Roland DürreSonntag, der 5. Mai 2013
brand eins im Mai
Pünktlich zum Ersten des Wonnemonats war das brand eins des Mai bei mir. Aber erst am Samstag auf der Rückfahrt vom PM-Camp 2013 (Tag nicht nur in Twitter #pmcamp13str) im EC 391 komme ich dazu, mich ein wenig intensiver mit diesem zu befassen. Denn das Leben eines PM ist hart.
PM übrigens ist für mich nach dem in Stuttgart erlebten jetzt die Abkürzung für “People Manager”. Denn das ist die bessere Bezeichnung für den Job, den man bis vor kurzen noch Projekt Manager oder Projektleiter genannt hat.
Und so würdevoll wie meine Gedanken so erscheint mir auch dieses brand eins. Es kommt ganz in Gold daher. Mit einer ellipsenartiger Strichgrafik in bunten Farben. Auf dem ersten Eindruck hätte ich es fast für ein Magazin der “Haute Couture” gehalten. Oder zumindest für eine Magazin, das den gehobenen Life Style der High Society vermittelt.
Aber keine Angst, die Titelzeile ist schon wieder “geil”:
Greif zu!
Mit dem Untertitel:
Warum TEILEN und TAUSCHEN die Wirtschaft voranbringen.
Das ist natürlich Wasser auf meine Mühlen. Wieder mal genau meine Themen! Und es kommt noch besser: Frau Fischer überschreibt ihr Editorial mit der schlichten Schlagzeile
Eine neue Dimension!
Wobei das Ausrufezeichen jetzt von mir ist.
Und im Editorial gibt sie sogar zu,
“dass ihr das ganze Gerede über die Sharing Economy ziemlich auf die Nerven ging …”
Und schreibt weiter:
“Die Sharing Economy mag ein Modethema sein – aber dahinter steht eine Entwicklung von gewaltiger Dimension”.
Da freue ich mich. Ist das nicht phantastisch? Und es wird noch besser – im Schlusssatz ihres Editorials nennt sie sogar die Vorhersagen zur Jahrtausendwende von Jeremy Rifkin “eine hoffnungsvolle Utopie“. Und rennt dabei bei mir wieder offene Türen ein.
Und so begebe ich mich auf eine “kleine Forschungsreise” ins Innere des Heftes. Und stelle fest, dass es um ganz schön viele Branchen und in verschiedene Kontinente geht. Mit vielen bunten und abwechslungsreichen Artikeln.
Was mir besonders gut gefallen hat?
Da war “auf der Suche nach selbst” (zu Siemens aufSeite 22), “Das Eigentum wird virtuell” (kleine Geschichte der IT, Seite 92), “Die Bank in der Hand” (Die Zukunft ohne Bank, Seite 96) und manches mehr. Und besonders der ganze Schwerpunkt – für mich große Klasse!
Mehr verrate ich nicht – sondern empfehle auch mit dem brand eins des Mai auf Reise zu gehen.
RMD
Roland DürreFreitag, der 28. Dezember 2012
Mir aus dem Herzen gesprochen!
Immer wieder lese ich schlaue Bücher. Davon gibt es so viele und immer wieder Neue. Und oft lege ich sie nach ein paar Seiten oder Kapiteln weg. Obwohl sie eigentlich sehr interessant klingen. Weil mir da alles wieder irgendwie so bekannt vorkommt.
Wenn ich auf Tagungen gehe, Kongresse besuche oder auf konservativen Lehrveranstaltungen frontal Wissen vermittelt bekomme, dann stellt sich bei mir oft so ein flaues Gefühl ein. Ich leide unter der “Einbahn-Straße”.
Werden mir dann gar noch Begriffe wie Erfolg, Ethik, Führung, Moral, Planung, Strategie, Unternehmenskultur, Werte, Ziele und Zielvereinbarungen, Zukunft … mit großer Selbstsicherheit nur so um die Ohren gehauen, dann wundere ich mich oft, was da so alles gewusst oder auch nur behauptet wird. Und es grummelt in meinem Bauch. Obwohl ich ja auch gerne über solche Themen rede. Aber mit innerster Überzeugung weiß, dass ich es auch nicht weiß und mit meinen Thesen eigentlich nur zum Nachdenken anregen will. Sozusagen die Absicht verfolge, fremde und auch meine eigenen Gewissheiten in Frage zu stellen.
Ab und zu treffe ich Menschen, die wollen jeden “profilen” und alles, ob lebendig oder tot, in “Balanced Scorecards” rein stecken. Auch das “Human Capital” eines Unternehmens oder einer Gemeinschaft können sie so ermitteln. Dann graut es mir.
Und wenn ich in einer Runde sitze, die Großes bewirken will, eine Herausforderung unheimlich modern und strategisch angeht, große Ziele formuliert, von Luftschloss zu Luftschloss tanzt und am Schluss dann mal wieder der “Berg zwar kreisst und doch wieder nur ein Mäuschen gebiert”, dann fühle ich mich ganz schlecht. Und denke mir, dass ich die Zeit wirklich besser anderswo hätte verbringen können.
