Edwin Ederle
Sonntag, der 7. August 2011

Atomkatastrophe von Fukushima – eine Medienerfindung?

Mehrmals pro Woche höre ich in den Nachrichten von der „Atomkatastrophe von Fukushima“ und ärgere mich, weil das doch wieder eine pure Erfindung der Medien ist – entweder auf der Suche nach noch mehr Aufmerksamkeit oder um uns zu manipulieren.

Was ist eine „Katastrophe“?

Es gibt eine DIN-Norm (13050), die Begriffe aus dem Rettungswesen definiert (kaum zu fassen!!!).

Wikipedia beschreibt „Katastrophe“ als „ein Schadensereignis mit einer Zerstörung der örtlichen Infrastruktur, das mit den Mitteln und Einsatzstrukturen des Rettungsdienstes alleine nicht bewältigt werden kann.

Interpol meint „A disaster is an unexpected event causing the death or injuring many people. Many different kinds of events can lead to disasters„.

Ohne die Lage im japanischen Atomkraftwerk beschönigen oder Auswirkungen auf die Welt negieren zu wollen: Katastrophe? Wohl kaum! Meines Wissens ist dort nicht ein Mensch gestorben – auch hat das Atomkraftwerk die örtliche Infrastruktur wenig zerstört.

Es gab in Japan ein Erdbeben und einen Tsunami, was zu mehr als 20.000 Toten und Hundertausenden Obdachlosen geführt – aber von denen redet niemand – denn das passt so wenig in unser Medienhysterie. Das war eine Katastrophe! Irgendwie warte ich auf den Tag, wo erklärt wird, dass das Atomkraftwerk in Fukoshima das Erdbeben ausgelöst hat.

E2E

P.S.
Das Bild wurde aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons eingebunden. Der Urheber ist KEI.KADUKI.

 

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4 Kommentare zu “Atomkatastrophe von Fukushima – eine Medienerfindung?”

  1. rd (Sonntag, der 7. August 2011)

    Fukushima ist in der ersten Dimension des Sprachspiels mit Sicherheit keine Katastrophe. Tschernobyl dürfte so gesehen auch keine „richtige“ Katastrophe gewesen sein.

    Aber das könnte ja das Ärgerliche an der „Kernenergie“ sein, dass sie eben keine Katastrophen bewirkt, sondern nur Probleme. Streng genommen eigentlich nur ein relevantes Problem: Sie erzeugt radioaktiven Abfall, der wohl weder beseitigt noch sicher „endgelagert“ (schon was für ein Wort) werden kann.

    So kann die Kernkraft der Generator von möglichen Zukunftskatastrophen sein.

    Und so könnte in einer anderen Dimension des Sprachspiels die Metapher „Katastrophe“ den Ereignissen von Fukushima gerecht werden. Das gilt dann aber genauso für jede Erzeugung von radioaktiven Müll, ganz gleich ob für die Erzeugung von Energie, militärischer Überlegenheit oder sonstigen Zwecken wie in der Medizin.

  2. KH (Sonntag, der 7. August 2011)

    KH: Ein selten klares Wort zu einem Aspekt, der zeigt wie sehr Deutschland neuerdings ohne Not,aber weitgehend isoliert, ins Irrationale abdriftet…

  3. Chris Wood (Sonntag, der 7. August 2011)

    Edwin, you have cheated a bit! Wikipedia (even in German) does not define Katastrophe as you do. E.g. consider „In technischen Systemen wird als Katastrophe bezeichnet, wenn ein komplexes technisches System nicht mehr mit den bisher bestehenden Kontrolleinrichtungen reguliert werden kann und dieses System gleichzeitig die Umgebung nicht wiederherstellbar verändert“. That seems to fit Fokushima pretty well.

    Also, perhaps nobody has yet died from the radiation, but eventually hundreds, or even thousands will, (unless one believes that there is an abrupt cut-off in radiation effects at low dosage).

    Also, the financial damage has certainly been high enough that the money could have saved thousands of lives e.g. in Africa.

    But perhaps the most serious damage has been caused partly by the media hype that you so rightly criticise. The reaction of the CDU will set back German CO2 reduction by at least 10 years. It will surely influence other countries in the same direction. It also raises excessive doubts about scientifically advanced solutions for the world’s problems. More coal will be burnt, despite the much worse effects (per kwh so far) of this old technology.

    I have tended to think that Merkel has done a fairly good job. But recently I have an impression that she is swayed too much by the desire for votes. She agreed to the Greek rescue although the popular German vote (e.g. Roland) would not support this, but now she says Italy is too big to rescue. Is it logical to try to solve only the small problems?

  4. E2E (Sonntag, der 7. August 2011)

    Chris,
    auch in Wikipedia sind sehr viele „Definitionen“ von Katastrophen (neben Deiner für technische systeme habe ich auch meine beiden Definitionen aus Wikipedia).
    Letztendlich ist es auch egal, wie man es bezeichnet oder definiert – aber wenn ich in der Tagesschau Begriffe wie „das von der Atomkatastrophe gebeutelte Japan“ höre, dann frage ich mich schon, ob der Fokus noch richtig ist.
    Von der Katastrophe des Erdbebens (unter der heute noch ganz akut Menschen leiden) spricht man kaum.

    Dass der (man-made!) Unfall in Fukoshima die Welt verändert hat (und noch verändern wird) steht außer Frage (und ist zum Teil auch gut so!). Doch würde es gerade manchen seriösen Medien (gibt es das?) gut tun, etwas Realismus walten zu lassen.

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