Roland DürreFreitag, der 19. März 2010
Unternehmertagebuch – #43 “Persönliche Haftung – ja gerne”
Die InterFace AG ist – wie der Name aussagt – eine Aktiengesellschaft. Gegründet wurde sie als GmbH (InterFace Connection GmbH), später haben wir sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Bei der Gründung bin ich, ohne viel nachzudenken, meinem Schulwissen gefolgt. Schon im Wirtschaftsgymnasium Jacob Fugger in Augsburg hat man uns beigebracht, dass man ein Unternehmen immer nur als Körperschaft mit beschränkter Haftung gründen sollte. Auf keinen Fall solle man sich dem Risiko der persönlichen Haftung aussetzen! Also wurde die InterFace Connection als GmbH gegründet.
Mittlerweile bevorzuge ich Personengesellschaften und würde eine persönliche Neugründung eines Unternehmens als Personengesellschaft durchführen. Auch unser Wirtschaftsprüfer betrachtet dies als seriöse Alternative. Er hat beobachtet, dass sich Personengesellschaften meistens besser und nachhaltiger entwickeln als Kapitalgesellschaften. Er selbst ist auch Partner in einer Personengesellschaft und haftet so persönlich.
Hier meine Begründung:
Werner LorbeerSonntag, der 14. März 2010
Mit email-Knigge gegen Knigge
Knigge, sprichwörtlich gewordener Ratgeber für gesellschaftliche korrektes Verhalten. Einflussreicher Gesellschaftsbeschreiber und Literat der Aufklärung, aber auch Antreiber der Unterwanderung der Freimaurer durch das Illiminatentum Weishaupts.
Ich wünsche mir einen “email-Knigge” der im Sinne einer ethischen Korrektheit funktioniert. Nach einem Studium von Knigge ist allerdings klar, dass dieser Name verbrannt ist, das 21. Jahrhundert muss hier noch einen neuen Namen bringen.
Roland DürreSamstag, der 13. März 2010
Sind Unternehmer “Dominante Logiker” oder “Evolutionäre Steuermänner” (Vortrag)
Den Vortrag halte ich am Dienstag dieser Woche (16.03) um 20:00 im Il Mondo am Flughafen München. Der Gastgeber hat mir gestattet, Gäste einzuladen. Er bittet aber um Info, wieviel kommen. Bei Teilnahmewunsch Anmeldung einfach an mich senden.
Zum Vortrag:
Folgende Fragen beschäftigen mich schon seit längerem:
Funktioniert ein Unternehmen eher wie ein biologisches System oder wie eine technische Maschine? Welchen Einfluss haben Manager denn tatsächlich? Handeln Führungskräfte gesteuert von einem hohen Verstand und besonderer Kenntnisse? Oder beeinflussen sie ihre Teams überwiegend durch vielleicht sogar unbewusste emotionale Steuerung?
Die zentrale Frage könnte sein:
Basieren gute Entscheidungen tatsächlich auf einer dominanten Logik?
Roland DürreMittwoch, der 10. März 2010
Der Beruf des Professors entspricht dem eines Zehnkämpfers …
Frau Professor Dr. Möslein hat in ihrem Vortrag zum Thema Open Innovation im IF-Forum bei uns in Unterhaching auf ein Papier von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Mertens hingewiesen. In diesem Artikel wird der Beruf eines Hochschullehrers mit den Herausforderungen eines Zehnkämpfers verglichen.
Diesen Artikel hat sie uns zugeschickt und wir dürfen ihn veröffentlichen. Es ist ein sehr lesenswerter Beitrag. Deshalb gibt es ihn hier zum “download”, lesen und drucken.
Der Zehnkampf des Hochschullehrers (22) – Setzen wir falsche Anreize?
Finde, dass Manager oder Unternehmer auch so eine Art Zehnkämpfer sind.
RMD
Detlev SixSonntag, der 7. März 2010
Mangelnde Kreativität ist eine Frage der Faulheit.
Die Idee der Originalität ist tot. Spätestens seit den deutschen Romantikern.
Selbst aussergewöhnliche Leistungen des menschlichen Geistes lassen sich
immer auf Vorgänger beziehen. Was sie nicht schlechter macht, aber eben
nicht originär im Sinne der Genie-Metapher.
Jederzeit möglich sind aber neuartige Ideen und Lösungen. Und die sind einzig
und allein eine Funktion der Zeit und der Anstrengung. Begabung: Nebensache.
