Klaus Hnilica
Donnerstag, der 17. August 2017

„Don Carl“ – oder der heroische Kampf um die Unterhose

Carl und Gerlinde (Folge 52)

Mit größerem Vergnügen war Carl in jüngster Zeit selten in seine Unterhose gestiegen! Es war  dieses herrliche Gefühl des ‚Umhüllt seins’, des ‚Geschützt seins’, das er genoss.

Ein Genuss, den er sich neuerdings sogar mehrfach am Tag ins Bewusstsein rief – und der sich seltsamer Weise noch verstärkte, wenn er tagsüber durch unauffälliges Herumzupfen an seinen Hosen das darin eingeengte Gemächt neu positionieren durfte!

Ja – „durfte“ – nicht „musste“ – wie er es früher empfunden hatte!

Denn seit offensichtlich vom Süden Deutschlands her sich eine Bewegung breit zu machen drohte, in der sich die üblichen Verdächtigen /1/ mit Bayrischer Wollust über die Herrenunterhose hermachten, die in der  christlich– abendländischen Kultur seit bald 300 Jahren bestens verankert war, läuteten bei Carl in mehrfacher Hinsicht die Alarmglocken!

Ja – es war geradezu ein ‚Schock mit Aura’, der sich in Carl breit machte, als er am 13. August 2017 in den sozialen Netzwerken auf diesen besagten if-blog – Eintrag /1/ stieß, in dem in nicht allzu ferner Zukunft einer Welt ohne Herrenunterhosen das Wort geredet wurde: einer Welt, in der von einem Tag auf den anderen jegliches berechtigte Tragen einer Unterhose bei Männern in Abrede gestellt wurde, da offensichtlich sämtliches Wundreiben, lästiges Jucken, ekelhaftes Kitzeln und männlichkeits-bedrohendes  Einzwicken in messerscharfe Reißverschlüsse ganz offensichtlich ignoriert, geleugnet oder unter einen ‚Kaftan’ gesteckt wurde.

Einem ‚Kaftan’, der angeblich nur der Freiheit diente – nämlich der Freiheit des ‚hemmungslosen Baumeln lassen des Gemächts’ und des damit verbundenen ‚angeblichen Wohlgefühls’!

Dies natürlich mit unabsehbaren Folgen für  Leib – Leben – Gesundheit – Moral – Gesellschaft und Wirtschaft! Nicht nur für Deutschland und der Europäischen Union, sondern letztlich für das gesamte christliche Abendland und Tausende von Unterhosen produzierende Arbeiterinnen und Arbeiter.

Und war der Zeitpunkt wirklich zufällig?

Hatte nicht erst vor wenigen Monaten Putin in der gesamten Eurasischen Wirtschaftszone sämtliche Aktivitäten im Bereich der Damendessous verboten mit ähnlich verheerenden Folgen für TRIGA?

War das etwa nun der ausgleichende gender-erforderliche Gegenschlag gegen die Herren der Schöpfung, nach dem vorher gegen die Damenwelt gewütet worden war?

Und war es wirklich Zufall, dass diese Kampagne ausgerechnet von Bayern ausging? Oder war das vielleicht doch ein abgekartetes Spielchen zwischen Putin und Seehofer?

Aber als Carl all diese Aspekte in der wenige Tage zurückliegenden Besprechung zur ‚Entwicklung neuer Marketingstrategien’ bei TRIGA vorbrachte, war er nicht nur entsetzt über die Gleichgültigkeit  seiner Kolleginnen und Kollegen, sondern vor allem über die Reaktion von Bernie – d.h. von Dr. Osterkorn – dem Leiter des Bereichs Trikotagen bei TRIGA: denn der schien die Tragweite dieses Vorgangs in keiner Weise zu begreifen – wie so oft fehlten ihm auch dieses Mal wieder die Antennen für neue Trends in Mode und Gesellschaft!

Übrigens ähnlich wie Gerlinde beim morgendlichen Frühstück!

Die auch nur lachte und ihn, Carl, fast mitleidig als Spinner abtat, der wieder einmal Gespenstern hinterherlief. Und als Carl daraufhin beleidigt aufstand, ohne seinen Frühstückskaffee ausgetrunken zu haben, den sie immer mit besonderer Liebe und Sorgfalt braute, rief sie ihm noch nach, dass sie erst dann an eine Bedrohung der abendländischen Kultur glaube, wenn Horst Seehofer aus den besagten Gründen bei einem der nächsten Politischen Aschermittwochs in Vilshofen im ‚Kaftan’ daherkäme!

Glücklicherweise wusste Carl, was in solchen Katastrophenfällen, wenn alles schief ging und einzustürzen drohte zu tun war: nämlich ‚nichts’!

Wenigstens dadurch befand er sich wie immer in bester Gesellschaft mit den anderen…

KH

/1/ Mein erstes „Coming Out“

Roland Dürre
Freitag, der 17. März 2017

Wir kurieren an den Symptomen und ignorieren die Ursachen.

Es lebe der Populismus!

Oder
Reden statt Handeln?

Der große Diktator Charly.

Jetzt habe ich die ersten (Wahlkampf-)Auftritte von Martin Schulz erlebt. Auch aus der Ferne habe ich den Eindruck gewonnen, dass hier wieder ein weiterer und zugegeben talentierter Versuch stattfindet, das allgemeine Unwohl-Befinden vieler Menschen als Resonanzkörper für die eigenen Ziele zu nutzen und dazu ein paar Verbesserungen bei Details zu fordern, die aber insgesamt nur ein Kurieren an den Symptomen bedeuten.

Ich habe in diesen Ansprachen das wahr genommen, was man wohl gemeinhin mit Populismus bezeichnet und das wohl das letzte verbleibende Erfolgsprinzip der aktuellen Politiker-Generation ist. Auf die Idee, die Ursachen zu erforschen um dann im Rahmen eines gesellschaftlichen Konsens durch politische Gestaltung Veränderungen einzuleiten, kommt wohl keiner mehr.

So ist mit Martin Schulz in Europa der nächste Populist im Anrollen. Diesmal für die eine „Volkspartei“. Wieder herrscht das Motto in den von mir gehörten Reden vor:

Wir geilen uns an den Symptomen auf und schimpfen sympathisch auf die Missstände, aber an die Ursachen trauen wir uns nicht heran.

Weil das  ja system-kritisch wäre und nach Veränderung schreien würde. Und das geht doch nicht. Besonders nicht bei der SPD. Denn das haben sich die Genossen, sich seit Jahren selber verboten. Weil sie ja wieder an die Macht wollen. Und auch in Regierungsbeteiligung haben sie alles „system-kritische“ vermieden, wo es nur ging. Weil ja „heilige“ Sachzwänge und systemische Notwendigkeiten der Veränderung im Wege sind.

Die Umweltkatastrophe und Zerstörung des Planeten (Plastik, Klima …) oder die gesellschaftliche Polarisierung der Menschheit mir ihren Folgen wie Flucht wegen Lebensraumvernichtung und mehr davon hat sie genauso kalt gelassen und wurde so lieber beim Regieren einfach außen vor gelassen. Weil es nur gestört hätte.

„Sozialdemokratie First“ ist rhetorisch leicht zu kommunizieren. Nur sie zu machen und an die Ursachen ran zu gehen, das ist ein wenig anspruchsvoller. Man will ja nicht (sehr) unbequem sein und niemanden auch mal weh tun. Nicht mal in den Wahlkampfreden erwähnt man sie, denn schlechte Nachrichten sind unpopulär. Besonders wenn man sie nicht mehr ignorieren kann.

