenten bei unserem Workshop CRAFTSMANSHIP am 13. Juni 2013 ab 13:00 bei uns in Unterhaching habe ich schon vorgestellt.
Heute stelle ich Kristin Block vor. Sie wird in ihrem Vortrag gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Judit Lell
Die Eckpfeiler einer Wissens(teilungs)kultur
benennen, die notwendig sind, um von CRAFTSMANSHIP nicht nur zu reden sondern es auch erfolgreich zu leben.
Hier ein kurzer Ausblick auf diesen Vortrag:
Für Unternehmen ist es heutzutage überlebenswichtig, die interne Versorgung mit Wissen sicher zu stellen. Denn es handelt sich um d e n Treibstoff, der die tägliche Arbeit im Unternehmen am Laufen und dieses im Wettbewerb hält.
Doch der Unternehmensalltag ist oft weit entfernt vom Ideal eines offenen, von allen Mitarbeitern (gern) praktizierten Wissensaustauschs. Phänomene wie „Wissen-ist-Macht“-Denke, Blockaden im freien Wissensfluss und isolierte Wissensinseln verbrauchen nicht nur viel Energie, sondern reduzieren auch die Handlungs- und Innovationskraft von Organisationen erheblich. Ganz zu schweigen von sozialen Auswirkungen wie Demoralisierung der Menschen und das Entstehen von Frust mit der Folge der inneren Kündigung von Wissensarbeitern, die ihren dringend benötigten Werkstoff nicht in ausreichendem Maße oder/und der benötigten Form zur Verfügung gestellt bekommen.
Viele Führungskräfte haben diese Gefahr und die Notwendigkeit zu Handeln mittlerweile erkannt – wissen jedoch nicht, wie und wo angreifen, um hier nachhaltige Veränderungen herbeizuführen. Der Vortrag „Die Eckpfeiler einer Wissen(teilungs)kultur“ liefert auf unterhaltsame und anschauliche Art und Weise Antworten und neue Denkanstöße und natürlich auch ausreichend Raum für die Diskussion der Thesen. Es werden fünf Aktionsfelder vorgestellt, die dynamisch miteinander verbunden, ein Mobile aus möglichen Ansatzpunkten aufspannen. Dieses Wissen, gepaart mit einer großen Portion an Veränderungswillen, konsequentem Handeln und Geduld, ist für Führungskräfte das Handwerkzeug für den Aufbau einer gelebten Wissenskultur in ihrer Organisationseinheit.
Über die Referentin Kristin Block
Kristin Block ist Gesellschafterin des Beratungsunternehmens wissenswerk, das Unternehmen bei Herausforderungen rund um die Themen Wissens(ver)teilung, Wissenssicherung und Wissensvermehrung unterstützt. Gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin hat die Kommunikationsexpertin den Begriff «Neuro-Wissensmanagement» geprägt: die äußerst erfolgversprechende Verknüpfung von neusten Erkenntnissen aus der Gehirnforschung mit menschen-zentrierten Wissensmanagement-Methoden. Als Trainerin und Rednerin gibt sie ihr umfangreiches Fach- und Erfahrungswissen nun mit großem Erfolg auch außerhalb von Beratungsprojekten weiter
RMD
P.S.
Ich empfehle die Lektüre des Blogs von wissenswerk, in dem Sie viele interessante Gedanken und Anregungen von Judith Lell und Kristin Block zu unserem Thema finden!
Roland DürreDienstag, der 7. Mai 2013
Die Videos zum IF-Forum “Jean Paul, der Unternehmer” sind live! Und neue Termine!
Die Videos vom ersten IF-Forum des Jahres 2013 Jean Paul, der Unternehmer sind nun veröffentlicht.
Herr Bernhard Echte vom Nimbus-Verlag in Zürich war der Referent, er hat am letzten Donnerstag, den 11. April unser IF-Forum in diesem Jahr eröffnet. Zum 250-jährigen Geburtstag von Jean Paul hat er uns über das Unternehmertum in Jean Paul berichtet.
