Roland Dürre
Montag, der 30. März 2020

Korona-Splitter

Gemalt von Christian und Daniel (©
Visual-Braindump) –  2016 auf dem letzten PM_Camp in Dornbirn.

Hier ein Corona-Gedanken-Potpourri:

Immer mehr bin ich der Auffassung, dass wir (und unsere Administration) auf die Möglichkeit, dass ein neuer Virus bei uns eingeschleppt werden könnte, überhaupt nicht oder wenn dann nur schlecht vorbereitet waren.

Die Regeln des Spätkapitalismus (Globalisierung, Spezialisierung, Taylorismus, Effizienz, Gewinnmaximierung, Optimierung, Steuerung der Gesellschaft durch Lobbyismus ….) haben die Situation natürlich.

Beides könnte man als politisches Versagen einordnen. Wie auch das aktuelle Krisenmanagement, dass die Schäden erst verursacht hat, die jetzt die Krise ausmachen.

Deshalb heute zur Abwechslung einfach Splitter der Gedanken zu und rund um Korona. Sie geben einen Teil dessen wieder, was mich die letzten Tage so bewegt hat.


 

  • Sprachlich korrekt
    Wir sagen, ein Mensch ist an Corona gestorben. Korrekter wäre, er ist mit Corona gestorben. Wir sagen „100.000 Menschen sterben jedes Jahr am Rauchen“. Das ist genauso falsch. Sie sterben an Kreislauf-Krankheiten oder Lungenkrebs, die vom Rauchen vielleicht begünstigt worden sind.
  • Viele scheinen Corona zu nutzen
    um ungeliebte Dinge abzuschaffen.
    Zwei harmlose Beispiele

    • Der Drogerie-Markt hat so einen guten Grund hat, seine beliebte aber unpraktische Rabatt-Regel ab zu schaffen.
    • Der Bäcker, der am Sonntag das Brot vom Vortag seit Jahren zum halben Preis verkauft, hat endlich einen Grund dies zu ändern und auch am Sonntag zu backen und zum vollen Betrag verkaufen.
  • Das Buch vom Marc Elsberg „Blackout“
    ist zu Corona-Zeiten eine gute Leseempfehlung.
    Ich habe Marc Elsberg mal persönlich (auf der DOAG) kennen gelernt. Er hat dort berichtet, die er das Buch „konstruiert“ hat. Unter anderem hat er bei für Katastrophen zuständigen Ministerien der BRD, der Länder und Österreichs nachgefragt, wie sie für die Katastrophe eines längeren Stromausfalls gerüstet wären.
    Heraus kam: GAR NICHT.
    Auf Nachfrage kam dann:
    Man würde auf die Improvisationsfähigkeit der Bürger vertrauen.
    Das erinnert doch an die aktuelle Krise.
  • Der Bundestag hat  2014 den Ausbau des RKI zu einem modernen PublicHealthInstitut beschlossen. Vorher hatten wir ein renommiertes Institut für Seuchenbekämpfung. Daraus wurde dann „Das Institut für die Gesundheit der Bevölkerung Deutschlands“.
    Finde den Fehler!
  • Hessen Finanzminister Thomas Schäfer
    soll Selbsttötung begangen haben.
    Zitate:
    Bis zuletzt soll er daran gearbeitet habe, die durch die Coronavirus-Pandemie ausgelöste Krise organisatorisch und finanziell zu bewältigen.
    Er hat sich wohl große Sorgen gemacht, ob es gelingen könne, die riesigen Erwartungen in der Bevölkerung, insbesondere der finanziellen Hilfen, zu erfüllen.
    Das kann ich absolut nachvollziehen. Wie sollen die Haushalte die kommenden Belastungen verkraften?
  • Dazu habe ich mich in die Situation eines Politiker versetzt. Ich wäre wahrscheinlich auch der Welt wie ein Lemming in die große Corona-Manie gefolgt, dies trotz massiver innerer Zweifel. Dem aktuellen Vorgehen in verantwortlicher Position zu widersprechen, hätte ganz schön viel Zivilcourage erfordert. Die hätte ich wahrscheinlich auch nicht aufgebracht – und hätte so auch mitgewirkt, unsere Wirtschaft zu ruinieren. Und ich könnte dann wohl auch nicht mehr ruhig schlafen
    Jetzt tun mir die Politiker richtig leid, und ich hoffe, dass sich nicht noch mehr umbringen.
  • Eine Institution fällt auch in der Krise nicht besonders auf. Nur durch Untätigkeit und Schwäche. So läßt sie zu, dass Europäische Regionen wieder getrennt werden. Da fragt der einfache Bürger sich, für was man diese Institution eigentlich braucht? Und ob die EU – und der EURO – die Krise überleben können?
  • Ich hoffe auch, dass sich in der kommenden und selbst verursachten Depression nicht zuviele einfache Bürger selbst töten werden.

Eine Frage sei mir zum Abschluß noch gestattet: Gibt es eigentlich – wie Manager sagen würden – eine Planzahl (ich würde lieber sagen eine Erwartungs-Zahl) der Sterbefälle in Deutschland in den kritischen Monaten Januar / Februar / März / April und wie liegen wir da aktuell? Da wir in 2020 die größte Krise aller Zeiten haben, müssten wir da ja deutlich über den Zahlen der Vorjahre liegen. Oder ist das vielleicht gar nicht so, zum Beispiel wegen des milden Winters 2019/2020?

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 14. März 2020

Korona, die Letzte.

Das ist meine letzte Wortmeldung zu Corona. So plane ich das zumindest.

Meine Situation ist ganz einfach. Ich bin Teil einer Familie. Die besteht aus Barbara, sieben Kindern und zurzeit neun Enkeln.

  1. Nach heutigem Kenntnisstand bedroht Korona unsere Familie kaum. Eigentlich bedroht Korona nur mich, da ich der einzige bin, der bald in der Ü70-Risikogruppe ist.
    Damit kann ich leben.
  2. Die Summe der vom Mensch bewirkten Veränderungen des Antropozän bedrohen die ganze Menschheit. Und das massiv, bei nüchterner Betrachtung ist der Schaden schon jetzt irreversibel.
    Damit kann ich NICHT leben.

 

Barbara und ich mit unseren Kindern. Nur die Maresa fehlt noch. Dafür sind Serena, die damals als Au-pair bei uns war und Rasputin der Hund) auf dem Bild.

 

Es wäre schön, wenn unsere Kinder und deren Kindern und vielleicht auch deren Kindeskinder noch auf unserem wunderbaren Planeten Gaia leben können werden. Gaia kommt von Ge (altgriechisch Γαῖα Gaía oder Γῆ Gḗ, dorisch Γᾶ ), deutsch auch Gäa.

Bei Korona bin ich optimistisch und glaube, dass in ein paar Wochen die Ansteckungsfälle stark abnehmen, und keiner mehr von der großen Bedrohung durch eine Pandemie mehr sprechen wird. Und spätestens im Mai wird der Korona-Mythos schon wieder kollektiv vergessen sein. Der DAX wird dann ganz schnell auf 15.000 hochgehen und am Markt werden die Korona-Gewinnler mir Champus öffnen.

Bei Gaia möchte ich auch optimistisch sein, schaffe es aber nicht. Denn ich habe zuviel gelernt und erfahren. Das Antropozän habe ich mir weltweit angeschaut. Und weiß, dass wir handeln müssen. Aber wir tun nichts. Eine physikalische Zerstörung von Lebensgrundlagen ist eine ganz andere Dimension als wenn die Biologie mal über die Stränge schlägt.

So ich wundere ich mich, wie tatkräftig unsere Politiker bei Korona sind. Und wie sie für Gaia total versagen.

Gestern im Fernsehen habe ich Politiker gesehen, die ihre eigene Handlungsstärke gerühmt haben. Besonders aufgefallen ist mir das Duo Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Mit seltener staatsmännischer Größe und großartigen Metaphern haben sie sich selbst und ihre Handlungsstärke gefeiert.

Ich zitiere:

„Es gibt keine Grenze nach oben bei der Kreditsumme, die die KfW vergeben kann“, sagte Scholz. „Wir haben gesagt, das soll unbegrenzt sein.“ Die Bundesregierung taste sich nicht langsam heran, sondern sage von vornherein jede Hilfe zu. „Wir legen alle Waffen auf den Tisch.“

Das ist an sich schon Wahnsinn. Jetzt kommt mein Problem. Selbst wenn – was ich für unwahrscheinlich halte – wir eine richtig große Pandemie kriegen, ist das doch nur ein biologisches Problem, das die Menschheit relativ begrenzt treffen wird. Statistisch könnte sich das als kleiner Rückgang bei der Lebenserwartung sich ausdrücken. WirIm worst case könnten es ein paar 10.000 Menschenopfer sein – überwiegend ältere Menschen wie ich, die ein großartiges Leben hatten und für die es jetzt halt ein wenig früher zu Ende geht.

Die physische Zerstörung des Planeten durch Klimaveränderung, Vermüllung durch Plastik etc., Ressourcenvernichtung usw. hat ganz andere Folgen. Da reden wir wahrscheinlich von Milliarden (1.000.000.000) Menschen. Das ist eine ganz andere Dimension als das bisschen Korona.

