Roland Dürre
Samstag, der 28. November 2015

PM Camp Dornbirn – zwischen Anspruch und Realität?

pmcamp-logo-dornbirnDas PM-Camp in Dornbirn 2015 war auch im Rückblick recht gelungen. Die meisten (eigentlich alle) Teilnehmer haben sich sehr wohl gefühlt und sind hoch zufrieden nach Hause gefahren. Das finde ich toll.

Viele Teilnehmer haben auch unseren Rückmeldebogen genutzt. So haben uns (das Orga-Team) viele konstruktive Rückmeldungen erreicht. Die arbeite ich gerade durch, so wie auch die Twitter-„Timeline“ zu unserer Unkonferenz. Die „Timeline“ kann man unter dem Hashtag #PMCampDOR nachlesen. Was übrigens viel Spaß macht, es ist eine Retrospektive mit vielen nützlichen Links entstanden.

Das Feedback war statistisch wie in den Einzeläußerungen sehr positiv. Das hat dem Orga-Team gut getan. Barcamps sind etwas Besonderes. Sie basieren auf Freiheit, Augenhöhe, Partizipation, Gleichberechtigung. Das kann man auch als „Schwächen“ sehen. Allerdings Schwächen, die mir persönlich sehr gut gefallen. Ein Barcamp lebt aus dem Augenblick. Man kann es nicht steuern, die „Sitzungen“ (Sessions) entstehen im Kontext zum gerade Erlebten. So soll es sein. Und das ist gut so!

Anders gesagt:
Freiheit und Verschiedenheit können auch polarisieren. Es entstehen Schwerpunkte und Annahmen, die nicht immer jedem gefallen. Das muss man aushalten können, so wie auch Freiheit nicht immer leicht zu ertragen ist. Die Toleranz braucht.

Auch die Demokratie hat ihre problematische Seite. Die äußert sich schon in der Frage, wie man Demokratie am besten organisiert? Ich denke an die leidenschaftliche Diskussion  von „direkter Demokratie versus parlamentarischer“ – die eine gilt als die Lösung (wie in der Schweiz) und wird auch als hochgefährlich eingestuft wird (wie bei uns, weil wir glauben, dass das Volk so dumm ist). Und auf der anderen Seite sind viele mit unserer „parlamentarischen Demokratie“ gar nicht mehr glücklich.

Unkonferenzen sind demokratisch. Sie leben ganz besonders von den Menschen, die teil nehmen. Man trifft sich – im Unterschied zu Konferenzen – in einem relativ freien und nur wenig formatierten Raum. So können sich gruppendynamische Entwicklungen ergeben, die nicht jedermann gefallen. Aber jeder hat auch die Möglichkeit, dagegen zu steuern.

PM-Camps sind sehr pluralistische Treffen. Es trifft sich männlich und weiblich, alt und jung, Berufseinsteiger und -aussteiger, erfolgreiche und weniger erfolgreiche, Studierte und welche dies gelernt haben, ernste und lustige Menschen, „nicht so wohlhabende“ und „reiche“ usw. Vielleicht können solche Barcamps ein wenig den Spagat zwischen ICH und WIR schaffen und die Spannung zwischen „individuellen“ und „kollektiven“ Bedürfnissen lösen.

Und wie für Projekte gilt, dass Technologie und Werkzeuge nicht mehr das Problem sind. Auch die vorhandenen Methoden taugen in der Regel mehr oder weniger. Die meisten Projekte scheitern jedoch, weil es „menschelt“. Das ist auch die Gefahr bei barcamps. Man kann nicht allen alles recht machen. So wurden in Tweets wie in den Feedback-Bögen manche Details gleichzeitig sehr gelobt und kritisiert.

Neben den positiven Rückmeldungen gab es auch Kritik und Vorschläge für Verbesserungen. Die Verbesserungsvorschläge werden wir – soweit sie nicht den Prinzipien der Freiheit des Barcamps widersprechen – sehr ernst nehmen. Genauso wie wir uns die Kritik zu Herzen nehmen werden. Allerdings könnte man auch sagen:
Bei einem Barcamp ist manche Kritik des Teilnehmers auch Kritik an sich selber.

Ich liste mal ein paar der Rückmeldungen auf und kommentiere sie:

Positives Feedback:

Die positiven Rückmeldungen sind die große Mehrheit. Obwohl es Spaß machen würde, hier alle zu zitieren, erwähne ich nur ein paar:

Wenn es das PMCamp noch nicht gäbe, müsste man es erfinden!!

Ich komme wieder!

Ich konnte sehr viele Erkenntnisse mitnehmen, Erfahrungen und sehr interessante Bekanntschaften machen!

Weiter so, nicht regulieren!

Die Atmosphäre war sehr vertraut und angenehm, die Gespräche haben auf Augenhöhe stattgefunden!

Da könnte ich so weiter machen – und ganz oft gab es ein

Großes Dankeschön!

und 100 % haben die Frage:

„Würdest Du das PM Camp einem Kollegen / einer Kollegin weiter empfehlen?“

mit JA beantwortet.

Darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut. Alle positiven Rückmeldungen werten wir im Orga-Team gewissenhaft aus. Gilt doch für Gemeinschaften, wie für Menschen bei der „Persönlichkeits-Entwicklung“ (oft auch Management oder Führungs-Training genannt), dass man zu erst mal seine Stärken fördern soll und nicht immer versuchen soll, die Schwächen abzubauen. Weil das Zweite meistens eh nicht gelingt und das Erste so viel mehr bringt. So wollen wir auch gerade das, was schon gut ist, noch besser machen.

Ich habe aber auch Beispiele von

negativem Feedback:

das WLAN auf dem Camp war eine Katastrophe …

Ja, das war so. Ich weiß aber, wie sehr sich gerade Stefan im Vorfeld und während der Veranstaltung bemüht hat, an der Uni für eine Verbesserung der Situation zu sorgen. Ich hatte am Vorabend auch noch einen Dialog mit einem der Spezialisten, der mir die Problematik klar machte. An der Uni wurden auch Anstrengungen unternommen, aber sie haben es halt wieder nicht geschafft. Aufgrund hoch komplizierter Sicherheitsaspekte sind die Systeme so aufgesetzt, dass die Techniker es nicht hinkriegen. Natürlich werden wir im nächsten Jahr versuchen, das Thema besser hinzukriegen. Wir sollten aber auch wertschätzen, wie viel die Fachhochschule Dornbirn als Sponsor für uns tut und da ein wenig gnädig sein.

Info zu Parkmöglichkeiten fehlte!
Ja – die lieben Autofahrer 🙂 .

Präzisere Ankündigung der Veranstaltung (Beginn, Ende) auf der Website.
Das kann man natürlich verbessern.

Fotos der Sessiongeber helfen bei der Orientierung.
Leider war „Aebby“ (Eberhard Huber) kurzfristig verhindert, so blieb auch seine Polaroid-Kamera in Baden-Württemberg.

Zu
Ice-Breaking, Moderation und Vorstellungsrunde
waren die Kritiken/Vorschläge sehr gegensätzlich. Die einen wollten eine Vorstellungsrunde, die andern keine. Die einen mehr, die anderen weniger Moderation und/oder „ice-breaking. Ich würde sagen, das war so fifty/fifty.

