Edwin Ederle
Donnerstag, der 18. Oktober 2012

Sicherheit im Amtsgericht

Nachdem vor einiger Zeit in einem Gericht in Dachau ein Staatsanwalt erschossen wurde, hat man ja beschlossen, sämtliche bayerische Gerichte mit Zugangskontrollen auszustatten.

Vorgestern durfte ich zum ersten Mal erleben, was das bedeutet. Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie professionell unsere Steuergelder eingesetzt werden.

Alle Zugänge zu den Gebäuden sind verschlossen – bis auf einen, der mit einer Schleuse wie am Flughafen ausgestattet ist. Ich mußte Jacke, Unterlagen etc. in einem Korb durch ein Röntgengerät fahren. Man bat mich, auch meine Armbanduhr abzunehmen, da „das Gerät sehr empfindlich“ sei. Trotzdem gab es bei mir einen Alarm und ein Wachtmeister kontrollierte mich. Auslöser waren die Nieten meiner Jeans.

Der Weg ins andere Gebäude war weit und verschlungen und nach dem Termin wollte ich mich auf den Rückweg machen als mich meine Bekannte auf ein „Ausgang“-Schild aufmerksam machte. Ich meinte, dass der sicher verschlossen sei, doch wir probierten es. Hier wurde anscheinend intensiv nachgedacht, wie man hohen Sicherheitsstandard gewährleisten kann: An der Tür war ein kleines Schild mit 2 Aufforderungen: Tür wieder fest zuziehen! und Keinen Unbefugten Zutritt gewähren!

Im Internet habe ich gerade gelesen, dass für Umbauten in diesem Zusammenhang 15 Millionen Euro zu Verfügung standen. Wäre nicht ein Schild am Haupteingang „Bitte keine Waffen ins Gebäude bringen!“ viel günstiger gewesen?

E2E

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1 Kommentar zu “Sicherheit im Amtsgericht”

  1. rd (Donnerstag, der 18. Oktober 2012)

    Sehen wir es positiv 😉
    Kurbelt doch alles die Industrie an, schafft Arbeitsplätze. Die Produktivität steigt, aber an Stelle weniger zu arbeiten müssen wir noch mehr für all den Unsinn arbeiten, denen wir uns leisten.
    Zur Sicherheit: In China stehen überall (U-Bahn …) solche Geräte: Es stört aber nicht, weil die davor sitzenden Kontrolleure häufig (meistens) schlafen … Wahrscheinlich weil sie noch einen zweiten Job haben.

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