Roland Dürre
Freitag, der 17. Mai 2019

Owehoweh Huawei!?

Die Amerikaner machen mal wieder großen Druck! Und wollen alle Länder abstrafen, die Ihre Kommunikationsnetze auf Technologie von Huawei aufbauen.

Es geht vordergründig um die backdoors, die das chinesische Unternehmen Huawei in seine Technologien eingebaut haben soll. Um die Welt auszuspionieren. Eine Vermutung, die nahe liegt, aber noch nicht bewiesen wurde.

Huawei hat zurzeit 180.000 Mitarbeiter und ist im Besitz der Mitarbeiter. Das hat mich bei einem chinesischen Weltkonzern überrascht.

Huawei bietet eine Vielzahl von Produkten im Endgeräte-Bereich an, aber auch industrielle Produkte im Bereich der 5G-Netz-Technologien. Diese sind wichtig für den Ausbau unserer mobilen Kommunikation. Mehrere „deutsche “ Telekommunikation-Anbieter sind wohl schon Kunde von Huawei.

Das genau stört die USA. Jetzt droht die USA ihren „Verbündeten“, dass sie beim Einsatz der Technologien von Huawei mit Sanktionen zu rechnen haben.

Wer aber sind die Konkurrenten für Huawei, bei denen wir die für uns wichtige Technologie 5G kaufen können? Ich bin da nicht mehr so informiert wie früher, da mich Technik nicht mehr so interessiert.

In „Europa“ könnten es Unternehmen wie Ericsson und Nokia sein. Ob man die technologisch noch ernst nehmen kann, weiß ich nicht. Im befreundeten Korea gibt es noch Samsung.

Wahrscheinlich ist aber neben weiteren chinesischen Unternehmen Cisco der wichtigste Konkurrent von Huawei?. Cisco Systems ist ein Unternehmen, dessen Software und Geräte schon seit Jahrzehnten wegen vieler „backdoors“ in der Kritik stehen. Hihihi. Aber das sind ja amerikanische und somit gute „backdoors“.

Wer sich übrigens über „backdoors“ informieren will, der findet im Blog vom FEFE Infos und Anker zu einschlägigen Artikeln zum Thema. Oder einfach mal „googlen“.

Die Welt hat sich verändert. Früher war Siemens der globale Marktführer im Bereich „Kommunikation“. Jetzt schreiben unsere „amerikanischen Freunde“ uns vor, welche Technik wir nutzen sollen. Die Technologie beherrschen wir in Deutschland nicht mehr.

Siemens hatte bestimmt auch „backdoors“ in seiner Software. Weil man diese einfach zu Wartungszwecken braucht. So richtig als Daten-Lieferant für Geheimdienste kann ich mir aber das damalige Siemens nicht vorstellen.

Vielleicht hat Siemens auch deshalb den Markt komplett verloren, weil sie niemandem beim ausspionieren geholfen haben? Und es war gar nicht die „Unfähigkeit des Managements“? Wer kann das schon wissen?

Überwacht werden wir sowieso. Die Frage ist nur wie und von wem.

Brave new world. 

RMD

P.S.
Diesen Artikel habe ich schon vor ein paar Tagen geschrieben und heute aus aktuellem Anlass veröffentlicht.

Roland Dürre
Donnerstag, der 16. Mai 2019

Angst vor der Seidenstraße?

Er denEs geht ein Jammern durch Europa:

Hilfe, die Chinesen kommen!

Und gerade unsere bürgerlichen Parteien stimmen laut ein in den Chor der Warner!

Das Netz der antiken Seidenstraße und daran angeschlossene Handelsrouten (Bild aus Wikipedia).

Was ist der Grund? Die Chinesen investieren weltweit in Infrastruktur. Sie kaufen und erneuern weltweit Infrastruktur für Transport und Logistik. Eigentlich alles, was dem globalen Handel nutzt.

Was ist das so schlimm daran?

Eigentlich ist Europa – und da mit großem Abstand Deutschland – der große Gewinner des globalen Handels. Und was unterstützt Handel besser als stabile und sichere Transportwege?

Die neue „Seidenstraße“ ist doch keine Einbahnstraße!

Und ich kenne keinen Kapitän, der sein Frachtschiff gerne leer nach Hause fährt. Auch die Reedereiern mögen das nicht. Eigentlich müssten wir Deutsche jubeln, dass die Chinesen die Voraussetzungen schaffen, dass wir weiter Waren exportieren können. Auch weil der ehemalige Weltpolizist USA immer unberechenbarer wird.

Ich vermute, dass wir Angst haben, bald nicht mehr konkurrenzfähig zu sein. Und ich fürchte, das zurecht. Weil wir die falschen Produkte haben und technologisch im Schnitt immer mehr zurückfallen. Weil wir satt sind, Veränderung nicht verstehen und wenn dann sowieso ablehnen. Und weiter alles daran setzen, uns im Kleinen wie im Großen zu Tode zu regulieren.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 13. Mai 2019

Wikipedia und das Urheberrecht.

Das Logo der Enzyklopädie

„Prognosen sind schwierig! Besonders wenn sie in der Zukunft liegen“.
Das hat schon unser Münchner Held Karl Valentin gewußt.

Deswegen überlege ich mir mal eine Variante, die aus der Vergangenheit in die Zukunft geht. Also keine Prognose sondern eine nüchterne Extrapolation.

Sehen wir in die Vergangenheit und schauen wir uns die Geschichte der Medien an. Dieser Wirtschaftszweig hat frühzeitig erkannt, dass geistiges Eigentum (wie es das Urheberrecht schafft) viel leichter zu skalieren ist als das mit materiellen Produkte oder gar Dienstleistungen möglich ist. So hat dieses Gewerbe spätestens seit es den Buchdruck gibt, besonders erfolgreich gewirtschaftet.

Der Handel mit geistigem Eigentum ermöglich hohe Margen.

Die Medienfürsten wußten, dass man mit Wissen und Informationen ein gutes Geschäft machen kann, wenn das hergestellte und gehandelte immaterielle Gut dem Eigentums-Begriff unterliegt. So haben sie ganz früh Gesetze kreiert und durchgesetzt, dass man Autoren und sonstigen Herstellern von geistigem Eigentum dieses abkaufen und dann mit diesen viel Geld verdienen kann.

Urheberrecht ist die „Lizenz zum Geld drucken“.

Und sie haben dafür gesorgt, dass die Fristen auf geistiges Eigentum immer rechtzeitig verlängert wurden. So sind werden dieses Gesetze in den USA die „Mickey-Mouse-Gesetze“ genannt, weil es Walt Disney mehrfach gelang, rechtzeitg vor Auslauf eines Schutzrechtes für die Mickey Mouse eine Verlängerung der Urheberrechtszeit zu bewirken.

Wie ist das mit Wissen und Informationen?

Mit der Begründung, dass das Erschaffen von Wissen mit Aufwand verbunden ist, wurde Wissen als „eigentumsfähig“ deklariert. Daher wird dem Urheber das geistige Eigentum zugesprochen, damit dieser daraus einen materiellen Nutzen ziehen kann. Auch ich meine, dass auch Wissensarbeiter fair entlohnt werden sollen. Das heißt aber nicht, dass von „Wissensarbeiter“ geschaffenen Dinge konkretes Eigentum wären und ihnen gehören. Dann müssten man ja die von „Wissenseigentümern“ reden.  Wissen ist aber kein Gut, dass gehandelt werden sollte.

„Wissen ist das einzige Gut, dass sich durch Teilen vermehrt“.

Also sollt es man doch teilen! Wenn Wissen aber zum Eigentum wird und jemanden gehört, dann wird es künstlich verknappt. Dies zum Vorteil einiger weniger und zum Schaden vieler.

So bin ich gegen die Erweiterung des Eigentumsrecht an Dingen um Eigentum von  Wissen, Informationen, Rechten, natürliches Strukuren, Gesetzen, Regeln und ähnlichem. Übrigens auch an Daten, was ja auch immer mehr in Mode kommt.

Nach dem Motto: Meine Daten gehören mir!

