Edwin Ederle
Freitag, der 1. August 2008

Bahn versus Auto

Auch, wenn ich riskiere, verbal gekreuzigt zu werden: ich bin vorgestern von Köln nach München gefahren. Alleine in einem Mietwagen – aus reiner Bequemlichkeit, denn ich war in Köln nicht am Bahnhof; ich musste in Ludwigshafen einen Kunden besuchen und habe am Weg nach München einen Abstecher gemacht nach Geislingen, um auch dort einen Kundenkontakt zu besuchen. Während all der Besuche konnte ich mein Gepäck im Auto lassen, ich musste nicht vom Bahnhof in Taxis steigen, brauchte mich nicht nach Fahrplänen richten und hatte ein gut klimatisiertes Auto.

Diesen Luxus wollte ich mir leisten! Was mich absolut schockiert hat: Es ist kein Luxus! Der Mietwagen kostete mich 39 €; ich habe für eine Gesamtfahrstrecke von 680 km Diesel für 72 € getankt. Die Zugfahrt 2. Klasse im ICE hätte mich anscheinend laut www.bahn.de einfach 122 € gekostet.

Kann es wirklich sein, dass eine Person mit einem gemieteten Wagen billiger von Köln nach München fährt als die Bahn? Mich wundert nicht, wenn Leute vom Zug ins Auto und nicht umgekehrt umsteigen!

E2E

3 Kommentare zu “Bahn versus Auto”

  1. Chris Wood (Mittwoch, der 6. August 2008)

    Today, I saw men standing around by the railway occasionally digging a bit. Their nice new (little) cars stood nearby. Society has lots of such jobs that keep people (uneconomically) busy. This may well be better than if they sit at home and live on social security. Many are financed from taxes. The railway has not yet freed itself from this past, so it is more expensive than it should be.
    Meanwhile, I sit at home, because this is expected of pensioners.

  2. tanner (Dienstag, der 26. August 2008)

    … wenn man die Welt so einfach sieht, dann stimmt die Betrachtung. Vielleicht hätte es ja noch einen Flug gegeben von Köln nach München für 66 €. Dann könnte man sich die Frage stellen, warum das Flugzeug billiger als das Auto ist.
    Nur soviel in Stichpunkten:
    – Ich bezweifle dass 39€ one-way kostendeckend für das Mietwagenunternehmen sind; evtl. war das eine Sonderaktion um Kunden zu gewinnen.
    – Beim Zug werde ich gefahren und kann während der Fahrt arbeiten oder lesen. Also müsste ich mich konsequenter Weise im Auto chauffieren lassen und dann sind die Kosten ja wohl andere. Oder anders ausgedrückt, wenn ich selbst fahre, dann verwende ich Arbeitszeit, und Fahrtzeit mal Stundensatz, da bin ich sicher gleich bei mehr als 400 €.
    – Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls ist mit dem Wagen sehr viel höher, und Sicherheit kostet Geld, das sollte auch in die Überlegung eingehen.

    Also Fazit: Hier werden Äpfel mit Bananen verglichen.

  3. Elfi Kaut (Mittwoch, der 17. Dezember 2008)

    ad tanner

    Sorry, aber der Vergleich ist durchaus berechtigt:
    Verglichen werden die Kosten einer Reisebewegung von A nach B, die in der Tat bei einer „Gemeinschaftsreise“ mehrerer Leute logischerweise kostengünstiger sein sollte. Auch wenn es einen „Fahrer“ gibt… dessen Kosten teilt sich ja auf sehr viele Fahrgäste auf.

    Die anderen von Ihnen geschilderten Vor/Nachteile wie Fahrer, weil bequem liegen außerhalb der Kostendebatte.

    Dem einen ist die Zugsfahrt angenehmer, weil er im Zug arbeiten kann, der andere kann das gerade nicht, wenn ununterbrochen ein Kommen und Gehen neben ihm ist.
    Und der dritte entspannt sich im Auto bei guter Musik so gut, dass er den restlichen Tag dafür viel produktiver arbeiten kann, bzw. kommt gerade in der Entspannung zu Problemlösungen.

    Das sind jedoch alles Argumente, die grundsätzlich außerhalb der Kostendiskussion liegen, weil sie nur individuell diskutierbar sind.

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