Roland Dürre
Tuesday February 16th, 2010

Bread and Cars

Or maybe: Panem et circenses.

DDRWhen I was a child, I often went to the Sowjet Zone. In the general language use of the Federal Republic of Germany of the 1950ies, as well as in my home, that was what we called the GDR. The term GDR was frowned upon just as much as the term “so-called GDR”.

In the Sowjet Zone, I always enjoyed particular luxury. My great-aunts always had plenty of money (for which – according to them – you could not buy anything), and the rolls and malt beer were very cheap. Later, my father explained to me that prices for victuals and books were artificially kept low. Because – unlike the Federal Republic of Germany – the GDR was a country where inflation was outlawed.

Incidentally, it is true that victuals, living space and other necessary basic articles like energy were hugely subsidized.

KennzeichenDIn the Federal Republic of Germany, we also subsidize a lot. Like rolls and bread. But if we subsidize, then we really get into it. That is why we also subsidize the expensive things, such as cars.

To be sure, if you drive a car, you have to pay a lot of tax, and the petrol is also subjected to taxation. But that money only covers a part of what the individual traffic costs. We keep forgetting how high the environmental damage caused by cars is. And the sum of the collateral damage, such as the noise carpet all over the country, cannot be assessed anyway.

flagge-deutschlandFor cars, there are additional subsidies. Companies can set off the additional value tax when they buy a new car against tax liability. The same is true for the petrol and all other additional costs, even if the car is mostly used privately. The rule “1 % of the price it cost must be subjected to taxation per month” makes the price very low, considering what a car costs besides the price you pay when you buy it and how high the actual financial advantage is.

Consequently, the ratio of business cars among all the cars registered in D is already more than 80 % for some brands. And for those who use the old cars for private purposes, the wreck premium was installed: 5 billion Euros for 2 million cars. In order to ensure that also the “poor Germans who drive old cars” can afford new cars.

But there are other areas, as well, where subsidies are granted quite randomly, often rather subtly. Banks, farming (including tobacco farming), “old industries”, our hotels, the nuclear industry, airports and aviation, the construction industry, the health industry, lobby-oriented research,  reduced working hours and unemployment, the war in Afghanistan, the churches, the parties, etc. etc. etc. Everything is subsidized, nobody must leave empty-handed.

It looks like we will soon beat the GDR. But what was the fate of the GDR? They went bankrupt. Why? Because their subsidies were financed by debt. And when no more borrowing of money was possible, the bankruptcy came. If there had not been bankruptcy and economic misery, no demonstration in Leipzig and Dresden would ever have happened. Without demonstrations, the GDR would still exist.

What does our Federal Republic of Germany do? We finance our subsidies by debt to an extent that makes even the GDR look harmless. And we are doing it in the middle of a European system that is characterized by more of the same: subsidies and debts.
flagge-europaeische-union-euDuring the cold-war area, the talk was about the domino principle. Now might be the time when it will have to be applied again: first Greece falls, then Portugal, then Spain, then Ireland, etc. And then? GB is said to be the sick man of Europe, and nobody mentions Italy any more. And the Germans probably have a higher per capita debt than the poor Greeks. But since we are economically so very capable, it does not really matter?!

It looks like quite a few things will disappear, maybe the now ten-year-old currency and the 60-year-old Federal Republic of Germany. But that is not a tragedy if the change gives birth to something new and good. I would be in favour of small German regional countries in a unified and modern Europe.
RMD
(Translated by EG)

P.S.
Here is a website describing the possible “tipping points” when it comes to the climate catastrophe. It would be interesting to determine the “tipping points” of our market economy.

P.S.1
I took the GDR flag from wikipedia, those of Germany and EU are from 
http://www.nationalflaggen.de. It explicitly says that the graphics may be used for private purposes. Many thanks!

3 Kommentare zu “Bread and Cars”

  1. Enno (Tuesday February 16th, 2010)

    Zwei Schnitzer sind Ihnen unterlaufen.
    1. Die DDR hat nicht Pleite gemacht, sie hatte bis zuletzt die beste Kreditnehmer-Bewertung aller Ostblock-Staaten.
    2. Die EU/EG macht keine Schulden. Der EU-Haushalt kann genau das ausgeben, was er einnimmt, er darf keine Schulden machen und keine Überschüsse zurückbehalten. Sollte er Überschüsse machen, werden diese zurück an die Nationalstaaten gezahlt.

    Zudem sind die Subventionen nicht beliebig, sondern werden nach sehr strengen Gesetzen vergeben und von der EU scharf überwacht. Die Gesetze ihrerseits sind teilweise beliebig.

    Bisher ist auch nicht klar, ob eine dauerhafte Verschuldung nicht tragbar ist.

    Auf ein geeinigten Europa unter der derzeitigen EG und der geplanten EU möchte ich lieber verzichten.

    Kritische Punkte der Weltwirtschaft sind in den Ursachen für die derzeitige Erholung zu finden:
    1. Staatliche Konjunkturprogramme
    2. Geldmengenerhöhung
    3. Erholung der Wertpapiermärkte
    4. Aufschwung in Schwellenländern
    5. Rückkehr des Vertrauens in Finanzmärkte.