Zeitungen und Bücher sind Wirtschaftsgüter, die es seit  Jahrhunderten gibt sind. Das „Herausgeben“ ist ein alter Wirtschaftszweig, der mit der Verbreitung des Drucks gewaltig gewachsen ist. Und sich immer optimale Regeln geschafft hat.

Der kapitalischen Grundordnung und Logik folgend sind durch Verdrängung und Aufkauf wie in jeder Branche auch im Verlagsbereich mächtige Unternehmen entstanden.

„Geistige Güter“ sind leichter zu skalieren.

So wurden die Verlage mächtiger und reicher. Wie sonst nur die Immoblien-Konzerne dank des besonderen Dreiecks – Eigentums-Recht an Boden und Gebäuden, billigem Geld und schnellen Preiserhöhungen – odere andere Spekulanten, die mit Rohstoffe, Wertpapieren, Währungen … spekulierten – konnten sie in unglaublich kurzer Zeit reich und mächtig werden.

Lexika waren ein besonders gutes Geschäft.

Ein wichtiges Geschäft in allen Verlagen war die Herstellung von Enzyklopädien, die auch Lexika genannt. Das war ein gutes Geschäft, denn Lexika waren meist hochpreisige Produkte, die auch relativ schnell veralteten. So hatten die führenden Verlagsgruppen alle mindestens ein Unternehmen in ihrem Imperium, das Lexika produzierte. Und über Jahrzehnte verläßlich relevante Profite erwirtschaftet.

Am Ende gab es diese Lexika auch elektronisch. Sie wurden sündteuer auf billigen Datenträgern ausgeliefert. Das war eine wahre“Lizenz zum Gelddrucken“. Doch es dauerte nicht mehr lange, dann war Schluß mit lustig. Denn das Internet kam. Und eine Gruppe von Verrückten gründete in 2001 eine freie Enzyklopädie, die  Wikipedia genannt wurde.

„Innovation ist kreative Zerstörung“.

Viele haben das schmerzhaft erlebt. Jetzt auch die Verlage, die lange Jahre von den Innovationen beim Buchdruck und in der Kommunikation profititert haben. So ging es zu Ende mit den kommerziellen tollen Gewinnen aus den Enzyklopädie- und Lexikageschäften. Den Verlage dürfte das erhebliche Verluste gebracht haben.  Sie wurden zum Opfer des Internets und von Wikipedia und mussten Unternehmen schließen oder für diese einen neuen Geschäftszweck finden. Das dürfte die deutschen Medienkonzerne sehr geschmerzt haben.

Man sagt, „Das Internet vergißt nichts“! Das ist aber nicht wahr. Ich habe vieles gesucht wie z.B. die ersten Web-Seiten der InterFace Connection GmbH – und habe es nicht gefunden. Es sind die Konzerne, die das gute Gedächtnis haben. Sie vergessen tatsächlich nichts. Und auch für sie gilt, dass „Rache süss ist“!

Jetzt haben sie einen Teilschritt geschafft. Nach vielen Jahren der geduldigen und konsequenten Lobby-Arbeit haben sie die Urheberrechtsreform im Europa-Parlament durch gebracht. Gleich darauf hat die VG-Media die erste Rechnung an Google gesendet. Die Verlage werden sicher zeitnah folgen. Der deutsche Weg soll ja ein „Zahlen an Stelle von Upload-Filter“ sein. Da sind wir gespannt.


Wie steht es aber bei Wikipedia?

Stellen wir die Betrachtung der Medien-Konzerne zurück und wenden wir uns Wikipedia zu. Wikipedia, das ist auf dem ersten Blick eine einzigartig schöne Geschichte – eine freie und unabhängige Gemeinschaft von Ehrenamtlichen schreibt das Wissen dieser Menschen auf. Die Finanzierung des Betriebes geht ganz ohne Werbung und Sponsoring – ausschließlich durch Spenden ihrer Nutzer.

So vernichtete Wikipedia schon wenige Jahre nach seiner Gründung in 2001 alle ihre „Konkurrenten“. Wikipedia ist zum Monopol geworden und die einzige Enzyklopädie, die uns verblieben ist. Das macht sie so wichtig – aber auch zerbrechlich. Als eine einzige Konkurrenz könnte man das Internet an sich betrachten, das aber auch gefährdet ist.

Es fallen Schatten auf das Internet und Wikipedia.

Das Wissen wächst nach wie vor eher exponentiell. Die „work force“ bei Wikipedia aber nicht. Im Gegenteil: Wikipedia ist in meiner Wahrnehmung zum Club der „alten weißen Männer“ geworden. Die Zeit fordert auch hier ihren Tribut.

Junge wie weibliche Menschen bei Wikipedia sind Fehlanzeige. Es sind die typischen Nachwuchssorgen, wie sie auch Schachvereine, die freiwillige Feuerwehren und neuerdings sogar der mächtige DFB haben. Das sind Eindrücke von mir und meinen Freunden in Wikipedia. Statistiken die ich dazu gefunden habe, sind in der Regel 10 Jahre alt und klingen total unglaubwürdig. Man bedenke dabei, dass Wikipedia erst in 2001 gegründet wurde. Das ist gerade 18 Jahre her!

Welcher junge Mensch hat schon Lust auf trockene Arbeit an einer Enzyklopädie, die die Einhaltung strengster Regeln fordert? Besonders wenn der Umgang der „alten weißen Männer“ mit dem Nachwuchs ziemlich rüde ist?

Wikipedia ist eine Infrastruktur des Wissens.

Das Wissen wächst, die genutzte Technologie veraltet. Und die Menschen, die die Infrastruktur pflegen, werden weniger.

Im extremsten Modell stirbt die „work force“ von Wikipedia ganz aus.

Was passiert dann? Ein Wissensinfrastruktur ohne Wartung? Die Qualität der Beiträge sinkt heute schon. Und gibt noch weitere Probleme wie technische Überalterung, schlechte Abstimmung, mangelnde inhaltliche und strukturelle Klarheit, Organisationsengpässe. Es gäbe soviel zu tun in Wikipedia.

Wikipedia dürfte der größte Nutzer fremden Urheberrechts weltweit sein.

Sie sollten bei Wikipedia also ein wenig auf die Urheberrechtsform aufpassen und haben ja auch schon gegen diese mit einem Abschalten ihrer Server demonstriert.

Die Befürworter der Urheberrechtsreform greifen hier beschwichtigend ein:

Wikipedia sei doch gemeinnützig und so nicht davon betroffen!

Aber ist Wikipedia von seinem Wesen her wirklich gemeinnützig? Oben habe ich geschrieben: Wikipedia lebt von den Spenden seiner Nutzer? Auch ich spende nur deshalb für Wikipedia, weil ich mir die Dienstleistung erhalten will. Gewissermassen erpresst mich Wikipedia:

Zahl ein wenig mit, damit Du Deine Dienstleistung weiter bekommst!

Vielleicht ist das „Unternehmen“ Wikipedia ist im Sinne der steuerlichen Definition von „gemeinnützig“ vielleicht doch nicht gemeinnützig? Alle Spender erwarten sich (und bekommen) eine Gegenleistung für das Geld, das sie zahlen. Die Zahlung erfolgt nur scheinbar freiwillig. Wir sind abhängig von Wikipedia und „spenden“ getrieben von der Sorge, dass es sonst Schluss sein könnte mit der für uns wichtigen Gegenleistung.

Große Konzerne sind geduldig und denken langfristig. 

Die Medien-Gruppen haben jetzt Blut geleckt. Die Urheberrechts-Reform hat ihnen gezeigt, dass sich die Lobbyisten-Arbeit lohnt. Den Medien-Konzernen ist sicher klar, dass Wikipedia wirtschaftlich ein spannendes Objekt wäre.

Die Lobbyisten üben ja zurzeit, wie man unliebsamen NGOs die Gemeinnützigkeit entzieht. Mit dem Entzug der Gemeinnützigkeit könnte man Wikipedia weiter schwächen und vielleicht sogar die Existenz-Grundlage entziehen. Und es dann wieder – als Gemeinschaftsunternehmen mehrer Konzerne oder wie auch immer – zurück ins Reich zu holen. So eine Art von Wiedervereinigung. Ich höre schon die Botschaft:

Lobbyisten, auf ins Finanzministerium. Wir kriegen Wikipedia.