Viele Gedanken und Verbesserungsvorschläge in den Feedback-Bögen drehen sich um
„Newbees“ und „Klassentreffen von alten PM-Camp’lern) und wie man die Qualitätsverbesserungen von Sessions zum Beispiel durch Coaching-, Mentoring- oder Moderationsangebote erreichen kann.
Eine leichte Mehrheit hat hier eine explizite Unterstützung für Newbees gewünscht, der Rest meinte, dass dies ganz gut „automatisch“ gelungen wäre. Ich meinte auch herauszulesen, dass bei kleineren PM-Camps wie in Barcelona besser gelingt als bei so großen wie in Dornbirn. Also fast indirekt eine Kritik, dass Dornbirn zu groß wird.

Kritik wurde auch an einzelnen Sessions und dem Angebot von Sessions geübt.

Die Sessions waren zu IT-lastig.

Vermisst habe ich die Spiele.

Die Sessions des zweiten Tages sollten mehr auf denen vom Vortag aufbauen.

Prinzip und die Varianten von Sessions sollte im Vorfeld gerade für die „newbees“ besser erklärt werden.

Alles, das den Rahmen für die Sessions verbessert, unterstütze ich. Ich meine aber, dass die Organisatoren sich nicht in den Inhalt der Sessions einmischen sollten. Die gehören den „Teil-Gebern“. Die Organisatoren haben die Chance, durch formulieren des Mottos und Auswahl der Impulsgeber im Vorfeld die Menschen, die an diesen Botschaften interessiert sind oder sich daran reiben wollen zum Kommen zu motivieren. Und das sollte genügen.

Auch Herausforderungen für die Zukunft wurden genannt, hier hat mir eine besonders gut gefallen:

Das hohe Niveau zu halten wird DIE Herausforderung der Zukunft sein.

Das sehe ich auch so!

Nebenbei: Auch im offiziellen Blog der GPM gab es neben (zu) viel Lob einiges an Kritik fürs PM-Camp Dornbirn. Dort hat Reinhard Wagner in einem post vom PM-Camp in Dornbirn berichtet und sich im letzten Absatz doch recht negativ geäußert (… Anspruch konnte das PM Camp nur bedingt gerecht werden. …).
Weil ich hier eine Reihe von Missverständnissen sehe und ich auch persönlich erwähnt wurde, habe ich mich im folgenden mit den Aussagen von Reinhard „dialektisch“ auseinandergesetzt und versuche hier ein paar Dinge richtig stellen.


Hier geht es los mit dem Text des letzten Absatzes von Reinhard im GPM-Blog. Die kursiven Teile sind zusammen der komplette letzte Absatz, den ich 1:1 aus dem Post von Reinhard (RW) kopiert habe. Dahinter mit „normalem“ Font stehen immer meine Kommentare (RMD), so also immer abwechselnd.

(RW) … Das Motto des diesjährigen PM Camp Dornbirn war „Musterbrechen“ (Welche Muster sollten wir im PM brechen und wie kann der Musterbruch gelingen?). Diesem Anspruch konnte das PM Camp nur bedingt gerecht werden. Dies ist aus meiner Sicht auch das Dilemma der gesamten „PM Camp“-Bewegung.
(RMD) Nicht nur das PM-Camp sondern die ganze menschliche Gemeinschaft hat dieses Dilemma, dass Veränderung nicht in dem Masse  gelingt wie dies notwendig oder zumindest wünschenswert wäre. Das belegt die aktuelle Geschichte (Kriege, Terrorismus, Zerstörung des Planeten …).
Mein Problem mit den Sätzen von Reinhard ist, dass ich als Anspruch eines PM-Camps eigentlich nur sehe, a) ein guter Gastgeber zu sein und b) die „richtigen Teilgeber“ zu finden. Das ist auch das Ziel des Orga-Team Dornbirn für „unser“ PM-Camp. Und wie ich meine auch der der gesamten „PM-Camp-Bewegung“.
Jedes Jahr besprechen wir im PM-Forum (unser strategisches Organ aller PM-Camps), wie wir das am besten hinkriegen. Da treffen sich die Vertreter der regionalen Orga-Teams (die operativen Veranstalter, die die Camps machen) und des Kern-Teams (die normative Ebene der Gründer). In dieser Klausur tauschen wir aus, wie wir es besser machen können, dass Ihr – unsere Gäste und Besucher – noch besser Wissen austauschen, Konsens finden und Erkenntnis gewinnen könnt.
Das Orga-Team eines PM-Camps hat vor allem die Rolle des Gastgebers. Es sucht Sponsoren und finanziert so gemeinsam mit den Beiträgen der Teilnehmer/Teilgeber die Veranstaltung. Ergänzend versuchen wir durch gedankliche Anregungen (im Vorfeld ein Motto wie zum Beispiel die Metapher des „Musterbrechen“) und auf dem Camp durch Impulsvorträge (das Was) und Vorschläge zur Methodik (das Wie) das Gelingen zu fördern, ohne aber den Kern eines barcamps zu gefährden. Wir sind achtsam bemüht, dass nicht klammheimlich aus der „Unkonferenz“ eine Konferenz oder Kongress wird.
Zur Erinnerung:
Ein PM-Camp ist nichts anderes als ein Barcamp, dass sich besonders an Projekt Manager, Manager, Unternehmer, Führungskräfte richtet, eigentlich an alle Menschen, die bereit sind Verantwortung für Zukunft zu übernehmen. Es gibt diesen eine Plattform zum Austausch und unterstützt so die Vernetzung.

(RW) Die „jungen Wilden“ (sorry Roland Dürre) wollen sich „krampfhaft“ von den etablierten Größen der Branchen, allen voran die GPM, das PMI oder die PRINCE2-Community abgrenzen.
(RMD) Zu den jungen Wilden: Da sehe ich mich ja nicht mehr ganz so. Mit dieser Metapher habe ich manch jungen start-up gemeint. Die legen schon ganz anders los, als ich es von „etablierten Unternehmen“ gewohnt bin. Und wenn ein Start up mal so richtig Erfolg hat, dann ganz gewiss nicht, weil er in Projekten denkt.
Aber zurück zum Text: Allein schon die Wortwahl „etablierte Größen der Branche“ zeigt die problematische Positionierung von Reinhard. Ich sehe die „PM-Camp-Bewegung“ in keiner Rivalität mit „etablierten Größen der Branche“. Denn wir sind eben kein Verband. Wenn, dann sind wir eine Alternative für die, die sich in einem freien Rahmen treffen wollen, um Wissen und Erfahrung auszutauschen. Auf einem PM-Camp regt man sich gegenseitig zum Nachdenken an. Da treffen sich die ICHs „als Teil vom“ WIR. Das hat nichts mit einem Verband oder ähnlichen Strukturen zu tun. Auch deshalb darf und wird das Orga-Team keine proaktive Empfehlungen geben.
Die „PM-Camp-Bewegung steht übrigens in enger Abstimmung mit openPM, dem offenen Portal mit Plattform zum freien Austausch für alle Projekt Manager. openPM ist ein gemeinnütziger Verein, den ich auch nicht in Rivalität zu den „etablierten Größen“ sehe. So hat auch openPM nichts mit den genannten Vereinen/Verbänden zu tun.
Ich persönlich hüte mich deshalb vor Vereinen und Verbänden, weil in meiner Wahrnehmung diese sich oft im Besitz der „Wahrheit“ wähnen, diese in „Gesetz- und Regelbücher“ fest schreiben und und dann Lehren und so ihr (vieles) Geld verdienen. Da grenze ich mich ab, aber nicht krampfhaft sondern einfach eindeutig im Sinne von klar.

