Hans Bonfigt
Monday December 28th, 2015

(Deutsch) Ganz agil vorbei am Ziel

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4 Kommentare zu “(Deutsch) Ganz agil vorbei am Ziel”

  1. Rabba (Monday December 28th, 2015)

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem Beitrag.
    Hans Bonfigt muss in der Nähe meines Jahrgangs liegen, denn später hat niemand mehr Probleme allein lösen müssen, so wie er an der Presse.
    Tragikomisch die Beschreibung des Teams und der Atmosphäre in der Besprechung, die mich beklemmend an meine Umgebung in unserer Zentrale erinnert. Dort wird auch nicht mehr versucht, wie am Beispiel des Stanzautomaten, dem Problem zunächst einmal selbst auf den Grund zu gehen, sondern man reklamiert beim Hersteller oder holt sich einen Experten.
    Köstlich die Beschreibung des vermanschten Wortschatzes aus englischen Begriffen und deutschen Interpretationen. Ich glaube, dass viele glauben, wenn sie die Ausdrücke beherrschen und entsprechend in den Diskussionen einsetzen, auch damit an Kompetenz gewonnen zu haben.
    Zusammengefasst ist der Artikel eine gute Beschreibung der traurigen Arbeitswelt.
    Ich hoffe, dass der Autor sein Wissen und vor allem Erfahrung breiter streut, als nur in diesem kleinen aber feinen Blog.
    Klaus Rabba

  2. Hans Bonfigt (Monday December 28th, 2015)

    –> Klaus Rabba:
    Ich freue mich wie fast jeder über Komplimente, aber:
    Die Problemlösung am Stanzautomaten stammt eben NICHT von mir, sondern ich wurde von einem erfahrenen Ingenieur mit der Nase darauf gestoßen.
    Mir war es wichtig aufzuzeigen, daß Teams, speziell interdisziplinäre, auch ganz andere Katalysatoren haben können als “Projektmanagement”.
    – hb

  3. Klaus Rabba (Monday December 28th, 2015)

    Da bin ich ganz bei Ihnen.
    Immerhin wurde Ihnen die Aufgabe übertragen und da Sie nicht zu arrogant waren einen erfahrenen Ingenieur zu befragen, gelang die Problemlösung unter enthusiastischer Beteiligung der Nicht-Geschäftsführungsebene.
    Sie haben dieses Beispiel nicht vergessen, ebensowenig die Beteiligten.
    Als ehemaliger Leitender Schiffsingenieur weiß ich, dass man allein nicht alles lösen kann.
    Es ist vielleicht die Gnade der frühen Geburt, die es uns ermöglichte, die Entwicklung von der reinen Mechanik und Konstruktion auf Zeichenpapier hin zu “Industrie 4” mit zu erleben und ein ganz kleiner Teil davon zu sein.
    Viele Anglizismen aus Informatik und Management sind mir allerdings fremd geblieben, obwohl ich leidlich englisch spreche und schreibe.

    Ich lebe in Frankreich, wo man bis heute fast immer einen französischen Begriff für die US-englischen Ausdrücke fand, was eben nicht zu meiner Entwicklung auf dem Gebiet: Neudeutsch oder im Management ‘Neusprech’ beitrug.

    Grüße
    Klaus Rabba

  4. rd (Monday December 28th, 2015)

    Lieber Hans, dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen. Vielen Dank!

    Das agile Manifesto möchte ich aber ein wenig verteidigen. Zum einen waren da auch Autoren und Unterzeichner dabei, die zum schwarzen Humor fähig waren und eine gewisse morbide Freude an der Beobachtung des Untergangs hatten, der sich schon damals aufgrund des sich mehrenden Wahnsinns (siehe Projekt Management) abgezeichnet hat.

    Ich betrachte das agile Manifest jedoch nicht als Deklaration von Werten sondern als nützliche Erinnerung, dass man immer einen Trend zu mehr “Bürocrazy” und “Management” hat, gegen den man wirken sollte / muss. Weil dieser uns sonst überwältigt.

    Wenn ich noch hinzufügen darf: Das wunderschöne Zitat
    »Jeder Zuwachs an Technik bedingt, wenn damit ein Zuwachs und nicht eine Schmälerung des menschlichen Glücks verbunden sein soll, einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit.«
    ist im Original ein wenig länger und von dem großen Bertrand Russell, auch einem Helden meiner Jugend:

    Das habe ich oft in Vorträgen zum Teil am Schluss als zusammen fassende Metapher genutzt. Lasse ich aber mittlerweile sein, weil ich gemerkt habe, dass viele Menschen diese Metapher ganz anders oder gar nicht verstehen. 🙁

    P.S.
    🙂 Muss mal prüfen, ob es auf der http://www.duerre.de nicht auch verkürzt steht.

    Aber zurzeit steht dort eh der Benjamin Franklin mit einem genauso wichtigem und richtigen Satz:

    »Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.«

    »Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.«

    Benjamin Franklin (1706-1790)

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