    Keine dieser Ursachen ist nachhaltig:
    ad 1. Die Konjunkturprogramme müssen aufgrund der Verschuldung in den meisten Staaten bald beendet werden. Es droht die Abwertung in der Kreditwürdigkeit. die Zinslast der Budgetdefizite drückt auch auf die Privatwirtschaft.
    ad 2. Eine weitere Lockerung über niedrigere Zinssätze ist nicht mehr möglich. Sollte der aktuelle Impuls nicht gereicht haben, kann von dieser Seite aus kein Impuls mehr erfolgen. Die gestiegenen Geldmengen drohen dagegen bei einer kleinen Erholung insbesondere des Bankensektors zu einer Explosion des Preisniveaus zu führen.
    ad 3.Die Erholung hat zwei miteinander zusammenhängende Gründe:
    a. Carry-Trade. Banken leihen in den USA günstige Dollar und kaufen riskante Europäische Wertpapiere mit hoher erwarteter Rendite. Die Differenz stecken die Banken ein. Diese Käufe haben das derzeitige Niveau erzeugt. Die Banken werden aber die Papiere abstoßen, sobald die US-Zentralbank die Zinsen wieder hebt. Dann brechen die Preise wieder ein.
    b. Die Zentralbanken haben auf den Wertpapiermärkten große Mengen an Wertpapieren gekauft. Damit wurden die Asset-Preise künstlich stabil und hoch gehalten. Wenn die Zentralbanken wegen der genannten Inflationsgefahr aufhören, Wertpapiere zu kaufen oder gar abstoßen, fallen deren Werte I. dadurch, dass die Nachfrage sinkt II. dadurch, dass die Kursschwankungen wieder auf ein natürliches, also im Moment sehr hohes Niveau zurückgehen und die Risikoprämien steigen müssen.
    ad4. Das Wachstum in den Schwellenländern hat die in 1. und 2. genannten Ursachen. Da die Schwellenländer Export-orientiert sind, wird der Aufschwung dort wieder einbrechen, sobald deutlich ist, dass aus Europa und den USA keine ausreichende Endnachfrage besteht.
    ad5. Die Banken haben gelernt, dass im Fall von too-big-to-fail der Staat einspringt. Sie lagern ihre Risikokosten jetzt in dieser Gewissheit schamlos auf die Staaten aus. Daher ist der Kapitalmarkt unsicherer als zuvor, das Vertrauen in ihn ist unbegründet.
    Auch die Rolle der Zentralbanken ist unklar: Während sie bisher eine Zielinflationsrate verfolgt hatten und dies offiziell noch immer tun, spielte das Ziel in der Krise keine Rolle, weil nur die Deflation drohte. Stattdessen wurde Asset-Price-Targeting betrieben: Die Wertpapierpreise wurden konstant gehalten. Wenn jetzt die gestiegenen Geldmengen zu einer Inflation führen, muss, wie oben genannt, die Zentralbank zur Inflationsbekämpfung zurückkehren und die Käufe auf Wertpapiermärkten beenden. Dann wären diese aber wieder in Unruhe.
    Welches der Ziele die Zentralbanken in Zukunft verfolgen werden und wie die Ziele gewichtet sind, ist momentan unklar.

    Wenn jetzt nicht die Privatwirtschaft anspringt, kann das Nachlassen jeder der Ursachen zu einem erneuten Einbruch führen.

  2. rd (Tuesday February 16th, 2010)

    Vielen Dank für den langen Kommentar. Ich freue mich, wenn Sie mir widersprichen. Ich bin mir auch sicher, dass mir laufend viele, nicht nur zwei Fehler unterlaufen.

    Ein klein wenig möchte ich aber für meine Ehrenrettung tun:

    Zu !. DDR hat nicht pleite gemacht.

    Ich bin immer noch überzeugt – und weiß das auch von meinen Reisen – dass die DDR besser stand als die restlichen Länder des Ostblocks. Ich kann aber eine Reihe von Ländern nennen (das tue ich nicht, weil ich kein Land beleidigen will), denen zumindest ich keine “Sou” geliehen hätte.

    Das die DDR sogar noch am Ende noch kreditwürdig war, spricht aber nicht für die Kreditgeber 🙂 Das könnte auch ein Problem von heute sein, dass Staaten noch Kredit bekommen, die ihn schon längst verspielt haben.

    2. Verschuldung der EU

    Ich habe mich hier ungenau ausgedrückt. Ich habe nicht das System bzw. die Rechtsform EU gemeint, sondern die Staaten der EU. Und hier scheint mir fastnächtliches Verschulden kollektiv an der Tagesordnung

    RMD

  3. Enno (Wednesday February 17th, 2010)

    Keine Ursache, ich widerspreche ihnen gerne 😉

    Zur EU: Ja, Verschuldung ist im Moment an der Tagesordnung in den Staaten der EU. Vor der Krise wars noch anders, aber im Moment schert sich niemand mehr um den Stabilitätspakt oder irgendwelche 3%-Grenzen.

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