Obwohl auch Realität ein tolles Thema sogar für Populisten sein könnte. Unten habe ich ein Video als Beispiel angehängt. Nur wer über Realität spricht, der darf „keine Angst vor der eigenen Courage“ haben. Die Realität muss man aushalten können. Und sich nicht davor fürchten, dass ihre Erwähnung Wählerstimmen kosten könnte. Man braucht also Mut. Und zurzeit scheint Feigheit höher im Kurs zu stehen. Die Angst findet im Kopf statt und sie regiert die Welt auf wahnsinnige Art und Weise.

So versuche ich hier einmal mehr die Ursachen für die Polarisierung unserer Gesellschaft in immer weniger Reiche und viele Arme zu beschreiben. Also genau da wo man als Sozialdemokrat mal ansetzen müsste.

Die Ursachen für Polarisierung sind:

  • die freie Spekulation mit allem, ob Währungen, Unternehmen, Nahrungsmittel, Rohstoffe, Grund & Boden, copyright, Rechte aller Art …
  • ein Eigentumsrecht, das exorbitant und exzessiv individuelles „geistiges Eigentum“ schützt,
  • ein allgemeines Verständnis von Eigentum, dem das „Eigentum verpflichtet“ völlig abhanden gekommen zu scheint,
  • die gesellschaftliche Legitimierung von illegitimer Einflussnahme von Interessengruppen auf Gemeinwohl-Interessen (genannt Lobbyismus als Tatbestand von Vorteilserschleichung).
  • Propaganda inklusive der Verführung und Manipulation auf allen Ebenen auch des Unterbewusstsein als normale Methode des Wirtschaften (genannt Marketing) Verführung, mit dem Ziel das der Betroffene gegen seinen Willen und seine Vernunft handelt.

Obwohl wir es besser wissen, meinen wir immer noch, dass

  • Wachstum vor Gesundheit,
  • Taylorismus vor Ganzheitlichkeit,
  • Shareholder Value vor Gemeinwohl-Ökonomie gehen.

Wann lernen wir endlich, dass

  • die Interessen  der Stakeholder (Kunden, Mitarbeiter …) vor den Interessen der Shareholder gehen und dass in einer
  • Gesellschaft mit Zukunft soziale Gemeinsamkeit und nicht mehr private Besitzstandwahrung das oberstes Ziel von Individuen und Kollektiven sein darf?

Warum reden also Politiker nie über die Ursachen sondern hauen immer nur populistisch auf die Pauke? Und schreiben immer nur ein Herum-Doktern an Details und Symptomen ins Programm? Und warum sind damit auch noch erfolgreich?

🙂 Hier ein Beispiel für „POPULISMUS“, der mir gut gefällt. Wenn Harald Lesch auch nur zum Teil recht hat (und das könnte ich mir sehr gut vorstellen), dann dürften meine oben erwähnten „gesellschaftlichen Besorgnisse“ bald gar keine Rolle mehr spielen, weil es dann nur noch ums Überleben gehen wird.

Ja – genau diese Rede würde ich gerne mal von einem Politiker hören …

RMD

Zwei Magazine, die mir gefallen – oder – Papier, dass sich zu lesen lohnt.

brand eins & enorm!

2008 habe ich mit dem „Bloggen begonnen“ und meine Erlebnisse und Gedanken in IF-Blog.de öffentlich formuliert. Es hat mir Spaß gemacht, das zu erst mal für mich selber zu tun. Dann hab ich mich über die vielen Leser erfreut wie auch an viele Ereignisse und Kontakte, die daraus entstanden sind. Dann habe ich noch ein paar Mitautoren gesucht und gefunden, von denen freilich nicht viele geblieben sind.

Auch an meinem Kennenlernen von brand eins war IF-Blog.de schuld. Das aber weiter unten.

Ausgabe Januar 2017

Die Geschichte von brand eins beginnt offiziell im August 1999.
 2008 gab es brand eins schon im neunten Jahr. Die Vorgeschichte begann sogar drei Jahre früher – in 1996. Trotzdem kannte ich wie viele meiner Freunde brand eins in damals nicht.

Die brand eins-Geschichte selber begann wohl mit einem Interview von Jost Stollmann (1996). Jost war damals noch Chef von Compunet, die InterFace Connection GmbH gab es damals auch schon seit zwölf Jahren. Mit Jost Stollmann verbindet mich nicht nur, dass er IT-Unternehmer ist. Nein, er war wie ich Schüler von Rupert Lay.

Rupert fuhr seinerzeit privat einen roten Dreier-BMW (mit 2.0-Liter-Maschine), für einen Jesuitenpater etwas besonderes. Sein Auto sah meinen roten Dreier-BMW (mit 2.3-Liter-Maschine) zum verwechseln ähnlich. Das hat uns viel Spaß gemacht. Allerdings war Ruperts BMW kein Geschäftsauto sondern ein Geschenk (oder Leihgabe) von Jost. Und Rupert hat sich an seinem schnellen roten BMW und vor allem über dessen Herkunft sehr erfreut.

Jost Stollmann ist übrigens brand eins treu geblieben und hat dort weitere Interviews gegeben (in 2009 und 2012).
(Das frühe Interview von 1996 habe ich leider nicht gefunden. Ich würde es gerne mal lesen. Wenn jemand also einen link darauf hat oder ein PDF oder so etwas, dann würde ich mich freuen, wenn er mir die Info zusenden würde.)

Florian Prange, Unternehmer und Schatzmeister von FÖS.

brand eins jedoch habe ich durch Florian entdeckt. Dr. Florian Prange hatte damals gerade bei InterFace als Senior Consultant angefangen. Er war ein sehr feiner, junger und sozial engagierter Typ. Heute ist er sein eigener Unternehmer und Schatzmeister im Vorstand von FÖS (Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft), auch einer sehr interessanten Adresse.

Der Florian mochte meine Artikel und hat mich deshalb auf brand eins aufmerksam gemacht. Er meinte, dass meine Artikel ein wenig mehr Leser verdient hätten – und dies vielleicht über brand eins möglich wäre.

Ich kannte brand eins damals tatsächlich noch nicht, obwohl es ja schon neun Jahre auf dem Markt war. Die „Pflichtlektüre“ für Manager waren das Manager Magazin oder die Wirtschaftswoche. Beide Illustrierte waren (und sind) mir ein Graus – und brand eins war so ganz anders und viel besser.

So war ich von brand eins begeistert und habe dann so manche Ausgabe an Freunde und Geschäftspartner verschenkt. Das war immer ein großer Erfolg – viele kannten das Magazin auch nicht, waren überrascht und haben sich gefreut, ganz neue Impulse zu bekommen.

Das hat sogar geschäftlich gut getan. Einer meiner Freunde (der IF-Blog-Autor Edwin Ederle) schaffte es mit seinem Unternehmen data2impact (Feine Klitsche) sogar in eine Ausgabe. Und meine für viele Jahre regelmäßige Rezensionen zu brand eins in IF-Blog.de wurden gerne und viel gelesen.

Frau Gabriele Fischer im Vortrag für InterFace (2009)

So entstand auch der Kontakt zu Gabriele Fischer, der Gründerin von brand eins. Dieser führte zu einem großartigen Vortrag von Frau Fischer im IF-Forum.

Leider wollte Frau Fischer damals nicht als „Youtube-Toussie“ enden ( 🙂 so hat sie das selber formuliert), so dass wir auf die Video-Dokumentation ihres tollen Vortrages verzichteten.
🙂 Und so der Nachwelt etwas sehr Wichtiges verloren ging.

brand eins gibt es heute noch – und ist mittlerweile das etablierte Wirtschafts-Magazin nicht nur für Manager! Und es ist immer noch das einzige Papier, das ich in die Hand nehme …

Falsch!