Das Gute an dieser Variante:
Zumindest würde dann Wikipedia weiter existieren – wenn auch gespickt mit Werbung und interessen-getriebenen Artikeln. Das würde aber insgesamt in die neue Welt des Internets passen.

Schöne neue Welt!

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 13. April 2019

Politik zum Jammern!

Es ist zum Haare ausraufen.

Werden wir es schaffen ???!!!

Die Politik befasst sich (erfolgreich) nur noch mit Dingen, die dem Machterhalt der herrschenden Klasse dienen. Das letzte Beispiel war die Gefährdung wenn nicht gar Zerstörung des Internets durch die „Urheberrechtsreform“. Sie konzentriert sich auf die Wahrung des Besitzstandes der herrschenden Klasse. Wie alle Politik in der „BRD“.

Wäre es nicht wichtiger, den Planeten zu retten?

Die wichtigen Themen wie die Sanierung des Planeten überlässt die Politik der Strasse. Und ignoriert das Problem, weil sie im Denken des letzten Jahrhunderts gefangen ist. Ihre Werte sind „Wachstum und Wohlstand über alles – auch der Welt“ und „Besitzstandwahrung als das deutsche Grundrecht“.

Weise weisse Kinder sollen den Mund halten und die Zerstörung des Planeten den Profis überlassen.

Wenn die Kinder mutig für eine neue Welt streiken – dann erfrechen sich die alten weißen Männer auch noch, diese barsch aufzuforden, den Mund zu halten und dieses Thema „doch bitte den Profis zu überlassen“. Also genau denen, die es seit mindestens 50 Jahren besser wissen sollten und aus Egoismus ignoriert haben. So abgedroschen dies sein mag, so traurig ist das alles.

Lobby-Control und Reduktion der Anzahl der Abgeordneten im Bundestags scheitern.

Die Politik versagt aber auch bei „kleinen“ aber wichtigen Aufgaben, besonders wenn sie am traditionellem Denken und an alten Strukturen rüttelt. So wurde das Lobby-Register sabotiert und dringend notwendige Veränderungen wie z.B. die Reduktion der ausufernden Anzahl von Bundestagsabgeordneten von der Tagesordnung  – „weil unlösbar“ – gestrichen. Auch die Definition von Regeln wie man E-Roller sinnvoll in den Verkehr integriert, ist so schwierig. Und wird den Bußgeld- und Straftaten-Katalog bestimmt wieder kräftig erweitern. Damit die Schwarzfahrer nicht mehr so allein in ihren Zellen sitzen.

Enteignung ist bei uns ein legitimes Mittel der Politik.

Enteignung wird wie selbstverständlich genutzt, wenn es um die Interessen der Großen oder behelfsweise der Allgemeinheit geht. Die Logik dahinter ist: Arbeitsplätze sind immer im Interesse der Allgemeinheit. Ganz gleich, ob es in der Rüstung, um die Produktion von Flugzeugen geht oder den Braunkohle-Tagabbau durchsetzt.

Diese Arbeitsplätze sind aber nur dann heilig, wenn sie Profit bringen. Wenn nicht, dann kommen die auch heute noch ganz schnell in die Slowakei (wie jetzt wieder in Augsburg).

G MAFIA enteignen? Gerne.

Will man Konzerne enteignen, dann gibt es zustimmendes Gemurmel beim CDU-Abgeordneten, insofern es gegen das moderne Feindbild G MAFIA geht. Die „digitalen“ Konzerne der G MAFIA sind Google, Microsoft, Apple, Facebook, IBM und Amazon.

Wobei da auch bei letzterem (Amazon) so mancher Konsum-Abgeordneter zurückzieht. Weil wer soll uns dann unsere vielen Päckchen bringen, die wir als Konsumisten unbedingt innerhalb 24 Stunden brauchen? Das berühmte internationale Logistik-Unternehmen DB (Deutsche Bahn) wird das trotz seines teueren schlanken Logos garantiert nicht schnell und pünktlich schaffen.

Immobilien Konzerne enteignen? Auf keinen Fall!

Wenn wir aber über die „Enteignung“ von Immobilien-Konzernen nur gesprochen wird, die Hunderttausende von Immobilien „der öffentlichen Hand“ systematisch über ihre Lobbyisten abgeschwindelt haben, dann geht ein Schrei des Entsetzen besonders durch die „christlichen Parteien“. Das sind die, die schon im Namen und in der Abkürzung fremdes Urheberrecht nutzen. Denn der Trump, das klammheimliche Idol der Konservativen (Bayern First), ist doch auch durch seine Immobilien-Spekulationen zum Milliardär, Volksheld und US-Präsident geworden. Wie kann man solche Immobilienspekulanten enteignen wollen? Wahrscheinlich ist das auch gegen den gesunden Menschenverstand? Wie soll man denn bei einer „Enteignung“ die Zwischen-durch-Eigentümer für die gewaltige Wertsteigerung der von der öffentlichen Hand günstig erworbenen Immobilien entschädigen? Gar nicht? Das geht doch nicht. Und anders wird es doch viel zu teuer.

„Transgender-Toiletten“ sind wichtiger als „Lobby-Control“.

Die wichtigen Themen aktuell und der letzten Monate bei uns sind „Zwangsimpfen“ und „Organentnahme als Default“. Und „Werbeverbote für Abtreibungen“. Getoppt wurde das ganze durch „Transgender-Toiletten“. Haben wir keine anderen Probleme?

Der MIV (Motorisierte Individual Verkehr) regiert die Welt.

Autos gehen vor Menschen. Seit Jahrzehnten. Ich verstehe das schon lange nicht mehr. Für mich heißt „individuell“ in der Mobilität, dass ich mich aktiv bewege (zu Fuß oder mit dem Fahrrad). Auch befördere ich mein Individuum gerne mit Bahn und Bus. Aber dass mein Individuum einer mächtigen, gefährlichen und tonnenschweren Maschine in einem komplexen System Verkehr mit seinen chaotischen Verhältnissen „dienen“ soll und ich so zum omnipotenten Bediener werde und mit der Maschine mein scheinbar jetzt omnipotentes Ego pflegen soll, das verstehe ich nicht.

Betrachten wir den notwendigen Wandel bei der Mobilität.

Urbane Gesellschaft (smart city) und das Automobil passen nicht zusammen.

Autos stinken und vernichten Menschen. Sie machen Lärm und das Leben unwürdig. Trotzdem gilt weiter „Freie Fahrt für freie Bürger“ und „Platz fürs Auto“. Und das Tempo-Limit ist und bleibt ein „NOGO“. Weil es gegen den gesunden Menschenverstand ist (auch schon ganz schön abgedroschen).

Fliegen und Schiff-Fahren ist eine unserer angenehmen aber unsäglichen Gepflogenheiten.

Beides zerstört unseren Planeten in ganz besonderem Maß. Ganz gleich ob es nur für den eigenen Spaß oder für die heilige Globalisierung stattfindet.

Ohne Fliegen und Welthandel gehen Globalisierung und Welthandel nicht.

Wir müssen beides reduzieren. Und vielleicht auch weniger global denken. „All business is local“ heißt es. Das sollte auch für die Politik gelten. Dann brauchen wir auch keine Armee für die Welt und müssten hierzulande keine Minen für den Weltfrieden produzieren und exportieren.
Und dass bei uns der Fleisch-Konsum fällt, der Export desselbigen jedoch explodiert ist doch auch nicht normal.

Wenn ziemlich viele Boeing-Maschinen auf dem Boden bleiben müssen, weil sie dem Profit geschuldet unteroptimale Fluggeräte sind, merkt man dies am Flugangebot gar nicht. Weil wir viele Flieger haben, die in der Wüste stehen und darauf warten, endlich mal wieder fliegen zu dürfen.

Wenn man halbwegs gerade ausdenkt, müsste uns klar sein, dass die Flugzeugindustrie nicht auf alle Ewigkeit soviel Flieger bauen kann, wie sie heute ausstößt. Man müsste  sich darauf einstellen und planen, weniger Flugzeuge herzustellen.

Weil wir das nicht wollen, subventionieren wir am Flughafen München das eh schon steuerfreie Kerosin. Und fliegen auch innerhalb Deutschlands immer mehr.