(RW) Das Muster „agil“ versus „traditionell“ wird allzu oft bemüht. In fast allen Diskussionen wird immer wieder der Vergleich „Industriezeitalter ist alt und schlecht“ versus „Informationszeitalter ist jung und gut“ bemüht, das gleiche wird auf „Wasserfall“ versus „Scrum“ usw. übertragen.
(RMD) Hier hat Reinhard wohl etwas falsch verstanden. Mag sein, dass es da vor Jahren Fronten gab. Um diesen Unsinn zu beenden, starteten wir in 2011 in Dornbirn ein PM-Camp mit dem Motto „Brücken bauen“.
So habe ich auf dem PM-Camp in Dornbirn kaum Konflikte „agil“ versus „traditionell“ oder ähnlich wahrgenommen. Im Gegenteil, alle die ich gehört habe – auch die Impulsgeber – haben betont, dass alles seine Rechtfertigung hat, man sich nur gut überlegen muss, was man wann und für welchen Zweck einsetzt.
Ich meine eh, dass zu „agil“ alles was wichtig ist im „agile manifesto“ geschrieben wurde. Das, was dort steht, ist eine Empfehlung, den „gesunden Menschenverstand“ in „Redlichkeit“ zu nutzen. Und das ist doch keine Methode? Sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Genauso wie, dass man in Projekten viel falsch machen kann.

(RW) Ein Vortrag sprach sich gegen alle Regeln und „Muster“ aus und propagiert ein paar Folien weiter, dass man ja keine Projekte machen solle (#noprojects).
(RMD) Wenn hier der Impuls von Robert Weisgräber gemeint war, so war das einer der besten Vorträge, die ich seit langem gehört habe. Auch die Rückmelde-Statistik belegt dies. Aber vielleicht ist die Metapher von #noprojects nicht ganz so einfach zu verstehen. Dass man keine Projekte machen soll, habe ich so aber nicht raus gehört. Viel mehr, dass man sich gut überlegen soll, was man tut.

(RW) In einem Workshop zur „Lebendigkeit von Organisationen“ wird versucht, die Wirkmechanismen einer solchen Organisation aufzuzeigen. Auf meine Frage, ob wir das mal am Beispiel der – leider sehr erfolgreichen – Organisation des Islamischen Staates aufzeigen können wird dies brüsk abgelehnt mit dem (Totschlags-)Argument, das passe jetzt gar nicht hier rein.
(RMD) 
Natürlich können Aussagen in Sitzungen nicht immer allen Teilnehmern gefallen. Das hat etwas mit Demokratie zu tun. Ich halte es aber auch für nicht zielführend, die IS als sinnvolles Fallbeispiel zu diskutieren. Nicht nur, weil das mir die IS eine kriminelle faschistische Organisation zu sein scheint (Auch das dritte Reich war faschistisch. Und trotzdem hat der „GröFaZ“ mit agiler Kriegsführung der etablierten Generalissima das Fürchten beigebracht).
Aber natürlich hätte Reinhard Wagner eine eigene Session zu IS machen können oder vielleicht präziser formuliert zum Thema „Moderner Guerillakrieg von faschistoiden Organisationen als erfolgreiche Methode im Kampf gegen militär-technisch überlegene Armeen“. Die hätte ich allerdings nicht besucht (oder wenn, dann nur um mein Unverständnis auszusprechen).

(RW) Schließlich versuchte ein Teilnehmer, das Cynefin-Framework zu diskutieren. Diese endete dann mit der Einteilung, dass alle Ingenieure und Betriebswirtschaftler auf der rechten Seite zu verorten seien (simple oder komplizierte Systeme), wohingegen die Software-Entwickler die kreativen Wilden, also auf der linken Seite des Frameworks zu finden sind. Das bringt natürlich keinen wirklich weiter.
(RMD) 
Auch hier geht es um den Inhalt einer Session. Das hat nichts mit dem PM-Camp Dornbirn zu tun. Ich sehe es persönlich aber ähnlich wie Reinhard Wagner und halte die ganze Diskussionen zu kompliziert/komplex, links/rechts, blau/rot mehr oder wenig für esoterischen Humbug. Wobei man aus falschen Annahmen und falschen Schlüssen durchaus richtiges ableiten kann …

(RW) Statt Muster zu brechen, werden alte Klischees in ein neues Gewand gepackt.
(RMD) 
Den Satz verstehe ich nicht. Aber das pauschal vom PM-Camp Dornbirn zu behaupten empfinde ich schon als starken Tobak. Mir klingt diese irgendwie nach Kulturpessimismus. Ich gestehe aber zu, dass unsere Gesellschaft daran leidet, dass wir immer wieder die alten Muster bemühen. Und Phantasie und Kreativität eher verdrängen. Vielleicht führen hier Reinhard und ich dieselbe Klage.

(RW) Schließlich stellt sich mir die Frage, was die PM Camps mit ihrem Anspruch in der Praxis erreichen wollen.
(RMD) 
Nochmal: PM-Camps bieten einen Rahmen, der es den Menschen ermöglichen soll, sich zu treffen, im Vertrauen zu kommunizieren, Wissen zu teilen, Erkenntnis im redlichen Diskurs zu gewinnen. Es gibt keinen Zweck-Anspruch von Seite der Organisatoren des Camps. Wenn dann geht es darum, dass die Menschen, die kommen, sich gegenseitig größer machen – und eben nicht kleiner wie in vielen Lehrsystemen. Ich gehe aber davon aus, dass „Wissen teilen“ und vom „Gegenüber“ zu lernen für die Praxis meistens wertvoller sind als der Erwerb von Zertifikaten oder schlimmer die „Zertifizierung der Welt“.

(RW) Auf meinen Workshop-Impuls zu „Projektmanagement für soziale Zwecke“ gab es zwar viel Diskussion und begeisterte Redebeiträge, …
(RMD) Frage: „Was ist ein begeisterter Redebeitrag?“! 🙂

(RW) … auf meine Frage, wer nun was konkret machen will, waren alle ziemlich schnell (zum Mittagessen) verschwunden.
(RMD) 
Ist doch sinnvoll. Dazu hätte man ja den zweiten Tag für konkrete Sessions dazu nutzen können._

(RW) Zugegeben, es ist auch bei der GPM ziemlich schwer, die Mitglieder zur Umsetzung des Besprochenen zu bewegen.
(RMD) 
Ich wüsste nicht, warum es bei der GPM einfacher sein sollte als im täglichen Leben.