Korrekt muss es heißen: War. Denn ich habe jetzt enorm gefunden. Da geht es nicht so sehr um Wirtschaft sondern mehr um Leben.

Das ging so. Am letzten Freitag vor einer Woche habe ich Peter Felixberger (übrigens gut befreundet mit Gabriele Fischer) kennen gelernt. Peter war unter anderem der Gründer von changeX.

Heute ist er Programmgeschäftsführer von Murmann Publishers. Er ist Herausgeber und verantwortlich für die Redaktion der kursbuch.edition und des Magazins enorm sowie Herausgeber von »Kursbuch auf Weltreise« (Goethe-Institut). Und macht noch manches mehr. Auch mein Freund Andreas Zeuch hat sein letztes Buch bei Murmann veröffentlicht.

Mit Peter Felixberger hatte ich an diesem Freitag ein wunderbares Gespräch. Ich habe viele Gemeinsamkeiten betreffend Werte, Erfahrungen, Interessen und Bedürfnisse zwischen uns festgestellt. So war es für mich sehr schön, ihm zu zuhören; er konnte mich für seinen Verlag und seine Produkte so richtig begeistern.

Er hat mir auch enorm vorgestellt, ein Magazin, dass als Zielmarkt die 20- bis 40-jährigen hat, nach meiner Bewertung aber auch schnell viele Anhänger bei jüngeren und älteren Lesern gefunden hat und finden wird.

Ich kann mir gut vorstellen, dass enorm schon in weniger als  zehn Jahren genauso erfolgreich wie brand eins heute ist. So wage ich  so eine kurze mini-Rezension der aktuellen Ausgabe 06 (Dezember/Januar 2016/2017).

Was begeistert mich an elan?

Es sind zwei Elemente – die Grundstimmung im Heft und die Themen.

Die Grundstimmung würde ich mit fair und achtsam bezeichnen.

Die Themen gefallen mir, weil alles was ich im Heft finde, für mich von hoher Relevanz ist. Die Struktur besteht aus AUFBRECHEN, MACHEN und LEBEN. Unter der Klammer „Jetzt erst recht“ finde ich eine gelungene Sammlung von Themen, die heute wichtig sind. enorm gibt es auch schon seit Januar 2010. Im Archiv auf der Website findet man alle Ausgaben seit 2010, auch immer mit wichtigen Themen. Allerdings sind viele Artikel – abhängig von der Ausgabe – „noch nicht freigeschaltet“. Ich finde das in Ordnung, denn gerade mit wertvollem Inhalt sollte man auch Geld verdienen. Und so gibt es trotzdem genug zu lesen.

Jetzt überlege ich mir, enorm wie damals brand eins an meine Freunde und Geschäftspartner zu verschenken. Gerade in den Abteilungen mit dem unmöglichen Namen für „Human Resource“ (HR) bei den kleinen und großen deutschen Unternehmen könnte enorm vielleicht enorm helfen, die Werte, Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter besser zu verstehen. Und das dürfte jedem Unternehmen gut tun.

Bei brand eins konnte man alle Artikel im Archiv auf der Webseite für umsonst nachlesen. Diese Zeit scheint vorbei zu sein. Allerdings finde ich viele Artikel in brand eins übers Internet – siehe auch die beiden Interviews mit Jost Stollmann. Und auch die Idee Inspiration auf der Website von brand eins gefällt mir gut.

Es lohnt übrigens, beiden Magazinen bei Twitter zu folgen:
🙂 Hier die „accounts“ @brandeins und @enorm_magazin.
Also #FF!

Kaufen und Bezahlen!

Ich meine, dass es die Fairness gebietet, ab und zu auch Papier zu kaufen. Wenn man es selber nicht lesen will, kann man es gut her schenken. Um andere Menschen zu inspirieren.

Also: Am 24. Februar geht es auf zum Kiosk, da wird die nächste Ausgabe von enorm erscheinen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 17. Januar 2017

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.

Complexity made by Visual-Braindump.de.

Dieser Satz, der ja nicht nur Karl Valentin sondern auch Mark Twain, Winston Churchill, Niels Bohr, Kurt Tucholsky (also lauter intelligenten Menschen) zugeschrieben wird, macht vieles klar. Prognosen sind alles anders als einfach – und so ist es auch mit der Planung. Denn die Planung ist die kleine Schwester der Prognose.

So halte ich am Freitag (10. Februar) in Stuttgart genau mittags um 12:00 beim FORUM AGILE VERWALTUNG 2017 einen (hoffentlich agilen) Vortrag mit dem amüsanten Titel:

„Die unumgehbare Unvorhersehbarkeit der Zukunft“

So ein Titel ist natürlich nicht von mir. Ich finde ihn aber treffend, klingt er doch wie die intellektuelle Formulierung der einfachen Tatsache, dass Zukunft eben nicht vorhersehbar ist. So wie man halt in den akademischen Kreisen der Soziologie und/oder Politologie geschraubt lehrt und schreibt.

Wie will ich in die Zukunft hinein planen, wenn ich nicht mal mehr in die Zukunft hinein sehen kann? Das dies nur selten funktioniert werde ich mit ein paar Beispielen belegen.

Auch habe ich vor zu berichten, dass sich private Unternehmen immer dann, wenn es schwierig wird, einfach mal schnell aus dem Staub machen. Besonders gerne lösen sie sich auf, wenn sie über Jahre gute Gewinne privatisieren konnten und zum Ende ihres „life cycle“ dann größere Verluste drohen, die dann mal ganz schnell sozialisiert werden.

Bei Behörden ist dies nicht ganz so einfach. Diese müssen disruptive Situationen überleben, auch dann, wenn private Unternehmen einfach verschwinden. Ganz einfach, weil das Leben weitergeht. Deshalb müssen sie ihre „Resilienz“ bewahren oder noch besser alles tun, „Antifragilität“ zu entwickeln.

Sicher sind Resilienz und Antifragilität auch nur zwei der vielen modernen „Buzzwords“. Sie machen aber etwas wichtiges klar, nämlich dass agile und flexible Strukturen in Zeiten von Veränderung und Wandel doch von wesentlichem Vorteil sind. Und starre Prozesse dann schnell zum Tode eines Systems führen können.

Die Ideen-Tüte des Vortrages ist schon gut gefüllt, jetzt bin ich beim Strukturieren und Verfeinern. Ich freue mich auf den Vortrag und den Dialog mit meinen Zuhörern und würde mich noch mehr freuen, wenn ich in Stuttgart ein paar bekannte Gesichter wiedersehen würde.

Deshalb hier alle Informationen zur Veranstaltung. Die Vorderseite enthält das Programm:

 

Und auf der Rückseite stehen die Details zur Buchung.

Also – dann auf ein Wiedersehen in Stuttgart.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 24. November 2016

„Digitaler Wandel“ – Gedanken zum Vortrag – #nostructure !

Leider habe ich keine Bilder von Vortrag in Nürnberg und Rosenheim.

Leider habe ich keine Bilder von Vortrag in Nürnberg und Rosenheim.

Gerne bin ich in Sachen „Vortrag“ unterwegs. Meine Vorträge halte ich vor allem für liebe Freunde und „gute Sachen“. Dabei versuche ich, keine Wahrheit zu verkünden, sondern gerade auch die Gedanken, von denen ich selber überzeugt bin, in Frage zu stellen.

