Roland Dürre
Friday December 14th, 2012

AGILE & ITERATIVE

Once in a while, I witness discussions held with little ratio and rather dogmatically. These discussions are between “agile persons“ and “conservatively minded persons“, such as advocators of the V-model. And then I realize that “agile” is often mistaken for “iteratively”.

Working iteratively means that you learn as you go and then actually make use of what you learned. In order to do this, you want to make your milestones less powerful, thus shortening the project cycles. The same can also be done using the V model, as well as if you use the methods that got their names from the waterfall.  All you have to do is plan several small and interlinked steps as “v”s, instead of one single, gigantic “V”. That is all it takes for you to become “iterative” – and many things will improve …

However, agile means a lot more – and definitely more than the simple term as such suggests:

  • All parties involved in a project cooperate voluntarily.
  • The project makes sense, all persons working on it identify with it.
  • The degree of identification with the project (and its goal!) is extremely high.
  • The project is more than just a means to an end, such as making money.
  • Individual secondary goals get no priority over the project success.
  • All parties concerned use their brains and think beyond their (individual) immediate goals.
  • The distribution of tasks, as well as the time table, is worked out in the team after considerable pondering.
  • Tasks are taken on voluntarily.
  • All parties concerned are prepared to share their knowledge and to mutually take responsibility.
  • There is a readiness to learn from each other and hand on individual knowledge at all times and symmetrically.
  • The climate in the project is worthy of the term “comradely”. Cooperation is always at eye-level, respect and regard for each other are the normal state of affairs.
  • The state of the project in its various dimensions is always absolutely transparent.
  • There is always great clarity about the current state of affairs/situation in the project, as well as its goals and relevance.
  • The work on the project always happens in a “fear-free zone”, thus promoting courage and joy.
  • Every individual person working on the project has a healthy “pride in a job well done”, seeing himself or herself more as a “craftsman” than a genius or hero.

I can think of quite a few more things to add to the list.…

So how about we approach and realize our “projects” both in an agile and iterative way? And then we might manage surprisingly much in small teams and achieve extraordinary feats in huge teams (sometimes made up from small teams)!

“Agile” is lived by humans. Agile is possible for projects of all complexities and dimensions. Methods such as SCRUM or KANBAN, even  the ”good old“ V model are some help. Basically, however, they are not what determines whether or not a project is a success. Instead, the determining factors making a project a joy or a pain are the entrepreneurial culture and the understanding of leadership and management.

And wherever there is an imbalance in this area,”agile“ is not an option. Where that happens, you should terminate all projects and first and foremost re-structure the entire outfit.

RMD

P.S.
😉 If you take the word “interactively” and remove the “n” and the “c”, what you get is “iteratively”. I wonder if this hints at the fact that, basically, what matters is “interacting” and “communicating”.

10 Kommentare zu “AGILE & ITERATIVE”

  1. Hans Bonfigt (Saturday December 15th, 2012)

    Die Frage “agil oder klassisch” stellt sich doch nur den Ideologen, die nix auf die Reihe bekommen, aber in der möglichst elegant formulierten Formulierung dieses Umstandes ihren Lebenssinn sehen.

    Es kommt halt auf das Projekt an !

    Bestimmte Produkte werden halt sehr langweilig und umständlich, wenn die Entwicklung nur von wenigen bestimmt und autoritär geführt werden.

    Auf der anderen Seite gibt es ein dem Menschen innewohnendes Gen, das offenbar für die Ausschüttung von Glückshormonen sorgt, wenn wenig gedacht, aber gemeinsam mit vielen ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll.
    “Die Fahnen hoch, die Reihen fest geschlossen …” …

    Nehmen Sie Dönitz: Er war nicht nur ein grausamer Kriegsverbrecher, sondern auch ein denkbar schlechter “Projektleiter”, der beispielsweise wichtige strategische Neuerungen qua völlig überflüssigem Funkverkehr dem Gegner zur Kenntnis gab. Zudem wurde Dönitz während seiner gesamten Wirkungszeit blockiert, erst durch Erich Raeder und dann durch die tumben Ideen des größten Schlachtenlenkers aller Zeiten.
    TROTZ dieser widrigen Umstände war die von Dönitz geführte U-Boot – Waffe schrecklich effektiv.