(RW) Hier erweist sich allerdings, ob es bei „Sonntagsreden“ bleibt, oder den „schönen Worten“ auch konkrete Taten folgen.
(RMD) Schon Seneca hat gesagt „Philosophie heißt nicht Reden sondern handeln“. Und das wir alle viel reden und nichts tuen sehen wir ja nicht nur bei der Veränderung des Klimas durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Aber auch hier entdecke ich eine Gemeinsamkeit mit Reinhard.

(RW) Das würde ich mir wünschen, aber vielleicht bleibt das auch nur ein frommer Wunsch zu Weihnachten 🙂
(RMD) Mein (weiß nicht ob frommer) Wunsch nicht nur zu Weihnachten ist, dass die Menschheit ein wenig weiser werden würde.


Auch wenn ich viel Gegenrede halte, möchte ich mich bei Reinhard explizit für seinen Artikel bedanken. Vielleicht ist das ein Beginn für eine leidenschaftliche und wunderbare Diskussion zur Frage:
Wie viel Verbände und Vereine brauchen wir wirklich?
Weil mir da eine ganze Reihe für überflüssig erscheinen und ich mir mehr von Graswurzelbewegungen erwarte.

RMD

P.S.
Die Überschrift dieses Posts ist nicht von mir, sondern vom post vom Reinhard übernommen.

Gastautor(en)
Dienstag, der 6. Oktober 2015

Mein Freund, der Softwarebetrüger …

Gestern bekam ich Post von Hans Bonfigt. Hans schätze ich als exzellenten SW- und IT-Mann. Er ist ein Provokateur, bekannt für seine Unbeugsamkeit und drastische Sprache. Er hat mir heute Morgen geschrieben:

Lieber Roland, ich hoffe, es geht Ihnen gut!

Ihren Kommentar zur VW-Affäre und Ihre Vermutung, daß es ein Novum sei, daß Software zur Manipulation verwendet wird, habe ich neulich im Forum beantworten wollen. Auf einer längeren Zugreise habe ich, unsortiert, einige Beobachtungen in mein Blackberry gekippt. Was insgesamt dabei herausgekommen ist, hat mich selber entsetzt.

Auch wenn ich mir damit schade und es mit 55 Jahren für eine Lebensbeichte noch zu früh ist: Hier ein Gastbeitrag für IF-Blog.

Ihr Hans Bonfigt

Ich, der Softwarebetrüger.

betrugDer relevante Teil meines ganzen Lebens ist in einem Satz geschildert: Ich habe, oft erfolgreich, grundlegende Erkenntnisse von Wissenschaftlern wie Newton, Gauß, Boltzmann, Steiner, Euler und Shannon kombiniert mit dem Fachwissen meiner Kunden, um daraus Programme zu gestalten, die dem Fachmann helfen sollten, ihre Arbeit effizienter zu erledigen.

So, mit genau diesem Paradigma ganz bewußt im Kopf, habe ich 1980 angefangen, Software zu entwickeln – zum Berechnen von Elektromotoren, Parabelfedern oder Hebebühnen, zum Regeln von Temperatur, Durchlaß, Druck und Lage.

Es hätte gerne ewig so weitergehen können …

Schon in den 70er Jahren amüsierte sich mein alter Herr über das „akademische Proletariat“ und verwies auf eine Karikatur in der FAZ, Verlierertyp mit Doktorhut hält dekadentem Opernpublikum die Türe auf und untendrunter stand, „Dr. rer. pol. Rolf Wüllweber, Doktorarbeit bei Professor Steiner, ‚Die soziokulturelle Bedeutung des Lodenmantels unter besonderer Berücksichtigung der späten Weimarer Republik im Lichte der heutigen Erkenntnisse zur Sozioanisotrophie und Abstraktionsanalyse‘. Er hätte doch besser auf Professor Steiner gehört, als dieser ihm eröffnete, „Wüllweber, mit dieser Doktorarbeit können Sie bestenfalls Türsteher werden“.

Jeder studierte plötzlich irgendetwas und keiner konnte die affektierten Pseudo-Theoretiker zu irgendetwas gebrauchen. Zu anständiger Arbeit waren die hohlen Nüsse nicht zu gebrauchen, also schlichen sie sich in den Betrieben durch die Instanzen: Dokumentation, „Kommunikationsabteilung“, interne Regularien (Anmerkung des Lektographen: oder Produktplanung) …

Bei Siemens soll diese Spezies sogar eine „Grußordnung“ hervorgebracht haben, wer, in Abhängigkeit von Ort, Tageszeit und „Dienstgrad“ wen zuerst zu grüßen hätte (Noch eine Anmerkung des Lektographen: Mir war zumindest die Regulierung bekannt, welcher Dienstrang einen Anspruch auf Vorhänge im Büro hat …).

Dann aber brach etwas über uns herein, was man „QM“ nannte, „Qualitäts-Management“.

Keiner wollte es und jedes Unternehmen, das ich gut kenne, resümiert freimütig, daß sich die Qualität seiner Produkte mit der Einführung von Qualitäts-Management nachhaltig verschlechtert habe. Nun gibt es mindestens zwei Methoden, mit so etwas umzugehen:

Die Russen und die Italiener beispielsweise pappten einfach ihre DIN/ISO-Plaketten auf ihre Produkte und gut war es – genau wie die UL- und CE-Zeichen. In Deutschland geht so etwas nicht. Da wurden Hunderttausende Flachpfeifen, die nie im Leben gearbeitet hatten, zu ‚Qualitätsbeauftragten‘ „ausgebildet“, die in der Folge die abstrusesten Regularien verfaßten, die mit dem Verwendungszweck des Endproduktes nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun hatten, aber die Produktion weiter verteuerten und so den Standortnachteil Deutschlands weiter verschlechterten.

Kein Unternehmen hält einen phantasielosen Technokraten länger als 5 Jahre aus (VW und Carl H. Hahn lassen wir zunächst einmal außen vor), und so wanderten die Schaumschläger nach dem Prinzip ‚promoveatur ut amoveatur‘ in die Vorstände und, schlimmer noch, als lobby-affine Lakaien in alle möglichen Normungsausschüsse. Und so entstanden Werke wie die „DIN EN 1570“, mit der ich mich beruflich einige Zeit herumschlagen mußte: Viel zu spezifisch in Details, viel zu schwammig bei wichtigen Kriterien.

Und hier begann mein persönlicher Sündenfall:

Weil mich die Norm maßlos ärgerte, begann ich, sie bewußt fehl zu interpretieren und die zahlreichen Lücken auszunutzen. Denn der inner- und außer-europäische Wettbewerb schiß einen dicken Haufen auf die tolle neue Euronorm – die Produkte meines Kunden aber wurden danach geprüft. Früher war ich stolz darauf, daß meine Algorithmen ein Modell der Wirklichkeit waren – jetzt ‚frisierte‘ ich dieses Modell, indem ich Definitionslücken ausnutze.

Und während ich dies schreibe, wird mir auf einmal klar, daß ich schon viel früher angefangen habe, anstatt eines Abbildes der Wirklichkeit ein Wunschbild zu schaffen.