Und eines Abends diskutiere ich ein Thema aus der Welt der “Economics” per E-Mail mit einer sehr lieben Freundin. Uns sie antwortet mir:
… letztlich würde mir für uns auch der Link zu Craftsmanship, Handwerk, Making, Experimenting, Piloting (wo ich meine Interessen sehe) fehlen, denn letztlich ist Economics halt immer ein Gedankenspiel auf Basis von Hypothesen und nicht ein kreativer Ansatz zur Gestaltung der Welt …
Da geht es mir plötzlich sehr gut. Das ist genau, was ich auch will! Es gibt also doch noch Menschen, die nicht nur ich sehr schätze, die das, was ich denke trefflich und ganz spontan auf den Punkt bringen können. Und bedanke mich bei meiner Freundin, die ich jetzt bewusst anonym lasse.
Und freue ich mich wieder auf das nächste Barcamp – wie zum Beispiel unser PM Camp – weil man dort wirklich ehrlich seine Probleme und Ideen bespricht, Erfahrungen ohne Hintergedanken austauscht, Wissen ganz einfach auf einem Marktplatz teilt und Erkenntnisgewinn aus der Praxis für die Praxis sammelt.
RMD
Roland DürreDienstag, der 20. November 2012
Datenschutz und Industriespionage …
Im Umfeld von Datenschutz und -sicherheit fällt oft der Begriff der Industrie-Spionage. Immer wieder ergehen Warnungen von staatlichen Stellen oder unseren ja so wichtigen Wirtschaftsverbänden:
Die Industriespionage hat sich in den letzten Jahren dramatisch entwickelt!
Und natürlich ständen im Fokus der Spionage deutsche Unternehmen und ihr Know-how.
Diese Sätze finden sich auch in einer Studie von “CORPORATE TRUST – Business Risk & Crisis Management GmbH”, die unter diesem Link abgerufen werden kann. Eine sehr lesenswerte Studie, die zeigt, wie man trefflich Angst machen kann?
Hier finden wir die grelle Warnung vom “Cyberwar, der längst Realität geworden” und “mitten in der Gesellschaft ist”. Der “Computerwurm” „Stuxnet“ darf da auch nicht fehlen, der ja “vermutlich speziell entwickelt wurde, um die Steuerungsanlagen Simatic S7, mit denen Frequenzumrichter von Motoren des iranischen Atomprogramms gesteuert wurden, zu sabotieren”
(Man beachte das Wort “vermutlich”).
Die genauen Ziele der Auftraggeber wären zwar nicht bekannt, die Komplexität des Angriffs zeige jedoch, dass wir uns von einem Zeitalter der Skript-Kiddies und Cracker hin zu einer neuen Dimension der Gefährdung entwickelt hätten - usw.
Das alles sind Originalzitate aus genannter Studie, bei denen mich allerdings schon die martialische Sprachwahl an der Glaubwürdigkeit zweifeln lässt.
Trotzdem nehme ich das Thema Datendiebstahl deutlich ernster als zum Beispiel die Angst vor dem Missbrauch der persönlichen Daten. Ich glaube auch, dass “gestohlene” Daten helfen, schneller ans Ziel zu kommen, wenn man “Neues” entwickelt.
Sehr persönlich erinnere ich mich da an ein Projekt vor knapp 30 Jahren, wo wir den Auftrag hatten, etwas Neues zu entwickeln. Nur hatten wir von dem “Neuen” keine Ahnung. Damals war das Studium der Sourcen der Konkurrenz sehr hilfreich. Und ich weiß bis heute nicht, ob wir die fremden Sourcen rechtmäßig oder sagen wir mal in einer gewissen Grauzone genutzt haben.
Aber ich glaube nicht, dass es mit der Industrie-Spionage so schlimm ist, wie es nicht nur im Internet dargestellt wird. Auch weil diese Angst-Macher-Studien von Firmen kommen, die uns besondere Dienstleistungen und Produkte gegen die Spionage verkaufen wollen. Und natürlich helfen staatliche Stellen und Wirtschaftsverbände gerne mit, diese Sau durchs Dorf zu treiben. Sie haben ja sonst nichts zu tun. Dann lässt schon mal gerne James Bond grüßen. Erzeugt ja auch so ein herrliches Schauern, wie schlecht die Welt und wie machtlos man selbst ist.
Aber überlegen wir doch mal wie es “früher” war!
Wie ich bei Siemens gearbeitet habe, war es streng verboten, vertrauliche Papiere aus dem Werksgelände hinaus zu nehmen. Und vertraulich war fast alles. So gab es einen Zufallsgenerator an der Pforte, der ab und zu ein Licht leuchten ließ. Dann musste man seine Aktentasche öffnen und den Inhalt zur Kontrolle an der Pforte vorzeigen. Dass im Unternehmensgelände das Fotografieren untersagt war, verstand sich als selbstverständlich.
Das war auch noch das Zeitalter der blauen “Micro-Fiche-Filme” und den dazugehörigen Lesegeräten. Micro-Fiche oder besser Mikroform ist die mir erste bekannte Technologie, mit der man sehr viel Daten auf wenig Material speichern konnte. Bei uns waren das in der Regel die Sourcen von kompletten Betriebssystemen, die auf ein kleines Quadrat Film gespeichert wurden und die wir so in der Aktentasche mit uns herumtragen konnten.
