Roland Dürre
Freitag, der 11. Oktober 2013

“Die klugen Tiere im Zoo” oder “Academica”

GiraffenGelegentlich bin ich mit Professoren auch der Fakultät Wirtschaft und Philosophie zusammen. Wir sprechen dann zum Beispiel über Wirtschaftsethik und -moral. Und ich  gewinne den Eindruck, dass die Academica ein schöner Zoo ist. In diesem leben tolle Tiere.

Die sind sehr gepflegt und gut gefüttert. Sie strotzen vor Gesundheit, weil sie medizinisch bestens versorgt werden. Ihr glattes Fell glänzt. Wenn sie die Zähne fletschen sehen wir ihr makeloses Gebiss. Man merkt, dass sie über ein hervorragendes Wissen und einen präzisen Verstand verfügen. Meistens sind sie auch sehr sympathisch.

Elefantenherde1Diese Tiere haben viel Zeit zum Nachdenken. Es gibt da nur einen kleinen Haken. Ihr Wissen ist oft sehr abstrakt und theoretisch. Denn diese Tiere sitzen im Zoo. Dort sind sie meistens auch geboren worden. Nur in der Freiheit haben sie nie gelebt

Und im Zoo versuchen sie, zu erforschen, wie das Leben in freier Wildbahn so sein könnte. Natürlich können sie das nur erahnen. Denn sie leben ja im Zoo.

Oft treffen sie mit ihren Gedanken ins Schwarze. Ab und zu bringt ihre Ahnung seltsame Blüten hervor. Und da geht dann vieles einfach daneben.

African_BuffaloTrotzdem leisten die Tiere im Zoo eine wertvolle Arbeit. Sie erarbeiten und vermitteln uns, den Tieren in freier Wildbahn, viele schöne Theorien. Mit denen können wir spielen und uns eine eigenen Meinung bilden. Was denn da so dran ist und was nicht.

Allerdings leben wir ja auch nicht in freier Wildbahn. Vielleicht gelegentlich in einem Biotop. Kulturwelt herrscht vor, Naturwelt gibt es nicht mehr.

Wenn ich an die Tiere im Zoo denke, dann  fällt mir noch etwas anderes ein, so rein assoziativ:

Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere.

Kommt mir auch irgendwie passend vor. Oder ist das nur der Grund, warum die großen Säugetiere in der Regel Vegetarier sind? Vielleicht sollte uns das zu denken geben?

RMD

P.S.
Das Foto der Giraffe ist von John Walker (Images of Africa), des Elefanten von Ikiwaner und der afrikanische Büffel von Stefan Ehrbar.

:-) Und weil es so schön ist, dann doch noch das Lied vom Peter Alexander aus dem Jahre 1952:

Roland Dürre
Sonntag, der 21. Juli 2013

Sind wir noch zu retten … ?

Oder gehen wir im Irrsinn unter …?

Aus aktuellem Anlass ist mir wieder ein Theaterstück eingefallen, das Norbert Weinberger und ich am Ende des letzten Jahrtausend auf einem Flug nach Indien skizziert und anschließend ausgearbeitet haben. Wir sind damals über Zürich von München kommend mit Swiss Air nach Neu-Dehli geflogen, um dort unser Tochterunternehmen “AMPERSAND ltd” zu besuchen. Die Business Klasse war ziemlich leer und gleich mehrere charmante Damen aus der Schweiz kümmerten sich so richtig nett um uns.

Champagner gab es zum Abwinken und der Norbert und ich meinten, dass es Sinn machen würde, die Zeit zu nutzen, um den Schwachsinn des Spätkapitalismus in einem kurzen Sketch zu beschreiben.

