Roland Dürre
Samstag, der 30. Juni 2012

Was ich nicht mag #29 Wieder mal die IHK

Da komme ich gestern vom Betriebsausflug spät am Abend heim und schaue die Post durch. Und was finde ich?

Eine Zeitung von der IHK.

Bisher kannte ich nur das gleichnamige Magazin derselben Institution, das mich auch regelmäßig und zum Teil mehrfach als unerwünschter Hochglanz-Müll erreicht (siehe meinen Artikel zur letzten Ausgabe).

Diesmal ist es die Wirtschaft 02 |2012. Das Themea “Unternehmensnachfolge rechtzeitig antreten” steht groß und mittig auf der Titelseite. Wirklich hoch aktuell! Ist zwar sicher ein wichtiges Thema, aber diese Sau wird doch schon seit längeren von Banken und Beratern durchs Dorf getrieben.

Und unten auf der ersten Seine lese ich dann auch noch:

IHK bedauert Votum gegen die 3. Startbahn.

:-) Da stinkt er mir.

Noch mehr stinkt er mir, dass mir jetzt schon wieder eine Zeitung ungefragt ins Haus rein flattert. Ich bestelle so ziemlich alles ab, was Papier ist. Bringe “Keine Werbung”-Aufkleber auf Briefkasten und Zeitungsfach an. Und die IHK schickt mir ungefragt noch eine Zeitung heim.

Und dann sehe ich, dass ich gar nicht der Empfänger bin. Sondern meine Tochter Sophie. Die studiert Mathematik an der LMU, ist garantiert keine “Kleingewerbetreibende” (auf deren Interessen und Nutzwert die Zeitung laut IHK-Website speziell zugeschnitten ist). Und sie hat die Zeitung auch nicht bestellt oder abonniert.

Das ärgert mich noch mehr. Wir Unternehmer sind Zwangsmitglied bei der IHK – und die versendet ungefragt Zeitungen ohne Mehr- und Nährwert aber dafür mit stark lobbyistischer Tendenz an unsere Töchter.

Wäre auch interessant zu wissen, woher die IHK die Adresse meiner Tochter (mit korrekt geschriebenen beiden Vornamen hat)? Nur von wegen Datenschutz und so …

Sollte man der Selbstdarstellung eines völlig von wirtschaftlichen Bedürfnissen losgelösten und überholten Systems wie der “Industrie- und Handelskammer” nicht wirklich mal energisch entgegen treten? Z.B. durch Entzug der Mittel?

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 25. Mai 2012

Was ich nicht mag … #27 Pfandfrei …

Da liegt sie im Gras neben dem anderen Müll unweit des übervollen Papierkorbes. Und provoziert mit der Aufschrift:

Pfandfrei

Was ich lese als:

Du darfst mich überall hinwerfen und wegschmeißen, denn ich bin pfandfrei!

Und dann denk ich mir: Die Produkte dieses Unternehmens mit dem sicher auch erlogenen Namen “Münsterland” sollte man boykottieren.

Gleichzeitig habe ich mich gestern auch wieder gewundert, wie viele Arten von Bierflaschen und -kästen es mittlerweile gibt. Da gibt es auf Flasche und Kasten ein Pfand.

Weil es aber so viele verschiedene Formen, Marken und Systeme gibt, ist der Traum vom überall zurück gebbarem Leergut auch ausgeträumt.

Und ich denke mir, wie schön die Welt doch war, wie es noch die Einheits- oder Normflasche gab …

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 6. Mai 2012

Was ich nicht mag … #26 Unpünktlichkeit

Seit dem ich lebe, erlebe ich, dass Menschen nicht pünktlich sind. Mir erscheint, dass dieser Trend allerdings in den letzten Jahren zu genommen hat.

Warum auch nicht, gibt es doch eine absolut gesellschaftsfähige Ausrede – der Stau auf irgendwelchen Straßen.