😉 Weil ich in mir die „Wahrheit“ fühle, dass es eben keine Wahrheit gibt.

Das ist ein schwieriges Thema. Man denke an den Satz:

„Toleranz ist das höchste Gut. Intoleranz ist nur gegen Intoleranz erlaubt. Aber da muss sie sein!“

Denkt ein wenig nach, und Ihr merkt schnell, wo hier „der Hund begraben ist“.

Zurzeit spreche ich überwiegend zu Themen wie „Führung“, „Unternehmertum“ und „Digitalisierung“. Wenn ich einen Vortrag halte, dann lerne ich immer am meisten. So war es auch vorgestern in Kolbermoor als Gast bei der Tech-Division, einem Unternehmen, das ich sehr positiv erlebe. Die Tech-Division sitzt in Kolbermoor in der „Alten Spinnerei“, einem wunderschönen Loft-Bürogebäude.

Die Überschrift meines Vortrages zum Thema der digitalen Transformation war diesmal:
Was bei der Digitalisierung gerne vergessen wird!

Da ich für alle Zuhörer etwas dabei haben will, bringe ich immer so eine Art „kritisches Potpourri“ mit. Ich arbeite wesentlich mit Metaphern. Ich versuche, den Vortrag keiner Struktur zu unterwerfen. Deshalb spreche ich auch prinzipiell ohne Folien (bei großem Auditorium nutze ich emotionale Hintergrundbilder).

Wichtige Standards der Kommunikation (wie Dreisatz oder Fünfsatz, Syllogismen und Logik allgemein) nutze ich nur innerhalb der Bausteine meines „Potpourris“. Früher habe ich viel „Vertriebs-Vorträge“ gehalten. Da wollte ich manipulieren oder zumindest die Zuhörer von meiner Wahrheit überzeugen.

Das ging so:

Ich habe im Vortrag eine (plausible und von meinen Zuhörern gut nachvollziehbare Annahme) X aufgestellt und dann eine logische Kette gebildet: Aus X folgt A , aus A folgt B … und aus Y folgt Z. So habe ich aus X die Botschaft Z abgeleitet und wollte damit beweisen, dass aus einer allgemein gültigen Annahme X, die jeder einsieht, sich eine Folgerung Z ergibt. Z war meine Botschaft, ich wollte die Zuschauer dazu bringen, dass sie sich Z zu eigen machen. Das ist vorbei.

Allgemein arbeite ich in meinen Vorträgen gerne mit Analogien. So beschreibe ich ein Prinzip oder einen Sachverhalt, die eigentlich mit dem Thema nichts zu tun haben, die aber eine Botschaft enthalten, die man auf andere Prinzipien oder Sachverhalte anwenden könnte. Und abhängig von der Einschätzung des aktuellen Moments berichte ich auch noch die Analogie – oder lass die Zuhörer sie selber finden.

Ich bringe ein Beispiel:

Wenn ich über Digitalisierung rede, geht es auch um Infrastruktur. Infrastruktur ist ein spannendes Thema. Wir leben im Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen. Der Mensch hat die Welt wesentlich bis total verändert, dies mit dem Schaffen ganz neuer Infrastrukturen und Technologien. Angefangen hat das schon bei den „Menschenartigen“, von denen wir abstammen.

Zuerst kam vor langer, langer Zeit der aufrechte Gang, die (daraus resultierende ?) Entwicklung von Werkzeugen, dem Entstehen von Denken und Sprache (vor 10.000 Jahren?) gefolgt von der „Verschriftung“ von Sprache (vor 5.000 Jahren?). Diese Innovationen haben wohl die „Informationsgesellschaft“ eingeleitet oder zumindest erst ermöglicht.

Gestartet wurde das Bilden von Infrastrukur im mobilen Bereich wohl mit der Entwicklung von Pfaden, die das „zu Fuß gehen“ erleichtert haben. Mit der Erfindung des Rades (3000 Jahre vor Christi ?) mussten erste Formen von „Straße“ entstehen. Eine wichtige Rolle in der Mobilität hat immer das Wasser (Meer, Flüsse, Seen …) gespielt. So entstand ein Binnen-Netz von Kanälen. Weiter ging es mit Postkutsche, Eisenbahn und mechanisierten und motorisiertem Individualverkehr. So wurde das Straßennetz in einem unvorstellbaren Maß ausgebaut.

Aber nicht nur Menschen und Güter müssen mobil sein. Auch die Geschichten der Menschen brauchten Mobilität. So wurde die Aufgabe des Kuriers erfunden. Die Brief-Post entstand, die Übertragung per Leitung oder Funk, Netze wie das Fernschreib-, Telegramm- oder später Telefonnetz. Heute ist es das Internet. Die Voraussetzung für all das war die Elektrizität. So entstanden Stromnetze für den Transport von Energie …

So berichte ich im Vortrag „Digitalisierung“ gerne von der in meiner Einschätzung größten Infrastruktur aller Zeiten – dem Straßennetz. Wahrscheinlich gelange ich mit dem Auto an fast jeden Punkt auf dieser Welt, wo Menschen wohnen. Überall – sogar auf kleinen Inseln – gibt es Parkplätze, Straßen, Tankstellen und Reparaturwerkstätten für Autos. Jeder Mensch bekommt wahrscheinlich Waren geliefert, die mal in einem Lkw oder Pkw befördert worden sind.

Es gibt kaum soviel Regeln und Gesetze wie in der individuellen Mobilität, die uns vorschreiben, was wir zu tun haben und wie so ein Fahrzeug aussehen muss. Es gibt ein Mindestalter und man braucht einen Führerschein, um sich motorisiert in dieser Infrastruktur zu bewegen.

Mir stellt sich (natürlich) die Frage, was das alles genutzt hat, wenn ich die Ergebnisse sehe: 1.400 Millionen Verkehrstote pro Jahr weltweit. Daneben gesundheitliche Schäden ohne Ende durch Lärm und Abgase. Aber auch indirekt durch Bewegungsverlust und Verfettung. Eine zu betonierte Landschaft. Und vieles mehr. Da liegt doch der Gedanke nahe, das da etwas falsch gelaufen ist. Und, dass man vielleicht aus der Geschichte etwas lernen könnte.

Im Vortrag nehme ich diese große Infrastruktur und den Weg dorthin als Metapher für technologische Entwicklung (Digitalisierung ist für mich ja nur Teil von Technologie). Als Redner muss ich jetzt entscheiden:

Soll ich das explizit machen? Ich rede ja über „Digitalisierung“. Deshalb kann ja jetzt jeder mal ganz von selbst auf die Idee kommen, zu überlegen, wie die Metapher des Straßennetzes für das „Digitale Netz“, sprich dem Internet verwendet werden könnte.

Ich kann auch verbal die Menschen anstoßen, darüber nach mal zu denken und ein paar Impulse geben.

Ich kann aber auch ausführlich Fakten berichten, die zum Nachdenken anregen: Dass das Verkehrsnetz fast jeden Menschen erreicht. Das Internet erreicht zurzeit aber von zirka 8 Milliarden nur etwa 2 Milliarden. Facebook soll angeblich 1 Milliarde Menschen erreichen. Angeblich, weil es Quellen gibt, dass es „nur“ 500 Millionen sind.

Ich könnte die Menschen fragen, was es eigentlich heißt, ein „digitaler“ Mensch und Teilnehmer im Internet zu sein. Reicht es, wenn ich E-mail nutze, chatte, in Facebook bin und gelegentlich in Wikipedia (ist ja auch nur ein Lexikon) etwas nachschaue? Oder muss ich um der Definition zu genügen ein aktiver Teilnehmer sein? Man denke an das schon lang vergessene aber gar nicht so alte Buzzword vom Web2.0 (Menschen werden von „Teilnehmern“ zu „Teilgebern“)!?