Wir haben drei Videos erstellt.
Vortrag TEIL I – Warum Jean Paul als schreibender Unternehmer erfolgreich war:
Vortrag TEIL II – Wie Jean Paul seinen Erfolg als schreibenden Unternehmer über einen längeren Zeitraum stabilisieren konnte:
Kurzer AUSSCHNITT aus der Diskussion zum Vortrag: Was ist die “Einstiegsdroge” für Jean Paul:
Viel Spaß beim Anschauen wünscht die InterFace AG!
Hier ein Verweis auf unsere nächsten Vorträge / Workshops:
IF-Akademie
Ubuntu & Android im Business Einsatz
Alexander Jachmann
16. Mai 2013 | 18 Uhr
Fachliches IF-Forum
Craftsmanship
Workshop
13. Juni l 2013 | 14 Uhr, Prolog ab 13:00
IF-Forum
Jean Paul und der Hypertext
Annina Klappert
11. Juli 2013 | 18 Uhr
Auch hierzu sind Sie herzlich eingeladen. Melden Sie sich einfach per E-Mail an!
Roland DürreSonntag, der 28. April 2013
Evolution, Innovation und “dominante Logik”
Letzte Woche durfte ich an einer besonderen Konferenz teilnehmen: Es war die LEADERSHIP FOR INNOVATION, unterstützt von der Peter Pribilla-Stiftung. Das Thema war VISUALIZING THE INVISIBLE. Die Veranstaltung fand statt in München an der TUM beim IAS auf dem Campus Garching und zwar am 25 und 26. April 2013.
Dass es eine eher konventionelle Tagung war hat nicht gestört. Es gab einige sehr “innovative” Sessions. Als erstmals Teilnehmender habe ich sehr schnell gemerkt, dass es hier vor allem um das “sich treffen” ging – im Rahmen eines wichtigen Netzwerks und mit den richtigen Leuten.
Ganz logisch war so die Krönung der beiden Tage die Abendveranstaltung “Network Convention 2013″ am Freitag zu Ehren von Herrn Prof. Reichswald, der am 1. April seinen 70igsten Geburtstag feiern konnte. Und im wahrsten Sinne des Wortes ging es dabei im Seehaus im Englischen Garten um “Boundless Interaction”.
An diesen zwei Tagen habe ich mit manchen Menschen über hoch spannende Themen gesprochen. Auf mich kam so viel Neues zu, dass ich all das nach der Tagung erstmal verarbeiten musste. Nach der ersten Verdauung hier ein paar persönliche Gedanken dazu.
DOMINANTE LOGIK
Eines der wesentlichen Probleme unserer Art scheint es zu sein, dass wir unternehmerisch wie privat Herausforderungen immer mit “Dominanter Logik” zu lösen versuchen. Das “echte” Leben aber ist immer Teil der Evolution und die ist alles andere als “dominant logisch”. Innovation ist jetzt unser Versuch, die Evolution zu unseren Gunsten zu beeinflussen.
Das erscheint mir eine der zentralen Aufgaben des unternehmerischen Wirkens: Die Evolution, die jedes Unternehmen sowieso durchlebt, so zu beeinflussen, dass negative Folgen im Rahmen des evolutionären “älter werden” durch positive “innovative Veränderungen” zumindest ausgeglichen werden.
Und das geht nicht mit Ratio und Logik. Die Wirkungslosigkeit von dominanter Logik kann man wiederum nicht mit dominanter Logik begründen, sondern nur mit Erfahrung und Lebenswissen. Unternehmer müssen so im “Jetzt” leben und herausfinden, was gut und was schlecht fürs Unternehmen ist und dann hoffentlich mehr richtige als falsche Entscheidungen fällen.
