Roland Dürre
Sonntag, der 24. April 2016

Projekt FRIEDEN – Donnerstag, 28. April 2016 – IF-Forum

Am Donnerstag (28. April) um 18:00 starte ich gemeinsam mit Jolly Kunjappu unser Projekt FRIEDEN. Wir freuen uns auf unsere Gäste.

»Jolly Kunjappu – »Jumbo‘s first birthday. Celebrate your life.« Acryl und Wachskreide auf Leinwand

»Jolly Kunjappu – »Jumbo‘s first birthday. Celebrate your life.«
Acryl und Wachskreide auf Leinwand

An diesem Tage werden wir “die Gedanken befreien”, Impulse geben und versuchen, „die freundlichen Menschen“, die wir so mögen, zu inspirieren. Wir wollen die Lust wecken, all die Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.

Wir wollen die Bereitschaft fördern, an der notwendigen großen Transformation unserer Gesellschaft und Lebensart konstruktiv mitzuwirken und so die Voraussetzungen ein wenig zu verbessern, dass wir Zukunft aktiv gestalten können. Denn:
Handeln ist wichtiger denn Reden!

An diesem Abend wollen Jolly und ich in die Vorlage gehen und dann gemeinsam mit Euch Ideen entwickeln und überlegen, was man denn alles machen könnte.
🙂  (Vielleicht ein Schneeballsystem für Frieden und Transformation aufsetzen?)

So wollen wir von unseren Freunden so lernen. Gemeinsam Erkenntnis gewinnen und  an unserer eigenen Aufklärung 2.0 arbeiten.
🙂 Indoktrination und Religionisierung mögen und machen wir nicht, denn wir sind keine Missionare!

FRIEDEN ist für uns ganz einfach die zentrale Metapher für die erforderliche Veränderung, denn Frieden betrifft uns dreifach: Jeden einzelnen ganz persönlich in sich; in unseren Beziehungen zu der Welt, in der wir leben und so auch zu unserer Umwelt; und natürlich auch im Verhältnis individuell zwischen Menschen wie kollektiv zwischen Völkern und Gemeinschaften aller Art unserer wunderbaren Welt.

Und ohne FRIEDEN ist glückliches Leben in Zufriedenheit nicht vorstellbar.

Das Projekt FRIEDEN ist mir persönlich sehr wichtig und hat für mich ab sofort Priorität. Es soll das letzte große Projekt meines Lebens werden, so will ich es in den nächsten Jahren zu meinem zentralen Thema machen. Damit mir dies gelingt ist mir Eure, die Teilnahme meiner Freunde, sehr wichtig.

Trotzdem soll der Donnerstag Abend zuerst mal ein Treffen von eben „den freundlichen Menschen“ unserer Welt in großer FREUDE werden und uns allen viel Mut und Vertrauen geben! Jolly und ich sind uns sicher, dass dies gemeinsam mit Euch exzellent gelingen wird. Und ein paar Überraschungen wird es auch geben …

Hier noch ein Link zu 3 Artikeln in IF-Blog.de zum Thema inklusive der Einladung zur Veranstaltung. Eine kleine Bitte habe ich nur – das Kommen kurz anmelden wegen Futter&Getränke. Dies könnt Ihr als Kommentar im Blog machen oder ganz einfach per E-Mail an die InterFace AG oder gerne direkt an mich.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 30. Januar 2016

Mein persönliches Kopfschütteln

rolandswimmingpoolbesserIch versteh’s halt nicht
oder nicht mehr
oder hab’s noch ich nie verstanden,
ganz ehrlich.

  • dass Vater und Mutter sich so oft und so sinnlos gestritten haben,
  • dass ich (auch) in der Schule geschlagen wurde,
  • dass in meiner Jugend ein völlig sinnloser Krieg in Vietnam getobt hat,
  • dass ein Staat wie die BRD die einzigartige historische Chance vergab, ohne Armee zu leben, und das nur aus Angst vor den Russen … (Wiederaufrüstung).
  • dass die Israelis genau so agieren, wie sie es eigentlich gar nicht dürften.
  • dass die Bundeswehr jetzt 130 Milliarden Euro bis 2030 kriegen soll (wo es an vielen anderen wichtigen Ecken wie bei der Bildung fehlt),
  • dass das Gemetzel auf den deutschen Straßen ignoriert und toleriert wird mit dem Hinweis, dass sonst Arbeitsplätze gefährdet werden,
  • dass man beliebig viel Blödsinn rechtfertigt, weil sonst Arbeitsplätze gefährdet wären,
  • dass die Menschen bei uns sich heute nicht darüber freuen, dass man das Wasser aus allen Wasserhähnen trinken und man sich alles kaufen kann, was das Leben schön macht – so wie die frische Vollmilch mit normaler Haltbarkeit und 3,8 % Fett in der braunen Glasflasche (das ist doch ein großes Glück!).
  • dass die alten Herren im Schwimmbad ihre Duschen minutenlang mit warmen Wasser laufen lassen, und dabei im Vorraum stehen und gemütlich ratschen,
  • dass die Menschen sich Joghurts und ähnliches in Plastikbechern kaufen und die Verpackung oft wichtiger als der Inhalt ist,
  • dass es immer noch Menschen in München gibt, die Walnüsse aus Kalifornien essen,
  • dass das Auto zum selbstverständlichen Fortbewegungs-Mittel geworden ist,
  • dass Sex immer noch ein Tabu-Thema ist,
  • dass so viele glauben, Gefängnisse könnten die Welt besser und sicherer machen,
  • dass andere an den „Kreativismus“ glauben, aber meinen, die „Klima-Katastrophe“ gäbe es gar nicht.
  • und so vieles mehr …

Ja – da muss man doch mit dem Kopf schütteln …
(Mit Dank an Bert Brecht, abgewandelt aus der Dreigroschenoper).