    Dieses Jahr habe ich in einem “U-Boot” – Projekt verbracht, in welchem die Zuständigkeiten sehr schön aufgeteilt waren: Befehlen durfte nur einer, Befehle mußten umgehend ausgeführt werden, Denken war verboten.
    Ich durfte die technischen Richtlinien entwickeln, auch hier galt (selbstauferlegtes) Denkverbot: Nicht Denken, sondern verantwortlich Nachdenken.
    Vor allem aber gab es ein martialisches “Kick-Off” – Camp zum Einschwören, “Four legs good, two legs bad” – na gut, es hieß etwas anders. Aber wir haben ganz klar auf den Herdentrieb der Mitarbeiter abgestellt, sehen Sie sich diese schmierigen “Mario Barth”s und Konsorten an – Menschen lieben klare Ansagen mit idiotischen Inhalten.
    Programm und Folien haben wir zu zweit erarbeitet; ich hatte schon immer ein Faible für niveaulose, aus dem Zusammenhang gerissene Darstellungen, doch diesmal konnte ich noch deutlich einen drauf- respektive druntersetzen.

    Tja, was kam am Ende des Projekts dabei heraus ?

    – Zeitvorgabe eingehalten
    – Von 33 Mitarbeitern sind 32 begeistert
    – Kostenrahmen _unter_schritten (das passiert uns nie wieder)
    – ZIEL ERREICHT
    – Kunde zufrieden

    Ach ja, und

    – Top – Referenz gewonnen.

    Was heißt denn das für die Zukunft ? Also, ich überlege mir ernsthaft, nur noch in solchen Projekte zu arbeiten, die autoritär geführt werden können und werde viel weniger Wert auf gute Entwickler legen als auf gute Eintänzer.

    Und anstatt ein PM-Camp zu besuchen, fahre ich in der gesparten Zeit auf die Kapverden.

  2. rd (Saturday December 15th, 2012)

    Mir scheint da aber trotz U-Boot eine sehr kameradschaftliche Projektkultur mit hoher Eigenverantwortlichkeit geherrscht zu haben?

    Im übrigen bin ich der Meinung, dass agil und hierarchisch kein Widerspruch sind oder sein müssen. Es gibt ja auch die Utopie vom “Guten Tyrannen”, die vielleicht auch gar nicht so selten ab und zu mal Realität wird. Da ich aber Tyrannen misstraue, bin ich mehr für die von mir beschriebene Form von Agilität 🙂

    Aber in jedem Fall gilt aber, dass im Projekt gegenseitige Achtung und Respekt gelebt werden müssen.

    Und vielleicht auch noch mal betont: Mir geht es nur um gutes Gelingen, nicht um absolute Effizienz!

    Ein abschreckendes Beispiel für “U-Boot-Projekte” ist für mich die deutsche Industrie in den Kriegsjahren 1938 – 1945. Wahrscheinlich waren Leistung und Effizienz derselbigen damals in Rekordhöhe, einfach weil der ganze Staat zu einem U-Boot wurde. Aber mit welchen Umständen wurde das erkauft?

    Wie gesagt – es geht um die Kultur. Und da geht es vor allem um Respekt und Achtung.

  3. rd (Sunday December 16th, 2012)

    Folgenden Kommentar habe ich von tural (‏@tural3) per Twitter bekommen:

    Welche Kultur? Verhaltenskultur oder Wertekultur?
    Doppelte Kontingenz könnte eine mögliche Erklärungshilfe liefern: für agil. klassisch, Wasserfall, Armstand, Handstand.

    Finde ich sehr überlegenswert.

  4. tural (Sunday December 16th, 2012)

    Lieber Herr Dürre

    Danke, dass Sie meine Kommentare übernommen haben. Wenn Ihre LeserInnen sich Detailinformationen wünschen, finden sie sie auf
    Kultur
    http://www.tural.de/kohaerenzkraefte/management-modell/kohaerenzkraefte/kultur
    Kontingenz
    http://www.tural.de/kontingenz
    Doppelte Kontingenz
    http://www.tural.de/doppelte-kontingenz

    In der Hoffnung auf Fortsetzung unserer virtuellen Sparring Partnerschaft für Ping Pong Thinking.

    Grüße
    Tural

  5. Hans Bonfigt (Monday December 17th, 2012)

    Wie gesagt – es geht um die Kultur. Und da geht es vor allem um Respekt und Achtung.

    Große Worte – triste Fakten:
    Kultur (hat m.E. übrigens nix mit Respekt und nur mittelbar mit Achtung zu tun) findet man bei den meisten vorgeblichen “Wissensarbeitern” nicht mehr vor, sondern nur noch “Kult”.

    “In die hungrigen Mägen Eingang finden
    nur Wurstargumente mit Knödelgründen.
    Ein Rinderbraten, braun gesotten,
    behaget den radikalen Rotten
    viel besser als ein Mirabeau
    und alle Redner seit Cicero”

    Wenn schon Unkultur, dann doch lieber U-Boot.

    Noch ein Beispiel aus dem Guerilla-Projektmanagement gefällig ?

    Zum ‘Kick off’ haben wir alle auf eine Radtour gezwungen, wer nicht mitfuhr, war automatisch ‘raus. Mobiltelephonverbot. Nur 80 Km, aber teilweise durchaus bergig.