Entstanden ist in dieser Nacht ein kurzes Theaterstück mit einfachen Bildern und Botschaften, erzählt von unserer Märchenerzählerin (Muschka):

Zwei Freiberufler und Freunde (Norbert und ich) sind in der Klemme. Deshalb trinken sie auf einer zugigen Parkbank ein Bier. Einem zufällig vorbei kommenden Studenten der BWL (Markus) erzählen sie ihr Dilemma und gründen mit diesem eine Firma. Sie freuen sich schnell über das erste gute Jahresergebnis, aber ihr Wirtschaftsprüfer (Christian) holt sie schnell auf den Boden runter. Er empfiehlt ihnen einen ihm persönlich bekannten Business Angel (Hans). Der löst gleich alle Probleme und bringt sie mit goldenen Flügeln (am Rücken) an die Börse. Die Assistentin des Vorstands (Claudia) gefällt das auch und serviert den Champagner. Jetzt heißt es wachsen, also “hire & buy”. Plötzlich ist die Euphorie raus und das Unglück nimmt seinen Lauf. Aus Mr. Buy wird Mr. Sell (Alfred). Und  am Schluss finden sich die beiden Freunde wieder auf ihrer Parkbank beim Bier.

Soweit die Handlung dieser sehr sentimentalen Satire auf die New Economy von Norbert Weinberger und Roland Dürre als Theaterstück. Uraufgeführt wurde es von den Geschäftsführern und Vorständen der im IT-Treff kooperierenden mittelständischen IT-Unternehmen. Das war am 29. Juni 1999 vor gur 550 Zuschauern, die sich damals im Schlachthof zu München fast tot gelacht haben. Das ist dann bald 15 Jahre her, an der Aktualität des Stückes hat sich aber nichts geändert.

Hier der Text zum Lesen oder Nachspielen.
IT-Treff Satire (1236)

Es gibt auch ein Video vom Stück, das leider nur von äußerst schlechter Qualität ist. Ich würde mich freuen, wenn eine Bühne (Laien oder Profis) unser Stück aufführen würde und wir so ein neues Video erstellen könnten. So ein Projekt würde ich tatkräftig kräftig unterstützen und lobe 1.000 € für dies erste Bühne aus, die das Stück in einem schönen Rahmen spielt. Da es kurz und einfach zu inszenieren ist, könnte es auch nur als “Vorstück” dienen. So wie eine Vor-Band. Wäre doch mal etwas anderes!

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 20. Juli 2013

DATENSCHUTZ

Richard GutjahrRichard Gutjahr (in Twitter unter @gutjahr zu finden) bezeichnet sich selbst als
Journalist und Blogger, seiner Zeit oft voraus.

Ziemlich früh habe ich ihn im “Netz” entdeckt, mit seinen Beiträgen spricht er mir (leider) aus dem Herzen.

Der aktuelle Post in gutjahrs blog heißt

Verschlüssel’ doch!

Dieser Artikel hat mich zu einem Kommentar bewegt. Aus Bequemlichkeit allerdings nur in Facebook, was eigentlich falsch ist. Hier meine noch ein wenig überarbeiteten Anmerkungen:

Wir haben das Recht des Ausübens von Gewalt an den Staat abgegeben, er hat so das Gewaltmonopol. Das ist klug, aber auch gefährlich. Der Staat hat deshalb eine unheimliche Macht. Wenn der Staat “böse” oder “schlecht” wird (was immer passieren kann und laufend passiert), wird er zu unserer schlimmsten Bedrohung. Deshalb muss “Staat” transparent sein und jederzeit und in allen (!) Dimensionen von den Bürgern kontrolliert werden können!

Dies muss die zentrale Forderung auch beim Datenschutz sein. Denn wenn der Staat nicht für alle Bürger zu 100 % transparent ist, sind die Tore des Missbrauchs weit geöffnet. Ich kann mir kein (!) Thema vorstellen, bei dem in einer transparenten Gesellschaft eine staatliche Transparenz dem Gemeinwesen und Gemeinwohl wirklich schaden könnte. Das umfasst auch Sicherheits- und andere oft konstruierte Bedenken. Paranoia verursacht immer mehr Schaden als Nutzen!