Da war zum Beispiel der Spediteur, den Polizei und Ordnungsbehörden notorisch „auf dem Kieker“ hatten: Regelmäßig schickten sie ihm Prüfer ins Haus, die sich die der Archivierungspflicht unterliegenden Fahrtenschreiber-Scheiben einmal ganz genau anguckten. Bei einem Verstoß kamen sowohl der Fahrer als auch der Spediteur „dran“, und es sprach sich herum, „Bei W. solltest Du nicht arbeiten, wenn Du deinen Führerschein behalten willst“.

Was soll ich sagen, ich pflegte gute Beziehungen zu KIENZLE, besorgte mir einen Tachographen, modifizierte ihn so, daß er eine V.24 – Schnittstelle erhielt und entwarf ein Computerprogramm, welches Datum, Km-Stände, Start- und Zielort erwartete und dann eine StVo-konforme Scheibe „nachkartete“.

Für das gleiche Gewerbe entwickelten wir andere Geräte, die die Verkehrssicherheit signifikant erhöhten: Wer wäre nicht einmal beinahe oder tatsächlich auf seinen Vordermann aufgefahren, weil dieser in Panik beim Anblick einer Radarfalle eine Vollbremsung hingelegt hatte? Mit unserem aktiven RadarJammer konnte man mit unverminderter Geschwindgkeit durch rauschen, denn der störte die damaligen „Multanova 6F“ und „Traffipax“ durch Interferenz.

Als die unsäglichen „Intrastat“ – Meldungen für viele Unternehmen zur Pflicht wurden, waren wir es, die ein Modul für die damalige Auswertungssoftware „CBS/IRIS“ schrieben, welches die Statistiker mit reinen Zufallszahlen bediente. Besonders stolz waren wir darauf, daß wir optional per Laserdrucker auf Formularen drucken konnten, welche von Saarlouis angefordert werden mußten, wenn ich mich recht erinnere. Eigentlich sollte nach Warengruppen verdichtet werden, mußte aber nicht. Und so schickten viele unserer Kunden kistenweise Formblätter an die Statistikbehörde, die allerdings mit unterschiedlichsten Fonts und natürlich dunkelgerastertem Hintergrund von keinem OCR-System der Welt hätten gelesen werden können.

Wir bieten auch Lösungen für den „Elektronischen Gelangensnachweis“ und das „reverse charging“ – Umsatzsteuerverfahren an, aber darüber kann ich aus Aktualitätsgründen nicht berichten. Und so muß ich, im letzten Drittel meiner beruflichen Laufbahn angekommen, zu meinem eigenen Entsetzen feststellen, daß ein Drittel meiner „Werke“ die Umgehung von Bürokratismen zum Ziel hatten – vornehm ausgedrückt.

Natürlich habe ich für die Betrügerei eine Motivation: Wenn zum Beispiel die EU-Finanzminister über „kriminelle Umsatzsteuer-Karusselle“ schwadronieren, dann, bitte sehr – schafft die alberne Umsatzsteuer doch einfach ab, entlastet die Unternehmen erheblich und erhebt die Steuer dort, wo sie faktisch und ausschließlich erhoben wird: Beim berühmten „Mann auf der Straße“. Was passiert stattdessen: Die ohnehin komplizierte und komplexe Umsatzsteuerregelung wird, nebenbei ohne Rechtsgrundlage, um weitere Schikanen ergänzt, die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen weiter einschränken.

Hier ist ziviler Ungehorsam erste Bürgerpflicht!

Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille, die ich an einem realen Beispiel darstellen möchte: Es ist so gut wie unmöglich, einen bestimmten Federtyp mit einer Toleranz von weniger als 15% zu bauen – die innere Reibung ist zu hoch und schon beim Einbau verändert sich der Durchmesser und damit die Federrate. Ich kann den Typ der Feder nicht nennen, denn damit könnte man Rückschlüsse auf den Abnehmer ziehen. Jeder weiß, daß die Norm idiotisch, die geforderte Genauigkeit unnötig und der Lastfall völlig unrealistisch ist – und so kommt regelmäßig ein Qualitätskontrolleur des Endkunden zur Abnahme, moniert den Teil der Federn, die außerhalb der Toleranz liegen, kassiert sein Schmiergeld und verschwindet.

Das Schlimme ist, finde ich, die lächerliche Höhe des Schmiergeldes, die typischerweise aus einer Kiste billigsten Fusels besteht. Ich habe die Kiste selbst gesehen, mir aber das Probieren geschenkt. Denn: Dieser Abnahmelakai verrät sich und seinen Job auch für wirklich sicherheitsrelevante Fahrwerkskomponenten, deren Eigenschaften tunlichst im Toleranzbereich liegen sollten, um folgenschwere Unfälle zu vermeiden.

Mundus vult decipi, ergo decipiatur — anders ist der VW – „Skandal“ nun wirklich nicht mehr erklärbar. VW hat immer schon betrogen, und zwar auf besonders plumpe Weise. Ich habe meine Hände nie mit Produkten von VW beschmutzt, denn VW beleidigt die Intelligenz eines jeden mündigen Menschen.

Erinnern wir uns an die Mitte der 80er Jahre: Während BMW und Mercedes ordentliche Abgasreingungssysteme in ihre Fahrzeuge einbauten, beispielsweise eine luftmassengesteuerte BOSCH – Motronik mit Lambda-Regelung, welche unter allen Betriebszuständen ein stöchiometrisches Gemisch lieferte, hielt VW an der mechanischen Primitiveinspritzug mit Stauscheibe und Mengenteiler fest. Der Konzern verkündete stolz, „Wir fahren aus Überzeugung ohne Katalysator“ und für die unbeugsame Klientel, die trotzdem einen haben wollte, gab es, für jedermann an der Steuerkulisse der Drosselklappe sichtbar, einen Vollast-Anreicherungsschalter.

Wenn der Führer nun seinem „Kraft-durch-Freude-Wagen“ einmal ordentlich die Hacken gab, dann wurde, per Vollastanreicherung, das Kraftstoff/Luft – Gemisch überfettet, damit die primitiven, an der untersten Schamgrenze kosten-„optimierten“ Proletentreiblinge nicht wegen Überhitzung kollabierten. Nun landete unverbrannter Kraftstoff im Katalysator, welcher die Wirkoberfläche eines Fußballfeldes hat. Ging der VW-Fahrer nun wieder in den Teillastbetrieb zurück, konnte Sauerstoff in den mit Kraftstoff gesättigten Katalysator gelangen. Der Keramikträger war wegen seiner geringen spezifischen Wärme nicht in der Lage, die Energie der stark exothermen Reaktion abzuführen und so verdampfte die Platinschicht.

Nach wenigen tausend Kilometern war ein VW-Katalysator komplett im Eimer – und jeder wußte das! Aber damit nicht genug: Durch gezielte Lobbyarbeit, nicht nur von VW, wurde erreicht, daß es keine Abgasuntersuchung für Katalysator-Fahrzeuge gab – eine unglaubliche Farce, die aber niemand bemerkte.

Mit fassungslosem Erstaunen sah ich 1988 in Kalifornien einen Volkswagen mit einer ordentlichen Einspritzanlage. Auf Rückfrage erfuhr ich von einem VW-Mitarbeiter: „Ja, natürlich wissen wir, daß unsere Einspritzung Schrott ist. Deshalb reduzieren wir bei den amerikanischen Modellen die Leistung und bauen eine Einspritzanlage ein, die auch etwas taugt: Denn in Kalifornien werden die Autos geprüft und wenn der Katalysator kaputtgeht, müssen wir kostenfrei nachrüsten“.