So steigt der Kurs von Airbus. Wie immer noch bei den Automobil-Konzernen.

Weil auch hier weiter das Diktat des Wachstums gilt. Auch wenn Millionen neue Autos auf Parkplätzen stehen. Und unsere Arbeitsplätze immer ein heiliges Killer-Argument sind. Obwohl wir auch hier gelernt haben, dass der Wandel nicht aufzuhalten ist. Wieviel Branchen sind aus Deutschland verschwunden? Innovation ist und bleibt „kreative Zerstörung“.

Unsere Demokratie ist zerstört.

Die Suche nach der Ursache für die Zerstörung der Demokratie ist überfällig. Wir müssen sie dringend reformieren. Da fällt mir auch einiges dazu ein. Aber auchd as stört die Besitzstandswahrung und ist so „politisch unkorrekt“. Weil es die bestehende Machtverhältnisse in Frage stellt.

Ein Symptom für die Vernichtung von Demokratie fällt mir aber ein. Es heißt Grindel. Er steht für mich für die aktuelle Generation nicht nur von CDU-Abgeordneten. Mit CDU zum ZDF und in den Bundestag der BRD – dann an die Spitze des DFB. Da kann man sich auch Fragen, wie kann der DFB so blöd sein, einen CDU-Bundestagsabgeordneten an seine Spitze zu wähen? Was in einem solchen Fall passiert, ist doch absehbar.

Wieso haben die mir besonders unsympathischen Parteien eigentlich eine Abkürzung, die aus drei Buchstaben besteht (CDU, CSU, SPD, FDP …)? Mag ich deshalb keine Abkürzungen aus drei Buchstaben mehr? Die Systemagenten aus Politik und Wirtschaft sind mir schon lange suspekt und unangenehm.

Ich vermute, dass das soziale Umfeld in den Parteien die Menschen verdirbt. Gerade die Drei-Buchstaben-Parteien ziehen nur noch eine besondere Art von Menschen an. Dort wird man nur noch Mitglied, weil man sich von der Mitgliedschaft persönliche Vorteile erhofft. Und im Kampf an die Spitze der Partei wird muss man man zum A……..-Methoden behrrschen.

Die Grindelisierung der Politiker.

So scheint mir die Meta-Ursache für unsere Dilemma in der Politik klar:
Das System der „Oligarchie der Parteien“ im Verband mit dem „Diktat der Konzerne“ hat bewirkt, dass die Politik von den Menschen betrieben wird, die eine negative Selektion (Auswahl) der Gesellschaft sind und zusätzlich noch negativ sozialisiert worden sind. Der lange Weg vom Eintritt in die Jugendorganisation an die Parteispitze und in den Bundestag gelingt erfolgreich nur mit eigenartigen und mir sehr unsympathischen Methoden. Und das prägt.

RMD

P.S.
Diesen Artikel habe ich für meine Enkel geschrieben. Damit sie mal wissen, dass es auch alte weiße Männer gab, die gegen den Quatsch waren, den alte weiße Männer gemacht haben.

Roland Dürre
Donnerstag, der 14. Juni 2018

RPA. ROBOTIC. PROCESS. AUTOMATION.

Beim Gehen und Denken in der Frühlingssonne.
Im Englischen Garten, München am 11. April 2018

Junge Freunde berichten mir schon länger über RPA (Robotic Process Automation) als neuen „Business Hype „.

„Offiziell“ erreichte mich RPA das erste Mal beim „Symposium Digitale Verwaltung“ am 24. April 2018 in Nürnberg, einer Veranstaltung der ITSMF. Wie man an der Agenda sieht, war da die „cream of the cream“ der deutschen Digitalisierung vertreten.

Und neben den zurzeit wohl unvermeidbaren Themen wie „Blockchain“ und „künstliche Intelligenz“ (KI oder AI) ging es in vielen Vorträgen um RPA .

Aktuell habe ich in Facebook im „Forum Forum Agile Verwaltung“, einer leider geschlossenen Gruppe (das „leider“ schreib ich wegen der hohen Qualität der Diskussionen in diesem Forum) einen Hinweis auf einen Artikel in „Verwaltung und Management“ von Johann Herzberg gefunden. Johann Herzberg ist mir persönlich nicht bekannt aber wohl als Gruppenleiter bei der „Landesweiten IKT-Strategie“ im Innensenat in Berlin tätig.

Das Thema dieses Artkels war
„Wird die Bedeutung der eAkte für die Digitalisierung der Verwaltung überschätzt?„.

Eine sicher spannende Frage, die auch die „digitale Öffentlichkeit“ interessieren dürfte. Wie oft im „akademischen Umfeld“ ist das Erstellen und Weitergeben von Kopien dieses sehr lesenswerten Artikels leider nicht zulässig.

Einen beiläufigen aber wichtigen Gedanken von Johann Herzberg aus diesem Artikel zitiere ich sinngemäß.


Herzberg meint in seinem Artikel, dass es in einer smarten Organisation von Situationen und Vorgängen denkbar und aus Gründen der Effizienz möglicherweise auch erstrebenswert ist, dass ein in eine KI-Umgebung eingebundenes Antragssystem künftig selbst tätig wird, um Vorgänge voranzutreiben und abzuschließen. Unter „smarter Organisation“ versteht er eine sich selbst automatisch in Echtzeit steuernde Organisation.

Weiter vermutet er, dass eine Steuerung in der smarten Welt nicht mehr durch schriftliche Bescheide, sondern durch Entscheidungen erfolgen wird, die von Algorithmen getroffen und von Menschen nur noch im Bedarfsfall korrigiert werden.“


Die Aussage hat schon etwas. Behördenbescheide werden nicht mehr von Menschen sondern von Maschinen (Robotern) erstellt. Das dürfte dem einen oder anderen nicht gefallen. Aber die Annahme ist halt, dass Menschen teuer  sind aber IT billig ist. Und dass Menschen Fehler machen, Maschinen nicht. Und da ist ja auch etwas dran.

Ich meine, dass Herzberg die aktuelle Entwicklung treffend beschreibt. Die Definition von „smart“ im Kontext mit Organisation finde sehr gut.

Zwei kleine Einschränkungen habe ich:

Zum ersten Absatz meine ich, dass man für ein solches Anträge bearbeitendes System noch keine Form von künstlicher Intelligenz benötigt. Für mich ist „künstliche Intelligenz“ gleich „selbstlernendes System“. Eine vollautomatische Organisation, die sich selbst in Echtzeit steuert“ ist aber wahrscheinlich schon mit „traditioneller Programmierung“ (die Implementierung von dem was heute gerne als Algorithmen bezeichnet wird) nötig und braucht noch keine künstliche Intelligenz.

Zum zweiten Absatz: Natürlich wird es weiter Entscheidungen geben, die als „Bescheid“ festgehalten werden. Die Daten der Resultate werden weiter in Zeichenform (digital = schriftlich) gespeichert. Ob die dann nur noch ein (hoffentlich einsehbarer) Eintrag in einer Datenbank sind oder traditionell in Text eingebunden und vielleicht sogar auf Papier ausgedruckt werden, ist sekundär. Denn auch ein „Bescheids-Dokument“ auf Papier hat eine innere Semantik und in diese eingebaut strukturierte Daten, die das Ergebnis des „Bescheids“ symbolisieren.

Die von Herzberg beschriebene Entwicklung wird nicht nur in wahrscheinlich allen Behörden stattfinden, sondern auch vielen (allen?) Bereichen der „freien Wirtschaft“. Sicher wird diese Entwicklung besonders starkt die Branchen betreffen, in denen „weiße Kragen“-Berufe dominieren. Ein gutes Beispiel hierzu ist der Finanzsektor. Viele gut verdienende „Sachbearbeiter“ in Banken und Versicherungen werden wohl nicht mehr benötigt werden. Dies könnte auch sehr zeitnah passieren.

Diese kommende Entwicklung wird auch Robotic Process Automation (Abkürzung RPA) genannt. Viele Protagonisten gehen davon aus, dass RPA massiv gut bezahlte Arbeitsplätze vernichten wird.