Natürlich war es nicht realistisch, dass diese vertraulichen Papiere nie das Unternehmensgelände verlassen durften. Zu einen gab es ja verteilte Standorte. Manche Daten brauchte man beim Kunden. Und ab und zu wollte man auch noch abends ein wenig daheim arbeiten. Deshalb gab es Durchlass-Scheine. Mit solch einem Schein bewaffnet, durfte dann jeder die vertraulichen Papiere mitnehmen. Die höheren Dienstgrade – ich weiß nicht mehr ab welcher AB- oder GB-Stufe – durften geheime Dokumente auch ohne Durchlass-Schein mit sich führen. Weiß auch nicht mehr, ob AB wirklich für “abteilungs-bevollmächtigt” und GB für “general-bevollmächtigt” stand.
Aber was war das für eine wundersame (und völlig unsinnige) Firewall? Doch auch nicht sicherer als die heutigen Wälle, die die IT anbietet?
Das haben dann auch die ersten beiden Kollegen aus der DDR bestätigt, die wir noch während der Wende einstellten. Die kamen direkt von Robotron Dresden. Und haben uns erzählt, dass sie natürlich bei Robotron alle neuen Pläne der Siemens-Chip-Entwickler postwendend auf ihren Schreibtischen hatten. Nur anfangen konnten sie damit nichts. Der notwendige Rohstoff (hochreines Silizium) konnte in der DDR nicht beschafft werden und die Werkzeuge hatten sie auch nicht, die für die Herstellung selbst nur der Prototypen nötig gewesen wären.
Ich weiß natürlich nicht, ob unsere ex-DDR-Ingenieure hier nur eine gute Story erzählen wollten, kann mir aber vorstellen, dass es wirklich so war. Insofern meine ich, dass Daten immer in Hände kommen, in die sie nicht gehören. Nur macht das meistens gar nichts aus, auch wenn es einen vielleicht zu Recht ärgert.
Ich glaube aber auch, dass sich die Methoden gewandelt haben. Und die neuen Methoden sind viel effizienter, obwohl sie partout nichts mit IT zu tun haben. Betrachten wir China, das Land, dessen Unternehmen man hierzulande gerne unterstellt, dass sie westliche Firmen auszuspionieren versuchen. Haben die es denn überhaupt nötig oder gibt es nicht viel einfachere Methoden?
Denn so lesen wir bei “invest in Bavaria” bei “China in Bayern”:
Derzeit sind mehr als 130 chinesische Unternehmen wie z.B. Huawei Technologies, Pearl River Piano, ZTE, Yingli Solar, ET Solar und knapp 11.000 chinesische Staatsbürger in Bayern heimisch. Davon lebt etwa ein Drittel im Raum München. Rund 3.000 in Bayern studierende Chinesen sind Beleg für die Attraktivität der bayerischen Hochschullandschaft.
Ich weiß auch, dass in den “infrastruktur-schwachen” aber oft wunderschönen bayerischen Landschaften es chinesische Niederlassungen gibt, die nichts anderes machen als F&E (Forschung und Entwicklung), oft besser bekannt als R&D (research and development). Diese Unternehmen werden sogar noch von bayerischen Gemeinden stark subventioniert und ihre Ansiedlung entsprechend groß gefeiert. Denn F&E ist in der Regel eine saubere Branche, die keine Umwelt schädigt und intelligente Ingenieure anzieht.
Und was machen die chinesischen F&E-Unternehmen als erstes? Ist doch klar! Sie werben ihren deutschen Konkurrenten die Ingenieure ab. Und zwar die besten! Die genau das richtige Know-How haben, das man in China braucht. Und die deutschen Ingenieure kommen gerne, es lockt sie das preiswerte Leben an einen schönen Ort, die Aussicht, in modernen Labors F&E machen zu können und meistens auch noch ein deutlich besseres Gehalt. So können sich die Chinesen die besten Leute mit dem richtigen Wissen aussuchen. Das ist doch viel effizienter als Netze und Server zu cracken und hacken!
Und das ist auch gut so, denn wir leben nun mal in einer globalen Welt und ich mag die Chinesen als freundliche Menschen mit guter Küche … Und ich erinnere mich “Wissen ist der einzige Rohstoff, der durch Teilen mehr wird”!
Und lese ich oben genannte “Studie” dann doch wieder mit ganz anderen Augen. “Angst machen” ist halt oft ein erfolgreiches Mittel im Vertrieb …
RMD
P.S.
DIe Bilder sind aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons eingebunden. Sie sind von Nichtich und Tomasz Sienicki [user: tsca, mail: tomasz.sienicki at gmail.com]
Roland DürreSonntag, der 11. November 2012
VDE, VDI, GI, GChACM, GPM, GfWM, BITKOM …
Das PM-Camp in Dornbirn hat mich auf verschiedenen Ebenen nachdenklich gemacht. So ist mir auch wieder ein Erlebnis von Anfang November in den Sinn gekommen.
Felix Köbler, ein junger und engagierter Informatiker, der noch wissenschaftlich arbeitet aber vielleicht bald “ins Unternehmertum wechselt”, hat für die VDE (Verband der Elektrotechnik) einen Vortrag zum Thema “Crowd Sourcing” gehalten. Es war ein gut angekündigter Beitrag zu einem spannenden Zukunfts-Thema.
Der Vortrag fand an der TUM statt. Aus verschiedenen Gründen wollte ich diesen Vortrag hören und bin dann am Abend des 5. November zum altehrwürdigen TU-Gebäude in die Arcisstr. 21 geradelt.