Und nun sage mir keiner, er könnte das nicht wissen, denn fast alles, was ich schrieb, ging durch die Tagespresse. Lutz „Luigi“ Colani ließ sich seinerzeit zu dem Bonmot hinreißen, „VW ist ein Misthaufen, auf dem der [Carl H.] Hahn sitzt“. Jeder intelligente Mensch, der es wissen wollte, wußte: VW ist das automobile Pendant zu Microsoft, für Menschen ohne Kultur, Verstand, Geschmack und eigenes Urteilsvermögen.

Gemessen an dem geschilderten Betrug ist die aktuelle Affäre doch eigentlich lächerlich: Es wird eine praxisfremde Vorschrift erlassen und VW genügt dieser Vorschrift mit einem praxisfremden Verhalten im Test. Der Test ist doch bestanden — so what?

Wie weit wir heruntergekommen sind, mag man daran ersehen, daß „Audi“ mittlerweile „Sounddesign“ – Geräuscherzeuger in Auspuffnähe einbaut, die, außer Platz und Gewicht zu verbrauchen, zu nix anderes gut sind als einen „vollen Sound“ zu produzieren. Weil sich der typische AUDIot mit Attrappen zufrieden gibt.

Solche Idioten zu bescheißen – da hätte ich keinerlei Skrupel — mundus vult decipi. Wobei ich insgeheim hoffe, daß meine Manipulation nicht entdeckt worden wäre.

Im Auftrag von Hans Bonfigt im Wortlaut veröffentlicht. Und Dank an Hans für seinen Beitrag!

Roland Dürre
Sonntag, der 3. Mai 2015

Zahlen & Steuern & Rechnen.

Das Bundesfinanzministerium berichtet am 23. April 2015 auf seiner Webseite, dass das gesamte Steueraufkommen (die monatlichen Steuereinnahmen von Bund und Ländern ohne reine Gemeindesteuern) im März 2015 um 4,7 % im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 57,970 Mrd. Euro gewachsen ist. Hi, das klingt doch toll. Nach ausgeglichenem Haushalt. Weil die Wirtschaft boomt, so gibt es viel Umsatz und so steigen die Steuereinnahmen. Was für eine schöne und heile Welt.

So einfach ist es aber nicht. Das Eigenschaftswort „nominal“ fehlt. Weil das klar machen würde, dass das gar keine so gute Zahl ist. Hier ein paar Gedanken dazu.

In „Westdeutschland“ werden in 2015 die Renten um 2,1 Prozent, im „Osten Deutschlands“ um 2,5 Prozent erhöht. Ende April 2015 hat die Bundesregierung diese Erhöhung zum 1. Juli 2015 beschlossen.

Die jährliche Rentenanpassung orientiert sich in erster Linie an der Entwicklung der Bruttolöhne, und zwar getrennt berechnet für die westlichen und östlichen Bundesländer. Dazu zitiere ich Renten-Recht.org:

Die für die Rentenanpassung relevanten Daten liegen seit Frühjahr 2015 vor. Nun kann die genaue Höhe der Rentenanpassung genannt werden. Die Rentenanpassung wird 2015 allerdings aufgrund eines statistischen Einmal-Effekts etwa um knapp 1 Prozent niedriger ausfallen, als ohne diesen Effekt. Es handelt sich dabei um EU-Vorgaben, die eine Revision der Beschäftigungsstatistik erfordern. So müssen bestimmte Beschäftigte im Niedriglohnbereich in die Statistik aufgenommen werden. Das drückt auf die für die Rentenerhöhung maßgebenden zentralen Gehälter.

Das ist doch auch schon wieder ein Thema – nur wegen einer neuen EU-Vorgabe bekommen die Rentner weniger, als ihnen gesetzlich zustehen würde. Darum geht es hier aber nicht. Ich schließe daraus, dass die Erhöhung des Steueraufkommens aus Einkommen auf den gestiegenen Gehältern (um die 3 %)  und der da noch dazu kommenden kalten Progression beruht.

Weiter lese ich:

Die Rentenerhöhung 2015 ist damit höher, als dies Ende letzten Jahres von der Deutschen Rentenversicherung prognostiziert wurde. Die Rentenanpassung wird auch nicht durch die Inflation beeinträchtigt, denn diese betrug zuletzt minus 0,1 Prozent.

Auch das wundert mich. Heißt das, dass die schlechte Prognose die nicht korrekte Erhöhung rechtfertigt? Und wie kann es sein, dass es den Menschen, die auf ihre Rente angewiesen sind, immer schlechter geht, obwohl das Leben billiger wird und die Renten steigen? Nein, denn das stimmt eben nicht. Ich erlebe in meinem Umfeld überwiegend regelmäßig und beachtlich steigende Preise. Bei guten Lebensmitteln am Markt, beim (echten) Bäcker und Metzger, bei den Handwerkern wie den Ärzten, im öffentlichen Nahverkehr, bei Gebrauchsgütern wie guten Fahrrädern. Oder bei Grundstücken und Mieten. Alles wird teurer. Das Bier, das Speise-Eis und die Pizza. Mit erstaunlichen Steigerungsraten. Und wenn ich die (nicht nur) gefühlte Inflation sehe sind die 4,7 % mehr Steuereinnahmen eben gar nicht mehr so toll.

Nur der Ramsch wird billiger. Aber jedes Kind weiß, dass billiger Ramsch letzten Endes am teuersten kommt. Und der Treibstoff wurde (vorübergehend) billiger. Aber wer braucht Treibstoff, wenn er kein Geld hat? Nur die eher Wohlhabenden (zu denen ich mich zähle) verbrennen ein paar Hundert Liter Sprit im Monat mit ihren Luxuskarossen (was ich nicht mache). Das Ersparte könnte dann für ein Luxusgut ausgegeben werden. Zum Beispiel für einen schönen Schal, der bei Loden-Frey heute auch mal gerne 370,- € kostet. Das habe ich vor einer Woche erlebt. Und weil die billigen Schals dort auch alle um die 200,- € lagen kam ich mit leeren Händen aus dem Geschäft raus. Denn auch die Preise bei Luxusgütern explodieren geradezu – und „spülen“ so mehr Steuern in die Kassen. Nur – wenn mehr Luxus verkauft wird ist das kein Indiz für das Wohlergehen der Menschen im Lande.

So basiert die Steigerung der Steuereinnahmen bei der Mehrwertsteuer und weiteren Steuern wie der Grunderwerbssteuer kräftig von einer zwar statistisch nicht erfassten aber real vorhandenen Inflation. Der für die Statistik konfigurierte Warenkorb ist eine Mogelpackung.