Eine Ausrede, die ich als Radler leider nicht habe. Ich muss mir da schon etwas fantasievolleres einfallen lassen. Der unvorhergesehene Gegenwind geht bei Windstille natürlich nicht durch. Und um mich glaubwürdig auf eine Reifenpanne raus zu reden, dazu müsste ich ja erst meine Hände schmutzig machen, was ich aber nicht will.

Dabei können Menschen pünktlich sein, wenn sie es nur wollen. Mir ist das wieder beim letzten (natürlich wieder komplett ausverkauften) Konzert der Wise Guys am letzten Freitag im Gasteig eingefallen. Alles Plätze im weiten Rund sind schon 5 Minuten vor Beginn  voll. Alle? Nein, ich entdecke im von mir überschaubaren Bereich doch tatsächlich zwei mal zwei freie Plätze.

Kommen die Karteninhaber noch? Sind sie verhindert? Oder nur verspätet? Zwei der noch freien Plätze sind in der zweiten Reihe. Das wäre doch etwas? Nicht für mich, sitze ich doch in der ersten Reihe. Aber für Leute weiter hinten sicherlich.

Die Wise Guys kommen auf die Bühne und starten ihr Konzert. Die Plätze sind immer noch leer. Aber nett, wie die “klugen Kerle” nun mal sind, machen sie nach 10 Minuten eine Pause und vier Leute dürfen von hinten nach vorne kommen die guten Plätze einnehmen.

Das Wise Guys hat mir gezeigt, dass Menschen sehr wohl pünktlich sein können, wenn sie es denn wollen oder müssen. Auch mit dem Auto. Und das gleiche erlebe ich bei Theater- und Kinobesuchen genauso.

Das ist wie bei der Eisenbahn. Man muss auf die Minute pünktlich am Bahnsteig sein, obwohl der Zug es meistens nicht ist. Weil wenn man mal zwei Minuten zu spät dran ist, erwischt man in der Regel genau den Tag, an dem der Zug mal pünktlich abfährt.

Nur bei mir muss man nicht pünktlich sein.

Was mache ich?

Mir ist es nicht schlimm, wenn meine Verabredungen unpünktlich sind. Weil ich immer genug zu tun oder froh für eine kleine Pause des Nichtstuns bin.

Ich weiß auch, dass ich den Menschen, die mit mir verabredet sind und zu spät kommen, nicht weniger wert bin als die Wise Guys, das Theaterstück oder die Eisenbahn. Ihre Pünktlichkeit dort ist nur vom System erzwungen. Ihre Unpünktlichkeit mir gegen über aber gesellschaftlich sanktioniert und ganz normal. Vielleicht als Teil unserer Autokultur.

Und selbst versuche ich pünktlich zu sein.

:-) Bleibt mir als Radfahrer gar nichts anderes über, mir fehlt ja so eine praktische Ausrede.

Im übrigen – so schlimm finde ich Unpünktlichkeit gar nicht.
:-) Vielleicht mag ich sie sogar.

RMD

P.S.
Ein Lied von den Wise Guys gefällt mir besonders gut:

:-) Ich schmeiß mein Auto auf den Müll

:-) Vor meinem Urlaub wird noch mal richtig genörgelt!

Gestern morgen in der SZ lese ich im Lokalteil eine kleine Notiz mit der Überschrift:

Die Zahl des Tages – 2,9 – Erfolgreicher Hafen!

Es geht um den “Bayernhafen Regensburg”. In der Zeitung steht:

Er ist auf Wachstumskurs!

Denn der Umschlag ist im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent auf rund 7,6 Millionen Tonnen gestiegen!

Oh, denke ich mir. Dann macht der Rhein-Main-Donau-Kanal vielleicht doch einen Sinn. Und wundere mich ein wenig.

Ein paar Zeilen weiter unten wundere ich mich aber nicht mehr. Denn da steht:

Allerdings geht das Wachstum ausschließlich auf das Konto der per Lkw und Bahn transportierten Güter. Der Umschlag im Schiffsverkehr machte dagegen nur 1,5 Milliarden Tonnen aus. Das entspricht einem Minus von neun Prozent im Vergleich zu 2010.