Der Vortrag war wirklich gut. Sehr schön wurde das vielfältige und wesentliche Veränderungspotential durch zukünftige Werkzeuge, Applikationen, Oberflächen- und Nutzerstrategien beschrieben. An einem konkreten Fallbeispiel wurden Auswirkungen auf sozialer oder gesellschaftlicher Ebene geschildert und das Potential aufgezeigt, welches der Einsatz moderner Technologien im Rahmen von Web 2.0 schafft. Und was man so alles mit “Apps” und “Gamification” im Rahmen von “Mobility und Cloud-Anwendungen” so machen kann.
Jetzt kommt die schlechte Nachricht. Es waren nur ganz wenig Zuhörer da! Die Mehrzahl von ihnen kannte ich persönlich und wusste, dass diese vor allem wegen des Referenten kamen. Die von der Hochschulgruppe der VDE mobilisierten Zuhörer waren an wenigen Fingern ab zu zählen. Diese (kleine) Besuchergruppe spiegelte dann auch noch demographische Entwicklung eher überzeichnet.
Jetzt sind wir aber in München. Das ist nicht die kleinste Stadt Deutschlands. Und München möchte ja auch so gerne der High-Tech-Standort sein. Dafür war die Beteiligung sehr enttäuschend.
In München gibt es auch viele tolle Dinge. Da gehen die jungen Ingenieure und Unternehmer aus der IT-Branche ganz gerne hin. So gab es hier vor kurzem ein Barcamp für “Games”, das wohl ganz gut gelaufen ist und erstaunlich viele (zufriedene) Besucher hatte.
Die geringe Resonanz beim Vortrag lag also sicher nicht daran, dass das gar nicht so “globale” München bürgerlich und satt geworden ist. Vielmehr verlieren die ehemals so großen und starken Verbände in der Zeit des Webs ihre Akzeptanz zunehmend.
Gestern in Dornbirn auf unserem PM-Camp 2012 habe ich einen “richtigen” Ingenieur getroffen. Der hat mir berichtet, dass er immer noch Mitglied beim VDI (Verband Deutscher Ingenieure) ist. Vor kurzem wäre er angeschrieben worden, weil ihm für 25-jähriger Mitgliedschaft die Ehrennadel überreicht werden sollte. Da ist er dann mal wieder zu einer VDI-Veranstaltung gegangen. Und mit dem Gedanken “Nie wieder – das ist nicht meins” zurück gekommen.
Vereine wie VDE und VDI haben zwar ganz nette Websiten. Da sieht das alles nicht schlecht aus. Dennoch geht es mit diesen Verbänden abwärts. Ein Indikator ist der hohe Altersdurchschnitt. Die Veranstaltungen sind schlecht besucht, die Veröffentlichungen dröge. Die Mitglieder sind in der Regel passiv und bleiben nur so aus Gewohnheit oder Sentimentalität - wegen der Erinnerung an die “gute alte Zeit” – beim Verein.
Aber das kennen wir (älteren) Informatiker ja nur zu gut von unseren Verbänden GI und GChACM. Auch die können noch so viel strampeln wie sie wollen. Es geht abwärts. Und wenn ich meine jungen Studenten danach frage, dann kennen sie eine GI gar nicht oder winken bestenfalls ab. Das Informatik-Spektrum der GI liest auch keiner, auch wenn versucht wird, dieses künstlich mit komischen Postern von Personen wie Steve Jobs auf zu werten.
Offensichtlich ist der Steve ein großer deutscher Informatiker.
Bleibt eigentlich nur noch die Frage, welchen Weg die neuen Verbände gehen werden, die sich an aktuelle Themen hängen, wie Wissens- oder Projektmanagement. Die GfWM (Gesellschaft für Wissensmanagement) oder die GPM (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V.) zum Beispiel sind zurzeit absolut “in”. Die GPM hat es sogar geschafft, sich als “Standardisierende und Normative Kompetenz für Projekt Management” zu installieren und scheint Dank ihrer Zertifizierungsmacht eine fast marktbeherrschende Position einzunehmen.
Denk mir aber mal, dass auch das endlich sein wird. Ein paar Jahre wird noch kräftig Kohle gemacht und dann kommt der Abstieg und das langsame Elend. Wie bei den anderen.
Hoffe nur, dass es den reinen Lobby-Verbänden auch so gehen wird.
Für uns Informatiker “wirkt” z.B. der BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.). Man betrachte nur den Begriff “Informationswirtschaft”. Nomen est Omen. BITKOM ist “unser” Lobbyist, vor allem will er die IKT (Informations- und Kommunikations-Technologie) voranbringen, will heißen, die Politik dazu bringen, dass sie viel Geld für IT-Infrastruktur ausgibt. Allerdings erscheint mir BITKOM als Lobbyist nicht sonderlich wirksam, wenn ich vergleichsweise an die Atom- oder Flugzeug-Industrie in früheren Zeiten denke.
Obwohl Bitkom sich selbst als “den Hightech-Verband“ bezeichnet, brauchen wir ihn auch nicht.
RMD
P.S.
Für alle, die nach Alternativen suchen, hier noch ein Hinweis.
P.S.