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 19. Januar 2016

Ein Grund, warum ich mich nicht mehr ans Lenkrad setze.

 

„AUTO KRACHT IN BÄCKEREI (HAAR)“

Dürre_RolandGestern (am Montag) habe ich diese Meldung in der SZ gefunden. Ich veröffentliche das, weil ich doch regelmäßig von solchen und ähnlichen Unfällen – oft mit schlimmerem Ausgang – auch in unserer Region lese. In diesem Fall war der Autofahrer mit 66 Jahren noch ziemlich jung.

Vor gar nicht langer Zeit ist zum Beispiel ein deutlich älterer Autofahrer in das Schaufenster eines Spielzeug-Geschäfts an der Kufsteiner-/Ottostrasse in Ottobrunn/Riemerling rein geschossen – und dies aus dem Stand!

Vielleicht sollte man auch mal darüber nachdenken, ob man wirklich Menschen jenseits der Pensionsgrenze so einfach die Fähigkeit zugestehen soll, eine mehrere 100 PS starke, über 1,5 Tonnen schwere und gefährliche Maschine wie z.B. einen SUV zu steuern?

Wenn es schon sein muss und es zu Fuß oder mit Fahrrad und öffentlichem Verkehr wirklich nicht geht, dann könnte doch zum Beispiel ein leichtes und langsames Elektrofahrzeug auch helfen, die ja oft so geliebte individuelle Mobilität bewahren.

Ich selber werde im nächsten Sommer 66. Und fühle mich noch ziemlich fit. Beim genauen Hinein-Hören in den Körper merke ich aber auch, dass das Alter halt da ist und weiter kommt. Und aus guten Gründen spiele ich seit zwei Jahren keinen Fußball mehr.

So steuere ich nur noch sehr selten und mit absolut abnehmender Tendenz ein KFZ, auch weil ich meine glückliche Auto-Bilanz (ich habe in meinem ganzen Leben keinen einzigen Menschen beim Autofahren auch nur leicht verletzt) nicht am Ende noch verpatzen will.

RMD

Detlev Six
Samstag, der 9. Januar 2016

Regelschule für Flüchtlinge

Viele Flüchtlinge kommen aus antidemokratischen und kulturrassistischen Ländern. Sie treffen hier auf ihr Spiegelbild Pegida & Co, die freudig diese Gelegenheit begrüßen, den Kamm schwellen zu lassen. Dazu kommen Flüchtlinge, die keine ideologischen Vorbehalte gegen unsere Gesellschaft haben, denen es hauptsächlich ums Geld geht. Alle gemeinsam sind sie nicht, was Bill Clinton, als die Voraussetzung für das Funktionieren einer Gesellschaft erachtete: „Those who work hard and play by the rules“. Können sie auch nicht sein, also lass sie uns dazu machen.

Wir sollten nicht mehr über Menschenrechte, Menschenwürde, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Minderheitenschutz, Gleichheit, Gleichstellung, Pluralismus, Moral, Ethik oder noch schlimmer, in zorniger Würde, ganz allgemein über westliche Werte schwadronieren. Alles, was den Erfolg unserer Gesellschaft ausmacht ist ein Zusammenleben, in dem niemand jemand anders auf öffentlichen Plätzen ungebeten in den Schritt greift und in dem der wirtschaftliche Erfolg einem gemeinsamen Willen zum Fortschritt zu verdanken ist. Aus allen unseren herrlichen Werten lassen sich klare Regeln ableiten, für die kein Mensch 20 Semester Philosophie studiert haben muss. Fangen wir an:

1. Regel: Deutsch lernen.
2. Regel: Keiner Frau ungebeten in den Schritt greifen.
Und, und, und.

Die Regelschule ist Pflicht für alle Flüchtlinge, der Abschluss obligatorisch, die Note fließt mit deutlichem Gewicht in die Aufenthaltsbewilligung ein.

Ich kenne die Einwände: Gibt’s alles schon. Nur, wo überall verstreut? Ist irgendjemand für diese Schule verantwortlich? Ist genug Geld und Personal dafür da? Die CSU wehrt sich seit Jahren gegen ein Einwanderungsgesetz mit dem Argument, passende Gesetze gäbe es schon überall irgendwie  und irgendwo. Ja, himmihergottzakramentnoamoi, es ist doch ein himmelweiter Unterschied, ob ich einen Teller bunte Knete quer durch alle Institutionen habe, oder eine feste Einrichtung, wie ein Einwanderungsministerium mit einem maßgeschneiderten Gesetzespaket.

Der größte Mist jetzt ist doch das Versäumnis klarer, verantwortungsvoller Zuständigkeit. Sei es institutioneller oder personeller Art.

In die Regelschule würde ich übrigens auch die schicken, die sich jahrelang an den Regensburger Domspatzen vergangen haben (Schon bemerkt? In der Tagesschau wird zwischen der Köln-Berichterstattung und den Domspatzen-Meldungen immer ein anderer Nachrichtenblock geschaltet, damit es nicht so auffällt, dass auch im gesitteten Deutschland eine Menge Testosteron-Täter herumlaufen. Ich will an dieser Stelle gar nicht wissen, was heute immer noch in einigen Ehen an Ungewolltem vor sich geht).