Die Folgen von der Zerstörung des Atmosphäre, der Meere, der Böden und von den Quellen des Lebens wie dem Wasser sind wissenschaftlich klarer untermauert als die oft spekulativen Abschätzungen zum Virus. Ich hoffe ja, dass die nächsten Wochen dies schon bald belegen werden.

Jetzt komme ich zum Punkt. Welche beeindruckende Schau von Handlungsfähigkeit hat unser Politiktheater anläßlich eines singulären und eher harmlosen Störfalles in unserer biologischen Menschenwelt aufgeführt. Und viele Sachen verordnet, die vorher nicht vorstellbar gewesen wären.

Gegen die Zerstörung unserer Welt machen sie nichts. Seit bald 50 Jahren wissen wir, wo uns unsere spätkapitalistische Wachstums-Theorie hinbringt. Und irgendwie erscheinen mir Maßnahmen, um das Verbrennen von Kohle zum Zwecke der Stromerzeugung zu beenden und durch vorhandene nachhaltige Technologien zu ersetzen, weniger massiv als das was wir zurzeit erleben.

Dieses zweierlei Maß stört mich: Die schleichende und sich massiv beschleunigende Totalzerstörung des Planeten Erde als Ergebnis des Antropozän interessiert keinen. Wenn aber ein Virus der Gattung „homo sapiens“ ein wenig gefährlich werden könnte und ihr droht, ihre Lebenserwartung vorübergehend ein wenig zu verkürzen, dann wir solidarisch Panik erzeugt.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 3. März 2020

Für Oeconomia auf der Berlinale!

Jetzt bin ich auf der Rückfahrt von Berlin nach München. Es ist angenehm leer in den Zügen – ein Lob auf Corona.

Zwei Nächte war ich in Berlin. Am Samstag Vormittag hingefahren. Am Sonntag Oeconomia angeschaut, und heute am Montag um 10:05 wieder zurück nach München.

Da stehe ich sozusagen vor der Zukunft.

Es war ein schönes Wochenende. Wir haben im Ibis direkt am Berliner Hauptbahnhof geschlafen. Nach der Ankunft am Samstag gingen wir auf Stadtspaziergang. Ein Highlight war das Futurium, das unseren Weg kreuzte und in das wir dann logischerweise rein mussten.

Das Futurium ist ein Haus der Zukünfte, ein wenig größenwahnsinnig dimensioniert, wie die Stadt in der es sich befindet. Erstaunlich, wie viel Geld man für Botschaften ausgeben kann, die eigentlich nur ein wenig Bescheidenheit und Vernunft anmahnen sollen. Ja, in Berlin spielt Geld keine Rolle , weil die Bayern das alles zahlen.

Trotzdem – das Futurium sendet schöne Botschaften aus. Es appelliert an einen verantwortungsvollen Umfang mit den Ressourcen unseres Planeten. Und zeigt auf, dass wir es wirklich besser machen könnten. Und man nicht notwendigerweise alles kaputt machen muss.

Das alles vielleicht mit ein wenig zu viel Design und Arroganz. Monumental wie die ganz Hauptstadt. Aber wenn es etwas hilft, dann soll es mir recht sein.

Nach dem Futurium hatten wir Hunger – und fanden auch gleich einen Inder, bei dem wir lecker und preiswert speisen konnten. So wurde auch die Regel bestätigt, dass man in Berlin besonders gut exotisch speisen kann.

Am Samstag Abend kam das erste große Highlight unserer Reise – der Besuch bei den Stachelschweinen im Europa-Center. Zum 70-jährigen Jubiläum des Kabaretts „Die  Stachelschweine“ wurde das Jubiläumsprogramm „Viel Tunnel am Ende des Lichts“ von Frank Lüdecke gezeigt. Das war herausragendes Kabarett in der Tradition des Hauses.

Es war ein gelungener Abschluss der ersten Abends in Berlin, gleichsam lustig und nachdenklich. Nach einer angenehmen Nachtruhe folgte der Sonntag. Da stand am Nachmittag im Kino Arsenal im Sony-Center am Potsdamer Platz das Highlight an, die Aufführung von Oecomia im Rahmen der Berlinale.

Bis zur Aufführung um 16:30 hatten wir noch Zeit, die wir für einen Rundfahrt vom Hafen Potsdam zu den Schlössern an der Havel nutzten. So verbrachten wir 90 Minuten in einem elektrisch angetriebenen Touristendampfer und lernten mal diesmal kennen, wie der preußische Feudalismus im kreativen Überfluss lebte. Schon irgendwie schön, wenn man als König als einzige Sorge hat, wie man sich auf originellste Art und Weise selbst verwirklichen und Denkmäler setzen kann.

Nach der Schifffahrt ging es zum Potsdamer Platz – als Belohnung gab es vor dem Kino noch „eine echte Berliner Curry-Wurst“. Und dann war der es soweit. Vor Jahren hatte ich Carmen Losmann kennengelernt. Sie hat damals eine Vorführung ihres bekannten Filmes „Work hard, play hard“ begleitet.  Ich kam mit ihr ins Gespräch. Seitdem habe ich bei der Erstellung von „Oeconomia“ mitgefiebert und Carmens Projekt homöopathisch unterstützt. Mit homöopathisch meine ich „mit kleinen Dosen aber hoher Wirkung“.

Es war ein langer Weg zum Film – aber er hat sich gelohnt. Um die Quintessenz des Filmes hier vorwegzunehmen: Es geht eigentlich nur um die Frage, ob zuerst unsere ökologische oder unsere ökonomische Welt zusammenbrechen wird.

Der Film lief auf der Berlinale insgesamt vier mal und war ebenso vier mal ausverkauft und das Echo außerordentlich gut. So trafen wir eine glücklichen Carmen – und waren auch begeistert. Ich hoffe, dass diesen Film viele Menschen sehen werden – und sich von ihm Anregen lassen, ihr Denken und Handeln zu verändern.

Das war gestern. Jetzt bin ich wieder im Zug nach München. Und denke schon jetzt mit ein bisschen Wehmut an die 2 Nächte in Berlin zurück.

RMD

Geschrieben am Montag, den 1. März im Zug nach München, veröffentlicht am Dienstag, den 2. März.

Roland Dürre
Mittwoch, der 23. Oktober 2019

Wasser predigen, Wein trinken.

In Bayern24 findet sich ein interessanter Artikel mit der Überschrift

E-Scooter in Bayern: Von Verkehrswende keine Spur

Zusammengefasst ist die Aussage des Artikels, dass ein mit dem E-Scooter gefahrener Kilometer grob gerechnet genauso viel Kohlendioxid und Umweltschaden verursacht wie ein mit dem Auto zurück gelegter.

Zwei K2-Scooter, nach der Jahr- tausendwende gekauft und bald 20 Jahre gerne von allen Familien- mitgliedern genutzt. Jetzt beginnen sie, den Enkeln Freude zu machen.

Ich zitiere auszugsweise Aussagen aus dem Artikel, der eine Einschätzung der Situation mit den E-Scootern nach vier Monaten widergibt:


… Ein Baustein für die Verkehrswende wird der E-Scooter nicht. Dafür fällt die Klimabilanz viel zu schlecht aus
… laut einer Studie des Mobilitätsberaters „civity“ werden die Roller vor allem für Fahrten von unter zwei Kilometern benutzt – eine Strecke, die die Befragten sonst zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt hätten
… Die Hochzeiten der Nutzung sind abends und am Wochenende – ein Hinweis, dass die Roller eher für Touristentrips und Spaßfahrten
… Eine Alternative zum Auto? Eher nicht …

… Klimasünder E-Scooter? Eher schon …
„Zum einen kann man sagen, was verbraucht die Fahrt eines E-Scooters? Das ist im Vergleich zum Auto geringer. Wenn man aber das nächtliche Einsammeln und die Produktion miteinrechnet, kann man sagen: 100 Kilometer mit dem E-Scooter verbrauchen ungefähr so viel wie mit einem benzinbetriebenen Durchschnittsauto.“ (Quelle Green City) …
Der Leihscooter hat laut Hersteller eine Lebensdauer von rund einem Jahr, auch der Akku, der – anders als beim E-Bike – fest im Roller verbaut ist. Danach muss der Akku recycled werden, die Alu-Teile des Rollers werden Ersatzteile für Reparaturen …

Fast zynisch empfinde ich die Stellungnahme der Landeshauptstadt:

Die Stadt München ist nach vier Monaten trotzdem zufrieden. Sie bekommt Nutzungsdaten von den E-Scooter-Verleihern: Gefahrene Kilometer, durchschnittliche Fahrtdauer, besonders frequentierte Gebiete. Und solche Daten sorgen vielleicht am Ende dafür, dass Fahrradwege breiter und Straßen enger werden. Dann hätte der E-Scooter seinen Beitrag zur Verkehrswende doch noch geleistet.


Und ich zweifel mal wieder an unserer Politik. Diese aktuellen E-Scooter sind doch für uns in der BRD so etwas wie ein neues Produkt. Und da hätte man doch (siehe den rot markierten Text) Zulassung des Produkts eine Vorschrift erlassen können, dass die Reperarturfreundlichkeit sicher stellt.