Die erste für die Veranstaltung eines Barcamp, Open Space oder ähnlichem notwendige Voraussetzung sind die richtigen Räume. Hierzu wie über Räume allgemein wird dann einer meiner nächsten Artikel handeln.
Roland DürreMittwoch, der 31. Oktober 2012
Warum auf so vielen Tagungen so viele Vorträge nichts taugen!
Ein paar meiner Freunde waren vor nicht allzu langer Zeit auf einer Forum-Tagung zu Projekt Management. Ihre Rückmeldung waren nicht so besonders. Die eine oder andere “keynote” hätte die Zuhörer begeistert. Auch wäre in einem von mehreren “Streams” etwas Vernünftiges dabei gewesen. Aber unter dem Strich wäre das Gros der Vorträge doch sehr enttäuschend gewesen – dominiert von Belanglosigkeit, Praxisferne, Selbstdarstellung oder Werbung. Außerdem wären viele Vorträge auch schlecht gehalten und oft nur abgelesen worden.
Das ist keine Ausnahme. Gerade bei renommierten und teuren Tagungen fällt mir seit längerem auf, dass die Qualität der Vorträge immer schlechter wird. So gehe ich nur noch wenn es unbedingt sein muss, auf solche Veranstaltungen. Ist eigentlich schade, denn Tagungen und sich Treffen an sich sind wichtig. Zum Leute “Kontakten” und Treffen, zum Kommunizieren. Nur sind diese Tagungen halt auch zeitintensiv. Und wer mag heute schon seine wertvolle Zeit für zwei oder drei Tage am Stück ausgeben, wenn das Ergebnis unteroptimal ist?
Für dieses zweifelsfrei existierende Phänomen der schlechten Vorträge auf konventionellen Tagungen habe ich eine Erklärung. Nach meiner Meinung liegt dies unter anderem am Auswahlverfahren der Vorträge.
Mich erreichen häufig “Call for Papers”, oft werde ich auch ganz persönlich angesprochen, ob ich nicht etwas einreichen möchte. Da sind oft Tagungen dabei, die Überschriften haben, die mich durchaus interessieren: Wirtschaft, Führung, Management, Projekte, Wandel, Innovation, Agile Methoden. Könnte mir da ab und zu auch durchaus vorstellen, einen interessanten Beitrag zu leisten. Dafür müsste ich aber ein Papier einreichen. In dem ich mich ein halbes Jahr vor dem Vortrag festlegen soll, was ich dann berichten will.
Das ist mir ehrlich gesagt zu blöd und aufwändig. Da hilft auch das Lockmittel nicht, an der Tagung umsonst teilnehmen zu dürfen. Weil ich ja eben die Zeit nicht habe, mir dann zwei Tage mehr oder weniger unattraktive Vorträge anzuhören.
Außerdem habe ich genug Nachfragen, bei Veranstaltungen und Institutionen aller Art einen Vortrag zu halten. Das genügt mir völlig. Wenn mir die anfragende Gruppe sympathisch ist und es bei mir rein passt, dann nehme ich die Einladung an. Bei Universitäten und/oder gemeinnützigen oder “modernen” Foren halte ich meine Vorträge prinzipiell “for free”. Als Teil des “Teilens von Wissen”.
Meine Freunde und die guten Referenten, die ich kenne, machen es genauso. Keiner von ihnen hat es nötig, einen Vortrag einzureichen, nur um auf einer Tagung dann sich selbst darstellen oder für ihr Unternehmen werben zu können. Für einen guten Zweck reden sie sogar umsonst oder gegen eine Spende für etwas Gemeinnütziges (ich bevorzuge da in der Regel AI). Oder sie verlangen ein Honorar, manche sogar in der Steinbrück-Klasse.
Welche Leute bewerben sich typischerweise bei einem “Call of Paper”? Ich finde da oft Universitätsangehörige, die ihre Arbeit noch an zweiter Stelle verwerten wollen, Mitarbeiter von Firmen, die Ihre Öffentlichkeitsarbeit verbessern wollen. Nach dem Motto: Der Chef hat gesagt: “Mayer, halten Sie doch mal Vorträge bei den Tagungen A, B und C!”. Oder es sind Menschen, die von einem Thema fanatisch besessen sind. Oder Übertheoretiker, die ihre persönliche Theorie wie ein Messias kundtun wollen. Meistens sind es aber Menschen, die sicher einen guten Job machen, aber sich halt einfach profilieren wollen, weil sie sich durch eine Erhöhung ihres Bekanntheitsgrades ein besseres berufliches Fortkommen erhoffen. Was sicher nicht verwerflich ist.
Da die Einreichungen in der Regel limitiert sind, darf oft jeder, der dann einreicht auch reden. Man ist häufig froh, die Streams überhaupt besetzen zu können. Wenn mehr “Papers” als “Slots” da sind, haben wir das nächste Problem. Der Auswahlmechanismus erfolgt in der Regel nach der Papierlage. Jetzt gibt es aber keine Korrelation zwischen der formalen Güte des Papiers und der Fähigkeit des Redners. So kann es gut sein, dass bei der Auswahl sogar die guten Redner ausscheiden und die schwachen bleiben.