Wenn man Entscheidungen mit dominanter Logik aus allgemeinen Regeln ableitet, wird man scheitern. Es kommt zu vielen falschen Entscheidungen, manche davon mit wesentlichen negativen Folgen. Das zeigt die Erfahrung. Um im innovativen Sinne mehr richtige Entscheidungen zu finden, müssen die Entscheidungskriterien auf Kultur und Werten basieren.
Beispiele für durchaus übliche (und nach meinem Verständnis schädliche) Wirtschafts-Regeln sind “Wachstum muss sein”, “Wir müssen in jedem Geschäftsfeld die Nummer eins weltweit sein” oder “Shareholder Value ist das ausschließliche Unternehmensziel”. Das sind unreflektierte Plattitüden, aber keine sinnvolle Quellen für Handlungsleitung.
Hier ein paar Beispiele für nützliche Kultur-Regeln: “Die goldene Regel“, “Menschen sind keine Ressourcen”, “Kreativität sucht angstfreie Räume”, “Gelingende Kommunikation braucht Augenhöhe”, “Wissen teilen schafft neues Wissen”, “Führung heißt Respekt haben”, “Achtsamkeit und Zivilcourage sind die Tugenden” ….
Die Anwendung solcher und ähnlicher Regeln wird für mehr richtige Entscheidungen sorgen im Sinne einer nachhaltigen, die Ressourcen schonenden und so innovativen Entwicklung eines Unternehmen, das letztendlich ja auch nur ein soziales System mit einem wirtschaftlichen Zweck ist.
Und Management, welches eine nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens wirklich will, muss seine Entscheidungen nach diesen Kultur-Regeln ausrichten. Das darf (und muss) dann auf Rationalität und gesunden Menschenverstand aufbauen. Denn auch Ethik hat viel mit Vernunft zu tun – sonst kann sie schnell zu falschen Dogmen führen. Der Evolution werden wir auch so nicht auskommen, aber vielleicht können wir diese so ein wenig durch Innovation zu unseren Gunsten beeinflussen.
Oft versuchen Unternehmensführer, aus Fehler zu lernen und das Gelernte auf die Zukunft zu übertragen. Auch da vermute ich, dass das nicht funktioniert, wenn es auf Basis von “dominante Logik” gemacht wird. Weil dominante Logik bei Menschen und ihren sozialen Systemen immer wieder versagt.
Oft bin ich versucht, diese Thesen mit “dominanter Logik” zu beweisen. Das kann natürlich nicht gelingen. Denn das Sensationelle an Evolution ist eben, dass sie eben nicht rational begründbar sondern zweckfrei ist – und so nichts mit “dominanter Logik” zu tun hat. Sie ist kein Überleben der Passendsten („Survival of the Fittest“) und wohl auch kein “Großer kollaborativer Prozeß“. Innovation ist immer abhängig vom Strom der Evolution. Nur wir Menschen maßen uns an, mit Ratio und Logik Evolution innovativ gestalten zu können. Brauchen dazu aber “Evolutionswissen”, das ebenl nicht in Spreadsheets abgebildet werden kann.
Ja – und dann gibt es noch diese für mich zentrale Eigenschaft:
OPEN
Ohne “OPEN” werden wir kein “Evolutionswissen” schaffen! Wir müssen unser Wissen und unsere Erfahrung teilen, und zwar mit ganz vielen anderen Menschen. Vorbehaltlos und auf Augenhöhe. Nur so können wir die positive Innovation als Veränderung der Evolution schaffen, um die Dinge in unseren Unternehmen wie auf dieser unserer einzigen Welt zu verbessern. Und das wird nie das Werk eines einzelnen Menschen sein, sondern von ganz vielen, die in oft unterschiedlichsten Rollen zusammen wirken.
Zu schnell wird die Evolution sonst uns Menschen von diesem Planeten runter fegen.
Das wäre zwar im kosmischen Maßstab kein großes Unglück, aber schad wär’s halt schon.