Was die Regelschule für Flüchtlinge sofort lösen würde: Die Menschen haben eine Aufgabe, ein Ziel und können selbst ihre Perspektive verbessern. Und so banal es klingt: sie sind beschäftigt.

SIX

Roland Dürre
Montag, der 6. Juli 2015

Meine „Destina“?

🙂 Von der Südsee-Insel Runit zur Rosenheimer Straße in München.

„Runit Dome 001“ von US Defense Special Weapons Agency

„Runit Dome 001“ von US Defense Special Weapons Agency

In der SZ am Wochenende (4./5. Juli 2015) habe ich zwei Artikel gefunden, die mich entsetzt haben. Und die ich dann auch fleißig in Facebook, Google+ und Twitter gepostet habe.

Der erste Artikel erschien in der Rubrik Wissen und hat die Überschrift „Dom des Todes“. Es geht um die Hinterlassenschaften der 67 Atombombentests, die die USA zwischen 1946 und 1958 auf den Atollen Eniwetok und Bikini durchgeführt haben.

Der zweite Artikel trägt die Überschrift  „Umfassende menschliche Tragödie“ und berichtet von einer Deklaration, in der Nobelpreisträger bei einem Treffen in Lindau einen entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel fordern.

Am ersten Bericht entsetzt mich das Ausmaß der in der Südsee stattfindenden Katastrophe. Sie macht mir wieder bewußt, welche unendliche Gefahr der radioaktive Müll darstellt. Und wie kleinkariert und aussichtslos die aktuelle Bemühung ist, in Deutschland sichere Endlager zu finden. Da wurde doch wieder von der Politik ein Projekt ausgesetzt, dass de facto zum Scheitern verurteilt ist.

Die Menschen wie die Bundesländer, die sich gegen ein Endlager wehren, kann ich gut verstehen. Scheint es mir doch der größte Fehler zu sein, weitere Flecken auf dieser Erde dezentral zu kontaminieren. Denn Sicherheit gibt es hier natürlich nicht.

Vielleicht noch ein Hinweis. In dem angesprochenen Artikel wird auch mal wieder erwähnt, dass Plutonium einer der giftigsten radioaktiven Stoffe ist und über eine Halbwertszeit von bis zu 24 000 Jahren verfügt. Jetzt erscheint 24 000 Jahre in einer Zeit, in der wir dauernd mit Milliarden konfrontiert werden ja fast als niedlich. Nur – es ist erst 2 400 Jahre her, dass die ersten menschlichen Kulturen zur Schrift fanden – und da ist eine Null dazwischen …

Der zweite Artikel hat mich aber fast noch mehr erzürnt. Wir vertrauen in unserem Leben in allen Bereichen auf die Wissenschaft. Wenn wir Nahrungsmittel essen, gehen wir davon aus, dass die Wissenschaft uns gesunde Nahrungsmittel garantiert. Wenn wir fliegen, sind wir uns sicher, dass wir dank Physik nicht abstürzen. Wir lassen uns impfen und vertrauen der Wissenschaft. Beim Autofahren glauben wir an den Airbag und sogar das Radeln beruht auf naturwissenschaftlichen Gesetzen.

Wenn diese Wissenschaft uns aber konvergierende Ergebnisse verschiedener Disziplinen und Quellen liefert und uns diese nicht in der Kram passen, dann tun wir nichts! Mein besonderer Zorn gilt unserer aktuellen Regierung.

Obwohl selber pleite veranstaltet sie in Elmau eine makabre Inszenierung einer „Westlichen Gemeinschaft der Werte“, die Hunderte von Millionen kostet. Und heraus kommen wieder einmal nur ein paar „programmatische Entscheidungen“, die sich schon nach wenigen Tagen wieder nur als Lippenbekenntnisse herausstellen.

Sie zelebriert sich Deutschland als der allwissende Schulmeister und Tugendwächter Europas und entblödet sich nicht Thesen zu produzieren wie „Stirbt der  EURO so stirbt Europa“.  Eine Aussage übrigens, die wie viele andere aus gleicher Quelle keiner dialektischen Hinterfragung stand hält.

Den Griechen verordnet sie ein Programm, dass sogar der IWF als völlig kontraproduktiv bewertet und verlangt von diesen, dass sie die Renten kürzen müssen aber auf keinen Fall die Verteidigungsausgaben reduzieren dürfen.

Und vieles mehr in dieser Art.

Nur ihre Hausaufgaben macht sie nicht, wie z.B. das Einführen eines generellen Tempolimit in Deutschland. Sie beendet nicht die gigantischen Subvention von Geschäftswagen. Auch eine Besteuerung des Flug-Kerosins ist für sie undenkbar.

Und sie sonnt sich im Eigenlob und schaut zu, wie Infrastruktur und Bildung in diesem Lande vor die Hunde gehen. Wie Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert und so die Reichen immer reicher und die Armen immer mehr und immer ärmer werden. Dafür ist sie Nummer 1 in Europa im Indoktrinieren und schaffen von dümmlichen Dogmen.

Dann denke ich mir doch ab und zu, ob mein „Destina“ nicht ist, nur noch gegen diesen Wahn- und Widersinn anzugehen. Dann müsste ich aber mit dem was ich heute so mache wie Vernetzen und Betreuen von Menschen und unterstützen von start ups aufhören. Und ganz so weit bin ich noch nicht.

RMD

P.S.
Werde heute Abend trotzdem das erste Mal seit Jahren bei einer Demonstration dabei sein. Da radle ich dann für eine gerechte Aufteilung der Rosenheimer Strl in München: Radel-Demo Rosenheimer!