Ich könnte mir da auch Lösungen vorstellen. Zum Beispiel kann der Veranstalter einen Probevortrag verlangen. Wenn das zu aufwändig ist, dann halt eingereicht als Video. Ober besser natürlich als Link auf Youtube. Dann geht zwar der “Live-Effekt” verloren, aber man kann sich zumindest eine Vorstellung machen. Noch besser wäre es, wenn man die Referenten persönlich kennen lernt. Sich mit ihnen trifft, den Vortrag durchspricht und sich ein rundes Bild macht. Das kostet natürlich Zeit. Aber wäre diese Zeit nicht für eine tolle Tagung gut investiert?
Eine ganz pragmatische und vielleicht innovative Idee hätte ich auch noch: Man lade viele Menschen zu einer Konferenz ein, schaue in einem größeren Team die Anmeldungen durch und bittet die Teilnehmer, die man persönlich, direkt oder indirekt, kennt, einen Vortrag zu halten. Da habe ich natürlich ein Henne-Ei-Problem, denn die Besucher müssen halt das Vertrauen haben, dass es eine Super-Konferenz wird und die richtigen Menschen so da sein werden.
Aber an einer Tatsache wird auch das nichts ändern. Denn die Referenten, die sich aktiv bemühen, Vortrage zu halten, sind eben nicht die guten. Das sind die, die eh laufend angefragt werden. Das wurde mir auch auf einem Wettbewerb der GSA (German Speaker Association) bestätigt. Die GSA macht immer so eine Art “Deutschland sucht das Supermodell” für Redner. Da kann man – wenn man Mitglied ist oder werden will – sich mit einer Proberede vorstellen. Meistens bewerben sich hier “professionelle Redner”, die ihren Lebensunterhalt mit Reden oder als Trainer verdienen (wollen). Einmal war ich eingeladen und überrascht, wie niedrig das Niveau dort war. Die meisten “professionellen Redner” konnten den Menschen, die ich auf Barcamps oder Jam-Sessions erlebe, nicht das Wasser reichen.
Nein, die guten Redner werden geholt und bewerben sich nicht. Oder sie sitzen entweder ganz im Verborgenen unter uns, und konzentrieren sich auf ihr Können. Da muss man sie finden! Manche davon gehen am Wochenende auf ein Barcamp und tauschen ihr Wissen aus. Nur als Redner auf den Tagungen findet man diese Menschen in der Regel nicht.
Ich beende den Artikel mit Werbung für unser PM-Camp in Dornbirn vom 8.- 10. November (das aber leider eh schon fast ausgebucht ist).
RMD
Roland DürreDienstag, der 16. Oktober 2012
Video: Dr. Marcus Raitner auf dem IF-Forum “Projekt Coaching”
Nach dem Eröffnungsvortrag unseres fachlichen IF-Forum durch Dr. Stefan Hagen hat Dr. Marcus Raitner (Esc Solutions) den zweiten Teil des ersten Blocks bestritten. Es war spannend und sehr beeindruckend, wie sich die Argumente und Aussagen der beiden Vortragenden ergänzt haben. Auch der Vortrag von Dr. Marcus Rainter ist jetzt in Youtube verfügbar.
Das Thema des 3. fachlichen IF-Forums war “Projekt Coaching“, dabei waren “Best of PM-Camp“.
Auch an Marcus nochmal ein herzliches Dankeschön für seinen Beitrag, mit dem er einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen unseres IF-Forums erbracht hat. Marcus ist der Autor des nach meiner Meinung schönsten Blogs für Projekt Management weltweit – misc.raitner.de.
RMD
Roland DürreSamstag, der 4. August 2012
Wir sind Informatik.
Dieses Plakat in DIN A2 war einem Teil der Ausgabe des Informatik Spektrum Band 35 Heft 4 August 2012 der GI beigelegt. Habe es natürlich gleich an eine Metaplan-Tafel in meinem Zimmer gehängt und schaue jetzt Steve Jobs von meinem Schreibtisch Auge ins Auge. Und er zeigt immer ganz freundlich auf mich an meinem großen Apple Pro.
Für alle, die es nicht wissen: Die GI ist die Gesellschaft für Informatik e.V., ihr Slogan ist “Wir sind Informatik” und das Informatik Spektrum das Organ dieser Gesellschaft und mit ihr assoziierter Organisationen.
Was die GI genau ist, weiß ich nicht. Ich verstehe sie als Verband der deutschen Informatiker. Ihr Zweck ist mir nicht schlüssig. Sie scheint mir kein Berufs- oder Interessenverband zu sein. Möchte gerne gesellschaftliche Relevanz entwickeln, macht aber keinen Lobbyismus. Fühlt sich wohl so mehr als ein akademischer Zirkel, der zu Themen der Informatik veröffentlicht und Veranstaltungen regional wie bundesweit durchführt.
Immerhin hat die GI die domain gi.de. Zweifelsfrei eine Leistung, zwei Buchstaben-Domänen waren vor kurzem nur sehr schwer zu bekommen.
Neben der GI gibt es in Deutschland noch das GChACM (German Chapter of the ACM). Das ist der Regionalverband des großen (amerikanischen) ACM (Association for Computing Machinery) mit dem Slogan Advancing Computing as Science & Profession. Das GChACM verfügt witzigerweise über die Domain informatik.org.
Das German Chapter hatte durch seine Satzung vorgegeben die Aufgabe, die Informatik mit Hilfe von Übersetzungen englischsprachiger Veröffentlichungen ins Deutsche zu fördern.