Und ärgere mich!

Denn ist das die Die Zahl des Tages des “erfolgreichen Bayernhafen Regensburg”? Oder reden wir hier von einem Umschlagsplatz für Container mit ein wenig angeschlossenen Schiffsverkehr?

Aber dann kommt die erlösende Erklärung. Der Rückgang wäre ja zu entschuldigen. Denn:

Niederlassungsleiter Andreas Pippig machte vor allem die schwierigen Witterungsbedingungen im vergangenen Jahr verantwortlich. Donauhochwasser, Eissperren und das wochenlange Niedrigwasser im Herbst hätten die Schifffahrt immer wieder behindert.

Ja hoppla, hat er Mann denn noch nichts von der Klimaveränderung gehört? Vielleicht sollte den mal einer aufklären?

Was mache ich?

Versuche ehrlich zu sein und mich und andere nicht so frech selbst zu belügen wie das zumindest die Überschriften der Artikel in den Zeitungen tun.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 15. März 2012

Was ich nicht mag … #23 Lange Zahlungsziele für Dienstleistungen

Zurzeit dürfte sich so mancher Freiberufler und Unternehmer aus dem Bereich Dienstleistungen gemeinsam mit mir ärgern. Die Zahlungsziele gerade von großen Unternehmen werden immer länger. Einseitig verlängert vom mächtigen Auftraggeber – auch ohne Rücksicht auf bestehende Verträge.

Sofern ich mich an meinen BWL-Unterricht richtig erinnere, steht im BGB, dass der Entgelt für eine Dienstleistung mit der Erbringung der Leistung fällig wird. Das ist auch nachvollziehbar, denn man kann ja schlecht für erbrachte Dienstleistung einen Eigentumsvorbehalt vereinbaren. Besseres Wissen von Juristen ist willkommen …

Jetzt leben wir aber in einer Zeit, die uns immer mehr und absurdere Gesetze beschert. Diese werden aber auch immer häufiger ignoriert, vielleicht weil sie immer absurder sind. Und da in dieser Zeit “Der Zweck die Mittel heiligt” und der Zweck halt meistens nur noch als Profit definiert wird, spielen die alten kaufmännischen Sitten keine Rolle mehr.

Was mache ich?

Ärgern. Und die Rechnungen unserer Dienstleistungslieferanten zeitnah bezahlen. Das erhöht natürlich unser Risiko. Schafft aber treue Lieferanten und ein gutes Gefühl.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 9. März 2012

Was ich nicht mag … #22 Pfand und kein Pfand

Da grinst sie mich an. Die nicht mehr heile Glasflasche auf dem Fahrradweg, wohl aus einem vorbeifahrenden Pkw geworfen. Und auf dem breiten Flaschenhals ein großer Hinweis:

Ohne Pfand!

Mit fettem Ausrufezeichen. Das ganze soll wohl die Kaufentscheidung hin zum pfandfreien Produkt fördern. Nach dem Motto: Nimm mich und Du hast nicht den Stress mit dem “Dosenpfand”.

Das ärgert mich. Da wird als Alleinstellungsmerkmal eines Produktes herausgehoben, dass es nicht am Pfandprozess teilnimmt. Auch wenn unser schlechtes Dosen- und Flaschenpfandsystem unteroptimal ist, ist es doch besser als wenn wir keines hätten.

;-) Und gleichzeitig ist das “Pfandfrei!” ein gut sichtbarer Hinweis an die steigende Zahl von armen Pfandflaschen-Sammler: Bücken lohnt sich hier nicht. Obwohl die Politik ja immer sagt, dass Leistung sich wieder lohnen muss.

Und das alles nur wegen ein paar Schlupflöchern in einem an sich schon fragwürdigen Pfandflaschengesetz. Das die Menschen zwingt, Pfandflaschen aus Plastik nicht in den Plastikmüll zu tun (der doch auch ordentlich recycelt werden sollte), sondern im Geschäft abzugeben, damit sie dann kontrolliert als Rohstoff für synthetische Kleidung nach China verschifft werden.

