Roland Dürre
Wednesday December 25th, 2019

(Deutsch) Frohe Weihnacht!

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4 Kommentare zu “(Deutsch) Frohe Weihnacht!”

  1. Hans Bonfigt (Wednesday December 25th, 2019)

    Frohe Weihnacht !
    Zwei Anregungen:
    Ja, es ist schon ziemlich verwohnt und überlaufen, aber das Hotel Hilbert sollte im Vortrag nicht fehlen:
    https://www.youtube.com/watch?v=XTsaZRKx9UI
    Der Mann ist übigens klasse, der leitet aus dem Stand die Eulersche Relation her, und zwar so, daß es der Zuhörer danach auch kann.
    Kurzweiliger kann ‘nichtdigitaler’ Frontalunterricht nicht sein.
    Und dann noch ein weiterer ‘Klassiker’:
    Ein Ingenieur, ein Physiker und ein Mathematiker machen Urlaub auf einem Bauernhof. Der Landwirt fragt die Herren, “Da bin ich jetzt aber froh, daß ich jetzt drei so blitzgescheite Herren bei mir habe — denn ich habe nur noch wenig Weidezaun und möchte die größtmögliche Weide damit abzäunen. Wie soll ich das machen ?

    Sagt der Ingenieur wie aus der Pistole geschossen, “Mit einer kreisrunden Weide haben sie das günstigste Verhältnis zwischen Fläche und Radius – das hat Jacob Steiner bewiesen”.

    “Aber, aber, Herr Kollege”, mischt sich der Physiker ein. “Nicht kreisrund, schnurgerade muß der Zaun sein ! Effizienter können Sie die Welt nicht in zwei Hälften teilen!”.

    Der Mathematiker gähnt gelangweilt, schnappt sich ein Zweimeterstück Stacheldraht, formt einen Ring, stellt sich hinein und sagt, “Ich definiere, daß ich außen stehe”.

  2. rd (Wednesday December 25th, 2019)

    Danke für die Anregungen. Und ich bin froh, dass Sie keine Fehler gefunden haben. Frohe Weihnacht!

  3. Hans Bonfigt (Wednesday December 25th, 2019)

    Wer sagt denn, daß ich keine Fehler gefunden hätte ?
    Es sind aber läßliche Sünden:
    Auch eine Maschine, die ihr Programm nicht überschreiben kann, ist ‘Turing-vollständig’.

    Und, gerade bei Siemens, gab es oft die Ternärcodierung mit den Signalpegeln -u, 0, und +u. Bis ganz aktuell in die Gegenwart, bei ISDN. Im Telephonnetz unersetzlich sind potentialtrennende Übertrager. Gleichstrom bekommt man dort nicht durch. Also baute man aus 4 dualen Bits (0 bis 15) drei ternäre (0 bis 26) und füllte dann “passend” redundant auf, damit eine “Gleichstromlastigkeit” vermieden wurde. Ohne diese Maßnahme würde, bei Übertragung von lauter 0-Bits, der Gleichstromanteil so hoch, daß ein Telephonübertrager nicht überwunden werden könnte.
    Eine geniale Idee von SIEMENS. Damals.

    “DAMALS”, so in den 60ern, waren TTL-Schaltungen typischerweise unipolar aufgebaut, überall fand man das Schema Transistor + pull-down – Widerstand vor. An diesem Widerstand fiel Leistung ab, die die Packungsdichte der Elemente begrenzte. So ersann man CMOS, “Complementary Metal Oxide Semiconductor”. Hier gab es keinen Widerstand mehr, sondern zwei in Serie geschaltete Feldeffekttransistoren.
    Hätte es diese Schaltungstechnik zuerst gegeben, dann würden Computer heute im Ternärsystem rechnen.

    Schlußendlich entsetzt mich die “digitale Wertebildung”:
    Völlig neutrale Wörter erhalten plötzlich “Werte”, beispielsweise das “N-Wort”. Dann prasseln digitale Petitionen und “Shitstorms” auf uns ein, das Wort wird ersetzt durch eines, das nicht paßt. Dann kommt der nächste Shitstorm und der nächste Begriff, usw., usf..
    Wir haben also schwuppdiwupp 10 Begriffe für einen Sachverhalt. Jeder digitale Speicher muß durchsucht werden können. Woher weiß ich nach 10 Jahren, welcher Begriff für “Neger” jetzt gerade der selbsternannten “Allianz der Anständigen” aktuell im Suchzeitraum konveniert hat ?
    “Wertebildung” sollte ein Mensch selbst unter Verwendung seiner Erfahrungen und seines Verstandes vornehmen. “Digitalisierung” heißt auch und vor allem “Standardisierung”, das bedeutet: Einheitliche, logische Schreibweisen und Begriffe. ‘Signet’ statt ‘Logo’, ‘Telephon’ statt ‘Telefon’ (man schreibt ja auch nicht “Fonetik”) und bei Lehnwörtern bitte die richtige Schreibweise, also “Tip” statt “Tipp”. Und für ‘Menschen dunkler Hautfarbe’ gibt es bislang kein passenderes Wort als den altgedienten “Neger”.

    Wissen ist das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt. Aber dazu muß es erreichbar sein. Und da kommt dann
    LUDWIG WITTGENSTEIN
    ins Spiel mit seinem ‘Tractatus’,
    “Die Grenze meiner Sprache ist die Grenze meines Denkens”,
    “Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden”.

    So paradox es klingt: Wenn eine “Digitalisierung” voranschreiten soll im Russel’schen Sinne, die Sau mit dem Fortschritt haben wir ja hier oft genug durchs Dorf getrieben, dann müssen wir dreierlei Dinge wieder erlernen:
    – unsere Sprache, denn das ist das Material, das wir ‘digitalisieren’
    – unsere Diskussionskultur
    – unseren Respekt voreinander als Menschen mit dem Recht auf eine abweichende Meinung.

    Das wären Vorsätze für 2020, aber wetten: Ein Blick in den ‘Spiegel’ reicht und alle guten Vorsätze sind wie weggeblasen.

    Viel Spaß beim Vortrag, mir fallen gerade noch ein paar Kracher ein. Stichwort Mersenne.

  4. rd (Wednesday December 25th, 2019)

    Danke! Sehr schön!

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