    Die getauften Heiden hatten uns verflucht, aber hinterher waren alle glücklich, weil sie ein gemeinsames Ziel erreicht hatten und sich gegenseitig geholfen hatten.

    Das war für alle eine ganz neue Erfahrung, Hilfe anzunehmen. Im Büro sind sie zu dämlich, eine gemeinsame Kaffeekasse zu führen, sodaß jeder seine eigene Kaffemaschine mitbringen muß, aber in der Ausnahmesituation wurden sie auf einmal zu Menschen.

    Kultur leitet sich ja sowieso aus dem Partizip Perfekt Passiv von ‘colere’ ab, ‘pflegen, anbauen, verehren’.
    Je nachdem, wie ich nächstes Jahr drauf bin, setze ich ein Projektteam für eine Woche als Erntehelfer ein.
    Das ist nicht nur im Wortsinn ertragreicher als “virtuelle Sparring Partnerschaft für Ping Pong Thinking”.

    Ich fahr’ den Traktor.

  6. rd (Monday December 17th, 2012)

    Lieber Hans

    ich bleibe dabei – Radtour wie Erntehelfer-Team ist agil. Und Hilfe annehmen (und geben) ist agiles Handwerk.

    Sprachhülsen (buzz words) gibt es überall, gerade bei Dingen, die modern sein sollen.

    Und:
    Natürlich ist Kultur ‘Pflegen, Anbauen, Verehren‘. Aber steckt in diesen Worten nicht schon der Respekt und die Achtung drin?

  7. Hans Bonfigt (Tuesday December 18th, 2012)

    Da bringen Sie mich auf eine Idee:
    Werde in Zukunft mehr unpopuläre Maßnahmen als ‘agil’ verkaufen. Das sollte jede Menge Rücksprachen ersparen.

  8. rd (Tuesday December 18th, 2012)

    Unpopulär und Agil passen gut zusammen. Genau dann, wenn die “unpopulären Maßnahmen” helfen, personales und gemeinsames Leben in seinen vielen Dimensionen zu erweitern und zu mehren und nicht zu reduzieren.

  9. Hans Bonfigt (Wednesday December 19th, 2012)

    Wenn es zum Beispiel um die Neugestaltung eines Bahnhofs geht, so wie dies in Uelzen sehr gut gelungen ist, dann braucht man sicherlich viele Köpfe mit vielem “Dimensionen”.

    Die profanen Projekte, in denen ich arbeite, unterliegen einer anderen Metrik:
    http://www.organisiert.ch/2009/05/das-ziel-ist-das-ziel-halte-den-weg-kurz/trik.

    Noch schlimmer: (Bezahlte) Leistung = Arbeit / Zeit

    Da haben Sie dann drei Typen von Mitarbeitern:

    Typ A will “Kilometer machen”, Metadiskussionen gehen ihm am Arsch vorbei und er will irgendwann auch einmal Feierabend haben, weil er nämlich auch ein Leben hat.

    Typ B will keine gute Software bauen, sondern das auf Ewigkeit perfekte System. Dabei überschätzt er regelmäßig die eigenen Fähigkeiten und “erreicht” oft das Gegenteil des Beabsichtigten. Für die Entscheidung der Frage, “Wann ist gut gut genug” braucht man mindestens 15 Jahre Berufserfahrung und daher behalte ich mir die Entscheidung darüber ausschließlich vor, wenn ich die Verantwortung trage.
    So ist der Ärger vorprogrammiert.

    Typ C redet über alles und hat zu nix etwas zu sagen, findet aber immer wieder Gefolgsleute und sorgt mit seinen wohlformulierten Bedenken
    für ausufernde Meetings.

    Das mit den Meetings läßt sich leicht regeln, indem man diese im Raucherraum abhält, gute Programmierer rauchen, schlechte nicht.

    Aber dreimal dürfen Sie raten, welchen Typ ich am liebsten unterstütze ?

    Übrigens gilt das für mich auch umgekehrt:
    Gerne nehme ich auf der Ruderbank Platz und setze meine Anweisungen um – mit Sorgfalt und handwerklicher Hingabe. Dazu bedarf es keiner Kultur, sondern etwas Demut.

    Die Leiterin der Moerser Musikschule, eine der klügsten Menschen, die ich kenne, meinte einmal, bevor man ein Instrument beherrschen könne, müsse man sich in Demut üben. Sie ist selbst Konzertpianistin und -Flötistin und wird wissen, was sie sagt.

  10. rd (Wednesday December 19th, 2012)

    Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:

    Demut ist die Mutter von Kultur.

    Und das mit den Rauchern ignoriere ich 🙂

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