Dass die Reinigung von Glas-Pfandflaschen umweltschädlicher wäre als die Einmal-Pfandflasche aus Plastik ist übrigens auch ein so Märchen. Informieren Sie sich einfach bei einer mittelständischen Brauerei wie z.B. in Aying, wie umweltfreundlich die ihre Bierflaschen heutzutage reinigen.

Was mache ich?

Wasser trinke ich aus der Wasserleitung. Da wo auch bei uns der Kaffee und der Tee herkommen. Das spart mir auch das Schleppen der Kästen und ich brauch kein Auto zum Einkaufen Und unterwegs habe ich wieder die gute alte Thermosflasche dabei.

Getränke in Plastikflaschen nutze ich grundsätzlich nicht mehr.  Das schränkt mich ein wenig ein – ich kann zum Beispiel die Fruchtmischgetränke von der frommen Firma Adelholzner in den Halbliterflaschen nicht mehr trinken. Aber auch damit kann ich sehr gut leben.

Und Bier aus Plastikflaschen sollte genauso wie die Bierdose für einen Biergenießer tabu sein!

RMD

P.S.
Wussten Sie eigentlich den Grund, warum Bier in der Dose immer pasteurisiert ist?

Die Antwort ist ganz einfach: Es ist technisch nicht einfach möglich, beziehungsweise zu aufwändig die Dosen gründlich zu reinigen.

Roland Dürre
Mittwoch, der 8. Februar 2012

Was ich nicht mag … #21 Kindsmißbrauch

Kinder, Kirche, katholisch

Immer wieder erscheint das Thema Missbrauch von Kindern durch katholische Priester in den Medien. So heute morgen wieder in der Radiowelt von Bayern 2. Da wurde von einem besonders spektakulärem Fall berichtet. Die betroffene Frau bekommt jetzt wohl eine Audienz in Rom.

Und immer wieder ärgere ich mich. Da wird soviel erzählt, berichtet und kritisiert. Und von den unglücklichen Opfern erzählt. Entsetzen und Abscheu werden geheuchelt. Die Kirche verspricht Besserung.

Aber:

Menschen sind Menschen und Männer sind Männer. Und die haben halt so etwas wie eine sexuelle Appetenz. Und so lange der Trieb durch den Zölibat eingemauert wird und eine Sexuallehre Geschlechtsverkehr und Onanie als sündiges Treiben brandmarkt, solange werden die Triebe der betroffenen Männer (und wahrscheinlich auch Frauen) auf irgendeine Art und Weise die Mauern durchbrechen. Und das eben nicht nur auf die “normale Weise”.

Also:

Der Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche ist wohl systemisch zwingend. Er wird in erster Linie durch den Zölibat und eine absurde und perverse Morallehre begründet. Wenn die Kirche wirklich die Situation verbessern will, dann muss sie als erstes den Zölibat abschaffen. Aber da stellt sie sich mehr als taub. Deshalb ist jedes Versprechen, die Situation zu verbessern, ein Lippenbekenntnis, wahrscheinlich eine vorsätzliche Lüge.

So bitte ich die Medien:

Auch wenn Ihr meint, die Berichte von Opfern katholischer “Geistlicher” zu brauchen, um Eure Auflage zu halten, so denkt bitte auch an die zukünftigen Opfer. Und prangert dann in jedem Bericht über ein Opfer auch den Zölibat und die perverse katholische Sexualmoral als Ursache an!

Sonst kann der Wahnsinn nie aufhören!

RMD

Roland Dürre
Montag, der 2. Januar 2012

Was ich nicht mag … #20 Splitt und Salz auf meinen Radwegen

Heute habe ich so richtig Grund zum Nörgeln!

Bin ich doch heute Morgen bestens gelaunt bei schönstem Frühlingswetter mit dem Fahrrad von meinem Home Office in Riemerling ins Real Office nach Unterhaching gestartet. Habe mit innerer Zufriedenheit meinen Weg durch die vom Silvesterfeuerwerk verdreckten Straßen gebahnt und mich auf den Alpenblick vom Radweg von Ottobrunn nach Unterhaching gefreut.