P.S.1
Das Bild „Runit Dome 001“ von US Defense Special Weapons Agency ist aus Wikipedia  – http://sonicbomb.com/albums/album61/runit.jpg. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Runit_Dome_001.jpg#/media/File:Runit_Dome_001.jpg

Roland Dürre
Samstag, der 29. November 2014

Gebhard Borck jetzt auch bei IF-AGORA

Nachlese zum PM-Camp in Dornbirn – #PMCampDOR

Für mich war Gebhard die positive Sensation auf dem letzten PM-Camp und openPM.

Sein Impulsvortrag war das Beste, was ich jemals zu Organisation und Unternehmertum gehört habe. An der Tafel hat er mit Kreide in ganz einfachen Schritten erläutert, an welchen Dingen sich ein Unternehmen der Zukunft orientieren muss. Und das ganze auch noch äußerst lustig und spannend gestaltet.

Vor allem hat er mir klar gemacht, wie gut ein Unternehmen funktioneren kann, wenn es nur die eigentlich so banalen Bedürfnisse der Menschen im Unternehmen sinnvoll befriedigt.

Ja – und jetzt ist Gebhard auch bei mir in der IF-AGORA vertreten! Ist das nicht Klasse?

Hier sein Wissensangebot! Dazu empfehle ich sein aktuelles Sachbuch, das man auch online lesen kann Affenmärchen.

Unsere Impuls-Rednerin des zweiten Tage des #PMCampDOR Dr. Melanie Kaiser hat uns genauso begeistert. Melanie hat uns nicht nur berichtet, wie arme Manager an ihren falschen Entscheidungen sogar krank werden können. Nein, sie konnte uns auch klar machen, wie wichtig Intuition und Ratio auch für glaubhafte Kommunikation ist.

Hier ihr „Wissensangebot“ Burnout.

Und ihren Vortrag vom PM-Camp hält sie bestimmt auch für Sie!

RMD

Roland Dürre
Montag, der 27. Oktober 2014

Toleranz & Religion

Zurzeit denke ich viel über Moral und Ethik nach. Auch weil ich entdeckt habe, dass in fast allen Entscheidungen fast aller Menschen die moralische Vorgaben dominieren. So auch gerade bei meinen falschen Entscheidungen.

Bis vor kurzem dachte ich, dass sich Entscheidungen auf Vernunft und Menschenverstand (Kopf, Ratio) und auf Intuition und Heuristik (Bauch) begründen. Das hatte ich mir auch für meine eigenen so gedacht.

Und jetzt stelle ich fest, dass ich doch öfters völlig (und folgenreich) daneben gelegen bin. Einfach weil ich meinte, „ich müsse so entscheiden, weil es sich so gehören würde.“ Oder mit anderen Worten weil ich unfähig (zu feig?) war, dem „Man macht das so“ oder dem „So geht das nicht“ zu widerstehen. Weil meine Entscheidungen (besonders die schlechten) so von Moral und Moralismen wesentlich beeinflusst wurden. Wie ich meine zu meinem und zum Nachteil Dritter.

In dem Hotpot der Philosophie finden sich neben Moral und Ethik auch oft schwer verdauliche Zutaten wie die „Religion“ oder die Tugend der „Toleranz“.

Denn:

„Religion ist uns heilig!“

und

„Man muss tolerant sein!“

Ich meine auch, dass Toleranz ein hoher Wert ist. Der Ethiker formuliert es so:

Sei immer tolerant!
Toleranz geht vor Moral!
Nur gegen Intoleranz sei intolerant!

Dabei könnte man dem Ethiker entgegnen, dass Intoleranz gegen Intoleranz ja auch schon wieder Intoleranz ist

Betrachten wir die Toleranz in der Praxis am Beispiel der Religion. So schützen Grundgesetz wie die Bayerische Verfassung die „Freiheit der Religionsausübung“ in ganz besonderem Maß, fast auffällig. Und das abgeleitete Gesetz verbietet streng die Verletzung „religiöser Gefühle“. Es fordert nicht Toleranz und Respekt ein, sondern in letzter Konsequenz die Unterwerfung vor den religiösen Gefühlen Dritter.

Diese Forderung geht mir zu weit. Wer will denn festlegen, was eine Religion und was keine Religion ist. Eine Masse verpflichtet sich absolut gegen durchaus hinterfragbare Annahmen und Regeln, die sie letzten Endes selbst erfunden hat. Dabei beruft sie sich auf eine besondere, höhere, externe und nicht erklärbare Instanz. Und gibt diesen „Glauben“ systemisch von Generation zu Generation weiter, was letzten Enden zur Entstehung von Systemen wie den Kirchen führt mit all ihren Vor- aber auch wesentlichen Nachteilen.

Aber wie will man denn entscheiden können, welche Art von zum System gewordenen Glauben überhaupt eine Religion ist? Und wer soll das tun? Lese ich die Kapitel zur Religion in der Bayerischen Verfassung genau nach, so gewinne ich den Eindruck, dass die Väter der Verfassung vor allem an die christliche Religion gedacht haben. Und auch nur an diese in der „besseren“ Variante.

Ist diese absolute Toleranzforderung für „religiöse Gefühle“ also wirklich akzeptabel? Gerade wenn die in ihrer Religion gefangenen Menschen sich im Besitz der absoluten Wahrheit zu wähnen und Dinge fordern oder machen, die im schlimmsten aber häufigen Fall gegen die Menschlichkeit sind?