Dann gibt es noch die Bitkom - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. Die nennt sich selber “der Hightech-Verband” und ist wohl der Interessensverband von Unternehmen der IKT-Industrie (IKT = Informations- und Kommunikationsveband). Vielleicht als Lobbyist für die Unternehmen der Informatik.
Ich weiß es nicht. Macht ja auch nichts, ich stehe ja Verbänden generell skeptisch gegenüber und bezweifele ja, ob solche Einrichtungen heute noch in der Lage sind, für ihre Mitglieder oder das Gemeinwohl einen wesentlichen Mehrwert zu erbringen.
Aber zurück zum Plakat:
Was bringt die GI dazu, mit einem Plakat mit der Überschrift “Wir sind Informatik” Steve Jobs zu huldigen? Sicher war Steve Jobs eine relevante Persönlichkeit. Natürlich auch mit schwarzen Flecken.
Sein erstes Produkt war ein Gerät, mit dem man umsonst telefonieren konnte, weil es eine Signalton erzeugte, mit dem der mächtigen Telefongesellschaft Bell ein Dienstgespräch vorgaukelte und somit das Telefonieren zum Nulltarif ermöglichte. Also ein Gerät, dessen Anwendung zumindest kriminell war. Als Geschäftsmann war zumindest in der Zeit bei Pixar nicht gut Kirschen essen. Und wenn man seiner Biographie glauben will, waren seine ersten Beziehungen zu Frauen auch keine Ruhmestaten. Letzten Endes war Steve Jobs auch nur ein Mensch, dem man respektieren sollte und lieben oder hassen darf.
Aber war er ein Informatiker? Der zudem noch zu der stark akademischen GI mit ihrem versuchten gesellschaftlichem Bezug und Anspruch passt? Oder ist das Plakat nur elegant versteckte Werbung für einen Sponsor namens Apple?
Aber ich möchte der GI hier nicht Gram sein. Bin ich doch so richtig froh, dass die GI vor ein paar Jahrzehnten nicht die Zeichen der Zeit erkannt hat und auf die Welle der “Zertifizierung” gesprungen ist. Dann nämlich hätten wir heute eine GI, der durch die Standardisierung und Normierung der vielen Techniken der IuK so richtig reich und mächtig geworden wäre.
In diesem Sinne mit einem fröhlichen und dreifachen “Wir sind Informatik“! Ist doch besser als wenn der Slogan wäre “Wir zertifizieren Informatik”
RMD
(Translated by EG)
Klaus HnilicaMontag, der 16. Juli 2012
Das Gottesteilchen – und andere himmlische Probleme
Also nee, wie soll das denn gehen?
Das mit dem ‚Gottesteilchen’, mein ich, das in der Schweiz angeblich gefunden worden ist: ausgerechnet in der Schweiz, die doch voller Schwarzgeld steckt, soll das ‚Gottesteilchen’ gefunden worden sein? Also nee – das kann nicht sein…
Aber bitte, mal angenommen – rein hypothetisch – dass das ‚Higgs – Boson’, das man da Anfang Juli im CERN, dem europäischen Zentrum für Teilchenphysik, eingefangen haben will, wirklich so ein ‚Gottesteilchen’ ist, wie die Medien behaupten, dann müsste doch nach den Regeln der ‚Susy’ – also der Supersymmetrie – zumindest wie sie so zu verstehen ist, diese ‚Susy’, und wenn alles mit rechten Dingen zugeht, was ja bei ‚Gottesteilchen’ wohl erwartet werden kann, auch ein ‚Higgs – Böson’ existieren! Ein ‚Böson’, das dann logischer Weise nur ein ‚Teufelsteilchen’ sein kann! Was denn sonst? So ein ‚Böson’ kann doch nur aus der Hölle kommen, oder?
Und natürlich muss dann die Tatsache, dass das ‚Gottesteilchen’ als erstes gefunden wurde in dem ‚ Large Hadron Collider’ (LHC) in Genf – und nicht dieses ‚Böson’, das ‚Teufelsteilchen’, auch als ein ‚Zeichen des Himmels’ angesehen werden! Was ja wohl klar ist! Und außer einem Kommunisten oder islamistischem Fundamentalisten wird sich darüber bestimmt auch niemand groß wundern, denn schließlich steht ja dieses teure Wunderwerk der Technik, dieser LHC, nicht in Nordkorea oder im Iran in einer Moschee, sondern im Zentrum des christlichen Abendlands, in der Schweiz, einem Land, das bei aller Neutralität und seinem unermesslichen Füllhorn an segensreichen Schwarzgeldkonten immer noch aufs Engste mit dem christlich – jüdischen Kulturkreis verzahnt ist!