So wie Ralf Klagges (der Gründer meiner Lieblingsradfahr-Manufaktur Utopia) dafür sorgt, dass bei den Akkus an seinen E-Fahrräderne auch die Zellen, die Steuerung und der GMS/GPS-Teil im Akku relativ einfach getrennt ausgetauscht und repariert werden können. Das sind übrigens Akkus, die das holländische Unternehmen Van Raam herstellt aber gemeinsam mit Utopia entwickelt hat.

Aber solche simplen Gedankengänge sind für die Herren Minister und Ministerialdirigenten im Bundesverkehrs- und sonstigen Ministerien dann doch wohl zu komplex.

Und dann wird halt beteuert, dass man den Planeten schützen will. Aber wenn neue Mobilität zugelassen wird spielt das keine Rolle mehr.

So wie man angekündigt, dass die Bahn preiswerter werden und ihr Angebot erhöht werden soll aber in der Realität die Preise steigen und die Verbindungen reduziert und schlechter werden.

Und weiter Wachstum über ALLES stellt. Eine große Idiotie, die glücklicherweise immer mehr Menschen nicht mehr mitmachen wollen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 22. Oktober 2019

Ein Hauptfehler unserer Gesellschaft!?

In unserer hoch entwickelten und so zivilisierten und kultivierten Gesellschaft läuft vieles falsch.

  • Der Gegensatz von arm und reich wird immer stärker.
  • Die Hälfte des Vermögens der Welt gehört immer weniger Eigentümern, aktuell spricht man von zirka fünfundzwanzig.
  • Immer wieder werden grausame Kriege geführt.
  • Die einen verfetten, die anderen verhungern.
  • Auch in Demokratien wird der Wille der Mehrheit missachtet, wenn er der Position der Mächtigen widerspricht.
  • Der Planet geht kaputt und keinen störts.
  • und so weiter …

 
Dafür muss es doch Ursachen geben. Da fallen mir menschliche Schwächen ein. Da gönnte die Gier und der Neid dabei sein, das unbedingte „Haben Wollen“ und der Egoismus. Denen steht aber so viel Positives und Liebenswürdiges gegenüber, dass es das allein eigentlich nicht so sein kann.

Ist doch ganz einfach!

Ich habe viel darüber nachgedacht und einen massiven gesellschaftlichen Konstruktionsfehler gefunden. Es geht um die Rechtsfähigkeit. Ich zitiere die Definition aus Wikipedia:

Rechtsfähig ist, wer über Rechte und Rechtspflichten verfügt und deshalb rechtsgestaltende Handlungen vornehmen kann.

Aha! Das klingt einleuchtend. Denn das ist ja die Basis unserer Zivilisation.
Ich zitiere weiter aus Wikipedia:

Über Rechtsfähigkeit verfügen von Natur aus nur Menschen, denn sie sind Sender und Adressat der umfassten Gebote der Rechtsordnung.

Das klingt logisch.
Aber (Zitat geht weiter):

Daneben können auch Verbünde von Menschen, juristische Personen, insbesondere private Vereinigungen und öffentliche Körperschaften, von Rechtspflichten und Rechten (z. B. als Eigentümer) betroffen sein.

Das klingt sinnvoll.
Aber schon wird es kompliziert. Denn:

Wird unter „Recht“ eine Ordnung menschlichen Verhaltens verstanden,[1][2] so sind die Pflichten und Befugnisse einer juristischen Person den Menschen zuzurechnen, die in dem Verband organisiert sind, wobei die Verbandsverfassung näher bestimmt, wer welche Pflichten des Verbandes zu erfüllen hat und wer dafür zuständig ist, bestimmte Befugnisse des Verbandes auszuüben (Kompetenz).

Es gibt also natürliche und juristische Personen. Mir scheint, dass beide sehr unterschiedlich sind. Natürliche Personen sterben, ihr Lebe  hat ein natürliches Ende. Juristische Personen dagegen können ewig leben. Das ist kaufmännisch gesehen ein großer Wettbewerbsvorteil! Denn die juristischen Personen haben die selben Rechte – besonders das Eigentum – betreffend wie die natürlichen.

Das mag noch durch gehen, wenn die Menschen (Eigentümer der juristschen Person) hinter der juristischen Person noch sichtbar sind. Aber gilt das noch?

Die französische Aktiengesellschaft heißt sehr treffen „societé anonyme“. Was wird aus der juristischen Person Gesellschaft, wenn die Gesellschafter hinter der Institution nicht mehr sichtbar sind? Oder die Gesellschafter ihr Interesse an der Institution auf den „shareholder value“ reduziert haben!Oder es gar keine Gesellschafter mehr gibt, weil die Gesellschaft die Anteile an sich alle aufgekauft hat. Wenn dann noch Organe und Agenten der Gesellschaft bedingslos und kritiklos bereit sind, dem endogenen Zwecke der Institutionen zu dienen, dann kann man schnell von „anonymen juristischen Personen sprechen“, die vom Kapital gebildet werden.

Diese Überlegung könnte man weitertreiben: Was passiert wenn so eine anonyme Kapitalgesellschaft von einem Computer mit Künstlicher Intelligenz gesteuert wird?

Man sollte sich vielleicht wirklich eine Reform überlegen, die die Rechtsfähigkeit von juristischen Personen von der Rechtsfähigkeit natürlicher Personen differnziert,

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 3. Oktober 2019

RUPERT LAY LESEBUCH

 

Was dem Leben dient.

 

Da steht alles drin.

Ein ganz wichtiges Buch. Das mich tief berührt. Denn es hat eine besondere Geschichte:

Zur Jahrtausendwende hat sich eine kleine Gruppe meiner Freunde im gemeinützigen Ronneburger Kreis e.V. (der mittlerweile aufgelöst wurde) zusammen getan und die vielen Definitionen von Begriffen aus dem alltäglichen Leben wie aus Wirtschaft und Gesellschaft in den Büchern wie aus dem Wirken Rupert Lays gesammelt. Das entstandene kleine Werk haben wir das  „Wörterbuch zur Ethik des Rupert Lay“ genannt und im Ronneburgerkreis veröffentlicht (siehe Bild unten).

Das war eine schöne Sammlung von wichtigen Texten. Es hat mir Spaß gemacht, es immer wieder aufzuschlagen und mich an dem einen oder anderen Artikel zu erfreuen oder sich mit diesem auseinander zu setzen.


In diesem Sommer feierte Rupert seinen 90. Geburtstag. Norbert Copray hatte die Idee, das Wirken von Rupert Lay aus diesem Anlaß mit einer besonderen Veröffentlichung zu würdigen. Es sollte ein großer Überblick der Gedanken Rupert Lays werden, in dem das freie Rumschmökern in anspruchsvollen Texten Spaß macht. Ein schweres Unterfangen, das mehr als gelungen ist.

Die Quelle für das Lesebuch (2002)

Als geeigneten Grundbaustein fand er unser „Wörterbuch“. Aber das „Wörterbuch“ hatte er nur in Papierform vorliegen. So machte es sich auf die Suche nach der digitalen Quelle. Und so fand er mich.

Die digitale Quelle war verschwunden. Aber in der digitalen Welt ist das ja kein großes Problem mehr. Mein Freund Wolfgang Groß übernahm die Aufgabe und stellte kurzer Hand ein hochwertiges digitales Exemplar vom Wörterbuch her. Und Norbert Copray und Erich Ruhl-Bady konnten loslegen.

Und sie haben etwas ganz Großartiges geschaffen. Aus dem Wörterbuch ist ein Lesebuch geworden, dass viel Klugheit, Klarheit und auch Frechheit enthält. Auf fast vierhundert Seiten finden wir ein Feuerwerk von Gedanken, mit denen sich auseinandersetzen lohnt und das richtig Spaß macht. Diese Gedanken findem wir thematisch schön geordnet. Zum Teil sind sie nur eine Zeile lang und selten länger als eine Seite. Richtig schön zum lesen.

So lohnt es sich immer, zwischendurchs ins Buch reinzuschauen. Aber Vorsicht: Man wird förmlich süchtig und bleibt dann schnell eine oder mehr Stunden hängen, und wundert sich dann um diese Jahreszeit, dass es so schnell dunkel geworden ist.

Großen Dank an Norbert Copray und seine Mitstreiter!

RMD

P.S.
Wer sich dieses Buch nicht besorgt versäumt etwas.

Roland Dürre
Sonntag, der 26. Mai 2019

Zeitenwende: Das Ende der digitalen Welt?

Am 16. Mai 2019 war ich von der Regionalgruppe von GChACM und GI eingeladen zu einem Vortrag zum Thema „post-digital“ in München im Hotel Eden-Wolff, ganz nahe beim Hauptbahnhof. Es ging um die Frage, ob und wie das Ende der digitalen Welt möglich sein könnte.

Ich versuche bewusst keine „vertrieblichen Vorträge“ mehr zu halten, mit denen ich irgendjemand von irgendetwas überzeugen will. Deswegen nutze ich auch keine manipulativen und die Zuschauer wie den Referenten einengenden Folien mehr.