Edwin EderleFreitag, der 5. März 2010
Vortrag 2.0: Frau Prof. Dr. Kathrin M. Möslein spricht über Open Innovation
Am 2.3.2010 hielt Frau Prof. Dr. Kathrin M. Möslein im Rahmen des IF-Forums den ersten Vortrag im Jahre 2010 zum Thema
Open Innovation
Auf dem Weg zur Mitmachwissenschaft!
und legte die Latte für die folgenden Vorträge ziemlich hoch.
Nicht nur, weil dieser Vortrag als erstmals live ins Internet übertragen wurde, fällt er klar in die Rubrik “Vortrag 2.0″.
Das Plädoyer für einen anderen Wissenschaftsbetrieb war mit viel visualisierenden Folien hinterlegt und regte auf sehr unterhaltsame Weise zum Nachdenken an – ein Mitmach-Vortrag oder zumindest ein “Mit-Denk-Vortrag”!
Das zeigte sich an einer intensiven Diskussion (die sich auch durch ein ausgezeichnetes Buffet nicht stoppen lies, sondern in Kleingruppen weitergetrieben wurde). Auf eine faszinierende Weise entstand so der “rote Faden” in den Köpfen der Zuhörern, was es nicht einfach macht, den Vortrag zusammenzufassen.
Das Beispiel der “Mitmach-Wirtschaft” www.ponoko.com (wo jeder neben Kunde auch Designer, Produzent und Verkäufer sein kann) führte zu verschiedenen “Mitmach-Werkzeugen”:
Detlev SixDienstag, der 2. März 2010
Effizienz und Moral.
Siemens schmiert. Telekom hört ab. Käßmann fährt Phaeton.
Sie tun die Dinge richtig. Sie verhalten sich effizient.
Über das, was Gerechtigkeit und Moral bedeuten,
darüber besteht kaum Unklarheit. Nicht für Manager.
Sie wissen in der Regel sehr genau, was sie im Rahmen
unserer demokratischen Grundordnung zu tun haben.
Das Problem für sie ist vielmehr, wie sie moralisch
handeln können, ohne sich als die Dummen vorzukommen.
In einer durch und durch auf Effizienz getrimmten Welt,
in der moralisch Handelnde häufig das Nachsehen haben,
fällt es zunehmend schwerer, moralisch zu sein.
Effizient („die Dinge richtig tun“) verhält sich Siemens,
weil dieses riesengroße, alte Unternehmen ohne Bestechung
nicht mehr genug Marktchancen hat.
Roland DürreFreitag, der 26. Februar 2010
0,x %
Die Bilanz der InterFace AG für 2009 haben wir dieses Jahr schon im Februar fertiggestellt. Beim Analysieren der Zahlen fiel uns auf, dass unsere Zinserträge in 2009 um einen ordentlich fünfstelligen Betrag geringer waren als in 2008. Dies, obwohl wir Ende 2008 einen angemessenen Anteil des Unternehmensgewinns in die Rücklagen gesteckt hatten und 2009 ein gutes Geschäftsjahr war.
Die Erklärung fand sich schnell:
Roland DürreDienstag, der 23. Februar 2010
Ein Hoch auf die Preisbindung
Sale, sale sale!
So leuchtet es mir überall entgegen. Ich fühle mich betrogen. Nicht nur, wenn ich etwas zum normalen Preis einkaufe.
Besonders im Internet gibt es alles ganz billig. Viel billiger als im Kaufhaus oder Fachgeschäft. Und immer findet man einen Händler, der noch ein wenig billiger ist. Wenn man gekauft hat, gibt es eine Woche später das selbe Gerät irgendwo noch günstiger.
Die ganz neuen Modelle darf man sowieso nicht kaufen. Schon nach vier Wochen kosten sie nur noch die Hälfte.
Roland DürreDienstag, der 16. Februar 2010
Brot und Autos
Oder auch: Panem et circenses.
Wie ich ein Kind war, war ich öfters in der Sowjetzone. So hieß die DDR im Elternhaus und im bundesdeutschen Sprachgebrauch der 50iger. Der Begriff DDR war bei uns zuhause genauso wie “sogenannte DDR” auf das strengste verpönt.
In der Sowjetzone ging es mir besonders gut. Meine Großtanten hatten immer viel Geld (für das man sich laut ihrer Aussage nichts kaufen konnte), und die Semmeln und das Malzbier waren sehr billig. Mein Vater hat mir dann erklärt, dass die Preise für Lebensmittel und Bücher in der Sowjetzone künstlich niedrig gehalten würden. Denn in der DDR durfte es – nicht wie bei uns in der BRD – keine Inflation geben.
In der Tat wurden in der DDR Lebensmittel, Wohnraum und andere für den Grundbedarf notwendige Waren wie Energie hochgradig subventioniert.