Ich habe da keine so große Sorgen. Das hatten wir schon so oft. Die meisten Arbeitsplätze in Deutschland waren früher in der Landwirtschaft. Heute ist ie Anzahl der Menschen, die in der Landwirtschaft arbeitete zur kleinen Minderheit geworden. Dann kamen Industrien wie Kohle- und Textil-zentriert. Die sind auch verschwunden wie später die großen Nachkriegshelden wie Grundig, Telefunken und weitere. So wie auch die deutsche Automobil-Industrie irgendwann mal verschwinden wird.

Uns wird aber schon neuer Unsinn einfallen, den wir produzieren müssen um uns weiter zu beschäftigen. Und wenn wir wirklich mal uns auf das Notwendige beschränken wollen – und vielleicht müssen, um die Welt zu bewahren – dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wir dürfen endlich weniger arbeiten. Diese Variante wäre mir die liebste.

Ich gehe aber davon aus, dass wir auf die Idee, dass weniger mehr und Wachstum Unsinn ist erst kommen werden, wenn es zu spät ist. Und wir dann wieder so richtig schuften müssen, nur um zu überleben.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 10. März 2018

Könnte sein, dass er Recht hat, der Trump.

Es gibt da wohl zwei einfache und belegbare Fakten:

1) Die EU erhebt im Schnitt höhere Einfuhr-Zölle als die USA

und

2) Die USA importieren mehr Waren aus der EU als sie dorthin exportieren

(Quelle Zeit)

Roland in Süd-Georgien, da wo ein Jahrhundert lang Wale und Robben um des lieben Profits willen abgeschlachtet wurden, auch so eine Art von Globalisierung.

Das scheint doch die Vermutung zu bestätigen, dass der „Partner“ mit den niedrigeren Einfuhrzöllen „der Dumme“, also derjenige ist, der mehr importiert bekommt als er exportieren kann. Klingt doch zumindest in kaufmännischer Denkdimension ganz logisch. Weil letzten Endes der Preis zählt.

Betrachten wir zuerst mal das Auto (als  „Fallbeispiel“):
Der Einfuhrzoll, den die USA für PKWs erheben, beträgt 2.5 %. Die EU erhebt bei Auto-Importen einen Einfuhrzoll von 10 % auf Passagierfahrzeuge (Autos und  PickUps, wenn die Ladefläche kürzer als der halbe Achsenabstand ist). Das heißt, dass die EU beim Auto das 4-fache an Zoll erhebt wie die USA.

Dazu kommt, dass das deutschen Autobauer und ihre Kunden massiv subventioniert werden (Dienstwagen-Privileg, Diesel, Forschungsgelder & Prämien, Verzicht auf Tempolimit und Straßenmaut …).

Ähnlich ist es bei Motorrädern:
Die USA verlangt bei der Einfuhr 2.4%, die EU 8 % auf Motorräder mit einem Hubraum bis 250 ccm und 6 % auf Motorräder mit einem Hubraum über  250 ccm. Also auch hier verlangt die EU mehr als das 3- und 2,5-fache im Verhältnis zur USA.

Allgemein gilt, dass die geltenden Zölle zwischen den beiden Handelspartnern USA und EU bereits vergleichsweise niedrig aber oft unterschiedlich sind. Je nach Quelle lese ich:

„Auf der  EU-Seite liegen sie im Schnitt bei etwa 3 Prozent des Warenwerts, auf US-Seite bei knapp 2,5 Prozent.“
(Zitat und Quelle Handelsblatt)

„Im Durchschnitt aller Produkte betrugen die Einfuhrzölle der USA 2016 Zahlen der Welthandelsorganisation (WTO) zufolge 3,5 Prozent. In der Europäischen Union waren es hingegen 5,2 Prozent, in China sogar 9,9 Prozent.“
(Zitat und Quelle Spiegel)

Beiden Quellen folgend sind die EU-Zölle im Schnitt deutlich höher als die der USA (laut Handelsblatt um 25 %, nach Spiegel fast 50 %. Mehr über die Höhe der Zölle kann man hier lesen).

Die Zahlen aus den beiden Quellen differieren. Vielleicht weil „im Schnitt“ nicht ganz einfach zu berechnen ist, da ja die absoluten Beträge auch von den Volumen abhängig sind. So dürfte der Zoll zum Beispiel auf Autos in der Summe deutlich höher sein als auf Erdnussbutter. Ich würde aber eher der Ich würde da eher der WTO glauben, dann wären wir bei 50 %. Und das wäre dann schon eine wesentliche Ungerechtigkeit.

Betrachtet man die führenden zwanzig Import- und Export-Länder von Stahl im Jahre 2010 (Quelle Wikipedia), dann stellt man fest, dass viele Länder von der Größenordnung her ähnlich viel Stahl exportiert wie sie importiert haben.

Für Deutschland waren das in 2010 ein Export von 25.352 und ein Import 22.733 (in Tausend Tonnen). Ähnlich ausgeglichen ist die Export-/Import-Bilanz bei vielen Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada Österreich, Mexiko Südkorea, Taiwan …

Eher die Ausnahmen sind Länder wie China, Japan, Russland die z.B. doppelt soviel oder deutlich mehr exportiert haben wie importiert. Die USA dagegen hat damals schon doppelt so viel importiert wie exportiert – und der Saldo ist größer geworden.

Aber stellen wir uns jetzt mal vor, die Länder würden jetzt zuerst mal den eigenen Stahl verbrauchen und nur das exportieren, was sie selber nicht benötigen oder eben das importieren, was sie selber nicht produzieren können.

Was für eine gigantische Ersparnis wäre das und welches Vermeiden von Verschwendung und Umweltschaden? Denn das Überwinden der Zeitraumschwelle kostet generell viel mehr als den scheinbar so günstigen Transport.

Diese Gedanken sind in der Welt der spätkapitalistischen Ordnung unpopulär und unbequem. Auch die konservative Betriebswirtschaft des 19. und 20. Jahrhunderts wird solche Annahmen ganz einfach als Unsinn ab qualifizieren.

Denn den alten Theorien folgend ist der freie Welthandel für alle Beteiligten segensreich und überhaupt die Voraussetzung für globalen Wohlstand. Aber was habe ich vom „globalen Wohlstand“ wenn der Planet dabei „futsch geht“? Ist „globaler Wohlstand“ real überhaupt möglich?

Die Globalisierung im Spätkapitalismus folgt doch immer ausschließlich dem Ziel, das weltweite Wohlstandsgefälle zu nutzen um die Gewinne zu mehren. Es geht also immer um die „Nutzung“ von billigen Arbeitskräften. Externalitäts-Kosten wie die Zerstörung der Natur werden – dies seit langem ein geübt – konsequent ignoriert. Dass das Überwinden der Zeitraum-Schwelle deutlich mehr kostet als nur den Transport wird beflissentlich vergessen.

Die viel gelobte Globalisierung wird mir immer suspekter. Ich weiß nicht, wie es da Mr. Trump geht. Wahrscheinlich dürfte er der letzte sein, der die Umwelt schützen will. Aber vielleicht sind Schutzzölle genau das, was die (Um-)Welt zurzeit wirklich braucht.

RMD

P.S.
Angeblich droht jetzt ein „Wirtschaftskrieg“. Wie schlimm, dass der Begriff „Krieg“ in diesem Zusammenhang so leichtfertig benutzt wird. Ich glaube, mit den Folgen einer Welt mit Zoll-Mechanismen können wir ganz gut leben. Wie auch mit Grenzkontrollen. Die Folgen und das Grauen von jeder Art von echtem Krieg sind eine ganz andere Dimension von Unglück.

Klaus Hnilica
Donnerstag, der 8. Februar 2018

Mitarbeitermotivation und der virtuelle Slip der Bardame

Carl und Gerlinde (Folge 57)

Irgendwie begann dieses Jahr 2018 seltsam!

Kaum hatte Carl die beschämende Kritik Gerlindes beim letzten Saunaabend, wegen seiner fülligen Figur einigermaßen verdaut, kam sein Chef, Bernie, mit so einem blöden Anliegen, dass Carl  den köstlichen Kaffee seiner Sekretärin Bettina beinahe wieder ausgekotzt hätte.