Als Vergleich für meine Vortragsart nehme ich gerne die Malerei: Früher war es die Kunst, möglichst gegenständlich zu malen und naturgetreu abzubilden. Dann kamen neue Ausdrucksformen, die sich Impressionismus oder Expressionismus nannten und die zur „abstrakten Kunst“ führten. So ähnlich ist es mit meinen Vorträgen. Ich versuche Farbtupfer dynamisch zu servieren, die inspirieren und zum Nachdenken anregen sollen. Allerdings wird das nicht immer von allen Zuhörern verstanden.

Die Frage: „Wem gehört das Internet“ ist so ein Farbtupfer. Weil für mich das Internet etwas ganz besonderes ist und war. Auch das Internet ist eine Infrastruktur, die man mit Anlagen der Eisenbahn oder den Straßen für den MIV (Motorisierte Indiviual-Verkehr) und LKWs vergleichen kann.

Heute müssen wir akzeptieren, dass es das Internet nicht mehr gibt, das wir gemocht und geschätzt haben. Und dass es jetzt erst richtig los geht, mit Steuerung und Einflussnahme aufs Netz. Die Gangster stehen Schlange, die das Internet „shanghaien“ wollen.

Den Vortrag haben wir – Florian Sesser und ich spontan zu zweit gehalten. Und haben uns gesagt: Hi – wir machen eine Chautauqua :-). Das Wort spricht man so aus.

Als Form der Lehrrede kombiniert die Chautauqua unterhaltende wie auch bildende Elemente in einer miteinander verschränkten Form, die auch die ästhetischen Ansprüche des Leserkreises abdecken und zur Teilnahme motivieren sollte.

Eröffnung:

Vorstellung – Ich sehe mich als auch als “digital evangelist”, so wie die “technologischen Evangelisten von Sun – dieses Jahr feiere ich offiziell “50 Jahre digitales Jubiläum” – und bin ein wenig stolz, dass ich mich als Pionier der 3. Generation bezeichnen darf.

Vorträge, die ich an selber Stelle gehalten habe:
Unternehmer-Sketche (vor um die 20 Jahre, mit Norbert Weinberger und Alois Wolferstetter) und

Ethik und Informatik (vor 11 Jahren)
Heute war genau das das Schwerpunkt-Thema im aktuellem Informatik-Spektrum (Mitglieder-Zeitung der Gesellschaft für Informatik). Das habe ich gelesen – ich hätte Lust zu dem dort Geschriebenen mal kritisch Stellung zu nehmen.

Ich war übrigens mal im Präsidium GChACM – gemeinsam mit Wolf-Rüdiger Gawron. Er lässt sich entschuldigen, weil er in Spanien urlaubt. Höhepunkt in meiner Amtszeit war für mich die lokale Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum der großen ACM (1998) mit Besuch von Charles “Chuck” House in München, der hier von der großen Veranstaltung in USA berichtet hat (1998). Großer Dank dafür geht an den damaligen GChACM-Präsidenten Wolf-Rüdiger Gawron, der dieser Veranstaltung mit Unterstützung der BMW AG organisiert hat (Siemens wollte nicht) einen herausragenden Rahmen gegeben hat!

1997 in USA habe ich es nicht geschafft, bei diesem Jubiläumsfest des ACM dabei zu sein. Bei unserer Veranstaltung in München bei BMW habe ich das von Chuck signierte Buch mit allen Vorträgen von “beyond computing” geschenkt bekommen und konnte das Ereignis nachlesen.

Wie leben wir in 1975 – Hobby Titelblatt im November 1955

Das Buch „beyond computing“ wollte ich zum Vortrag mit bringen, aber leider habe ich es nicht mehr gefunden. Wichtig war, dass bei der Jubiläumsveranstaltung auch (mindestens) drei renommierte Science Fiction Autoren (neben vielen ganz Großen der SW-Entwicklung) dabei waren und über die Zukunft von IT und Software gesprochen haben.

Beim Übersetzen von “Beyond computing” ins Deutsche sollte man immer aufpassen! Habe ich doch gerade von Professor Oliver Kretzschmar (Uni Stuttgart) gelernt, dass “künstliche Intelligenz” in Deutschland anders verstanden wird als “artificial intelligence”, einfach weil “intelligence” im Englischen eine andere Bedeutung hat als “Intelligenz” im Deutschen. Und dies ein Grund für so manches Missverständnis wäre.

Folgende Bücher/Hefte zum Anschauen habe ich mitgebracht.

  • Lexikon der Datenverarbeitung von Siemens in der 7. (und letzten Ausgabe) von 1978. Die erste Ausgabe war übrigens von 1969! Die war so schnell weg, dass es im selben Jahr noch eine zweite und verbesserte gab.
  • 30 Hobby-Hefte von 1955 – 1967 (nach dem Prinzip des Zufalls ausgewählt).
    Absolut faszinierend, Technik, Ingenieursdenke und -wissen werden volkstümlich erklärt. Lauter tolle Hefte, zwei aus heutiger Sicht besonders erwähnenswert:

    • Ausgabe November 1955. Dort finden wir eine präzise Vorhersage, wie wir in 1975 leben werden.
    • Ausgabe August 1956: “Kommt ein Auto geflogen” … aus aktuellem (Was ist wohl der Anlass, dass ich da an Flugtaxis denken??? 😉
  • Und noch ein paar Science Fiction (Issac Asimov im Heyne-Verlag) wie z.B. „ich der Robot“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ich,_der_Robot – veröffentlicht auf englisch in meinem Geburtsjahr!)

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie in der Zukunft liegen (Karl Valentin).

Kommt ein Auto geflogen … Hobby August 1956

Bitte beachten, sogar in den tollen Hobby-Heften geht überwiegend um Autos. Das zeigt auch, wie wir auf den MIV (Mobilen Individual Verkehr) seit einem Jahrhundert geprägt worden sind. Digital kommt wenig vor – wenn dann Morse-Code und ähnliches. Irgendwo habe ich auch mal einen kurzen Beitrag über Verschlüsselung gefunden.

Was habe ich damals gelesen? Nach meinem Wechsel ins Gymnasium (1960) war Karl May out. Und Bravo fand ich auch nicht so aufregend. So wurden SF-Romane (nben Existenzialisten wie Alber Camus) zu meiner Lieblingslesestoff. Die Taschenbuch Edition von Heyne war damals herausragend.

Vielleicht habe mich die SF-Romane zur IT gebracht.  Und da hatte Asimov schon zwanzig Jahre vorher “Ich der Robot …” geschrieben, und in die Gesetze der Robotik beschrieben, die langsam “reality” werden könnte.

Florian Sesser – Junger Unternehmer, der für eine bessere Welt kämpft.

Und den Florian Sesser habe ich auch mitgebracht. Er hat mir das Buch geschenkt, in dem ich die Chautauqua entdeckt habe. Robert Pirsig – Zen and the art of Motorcycle Maintenance (Nachruf NPR)

Dann hat sich der Florian in seiner bescheidenen aber sehr frechen Art vorgestellt. Hier erzähle ich von ihm,

Florian Sesser, Jahrgang 1983, ist ein kreativer Kopf. Er liebt es, simple und elegante Lösungen für schwierige Probleme in der Informatik zu finden. Er programmiert seit seit er acht Jahre alt ist. 2014 war er einer der Gründer des Unternehmens accu:rate, das durch Computersimulation Großveranstaltungen und öffentliche Gebäude sicherer macht.

🙂 Wir wollen die Chautauqua gemeinsam jammen, ich bin (überwiegend) der Vocalist und der Florian spielt die Instrumente. Unsere Lernrede gliedern wir in zwei Blöcke mit je zirka 30 Minuten. Mit “biologischer Pause”. Weil es sonst zu anstrengend werden könnte.

BLOCK 1„Postdigital“

BLOCK 2 “Digital und Gesellschaft”

Wenn es anders läuft – z.B. aufgrund hoher Zuhörer-Beteiligung, dann ändern wir das. Wir können dann z.B. den zweiten Block heute streichen und falls Ihr das wünscht (und Wolfgang einverstanden ist) diesen ein anderes Mal auch hier fortsetzen.

Jetzt zum Inhalt des Vortrages. Ich erspare mir, das Gesagte hier auszuformulieren sondern kopiere die Struktur des Vortrages in Stichworten. Sozusagen als Stoffsammlung in 2 Blöcken. So könnt Ihr Eurer Phantasie freien Lauf lassen!