Vielleicht ist deswegen der schöne Begriff der Toleranz zu einem „buzzword“ verkommen ist wie leider auch Freiheit, Gemeinwohl und Nachhaltigkeit.

Vor kurzem habe ich in einem Kommentar auf einem Blog Toleranz gefordert und diese als herausragende „Primärtugend“ bezeichnet. Und musste aus den Reaktionen lernen, dass es schon Ethiker gibt, die allen Ernstes eine „Toleranzpolizei“ fordern.

RMD

P.S.
😉 Das ist jetzt vorläufig mein letzter Post zu Moral und ähnlichem. Weil gegen Moral und Moralismen zu sein ja auch schon wieder Moral und moralisieren ist.

Ab morgen schreibe ich wieder, was mir so aus dem Alltag einfällt.

Roland Dürre
Mittwoch, der 20. August 2014

Start-up (3) – der pragmatische Weg zur Gründung.

Ich versuche mal Start-up-Situationen von Unternehmen modellartig in drei „Gründungs-Arten“ zu kategorisieren.

  • Die pragmatische Gründung eines Unternehmens.
  • Das Unternehmen wird aus der Retorte konstruiert.
  • Die Gründung durch den „Unternehmer Zufall“.

In diesem Artikel behandele ich nur den ersten Punkt (Pragmatik). In den Folgen 4 (Retorte) und 5 (Zufall) die beiden anderen Arten.

Die Vorstufe zu einer pragmatischen Unternehmensgründung ist oft der Wechsel aus einem angestellten Verhältnis ein freiberufliches. Ich kenne nur ganz wenig Menschen, die in unserer Branche direkt vom Studium kommend freiberuflich tätig wurden. Die meisten haben schon vorher in einem Angestellten-Verhältnis gearbeitet, weil eine erfolgreiche Freiberuflichkeit in der Regel eine gewisse fachliche und sonstige Kompetenz wie auch einen guten Ruf zumindest bei einem Thema erfordert.

Am Markt wird die Situation für Freiberufler aufgrund der Gesetzeslage im übrigen immer schwieriger. Das ist schade, denn so wird der pragmatische Weg über diesen Zwischenschritt auch erschwert. Schon lange müsste der Gesetzgeber ein freiberufliches Erwerbs-Modell neben der Erwerbstätigkeit als Angestellter vernünftig regeln. Aber das werden wir wohl nicht mehr erleben und ist hier nicht so sehr das Thema.

Für mich ist die „pragmatische“ Unternehmensgründung der Normalfall, der auch am erfolgreichsten zu sein scheint. Es gibt viele Menschen aus Handwerks-Berufen wie zum Beispiel Dachdecker, Karosserie-Bauer, Koch, Schreiner, Werkzeugbauer …, die sich genau auf diese Art und Weise in ganz logischen Schritten selbstständig gemacht haben.

Wenn solche Handwerker sich selbständig machen und einen eigenen Betrieb gründen, so geht das meistens völlig geräuschlos, ohne großes Gründungstheater und einer innovativen „Super-Idee“. Jetzt könnte der Einwand kommen: „Verstehen wir, aber das geht doch nur bei Dienstleistungen!“

Dem ist aber nicht so. Es gibt viele Beispiele von handwerklichen Firmen, die auch mit durchaus innovativen Produktideen klein angefangen haben und sehr erfolgreich geworden sind. Gerade in den in letzten Jahren stark gewachsenen Branchen wie Fahrrad und Outdoor habe ich viele Erfolgsgeschichten entdeckt.

Die Ehepaar Rohloff hat mit sehr innovativen Fahrradketten angefangen um dann später die legendäre Rohloff-Schaltung zu bauen, der SON (Schmidt-Original-Nabendynamo), die Ortlieb-Taschen und viel mehr innovative Produkte sind so aus ganz pragmatische Gründungen entstanden.

Auch mein Schreiner aus Südbayern, der sich seine eigene Schreinerei als ganz „normaler Dienstleister“ aufgebaut hat, hat sich mal eine Hundehütte zum Eigenbedarf gefertigt. Die gefiel ihm selbst so gut, dass er sie im Internet angeboten hat. Sie wurde dann zu seinem margen-trächtigsten Produkt, das er einfach in Stückzahlen so zwischendurch produzieren kann.

Ich kenne den Dachdecker, der eine kleine ganz normale Dachdeckerei aufgebaut hat. Die sein Sohn in zweiter Generation zum Unternehmen ausgebaut hat, das weltweit zum Marktführer für besondere Gebäude mit besonders anspruchsvollen Dachkonstruktionen wie Wolkenkratzer, Moscheen, Theater usw. wurde.

Und die Liste an Beispielen kann ich beliebig fortsetzen. Da wundert es mich (eigentlich nicht), dass so wenig Handwerker in den Business-Plan-Wettbewerben vertreten sind. Denn diese scheinen ihre Unternehmen ganz logisch zu gründen, mit ihrem Können und ihrem Know-how, basierend auf einer überschaubaren Einnahmen-/Ausgabenrechnung, ohne komplexen Business Plan, geschweige den einer Teilnahme an einem solchen Wettbewerb. Natürlich nutzen diese dann später bei teuren Produkt-Entwicklungen ab und zu auch mal staatliche Förderungen.

In meinem Verständnis sind die Entwicklung von Software, der Aufbau und Betrieb von IT-Infrastruktur und auch das Managen von IT-Projekten auch „nur“ Handwerk. „Software development as craftsmanship“ ist so zum stehenden Begriff geworden.