So versuche ich ganz bewusst möglichst „chaotische“ und „verwirrende“ Vorträge zu halten. Und freue mich über jede schöne Rückmeldung. Besonders gerne wenn sie dann ein wenig eingeschränkt wird mit Bemerkungen wie „… so klar strukturiert war es aber leider nicht …“ oder „… wenn auch der roten Faden hin und wieder verloren ging …“

🙂 Weil ich dann mein Ziel erreicht habe!

RMD

P.S.
Noch ein Tipp: Wer etwas über Digitalisierung lernen will – eben wie das so funktioniert – dem empfehle ich die Lektüre von Fefe’s Blog, die „BILD-Zeitung für Nerds“ (scherzhaft). Da kann man zu vielen Aspekten lernen.

Gestern habe ich von einem lieben und sehr klugen Freund eine E-Mail bekommen. Der Kern-Absatz war folgender:


Vorgestern hat Siemens Kaeser ein Grundeinkommen gefordert. Er fürchtet um die künftige Beschäftigung – unser altes Thema. Da Du reflektierst, vielleicht findest Du Lust meine These zu hinterfragen, dass Trump durch seinen Protektionismus quasi irrtümlich das Richtige tut. Denn bevor die negative Wirkung des Protektionismus sich wirklich entfalten kann, kommt es durch Industrie 4.0 zu einem massiven Arbeitsplatzabbau. Und da die USA dann wieder mehr Arbeit im Land haben, dürften final mehr Arbeitsplätze überbleiben.

Sicherlich nicht fundiert die These, aber ich kann mir vorstellen, dass es so kommen kann.


So sehen mich Christian und Daniel (© Visual-Braindump) - zumindest letzte Woche auf PM_Camp in Dornbirn.

So sehen mich Christian und Daniel (© Visual-Braindump) – zumindest letzte Woche auf dem schönen PM_Camp in Dornbirn.

Zu Trump kann ich nichts sagen. Ich weiß auch nicht, ob Trump für die USA oder gar für die Welt gut oder schlecht ist. Ich glaube nur, dass die meisten Politiker, Unternehmensführer, Gewerkschaftsbosse und sonstigen gesellschaftlich Verantwortlichen viel Mist machen und wir jetzt die schon lange fällige Quittung bekommen. Weil die Menschen halt die Nase voll haben und ihre Geduld zu Ende geht. Wie bei mir eigentlich auch.

Die These, dass Trump das richtige tut, wenn er die Globalisierung wieder ein wenig an die Leine nehmen will, gefällt mir.  Die von mir „fett“ hervorgehobene und so wie selbstverständlich zitierte Annahme mit dem kommenden Arbeitsplatz-Abbau als Folge von Industrie 4.0 verwirrt mich. Ich höre sie häufig. Genauso wie die Warnung vor dem großen „Service-Proletariat“, welches auf uns zu kommt. Zum letzteren meine ich, dass wir dies schon haben. Ich muss mir anschauen, wie viele Leute ihren Lebensunterhalt verdienen mit „Auto fahren“ oder „für Sicherheit sorgen“ oder ähnlichem.

Ich räume auch ein, dass der Arbeitsplatzabbau in der Industrie möglich sein mag. Wenn wir keine Autos mehr haben, dann gibt es halt auch keine Arbeitsplätze in der Autoindustrie mehr. Das klingt logisch. Wobei ich aber glaube, dass diese dann durch andere herzustellende Güter substitutiert werden. Sozusagen fast vollautomatisch. So wie es immer war.

Nur: Zukunft ist nicht vorhersagbar!

Wenn man sich schon Gedanken über die Zukunft macht, sollte man zumindest nicht so 1-dimensional denken, wie es wohl die großen Unternehmensführer machen, wenn sie jetzt plötzlich und überraschend ein „bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)“ fordern. Ich vermute eh, dass sie jetzt den Trump als neuen „Mr. Erfolg“ kopieren. Und einfach mal etwas fordern. Wahrscheinlich wollten sie auch mal geprügelt werden. Aber tut ihnen den Gefallen.  Der Trump wurde wegen jeder zweiten Äußerung geprügelt – und wahrscheinlich wollte er es genauso …
😉 Weil er ein alter Fuchs ist und die Wahl halt gewinnen wollte. Unter anderem nach dem Motto – viel Prügel, viel Ehr.

So könnte ich mir auch vorstellen, dass wir in Zukunft trotz „Industrie 4.0“ und „digitaler Transformation“ (welche Begriffswelt und Gedankenexperimente hinter diesen Buzzwords auch stecken mögen) vielleicht ganz viel Arbeitsplätze brauchen. Ich bringe ein paar Beispiele:

  • Landwirtschaft
    Wenn wir wieder Nahrungsmittel haben wollen, die diesen Begriff verdient haben, könnte es gut sein, dass wieder mehr Menschen in der Landwirtschaft gebraucht werden …
  • Forstwirtschaft
    Nach meinen Informationen sind heute schon in der BRD mehr als eine Million Menschen in der Forstwirtschaft beschäftigt. Es könnte gut sein, dass der Wald sehr wichtig für uns wird …
  • Handwerk
    Ich meine, dass es hier in Zukunft Möglichkeiten ohne Ende geben wird …
  • Pflege
    Alte Menschen brauchen Ansprache, alte Menschen brauchen Pflege. Und unser Altersdurchschnitt steigt und steigt und …
  • Bildung
    Immer mehr junge Menschen brauchen mehr und mehr Hilfe, um mit ihrem Leben zurecht zu kommen und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden …
  • Infrastruktur (alt)
    Ganz gleich ob Münchner U-Bahn oder Eisenbahn, Straßen oder Brücken – unsere Infrastruktur ist marode. Und wir werden bald nur noch zwei Möglichkeiten haben – Sperren oder Sanieren. Und alles sperren können wir halt nicht …
  • Infrastruktur (neu)
    Ich lese, dass der öffentliche Verkehr auch in der kleinen „Megacity München“ vor dem Kollaps steht. Ich höre Visionen von der „smart city“ der Zukunft.  Das alles fällt nicht vom Himmel.
  • Infrastruktur (Beispiel)
    Vor kurzem habe ich von den Stadtwerken München gehört, dass sie sich intensiv mit der „Kühlung von München“ beschäftigt und davon ausgeht, dass die bald von den Menschen geforderte Kühlung der Gebäude Münchens nicht auf „asisatische Weise“ (auch wegen derer Uneffizienz) erfolgen kann. Man denkt jetzt über Fernkälte als die beste Lösung nach …
  • Tourismus
    Schon heute ist meines Wissens das Hotel- und Gaststätten-Gewerbe in Umsatz und Beschäftigung die stärkste Branche in Bayern. Wer gelegentlich in Peking oder Mumbai ist, der weiß Klima, Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Sicherheit und weitere Attraktionen hier wie vielleicht auch unsere Kulturlandschaft sehr zu schätzen und macht wahrscheinlich gerne bei uns Urlaub. Das könnte ein gutes Geschäft werden. Jedoch: Gastfreundlichkeit geht auch nur über Menschen und Service …
  • Rückbau (Umwelt 1)
    Noch betonieren wir jedes Jahr fleißig Unmengen von Boden in Bayern zu. Das könnte sich aber mal umdrehen (müssen) …
  • Katastrophenabwehr (Umwelt 2)
    Wir werden ersaufen an dem Wasser!“ hat der Astrophysiker Harald Lesch gerade zu den großen Überschwemmungen gesagt, die immer mehr passieren.  Das stand drin im Bayernteil der SZ von heute. Und es könnte gut sein, dass wir in Zukunft uns täglich nicht nur mit Überschwemmungen, sondern mit Tornados, massiven Trockenperioden und vielem mehr rumschlagen müssen und eine Katastrophen-Armee brauchen, die permanent im massiven Einsatz ist …
  • Integration von Flüchtlingen
    Es könnte gut sein, dass das, was wir in den letzten beiden Jahren erlebt haben, nur ein kleine Vorgeschmack auf die Zukunft ist. Wenn wir die Menschen, die dann zu uns kommen, auch nur halbwegs sozial integrieren wollen, ohne in eine weitere Katastrophe hinein zu geraten, brauchen wir ganz viele Menschen.
    😉 Das gilt übrigens auch für die Vermittlung deutscher Leitkultur , auch die muss dann jemand machen …