Die transparente Gesellschaft ist so eine notwendige Bedingung für eine gelingende “digitale” Gesellschaft. Denn Staat kann nur in einer transparenten Gesellschaft wirklich transparent sein. So braucht “NEULAND” neben Toleranz und Respekt auch Transparenz als zentralen Wert. Wir müssen also einen gesellschaftlichen Konsens anstreben, dass wir eine freie, offene und transparente Gesellschaft haben wollen! Das wäre die Aufgabe unserer politischen Kräfte

Appelle, die Daten selber besser zu schützen, sind nur lächerlich. Die Gesetze zum Schutz von Daten stiften NULL Nutzen, bewirken aber beliebig viel Blindleistung.

Und immer daran denken: Der Staat ist der Gesetzgeber. Und wir erleben gerade, dass sogar ein “noch guter” Staat seine Gesetze halt so macht oder ändert, wie es ihm passt und nutzt. Von einem schlechten Staat ganz zu schweigen.

Ich möchte noch anmerken, dass ich das Lesen von gutjahrs blog nur empfehlen kann!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 7. Juli 2013

Industrie 4.0

Die nächste Sau wird durchs Dorf getrieben!

RMD

P.S.
In der Kürze liegt die Würze.

Roland Dürre
Mittwoch, der 5. Juni 2013

Berichten oder Teilen?

Mir fällt auf, dass wir früher, wenn wir über Organisationen gesprochen haben, sehr oft das Wort “berichten” verwendet haben. So hieß es laufend zum Beispiel “Herr Meyer berichtet an Frau Müller” (Natürlich meistens andersrum :-) )

Und dieser Begriff des “Berichtens” impliziert doch förmlich eine hierarchische Struktur mit einer absolut nicht kommutativen Relation. Organisation wird schon sprachlich zum Baum, der auf dem Kopf steht. Hier wird “von unten nach oben” berichtet. Und schon drängt sich der nächste Gedanke auf:

Und natürlich von oben nach unten kommandiert. Oder angewiesen? Was ist denn das Gegenteil von “berichten” in diesem Sprachspiel?

Aber zurück zum Berichten: Was wird denn berichtet?

In allgemeiner Form wird Wissen berichtet. Das besteht aus allem möglichen: Informationen, Erkenntnissen, Ergebnissen, Entscheidungen …

Fast logisch ist aber der nächste Gedanke:

Würdigt der Begriff des “Teilens” das hohe Gut des “Wissens” nicht viel besser? “Wissen teilen” hat doch schon sprachlich eine ganz andere Kraft als “Wissen berichten”. Und “Wissen teilen” klingt symmetrisch. Man assoziert “teilen” automatisch mit einem Netz.

So komme ich nur über sprachliche Spiele von der Hierarchie zum Netz. Man müsste dann unternehmerisch nur noch die Ablauf- und Aufbauorganisation (so nannte man die “Prozesse” früher) an das neue Verständnis anpassen.

Aber dies erfordert nicht nur ein paar Sprachspiele sondern eine neue Unternehmenskultur. Und genau daran scheint es mir in vielen Projekten, Bereichen, Unternehmen … etc. zu haken.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 25. Mai 2013

Was ich nicht mag #30 Apple und die Steuern

Apple mag ich nicht mehr so sehr. Aber nicht wegen der Optimierung von Steuern, sondern weil sie immer mehr in eine proprietäre Welt gehen und ihre technologische und wirtschaftliche Macht unredlich einsetzen. Der Konzern hat sich verändert. Wie offen war doch so ein OS früher mal. Und heute?

Was ich aber gar nicht mag, ist dass die “Welt” jetzt  Apple so schilt, nur weil sie dem US-Fiskus ein paar Milliarden vorenthalten haben. Ganz einfach, indem sie einen Teil ihrer Gewinne regelkonform in anderen Ländern außerhalb der USA wie Irland versteuert haben. Dort war das billiger und so haben sie halt ein paar der Milliarden, die sie dem US-Fiskus vorenthalten haben, in andere Länder gebracht und bei dieser Transaktion auch für sich einige Milliarden eingespart.

Das war schlecht für den Haushalt der USA, aber gut für die Haushalte von Ländern wie eben Irland. Und gut für Apple, weil es einen Teil der ersparten Gelder wieder investieren kann und gut auch für die Aktionäre von Apple, weil sie so ein wenig mehr Dividende bekommen können.