So sind auch die meisten Gründungen von Unternehmen der IT-Branche handwerkliche und sehr pragmatische Gründungen, die in der Regel immer zumindest ein paar Jahre lang eine gute Erfolgsgeschichte schreiben.

Warnen möchte ich vor der „ultimative Lösungsidee“, wie sie mir zu oft in den Business-Plan-Wettbewerben präsentiert wird. Das geht hin bis hin zu Spinnern, die eher Mitleid erwecken.

Zu oft ist die „tolle Idee“ dann eben gar nicht so einzigartig innovativ. Und zu oft steht in den Business Plänen ein verräterischer Satz wie:

„Die größten Finanzmittel werden wir wahrscheinlich für Vertrieb und Marketing benötigen. Wir gehen davon aus, dass wir hier eine Vorleistung im sieben-stelligen Bereich erbringen müssen.“

Und dann stelle ich mir die Frage, warum die Möchte-gern-Unternehmer sich nicht ein Produkt- oder Dienstleistungsangebot ausdenken, das der Markt auch wirklich braucht? Und auch, ob denn die Zauberformel „Vertrieb und Marketing“ wirklich die Lösung ist und wie sie konkret aussehen soll?

In den Business-Plan-Wettbewerben überwiegen IT-basierte Geschäftsideen („Wir schreiben eine App“) und solche aus dem Bereich „Pharmazie“ („Wir schaffen eine Wundermedizin für diese oder jene Krankheit“). Oder man will Dinge gleich im großen Anpacken, anstatt sie zuerst im Kleinen auszuprobieren. Das wäre nämlich pragmatisch. Und die Bestätigung einer Idee am Markt würde auch eine seriöse Finanzierung wahrscheinlicher machen, bei der man sein Unternehmen nicht verkauft bevor man es hat.

In einem Business Wettbewerb, bei dem ich Teil der Jury, war hat ein „pragmatischer Gründer“ eines IT-Unternehmens präsentiert. Er war ein Android- und Unix-Spezialist. Der hat aber im Wettbewerb nur noch präsentiert, weil er die Teilnahme wie üblich einige Zeit vorher eingereicht hatte und der Höflichkeit halber kam. Er war ein Android-Spezialist und hat einfach nur sein Know-how verkauft. Und als Basis dafür einen eigenen Android Built gemacht. Und als Basis dafür einen eigenen Android Built gemacht. Sein Unternehmen hatte zum Zeitpunkt der Präsentation schon mehr als 50 Mitarbeiter in verschiedenen Ländern. Seine Kunden waren überwiegend asiatische Hightech-Unternehmen, die für ihre Hardware fürs „Internet der Dinge“ Android- und Linux-basierte Lösungen suchten.

Handwerker oder „pragmatische Gründer“ sind nur selten im „großen Gründungs-Business“ zu finden. Diese scheinen keine Zeit für die Teilnahme an einem Business-Wettbewerb zu haben? Oder den Nutzen einer Teilnahme nicht zu sehen? Es fällt auch auf, dass die erfolgreichen Unternehmer, die vor 30, 20, 10, 5 oder auch nur 2 Jahren gegründet haben, keinen großen Businessplan geschrieben haben und auch an keinem Wettbewerb teilgenommen haben. Und trotzdem (oder vielleicht deshalb) Erfolg hatten.

So würde ich jungen Gründern die Empfehlung aussprechen, es ganz pragmatisch zu machen. Keinen großen Business Plan zu schreiben, sondern mit gesundem Menschenverstand, Mut und Freude ihr Geschäft voranzutreiben und auf eine vernünftige Kostenrechnung zu vertrauen. Frech sein und keine Angst haben.

Und an keinem Wettbewerb teilzunehmen. In dieser Zeit lieber viele Freunde und Verbündete suchen und finden. Falls sie die Phase aber schon hinter sich haben und dadurch zum Beispiel ein wenig Einkommen für einen gewissen Zeitraum sicher gestellt ist, dann rate ich, ganz schnell auf den pragmatischem Weg hin zum Geschäft zu schwenken.

Im nächsten Artikel werde ich mich dann meine Gedanken zu „Gründungen aus der Retorte“ formulieren.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 15. August 2014

Start-up (1) – Scheitern

Wie so manchen Sommer schon befinde ich mich beim Zelten in Porto Ageranos. Der Platz liegt auf dem Peloponnes auf dem mittleren Finger, zirka 10 km südlich von Gythio, kurz bevor das wilde Mani beginnt. Vom Zelt sind es gerade 10 Meter zum Meer, die erste Nacht war schon mal so richtig gut. Und da wir die Gegend gut kennen sind wir sofort wieder so richtig zu Hause!

Die Zeit hier nutze ich zum Entspannen, Nachdenken, und nicht zuletzt zum Pläne schmieden. Und natürlich zum Schwimmen und Radfahren, gut Essen und einfach nur so mit den Lieben zusammen zu sein. Und natürlich zum Artikel schreiben (für IF-Blog.de).

Diesmal ist das Schwerpunktthema start ups

Ich kenne viele Menschen. Mit manchen davon bin ich freundschaftlich verbunden. Da sind auch viele junge Kollegen dabei. Mir scheint, dass ich mit der jungen Generation gut kann.

Seit ein paar Jahren beschäftige ich mich mit Gründungen von Unternehmen. So bin ich immer wieder in der Jury eines Business Plan Wettbewerbs, als Mentor betreue ich Menschen und Unternehmen, die im Werden sind (start ups). Dies mal enger, gelegentlich sporadisch. Und stecke so ein wenig in der Szene drin.