Andererseits beunruhigt natürlich schon die Tatsache, dass dieses mutmaßliche ‚Gottesteilchen’ nach der ‚Theorie des Standardmodells’ wohl das leichteste aller ‚Higgs – Bosonen’ ist und nur deshalb möglicher Weise vor dem hypothetischen ‚Teufelsteilchen’ dem ‚Higgs – Böson’ in diesem LHC gefunden wurde! Und vermutlich sogar schon mit einer läppischen Stromrechnung von gerade mal 16 Millionen Euro! Was für ein lächerlich geringer Betrag für ein ‚Gottesteilchen’, wo doch schon ein ‚Ronaldo’, der nur mal den ‚elften Teil der Königlichen’ ausmacht, gut das Zehnfache kostet! Das muss man sich einmal vorstellen, da stimmt doch irgendetwas nicht…
Aber es kommt noch schlimmer! Was passiert denn nämlich, wenn sich nun vielleicht in drei oder vier Monaten, zum Beispiel für 20 Millionen Euro Stromkosten und mehr, plötzlich doch dieses vermaledeite ‚Teufelsteilchen’ in den Atlas- und CMS-Detektoren des LHC verfängt? Was ist denn dann? Ist so etwas Unfassbares überhaupt vorstellbar? Darf das innerhalb unseres christlich–abendländischen Wertesystems überhaupt geschehen, dass ein ‚Teilchen Gottes’ billiger zu haben ist, als ein ‚Teilchen des Teufels’, ohne dass alles was wir bisher kennen und wissen aus den Fugen gerät? Und das alles außerdem noch finanziert mit unseren nicht hinterzogenen Steuergeldern?
Darf das tatsächlich passieren, dass man nach bald dreijähriger Umrüstzeit für mehr als drei Milliarden Euro eine Maschine von 27 Kilometer Durchmesser hat, mit der nach hundertfünfzig Trillionen Protonen-Kollisionen für eine Stromrechnung von lächerlichen 16 Millionen Euro ein Boson namens ‚Higgs’ gefunden wird? Ausgerechnet ‚Higgs’ – und nicht eines das etwa ‚Gottschalk’ oder ‚Benedikt’ heißt oder wenn’s schon sein muss, mein Gott, namens ‚Schavan’? Dabei hat doch bestimmt Deutschland wieder am meisten bezahlt für dieses ‚Boson’.
Aber nee, ‚Higgs’ heißt es, dieses ‚Boson’! Higgs – wie so ein Rülpser im Vollrausch! Und das soll ein ‚Gottesteilchen’ sein? Nee – das kann nicht sein! Da kann jetzt, nachdem nun schon mal das Kind bei dem ‚Boson’ in den Brunnen gefallen ist, nur mehr darauf gehofft werden, dass die im CERN dann, wenn sie das ‚Teufelsteilchen’ endlich finden, also dieses ‚Higgs –Böson’, dass die wenigstens dann das ‚Higgs’ vorne wegstreichen und statt dessen vor das ‚Böson’ einen schönen teuflischen, deutschen Namen setzen? Möglichkeiten gibt es da ja etliche…
KH
PS: Die wunderbare Abbildung ist aus Wikipedia!
Roland DürreFreitag, der 13. Juli 2012
IF-Forum 2012 – Vorankündigung – Wilfried Bommert – Boden gut machen!
Auch der Termin des 3. IF-Forums 2012 “Nachhaltig (über)leben” ist jetzt fest ausgemacht.
Herr Wilfried Bommert ist angefragt. Er soll am Dienstag, der 13. November 2012 einen Vortrag zu “Ernährung der Welt” halten. Das Thema wird sein:
Boden gut machen!
Wie die Krise der Welternährung abgewendet werden kann.
Hier schon mal vorausschauend ein paar Gedanken von Herrn Bommert zu seinem Vortrag:
Seit 2008 kennen die Lebensmittelpreise weltweit nur noch eine Richtung, aufwärts. Die globale Finanzkrise und die schrumpfenden Ölvorräte treiben diese Preisspirale weiter nach oben. Energie-, Rohstoff- oder Finanzkonzerne greifen nach den Äcker der Welt. Sie kaufen und pachten großflächig Land in Afrika, Asien, Osteuropa und Südamerika, was weltweit zu weiteren massiven Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln führt. Die Folge sind Hungersnöte, Aufstände in immer mehr Ländern, die zu einem Verlust der politischen Stabilität und zum Kollaps der Welternährung führen.
Diese Spirale dreht sich nicht ohne das Zutun der Politik und ohne unser Konsumverhalten. Unser Durst auf Biosprit und unsere Hunger auf die Produkte der industrieller Landwirtschaft, unser Geld in Agrar- und Boden-Fonds, unterstützen die globale Jagd auf die Äcker der Welt. Wir haben es in der Hand, diesem Rausch an den Lebensmittel- und Bodenmärkten ein Ende zu bereiten.
Dr. Wilfried Bommert arbeitet seit 1979 als Journalist im WDR. Er ist Leiter der Umweltredaktion im WDR-Hörfunk und auch Autor des Buches: “Kein Brot für die Welt – Die Zukunft der Welternährung”, 352 Seiten auf Papier, am 5. Oktober 2009 im Riemann Verlag (QUERDENKEN) erschienen.
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Roland DürreDienstag, der 8. Mai 2012
Matthias Keßler: Bier & Rohstoffsicherung
Der Vortrag vom Blue Friday ist als Video verfügbar!
Am 23. März hat Dr. Matthias Keßler am Blue Friday der InterFace AG in Unterhaching einen tollen Vortrag zum Thema Ernährung und Rohstoffe gehalten.
Hier ist sein Vortrag “Bier und Rohstoffsicherung” in voller Länge!
Anschauen lohnt sich!
Das Video wurde von Friedrich Lehn produziert. Weitere tolle Vorträge findet man in meinem Channel (rolandduerre).
Spitzenreferenten finden Sie bei www.if-agora.de.
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