Was ist da so schlimm daran?

Wir haben eine freie Wirtschaft. Wir denken global und wir leben von der globalen Arbeitsteilung. So operieren die großen Unternehmen auch global. Wenn diese die Regeln und Gesetze, die es hierzu gibt, einhalten – und zwar so wie sie geschrieben und gemeint sind – ist es OK. Werte wie “fair” oder “anständig” in die Handlungen eines Konzerns hinein zu interpretieren, das mag ja nett sein, bringt nichts. Denn dann bräuchte es keine Regeln sondern einen kategorischen Imperativ. Den haben wir aber in der Wirtschaft (vielleicht leider) nicht.

Und wenn es halt Länder mit unterschiedlichen Gesetzen gibt und das Geschäft weltweit ist, dann ist es das Recht und wahrscheinlich sogar die Pflicht der Verantwortlichen Manager und Vorstände, das – solange es innerhalb der Gesetze passiert – auch zu nutzen.

Und dann darf die “Welt” nicht auf diese zeigen und sie beschimpfen. Nein, wenn dann muss sie auch sich selber zeigen. Und vielleicht die Regeln ändern. Ob es dann aber besser wird, weiß ich nicht.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 28. April 2013

Evolution, Innovation und “dominante Logik”

Letzte Woche durfte ich an einer besonderen Konferenz teilnehmen: Es war die LEADERSHIP FOR INNOVATION, unterstützt von der Peter Pribilla-Stiftung. Das Thema war VISUALIZING THE INVISIBLE. Die Veranstaltung fand statt in München an der TUM beim IAS auf dem Campus Garching und zwar am 25 und 26. April 2013.

Dass es eine eher konventionelle Tagung war hat nicht gestört. Es gab einige sehr “innovative” Sessions. Als erstmals Teilnehmender habe ich sehr schnell gemerkt, dass es hier vor allem um das “sich treffen” ging – im Rahmen eines wichtigen Netzwerks und mit den richtigen Leuten.

Ganz logisch war so die Krönung der beiden Tage die Abendveranstaltung “Network Convention 2013″ am Freitag zu Ehren von Herrn Prof. Reichswald, der am 1. April seinen 70igsten Geburtstag feiern konnte. Und im wahrsten Sinne des Wortes ging es dabei im Seehaus im Englischen Garten um “Boundless Interaction”.

An diesen zwei Tagen habe ich mit manchen Menschen über hoch spannende Themen gesprochen. Auf mich kam so viel Neues zu, dass ich all das nach der Tagung erstmal verarbeiten musste. Nach der ersten Verdauung hier ein paar persönliche Gedanken dazu.

DOMINANTE LOGIK

Eines der wesentlichen Probleme unserer Art scheint es zu sein, dass wir unternehmerisch wie privat Herausforderungen immer mit “Dominanter Logik” zu lösen versuchen. Das “echte” Leben aber ist immer Teil der Evolution und die ist alles andere als “dominant logisch”. Innovation ist jetzt unser Versuch, die Evolution zu unseren Gunsten zu beeinflussen.

Das erscheint mir eine der zentralen Aufgaben des unternehmerischen Wirkens: Die Evolution, die jedes Unternehmen sowieso durchlebt, so zu beeinflussen, dass negative Folgen im Rahmen des evolutionären “älter werden” durch positive “innovative Veränderungen” zumindest ausgeglichen werden.

Und das geht nicht mit Ratio und Logik. Die Wirkungslosigkeit von dominanter Logik kann man wiederum nicht mit dominanter Logik begründen, sondern nur mit Erfahrung und Lebenswissen. Unternehmer müssen so im “Jetzt” leben und herausfinden, was gut und was schlecht fürs Unternehmen ist und dann hoffentlich mehr richtige als falsche Entscheidungen fällen.