Die meisten Teams, die ich kenne und erlebe, sind toll. Fleißig und kreativ versuchen sie mit höchstem persönlichen Engagement auf vielen Ebenen basierend auf einer spannenden Idee ihr Leben eigenverantwortlich zu führen und ein Unternehmen aufzubauen.

Und dann scheitern sie.

Manche scheitern schon beim Start, andere nach Auslauf eines Förderprogrammes wie EXIST oder nach der ersten Finanzierung. Oft dauert der Leidensweg dann eine Weile bis zum endgültigen „Aus“, ab und zu wird am Schluss noch ein „Notausgang“ gefunden. Und nur ganz, ganz wenige werden erfolgreich, allerdings meist auf andere Art und Weise als vorher geplant.

Die meisten, die scheitern, haben einiges an Kraft und oft auch Geld gelassen. Ihnen bleibt nur der Trost, dass sie viel gelernt haben, also irgendwie dann doch „erfolgreich gescheitert“ sind. Das ist aber ein schwacher Trost, denn in bei einer alternativen Lebenslinie zum Beispiel in einem guten Job bei einem Mittelständler hätten sie vielleicht noch mehr für ihre persönliche Zukunft lernen können.

Das bewerte ich als eine gigantische Verschwendung von Kapital, Kreativität, Fleiß („waste“ im Sinne von Kaizen). Auch die Enttäuschung und der Frust der vielen betroffenen jungen Menschen schmerzt mich. Und ich denke mir oft, dass dieses häufige Scheitern in vielen Fällen vermeidbar gewesen wäre.

Denn das massenhafte Scheitern ist gut erklärbar. Die Gründer arbeiten in der Regel genauso, wie es die Expertise einer vergangenen Epoche ihnen vorgibt. Und dieses Muster hat noch nie besonders gut funktioniert, heute geht es in der Regel gar nicht mehr auf. Wie sollen in der Welt von morgen die Erfolgsmuster von gestern auch noch funktionieren?

Und die ganz wenigen Ausnahmen – die übrigens ausnahmslos aufgrund eines zusammen Kommens besonders glücklicher Zufälle basieren – bestätigen diese Regel.

Warum ist das Scheitern normal?

Die Antwort ist einfach. Zum Beispiel versuchen auch große Konzerne immer wieder, neue Produkte in den Markt zu bringen. Diese Konzerne verfügen über alles, was man für eine neue Produkt-Idee braucht: Beliebig viel Kapital, eine renommierte Marke, ein geniales Marketing, eine starke Marketing- und Vertriebs-Organisation, weltweiten Zugang zu den Märkten, tolle Ingenieure und Lieferanten und vieles mehr. Und vor allem, sie kennen ihren Markt, weil sie ihn sich oft über Jahrzehnte „erlernt“ und „erarbeitet“ haben.

Und trotzdem scheitern ihre Produkt-Entwicklungen. Im besten Fall sind nur 10 % solcher Entwicklungen am Markt leidlich erfolgreich. Bei strengeren Messkriterien noch viel weniger.

Nur wie will ein junges Team, das all das nicht hat, da mit halten? Nur mit jugendlicher Unbeschwertheit und Kreativität? Das ist doch Unsinn.

Ein Schluss könnte sein, dass junge Gründer nur eine reelle Chance in ganz neuen Märkten haben. Dann sollten junge Gründer (fast) alle Geschäftsideen, die sich in vorhandenen Technologien und Lösungen meiden. Die Entwicklung scheint diese Annahme zu bestätigen. Hier vielleicht eine erste vorsichtige Empfehlung an start-ups:

Aufpassen beim Eintritt in Märkte, die schon besetzt sind!

Große Konzerne stehen sich natürlich bei kreativen Themen mit ihrer Organisation und ihren Prozessen selber im Weg. Ihr Erfolg hat die negative Seite, dass man zwangsläufig in alten Mustern denkt. Das erkennen sie auch und sie suchen so die Innovation von außen. Sie gründen „acceleration“- und „invest“-Abteilungen und suchen die Kooperation mit „start-ups“. Das ist ja auch die neueste Idee von „unternehmerTUM“ der Technischen Universität wie auch vom neuen Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Herrn Reiter.

Das Zauberwort „Kooperation von Konzernen und Start-ups“ wird aber auch nicht funktionieren. Denn zum einen leben die alten Unternehmen intensiv die Ablehnung von außen. Das Motto heißt, dass „not invented here“, im eigenen Unternehmen nichts wert ist und nicht sein darf.

Ich habe das beliebig oft beobachtet und auch selbst in einer strategischen Kooperationen mit einem großen Konzern erlebt – dies sogar zweimal. Und ich kenne eine ganze Reihe von Beispielen, bei denen die „unternehmerischen“ Ergebnisse von XXX-Acceleration oder XXX-invest gescheitert sind.

Aber auch das „alte“ Vorgehen ist nur noch in wenigen Ausnahme-Fällen erfolgreich. Ich bringe als Beispiel das Scheitern fast aller „Steuerspar-Modelle“. Wir erleben das seit Jahren nicht nur in den Branchen „Film“, „Immobilien“ ,„Schifffahrt“ oder „alternative Energien“. Auch die großen Verluste von Anlegern bei Projekten im Eisenbahn- oder Kanal-Bau sind gute Beispiele.