Gliederung BLOCK 1:

  1. Postdigital
    1. Begriff (Assoziation)
      1. Postfaktisch 🙂
      2. Zeitalter des unverantworteten Geschwätzes (R. Lay)
    2. Digitalisierung: buzzword, also auch „post digital“. Nachschlagen im Internet bringt Ergebnisse.
      1. Definition von “Digitalisierung” (geht für mich mit der Verschriftung von Sprache los). Heute meint man mit dem Begriff so etwas wie Automatisierung basierend auf Algorithmen. Ein buzzword.
      2. In Wikipedia (ziemlich neuer Artikel)
        https://de.wikipedia.org/wiki/Postdigital
      3. Accenture (Berater: Bullshit)
        https://www.accenture.com/us-en/blogs/blogs-paul-daugherty-digital-transformation
    3. Digital ist nicht reversibel? Irreversibel?
  2. Was könnte die “Digitalisierung” zerstören? Frage – Versuch, Antworten zu finden.
    1. Einstieg mit Wikipedia
      1. Wikipedia ist toll (open source, total ehrenamtlich unabhängig, keine Werbung …)
      2. Abfrage ans Auditorium: Wer nutzt, (be-) zahlt, schreibt, administriert …
    2. Infrastruktur des Wissens (2001 gegründet)
      1. Alterssituation und Gender ???
      2. Die Welt alter weißer Männer (Frauen sind die Ausnahme)
      3. Was wäre, wenn Wikipedia zerfällt?
        https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikipedistik/Soziologie
    3. Wikipedia ist das beste Beispiel, dass “Innovation kreative Zerstörung” ist.
    4. Wikipedia hat alle Lexika und Enzyklopädien zerstört.
      1. Wie geht es weiter mit der Infrastruktur des Wissens, wenn die Ehrenamtlichen nicht mehr wollen?
      2. Wer bekommt dann Wikipedia?
        (BRD, UNO oder Privatisierung …)
    5. Folgen für Verlage waren schlimm
      1. Verlust von profitablen Geschäftsmodellen und Unternehmen
      2. Im Gegensatz zum Internet vergessen Konzerne.
      3. Rache (Urheberrecht)
        (befreit, weil gemeinnützig).
      4. Wie man Gemeinnützigkeit NGOs entzieht, wird von Politik und Lobbies gerade geübt
  3. Weitere Beispiele von Gefährdung
    1. Überregulierung und Einflussnahme
      1. Facebook/Google-Beispiel “Impfgegner werden ausgegrenzt”
      2. Upload-Filter
      3. Kommerzielle Veränderung (Vorfahrt für zahlende Nachrichten)
    2. Moorsches Gesetz (1965)
      https://de.wikipedia.org/wiki/Mooresches_Gesetz  Es geht zu Ende! Die Zukunft braucht aber vielleicht weiter exponentielles Wachstum (KI, BIG Data, Blockchain …)

      1. IT hatte die Kraft des Quadratischen
        (Getreidekörner auf dem Schachbrett)
      2. Dreifaltigkeit der Informatik gelangt an Grenzen. Schluss mit exponentiellem Wachstum.
        1. Speicher  – Wir befinden uns im Nanobereich.
        2. Kommunikation – Auf Glasfaser senden wir mit Lichtgeschwindigkeit.
        3. Rechenwerk – Sind Quantenrechner wirklich die Lösung?
    3. Aus Ingenieuren werden Priester
      1. Asimov (Trantor-Trilogie)
      2. Manche Programmiere heute erinnern mich schon an so etwas. Ab und zu habe ich das Gefühle „denn sie wissen nicht, was sie tun“.
      3. Digitalismus – eine Religion. Schmunzeln oder Ernst nehmen?
        Way Of The Future Church ?
    4. Die Infrastruktur zerfällt! Dann könnte schnell Schluss sein mit “weltweiter” Kommunikation.

In diesem Zusammenhang mcht es Sinn, dumme Frage zu stellen. Hier zwei davon:

  1. Wem gehört das Internet – so ganz physisch?
  2. Wie funktioniert es eigentlich?

Ich habe die Fragen gestellt! Das Ergebnis war exemplarisch für die heutige Welt – Inkompetenz aller Orten. Sogar die digitalen Top-Berater der Regierung können solche eigentlich einfache Fragen nicht beantworten!

Bei anderen (alten) Infrastruktur ist das einfacher. Zum Beispiel Straßen-Infrastruktur: Da weiß man, bei jeder Straße wem sie gehört. Und ist in der Regel für die Straße auch verantwortlich.

  1. Gliederung BLOCK 2:
    1. Mit der Kulturzwiebel als Modell kann man Gesellschaft und Kultur beschreiben. Siehe auch http://if-blog.de/rd/die-kulturzwiebel-oder-auf-heldensuche/). Zur „Zwiebel“ gehören auch Produkte, Sprichworte und Witze, Aussehen, all das und viel mehr ist Teil von Kultur.
    2. Welche Rolle spielen die Menschen in sozialen Systemen?
    3. Wie sehen extremen Ränder von sozialen Systemen aus (Familie, Unternehmen, Staaten …)? Dazu definiere ich zwei Pole:
      1. HORG (Abkürzung von @Büronymus für hierarchische Systeme) versus AUTOnom 
      2. Hierarchie (Organigramm-Baum von oben nach unten) versus Netzwerk (vernetzte Teams, die zusammenarbeiten)
      3. Gruppen-basiert (Modell der Reichswehr – Siemens) versus Team-basiert (Micro-Organisation mit Selbstorganisation)
      4. Geheimhaltung versus Transparenz
      5. Bürokratie versus Subsidiarität
      6. Taylorismus (die detaillierte Vorgabe der Arbeitsmethode „one best way“, exakte Fixierung des Leistungsortes und des Leistungszeitpunktes, extrem detaillierte und zerlegte Arbeitsaufgaben, Einwegkommunikation mit festgelegten und engen Inhalten, detaillierte Zielvorgaben für den Einzelnen mit nicht erkennbarem Zusammenhang zum Unternehmensziel sowie Qualitäts-Kontrolle) versus Involviertheit (als Summe von Einbezogensein, Eingebundensein, Aufgabenintegration …).
      7. Prozesse (Henry Ford – Die Kaste der Ingenieure als Vorläufer der Kaste des Management) versus Selbstorganisation
        und erweitert:
      8. Feudalismus versus Selbstbestimmung
      9. Fremdgehörigkeit (Sklaverei) versus Eigengehörigkeit.
        Vielleicht gehören auch dazu
      10. Ratio versus Gefühl
        und
      11. Gewalt versus Gewaltlosigkeit
  1. Bewertung
    1. Das ist Teil des “Betriebssystems”, welches soziale Systeme organisiert.
    2. Rein BLAUE oder ROTE Unternehmen gibt es nicht. Ich weiß auch nicht, was “besser” ist und vermute mal, die Mischung machts. Für mich selber sympathisiere ich aber mit BLAU.
      1. Mafia und Kriegswirtschaft des 3. Reichs im 2. Weltkrieg waren BLAU
      2. Buurtzorg ist ein, vielleicht das Beispiel für ROT.
        (https://www.buurtzorg.com/)
      3. Sklaverei und Leibeigenschaft wurde nur abgeschafft weil unwirtschaftlich und nicht effizient.
      4. Durchsetzen wird sich das effizientere System.
    3. Digitalisierung kann BLAU und ROT unterstützen (Prozesse wie Wissensaustausch / gewaltfreie und offene Kommunikation)
      1. Beispiele BLAU:
        1. Zwangsjacke MS/SAP bei Unternehmen oder
        2. DB: Implementierung des Fahrpreis-Systems (unsinnig aber kaum änderbar)
      2. Beispiele ROT:
        1. Anwendungen zum Wissen teilen.
        2. „Open Source“ …
  2. Die “Agilen” nutzen VUCA (Akronym für die englischen Begriffe volatilityVolatilität, uncertainty – Unbeständigkeit/Unsicherheit complexityKomplexität und ambiguityMehrdeutigkeit) als Begründung für die Notwendigkeit von ROT, weil BLAU nach ihrer Annahme den Anforderungen der Komplexität der heutigen Welt nicht genügen kann. Weil wir neue Qualitäten generieren müssen:
    1. Resilienz
    2. Antifragilität
    3. Meine Meinung ist, dass Schwarz-Weiß-Denken immer unteroptimal ist und die Zukunft auch hier hybrid sein wird.
    4. Meine Sorge: Vielleicht kann man die Probleme der Menschheit nur mit BLAU lösen?
  3. Jetzt treffen wir für ein Gedankenexperiment folgende Annahme:
    Die sozialen Systeme werden von digitaler Organisation beherrscht. Was passiert, wenn künstliche Intelligenz dazu kommt?

    1. Was ist künstliche Intelligenz? Vorschläge:
      1. Selbstlernendes System.
      2. KI ist “die Welt jenseits von Algorithmen“?
      3. Betrachten wir dazu Spiele wie Schach und Go!?
      4. Besteht KI aus banalen Anwendungen wie ALEXA? Eher nicht.
      5. Die schon erwähnten Spitzen-Berater der Politik glaubten zum Teil, dass der englisch sprechende chinesische Nachrichtensprecher-Roboter, ein androides System ist!?

Sehenswertes zu KI (AI)!

