Edwin Ederle
Mittwoch, der 18. März 2009

Wie Entwickler ticken sollten …

Nun muß ich RDM mal ganz deutlich zustimmen und ganz heftig widersprechen!

Auch ich glaube fest daran, dass jeder Entwickler (im Prinzip jeder Mitarbeiter) in möglichst hohem Maße Eigenverantwortung zeigen sollte. Die vielen Vorschriften, „Sachzwänge“, Policies,  „so haben wir das schon immer gemacht“ und „Wo kämen wir denn hin, wenn jeder …“ führen zu Frustration, schränken Kreativität ein (mindern damit die Qualität der Arbeit) und  nehmen die Freude an der Arbeit. In meinem kleinen Unternehmen kümmert sich jeder um seinen Arbeitsbereich selbst. Das führt dazu, dass wir Laptos von 4 verschiedenen Herstellern einsetzen, dass wir 3 verschiedende Anti-Virus-Produkte haben, dass manche Mitarbeiter schon bereuen, auf Vista umgestiegen zu sein (aber die Mühe scheuen, wieder XP zu installieren) – aber letztendlich fühlt sich jeder wohler mit seinen (manchmal sogar schlechten) Entscheidungen. Und last but not least wird dadurch auch die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern verbessert (während sie sonst wahrscheinlich über die Vorgaben von oben lästern würden).  Ich glaube, das ist sogar ein kostengünstigeres Verfahren. Nur ob es skalierbar ist, ob man das auch machen kann, wenn eine Firma auf 50 oder 100 Mitarbeiter wächst, weiß ich noch nicht! Aber vielleicht finde ich es heraus?

der perfekte Entwickler empfindet das Schreiben von Code in erster Linie als Genuss und nicht als Mittel zum Zweck” lässt mich innerlich aufschreien! Ich glaube, die gesamte IT-Industrie leidet unter Entwicklern, die ihren Code nicht als Mittel zum Zweck sehen und wenig Interesse an dem Problem der Benutzer hat. Niemand auf dieser Welt braucht ein Computer-Programm weil er nicht genug Computerprogramme hat sondern immer nur, weil er ein Problem hat (von dem er glaubt, das es durch ein Computerprogramm gelöst wird). Und dieses Problem des End-Users sollte im Zentrum des Denkens des Entwicklers sein! Der Genuss sollte entstehen, weil man dem Kunden eine gute Problemlösung liefern konnte.

Ich habe mal mit einer IT-Firma zusammengearbeitet, die eine Weblösung für einen gemeinsamen Kunden erstellt hat. Der Entwickler war technisch hervorragend – aber einmal ging es um eine komplizierte Formel , die von unserem Kunden vorgegeben war und die mir als falsch erschien. Als ich ihn darauf ansprach und fragte, ob das nicht inhaltlich falsch wäre, meinte er, es wäre ihm egal.  Ich solle ihm sagen, welche Formel zu programmieren wäre und er würde das tun. Ihm hat das Schreiben von Code sichtlich mehr Freude bereitet, als den Zweck zu erfüllen.

1 Kommentar zu “Wie Entwickler ticken sollten …”

  1. Roland Dürre (Freitag, der 20. März 2009)

    Der Satz “der perfekte Entwickler empfindet das Schreiben von Code in erster Linie als Genuss und nicht als Mittel zum Zweck” lässt auch mich (Autor des Artikels „Wie Entwickler ticken“) innerlich aufschreien! Ich habe ihn nicht zitiert, weil ich ihn verteidigen wollte, sondern weil ich diesen Satz nur so wahnsinnig extrem fand 😉 RMD

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