Wenn man Entscheidungen mit dominanter Logik aus allgemeinen Regeln ableitet, wird man scheitern. Es kommt zu vielen falschen Entscheidungen, manche davon mit wesentlichen negativen Folgen. Das zeigt die Erfahrung. Um im innovativen Sinne mehr richtige Entscheidungen zu finden, müssen die Entscheidungskriterien auf Kultur und Werten basieren.

Beispiele für durchaus übliche (und nach meinem Verständnis schädliche) Wirtschafts-Regeln sind “Wachstum muss sein”, “Wir müssen in jedem Geschäftsfeld die Nummer eins weltweit sein” oder “Shareholder Value ist das ausschließliche Unternehmensziel”. Das sind unreflektierte Plattitüden, aber keine sinnvolle Quellen für Handlungsleitung.

Hier ein paar Beispiele für nützliche Kultur-Regeln: “Die goldene Regel“, “Menschen sind keine Ressourcen”, “Kreativität sucht angstfreie Räume”, “Gelingende Kommunikation braucht Augenhöhe”, “Wissen teilen schafft neues Wissen”, “Führung heißt Respekt haben”, “Achtsamkeit und Zivilcourage sind die Tugenden” ….

Die Anwendung solcher und ähnlicher Regeln wird für mehr richtige Entscheidungen sorgen im Sinne einer nachhaltigen, die Ressourcen schonenden und so innovativen Entwicklung eines Unternehmen, das letztendlich ja auch nur ein soziales System mit einem wirtschaftlichen Zweck ist.

Und Management, welches eine nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens wirklich will, muss seine Entscheidungen nach diesen Kultur-Regeln ausrichten. Das darf (und muss) dann auf Rationalität und gesunden Menschenverstand aufbauen. Denn auch Ethik hat viel mit Vernunft zu tun – sonst kann sie schnell zu falschen Dogmen führen. Der Evolution werden wir auch so nicht auskommen, aber vielleicht können wir diese so ein wenig durch Innovation zu unseren Gunsten beeinflussen.

Oft versuchen Unternehmensführer, aus Fehler zu lernen und das Gelernte auf die Zukunft zu übertragen. Auch da vermute ich, dass das nicht funktioniert, wenn es auf Basis von “dominante Logik” gemacht wird. Weil dominante Logik bei Menschen und ihren sozialen Systemen immer wieder versagt.

Oft bin ich versucht, diese Thesen mit “dominanter Logik” zu beweisen. Das kann natürlich nicht gelingen. Denn das Sensationelle an Evolution ist eben, dass sie eben nicht rational begründbar sondern zweckfrei ist – und so nichts mit “dominanter Logik” zu tun hat. Sie ist kein Überleben der Passendsten („Survival of the Fittest“) und wohl auch kein “Großer kollaborativer Prozeß“. Innovation ist immer abhängig vom Strom der Evolution. Nur wir Menschen maßen uns an, mit Ratio und Logik Evolution innovativ gestalten zu können. Brauchen dazu aber “Evolutionswissen”, das ebenl nicht in Spreadsheets abgebildet werden kann.

Ja – und dann gibt es noch diese für mich zentrale Eigenschaft:

OPEN

Ohne “OPEN” werden wir kein “Evolutionswissen” schaffen! Wir müssen unser Wissen und unsere Erfahrung teilen, und zwar mit ganz vielen anderen Menschen. Vorbehaltlos und auf Augenhöhe. Nur so können wir die positive Innovation als Veränderung der Evolution schaffen, um die Dinge in unseren Unternehmen wie auf dieser unserer einzigen Welt zu verbessern. Und das wird nie das Werk eines einzelnen Menschen sein, sondern von ganz vielen, die in oft unterschiedlichsten Rollen zusammen wirken.

Zu schnell wird die Evolution sonst uns Menschen von diesem Planeten runter fegen.
:-) Das wäre zwar im kosmischen Maßstab kein großes Unglück, aber schad wär’s halt schon.

Allgemein würde ich sagen, dass man das Unsichtbare eben nicht sehen kann. Besonders nicht als Einzelwesen. Aber vielleicht kann man es gemeinsam Erahnen, sozusagen Erfühlen?