Und denkt mal an TAY, der Microsoft soviel Ärger gemacht hat (und den die digitalen Top-Berater oft auch nicht kennen!):

    1. Tay als ein Beispiel für KI-Experimente: https://de.wikipedia.org/wiki/Tay_(Bot)
      1. Was bedeutet das, wenn Künstliche Intelligenz in digitalen sozialen Systemen mitspielt?
      2. Hat Microsoft bei KI schon aufgegeben (Nebenfrage)?
        1. Einstellung Cortana
        2. Wie will Bayern oder Deutschland im Thema KI stark werden, wenn das sogar Microsoft sich nicht mehr zutraut?
        3. Wir schwätzen von Bayern FIRST.
        4. Meine Erfahrung aus Vorträgen bestärkt mich da nicht:
          Ich kenn Leute, die am laut über KI reden (und Leute beraten, die in der Poltik dauernd darüber reden), kannten TAY und den Chinesischen Nachrichtensprecher ROBOT nicht.
        5. China kommt ins Spiel. (Spätestens) seit selbstlernende Systeme die chinesischen GO-Meister vernichtend geschlagen haben, kam der chinesische Aufbruch in die KI. Mit großer Macht und unvorstellbaren Summen an Geld und Forschern.
    1. Was bedeutet die Einbindung von KI in dominierende digitale Steuerungssysteme ethisch (Tay hat gezeigt, dass das übel enden kann)?
      1. Literatur-Hinweis dem Publikum (Prof Bayer): Leben 3.0 – Menschsein im Zeitalter Künstlicher Intelligenz
      2. Asimov (Gesetze der Robotik 1950)
      3. Deutsche Ethik-Konferenz zu künstlicher Intelligenz (Dobrindt 2018), eine Wahlkampf-Aktion, die dokumentieren sollte, wie  vorausschauend und verantwortungsbewusst die Bundesregierung für ihre Bürger in die Zukunft vordenkt denkt.
        Aber

        1. Beschränkung auf autonomes Fahren
          (das Auto steht im Mittelpunkt)
        2. Gedankenexperimente in der Ethik werden zur Spieltheorie. Diese ist seit 1945 als Hilfswissenschaft der Ethik. Am besten wird das bei #filosofix https://www.youtube.com/watch?v=MhOJp1DcabM vom SRF erklärt.
          (Auch hier gibt es Ärger mit Urheberrecht: Auf der Ursprungsseite vom SRF – Schweizer Rundfunk waren Videos für Deutschland gesperrt, die ich dann in Youtube trotzdem sehen konnte. Ärgerlich, so wie das GEZ-Problem (ich kann viele Inhalte im Stream von ARD und CO außerhalb Deutschland auch in Europa nicht sehen, aber schon wenn ich über einen Proxy gehe. Was für ein ärgerlicher Quatsch).
        3. Ethisches #filosofix-Zeug führt nach meiner Meinung zu nichts. Da kann man prächtig rumschwafeln, aber es kommt halt nichts raus. Für mich ist das geistige Onanie.
        4. So war das Niveau auf der Ethik-Konferenz vom Herrn Dobrindt. Es ging nicht um KI allgemein sondern nur um selbstfahrende Autos in Konflikt-Situationen. Anstelle eine Ethik-Architektur in Systemen der KI/AI zu fordern oder überlegen ging es um viele Fallbeispiele wie z. B das 2-Radfahrer-Problem:
          1 Radfahrer mit Helm, 1 Radfahrer ohne Helm. Einer von beiden muss der Situation folgend vom selbstfahrenden Auto überfahren werden. Welchen nimmt das autonome Auto?
          Die Lösung war, dass das Auto den mit Helm nimmt, weil der mehr Überlebenschancen hat. Nette Idee, bringt aber nichts.
        1. Zum Abschluß unserer chautauqua betrachten wir die von Vergabe “social credits in China”.
          1.  Siehe dazu Gerechtigkeitsthorien oder Ausgleichende Gerechtigkeit. Zumindest die Chinesen glauben daran, so Gerechtigkeit generieren zu können. Gutes soziales Verhalten wird belohnt, falsches bestraft. Wie es eine angemessene Gerechtigkeit ein fordert. Das geht nur mit totaler digitaler Überwachung.
          2. Mobilität
            Überqueren der roten Ampel gibt Minuspunkte auch für Fußgänger, Schwarzfahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und falsches Parken … ebenso
          3. Aussagen in Multimedia
          4. Regelverstöße aller Art und Meinungsverstöße
          5. …?
        2. Ist das möglich? JA!
          1. Notwendige Voraussetzung:
            Das geht nur mit IT (social media, Video-Überwachung, big data), die eine totale Transparenz der Bürger schafft und so ermöglicht, das soziale Verhalten jedes einzelnen zu messen und “gerecht” rückzumelden.
          2. Nur: Wer bestimmt, was gerecht ist? Wer programmiert oder “customized” das System? Wer gibt die Regeln vor. Wie entsteht der Konsens dazu?
          3. Meine Sorge: China kommt zu uns.
            Die IT-Produkte kommen aus China. Sie werden das Denken beeinflußen. Der Trend, dass in BRD und EU Freiheit eingeschränkt und Überwachung eingeführt wird, ist bei uns auch schon angekommen.
          4. So haben wir noch eine Variante, wie wir das post-digitalen Zeitalter kommen könnte:
            Die Menschen stümen und vernichten alles, was digital ist. Um sich zu befreien. Ein „digitaler Bildersturm“ fegt alles digitale weg!
          5. Ergänzender Gedanke zu KI/AI:
            Aktuell sind die Sensoren das technologische Thema.

            1. Beispiel aus China: Baby-Überwachung (kleine Box am Kinderwagen meldet, wenn und wie voll die Windel ist).
            2. Beim Angeln gibt uns der „Beißalarm“ Bescheid, wenn ein Fisch angebissen hat und informiert uns über die Eigenschaften des Fangs.
            3. Autonomes Fahren
              Viel diskutiert. Haben wir keine anderen Probleme?
            4. „digitale Fabrik“
              Immer mehr, vielfältiger und billiger produzieren …

Florian mal ganz anders.

Eine neue Definition von KI könnte sein, dass es bei KI nicht mehr um Mensch-Maschine-  sondern um Welt-Maschine-Kommunikation gehen.

Mein Leben als Informatiker war ein Arbeiten wesentlich an der Mensch-Maschine-Schnittstelle (Benutzer- oder Bediener-Oberflächen).

Heute wird an der Welt-Maschine-Schnittstelle gearbeitet.

Das könnte vielleicht auch eine vernünftige Definition für KI sein;

“KI ist, wenn die Software oder das System direkt mit der Welt zusammenarbeiten”.

Und nicht mehr mit dem Menschen.

Oder:

„KI ist, wenn das System nicht mehr determiniert arbeitet (wie neuronale Netze das heute schon tun?)?“

Und wir nicht mehr wissen, was es tun wird.

Zwei WARNUNGEN:

Perfekte Manipulation pro Auto:
Hobby 1957 – 1965

» Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit. «

» Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. «

Benjamin Franklin (1706-1790)

» Jeder Zuwachs an Technik bedingt, wenn damit ein Zuwachs und nicht eine Schmälerung des menschlichen Glücks verbunden sein soll, einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit. «

Bertrand Russell

Das war es dann.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 15. Mai 2019

Die wahren Probleme unserer Welt?!

Zwischen Ruinen. In Südgeorgien.

Ich lese oft, dass wir agil und digital werden müssen, weil alles so „vuca“ wäre. Aber ist das nicht ein Luxus-Problem?

Es gibt doch auch ernsthafte Sorgen. Als Folge von Entwicklungen, die vielleicht sogar das Leben an sich bedrohen.

Zurzeit steht die Klimakatastrophe im Zentrum unserer „medialen“ Sorge. Es geht darum, dass die Erwärmung des Planeten verursacht und beschleunigt wird durch die maßlose und immer noch steigende Freisetzung von Kohlendioxyd durch den Menschen und seiner Maschinen.

In einem Dialog mit einem wissenden Menschen ist mir bewußt geworden, dass es noch viel mehr kritische Punkte gibt als nur die von der Verbrennung der fossilen Rohstoffe verursachte Veränderung des Weltklimas.

Ich meine, dass die Ursachen für die vorhersehbaren Probleme geistig und materiell sind. So liste ich mal auf, welche Geisteshaltung dahintersteckt und welche Auswirkungen diese auf unseren Planeten hat. Und nehme immer kurz ganz persönlich Stellung, wie ich da mein eigenes Verhalten einordne.


Als „systemische“ Ursachen für die Misere habe ich zwei (Haupt-)Gründe gefunden.

  • Konsumismus und Kapitalismus
    Die menschliche Gier, unsere Freude an Bequemlichkeit und unsere Jagd nach besonderen Erlebnissen scheint mir eine wesentliche Ursache für die betrübliche Entwicklung unseres Planeten zu sein.
    Wenn ich mein eigenes Leben hier einordne, dann habe ich ein Problem. Ich habe über Jahrzehnte Konsumismus praktiziert und bin auch heute noch dabei. Viele Jahre habe ich viel zu viel Zeug gekauft. Vom kapitalistischen System habe ich profitiert, mein Leben hat es gut mit mir gemeint. Ich kann mich nicht beschweren, außer dass die Welt jetzt ziemlich kaputt ist.

 

  • Fixierung auf Wachstum
    Die Wachstumsprediger habe ich schon in der Schule nicht verstanden. Da war ich schon immer der skeptische Aussenseiter. Das Wachstumsdenken ist nach meiner Meinung absolut kurzsichtig und dumm, besonders im globalen Maßstab. Die Annahme, Wachstum könne unsere Probleme lösen, ist Ursache der Selbstzerstörung der Menschheit.