Trotzdem darf man sich über eine Erhöhung von Einnahmen darf man sich freuen. Nur sollte man dabei die Ausgabenseite nicht vergessen. Und die Ausgaben steigen eigentlich deutlich höher als die genannten 4,7 Prozent. Man denke nur an die wesentlichen Bestandteile des Bundeshaushalts wie Soziales, zum Beispiel den Pensionsleistungen für Beamte. Oder an die fast schon normalen Kostensteigerungen bei Infrastruktur-Projekten der öffentlichen Hand. Wie zum Beispiel beim Bau des Autobahn-Kleeblatts bei Ismaning (siehe auch meinen Artikel in IF-Blog dazu). Und wenn ich dann in einem Artikel dazu lese, dass ein Landrat sagt „eine allgemeine Kostensteigerung um 15 Prozent sei ganz normal bei solchen Projekten“, denke ich mir, dass das eigentlich ganz realistisch ist.

So fürchte ich, dass auch der ausgeglichene Haushalt nur eine Mogelpackung ist. Weil wir Glück habe, dass die Zinsen so niedrig sind. Das könnte sich auch mal ganz schnell ändern. Dass keine Rückstellungen für real drohende Verluste gemacht werden. Dass man überall Anleihen auf die Zukunft aufnimmt, die irgendwann mal zurückgezahlt werden müssen. Wahrscheinlich werden schon zeitnah massive Kostensteigerungen nur durch harte Sparnahmen zu Lasten vieler Betroffenen ausgeglichen werden können. Da werden die stolzen 4,7 Prozent nicht viel helfen und wahrscheinlich wird es wieder die einkommensschwachen Bevölkerungsschichten treffen. Deren Ersparnisse ja auch schon durch die Null-Zins-Politik entwertet werden.

Aber zurück zur Steuern und zur Mehrwertsteuer. Machen Sie sich doch mal den Spaß, (nicht nur) junge Menschen zu fragen, wie hoch die Mehrwertsteuer in Deutschland aktuell ist. Sie werden sich wundern, was Sie da für Antworten bekommen! „Weiß ich nicht“ ist da eher noch harmlos. Hier die aktuell richtigen Zahlen zu den Steuern (aus Wikipedia):
Der Normalsatz von 19 Prozent gilt seit 1. Januar 2007 und der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent findet seit 1. Juli 1983 Anwendung.[2]

Und wenn Sie sich noch mehr wundern wollen, dann fragen Sie diese Menschen – nach dem Sie ihnen die korrekten Zahlen genannt haben – wie viel Mehrwertsteuer denn in den 370,- € für den Schal enthalten sind. Viele wissen das nicht, so werden Sie lustige Antworten bekommen aber nur selten die Richtige (dass man die 370 € halt durch 119 dividieren und dann mal 19 multiplizieren müsse). Und dann wird der Taschenrechner geholt und verwundert auf die Ergebnisse geguckt.

Ich wundere mich übrigens, dass man nicht 20 % als Normalsatz für die Mehrwertsteuer gewählt hat. Dann wäre die Rechnung so einfach: Vom Brutto-Preis nimmt an 1/6, auf den Netto-Preis schlägt man 1/5 auf. Aber wer kennt heute schon noch „netto“, „brutto“ und „tara“? Oder Im-Hundert, Vom-Hundert- und Auf-Hundert-Rechnung?

Für das 1 % mehr hätte man ja die Einkommenssteuer ein wenig senken können. Oder zumindest die Progressions-Stufen an die Inflation anpassen.

Und wenn Sie ihren Gesprächspartner weiter ärgern wollen, dann befragen Sie ihn zu den Gesetzen zur Branntweinsteuer, Energiesteuer, Grunderwerbssteuer, Kaffeesteuer, Tabaksteuer

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 7. Juli 2013

Industrie 4.0

Die nächste Sau wird durchs Dorf getrieben!

RMD

P.S.
In der Kürze liegt die Würze.

Roland Dürre
Freitag, der 7. Dezember 2012

Verbände und Vereinigungen

Wenn ich mit Verbänden zu tun habe, bekomme ich immer so komische Gefühle. Die sich dann auch meistens bestätigen. Nur – das Unbehagen im Bauch hilft mir nicht weiter. So versuche ich mein Unbehagen zu formulieren

Ich meine, dass sich die meisten der vielen Verbände und Vereinigungen, die wir in Deutschland so haben, überholt haben. Sie dienen in der Regel nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck, für den man sie erfunden hat. Die Nähe zu ihren Mitgliedern ist im Laufe der Jahre verloren gegangen. Die verbliebenen Mitglieder sind noch da, weil sie sie sich persönliche Vorteile versprechen oder Angst haben, eine Nichtmitgliedschaft könnte ihnen Nachteile bringen bzw. Risiken eröffnen.

Ein komisches Überich hindert die verbliebenen „Mitglieder“ am Austritt. Oder sie sind ganz einfach zu träge, um auszutreten. Man hat sich daran gewöhnt. Der Beitrag erscheint nur gering, und so ein paar kleine Annehmlichkeiten scheint die Mitgliedschaft doch zu bringen.

Sind aber die ganzen Verbände und Vereinigungen heute noch zielführend? Neue Kreise entstehen und entwickeln sich. Zugehörigkeit muss nicht mehr organisiert werden, sie findet statt. Politischer Druck kann auch anders als durch Verbände ausgeübt werden. Und noch einen Vorteil haben freie „communities“: Wenn man den Kreis nicht mehr braucht, dann löst er sich von selber auf. Was für ein Segen.

Aber was ist mein Problem mit den Verbänden und Vereinigungen? Ich meine, dass Verbände zwangsläufig zu Systemen werden. Und die sich dann zu leicht und zu zügig verselbstständigen.

Am Anfang arbeitet so ein System meistens noch für die „edlen Ziele“, die den Gründern zu eigen waren. Aber nur zu schnell ändert sich das. Dem System wird dann der eigene Erhalt immer wichtiger. Und kaum gehen ein paar Jahre ins Land, wird der Erhalt zum prioren Ziele des System. Und früher ober später und zwangsläufig bleibt der eigene Erhalt der ausschließliche Zweck  des Systems. Und wenn es ganz schlimm wird, entpersonalisiert sich das System und fängt an, seine Umwelt beherrschen oder zumindest massiv fürs eigene Wohl beeinflussen zu wollen.

Neben den von Menschenhand geschaffenen Systeme gibt es auch noch „Über-Systeme“, die sich irgendwie ganz von selbst entwickelt haben und plötzlich die Welt beherrschen (Finanzwirtschaft, der internationale Terrorismus …). Aber die gehören hier nicht her, denn das sind nicht die Vereinigungen, über die ich hier schreibe.

Wenn die Verbände, die ich meine, ein gewisses Maß an systemischer Macht erreichen, entsteht häufig und ziemlich zwangsläufig eine Art von „Funktionärsfeudalismus“. Das ist auch ganz logisch. Denn das „System im Verband“ will ja überleben. So belohnt es seine Systemagenten, die Funktionäre, mit Wohltaten wie angenehme Arbeitsbedingungen, ein gutes Einkommen, vorteilhafte Regelungen, viele Freizeiteinrichtungen, wohlwollende Nachsicht bei Inkompetenz oder mangelndem Einsatzwillen, einem hohen sozialen Status, schöne Reisen, großzügige Pensionszusagen und manches mehr.