Allgemein würde ich sagen, dass man das Unsichtbare eben nicht sehen kann. Besonders nicht als Einzelwesen. Aber vielleicht kann man es gemeinsam Erahnen, sozusagen Erfühlen?
RMD
Roland DürreMontag, der 15. April 2013
Bernhard Echte: Jean Paul, der Unternehmer!
Unser erster Referent Bernhard Echte hat am Donnerstag, den 11. April unser IF-Forum des Jahres 2013 mit seinem Vortrag Jean Paul, der Unternehmer furios eröffnet.
Herr Echte hat das zeitgenössische Leben und Denken von vor um die zwei Jahrhunderte und von heute genial zusammen gebracht. Er präsentierte eine Art modernen Leitfaden, wie und mit welchen Werten man als Unternehmer erfolgreich werden und den Erfolg dann bewahren kann. Dies in permanenter Verbindung mit den Ereignissen im und um das Leben von Jean Paul.
Besonders beeindruckend war die geschichtliche Kompetenz des Redners, dem es gelungen ist, seine Zuhörer spannend und präzise in die damalige Zeit zu führen, bis zum letzten Phase des Lebens von Jean-Paul im Elend der Napoleonischen Kriege.
Das Video zum Vortrag wird zeitnah veröffentlicht. Bis dahin ein paar Bilder von der Veranstaltung:
Bernhard Echte, ein souveräner Referent, immer mit einem Schmunzeln im Gesicht, …
… der es schafft, seine Zuhörer so richtig in den Bann zu ziehen.
Am Ende der Diskussion gibt es das mehr als verdiente Dankeschön!
RMD
P.S.
Die Bilder sind von Johannes Naumann.
Ein Besuch in der Gegenwart
Jean Paul Vorträge im IF-Forum
2013 widmet sich das IF-Forum der Aktualität von Jean Pauls Themen und Gedanken.
Mit Vorträgen zu Unternehmertum, Hypertext, Witz und neuen Medien möchten wir neue Perspektiven und Fragestellungen auf das Hier und Jetzt werfen.
Seien Sie dabei!
Roland DürreDienstag, der 9. April 2013
2-Wochen-News #32: Für Kurz-Entschlossene: Übermorgen, 11. April – IF-Forum
Liebe Leser von IF-Blog,
hier mal wieder eine News aus besonderem Anlass:
Übermorgen ist das erste IF-Forum in 2013!
Bernhard Echte spricht über den
Unternehmer Jean Paul
Entrepreneurship vor gut 200 Jahren.
Informationen zum Vortrag finden Sie unter
http://if-blog.de/rd/erstes-if-forum-in-2013-j-p-der-unternehmer-11-april/
Die Veranstaltung beginnt wie immer ab 18 Uhr in der Seminarzone im Dachgeschoss bei der InterFace AG in Unterhaching. Mit dem Vortrag wollen wir um 18:15 starten. Empfang ist ab 17:30
Noch gibt es freie Plätze!
So würde ich mich über spontane Besucher aus dem Kreis der IF-Blog-Leser sehr freuen.
Und für all die, die nicht kommen können, übertragen wir den Vortrag wieder live im Internet. Unter http://www.ustream.tv/channel/IF-Forum kann man ab ca 18:15 den Video-Stream zum Vortrag sehen.
Zusätzlich zur Übertragung werden wir einen Video-Mitschnitt anfertigen und auf youtube (Kanal InterFace AG) zur Verfügung stellen.
Mit den besten Wünschen zum Frühlingsbeginn!
Roland Dürre (RMD)
Roland DürreMontag, der 8. April 2013
brand eins im April
Diesmal fand mein brand eins des April erst im April den Weg zu mir. Da hatte es sich schon ein paar Tage vorher per E-Mail angekündigt. Ich war also richtig neugierig.
“Sie wünschen?” Steht auf dem Titelblatt – und der Schwerpunkt gilt
“Der Zukunft des Handels”.