Und das ausgerechnet an einem Tag, an dem endlich die Sonne schien und Carl noch dachte, dass dies der erste schöne Arbeitstag in diesem beschissenen Winter werden könnte. Doch der Anruf von Dr. Osterkorn um 9 Uhr 17,  mit dem er ihn eiligst zu sich bat, genügte, um ihn von dieser Illusion zu befreien!

Mein lieber Carl, du erinnerst dich doch sicher noch, sagte Bernie, schleimig wie eine Weinbergschnecke, an die wunderbar motivierende Rede von unserem Kaufmännischen GF, Dr. Schäufele, anlässlich des Aufrufes unserer Kanzlerin zur Bewältigung der Flüchtlingskrise vor drei Jahren. Bei der bildlich gesprochen, kein Auge trocken blieb!

Meins blieb trocken, knurrte Carl.

Entschuldige bitte, was bin ich nur für ein miserabler Gastgeber, Carl! Was darf ich dir denn anbieten?

Ein Wasser, bitte…

Okay Wasser, sagte Bernie, sprang auf und gab die Bitte an seine Sekretärin weiter.

Also wie gesagt, diese Rede damals, war einmalig gewesen, wiederholte Bernie geistesabwesend.

Ist denn das damals angesprochene Programm für die Einbindung von Flüchtlingen bei TRIGA auch realisiert worden? fragte Carl.

Ehrlich gesagt, darüber bin ich nicht informiert, aber lassen wir das, denn momentan geht es bei uns, wie du ja weißt, wirklich ums ‚Eingemachte’.

So schlimm? fragte Carl besorgt.

Ja so schlimm! Und deswegen möchte Dr. Schäufele kommende Woche bei der Betriebsversammlung in einem Statement an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht nur den Ernst der Lage schildern, sondern auch zu noch größerer Leistungsbereitschaft aufrufen.

Na – bravo!

Nix  – bravo, Carl, denn Dr. Schäufele will bei dieser Rede nicht nur den Startschuss für die Reorganisation unseres Hauses geben, dabei finanzielle Einschnitte ankündigen, sondern in einem Aufwasch auch gleich die neue Firmenstrategie verkünden.

Etwa die, die diese fürchterlichen Berater – Fuzzy’s Ende 2017 mit uns durchgesprochen haben? schnauzte Carl entsetzt.

Rede bitte nicht so despektierlich über das von Dr. Schäufele empfohlene  Beratungsunternehmen ‚KLARSICHT’ auf das er so stolz ist, sagte Dr. Osterkorn mahnend.

Okay – ich nehm alles zurück, Bernie.

Gut, Carl – aber da sind wir schon beim Punkt. Dr. Schäufele hat mich nämlich gebeten, auf Grundlage der ‚KLARSICHT – Unterlagen’ ein Redekonzept auszuarbeiten! Da ich aber, wie du ja vielleicht weißt, ab morgen für ein paar Tage in der Schweiz Schifahren möchte und schon gebucht habe, wollte ich dich bitten mir dabei unter die Arme zu greifen…

Beim Schifahren?

Ha – ha- du Spaßvogel – natürlich bei der Ausarbeitung des Konzeptes. Dies umso mehr, als ja niemand so gut wie du unser Geschäft, unsere Möglichkeiten, sowie die Ausarbeitung der Firma KLARSICHT kennt.

Welch eine Ehre!

Ja –  und diese Ehrerweisung dauert genau bis nächsten Dienstag um dieselbe Zeit. Da will die Kaufmännische GF nämlich das fertige Redemanuskript auf dem Tisch haben!

Das heißt, ich hab grad mal zwei Arbeitstage Zeit…

Vergiss nicht die Nacht dazwischen, lieber Carl!

Toll – sagte Carl, griff nach dem gelben KLARSICHT – Ordner und schlich mit einem hingehauchten – schönen Urlaub, Bernie – davon.

Was Carls Sekretärin Bettina, dann Dr. Schäufeles Sekretärin nach zwei Tagen übergab, war fast exakt, was Bernie und der Berater KLARSICHT wollten, denn es hieß da:

  „Global gesehen steht das gesamte Trikotagengeschäft vor einer Revolution! Die Globalisierung im Wäschebereich ist omnipräsent und nicht mehr wegzudiskutieren. Die Digitalisierung macht selbst vor der Unterhose nicht halt. Trotzdem sind in der Zukunft, neben dem ‚virtuellen Slip für die Bardame’ und der ‚intelligenten Unterhose vom Kleinkind bis zum Greis’, vor allem Kostensenkungen das Gebot der Stunde.

Aber Innovationen im ‚Bereich Unterwäsche’ werden dennoch zur Überlebensfrage. Und das für einen Kunden, der immer anspruchsvoller und immer mehr im Mittelpunkt stehen wird. Er und der Unterhosen tragende Mitarbeiter sind unser größtes Gut!

Exzellenz darf nicht nur unsere Herzen regieren, sondern muss uns auch unten rum warm halten –  insbesondere an kalten Wintertagen! Die es trotz Klimaerwärmung immer wieder geben wird!

Für TRIGA bedeutet das, dass wir auf jeden Fall wachsen müssen! Nicht nur als Firma, sondern auch unseren Unterhosen müssen wir entwachsen, da nur so der permanente Neukauf sichergestellt ist. Das sind wir den Investoren schuldig! Wir müssen das Gebot der Stunde annehmen und die Nummer eins im Trikotagengeschäft werden. Schließlich  haben wir die besten und saugfähigsten Unterhosen, Unterhemden und Dessous. Und das fähigste Personal in Unterhosen!

Der Markt ist da, werte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und die Kunden haben viel Geld. Unsere Chancen sind gewaltig, denn die Unterleiber der Menschheit wollen von unseren Unterhosen umschmeichelt werden.

 Auf keinen Fall dürfen wir aus Angst vor dieser riesigen Aufgabe uns in die eigenen Hosen machen. Das sind wir den Unterhosen und unserem Konzern Board schuldig!

Denn ein kurzer Blick zurück zeigt ja, dass TRIGA das letzte Jahr nur  begrenzt gemeistert hat! Und das obwohl wir alle heroisch gekämpft haben. Aber der große Erfolg blieb aus. Dies trotz größtem Druck von oben!! Dafür danken wir allen Managern. Und türlich auch allen unermüdlichen Mitarbeitern. Die wir ja auch haben. Selbst wenn das Ziel verfehlt wurde.

Auf jeden Fall akzeptieren wir dieses Jahr nur den ‚Fast Start’!

Einen ‚Fast Start’ ohne jede Anfangsprügelei um die neuen Zielvorgaben, die deutlich angehoben werden müssen: denn wir wollen dieses Jahr nicht, wie sonst immer, das verschlampte erste Quartal aufholen müssen.

Das ist inakzeptabel und nervt!

Mit Sicherheit wird dieses Jahr, falls die Ergebnisse nicht den erwarteten Verlauf  zeigen sollten, das gesamte TRIGA – Management in Meetings und Einzelgesprächen der Belegschaft so lange helfen, bis die vorgegeben Ziele erreicht werden!! Denn verlieren Sie bitte nie aus dem Auge, dass jede über der Zielvorgabe hinaus produzierte Unterhose – eine Unterhose mehr ist!

Doch trotz der im letzten Jahr nicht erreichten Ziele, wollen wir jedem einzelnen Mitarbeiter bei TRIGA dafür danken, dass er sich nicht zu schade war mitzuhelfen! Und wir ehren alle Innovatoren, die uns ein Stück weit  unsere Zukunftskraft vor Augen geführt und gezeigt haben, dass Höchstleistungen möglich sind –  wenn wir sie nur wollen: Erfolg ist kein Geheimnis sondern eine Charakterhaltung!

Drum werte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen lautet unser diesjähriges Motto für TRIGA: Wir machen nicht in die Hosen, sondern unsere Hausaufgaben!

Dazu wünsche ich Ihnen im Namen der Konzernleitung und des gesamten TRIGA – Managements eine glückliche Hand und viel Erfolg!“

Da Carl anschließend mit Gerlinde nach Teneriffa geflogen war, hatte er keine Rückmeldung mehr bekommen, wie sein Konzeptvorschlag aufgenommen worden war.