RMD

Roland Dürre
Montag, der 15. April 2013

Bernhard Echte: Jean Paul, der Unternehmer!

Unser erster Referent Bernhard Echte hat am Donnerstag, den 11. April unser IF-Forum des Jahres 2013 mit seinem Vortrag Jean Paul, der Unternehmer furios eröffnet.

Herr Echte hat das zeitgenössische Leben und Denken von vor um die zwei Jahrhunderte und von heute genial zusammen gebracht. Er präsentierte eine Art modernen Leitfaden, wie und mit welchen Werten man als Unternehmer erfolgreich werden und den Erfolg dann bewahren kann. Dies in permanenter Verbindung mit den Ereignissen im und um das Leben von Jean Paul.

Besonders beeindruckend war die geschichtliche Kompetenz des Redners, dem es gelungen ist, seine Zuhörer spannend und präzise in die damalige Zeit zu führen, bis zum letzten Phase des Lebens von Jean-Paul im Elend der Napoleonischen Kriege.

Das Video zum Vortrag wird zeitnah veröffentlicht. Bis dahin ein paar Bilder von der Veranstaltung:

Bernhard Echte, ein souveräner Referent, immer mit einem Schmunzeln im Gesicht, …

… der es schafft, seine Zuhörer so richtig in den Bann zu ziehen.

Am Ende der Diskussion gibt es das mehr als verdiente Dankeschön!

RMD

P.S.
Die Bilder sind von Johannes Naumann.


Ein Besuch in der Gegenwart

Jean Paul Vorträge im IF-Forum

2013 widmet sich das IF-Forum der Aktualität von Jean Pauls Themen und Gedanken.
Mit Vorträgen zu Unternehmertum, Hypertext, Witz und neuen Medien möchten wir neue Perspektiven und Fragestellungen auf das Hier und Jetzt werfen.
Seien Sie dabei!


Roland Dürre
Montag, der 8. April 2013

brand eins im April

Diesmal fand mein brand eins des April erst im April den Weg zu mir. Da hatte es sich schon ein paar Tage vorher per E-Mail angekündigt. Ich war also richtig neugierig.

“Sie wünschen?” Steht auf dem Titelblatt – und der Schwerpunkt gilt
“Der Zukunft des Handels”.

Dazu fällt mir sofort der alte Spruch ein:
Und ist der Handel noch so klein,
so bringt er mehr als Arbeit ein!

Diese Weisheit habe ich von meinem alten Schafkopf-Freund Alois Wolferstetter, einem listigen und klugen Bänker. Als Sohn und Enkel eines Bäckers hatte er Bäcker gelernt. Wegen einer Mehl-Allergie musste er das Fach wechseln und ging zur Sparkasse. So wurde er ein Bankdirektor vom alten Schrot und Korn.

Er kannte die Abgründe des Bankgeschäfts recht gut, so habe ich von ihm viel gelernt. Auch diese Aussage:
Das Geld ist nie weg, es hat nur ein anderer!

Die beiden Wolferstetter’schen Weisheiten werden auch in Zukunft gelten! Wenngleich sich nach meiner Meinung im Handel alles verändern wird. Damit meine ich, dass die mittlerweile klassischen Formen wie Kaufhaus, Discounter, Supermarktkette oder ähnliches mit ihren Konzepten wie ihrer Kultur ziemlich am Ende sind.

Gleichzeitig wird es aber auch nichts richtig Neues geben. Der Appell an das menschliche “Haben möchten” wird halt anders generiert werden, so dass letztendlich dann alles wieder beim alten bleibt.

Geschäftlich werden wir im Handel andere Businessmodelle bekommen. Das Internet wird eine wichtige Rolle spielen, aber ob da der wirklich “margenträchtige” Teil des Handels stattfinden wird, bezweifle ich. Nur wie der “neue Handel” aussehen wird, wage ich bisher noch nicht so recht zu erahnen. Wohl mit viel Emotionen und Erlebnisfreude.

Aber vielleicht wissen die von brand eins ja mehr? Also, nichts wie rein ins Heft.