Dazu fällt mir sofort der alte Spruch ein:
Und ist der Handel noch so klein,
so bringt er mehr als Arbeit ein!
Diese Weisheit habe ich von meinem alten Schafkopf-Freund Alois Wolferstetter, einem listigen und klugen Bänker. Als Sohn und Enkel eines Bäckers hatte er Bäcker gelernt. Wegen einer Mehl-Allergie musste er das Fach wechseln und ging zur Sparkasse. So wurde er ein Bankdirektor vom alten Schrot und Korn.
Er kannte die Abgründe des Bankgeschäfts recht gut, so habe ich von ihm viel gelernt. Auch diese Aussage:
Das Geld ist nie weg, es hat nur ein anderer!
Die beiden Wolferstetter’schen Weisheiten werden auch in Zukunft gelten! Wenngleich sich nach meiner Meinung im Handel alles verändern wird. Damit meine ich, dass die mittlerweile klassischen Formen wie Kaufhaus, Discounter, Supermarktkette oder ähnliches mit ihren Konzepten wie ihrer Kultur ziemlich am Ende sind.
Gleichzeitig wird es aber auch nichts richtig Neues geben. Der Appell an das menschliche “Haben möchten” wird halt anders generiert werden, so dass letztendlich dann alles wieder beim alten bleibt.
Geschäftlich werden wir im Handel andere Businessmodelle bekommen. Das Internet wird eine wichtige Rolle spielen, aber ob da der wirklich “margenträchtige” Teil des Handels stattfinden wird, bezweifle ich. Nur wie der “neue Handel” aussehen wird, wage ich bisher noch nicht so recht zu erahnen. Wohl mit viel Emotionen und Erlebnisfreude.
Aber vielleicht wissen die von brand eins ja mehr? Also, nichts wie rein ins Heft.
Im Editorial von Frau Fischer finde ich schon die ersten Hinweise zur Veränderung: Der Kunde ist mündiger und mächtiger geworden. Die Arbeitnehmer zahlen oft die Zeche. Und letzten Endes entscheidet der Kunde …
Was ist dem noch hinzuzufügen? Eigentlich nur ein paar Verweise auf Artikel, die mir gefallen haben:
Köstlich: Der Prolog zum Schwerpunkt Handel auf Seite 29
(Quelle: Das Leben des Brian)
Philosophisch: “Alte Bekannte” ab Seite 50.
Sympathisch: “Billigland ist abgebrannt” ab Seite 64
Interessant: “Handel in Zahlen” auf Seite 79
Absurd: “Äpfel und Birnen” ab Seite 81
Spannend: “Zerrüttete Beziehungen” ab Seite 98
… und vieles mehr.
Es lohnt sich wieder!
RMD
Roland DürreFreitag, der 5. April 2013
Erstes IF FORUM in 2013: “J.P. – der Unternehmer” – 11. April
Gedanken über Unternehmertum am Beispiel von Jean Paul!
Die InterFace AG spürt jedes Jahr einer besonderen Person nach, die wir spannend finden und die ein großes Jubiläum hat. Das Gesicht der InterFace AG im Jahre 2013 ist Jean Paul, der am 21. März 250 Jahre alt geworden wäre. Deshalb stehen die drei Vorträge im IF-Forum 2013 in Assoziation mit Jean Paul.
Unser erster Referent ist Bernhard Echte. Herr Echte ist Literaturwissenschaftler, Ausstellungsmacher und Publizist. Lange Jahre war er der Leiter des Robert Walser-Archivs in Zürich. Heute führt er als Unternehmer den Verlag “Nimbus, Kunst und Bücher”.
Sein Vortrag findet am Donnerstag, 11. April 2013 bei der InterFace AG, Unterhaching statt. Wie immer beginnt die Veranstaltung um 18:00. Mit dem Vortrag wollen wir um 18:30 starten. Nach dem Vortrag gibt es die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und gemütlichem Zusammensein.