Sicher gut, denn es war ja bis auf Kleinigkeiten, exakt das ‚Gedöns‘ der KLARSICHT – Berater! So wie Dr. Osterkorn es gewünscht – und Carl es verstanden hatte. Und die kleinen versteckten, sachlichen Boshaftigkeiten fielen dem Kaufmann  Dr. Schäufele bestimmt nicht auf…

KH

Roland Dürre
Montag, der 2. Oktober 2017

FRAGEN (NICHT NUR) FÜR UNTERNEHMER.

Als nicht mehr ganz taufrischer aber noch junger Unternehmer im Büro in Unterhaching (1993 ?).

Am 7. Juni habe ich hier viele eher menschliche und allgemeine Fragen gestellt.

Und diese am 1. Oktober durch ein paar Thesen ergänzt, was denn „Mensch sein“ ausmacht.

Der aktuelle gesellschaftliche Konsens, wenn es denn noch einen gibt, wird mir immer unverständlicher.

Heute hier ein paar Fragen, die unsere „soziale Markt-Wirtschaft“ betreffen. Soweit es diese bei uns überhaupt noch erwünscht ist – denn schon länger existiert sie nur noch sehr eingeschränkt.

Die Wirtschaft ist für die Menschen da. Und nicht die Menschen für die Wirtschaft. Das gleiche muss auch für Unternehmen gelten. Diese sind auch für die Menschen da – und nicht die Menschen für die Unternehmen.

Die Definition:
Unternehmen sind soziale Systeme mit einem ökonomischen Zweck.

Der Zweck eines Unternehmens ist die Herstellung von Produkten und/oder das Generieren von Dienstleistung. Sie entwickeln Strukturen und organisieren sich. Unternehmen haben ihre Ordnung, die auch für die Menschen und nicht gegen die Menschen sein sollte.

Die Regel:
Gemeinwohl geht vor Maximierung des Profits!
In einer sozialen Markt-Wirtschaft müssen Unternehmen gemeinsam eine Gemeinwohl-Ökonomie realisieren. Einfluss über Lobbyismus zum eigenen Vorteil geht genauso nicht wie Externalität (die Externalisierung von Kosten). Das Prinzip „Gewinne werden privatisiert, die Verluste sozialisiert“ darf nicht gelten!

Und es stellen sich wieder Fragen:

  • Warum dürfen Unternehmen Dinge anbieten, die keiner braucht? Und die Nachfrage danach künstlich herstellen?
  • Warum haben Unternehmen aus Branchen wie Rüstung oder Genussmittel (Tabak) die mit Abstand besten Margen?
  • Warum agieren Konzerne so oft kriminell?
  • Warum werden kriminelle Unternehmen auch noch subventioniert und gesellschaftlich akzeptiert?
  • Wie kann es sein, dass bei Unternehmen der „Gesundheitsbranche“ (Medizin, Pharmazie …) der Shareholder Value wichtiger ist als der Auftrag, Menschen gesund zu machen?
  • Warum haben sich so viele Unternehmen (soziale Systeme mit ökonomischen Zweck) entpersonalisiert und systemisch verselbstständigt?
  • Warum gibt es immer noch “disziplinarische” Vorgesetzte?
  • Warum ist die Zeit nach wie vor das Maß für Arbeit.
  • Warum stehen sogar bei High-Tech-Unternehmen “Stechuhren”?
  • Warum sind Einkommen nicht transparent?
  • Wieso braucht es „Human Resource Departments“?
  • Warum verdienen Top-Manager oft das Zigfache ihrer Mitarbeitern?
  • Für was braucht man Vertrieb, wenn man gute Produkte hat?
  • Welche Aufgaben hat denn das Marketing außer zum Konsum zu manipulieren?
  • Was sind das für Unternehmen, die mit Lobbyismus die Regeln zu ihren Gunsten verändern und so beliebig Schaden am Gemeinwohl verursachen?
  • Warum ist die (unreflektierte) „Sorge um die Arbeitsplätze“ der Freibrief für den Erhalt sinnloser wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Strukturen und Umweltzerstörung?
  • Warum gehen „Veränderung und Wandel“ genau dann schon gar nicht, wenn das wirtschaftliche Interessen bedroht?
  • Warum werden bei solchen Dingen immer die wirtschaftlichen Risiken bedroht, die Chancen aber einfach ignoriert und weg diskutiert?
  • Warum hat das Interesse der Shareholder immer Priorität vor den Bedürfnissen der anderen Stakeholder (Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten …)?
  • Warum glauben so viele Menschen, dass Privatisierung das Allheilmittel für alle Probleme ist?
  • Warum werden kommunale und/oder staatliche Unternehmen immer noch als Unternehmen zweiter Klasse belächelt, obwohl doch zum Beispiele viele Stadtwerke zeigen, dass sie ihr Geschäft sehr gut beherrschen.
  • Was bringen „ethische“ Feigenblätter wie „CSR“ (Corporate Social Responsibilty) oder „BGM“ (Betriebsgesundheits-Management) für die Praxis?
  • Warum versteht man nicht, dass Unternehmen als soziale Systeme eher biologischen Lebewesen ähnlich und keine Maschinen sind, bei denen durch Drehen an den richtigen Schrauben Umsatz und Gewinn beliebig gesteuert und gemehrt werden kann?
  • Warum ist der Verbraucher zwar in der Theorie die „geschützte heilige Kuh“ nur in der Praxis das immer mehr „missachtete und gejagte Konsum-Vieh“?
  • Wie kann es sein, dass der Shareholder Value immer noch das Maß aller Dinge ist?
  • Warum geht es immer ausschließlich um Wachstum und Größe?
  • Und viele Fragen mehr …

Eigentlich ist es klar, wie es sein sollte. Umso schlimmer, dass dies jeder weiß und es keinen interessiert. Vielleicht weil Geld die einzige Metrik ist, die etwas gilt und an die alle glauben.

Das oberste Grundrecht in der alternden BRD (Bundesrepublik Deutschland) ist nicht mehr die „Würde des Menschen“ sondern die „Wahrung des Besitzstandes“.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 26. Juli 2017

Wirtschaft sollte doch für die Menschen da sein?!

Unterhaching beherbergt einen tollen Fussball-Verein, eine Reihe von IT-Unternehmen wie auch die InterFace AG und sogar Weltfirmen. Zu einer von diesen gehört Wrigley.

Ich erzähle mal, was ich in den letzten Wochen so gehört habe. Ich habe die Geschichte nicht recherchiert, es könnte aber gut sein, dass es stimmt, was so als Bericht und Gerücht durch die Gegend wabert.

Sicher ist es die Spielvereinigung Unterhaching, die den Bekanntheitsgrad von Unterhaching über die Grenzen Deutschlands hinaus beträchtlich erhöht hat.

Neben Fußball gibt es in Unterhaching auch Volleyball, Turnen und manche erfolgreiche Sportart mehr – und einiges an weiteren interessanten Unternehmen, ein wunderschönes Freibad und vieles schöne mehr.

So erfreut sich auch die Gemeinde Unterhaching auch daran, dass das namhafte Welt-Unternehmen Wrigley seine Europa-Zentrale seinen Sitz hat. Und das muss demnächst wohl heißen „hatte“.


Die großen Konzerne streben nach Macht. Für diesen Zweck übernehmen sie gerne andere Konzerne.


Mag sein, dass Mars mit Erlösen in 2016 von 35 Milliarden US-Dollar eher im Schatten von Nestlé (Umsatz 2015 war 88,8 Milliarden CHF) steht. Umso mehr arbeitet Mars daran, den großen Rivalen einzuholen.

Gerade bereiten sie die Übernahme des Tierklinikbetreibers VCA Inc. (Veterinary Centres of America) vor. Inklusive Schulden will Mars 9,1 Milliarden US-Dollar ausgeben! Damit soll das Geschäftsfeld Tiergesundheit weiter verstärkt werden. Ich empfinde das als Wahnsinn und fehlgeleiteten Spätkapitalismus. Was der amerikanische Nahrungsmittel-Gigant mit der Übernahme vorhat, das kann ich mir nur zu gut (besser schlecht) ausmalen.


Nahrungs-Mittel-Hersteller investiert in Tierklink. Bestraft sei, wer hier Böses denkt.