Und nach 1,5 Kilometer war Schluss! Schon wieder eine Reifenpanne! Diesmal das Vorderrad, wo es doch letzten Donnerstag bei der Heimfahrt vom Eisbach (schönes Café in München gleich hinter der Oper) das Hinterrad war. Und wieder war es der Splitt.

Der ist mittlerweile so fein geworden und enthält Teile, die scharf zu sein scheinen wie Glassplitter. Jetzt muss ich zugeben, dass ich viel radele. Auch im “Winter”. So erhöht sich die Pannenwahrscheinlichkeit. Und dass ich mit meinem “billigem Winterrad” unterwegs war.

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Roland Dürre
Samstag, der 31. Dezember 2011

Was ich nicht mag … #19 – Die Nachrichten an Silvester

Jetzt ist die SZ von heute dran!

oder

Ein Jahresrückblick basierend auf der SZ-Titelseite!

Heute habe ich ja ein wenig zu viel Zeitung. Neben der regulären SZ am Wochenende kam auch noch die FAZ von morgen (siehe mein vorher gehender Artikel).

Und bin schon ganz schön verärgert. Pflichtgemäß gehe ich aber erst mal zur SZ auf die Titelseite. Und Ärgere mich weiter. Über die Auswahl der Überschriften, aber auch über die Inhalte dahinter.

Ich zitiere und kommentiere alle Schlagzeilen auf der ersten Seite:

Ganz groß in der Mitte:
Wachsende Zweifel am neuen Wahlrecht
Karlsruhe zieht wohl das System der Überhangmandate in Zweifel. Die einzig gute Nachricht. Aber eigentlich war es doch klar. Oft diskutiert kamen wir immer zum Ergebnis, dass das diese Reform der Bundesregierung doch gar nicht demokratisch sein kann
(so wie manch anderes, was sie in diesem Jahr so getrieben hat!).

Aber dann lese ich die rechte Spalte von oben nach unten:

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Heute ist die FAZ dran!

Es ist heute schon der zweite Mal in diesem Jahr, dass heute (am Samstag) neben der SZ vom Wochenende auch die FAZ am Sonntag bei mir im Briefkasten landet. Das letzte Mal war das natürlich vor einer Woche am Heilig Abend.

Und da macht es sich jemand – so finde ich – einfach zu einfach!

Zeitungen waren mal so wichtig wie Züge. Züge fahren doch noch an Weihnachten und Silvester? Ist dies ein Eingeständnis des Verlages, dass Zeitungen in Papierform gar nicht mehr gebraucht werden? Bei der Aktualität kann Gedrucktes auf Papier nicht mehr mithalten. Und ich finde in den Tageszeitungen eh immer mehr belanglosen Text aus der Konserve.

Will die FAZ vielleicht ihre Mitarbeiter entlasten? Bei den Redakteuren kann ich mir das nicht vorstellen. Die arbeiten doch sowieso Tag und Nacht. Oder die Druckerei und Logistik? Den armen Zeitungszusteller?

Glaube ich nicht. Fürchte eher, dass sie ihren neuen Vertriebsweg weg schützen wollen. Über den ich auch gleich mit nörgele.

Das sind die sogenannten “Backstuben”, vor denen sich Sonntag Vormittags gerne lange Schlangen aufbauen. Innen drin befleißigen sich ein paar Mitarbeiter, tiefgekühlte Backwaren aufzuwärmen, die in unseren östlichen Nachbarnländern für einen Hungerlohn produziert und im LKW nach Bayern geschafft werden. Die fertigen Produkte werden dann lieblos in Regale geschüttet, aus denen dann der Kunde mit Eisenzangen sich die Semmeln und Brezen herausholen und auf sein Tablett legen darf, zur Kasse gehen und dann das Zeug an der Theke selbst einpacken muss.

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