Ich bin sicher, wenn ich weiter über solche Dinge nachdenke, fällt mir noch einiges mehr ein.

Man sieht, so ganz glaube ich nicht, dass wir in eine Situation kommen können, wo die meisten von uns nichts mehr zu tun haben und wir deshalb ein BGE brauchen.Im Gegenteil, ich fürchte, dass wir mehr als genug zu tun haben werden, um unser Überleben zu sicher. Und dass es nicht mehr ausreichen wird ein wenig unserer Wohlstandsreserven aufzulösen.

Ich halte es trotzdem für wichtig, ein BGE mal auszuprobieren. Aber nicht weil wir keine Arbeit mehr haben, sondern weil wir uns so ein komplexes System mit Dingen wie Kindergeld, Bafög, Arbeitslosengeld, Grundsicherung (Aufstockung, Sozialgeld, Sozialhilfe, Hartz 4, Wohngeld …) Betreuungsgeld, Renten usw. wahrscheinlich in Zukunft auch gar nicht mehr leisten können. Weil wir uns nicht in Bürokratie zu Tode spielen können sondern wieder mal die Dinge anfassen und so richtig arbeiten müssen.

Aber wie gesagt – keiner weiß was die Zukunft uns bringen wird. Und auch im Besitz der Wahrheit ist auch keiner von uns. Und wenn es um Zukunft geht eben schon zwei mal nicht.

RMD

P.S.
Gerade lese ich, dass der große Sechzig-Sponsor in einem „von einer Münchner Chauffeur-Zentrale gemieteten Maybach“ bei der Pressekonferenz der 60iger zur Entlassung ihres Trainers vorgefahren ist … Auch eine Branche, die Arbeitsplätze schafft.

Roland Dürre
Samstag, der 12. November 2016

Interview im DOAG-TV zur „Digitalisierung“

DOAG22016-K-A-Banner-180x180_speakerVom 15. bis zum 18. November 2016 findet die 29. Auflage der DOAG Konferenz + Ausstellung in Nürnberg statt. Ich war dabei und durfte einen Vortrag halten – und für DOAG-TV ein Interview geben. Hier die Fragen und meine Antworten:


Wann und wie begann, Ihrem Verständnis nach, eigentlich die Digitalisierung?

Digitalisierung beginnt für mich mit der “Verschriftung von Sprache”. Das hat ein paar Tausend Jahre nach dem Entstehen von Sprache begonnen, vielleicht so vor um die 5.000 Jahre. Dann kamen die Informationsträger für Schrift – wie Papyros, Papier und IT und Maschinen wie die Druckerpresse, der Bleisatz und schließlich das Internet.

Schrift wurde übrigens zuerst für die Bedürfnisse der Wirtschaft (des Handels) erfunden. Die Wirtschaft ist der Erfinder alles Dinge – nicht der Krieg. Krieg ist bestenfalls eine extreme Art von Wirtschaft – und wie ich finde, eine höchst fragwürdige und pervertierte.

Auch damals waren die Zeiten schon "digital".

Auch damals waren die Zeiten schon „digital“.

Wo stehen wir heute, und was bedeutet die Digitalisierung für das „analoge“ Wesen Mensch?

Der Mensch ist und bleibt ein analoges Wesen. Durch die “Kulturtechniken” wie Lesen und Schreiben wurde der Mensch ein wenig digital. Aber eben nie so richtig. Denn die Umsetzung von digitalen Erfahrungen in sein analoges Vorstellungsvermögen gelingt dem Menschen auch heute noch nicht so richtig. Man denke an das Geheimnis der großen Zahl. Linear ist schwer genug, quadratisch (geometrisch) wird schon sehr schwierig, logarithmisch unmöglich. Wissen Sie, können Sie sich vorstellen, was 200 Billiarden (deutsch) EURO sind (Das ist die Summe, mir der sich die Länder der EU jedes Jahr neu verschulden)?

Den Verlust der Fähigkeit im Kopf oder auf Papier zu rechnen hat schon der Taschenrechner bewirkt. Wer kann noch im Kopf oder auf Papier rechnen? Wer kann noch ohne Rechner eine Wurzel ziehen oder einen logarithmischen Wert berechnen?

Ein Blick in die Zukunft: Wohin wird uns die Digitalisierung führen?

Verblüffender Weise könnte die Digitalisierung zu eine Re-Analogisierung unseres Lebens führen. Früher habe wir digitale Daten mit dem Modem (Modulieren & Demodulieren) in analoge Signale umgewandelt und über eine Leitung gesendet. Und am anderen Ende hat das Modem wieder in digitale Daten umgewandelt. Heute wandeln wir analoge Signale (Ton und Bild) für den Transport in digitale Daten, zerhacken diese in kleine Datenpakete, leiten sie über ein Paketvermittlungsnetz, sammeln und reihen sie dann wieder auf und rekonstruieren das analoge Signal aus den digitalen Daten. (So gibt es auch kein Rauschen mehr 🙂 ).

Was wird kommen?

  • In der Kommunikation: Facilitation wird immer wichtiger. Es wird gelten: Mehr Bilder und weniger Schrift. Mehr sprechen und mehr zeichnen und weniger schreiben. Audio wird immer relevanter – auch als Teil der asynchronen Kommunikation. Podcasts und Videos werden weiter auf dem Vormarsch sein.
  • Ein „rudimentäres Analphabetentum“ wird sich weiter ausbreiten. Die Sprache wird gewinnen. Starke Metapher werden wichtig, das Bewusstsein für “restricted code” und “elobarated code”.
  • Sprach- und Gestiksteuerung wird dominant werden.

So oder anders könnte die Zukunft werden. Aber Zukunft ist halt nicht vorhersagbar.


Soweit das Interview! Einen Vortrag mit dem Titel „Digitalisierung – ein großer Irrtum“ werde ich auf der DOAG-Konferenz am Mittwoch halten. Und habe soviel spannende Themen gesammelt, dass ich gar nicht weiß was ich erzählen soll. Das macht mich aufgeregt. Aber zuerst kommt ja am Dienstag das Interview. Wenn es online ist, werde ich es natürlich auch in IF-Blog verlinken. Und da schon ganz neugierig, was ich dann tatsächlich erzählen werde.

Das Bild entstand übrigens bei meinem letzten Vortrag auf der DOAG-Konferenz in 2015.

"Zur Erinnerung an meinen Vortrag in 2015 (created by Christian Botta")

„Zur Erinnerung an meinen Vortrag in 2015 (created by Christian Botta)“.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 15. Juli 2016

Projekt FRIEDEN. Zwei Varianten.