Es sind noch ein paar Plätze frei, Sie können sich per E-Mail zum IF-Forum mit Herrn Bernhard Echte anmelden!
Herr Echte ist nicht nur Unternehmer und Wissenschaftler mit Herz und Seele. Er ist auch ein spannender Geschichtenerzähler, der es versteht, seine Zuhörer für fremde Welten zu faszinieren. Natürlich spricht er am liebsten über Unternehmer und “Entrepreneurship”.
Als Wissenschaftler kennt er Jean Paul und sein Werk besonders gut. So ist er prädestiniert, Parallelen zwischen dem Kleinunternehmer Jean Paul und dem Unternehmer der Gegenwart herauszuarbeiten. Dies wird er am Donnerstag bei uns tun. lassen Sie sich von ihm in die Welt von Unternehmertum vor gut 200 Jahren und des Jean Paul entführen.
Ich freue mich auf Ihr Kommen!
RMD
Ein Besuch in der Gegenwart
Jean Paul Vorträge im IF-Forum
2013 widmet sich das IF-Forum der Aktualität von Jean Pauls Themen und Gedanken.
Mit Vorträgen zu Unternehmertum, Hypertext, Witz und neuen Medien möchten wir neue Perspektiven und Fragestellungen auf das Hier und Jetzt werfen.
Seien Sie dabei!
Jean Paul der Unternehmer
Jean Paul zählte zu den ersten Schriftstellern in Deutschland, die von ihrem Schreiben leben konnten. Und dies, obwohl er unter erschwerten Bedingungen gestartet war. Er gelangte in die geistigen Zentren seiner Zeit: Leipzig, Weimar, Berlin – und erzielte Bucherfolge, die Goethe neidisch werden ließen. Als Jean Paul heiratete, lud ihn sogar die preußische Königin zum Tee ein und schenkte ihm ein Silberservice.
Jean Pauls Aufstieg und Erfolg verdankte sich nicht dem Zufall, sondern einem umsichtigen Vorgehen mit unternehmerischem Instinkt. Selbst als die Zeiten schlecht wurden und die Napoleonischen Kriege halb Europa verheerten, konnte er seine Position halten. Wie Jean Paul Erfolg mit Nachhaltigkeit verband, hat bis heute eine erstaunliche Aktualität.
Referent Bernhard Echte, Literaturwissenschaftler, Ausstellungsmacher und Publizist, war lange Jahre Leiter des Robert Walser-Archivs in Zürich. Heute führt er als Unternehmer den Verlag “Nimbus, Kunst und Bücher”.
Datum 11. April 2013 (Donnerstag) | Beginn 18 Uhr | Ort InterFace AG, Unterhaching
Jean Paul und der Hypertext
Schon bevor er zu Jean Paul wurde, las der junge Johann Richter alles, was ihm in die Hände fiel. Kaum ein Buch gehörte ihm. Was er las, wurde in Notizheften exzerpiert. In diesen Heften fanden sich auch Kommentare zu den Ideen, die gerade durch seinen Kopf schwirrten. Seine Einträge versah Jean Paul mit Stichwörtern, neudeutsch Tags. Somit schuf er sich eine riesige Privatenzyklopädie, die sortiert war wie eine moderne Datenbank. Diese bildete die Grundlage seines literarischen Schaffens. Nur mit Hilfe dieser Datenbank gelang es Jean Paul, seinen einzigartigen Stil umzusetzen, der sprunghaft und genau zugleich ist. Er schaffte es, aus der finanziellen Not seiner Jugend eine Tugend zu machen, deren Ergebnis uns heute noch staunen lässt.
Referentin Annina Klappert, ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Erfurt. Sie promovierte zu einem Strukturvergleich von Jean Pauls Texten und Hypertexten. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in Fragen der Medialität, Referentialität und Virtualität.