Das Scheitern hatte mehrheitlich als Ursache nicht, dass Betrüger oder unseriöse Geschäftsleute am Werk waren. Das hat es auch gegeben. Aber meistens ist die Ursache des Scheiterns solcher Projekte, dass die dahinter liegenden Geschäftsmodelle und -pläne falsch waren. Obwohl sie von Experten „professionell“ erstellt wurden, die ihren Markt bestens kannten.

Und von anderen Experten, wie zum Beispiel von Banken kritisch geprüft wurden. Und das ehrlich, denn die Banken haben ja geprüft, weil sie sich selbst auch dran beteiligen wollten – und sie wollten ja auch keine Verluste machen.

Auch da habe ich ganz persönliche Erfahrungen. In einem Fall hat die von mir hoch eingeschätzte Sparkasse München einen geschlossenen Immoblilien-Fonds in jena auf „Herz und Nieren“ geprüft, und ein paar Millionen verloren. Ich war auch dabei, den ich habe der Prüfung der Stadtsparkasse vertraut, aber glücklicherweise nur einen Betrag im unteren fünfstelligen Bereich verloren.

Aber wenn die von Experten geschriebenen und von vielen anderen Experten validierten Business Pläne nicht funktionieren, wie soll dann ein junges Gründungs-Team ohne Erfahrungen und Marktkenntnis ihr neues Unternehmens-Schiffchen erfolgreich in eine nicht vorhersagbare Zukunft führen?

So gesehen erscheinen doch Gründungen von neuen Unternehmen als aussichtslos oder zumindest als tollkühne Abenteuer, auf die sich eigentlich kein ernsthafter Mensch einlassen darf.

Ich denke mir aber, dass es möglich ist,die Erfolgswahrscheinlichkeit eines start-ups von gefühlten 1 : 100 vielleicht sogar auf 1 : 1 (Erfolg zu Scheitern) zu verbessern.

Ich weiß, dass das dies eine sehr mutige Aussage ist und habe mir vorgenommen, in meinen zwei Wochen auf einem Zeltplatz ganz im Süden des Peleponnes auf Mani ein paar Artikel zum Thema „start-up“ hier im IF-Blog zu schreiben. Für die von mir betreuten „start-ups“ wie für alle anderen Leser auch.

RMD

P.S.
Beginnen werde ich in der nächsten Folge mit meinem eigenen Werdegang. Ich glaube, da kann man schon viel daraus lernen.

Roland Dürre
Sonntag, der 18. Mai 2014

Die elektrische Dampfmaschine ;-(

In einem meiner letzten Artikel habe ich die absurd vielen elektrischen Helferlein in meinem Haushalt in Frage gestellt.

Wie es der Zufall so will, war ich vor ein paar Tagen zu einem Besuch mit Betriebsführung bei der Porzellan Manufaktur Nympenburg eingeladen. Und ich war erstaunt, dass die meisten Geräte für die Herstellung des Porzellans dort nicht elektrisch betrieben werden. Strom wird in der Manufaktur im wesentlichen nur für die Beleuchtung eingesetzt.

Die Energie für die diversen Werkzeuge und Maschinen wird mit Wasserkraft erzeugt, dafür wird ein Seitenkanal des Nymphenburger Kanals genutzt, der mit 4 Meter Gefälle ganz schön viel Kraft bringt. Und an die Arbeitsplätze wird die Kraft mit Transmissionsriemen übertragen und treibt dort diverse Maschinen an. Ganz so wie die letzten Jahrhunderte. Die Öfen in der Brennerei werden dagegen mit Gas betrieben.

Die Fabrik hat mich an Bilder von alten Betriebsstätten aus der Zeit der „industriellen Revolution“ erinnert. Da stand doch in jeder Manufaktur oder gar Fabrik mindestens eine große Dampfmaschine, deren damals ja unheimliche Kraft über ein kompliziertes System von Rädern und Riemen oft mehrstufig an die Arbeitsplätze verteilt wurde.

Und dann kam die Elektrifizierung. Die Dampfmaschinen und mechanischen Kraft-Transmissions-Systeme verschwanden. Sie wurden ausgetauscht gegen kleine dezentrale Elektomotoren und Sicherungskästen, Transformatoren und Verkabelung.

War das doch eine Verbesserung! Kein Ruß und keine schwarzen Gesichter mehr. Welch ein Fortschritt, sollte man meinen.

Nur, das ganze ist eine einzige große Lüge! Wird doch der Strom weltweit zu 50 % durch Verbrennung von Kohle gewonnen! Der Strom wird also mit so einer Art kohle-getriebenen Dampfmaschine erzeugt. Und dies auch in Deutschland! Hier zum Teil mit besonders umweltschädlicher heimischer Braunkohle, aber auch mit hochwertigster Importkohle z.B. aus Australien. Die wird dann erst Mal aus dem australischen Hinterland zum Hafen gebracht, über die Ozeane nach Deutschland geschippert und dann wieder in Deutschland ins Hinterland gebracht wird. Was für ein ökologischer Unsinn!

Und wenn ich jetzt meine unzählig vielen Elektrogeräte anschaue, wird mir bewusst, dass in jedem meiner Gerät sozusagen eine halbe Dampfmaschine steckt. Und wahrscheinlich war die alte Dampfmaschine mit ihren Transmissionsriemen gar nicht so viel uneffizienter gegenüber von Kohleabbau, -Transport und -Verstromung, Stromübertragung … heute.

Da lobe ich mir doch wieder die Wassermühle der Nymphenburger Porzellanmanufaktur. Wie auch das Windrad im Garten oder die Photovoltaik auf meinem Dach.

RMD