Hans Bonfigt
Thursday June 22nd, 2017

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3 Kommentare zu “ex post”

  1. rd (Monday June 26th, 2017)

    Marc erinnert in seinem Blog zugschlus an zwei Sätze, die Helmut Kohl in seiner Rede zur Eröffnung der CeBIT 1998 gesagt (oder präziser formuliert) vorgelesen hat. Hans hat sie ja oben in seinem Post auch schon erwähnt:

    Eine unverzichtbare Voraussetzung für den erfolgreichen Weg in die Informationsgesellschaft ist das Vertrauen der Menschen in die Sicherheit der Kommunikationsnetze. Persönliche Daten müssen vor Missbrauch, vor jeder Form erbärmlicher Indiskretion, geschützt sein.

    Marc habe ich als sehr fairen und konstruktiven Menschen kennen gelernt. In seinem Beitrag schreibt er, dass Helmut Kohl mit diesem Satz “wirkliche Weitsicht und Klugheit gezeigt” hätte. Das ist freilich nicht auszuschließen aber sehr unwahrscheinlich.

    Denn wer das Leben unserer Spitzenpolitiker ein wenig kennt, weiß dass die meisten ihrer Reden (eigentlich alle) eben nicht von ihnen selber geschrieben worden sind. Gerade für ungeliebte aber wichtige Pflichtveranstaltungen wie die Eröffnung einer großen Messe werden die Reden immer von Mitarbeitern (den zuständigen Fachreferenten in den Ministerien oder eben im Bundeskanzleramt) erarbeitet.

    Die Politiker entfernen dann meistens nur “ihnen unangenehme Passagen” oder schmücken das vorbereitete Manuskript ein wenig aus. Das passiert oft sogar “online” (während des Vorlesens der Rede), weil die Politiker in der Regel gar nicht die Zeit haben, die vorgefertigten Texte gründlich durchzulesen, bevor sie diese halten müssen und an denen ihre “Referenten” oft tagelang herum getüftelt haben.

    So kann es durchaus sein, dass ein viel beschäftigter Bundeskanzler beim Ablesen seiner Rede auch mal eine vernünftige Passage vorliest; vielleicht sogar hoch konzentriert gar nicht merkt, was er da vorliest.

    Wir dürfen also keinesfalls davon ausgehen, dass das, was Politiker so vorlesen auch ihre wohl überlegte Meinung ist. Eher im Gegenteil – denn Fehler passieren überall.

    Das ist kein Zynismus, sondern eine eigene Erfahrung. Ich hatte gelegentlich bei IT-Veranstaltungen Redner des Freistaates zu Gast (vom Ministerial-Dirigent aufwärts) und durfte dann gemeinsam mit deren Referenten die Rede für das jeweilige Event formulieren. In der Regel wurde dann genau das vorgelesen, was ich gemeinsam mit dem Referent geschrieben hatte – leicht ausgeschmückt mit kleinen persönlichen Anekdoten.

  2. zeroskill (Friday June 7th, 2019)

    ach, sieh an, ES spricht nicht mit Zonis. Hans Bonfig, ganz ehrlich, Du bist die traurigste Erscheinung, die ich kenne. Ich glaube du wirst als sehr, sehr reicher, einsamer, alter, verbitterter Mann sterben. Noch besteht Hoffnung. Wenn ich Dir helfen soll, melde Dich gern.

    Und bilde Dir nur nichts falsches ein, die Frauen in der Zone ficken um Welten besser als Eure Unken. Muss daran liegen, dass die Zone Glasfaser Infrastrukrur hat. Du hast ja bekanntlich nur 18 Mbit (genau gerundet).

    Schönes Restleben noch!

  3. Hans Bonfigt (Friday June 7th, 2019)

    Ich versuche, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe. Das kann man natürlich auch als “Reichtum” betrachten.

    Die “DDR” war jahrzehntelang mein Klassenfeind. Den hat man mir genommen. Stattdessen buchstäblich der Einheitsbrei.

    Als Feind habe ich Euch geschätzt (beruflich war ich lange vor der “Wende” in Mitweida, Schwedt und sonstwo).
    Ihr hattet da Leute, die bauten buchstäblich aus dem Nichts PAL/SECAM – Konverter. Mit Röhren, wohlgemerkt. Ihr hattet, beispielweise im Leipziger KuZ, Frauen, intelligente Frauen, in Führungspositionen — aber auch an der Drehbank.

    Ja, das fällt mir nach knapp 40 Jahren zum erstenmal auf:
    Ich habe es als Ehre empfunden, mit DDR-Ingenieuren und -Wissenschaftlern, aber auch mit Facharbeitern zu arbeiten.
    Ich war auch der Einzige in der westdeutschen Truppe, der die Leute da nicht mit “Liebesgaben” verhöhnte.

    Ihr WART das Volk, aber Ihr habt nie begriffen, was Demokratie und Freiheit sind. Ich wurde bei Euch immer beurteilt nach meinem Auto, nach meinem Taschenrechner, nach meinen Zigaretten.
    Aus dem Grund habe ich oft meinen BMW gegen einen Trabi und die “Player’s Navy Cut” gegen “Karo” getauscht. Aber als Wessi fiel man immer auf, spätestens vor der Ampel mit Pfeil.

    Nein, den großen Teil von Euch habe ich nie verstanden. Wie kann man sich so an Bananen aufgeilen? Ihr habt Euch selber kleingemacht. Ihr hattet etwas, das viel wichtiger ist als Bananen: Eine Art ‘Zusammenhalt’.
    wie immer
    Durch die völlig überflüssige “Wiedervereinigung” (von den Kosten reden wir besser nicht) ist alles wieder so gekommen wie immer in solchen Fällen:
    Das Schlechte in der BRD und das Schlechte in der DDR sind zusammengwachsen zu einem peinlichen Mittlemaß.

    Und was die Weiber anbetrifft: Ja, ihr habt recht nette Fickfrösche. Demgegenüber stehen aber, um Berlusconi zu zitieren, ‘culone inchiavabile’ wie Merkel, Kahane, Jelpke …

    Bezüglich der Internetanbindung: Die Bundesrepublik schenkte Euch ein richtig tolles System, “HyTAS”. Auch das habt Ihr nicht kapiert. Und stattdessen ‘rumgejammert, wie schlecht Ihr versorgt seid.

    Mein Restleben versuche ich dennoch zu genießen, ich kann mich in ein Klavierkonzert von Beethoven regelrecht hineinflüchten.

    Würde ich an Deiner Stelle auch ‘mal probieren, es kann eigentlich jede Musik sein, wenn’s nicht gerade “Helene Fischer” ist. Dann bist Du gelassener bei Kollektivattacken und mußt nicht die, buchstäblich, “beleidigte Leberwurst” ‘raushängen lassen.

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