Datum 11. Juli 2013 (Donnerstag) | Beginn 18 Uhr | Ort InterFace AG, Unterhaching
Jean Paul, der Witz, die Postmoderne und die neuen Medien
Er war ein “Götter-Leugner” und ein “geistreicher Zersetzer”, ein glühender Kosmopolit, Skeptiker und Witze-Macher. Man lobt seine Erziehungslehre Levana, die gegen den verbissenen Ernst in Fichtes Reden an die deutsche Nation Witz und Ironie zur Grundlage einer gesunden Persönlichkeit erhob. Man sieht in seiner Politik der “dritten Position zwischen Deutschtümlern und Bonapartisten” eine Vorwegnahme der postmodernen Unentschiedenheit zwischen den gegensätzlichen Polen der ‚Wahrheit’. Mit seiner Ästhetik der Abschweifung nimmt er die Unterbrechungs- und Absprungsästhetik des Hypertextes im Internet vorweg. Wer war dieser Mann, der seine Heimat kaum verließ und zugleich vielen seiner Zeitgenossen gedanklich und mental so weit voraus gereist war?
Referent Roberto Simanowski ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Basel. Er setzt sich mit den Veränderungen des Schreibens im digitalen Zeitalter auseinander und publiziert das Onlinejournal dichtung-digital – journal für digitale ästhetik.
Datum 07. November 2013 (Donnerstag) | Beginn 18 Uhr | Ort InterFace AG, Unterhaching
Roland DürreFreitag, der 22. März 2013
Neues Wissen braucht das Land
… und das Unternehmen 3.0
Bereite zurzeit einen neuen Vortrag über “Wissen in sozialen Systemen” vor. Unternehmen sind in meiner Betrachtung ja nur eine Variante von sozialen Systemen mit ökonomischer Zielsetzung und in der Regel besonderen Abhängigkeits-Strukturen, die vom Gesetzgeber in vielen Gesetzen besonders ausführlich geregelt werden (wertfrei formuliert).
Meine erste These im diesem Vortrag ist, dass “neues Wissen”
- frei von Dogmen,
- ohne Anspruch von Wahrheit
sein muss.
Wissen verändert sich ständig. Gerade “Lebenswissen” kann immer nur den Charakter eines Schnappschusses haben, verändert sich beständig und hat immer nur eine begrenzte Gültigkeit.
Das klingt so selbstverständlich, wird aber ganz anders gelebt.
Die zweite These ist, dass dies
- nur in einem Umfeld von Transparenz und
- bei einem Umgang auf Augenhöhe miteinander
gelingen wird.
So kann Wissen – wie auch Wollen – nicht in Datenbanken eingefangen und eingesperrt werden. Vielmehr muss es frei sein und dynamisch durch permanentes Lernen sich verändern.
Das ist schade, denn Wissen ist der wertvollste Rohstoff den wir haben – dies mit der schönen Eigenschaft, dass er als einziger durch Teilen mehr wird.
Also brauchen wir nicht nur eine “Wirtschaft, die Dinge teilt ” sondern vor allem “Gemeinschaften, die Wissen teilen”. Und auch die Art und Weise, wie wir Wissen teilen, müssen sich wesentlich verändern.
Und da sehe ich beliebig viel Widersprüche zu immer noch aktuellen aber völlig überholten Systemregeln und Transfer-Praktiken wie auch unserem ökonomischen Denken.
Wissen muss endlich befreit werden!
So werde ich in in Zukunft öfters über “neues und freies Wissen schreiben.
RMD
Roland DürreSonntag, der 10. Februar 2013
Zukunft – volatil, disruptiv, unvorhersehbar!
Zu Weihnachten singen wir:
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Und heute am Sonntag singe ich das Zukunftslied:
O du volatile, o du disruptive, unvorhersehbare Zukunftszeit!