Im Editorial von Frau Fischer finde ich schon die ersten Hinweise zur Veränderung: Der Kunde ist mündiger und mächtiger geworden. Die Arbeitnehmer zahlen oft die Zeche. Und letzten Endes entscheidet der Kunde …

Was ist dem noch hinzuzufügen? Eigentlich nur ein paar Verweise auf Artikel, die mir gefallen haben:

Köstlich: Der Prolog  zum Schwerpunkt Handel auf Seite 29
(Quelle: Das Leben des Brian)
Philosophisch: “Alte Bekannte” ab Seite 50.
Sympathisch: “Billigland ist abgebrannt” ab Seite 64
Interessant: “Handel in Zahlenauf Seite 79
Absurd:
“Äpfel und Birnen” ab Seite 81
Spannend:
“Zerrüttete Beziehungen” ab Seite 98

… und vieles mehr.

Es lohnt sich wieder!

RMD

Werner Lorbeer
Donnerstag, der 28. März 2013

Staatsbankrott: Was ist so üblich?

Man ist überrascht, was alles überrascht!

Wer Geld in eine Bank einlegt, ist Gläubiger der Bank! Keineswegs sichert die Bank “mein Geld”. Lediglich bis zu 100.000 € ist es versichert, der Rest ist bei jeder Pleite Gegenstand des Konkursverfahrens. Natürlich ist das Kapital der Eigner perdu und auch jenes von denen, die der Bank “Papiere”, die von ihr besichert sind, abgekauft haben, wie Bankanleihen oder Derivate etc.

Unheilvoll aber auch nicht überraschend: Wenn die Staaten zahlungsunfähig sind, dann auch die Banken. Weil große Teile der Staatsschulden von den Banken mit den Einlagen ihrer Kunden gekauft wurden. Oder sollten die Banken auf die Staatsfinanzierung verzichten? Private Gläubiger können sich ihrer Schulden jedenfalls nur innerhalb der Rechtsordnung entledigen, damit sind die Schulden der Privaten sicherer, was sich in den letzten Jahren am Anleihemarkt auch wider spiegelt.

Aber wie sollten die enormen Sparkapitalien investiert werden, die die Bürger anhäufen, wenn nicht über Staat und Gebietskörperschaften? Natürlich könnten die Bürger in Sachkapital investieren, aber gerade in Deutschland ist das seltener als im Rest von Europa. Wir haben beispielsweise weniger Wohnungseigentum als die Bürger von Zypern. Es kommt also – von der Altersvorsorge bis zum Ausbildungssparen – vor allem darauf an, die Staaten bei guter Bonität zu halten, um eine wichtige Eigenschaft des Geldes, Aufbewahrung von Wert, zu organisieren.

Wenn ein Staat mehr Geld ausgibt als er per Steuern, Abgaben, Zölle etc. von den Bürgern erhält, reduziert er seine Bonität. Aber er hat die Möglichkeit, auf die Vermögen der Bürger zuzugreifen, weil wir Demokraten alle Rechte an den Souverän abgegeben haben.

Was sind die Möglichkeiten des Staates, um nach der Zahlungsunfähigkeit des Staates ( = niemand ist bereit ihm weiteres Kapital zu geben) wieder zu einer Grundlage für die Einführung einer neuen Währung zu kommen?

Hier eine Liste von Folterinstrumenten, sicherlich unvollständig:

  1. Währungsschnitt im Tauschverhältnis
  2. Zwangshypothek auf Immobilien
  3. Zwangsanleihe für alle Bankguthaben und Depots
  4. Devisenbewirtschaftung
  5. Geldersatz durch Berechtigungskarten
  6. Verbot der Haltung von Gold
  7. Vermögenssteuer
  8. Zwangsenteignung von Vermögen
  9. Erbschaftssteuer
  10. Rückfall von Grund-und Boden an den Staat
  11. Steuererhöhungen, Abgabeerhöhungen aller Art
  12. Inflationierung
  13. Schuldenschnitt durch Weigerung der Rückzahlung von Staatsanleihen

Eine beachtliche Liste!

wl