Den Funktionären gefällt das natürlich. Und ganz selbstverständlich wird der Erhalt des Systems zum Hauptziel auch ihrer Handlungen. Steht für sie doch viel zu viel auf dem Spiel, wenn das System verschwinden würde. Und schon dreht sich die Spirale – vielleicht ganz unbewusst oder auch bewusst – und führt zu einer neuen Art von Feudalismus.

Also bitte – keine Vereine, Verbände, Interessensgruppen etc. mehr gründen. Aus den schon vorhandenen austreten. Dafür freie Gemeinschaften (communities) schaffen, die sich bilden und wachsen aber auch gerne wieder verschwinden dürfen, wenn die Zeit dafür reif ist!

RMD

P.S.
Ich zähle mal ein paar auf:

ADAC, ADFC, BDI, BdU, BdV, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, IHK, RK, VdA, VDI, VDE, VDK ….

Es gibt sicher viele Dutzend wenn nicht gar hunderte mehr.

Roland Dürre
Sonntag, der 11. November 2012

VDE, VDI, GI, GChACM, GPM, GfWM, BITKOM …

Das PM-Camp in Dornbirn hat mich auf verschiedenen Ebenen nachdenklich gemacht. So ist mir auch wieder ein Erlebnis von Anfang November in den Sinn gekommen.

Felix Köbler, ein junger und engagierter Informatiker, der noch wissenschaftlich arbeitet aber vielleicht bald „ins Unternehmertum wechselt“, hat für die VDE  (Verband der Elektrotechnik) einen Vortrag zum Thema „Crowd Sourcing“ gehalten. Es war ein gut angekündigter Beitrag zu einem spannenden Zukunfts-Thema.

Der Vortrag fand an der TUM statt. Aus verschiedenen Gründen wollte ich diesen Vortrag hören und bin dann am Abend des 5. November zum altehrwürdigen TU-Gebäude in die Arcisstr. 21 geradelt.

Der Vortrag war wirklich gut. Sehr schön wurde das vielfältige und wesentliche Veränderungspotential durch zukünftige Werkzeuge, Applikationen, Oberflächen- und Nutzerstrategien beschrieben. An einem konkreten Fallbeispiel wurden Auswirkungen auf sozialer oder gesellschaftlicher Ebene geschildert und das Potential aufgezeigt, welches der Einsatz moderner Technologien im Rahmen von Web 2.0  schafft. Und was man so alles mit „Apps“ und „Gamification“ im Rahmen von „Mobility und Cloud-Anwendungen“ so machen kann.

Jetzt kommt die schlechte Nachricht. Es waren nur ganz wenig Zuhörer da! Die Mehrzahl von ihnen kannte ich persönlich und wusste, dass diese vor allem wegen des Referenten kamen. Die von der Hochschulgruppe der VDE mobilisierten Zuhörer waren an wenigen Fingern ab zu zählen. Diese (kleine) Besuchergruppe spiegelte dann auch noch demographische Entwicklung eher überzeichnet.

Jetzt sind wir aber in München. Das ist nicht die kleinste Stadt Deutschlands. Und München möchte ja auch so gerne der High-Tech-Standort sein. Dafür war die Beteiligung sehr enttäuschend.

In München gibt es auch viele tolle Dinge. Da gehen die jungen Ingenieure und Unternehmer aus der IT-Branche ganz gerne hin. So gab es hier vor kurzem ein Barcamp für „Games“, das wohl ganz gut gelaufen ist und erstaunlich viele (zufriedene) Besucher hatte.

Die geringe Resonanz beim Vortrag lag also sicher nicht daran, dass das gar nicht so „globale“ München bürgerlich und satt geworden ist. Vielmehr verlieren die ehemals so großen und starken Verbände in der Zeit des Webs ihre Akzeptanz zunehmend.

Gestern in Dornbirn auf unserem PM-Camp 2012 habe ich einen „richtigen“ Ingenieur getroffen. Der hat mir berichtet, dass er immer noch Mitglied beim VDI (Verband Deutscher Ingenieure) ist. Vor kurzem wäre er angeschrieben worden, weil ihm für 25-jähriger Mitgliedschaft die Ehrennadel überreicht werden sollte. Da ist er dann mal wieder zu einer VDI-Veranstaltung gegangen. Und mit dem Gedanken „Nie wieder – das ist nicht meins“ zurück gekommen.

Vereine wie VDE und VDI haben zwar ganz nette Websiten. Da sieht das alles nicht schlecht aus. Dennoch geht es mit diesen Verbänden abwärts. Ein Indikator ist der hohe Altersdurchschnitt. Die Veranstaltungen sind schlecht besucht, die Veröffentlichungen dröge. Die Mitglieder sind in der Regel passiv und bleiben nur so aus Gewohnheit oder Sentimentalität –  wegen der Erinnerung an die „gute alte Zeit“ – beim Verein.

Aber das kennen wir (älteren) Informatiker ja nur zu gut von unseren Verbänden GI und GChACM. Auch die können noch so viel strampeln wie sie wollen. Es geht abwärts. Und wenn ich meine jungen Studenten danach frage, dann kennen sie eine GI gar nicht oder winken bestenfalls ab. Das Informatik-Spektrum der GI liest auch keiner, auch wenn versucht wird, dieses künstlich mit komischen Postern von Personen wie Steve Jobs auf zu werten.

🙂 Offensichtlich ist der Steve ein großer deutscher Informatiker.

Bleibt eigentlich nur noch die Frage, welchen Weg die neuen Verbände gehen werden, die sich an aktuelle Themen hängen, wie Wissens- oder Projektmanagement. Die GfWM (Gesellschaft für Wissensmanagement) oder die GPM (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V.) zum Beispiel sind zurzeit absolut „in“. Die GPM hat es sogar geschafft, sich als „Standardisierende und Normative Kompetenz für Projekt Management“ zu installieren und scheint Dank ihrer Zertifizierungsmacht eine fast marktbeherrschende Position einzunehmen.

Denk mir aber mal, dass auch das endlich sein wird. Ein paar Jahre wird noch kräftig Kohle gemacht und dann kommt der Abstieg und das langsame Elend. Wie bei den anderen.

Hoffe nur, dass es den reinen Lobby-Verbänden auch so gehen wird.

Für uns Informatiker „wirkt“ z.B. der BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.). Man betrachte nur den Begriff „Informationswirtschaft“. Nomen est Omen. BITKOM ist „unser“ Lobbyist, vor allem will er die IKT (Informations- und Kommunikations-Technologie) voranbringen, will heißen, die Politik dazu bringen, dass sie viel Geld für IT-Infrastruktur ausgibt. Allerdings erscheint mir BITKOM als Lobbyist nicht sonderlich wirksam, wenn ich vergleichsweise an die Atom- oder Flugzeug-Industrie in früheren Zeiten denke.

Obwohl Bitkom sich selbst als „den Hightech-Verband“ bezeichnet, brauchen wir ihn auch nicht.

RMD

P.S.
Für alle, die nach Alternativen suchen, hier noch ein Hinweis.

P.S.
Die erste  für die Veranstaltung eines Barcamp, Open Space oder ähnlichem notwendige Voraussetzung sind die richtigen Räume. Hierzu wie über Räume allgemein wird dann einer meiner nächsten Artikel handeln.