Schon in 2008 wurde Wrigley von Mars übernommen. Die Europa-Zentrale verblieb zuerst mal in Unterhaching. Ein weiterer wichtiger europäischer Standort von Mars liegt wohl in Viersen bei Düsseldorf.

Jetzt will Mars eine Reihe seiner zentralen Aktivitäten in London konzentrieren. Eine Folge wird sein, dass Menschen von Unterhaching und Viersen nach London umziehen müssen. Manchen Unterhachingern mag das weh tun – für andere wird es eine spannende Herausforderung sein.

Aber das ist halt so in einer globalen Welt und Wirtschaft, die ja die meisten Menschen mögen zu scheinen und zumindest mit ihrem Konsum-Verhalten unterstützen.

Das ist aber nicht das Thema dieses Artikels. Was mich bestürzt, ist die Begründung für den Umzug nach London.


Große Konzerne gehen davon aus, dass in Zukunft die Qualität des Marketing der zentrale Erfolgsschlüssel im Wettbewerb ist.


Dieser erscheint dem Konzern nützlich, ja notwendig, weil er davon ausgeht, dass im Markt der LEBENS-MITTEL nur das Unternehmen sich behaupten wird und vielleicht sogar zulegen kann, das das beste MARKETING macht. Und in den Kreisen des Top-Managements geht man davon aus, dass die effizienten und effektiven Marketing-Firmen halt in London sitzen. So wird deren Nähe gesucht – und man geht nach Great Britain. Trotz Brexit und so, der nach meiner Meinung ja auch mehr so ein Operetten-Ding ist.

LEBENS-MITTEL-Konzerne sind zuerst Mal auf Umsatz und Ergebnis (Profit) getrimmt. Und da ist – in der Wahrnehmung der Konzerne – das MARKETING der entscheidende Erfolgsfaktor. Alles andere wie Qualität der Nahrungsmittel und die Folgen für die Gesundheit spielt nur eine untergeordnete Rolle.


Wirtschaft sollte für die Menschen da sein, nicht die Menschen sind für die Wirtschaft!


Wichtig ist den Konzernen nur eines – die Menschen müssen das billig produzierte Massennahrungsmittel kaufen und zwar für einen möglichst hohen Preis. Damit es der Masse schmeckt, wird es möglichst „convenient“ gemacht und verführerisch dargestellt. Mit opportunen Aroma-Stoffen angereichert wird „the taste of the world“ generiert und durchgesetzt. „Billig“ geht vor Qualität, Aufmachung und Verpackung vor Inhalt, Einfalt vor Vielfalt, Masse vor Klasse, Haltbarkeit vor Frische, logistische Eignung vor Geschmack …

Und so gibt es eine starke LOBBY, die dem Gesetzgeber in Europa und BRD untersagt, dass dieser zum Beispiel eine klare Kennzeichung für gesundheitlich schädliche Produkte einführt.

Und was machen die Menschen? Gar nichts. Sie glauben dem Marketing und kaufen wie Lemminge die Produkte von Mars, Nestlé und Co. Leider auch in Unterhaching.

RMD

 

Roland Dürre
Donnerstag, der 8. September 2016

HELLO WORLD – Ein offener Brief – #FRIEDEN

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Vor kurzem hatte ich ein tolles Gespräch mit einem Menschen, den ich sehr schätze und lieb gewonnen habe. Ich will ihn für unser Projekt FRIEDEN gewinnen. Am nächsten Tag habe ich ihm geschrieben – hier meine Gedanken dazu als offenen Brief.

Lieber Freund!

im Abstand einer Nacht möchte ich mich nochmal für das Gespräch gestern bedanken.

Du hast mir die richtigen und wichtigen Fragen gestellt. Das ist ein großer Wert. Denn Lösungen findet man nur, wenn man vorher die richtigen Fragen findet.

Hier der Versuch einer zusammenfassenden Antwort auf Deine klugen Fragen zum Projekt FRIEDEN (Warum und Wie):

Für mich ist FRIEDEN die allgemeine Metapher für das Gegenteil von all dem, was nach meiner Meinung in unserer Gesellschaft schief läuft.

Weltweit (mit ganz wenigen und sehr fragwürdigen Ausnahmen) dominiert ein Wirtschafts-System, das die Menschen manipuliert. „Shareholder Value“ und die eigene Bereicherung der handelnden Akteure setzt es in ungeahnter Konsequenz über alles. Auch der Krieg dient hier als Mittel zum Zweck.

Diesem System ist das Wohlbefinden, die physische und psychische Gesundheit der Menschen und auch unser Planet völlig egal. Ich kann das für viele Branchen belegen, auch durch besondere Insights die ich aufgrund meines Netzwerkes habe.

Dazu gehören – nur als ein Beispiel – auch Diskussionen mit Vorständen eines sehr relevanten Pharmaziekonzern im Rahmen eines Forschungsprojekts. Und wenn ich dann aktuell die Bewertung der neuesten Medikamente (von 23 ist eines im grünen, wenige im orangen und über die Hälfte im roten Bereich) anschaue, dann weiß ich sehr wohl die Gründe dafür (siehe SZ von gestern).

Leider gilt das für viele (ich meine alle) Branchen – ob Gesundheit ganz allgemein, Nahrungsmittel, Energie, Finanzen (Banken und Versicherungen), Rohstoffe, Handel, Kfz, Kommunikation, Technologie … Dass die Waffenindustrie da dabei ist, ist natürlich klar.

Und dies ist (leider) keine Verschwörungstheorie sondern präzise belegbar.

Auch die EU ist leider eine sehr undemokratische Organisation (geworden?), die dominiert wird von den Interessen der Konzerne und auch letzten Endes auch von diesen gegründet wurde. So wie auch der EURO kein politisches Produkt ist sondern vor allem von „der Wirtschaft“ eingefordert wurde. Gestern hat ein Urteil des EuGH dies wieder einmal belegt (siehe die ZEIT von gestern).

Ich will aber keine Diskussion über solche Missstände lostreten. Viel mehr beschäftigen mich Begriffe wie Reform, Revolution, Veränderung, Wandel, Innovation, Evolution, Transformation. Diese Begriffe sind auch Basis meiner Vorträge, ganz gleich ob es um Digitalisierung, Führung oder Unternehmertum geht.

Das alles sind schwierige Begriffe. Innovation ist für mich „kreative Zerstörung“. Reform ist gewaltfreie Veränderung. Alle schreiben nach Reformen – nur Veränderung will man nicht. Und Veränderung beinhaltet immer Gewalt.

Ich benutze für das Projekt FRIEDEN den Begriff der Transformation. Mein Ziel ist vielleicht, ein kommunikatives Gegengewicht zu schaffen gegen all das „Unfriedliche“. Und das eben nicht auf einer „religiösen“ Ebene. Also nicht durch missionieren.

Sondern durch emotionale und rationale Anstöße zum Nachdenken. Mit der Absicht Menschen so zu inspirieren. So dass sie auf die Idee gebracht werden, eigenverantwortlich zu denken und zu handeln. Ein Schneeball-System, welches Menschen ohne Dogmen und Drogen ihre Autonomie finden lässt – das wäre schön.

Dass mein Herz heiß ist und ich deshalb gerne große Ziele vorgebe, bitte ich zu verzeihen. Zum Teil liegt es daran, weil mir in meinem Leben – zumindest in meiner Wahrnehmung – schon Erstaunliches gelungen ist, das ich selber nie für möglich gehalten hätte.

Andererseits nehme ich mich selber als eher bescheidenen Menschen wahr, der auch mit kleinen Erfolgen gut leben kann. Denn zuerst Mal ist der Weg das Ziel!

Nur: Wegschauen und nichts machen geht schon mal gar nicht.

Als Mentor unterstütze ich Menschen immer nur „homöopathisch“ und freue mich, wenn es mir gelingt andere Menschen ein wenig glücklicher und erfolgreicher zu machen. Und bin dann selber sehr zufrieden und glücklich. Das gilt auch für „meine Startups“.

Mein persönliches Hauptziel ist, in Dankbarkeit leben zu können.

Ganz liebe Grüße und lass uns in Verbindung bleiben!

RMD