Edwin Ederle
Donnerstag, der 29. April 2010

Autofahren 3

Um den Blog hier ausgewogen zu halten ;-) hier mein Bekenntnis zum Autofahren:

Ich hatte letzten Mittwoch um 12:00 einen wichtigen Geschäftstermin in Stuttgart. Obwohl ich Zugfahren gar nicht mag (weil mich Verspätungen stören, weil ich Serviceorientierung bei der Bahn vermisse, weil der Zug entweder überfüllt ist oder die Leute um mich nerven,…) dachte ich an Rolands Plädoyer für den Zug und ging auf Bahn.de:

Wenn ich um 9:08 in München losfahre, bin ich um 11:47 in Stuttgart; mein Kunde ist 10 Minuten vom Bahnhof – könnte also passen – wenn der Zug keine Verspätung hat! Kann ich mich darauf verlassen? Da der Termin wichtig war, hätte ich also um 8:09 fahren müssen und wäre dann wahrscheinlich 60 Minuten in Stuttgart herumgestanden.

Da ich nicht am Bahnhof wohne, hätte ich das Haus wohl um 7:40 verlassen müssen. Die Fahrt hätte mich in der 2.Klasse 106 Euro gekostet, in der 1. Klasse 186,- – für 7 € mehr hätte ich Sitzplätze reservieren können. (Was aber nichts garantiert: Meine Mutter fuhr kürzlich von München nach Westerland und zurück und auf beiden Strecken wurde der Zug anders eingesetzt und die Sitzplatzreservierung einfach so gestrichen! Ja – sie bekam die 7€ auf Antrag nach Ausfüllen eines Formulars zurück!)

Nun: Ich habe mir bei Sixt ein Auto gemietet – für den Tag habe ich 49€ bezahlt und für 59€ getankt. Um sicherzugehen bin ich um 8:15 daheim losgefahren und war um 10:30 am Stuttgarter Hauptbahnhof. Weil ich aber mobil war, bin ich zu einem Freund gefahren und habe mit ihm eine Stunde Kaffee getrunken und war pünktlich zu meinem Termin. Nach dem Termin brauchte ich mich um keinen Fahrplan kümmern, sondern war 3 Stunden später daheim – 3 Stunden weil ich in Günzburg eine halbe Stunde Pause gemacht habe und durch den Ort gelaufen bin (ein wunderschöner Marktplatz und eine sehenswerte Frauenkirche).

Weil ich schlechtes Gewissen hatte, allein zu fahren (Roland wirkt doch ;-))

habe ich bei der Mitfahrgelegenheit die Fahrt angeboten: Ein Student und eine Studentin sind mit mir mitgefahren nach Stuttgart. Beide bezahlten mir 10€, die ich an Unicef gespendet habe. Auf der Hinfahrt habe ich einiges über die Studien des Maschinenbaus und der Regie erfahren, auf der Rückfahrt habe ich mir 3 CDs angehört.

Stress empfand ich nicht – und (sorry Roland): ich würde es genau so wieder machen!

E2E

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2 Kommentare zu “Autofahren 3”

  1. rd (Freitag, der 30. April 2010)

    Lieber Edwin,

    ich finde Deinen Artikel Klasse und mag ihn sehr!

    weil er zeigt, welche Opfer man bringen muss, um sein vegetatives System zu pflegen :-)

    weil er zeigt, wie schlecht das öffentliche System sogar bei privilegierten Verbindungen ist …

    weil er zeigt, wie sehr wir vom Auto abhängig sind

    weil ich es Klasse finde, dass Du Studenten mitnimmst

    und aus vielen Gründen mehr :-)

    Danke!

    Roland

  2. Tweets die IF-Blog » Blog Archiv » Autofahren 3 erwähnt -- Topsy.com (Freitag, der 30. April 2010)

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Roland Dürre, Thomas Götz erwähnt. Thomas Götz sagte: Stimmt. Aber täglich im Auto ist Stress. RT @RolandDuerre: Edwins Stellungnahme http://bit.ly/aGRdqL Autofahren hat doch viele Vorteile :-) [...]

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