Volatil – was für ein schönes neues Modewort. Volatilität als Krankheit der Endzeit. Vor fünf Jahren musste ich nachschlagen. Und heute höre ich es viel zu häufig in Kombination mit viel zu vielen und meistens sehr leeren Substantiven. Alles ist plötzlich volatil geworden.
Und dann erst disruptiv! Dieses Attribut ist bei mir erst vor zwei Jahren angekommen. Aber ich habe schnell gelernt, es immer häufiger anzuwenden. Ist auch bestens als Adjektiv in Killerphrasen geeignet. Um zum Beispiel Überlegungen, die zwar vernünftig scheinen, mir aber nicht schmecken, abzuweisen. Nach dem Motto: “Und was machen wir, wenn ein disruptives Ereignis passiert?” Schon erschrecken alle und das Thema hat sich Gott sei Dank erledigt.
Ganz neu höre ich von ganz unterschiedlichen Menschen von der “unvorhersagbaren Zukunft“.
Die ganze Wissenschaft des Wirtschaftens wollte uns Unternehmern immer einreden, dass man “Zukunft machen” könne. Dass man ein Unternehmen so präzise planen und steuern könne, wie man eine Maschine lenkt oder eine Autofahrt plant. Dass man für gute Entscheidungen nur Informationen sammeln und richtig bewerten müsse. Das war die Botschaft in Kurzform. Die selbe “Management Weisheit” gibt es auch ein wenig ausführlicher und scheinbar noch überzeugender in fünf und sieben Sätzen. Bin ich auch mal darauf reingefallen.
Mitarbeiter müssten nur richtig “profiled” werden, dann könne man sie optimal und ganz mechanistisch in deterministische Prozesse und Rollen richtige einordnen. Dies alles zum Wohle der ausschließlichen Erfolgskriterien Wachstum bei Umsatz und Marge. “Shareholder value” als ausschließliches Unternehmensziel.
Und jetzt wird das Geschäft volatil und von disruptiven Ereignissen bedroht. Und ganz schlimm, die Zukunft ist nicht mehr vorhersagbar. Obwohl Hans Ulrich (der “Erfinder” des St. Gallener Management Modells, St. Gallen) schon Anfang der Achtziger genau dies als eine seiner Thesen zum “Wandel im Management” formuliert hat.
Jetzt beginnt auch die Akademica an ihren Grundfesten zu zweifeln. Macht nichts, es ist ja nie zu spät. Und Unsicherheit kehrt in die Köpfe ein. “Früher war ja eh alles besser”.
Andererseits – ist es nicht vernünftig und schön, wenn wir ein wenig bescheidener werden? Und ist die häufige Nutzung solcher Unworte und -sätze nur ein (für mich sehr positives) Zeichen, dass immer mehr Menschen verstehen, dass sie eben keine Götter und auch keine “Krönung der Schöpfung” sondern nur sehr komplexe (und mir sehr sympathische) Säugetiere sind?
Leben an sich war doch schon immer volatil, disruptiv und nicht vorhersagbar. Alles andere findet doch nur in den Köpfen statt. Wie Ängste, Religion und die Wahrheit …
RMD
Roland DürreMittwoch, der 6. Februar 2013
Unternehmertagebuch #87 – Es ist so einfach …
… und doch so schwer!
Heute gibt es nur einen Kurzbeitrag: Ich zitiere einfach ein paar bemerkenswerte Tweets von Nils Pflaeging:
Niels Pflaeging @BetaLeadership
If you want to kill connectedness: create functional division, departmentalize and allow hierarchy to invade the work #stoos
Niels Pflaeging @BetaLeadership
All that planning doesnt earn you any money. Improving the work and fighting waste does. #stoos
Niels Pflaeging @BetaLeadership
Functional division, divisionalization and matrix structures ALWAYS result in a loss of accountability. Period. #stoos
Das entspricht meiner Erfahrung und spricht mir aus dem Herzen. Also sage ich nichts mehr dazu.
RMD
P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!