Projekt FRIEDEN läuft an. Deshalb hier ein paar Gedanken dazu.
Als Impuls und Inspiration – einfach mal zum Nach- und Mitdenken.
Vielleicht sogar zum Mitmachen.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Für einen Start ins Projekt FRIEDEN gibt es viele Wege. So beschreibe ich modellhaft hier zwei sehr unterschiedliche Varianten, wie man das Thema FRIEDEN angehen könnte.

Variante 1 – volle Kraft voraus.

Ein Weg könnte sein, als ersten Schritt ganz konservativ ein Startup zu gründen, das Geld beschafft. Wie das in der „gemeinnützigen Branche“ so üblich ist.

Dort sammelt eine ganze Reihe von sehr kommerziell orientierten Firmen meistens mit Bettelbriefen, Telefonanrufen, übers Fernsehen, durch persönliche Ansprache oder Ähnliches für gemeinnützige Unternehmen das benötigte Geld ein. Die Geldbeschaffer bekommen dafür von ihren Auftraggebern einen gewissen Prozentsatz des eingesammelten Geldes, der gar nicht so niedrig ist.

So könnte man ein Startup-Unternehmen gründen, das ausschließlich im Internet fürs Projekt FRIEDEN Geld einsammelt. Ideen wie man das machen könnte, sind genug vorhanden. Voraussetzung für so etwas wäre natürlich eine absolute Transparenz mit kompletter Offenlegung aller Zahlen.

„Projekt Frieden“ könnte dieses Geld dann für Werbung und Aktionen ausgeben. Das würde allerdings aus Projekt FRIEDEN schnell ein Kapital-orientiertes und so angreifbares „Unternehmen“ machen. Das gefällt mir mir eigentlich nicht. Deswegen würde ich das Projekt FRIEDEN lieber ohne Geld (Stichwort #nocapital) durchführen. Deshalb bevorzuge ich ein anderes Vorgehen.

Variante 2 – sanft, leise und weise.

Die Variante zwei ist, dass wir auf ganz stille Art und Weise nach Menschen suchen, die „so denken wie wir“ und diese für unser Projekt begeistern und so ein „leises und schönes“ Schneeballsystem schaffen. Natürlich suchen wir da auch Menschen, die eine „multiplikative Kraft“ haben. Das ist aber keine notwendige Voraussetzung. Im Gegenteil, alle Menschen sind gleich wertvoll und wir brauchen sie alle.

Mir gefällt daran, dass mir gerade für das Ziel FRIEDEN Werte wie Achtsamkeit, Demut, Neutralität und Rücksichtnahme von herausragender Bedeutung sind. Kapitalisierung befördert jedoch eigentlich immer die Interessen von einzelnen Menschen oder kollektiven Systemen.

Ich mag sanft, leise und weise.

So bevorzuge ich die zweite Variante, weil sie für uns die ehrlichere und vermutlich langfristig die erfolgreichere ist. Auch, weil wir diese Art von Gedanken, die ich in der ersten Variante beschrieben habe, ja als einen Teil des Übels ansehen und metapherhaft gesagt „den Beelzebub nicht mit dem Teufel“ austreiben wollen und wohl auch nicht können 🙂

Aber auch für „sanft, leise und weise“ braucht man wahrscheinlich ein paar Voraussetzungen wie ein schönes Logo und ein Manifest für FRIEDEN. Wie auch ein „Werte- und Kulturpapier“ und vielleicht ein paar einfache aber grundlegende Regeln. Und da ist natürlich professionelle Unterstützung mir sehr willkommen.

Ein möglicher Weg.

Mithilfe des „Prinzips Freundesfreunde“ könnte man ein „Schneeballsystem“ für FRIEDEN starten. Wenn das dann auf Touren käme, wäre das vielleicht ein Weg, das große Ziel zu erreichen!

RMD

actmobcmp_100-300x86#AktMobCmp

Die letzten Wochen habe ich mich zu wenig um das Thema „Aktive Mobilität“ im Alltag gekümmert. Da waren die Themen #FRIEDEN und DIGITALE TRANSFORMATION, meine Enkel*Innen, die Mentées und Startups, die ich ein wenig unterstütze und private Interessen wie Radeln durch Italien. Und manches mehr.

Das tut mir leid, denn laufend erreichen mich Nachrichten und neue Erkenntnisse, die zeigen, dass wir handeln müssen:

  • Die Feinstaubbelastung in allen Städten der Welt steigt auf hohem Niveau weiter.
  • Aufgrund der Verkleinerung der Schadteile durch moderne Technologie (es geht in den Nanobereich) sind diese gesundheitsgefährdender denn je.
  • Die Klima-Katastrophe wird realer, rückt näher und wird immer bedrohlicher.
  • Unser Lebensautonomie ist angeschlagen, unsere Art zu Leben wird immer mehr fremd gesteuert.
  • So opfern wir ferngesteuert das uns Wichtige fremden Instanzen, die uns manipulieren und ihre Interessen über unsere stellen.
  • Die Metrik aus Geld und Profit ist omni-präsent und beherrscht die gesamte Welt und alle Lebensbereiche.
  • Die Manipulationen der uns beherrschenden Großkonzerne werden immer unverschämter.
  • Angst wird immer mehr der wesentliche Treiber von stark zunehmender Irrationalität in Gesellschaft und Politik.

Mein Schluss:
Ich persönlich habe die Nase voll von der neuen Unredlichkeit und schlimmer Doppelmoral. Wir brauchen eine große Transformation, die bei unseren kognitiven Wahrnehmungen beginnt. Mobilität ist eine gute Metapher für die aktuelle Entwicklung und die Notwendigkeit einer Transformation. Sie zeigt auf, was alles falsch läuft und wie wir unsere Einstellungen und Gewohnheiten dringend zu unserem Besten ändern müssen.

Die nächste Chance etwas zu tun ist schon genau in einer Woche! Am 21. Mai 2016 findet in Augsburg das nächste Camp für aktive Mobilität #AktMobCmp statt. Da es in die bayerischen Pfingstferien fällt, hat der Veranstalter das Camp auf einen Tag reduziert. Das Orga-Team freut sich über jeden Besucher …

An diesem Tag wird im Format eines Barcamps ganz intensiv auf die Interessen und Bedürfnisse aller Teilnehmer eingegangen. Die „Teilgeber“ werden ihr Wissen teilen und mit neuen gemeinsam erworbenen Erkenntnissen, Ideen und Plänen und neu gewonnenen Freunden aus dem Tag heraus gehen.

Also meine persönliche Bitte an alle „freundlichen Menschen“, die Verantwortung für Zukunft übernehmen wollen. Probiert das #AktMobCmp in Augsburg aus. Wenn es nur Trägheit ist, die dem entgegensteht, dann überwindet den „inneren Schweinehund“ und kommt! Hier geht es zur Anmeldung.

 

Gestiftet von VisualBrainddump (Christian Botta & Daniel Reinold) Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

Gestiftet von VisualBrainddump (Christian Botta & Daniel Reinold) Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

 

Anfang letzten Jahres sind wir mit einem sehr schönen Camp in Unterhaching gestartet.

Das setzen wir in 2017 – wahrscheinlich am 5./6. Januar und wieder im Kubiz Unterhaching fort.

Ab September werden wir mit neuem Schwung in die Vorbereitung starten, kräftig wirbeln und viele uns mittlerweile gut bekannte Menschen und Institutionen einladen.