 

Jetzt zu den konkreten Folgen und physischen Ausprägungen:

  • Rüstungsindustrie und Krieg
    Diese Kombination erscheint mir als das größte aller Übel, die unsere Welt schädigen. Ich meine, wir zerstören uns hier selber maximal und das immer noch mit steigender Tendenz. Bei uns in Deutschland zerstört die Bundeswehr unsere Umwelt sogar im Frieden.
    Warum kapieren die Menschen nicht, dass Rüstung und Kriege nicht nur grausam und unsinnig, sondern auch schlichtweg dumm sind?
    Ich selber bin überzeugt, dass eine Zivilisation sich als solche nur bezeichnen darf, wenn der individuelle wie kollektive Verzicht auf Gewalt zum selbstverständlichen handlungsleitenden Wert geworden ist und meine, dass diese Utopie zu erreichen ist. Und gehe sogar davon aus, dass die Menschheit mehrheitlich dies will und dies so auch möglich ist.
    Um Kriege zu vermeiden, muss man die Rüstungsindustrie abschaffen. Denn die Analyse der Kriege zeigt, dass Kriege immer gemacht worden sind. Mir scheint da oft eine unheilvolle Allianz von Geheimdiensten und Rüstungsindustrie zu existieren. Die Rüstungsindustrie braucht den Krieg, die Geheimdienste implementieren ihn.
    So bin ich betroffen, dass Bayern den mit Abstand größten Anteil an den deutschen Rüstungsexporten hat.
    Ich selber bin hier ethisch gescheitert. Schon bei der Gründung der InterFace Connection und später gemeinsam mit unseren Mitarbeitern haben wir beschlossen, dass unser Unternehmen keine Aufträge für die Rüstungsindustrie annimmt. Wie sich dann unser Unternehmen – vom Markt erzwungen – vom Produkthersteller zum Dienstleister transformieren musste, wurde das durch einen Auftrag von einem Panzer herstellenden Unternehmen wesentlich erleichtert. Der schöne Vorsatz wurde dann der wirtschaftlichen Realität geopfert. Obwohl es wahrscheinlich nicht notwendig gewesen wäre.
    So meine ich, dass ohne Auflösung der Rüstungsindustrie und dem Einstellen aller Kriege die Rettung des Planeten nicht möglich sein wird. Prio EINS ist also die Einführung eines globalen Friedens.

 

  • Vermüllung des Planeten
    Ich weiß nicht, was dem Planeten mehr schadet. Ist es der von uns geschaffene radioaktive Müll, das in die ganze Welt verteilte Plastik oder die allgemeine Verteilung der Elemente des Perioden-Systems in die Umwelt?
    Mein Beitrag zu diesem Problem ist da. Schon seit Jahren kaufe und esse ich mehrheitlich keine Nahrungsmittel mehr, die wie z.B. Joghurts und sonstige Milchprodukte in einem Plastikbecher oder Tetrapak verpackt sind. Auch Flüssigkeiten (gleich ob Bier, Wasser oder Dosenmilch) oder Nahrungsmittel aus Pet-Flaschen oder Dosen meide ich, wie der Teufel das Weihwasser. Manche meine Mitmenschen schmunzeln da über meine Eigenheit.
    Nach meiner Erfahrung kann man auf die meisten Plastikverpackungen und Dosen wirklich gut verzichten. Darüber hinaus sehe ich immer noch beliebig viel Verschwendung. Ich esse immer gerne Essiggurken, und jedes Mal empfinde ich die Vernichtung des wunderschönen Glases mit Deckel als unsinnig. Auch wenn das Glas recycelt wird. In meiner Kindheit war das Einweck-Glas eine wertvolle Ressource. Und die Mutter hat jedes Jahr Essig-Gurken eingemacht.

 

  • Jetzt kommt das Kohlendioxyd-Thema
    Dass es eine Korrelation von Erwärmung der Atmosphäre und der Höhe des Kohlendioxydanteils gibt, ist mittlerweile akzeptiert. Ein paar bezweifeln noch, dass die Kausalität beim Menschen liegt, der das Kohlendioxyd freigelegt wird.
    Mein Beitrag ist immer noch unteroptimal. Am positivsten ist, dass ich auf das Auto zumindest in der Form verzichte, dass ich schon seit Jahren keine Autofahrt mehr gemacht habe, bei der ich alleine im Auto oder im Taxi war. Das hat mir gezeigt, dass man zumindest als Einzelreisender auf das Auto absolut verzichten kann. So bin ich individuell nur noch mit dem Fahrrad und dem ÖPNV unterwegs. Und fühle mich damit überhaupt nicht im Nachteil, im Gegenteil es tut mir gut. Auch Einkaufen geht mir dem Fahrrad sehr gut. Mein Allgemeinbefinden hat sich durch das Streichen des Autos für mich als Mobilitäts-Werkzeug psychisch wie physisch deutlich verbessert.
    Andere Sorgen begleiten mich noch. Zum Beispiel das Fliegen. Die letzten Jahre habe ich immer mehrere Langstreckenflüge gehabt. Immer zu einzigartigen Zielen, die mir unheimlich viel gegeben haben.  Hier fällt mir der Verzicht – im Gegensatz zum Auto – sehr schwer.  so weit wie möglich zu reduzieren.

 

  • Ende der Artenvielfalt
    Das Ende der Artenvielfalt bedeutet für mich so etwas wie der Beginn des Endes des Leben. Warum sollte der Mensch als einziger überleben, wenn die Biologie in ihrer Vielfalt nicht mehr funktionieren kann. Das klingt doch sehr unlogisch.
    Meine Beiträge halten sich im Rahmen der Möglichkeit eines Bewohner eines Häuschens mit einem kleinen Garten. Kein Gift für den perfekten Rasen und die richtigen Pflanzen fürs Leben.

 

  • Ernährung
    Heute ist für viele Menschen eine Mahlzeit ohne Fleisch gar nicht mehr denkbar. Deutschland ist zu einem der größten Fleischexporteure der Welt geworden.
    Ich meine, das macht doch keinen Sinn. Tierfabriken produzieren auf unappetitliche und grausame Art und Weise als industrielles Massengut. Mit Kalorien aus der ganzen Welt.
    Wie ich jung war, gab es in der Familie in den fünfziger Jahren nur am Sonntag den danach benannten Braten. Werktags waren in der Regel fleischlose Mahlzeiten angesagt. Dann kam in kleinen Schritten der Wohlstand. Am Dienstag Abend wurden die „Wiener Würstchen“ und am Freitag ein geräucherter Hering zum festen Bestandteil des Speiseplans. Das war noch etwas besonderes. Und dann ging der Wahnsinn los …

 

  • Bodenverbrauch
    Ganz gleich ob es für Verkehr, Wohnen, Fabriken oder Energie ist, wir vernichten täglich Boden ohne Ende. Manche von uns haben zwei Wohnungen, die meisten dann noch einen Arbeitsraum dazu. Die Wohnungen werden laufend größer. Eine Einzelperson braucht mindestens ein Zweizimmer-, ein Paar eine Vierzimmerwohnung. Senioren bewohnen alleine das Haus zu Ende zu Ende. Der Wohnraumbedarf wird pro Kopf jedes Jahr größer.
    Ich bin froh, dass uns gelungen ist, unser schönes großes Haus nach dem Auszug der meisten Kinder aufzugeben und in ein kleineres umzuziehen.

 

  • Regulierung der Flüsse
    Gerade habe ich wieder eine Studie gelesen, wie verheerend die Folge der Regulierung der Flüsse auf unsere Welt sind. Allein das war schon eine sehr nachdenklich machende Geschichte.
    Ich bin öfters am Main entlang geradelt. Auch an den schiffbaren Teil. Und wundere mich immer, wenn ich in Sommerhausen auf der Terrasse der „Gaststätte Anker“ sitze, dass ich so selten ein Schiff sehe. Das dann meistens ein Fluß-Kreuzfahrer ist. Dabei sollte hier der ganze Verkehr vorbeiziehen, für den der Rhein-Main-Donau-Kanal als die wichtigste Schiff-Fahrtstraße gebaut und die Donau ausgebaut wurde. Ähnliches denke ich mir, wenn ich an das neue Schiffshebewerk Niederfinow für den Verkehr auf Neiße und Oder denke.
    Hier kann ich wahrscheinlich nicht mehr dazu beitragen, als gegen den immer wieder versuchten weiteren Ausbau der Donau zu sein.

 

  • Wasser
    Wasser ist Basis von Leben. Trotzdem vernichten und beschädigen wir in großem Stil unser Trinkwasser in großem Stil.
    Ich bemühe mich, Wasser zu sparen. Das hat mir schon mein Großvater beigebracht. So versuche ich, der Verschwendung entgegen zu wirken. Wenn ich Schwimmen gehe, dann dusche ich halt nicht zu Hause. Wie ich meine, dass einmal am Tage gründlich waschen genügt. Wir haben drei vom Dach gespeiste große Wasserbehälter und nutzen diese, um den Garten zu gießen. Leider habe ich es noch nicht geschafft, die Toilettenspülung weg von Trinkwasser auf Brauchwasser umzustellen.