Und ich garantiere, auch dieses Barcamp wird wieder viele Menschen zusammen bringen, richtig Spaß machen und wesentlichen Erkenntnis bringen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 10. Mai 2016

Zukunft, Evolution, Transformation & digital!

Am Samstag Abend vor einer Woche sind wir nach Italien aufgebrochen und am Morgen in Orvieto ausgestiegen. Drei Tage haben wir mit dem Rad zum Tagungsort Castel Gandolfo gebraucht. Die Tour zum Albaner See südwestlich um Rom herum war eine tolle Vorbereitung auf das international besetzte
„10th NETWORK MEETING OF THE PETER PRIBILLA FOUNDATION (MAY, 4th – MAY, 6th 2016, ROME)“, bei dem ich dabei sein durfte.

Die Tagung war intensiv und fordernd. So waren wir im Anschluß erstmal einen Tag richtig faul und haben uns in Labico dem Luxus hingegeben. Anschließend sind wir drei Tage durch Italien geradelt. Die erste Tour ging von Labico nach Terracina (zirka 80 km). Dann ging es weiter nach Nettuno (zirka 75 km). Nach Ostia waren es dann von Nettuno nur noch gut 50 km, so dass wir schon am frühen Nachmittag angekommen sind und noch Zeit hatten, das antike Ostia mit dem Rad zu besuchen und Ostia allgemein zu genießen.

Auf den drei Tagestouren durch den wunderbaren Frühsommer Italiens  durch die Provinzen Roma und Latina hatte ich viel Zeit, das Erlebte zu reflektieren. Es war in der Tag ein besonderes Treffen.

Morgen ist unsere Tour zu Ende, es geht nach Rom. Dort wartet der Nachtzug, der uns am Donnerstag früh in München absetzen soll. So möchte ich heute noch ein paar Erinnerungen vom Treffen aufschreiben.

Lido di Ostia, von der zentralen Seebrücke aus bewundert und fotografiert.

Lido di Ostia, von der zentralen Seebrücke aus bewundert und fotografiert :-).

Das Treffen der „Pribilla-Foundation“ stand im Zeichen der „Digitalen Transformation“, die uns immer mehr erfasst, bewußt wird und ein enormes Tempo vorlegt.

Eröffnet wurde die Tagung  von einem Impulsvortrag Manfred Broys, dem Vorsitzenden des Digitales Zentrum.Bayern. In einem präzisen „Rundumschlag“ erläuterte er das Thema „Digitalisierung“. Basierend auf spannenden Fakten machte er klar, was da eigentlich passiert. Ich durfte eine der drei Kurzanmerkungen (3 Minuten) zu diesem Vortrag halten. Hier die Zusammenfassung meines Beitrages, ein wenig ergänzt, denn 3 Minuten sind arg kurz:

„Die digitale Transformation dürfte die Evolution und unsere Zukunft massiv beeinflussen. Vielleicht hilft sie, die notwendige Große Transformation zu schaffen, die die Menschheit dringend braucht.“

Zu jedem der in diesem Satz genutzten Begriffe habe ich eine These aufgestellt, sprich meine „basic believes“ formuliert. Hier sind sie:

  • Zukunft
    Ich meine, dass Zukunft nicht vorhersagbar ist!
    Das ist auch die erste These des für mich großen und leider schon verstorbenen Management-Wissenschaftlers Hans Ulrich aus St. Gallen, der in den 80iger-Jahren mit seinem Aufsatz „8 Thesen zum Wandel im Management“ die Lehre vom Management revolutionierte.
    Es mag zwar möglich sein, wenn man die Werkzeuge der Wissenschaft mit gesundem Menschenverstand anwendet, ab und zu Vorhersagen für die Zukunft zu machen, die richtig sind. Also eine Art von „Botschaft aus der Zukunft“ zu empfangen, die zu korrekt zu interpretieren aber nie gelingt.
    Mir scheint, dass die Zukunft der Menschheit mit der Metapher eines Bootes auf einem Fluss beschrieben werden kann. Der Fluß fließt in „weißes Gebiet“. Das Boot bewegt sich flußabwärts auf dem Fluss.
    Die Flussgeschwindigkeit des Flusses kann man messen wie auch z.B. sein Gefälle und weitere Daten. Daraus lassen sich aber nur sehr begrenzte Schlüsse ziehen, wie es wohl weiter geht. Mit dem Fernglas als Werkzeug kann man ein wenig in die Ferne sehen, aber auch das hilft nur sehr eingeschränkt.
    Der weitere Verlauf des Flusses (wird er breiter oder geht es reißend durch eine enge Schlucht, kommt eine Kehre oder ein Wasserfall oder versickert der Fluß plötzlich im Boden?) ist nicht vorhersagbar.
    Und in dieser Metapher wissen wir nicht einmal, ob die Menschheit das Boot auf dem Fluß oder das Wasser des Flusses ist (oder vielleicht nur ein Fischschwarm?).
  • Evolution
    Evolution hat keinen Zweck. Vielleicht versucht das Leben so sein Überleben zu sichern, wir wissen aber nicht warum und wieso.
    Ich meine, dass – so wie die Zukunft nicht vorhersagbar ist – kann auch die Evolution nicht gesteuert werden. Wir können eben kein „steering committee“ aufstellen und sagen „Bitte steuert die Evolution!“. Das wird nicht funktionieren (so wie es in den großen Unternehmen und sozialen Systemen übrigens auch nicht funktioniert).
  • Transformation
    Ich meine, dass die Evolution als nächsten Schritt wieder mal eine große Transformation machen muss und wird. Die ist notwendig, wenn es mit der Menschheit weiter gehen soll. Sie wird kommen – ganz gleich ob die Menschheit dann weiterleben oder aussterben wird. Wir wissen nichts über diese Transformation, außer dass sie eine für uns wesentliche Veränderungen bringen dürfte und uns wahrscheinlich stark überraschen wird. Der Zeitpunkt für diese Transformation kommt immer näher und dürfte schon in wenigen Generation passieren.
  • Die digitale Transformation
    Es wäre schön, wenn die digitale Transformation zu einem positiven Treiber dieser großen Transformation werden würde. Ich sehe da eine gute Chance. Schon jetzt verändert sich die Welt durch Digitalisierung – wie ich finde – zum Besseren.
    Die freundlichen Menschen vernetzen sich, die Kombination digital+sozial ermöglicht ein konstruktives Miteinander wie es früher kaum möglich war. Dank der „digitalen“ Welt entwickelt sich so etwas wie eine „Aufklärung 2.0“, die mir wichtiger zu sein scheint als das „buzzword“ von der „Industrie 4.0“, die ja nur „normaler“ digitaler technischer Fortschritt ist.

Bleibt die Frage, was wir beitragen können, dass Digitalisierung die Welt positiv verändert?

Ich weiß es natürlich auch nicht. Mein Glaube hierzu ist, dass wir nicht zu viel Reden sollten sondern Handeln müssen. Jeder auf seine Art und Weise, so wie er es am besten kann. Und dies im Verbund und Netzwerk mit den „freundlichen Menschen“ unserer Gesellschaft, wie ich sie auch auf der schönen Veranstaltung in wunderbarer Umgebung tatsächlich so zahlreich kennen gelernt habe!

RMD

P.S.
Auf der Tagung habe ich ein Buch erwähnt, das vielleicht ein wenig helfen kann, eine Ahnung zu bekommen, wie ganz anders schon unsere „kleinen“ Kinder denken – und wie hilflos das alte Denken in Schulung und Bildung dem gegenüber steht (

Erfindet Euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation. von Michel Serres.