Die konkreten Bedrohungen sind vielfältig.

Das Thema mit dem Kohlendioxid steht bei mir nur an 3. Stelle. Eigentlich ist das egal, weil alles zusammengehört und ohne eine Veränderung unseres „mind sets“ (vielleicht zu übersetzen mit „Handlungs-Mentalität“) im Sinne von Abwendung von Konsumismus, Kapitalismus und Wachstumsglaube wird keine erfolgreiche Wende möglich sein. Allein die „geistige Veränderung“ dürfte eine kaum zu bewältigende Herkules-Aufgabe sein.

Alle konkreten Bedrohungen (Rüstung, Vermüllung, Kohlendioxid, Artenvielfalt, Ernährung, Bodenverbrauch, Regulierung der Flüsse, Wasser …) hängen zusammen. Wahrscheinlich gibt es noch mehr. Wir müssen alle angehen und dürfen uns nicht nur auf ein Thema wie Kohlendioxid kaprizieren. Eine Umstellung unseres Lebensstiles wird Teil der Transformation sein müssen. Es geht um das gesamtheitliche Umdenken und Verändern unseres Lebens. Die Frage könnte sein: Lohnt das sich noch – oder sollen wir lieber noch ein wenig auf dem Vulkan tanzen?

Mein Verstand sagt mir, dass es für die Rettung schon zu spät ist.

Im Anthropozän wurden Entwicklungen eingeleitet, die sich verselbstständigt haben und Folgeentwicklungen bewirken werden, die die ganz große Katastrophe erst noch auslösen und den Untergang wahrscheinlich beschleunigen werden.

Mein Gefühl sagt mir, dass Resignation der falsche Weg ist.

Deswegen darf es auch kein „WEITER SO“ geben und wir sollten „eine große Transformation“ zumindest probieren. Soll diese Transformation gelingen sollen, wird sie ALLES verändern müssen. Dies wird nur global funktionieren und muss extrem lokal beginnen.

Und ich meine, wir sollten es gemeinsam probieren! Und wundere mich, dass Politik, Wirtschaft und viele gesellschaftlich relevante Institutionen gar nichts dazu beitragen.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 16. März 2019

MACHT in sozialen Systemen

Im letzten Artikel habe ich über die drei Begriffe FREIHEIT, LIEBE und MACHT nachgedacht.

Als ich noch mächtig war 😉

Quasi als Fortsetzung zu diesen Überlegungen beschäftigt mich heute die Frage:

Wie ist das mit den Unternehmen und allgemein der Gesellschaft und der MACHT?

Die MACHT spielt auch im Kontext mit Bewegungen wie  #newwork, „demokratisches Unternehmen“ und intrinsify.me eine wesentliche Rolle. MACHT bestimmt nicht nur in Unternehmen, sondern auch das politische System, das unsere soziales Zusammenleben als Staaten organisieren will.

MACHT gehörte immer wie selbstverständlich den Männern. Bei uns immer noch den alten weißen Männer. Frauen waren und sind es wohl immer noch außen vor, es sei denn sie gebärden sich wie Männer. Und die Kinder werden klein gemacht, wenn sie sich zu Wort melden – weil sie sich um ihre Zukunft sorgen.

Die MACHT ist relevant in Kirchen, Vereinen, Familien und Beziehungen, also sozialen Systemen aller Art. Da sieht es auch nicht anders aus. Es geht immer darum, wer an der MACHT ist und wer nicht.Wer die MACHT hat, dem geht es besser.

Gestern

Seit der Antike gibt es in unserem Kulturkreis eine herrschende Schicht, die die Macht hat. Im Mittelalter hatten wir Feudalismus und Prekariat. Schon in Griechenland gab es Bürger und Sklaven. Bei uns im Mittelalter gab es Herren (Grundbesitzer, Adel, Kirchenfürsten), ein paar freie Bürger und Leibeigene (die Leibeigenschaft ist eine auch eine Art von Sklaverei). Die Leibeigenschaft war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Ländern Europas auf dem Land – sprich dort wo die wichtigen Lebensmittel hergestellt wurden – ganz normal. Stadtluft mach frei – so fing die Eigengehörigkeit in den Städten an. Und dann kam die Revolution und die Aufklärung mit ihren nationalen Kriegen.

Wie ging es weiter?

Heute

Heute gibt es eine Mittelschicht. Noch? Die hängt zwischen den ganz Reichen und den Armen. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Mittelschicht scheint zu verschwinden.

Morgen

Da vermute ich, dass es dann wenige und sehr Reiche geben wird. Die ganz große Mehrweit wird Teil des Prekariat. Wir schlagen nach:

 


Pre·ka·ri·at
/prekaˈri̯aːt,Prekariát/
Substantiv, Neutrum [das] Politik • Soziologie

Bevölkerungsteil, der, besonders aufgrund von anhaltender Arbeitslosigkeit und fehlender sozialer Absicherung, in Armut lebt oder von Armut bedroht ist und nur geringe Aufstiegschancen hat.


 

Das Fremdwort Prekariat kann man sich über prekär gut merken. Die Angehörigen des Prekariats werden in „prekären“ Lebensverhältnissen leben. Auch da schauen wir wieder nach, was heißt prekär?

 

pre·kär
Adjektiv
bildungssprachlich

  1. so beschaffen, dass es schwierig ist, richtige Maßnahmen, Entscheidungen zu treffen, dass man nicht weiß, wie man aus einer schwierigen Lage herauskommen kann
  2. eine prekäre [wirtschaftliche, finanzielle] Situation“

 

Die Prekären werden ziemlich rechtlos sein, beherrscht von einer Oligarchie aus Parteien und Verbänden. Als Folge von Klimakatastrophe, Zerfall der Infrastruktur und ähnlichem werden die Menschen im Prekariat die ganz große Mehrheit sein. Gelenkt wird sie durch die Religion des Konsumismus. So könnte eine neue Sklaverei entstehen, die aber nicht mehr auf Fremdgehörigkeit fusst, sondern sie wird durch Überwachung und Manipulation in Abhängigkeit gehalten. Diese große Mehrheit dürfte von einer kleinen Schicht eines pseudo-demokratischem Feudalismus beherrscht werden.

Ein kurzes Jahrhundert haben wir geglaubt, dass die Demokratie die „Bürger“ zum „Souverän“, also den Mächtigen gemacht hat. Wir stellen jetzt überrascht (?) fest. dass dies eine Illusion war.

Wir können jetzt nur hoffen, dass es auch in Zukunft noch für Brot und Spiele reichen wird.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 11. März 2019

Wem gehört das Internet … ?

I wonder if he knows the answer?
Römische Kopie eines griechischen Platonporträts, das wohl von Silanion stammt und nach dem Tod Platons in der Akademie aufgestellt wurde, Glyptothek München.

Ich behaupte ja, dass man erst nach Lösungen suchen soll, wenn man die „richtigen“ Fragen gestellt hat. Mich beschäftigt zurzeit, nicht nur in meinen Vorträgen, wie es mit der Digitalisierung weiter gehen wird.

Ich fürchte, dass das Internet auf verschiedenen Ebenen gefährdet ist. Also überlege ich mir zentrale Fragen.

Eine ganz wichtige Frage dazu ist:

Wem gehört das Internet?

Das meine ich genauso, wie ich es schreibe. Mein Smart-Phone wie meine Rechner, die ja auch Teil des Internets sind, gehören mir. Aber wem gehören die ganzen Leitungen und Rechenzentren, die es für das NETZ braucht? Und wer hat die Definitions-Hoheit? Wer beschließt eine Umstellung der Protokolle, wenn dies aufgrund von Nutzer-Veränderung notwendig sein sollte? Wer regelt die Sicherheit? Wer hat die Verantwortung, wenn die Infrastruktur kaputt ist?

Die Frage habe ich jetzt auch schon ein paar Mal gestellt. Weil ich die Antwort nicht weiß. Ich habe sie sehr klugen Menschen gestellt, die normaler Weise alles über Digitalisierung und verwandte Themen wissen. Aber auch die konnten sie mir nicht beantworten.

Aber vielleicht wissen das meine Leser?

Dann beantwortet bitte auch gleich weitere Fragen, wie zum Beispiel:

Wem gehört Wikipedia?

Unsere riesige Lexika-Infrustruktur. Die einzigartig unabhängig und frei ist. Auch frei von Werbung. Die keinem Konzern und keiner Partei gehört. Von Ehrenamtlichen gestaltet und von Spenden finanziert wird. Ein wunderbares Beispiel für „Open Source“. Etwas, auf das die Internet-Community stolz sein könnte.

Was machen wir, wenn es nicht mehr genug Wikipedianer bereit sind, diese immer wachsende Infrastruktur weiter zu pflegen? Wenn die Technologie veraltet und das System verfällt. Wer bekommt oder übernimmt das Wikipedia-Imperium, wenn es zusammenbricht?

Oder habt Ihr da noch mehr so spannende Fragen? Wie z.B. was mir machen, Youtube und ähnliche Dienste abgeschaltet werden?

Freue mich über Antworten und Fragen.

RMD